Ausgabe 
6.9.1902 Viertes Blatt
 
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Nr. 20»

Erscheint täglich außer Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Üeffischen Landwirt die Gießener Familien- blätter viermal in der Woche beigelegt.

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Viertes Blatt.

152. Jahrgang

Samstag «. September

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger v

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Eichen

BezugSpretSr monatlich 75 Pf., viertel» jährlich Mk. 2J2O; durch Aohole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk. 2. viertel- lährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bls vormittag- 10 Uhr. Zeilenpreie: lokoll2Pf^ auswärts 20 Pfg.

Verantwortlich: für den polit. u. allgern. Teil: P. Wittko; für .Stadl und £anb" und .Gerichtssaal": Eurt Plato; für den An- zeigsnteil: Hans Beck.

Uotttischr Tagesschau.

Die Geschichte der Ausweisung einer Ztalieneriu aus Baden erregt in dem benachbarten Großherzogtum ziem­liches Aufsehen. Sie sollte, so heißt es, zu stände gekommen sein durch gesetzwidrige Beamtenhilfe für einen Arzt, welcher sich der Italienerin, mit der er ein Liebesverhältnis unterhalten hatte, entledigen wollte. Jetzt bringt dieKarlsr. Ztg." folgende amtliche Darstellung des Falles:

.In der That hat der erstgenannte Beamte (Landgericktsrat Bauer) zwar nicht in seiner amtlichen Eigenschaft als Unter­suchungsrichter, wohl aber unter mißbräuchlicher Aus­nutzung seiner amtlichen Stellung im Interesse eines durch seine Beziehungen zur Groggia (der Dame, mit welcher der Arzt in Neckargemünd ein Verhältnis hatte) kompromittierten Freundes durch ein seiner richterlichen Stellung nicht entsprechen­des außerdienstliches Verhalten sich eines Disziplinarver­gehens schuldig gemacht, wegen dessen das Justizministerium unterm 8. Juli d. Js. auf Grund des Beamtengesetzes auf die Ordnungsstrafe der Versetzung in Verbindung mit einer G e l d- st r a f e nn Höchstbetrag von 200 Mark erkannt hat. Das Justiz­ministerium, welches in der Wahrung der Integrität des Beamten­standes, und ganz besonders der richterlichen Beamten, die wich­tigste Aufgabe der Staatsverwaltung erkennt, haft-»* alsbald, nachdem es von jenem Vorkommnis durch den zu derernMitteilung dienstlich verpflichteten Staatsbeamten Kenntnis erhalten hatte, die Einleitung des förmlichen Disziplinar-Verfahrens und sodann mit Zustimmung des Tiszipliuarhofes für richterliche Be­amten die vorläufige A m t s e n t l a s s u n g des Ländgerichts- rats Bauer verfügt. Nach Durchführung der Disziplinarunter- suckung durch den hiermit beauftragten besonderen Untersuchungs­richter, erklärte sich Landgerichtsrat Bauer mit seiner Versetzung an ein beliebiges anderes Landgericht einverstanden. Nachdem so die Möglichkeit einer Versetzung eröffnet war, wurde das weitere Verfahren von dein Disziplinarhof gemäß dem Be­amtengesetze e i n g e st e l l t, und nach dem Ausspruch der er­wähnten Ordnungsstrafe innerhalb der Zuständigkeit des Justiz­ministeriums die Versetzung des Landgerrchtsrats nach Waldshut herbeigeführt.

Was sodann daS Verhalten des weiter genannten Verwal- tungsbeamten (Amtmann Guth-Bender in Heidelberg) an­geht, so war derselbe zu der von ihm verfügten Ausweisung der vorbestraften Ausländerin gesetzlich befugt, er hatte aber nach An­sicht des Ministeriums des Innern bei Ausübung dieser Besugnis sich gleichfalls durch persönliche Rücksichten auf die Privatinteressen des gleichen Freundes becin- flusfen lass en, so daß diesen Beamten eine ernste Miß-- b i l l i g u n g feines vorgesetzten Ministeriums ausgesprochen werden mußte."

Die amtliche Erklärung fügt weiter hinzu, daß so das Verhalten der beiden Beamtendie gebotene Sühne" gefunden habe.

Von zuverlässiger Seite wird jetzt gemeldet, daß Land­gerichtsrat Bauer in Heidelberg infolge dieser amtlichen Darstellung seine Entlassung aus dem Staatsdienst nach­gesucht hat.

DaS Bürgerrecht der Frauen.

Ein eigenartiger Fall von Steuerverweigerung be­schäftigt zur Zeit die hamburgischen Behörden. Ende vorigen Jahres beantragte eine Hauptvorkämpferin der hamburgischen Frauenbewegung, Fräulein Lida Gustava Hey mann, für sich die Erteilung des hamburgischen Bürgerrechts. Sie stützte sich darauf, daß bis zum Jahre 1864 den hamburgischen Frauen der Erwerb des Bürger­rechts möglich gewesen sei. Dann habe man dies in dem Gesetze vom 7. ^tovcmber 1864 ausdrücklich beseitigt, diese Bestimmung aber in das Bürgerrechtsgesetz von 1896, welches das Gesetz von 1864 aufhob, nicht ausgenommen; infolgedessen müsse angenommen werden, daß jetzt Frauen das Bürgerrecht wieder erwerben könnten. Dieser Fall hat eine hervorragende politische Bedeutung, denn das Bürger­recht gewährt in Hamburg die vollen politischen Rechte, Wahlrecht zur Bürgerschaft rc. Hätte die Antragstellerin ihr Verlangen durchgesetzt, so würde damit der erste Fall einer Verleihung poütischer Rechte an Frauen in Deutsch­land geschaffen worden sein. Hier lag aber auch der Punkt, weshalb die Antragstellerin in allen Instanzen, zuletzt vom Senat, abgewiesen worden ist. Einmal wurde festgestellt, daß, wenn auch die Vorschrift betreffend das Bürgerrecht ver Frauen in das Gesetz von 1896 nicht ausdrücklich aus­genommen worden sei, so doch bei der Bearbeitung des Gesetzes kein Mensch daran gedacht habe, den Frauen die Möglichkeit des Erwerbes des Bürgerrechtes wieder zu ge­währen, denn dies ist der Hauptgrund das frühere Bürgerrecht war gar kein politisches Recht; zur sogenannten erbgesessenen" Bürgerschaft gehörten Frauen niemals. Wenn sie früher das Bürgerrecht hätten erwerben können, so habe das seinen Grund allein darin gehabt, daß niemand früher habe Handel treiben können, ohne Bürger zu sein; für Handelsfrauen sei deshalb das Bürgerrecht unbedingtes Erfordernis gewesen. Tas sei heute nicht mehr der Fall. Das Bürgerrecht aber habe heute vor allem politische Be­deutung. Nachdem somit der Antrag, Frauen das Bürgerrecht zu erteilen, in allen Instanzen abgewiesen worden ist, haben die Antragstellerin und mehrere andere Frauen daraus den Schluß gezogen, daß sie zur Leistung von Bürgerpflichten ferner nicht mehr herangezogen werben könnten, und wollen kerne Steuern mehr bezahlen. Dadurch wird diese rz-rage an die Gerichte kommen. Doch ist die Aktion aussichtslos, da aus verschiedenen Stellen der Steuergesetze zweifellos hervorgeht, daß auch Frauen steuerpflichtig sind.

Heer und Flotte.

Gras Waldersee soll jüngst vomnächsten Kriege" gesprochen haben. In Lcmgerisalza, wo er dieser ^^Igeroeüte, um Trutzp.-nkSrper zu inspizieren, fragte er ernen Krieger-

vereinsmann, ob er einen Krieg mitgemacht habe, worauf dieser antwortete:Nein!"Warum nicht?"Ich war noch zu jung!"Na, dann den nächsten!" er­widerte der Feldmarschall.

Reduzierungen des französischen Ma­rine-Etats. DemEcho de Paris" zufolge hat der französische Marineminister dem neuen Kommandanten des Mittelmeergeschwaders Admiral Pottier mitgeteilt, daß er im Hinblick auf die Lage des Budgets dem vom Finanz­minister Rouvier ausgesprochenen Wunsch entsprechend Er­sparnismatznah men durchführen werde und besonders den Effektivbestand des Mittelmeergeschwa- >ers in demselben Verhältnis wie den d-es Nord-Ge- chwaders verringern wolle. Der Bestand der Panzerschiffe würde dann um je 150 Mann herabgesetzt werden.

Kunst und Wissenschaft.

Am 1. Oktober 1903 findet die Enthüllung des Denkmals für Richard Wagner in Berlin statt. Tas Denkmal ist, ivie man u n § schreibt, zu Stande gekommen durch das Zusammen- wirken von Freunden des Meisters in allen Teilen der Welt, wo Deutsche wohnen, und soll ein deutsches National-Tenkmal für den Komponisten sein. Der Kaiser selbst hat dem preisgekrönten Ent­würfe Eberleins eine Hauptfigur:Wolfram von Eschenbach" neu hinzugefügt und die Zeichnung hierzu eigenhändig ent­worfen. Der vor dem Sockel zu den Füßen Richard Wagners teheude Wolfram von Eschenbach, zu ihm aufblickend und die Harfe schlagend, ist, aufzufassen als der Genius der Nation, dem Meister seine Huldigung darbringend 1 Tie Enlhüllungsfeicr soll einem Denkmal, das bie Nation errichtet, entsprechen; sie soll zu einem Feste ausgestaltet werden, wozu alle Diejenigen eingeladen ind, die durch ihr persönliches Erscheinen den Meister ehren wollen. Schon jetzt werden 9lmneli)ungen entgegengenommen. Ebenso werden Diejenigen gebeten, sich zu melden, welche Dem großen Festkomitee anzugehören wünschen. Endlich wird das Denkmal­komitee es auch gern sehen, wenn Vorschläge und Wünsche an das- elbe gelangen, bte auf die würdige Ausgestaltung der Feier Bezug jaden. Das Zentralbureau befindet sich in Berlin, Schützenstr. 31.

Brüssel, 4. Sept. Prof. Neiße r erklärte, die große Er­rungenschaft des Kongresses zur Verhütung der Ge­ck l e ch t s k r a n k h e i t e n sei der einstimmige Wunsch, die polizei- iche Reglementiermig in sanitäre Maßregeln zu verwaiideln. Die große Mehrbeit erklärte sich heute für zivile und strafrechtliche Ver­antwortlichkeit des Verbreiters sexueller Krankheiten.

Bon der Baldwin-Expedition. DasMorgeiibladet" veröffentlicht ein Telegramm Baldwins aus Tromsö, das meldet, daß Sonntag ein Walfischfcmgsckiff in Alten (Finmarken) ankam, daS denFrithjof", bas Hilssschiff der Baldwin-Ziegler- Expedition, auf 76 Grad 56 M. 1 ©et. nördlicher Breite und 40 Grad östlicher Länge getroffen hat unb Briefe von ihm mit- bringt. An Bord desFrithjof" war, wie der Walfischfänger mit­teilt, Alles wohl, doch waren die Eisverhältnisse sehr ungünstig. Frithjof" war nicht im Stande, das Franz Josefsland zu erreichen. Baldwin meint,Frithjof" könne vielleicht Kap Ziegler erreichen und im September zurückkehren.

Auf die Blinddarm-Entzündung, die verheereiide Volkskrankheit, die man eigentlich erst in jüngster Zeit studiert hat, weist Professor Riedel in I e n a hin. Er sagt:Der große Krieg gegen Frankreich bat uns 47 000 Menschen gekostet, aber sie sind wenigstens nicht umsonst gestorben; sie haben uns das Deutsche Reich erkämpft. Fragen wir nun, wie viele Menschen fett jenem Kriege an Blindbarm-Entzündung, und zwar umsonst, gestorben sind, Menschen, die zumeist heute noch hätten leben könnten, so er­halten wir erschütternde Zahlen. Ich schätze, daß wir seit 1870 wenigstens 150 000 Kranke an Blinddarmentzündung verloren haben. Weder Typhus, noch Cholera haben auch nur entfernt jo viel Opfer gefordert, als die Blindbarmentzünbung. Nur die Tuber­kulose ist ihr überlegen. Wir haben alle. Ursache, uns immer und immer wieder mit dieser Volkskrankheit zu beschäftigen, die heute nicht häufiger auftritt als früher, die nur deshalb häufiger zu sein scheint, weil sie jetzt öfter erkannt wird als früher." Prof. Riedel ermahnt bann die Aerzke, das Krankheitsbild genau zu studieren und bet der Behandlung darauf zu achten, daß gleich in den An­fangsstadien der Rran'tbeit die Operation vorgenommen werde. Wollen wir," schließt Professor Riedel,Die Zahl Der Toten für Die nächsten dreißig Jahren von 150 000 auf 15 000 oder wenn möglich auf 1500 hinabdrücken, so kann Das nur durch operative Behandlung geschehen."

die Runde machte, auf der Bildfläche erschien. Seiner Obhut über­ließ der Angeklagte auf wenige Minuten den jungen Mann, er selbst aber ging mit dem Mädchen einige Schritte seitwärts und befragte sie Dort nach Namen, Stand und Wohnlmg, wobei er zum Entsetzen des Mädchens burchblicken ließ, daß er am nächsten Tage in ihrer Wohnung erscheinen müsse, um sich von Der Richtigkeit Der Personalangaben zu überzeugen. Dann hieß er Das MäDchen, sich nicht vom Flecke zu rühren, bis er mit dem jungen Manne fertig sein werbe, und kehrte zu diesem ziirück, während sein Kollege den Platz räumte, um zur Ablösung auf Die Wache zurück zu gehen. Teni jungen Manne jagte er aufs Nene Angst ein, inDem er ihm erklärte, ihn mit zur Wache nehmen zu müssen. Er malte ihm Dabei aus, welche Unannehmlichkeiten ihm erwachsen mürben, wenn er Das Strasmanbat zahlen müsse. Dem jungen Manne würbe unheimlich babei zu Mute, und er bankte feinem Schöpfer, als Der Schutzmann enblich milbere Saiten aufzog unb es als möglich hinstellte, Die Sache noch aus Der Welt zu schaffen. Dazu wäre aber nötig, Daß er am nächsten Tage zur' Wohnung Des Mädchens fahre, um sich zu überzeugen, ob tuest wirklich nicht eine Dirne fei, unb weiter wäre nötig, Daß ihm Der junge Mann bas Droschkengelb ersetzte. Dieser war sofort bereit Dazu, liefe Den ganzen Rest ferner Habe in Höhe von 2 AU. in die hingehaltene Hand des Schutzmannes gleiten und befolgte dann dessen Rat, sich fo schnell rote möglich zu entfernen. Als er weg war, wandte sich der Angeklagte wieder dem Mäbcken zu, auf fein Gebot folgte sie ihm ins Gebüsch und hier berührte sie der Beamte wiederholt in unzüchtiger Weise. Ter Angeklagte, der seit fünf Jahren Schutzmann und Familienvater ist, konnte sich nur mit der Versicherung entschuldigen, daß er angetrunken gewesen sei. Ter Staatsanwalt qualifizierte seüie That als Amtsverbrechen, da er für eine Handlung, die eine Verletzung einer Amts- und Dienstpflicht enthielt, Geschenke angenommen habe. Wegen der Be­leidigung des jungen Mädchens könne eine Strafe nicht ausge­sprochen werden, da ein Strafantrag nicht vorlag. Der Staats­anwalt beantragte 2% Jahre Zuchthaus und 5 Jahre Ehrverlust. Ter Gerichtshof nahm an, daß sich der Angeklagte der Erpressung schuldig gemacht habe und verurteilte ihn zu einem Jahr Ge- f a n g n i s, 3 Jahren Ehrverlust und öjähriger Unfähigkeit zur Bekleidung öffentlicher Aemter.

Sport.

Alpine Majestäten und ihr Gefolge. Die GebirgSwelt der Erde in Bildern. Monatlich ein Heft im Format von 48:80 Zentimeter mit mindestens 20 feinsten Ansichten aus der GebirgS­welt auf Kunsibruckpapier. Preis des Heftes 1 Mk. Heft 8 (24 Folio- feiten).- Verlag der Vereinigten Kunstanstalten A.-G., München, Kaulbachstraße 51a. Zu den Häuptern, bie im Jahre 1902 voraus­sichtlich auf jeglichen menschlichen Besuch verzichten müssen, gehört die gigantische, auch bei normalem Sommerwetter schon schwer zu befteigenbe Pyramide des Piz Roseg (Bernina-Alpen, 3943 Meter). Freuen wir uns, daß wir uns den Riesen trotzdem aus nächster Nähe betrachten können im achten Heft derAlpinen Maje­stäten". Aehnlichkeit der Form mit diesem Berggipfel der Rouies (3634 Meter), der nut Dem effektvollen Blick durch die Brsche bc la Meije als weitere vortreffliche Probe aus bem Wunderwerk bet Tauphmeer Hoch alp en geboten wirb. Das ganze riesige Mon' Blanc-Massiv von Brävent (2525 Meter) gesehen, wirb auf einem weiteren Toppelblatte gezeigt, ein Meisterstück photographischer Ge­samtaufnahme. Weiterhin gelangen wir m die deutschen Alpen, üi denen wir zunächst unsere schon in den früheren Heften begonnen« Wanderung über den Brenner fortsetzen, an Brennersee, Brennev poft »ind Brennerbad vorbei nach dem Süden, bem frischen Gossem saß, wo einst alljährlich Henrik Ibsen weilte, Dem gemütlich-mittel­alterlichen Sterzmg, Der stattlichen BischofsstaDt Brixen. bem Vogel weibhof, wo Waühers sangessroher Munb zuerst bie Welt begrüßte, wo uns Kastanienhaine umraufefeen unb bie Rede unter südlicher Sonne bis hoch hinauf bie Berglehnen umrankt. Zum interessanten Vergleich folgen vier Blätter eines anberen Paßweges nach bem sonnigen ©üben, von ber Semmeringstraße und -Bahn.

Eingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Die Bewohner der unteren Frankfurterstraße werben feit einiger Zeit bei Tag unb bei Nacht burch bas m e l a n ck o l i s ch e Geheiil eines Hundes gestört, ber sich vermutlichdieLange­weile zu vertreiben sucht. Es bebarf wohl nur bieses Winkes, um Abhilfe zu schaffen.

Gerichtssaal.

Leipzig, 4. Sept. Der vercmtw. Rebakteur desLpz. Gen.- Anz.", Arthur Pleißner, hatte sich heute vor dem hiesigen 2anb- gericht, wegen Majestäts-Beleidigung zu oerantmorten, bie er begangen haben soll unter der SpitzmarkeD e r j üng ft e deutsche Rittmeiste r", bie Ernennung bes elsässischen Reichs- tags-Abg. Baron beSchmibt zum Rittmeister a 1» suite bes Kuraffier-Regts. zu Deutz behanbelte. Es wurde beschlossen, bie Verhanblung zu vertagen unb weitere Entlastungszeugen, da- runter ben früheren Redakteur berLeipziger Volksztg.", Stampfer in Friedenau bei Berlin, zu laden.

München, 31. Ang. Für Gastwirte mtereffant durste em Urteil des hiesigen Schöffengerichts fein, welches einen Schankkellner wegen absichtlichen unb konstanten schlechten Emfckenkens mit einem Monat Gefängnis unb 500 Mk. Geldstrafe be­dachte. Als straferschwerend wurde babei angesehen, bafe ber Betrug an Arbeitern verübt würbe, die ihre als Lohnteil zu be­trachtenden Bierzeichen an der betr. Lchänke umgefttzt haben.

Amtöverbrechen eines Schutzmannes im Berliner Tier­garten. Der Schutzmann Karl Nickel ist bet traurige Selb eines nächtlichen Abenteuers geworben. Am 29. Mai b. I. hattte ber Hanblungsgehilfe W. in Halenfee einem Tanzvergnügen beigewohnt unb wat mit seiner Tänzerin, einer 20iahrwen Mobistni mu dem letzten Zuge nach Berlin zuruckgekehrt Tas Pärchen hatte sich auf eine Bank tm Tiergarten gesetzt unb tauschte Stufee aus. Als das Mädchen sich eben den Armen des Geliebten entwunden hatte, stand der Angeklagte in seiner Schutzmannsuniform vor dem Pärchen und herrschte den jungen Mann an Verwirrt und be­stürzt erklärte dieser, daß seines Wissens Liebe doch fern Verbrechen sei. Der Schutzmann war aber anderer Meinung, er verlangte von dem jungen Manne Legitirnattonspaplere, unb als dieier solcke nicht oorweisen konnte, erklärte er ihm, daß er ihn mit zur Macke nehmen müsse. Tas war natürlich für ben jungen Wann sehr fatal unb er liefe sich auf Verhandlungen mit bem Schutzmanns ein, die dieser abbrach, als ein zweiter Schutzmann, der gleichfalls

im ersten

MagenbitterSäntis. Bie werden die wohlthätige Wirkung bald kennen lernen und werden Ihre Mahlzeiten nur mit einem Gläschen Dr. W, Knecht« MagenbitterSäntis* beenden. Zu haben in allen feineren Kolonialw.- und Delikatessen- GeschäPen. Wo keine Verkaufsstellen durch die Fabrik. 6210 i>r. W. Knecht & Co., Frankfurt a. M.

^oahs Smme

wusste es schon,

in einer guten Verdauung besteht, und dass kleine Magenverstimmungen, wenn - unbeachtet gelassen, ernste und

rm schwere Krankheiten im Gefolge haben können. Sonderbar, alle wissen es und doch geschieht so wenig Appetit- losigkeit, Verdauungsschwäche, Stuhlträgheit, mangelhafter Stoffwechsel, Stadium, versuchen Sie es mit Dr. W. Knechts

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