Ausgabe 
6.5.1902 Zweites Blatt
 
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Nr. 105

Erscheint tlgttch außer Sonntags.

Dem Dübener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem Sllflschen tonbroirt bte Siebener Familien- blätter viermal in der

Woche beigelegt. fllotattonSbrucf u. Ver­lag der Brüh l'fchm llnivers.-Bnch- u-Stetn- druckeret (Pietsch Erben) Rtixiftum, Lrpedttton und Druckerei:

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Jernsprrchanschluß Nr. bl.

Zweites Blatt. 153. Jahrgang Dienstag «.Mai

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GietzenerAnzeigers

General-Anzeiger v Äg&

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

Die heutige Kummer umfaßt 10 Seite».

Aus dem Reichstag.

Unser parlamentarischer Mitarbeiter schreibt imterm ß. Mai:

Präsident Graf Ballestrem mußte die heutige Sitz­ung des ReichStaAes mit der schmerzlichen Mitteilung er­öffnen, daß der aus dem Wege von der bayerischenHeimat nach der Reichshauptstadt befindliche Abgeordnete Friedel (nl.) durch den Eisenbahuunfall bei Delitzsch den Lod gefunden hat. Der Zentrumsabgeordnete v. Lama fuhr in demselben Zuge, zedoch in einem anderen Wagen und blieb unverletzt. Er wohnte der heutigen Reichstagssitzung bei und berichtete den Kollegen über die Einzelheiten des Unfalls. Herr Friedel, von Beruf Brauereibesitzer und Land­wirt, war iu der Nähe von Bayreuth ansässig; parlamen­tarisch arbeitete er vorzugsweise in Kommissionen, denen wirtschaftspolitische Beratungsg egen stände überwiesen waren Er gehörte dem agrarisch gerichteten Flügel der Partei an Diekleine" Diätenvorlage passierte in dritter Lesung debattelos; man verzichtete auch auf namentliche Abstimmung. Ebensowenig bewahrheitete sich daS Gerücht, es werde beantragt werden, die durch Herab­setzung des Pauschquantums aus 2000 Mark und Verzicht einiger Kommissionsmitglieder auf jede Entschädigung er­sparte Summe von 19 200 JDlorf den Mitgliedern der Zucker st euerkommissiou zuzuwenden Das Gerücht gründet sich auf die Annahme, die Zuckersteuerkommission werde während der parlamentarischen Pfiugstferien arbeiten, um den Entwurf mit Beschleunigung für die zweite Lesung vorzubereiten Es ist immerhin möglich, daß ein derarrigcr Antrag späterhin gestellt wird. Einstweilen bleibt die Zoll- kommission die einzig diätenbeglüctte.

Während der Fortsetzung der Debatten über den Tole­ranz-Antrag des Zentrums erschien Graf Bülow im Sitzungssaal. Er wurde Zeuge einer ziemlich scharfer: Aus­einandersetzung zwischen dem Abg. Richter (freis. Vv.) und Be o e l (Soz.). Ersterer hielt den Nachbarn zur Linken vor, daß sie zu einem Paragraphen zwei Redner delegierten und damit die Zeit verschwendeten Bebel äußerte sein Erstaunen, solchen Vorwurf von Richter zu hören, und schloß mit einer entschiedenen Zurückweisung. Viel bemerkt wurde im übrigen die Eindringlichkeit, die der Reichskanzler in einer längere,: Unterredung mit dem Abg. Graf Limburg- Styrum (kons.) bekundete. Es war dem Reichskanzler wohl darum zu thun, die Konservativen einer beschleunigten Ver­abschiedung der Zuckersteuervorlagen geneigt zu stimmen. Bekanntlich sähe,: es diese am liebsten, wenn Deutschland erst die anderen beteiligten Staaten, Oesterreich-Ungarn, Frankreich, England, aur Brüsseler Zuckcrkonvention Stell­ung nehmen ließe. Graf Bülow kam noch zu vorgerückter Stunde in die Lage, die Zuckersteuervorlagen ein zu­führ en. Die großangelegte Rede, in der er es that, gab hinreichend zu erkennen, wie sehr ihm an dem baldigen Zu­standekommen des Gesetzes gelegen ist. Graf Bülow richtete feine Worte großenteils zu den Konservativen hin: durch die Brüsseler Konvention würden die Interessen der deutschen Landwirtschaft, der Zuckerindustrie, nicht bee:u- trächtigt, es ständen im Gegenteil lohnendere Preise in Aussicht. Tie Herabsetzung der Verbranchsabgabe würde eine Stärkung des inländischen Zuckermarktes bewirken. Die Beseitigung der Ausfuhrprämien hätte der Reichstag vor einigen Jahren einmütig befürwortet. Der englische Markt müßte dem deutschen Zucker erhalten bleiben. Ans Durch­peitschen, übers Knie brechen der Vorlage dächte die Re­gierung nicht; sie riete aber von einer Verschleppung dringend ab, wenn eine solche geplant sein sollte. (Heiter­keit). Aus der Rechten nahm man die Rede schweigend auf, die Bravorufe kamen von links, wie denn auch in der Diskussion Abg. Dr. Wiemer (fr. Vp.) vom Standpunkt des Steuerzahlers und Konsumenten dem Reichskanzler Beifall zollte. Namens des Zentrums plädierte Abg. Dr.

B e ck e r für gründliche Durchberatung der Vorlagen in einer 28gliedrigen Kommission. Dr. Wiemer hielt Kommissions­beratung für überflüssig, Abg. v. Levetzow (kons.i ver­langte fie durchaus, die Möglichkeit schwerer Schädigungen ür die deutsche Zuckerindustrie voraussehend. Die Kon- equenzen der Vorlagen ließen sich zur Zeit gar nicht ab- chätzen, jedenfalls müßten in der Kommission Sachver­kündige gehört werden. Das klang so wenig aussichts­voll, daß Graf Bülow im Verein mit den Staatssekretären Graf Posadowsky und Frhr. v. Thielm ann später­hin privatim Herrn v. Levetzows Bedenren zu zerstreuen sich bemühte. Doch der alte Herr schüttelte immer wieder das Haupt. Es wird noch heiße Kämpfe geben, ehe die Re­gierung hier ans Ziel kommt wenn sie es überhaupt er­reicht. Heute sprachen noch Abg. Wurm (Soz.) für die baldige Verabschiedung, Abg. v. Kar dorff (Rp.) für ein­gehende Prüfung in der Kommission. Bei der Festsetzung der Tagesordnung für die nächste Sitzung versuchte die Rechte einen Vorstoß zu Gunsten der Brennsteuer-No­velle. Bevor ein Beschluß gefaßt wurde, bezweifelte 2lbg. Richter die Beschlußfähigkeit des Hauses. Die Aus zählung ergab die Anwesenheit von nur 162 Mitgliedern, also bte Beschlußunfähigkeit. Es blieb daher beim Vorschlag des Präsidenten, wonach die Brennsteuernovelle morgen, Dienstag, nicht beraten wird .

Politische Tagesschau.

Kronprinz Wilhelm.

Der deutsche Kronprinz vollendet heute sein zwanzigstes Lebensjahr. Aus allen deutschen Gauen gehen ihm die herzlichsten Glückwünsche zu. Mit ungekünsteltem Jubel hat man jüngst die erste größere Rede ausgenommen, welche der jugendliche Kronprinz als Schutzherr der deutsche,: Gewerbe-Ausstellung in Düsseldorf gehalten hat. Sein liebenswürdiges, offenes Wesen hat ihm die Herzen aller Deutschen zugewendet, und allseitig begrüßen die herzlichsten Erwartungen den Königssohn, der, wie sein Vater, sich auf der Hochschule in Bonn Schätze des Wissens und Könnens zu sammeln und die Grundlagen unabhängigen Denkens und Empfindens zu gewinnen bemüht ist.

Preußisches Herrenhaus.

Berlin, 5. Mai.

In der heutigen Sitzung kam es zu einer lebhaften Polendebatte. Graf Mirbach kommt auf die Mahnung des Fürsten Bismarck zurück, sich mehr mit den Fragen des Reiches zu beschäftigen; er werde dieser Mahnung folgen.

Fürst Radziwill wendet sich gegen die Ausführungen des Grafen Hoensbruch bei Beratung der Vorlage betr. den Erwerb von Bergwerkseigentum durch den Staat und bestreitet, daß polnische Geistliche landesver­räterische Tendenzen proklamierten unb deshalb in Rheinland und Westfalen nicht zugelassen werden dürften.

Finanzminister Rheinbaben warnt das Haus, sich mit den Angelegenheiten des Reiches zu beschäftigen. Der Reichs­tag sei, er möchte sagen, planmäßig bemüht, die Angelegen­heiten Preußens vor sein Forum zu ziehen. Tie Regierung habe sich stets auf das Entschiedenste gewehrt und in solchen Fällen niemals Rede und Antwort gestanden, aber was dem Einen recht sei, sei dem Andern billig.

Gras Hoensbruch bemerkt, leider nehmen die Hetzereien in der polnischen Presse einen großen Umfang an. Es gäbe polnische Geistliche, die die Hetzereien der polnischen Presse direct unterstützten, Geistliche, die die Religion der Politik dienstbar machten. Die Polen sprächen immer nur von ihren Rechten, nie von ihren Pflichten.

v. Koscielski: Wenn man den Schmutz in der pol­nischen Presse gegen Deutschland vorführt, soll man auch nicht

den Schmutz in der deutschen Presse gegen unS vergessen. Der »Graudenzer Gesellige* bringe sehr oft persönliche Ver­dächtigungen gegen uns und speziell gegen mich. Die Re­gierung verlangt Unmögliches, indem sie ein Kulturvolk mit stark ausgeprägtem Nationalismus entnationalificrcn will. Daß wir keine Losreißung von Preußen wollen, be­weist unser Kampf um die vollen bürgerlichen Rechte. Die Polen leiden durch die preußische Politik materiellen Schaden, werden aber national gestärkt.

Minister v. H a m m e r ft e i n: Die Regierung betrachtet die Polen ebenso als ihre Unterthanen wie die übrige Be­völkerung. Sie verlangt aber auch von ihnen, daß sie sich ebenfalls als preußische Staatsbürger fühlen. Das geschieht nicht, wie ein Blick in die polnischen Zeitungen lehrt. Es besteht das Streben der Losreißung. Manche polnischen Zeitungen treten allerdings für einen Frieden mit dem preußischen Staat ein, aber was wir von diesem Frieden zu halten haben, zeigt uns eine Graudenzer polnische Zeitung, welche dafür eintritt, daß aus einem großen Teil von Schlesien, aus ganz Posen, ganz Westpreußen und einem großen Teil von Ostpreußen eine polnische Provinz unter einen: polnischen Statthalter gemacht wird.

v. Below-Saleske weist ebenfalls auf die Hetzereien der polnischen Presse hin, wo es sich um den Bestand des Reiches handle. Wir werden die Polen niemals wieder loS- lassen.

Deutsches Reich.

Berlin, 5. Mai. Der Kaiser ließ nach den heutigen BaLaillonsbesichtigungen auf dem Tempelhofer Felde, welchen das Hauptquartier, die Generalität und die fremd- herrlichen Offiziere beiwohnten, ein Gefecht im Feuer unter Hinzuziehung von Kavallerie und Artillerie folgen. Nach dem Parademarsch ritt der Kaiser nach dem Kaseme- ment des 1. Garde-Dragoner-Negiments unb kehrte von bort zu Wagen nach bem Kgl. Schloß zurück.

Auf Befehl bes Kaisers fand heute abend 10 Uhr bie feierliche Einsegnung ber sterblichen Hülle des Prinzen Georg von Preußen statt. Nach der Feier wurde ber Sarg auf einen Leichenwagen gehoben und nach der Dominterimsllrche im Schlvßparke von Monbijou über» geführt, wo in ber Gruft Die vorläufige Beisetzung erfolgte.

Tas , Armee-Verordnungsblatt" veröffentlicht einen Armeebefehl bes Kaisers von: 3. Mai, nach dem an­läßlich des 'Ablebens des Prinzen Georg die Offiziere der Armee dreitägige Trauer anlcgen. Beim Ulanen-Regi- mint Nr. 4 währt die Trauer 14 Tage. Eine Abordnung dieses Regiments, bestehend aus Dem Regimentskommandeur und je einem Rittmeister, Oberleutnant, Leutnant, Wacht­meister, Unteroffizier und Gemeinen, haben an den Trauer­feierlichleiten teilzunehmen.

Ter König v o n Sachsen hat anläßlich des Ab« lebens des Prinzen Georg von Preußen eine siebentägige Hoftrauer angeordnet.

Der Prinzregent von Bayern hat eine acht­tägige Hoftrauer für den Prinzen Georg von Preußen angeordnet.

Ter ,,Reichsanzeiger" meldet: Ter b'sherige Kom­mandant von Karlsruhe, Generalleutnant z .T. Broe- sigke, erhielt bett Stern der Komthure des Hausordens von Hohenzollern.

DerReichsanzeiger" widmet dem Prinzen Georg in warmen Worten einen Nachruf, der schließt: Der Ent­schlafene erwarb sich in seinen: langen Leben viel Liebe, Denn sein warmes Herz trieb ihn freiwig, überall aus seinen Mitteln den Bedrängten zu helfen und die Vorwärtsstreben- den zu unterstützen, fodaß ein großer Teil seines Vermögens im Aohlthuu verwandt wurde. Alle, welche ihm nahe treten Durften, werden ihm ein unauslöschlich dankbares Andenken bewahren.

Hamburg, ö. Mai. Der Kongreß für gewerb-

erschienet: Kompositionen, die fetten« Erscheinungen auf den Turchschnittsprogrammen sind:Gruppe aus dem Tar­tarus",Dithyrambe", in vollendeter Tonschönheit von einem Herrn BronSgeest zu Gehör gebracht. In Der Hauptsache waren Schüler und v^tijülerinnen der höheren Lehranstalten Frankfurts an den Darbietungen beteiligt, die vielfach das Niveau der guten Tileltantenvorstellungen überschritten, da man ihnen z. B. den Vorträgen vonDas Glück",Pegasus im Joche",Verschleierte Bild zu Lais", große geistige In­telligenz anmerkte. Was diese jungen Primaner vom Goethe-, Lessing-, Kaiser Friedrich-Gymnafium, Wöhler-Schule, Klin- ger-Schule, Muster-Schule brachten, war nicht ber übliche Deklamationsstil. Wir werden von Berussschaufpielem die philosophischen Gedichte Schillers kaum mit solchem Verständnis behandelt sehen^ Auch die jungen Mädchen, welche von derElisabethen-Schule", derViktoria-Schule", Humboldt-Schule", dem Institut Sck)midt ausgewählt wur- ben, um Schillersche Verse zu sprechen, wurden dem idealen Gehalt und der schönen Form mit Talent und Ernst gerecht.

Sehr schön machte sich auf der kleinen Schuibühne die Vorführung des lyrischen Festspielsdie Huldigung der Künste". Voran ging ein von Frau Elisabeth Mentzel gedichteter Prolog, Der uns die Gelegenl-eitsursache zur Abfassung des Weihespiels nahe führte und daraus hmwies, bay dieses Schillersche Testament über die aktuelle Wirk­ung in die Ferne reiche.

Die Aula war ausverkauft. Primaner unb Tertianer machten sich nützlich bet der Abnahme ber Mllets unb als Garderobiers.

Unter ben auswärtigen Gästen, die der Aufführung beiwohnten, befand fia.) auch die hohe Protekrorin des

Schillerveröand deutscher Krauen Krankfurt a. M

M. Darmstadt, 5. Mai.

Tie Frankfurter fehlen nie, wenn es sich um litterarische oder überhaupt höhere geistige Interessen banbelt. Tas zeigte sich auch wieder jetzt beiden Veranstaltungen, die, vom Schiller-Frauen-Berein in die Hand genommen, den peku­niären Ertrag zu Gunsten der Cchillerstiftung abliefern werden.

Die Iiäume des Goethe-Gymnasiums hatte man dem Komitee bereitwilligst zur Verfügung gestellt . Die tarnen, welche am Entwurf des Programmes bercihgt waren, stellten das günstigste Prognostikon: Die bekannte Goetheforscherin Elisabeth M e n tz e l, die sich durch ihre wertvolle Abhand- lungDer junge Goethe und das Frankfurter Theater" weiteren Kreisen vertraut gemacht, der Intendant des Frank­furter Schauspiels, Emil Elaar, ber auch als Lyriker und Prologbichter einen Ruf besitzt, unb dann vor allem die rühmlichst bekannte Stockhausensche Gesangschule, bie ihre Kunsteleven gleichfalls bem Unternehmen zur Verfügung gestelll hatte. r

In ber srilvollen Aula besGoethe-Gymna,:ums" ge­langte bas geschmackvoll zu sammen gestellte Programm zur Ausführung. Es war im Schillerschen Geiste und wurde ganz mit Scknllerscher Poesie bestritten rejp. solchen Ton- schöpfungen, die sich ihre Anregung aus diesen Dichtungen geholt. Ein Prolog, der besonders Schäfers inniges Ver­hältnis zu den Lhnsuchtsgefühlen det^Iugend betonte, leitete den Abend ein. Daran schlossen sich ^n rascher Folge Vorträge Schillerscher Balladen und Gesangsnummern. Neben sehr deüuutten Sachen, wieDer Eichwald braufet',

Darmstadt-Schiller-Frauen-Verbandes, die Gräfin zu Er­bach-Schönberg.

Die Durchführung der neuen Prüfungsordnung für Aerzte erheischt, ülwßnahmen zur Unterbringung der Praktikanten der Atedizin während bes neucingesührten praktischen Jahres zu treffen. Es haben sich bereits eine Reche von Krankenhäusern gemeldet, die bereit sind, Praktikanten ber Medizin anzunehmen. Nach einem vorläufigen Ueberschlag werben Stellen für Praktikanten in ausreichender Zahl zu Gebote stehen. Mit den Aufgaben, welche den Krankenhanslectern daraus ev= erwachsen, daß fie bte Ausbildung von Praktikanten der Medizin übernehmen, wird sich der diesjährige Aerzte tag beschäftigen. Pros. Rumpf in Bonn, der bas Referat erstatten wird, hat bie folgenden ü eit ja $ c ausgestellt: Ten leitenden Aerzten ber deutschen Krankenhausanstalten in durch die Einführung des praktischen Jahres in die Ausbildung der Aerzte eine ehrenvolle, aber veramwortungsretche Aufgabe zu teil geworden. Ta die Aus­bildung der Aerzte in dtejer Zeit fowohl^dcr Vertiefung und Fort­bildung der praktischen Kenntnisse und Fähigkeiten, als auch der Einführung in bas Verständnis der Berufsaufgaben unb -Pflichten gilt, fo bürsten folgende Punkte beachtenswert sem: die Krankenhaus­ärzte haben Sorge zu tragen, 1) das; bte Praktikanten nicht mt Stelle sonst itotwendiger Afststenzarte etngeschobett werden, um nur auf dein Wege der Erfahrung am flrmifcubett unb der gemein­schaftlichen Bifiten ihre Ausbildung zit erfahren; 2) daß der dia­gnostische und cherapeutifche Apparat der Krankenanstalten sich aut einer Höhe befinbct, welcher der erfolgreichen Anwendung bei Kranken und der Ausbildung der künftigen Aerzte entspricht; ß) daß den Praktikanten Gelegenheit gegeben wird, wissenschaftlich und praktifch den Fortschritten der Aledtzin zu folgen; 4) daß für die Praktikanten, um sie mit den Aufgaben und Pflichten des ärztlichen Standes vertraut zu tnachen, Vortrage und Lejprechungen über dcc ärztlichen Pflicht- und Sittengefetze emgerichter werden.