FWen mit StettttErfen empfingen. Der Kommissar mußte fick Furürtziehen. In Borderrux vercrnstcckteten die Kleri- tolen eine Stoibgetumg, worauf von feiten der Republikaner eine Gegeudemcmstration organisiert wurde. Es kam zu einem Zusammenstoß wobei mehrere Personen verletzt wurden. Die Polizei muhte einschreiten und mehrere Verhaftungen vornehmen- In Chamond fand ein Protest- Meeting statt, dem etwa 2000 Katholiken beiwohnten. Repu- bMaursu Lundgeber drangen in die Straße, in der fick das Versamm tungslokal befand, und es kam zu entern Handgemenge mit den Klerikalen, wobei 4 Personen verletzt und ebenfalls zakstreiche Verhaftungen vorgenommen wurden.
Ta ine Schulschiwestern von Hernothes Servvllex sich, weigerten, die Thür der Anstalt zu öffnen, ließ die Polizei die Umgebungsmauer Niederreißen, drang in die Schule und lieh die Schwestern aus der Schule entfernen. Aehnlichss Zwischenfalle ereigneten sich in Saint-Pierre und Albigny in Savoyen. Der Bürgermeister und beide Schöffen von Auan find ihrer Aemter entsetzt worden, weil sie einen Brief veröffentlichten, in dem sie gegen die ministerielle Verfügung betreffs des Vereinsgesetzes protestieren.
Deutsches Reich.
Berlin, 4. Aug. Ter Kaiser sandte nach ferner Abreise von Schwerin dem Groß her zog von Mecklenburg-Schwerin folgendes Telegramm:
,Zch kann mir nicht versagen. Dir nochmals meine Freude auszudrücken für den gestrigen Tag. Der warme patriotische Empfang, den Deine Residenz mir bereitet hat, und dem Du Leim Diner einen so schönen Ausdruck gabst, erfüllt mich nachhaltig mit aufrichtigem Tank. Ich habe aufs neue sehen können, was ich an Dir habe und daß ich auf Mecklenburg sicher rechnen tann, was auch die ZMinft bringen möge. Wilhelm."
— Der ,/Klassiker der deutschen Schrift- s p r a ch e", den der Kais er in seiner SchwerinerRede erwähnte, indes nicht mit Namen genannt bat, ist Gegenstand einer interessanten Erörterung geworben. Wen hat der Kaiser gemeint? Wie der „Reichsbote" meint, spielte der kaiserliche Redner auf Johann Heinrich Voß an, der 1751 im Mecklenburgischen geboren wurde. Andere indessen glauben, daß mit jener Umschreibung auch nur wieder Fritz Reuter gemeint sei . Die Wendung ,Massiker der deutschen Schriftsprache wäre dann allerdings auffallend.
— Wie der ,^ok.-Anz." hört, beabsichtigte die K ö n i g i n Helena von Italien ihren Gemahl auf der Reise nach Petersburg und Berlin zu begleiten. Doch konnte sie diese Absicht nicht ausführen, weil sie Ende November einem freudigen Ereignis entgegensieht.
— Tie Polen Berlins werden in diesem Monat eine Protestkundgebung gegen die antipolnischen Maßnahmen der preußischen Regierung veranstalten. Es sollen .insbesondere die Mittel beraten werden, um die in Berlin Heranwachsende Jugend der polnischen Nationalität zu erhalten.
— Tie von uns erwähnte sozialwissenschaftliche Studie „Zur sozialen Lage der Eisenbahnen von Waldemar Zimmermann veranlaßt die ministerielle „Berl. Korr." zu folgenden Ausführungen: In der Presse wird bei dieser Gelegenheit bemängelt, daß der preußische Minister der öffentlichen Arbeiten im Jahre 1898 einen Antrag des „Vereins für Sozialpolitik", eingehende Erhebungen über die Verhältnisse der unteren Beamten und Arbeiter der preuß Staatseisenbahnverwaltung anzustellen, abgelehnt habe, und zwar ohne Angabe von Gründen. Tie letztere Behauptung ist insofern unzutreffend, als die Ablehnung damit begründet war ,daß durch die alljährlichen Berichte über die Ergebnisse des Betriebes der vereinigten preußischen und hessischen Eisenbahnen und durch die Etats ausführliches Material über diese Verhältnisse bekannt- gegeben wird. Daß derartigen Erhebungen, selbst wenn sie unter der Führung eines so angesehenen Vereins wie des „Vereins für Sozialpolitik", dem auch hohe Beamte des Arbeitsministeriums und der Staatseisenbahnverwal- tung an gehör en, vearn statt et werden, mancherlei naheliegende Bedenken entgegenstehen, wurde übrigens, wenn wir uns recht erinnern, auch^ damals schon von vielen Seiten anerkannt. Im übrigen ist der Minister stets darauf bedacht, die soziale,2age der zahlreichen Beamten und Arbeiterseiner Verwaltung nach Möglichkeit zu verbessern. Er wird zweifellos Anlaß nehmen, die weiteren Anregungen aus diesem Gebiete, die die Zimmermannscke ebenso von ernstem Wohlwollen für die Eisenbahnbediensteten, als von aufrichtiger Anerkennung der Leistungen der Eisenbahnen gerade auch, aus sozialem Gebiete erfüllte Abhandlung schon bei flüchtiger Durchsicht bietet, auf das eingehendste zu prüfen.
— Zu den Gerüchten über den RücktrtttdesFrei- Herrn v. Wangenheim aus dem öffentlichen Leben schreibt die „Ttsch Agrarkorr.": Frhr. v. Wangenheim habe schon bei Uebernahme seiner politischen Aemter ausdrücklich erklärt, daß seine wirtschaftlichen Verhältnisse ihm eine dauernde Ausübung seiner Funktion nicht gestatten. -Er wolle die damit vert'nüpfetn Opfer nur bis zur Entscheidung der schwebenden wirtschaftspolitischen Hauptfragen bringen. Don einer Gegensätzlichkeit der Tendenz zwischen Bund und Bundesführer könne nur derjenige sprechen, welcher die Verhältnisse des Bundes nicht kenne.
Ausland.
London, 5. Aug. Der König stieg gestern ohne Hilfe die Treppen an Bord seiner Nacht auf und ab.
Haag, 4. Ang. Die ärztliche Untersuchung des Expräsidenten Steijn hat ergeben, daß hochgradige Nervenschtyäche die Ursache der Krankheits-Erscheinungen ist Er*kann wieder seinen Milchbecher allein zum Munde führen. Nur seine nächste Umgebung darf ihn sehen ober sprechen und er wird, wenn er auf der Veranda oder im Garten sich aufhält, stets so sitzen, daß weder er die Vorübergehenden noch diese ihn sehen.
— Lucas Meyer, ein breitschultriger Riese mit mächtigem Kopf und ausgeprägten, aber gutmütigen Gesichtszügen, äußerte, er gehe streng privat nach Deutschland, um Frau und Kinder abzuholen. Letztere weilen in Dresden, weil es dort gesund und billig sei. Dann gehe er aus Gesundheitsrücksichten nach Karlsbad. Er werde" sich auch nicht mit Geldsammlungen für die Buren befassen, und etwa ihm zugehende Beträge direkt an Botha oder De Wet weitergeben. Alles in allem macht es den Eindruck, daß Meyer verhüten wollte, in England Anstoß zu erregen, damit er der Sache der Buren nicht schade. Später geht Meyer nach Südafrika zurück Wichtiger ist die Mitteilung Meyers, daß deu § 7 des Friedensvertrages thatsächlich die merkwürdige vage Form trägt, in der er von englischer Seite veröfsenttickst wurde, und daß England ganz nach seinem Gutdünken ebenso in einem nne m zwanzig Ähren die koloniale Selbstverwal-
tnng der ehemaligen Republiken einführen kann. Hiermit würden die Vermutungen wegfallen, daß in dieser Hinsicht geheime Abmachungen bestehen.
Oftenbe, 4. Aug. Der Kapitän des finnischen Dampfers „Trouville" hat sofort nach seiner Ankunft beim englischen Konsul eine Klage gegen das Tampsboot „$arm|unt" eingerercht, weil ein Matrose desselben aus das französische mehrere Gewehr sch üsse abgegeben hatte. Zum Glück wurde niemand verletzt.
Wien, 4. Aug. Der Köni g v on Rumän ien weilt eit ein paar Tagen in Oesterreich. Er besuchte hier den Minister Grafen Goluchowsky und hält sich jetzt in Ischl auf als Gast des Kaisers Franz Josef.
Belgrad, 4. Aug. Tie Anleihevorlage wurde angenommen.
Shanghai, 1. Juli. Ter Großfürst Wladimir von Rußland wurde vor dem Kaiser von der Kai- erin-Witwe in kurzer Audienz empfangen. Hierauf ührte Prinz Tsching ihn in ein Neben gemach, das die Bezeichnung „Oestliches Winterzimmer" hat, und dort fand er den Kaiser, der also wieder einmal seiner Tante den Vorrang hatte lassen müssen. Schließlich brachte man den Großfürsten in die „kaiserliche Bücherei der Inschriften". Kaum hatte er sich, dort ein wenig umgesehen, als sich )ie Thür aufthat, und der Kaiser Kuangsü hereintrat, um n seinem eigenen Palaste seinem Besucher einen Gegenbesuch zu machen! Der „Herrscher" darf seinen goldenen Käfig nicht einmal für solche Zwecke verlassen! Der Grost ürst begab sich dann in das Ministerium der Auswär- :igen Angelegenheiten, wo er eine wichtige lieb erein- V.un ft wegen der Ber g w er ke und Eisenbahnen in >er Mandschurei unterzeichnet haben soll. Nach diesem Uebereinfoimnen erhält die Nussisch-Chinesische Bank das alleinige Recht, in der Mandschurei Bergwerke anzulegen und Eisenbahnen zu bauen. Die russische Regierung will dafür ihrerseits so freundlich sein, alle Maßregeln, die die chinesische Regierung für die Eisenbahn bon Peking nach Shanhaikwan am Ostende der Großen Mauer treffen wird, gut zu heißen und ihr nichts in den Weg zu legen, wenn ie für diese Linie Engländer oder Deutsche in Dienst zu nehmen wünscht.
Aus Stadt und Land.
Gießen, 5. August 1902.
** Sßei der g eftern beendigten theologischen Fakultätsprüfung bestanden 9 von 11 Kandidaten, nämlich: Deicke-Friedberg, Fresenius-Gießen, Gundermann- Lorbach, Jäger-Winnerod, Meyer-Friedberg, Reusch-Gießen, Schellmann-Mainz, Schlosser-Gießen, Joh. Feller-Eberstadt bei Gießen.
** 50jähriges Stiftungsfest des Gießener Wingolf. Das Fest, zu dem fast 300 Philister und Bundesbrüder erwartet werden, nimmt heute seinen Anfang. Im 6 Uhr findet Niederlegung von Kränzen an den Gräbern der auf dem Gießener Friedhof ruhenden Wingol- iten und an den Gedenktafeln am Rathaus statt. Um 8% Ihr beginnt die Begrüßungskneipe in Steins Garten. Akargens früh 7 Uhr: Aufbruch von der Lahnbrücke nach dem Gründungsort Burg Gleiberg; um 9 Uhr dort ernste Feier mit darauffolgendem Festkonvent. Nach einem kurzen Frühschoppen Rückkehr nach der Stadt, wo um 1 Uhr das Festessen in Steins Garten beginnt. Um 7 Uhr findet der Festzug statt. Derselbe nimmt seinen Weg von dem Wingolfshaus in der Wilhelmstraße durch die Ludwig- straße, Bismarckstraße, Südanlage, Seltersweg, Neuen Säue, Gartenstraße nach Steins Garten, wo um 8 Uhr der Festkommers seinen Anfang nehmen wird.
I? Der Vorstand der Ortskrankenkasse beabsichtigt, der Herbst-Generalversammlung vorzuschlagen, das Statut an zwei Punkten abzuändern, um dadurch den Arbeitgebern bedeutende Erleichterungen zu schaffen. In erster Linie soll die An- und Abmeldefrist für versicherungspflichtige Arbeitnehmer, welche zur Zeit auf 3 Tage bemessen ist, auf die ganze Woche ausgedehnt werden. Alsdann soll die Berechnung des Beitrags nicht mehr nach Wochen, sondern nach Tagen erfolgen. Bei dem seitherigen Modus mußte für einen Arbeiter, der am Freitag seine neue Stelle antrat, der ganze Wochenbeitrag gezahlt roerben. Bei einem Tagesverdienst von 3,50 Mk. betrug dies z. B. 63 Pfg.; hier sollen später nur noch 21 Pfg. erhoben werden. Verläßt heute ein Arbeiter am Montag ferne Arbeit, so zahlt er 63 Pfg. Krankenkaffenbeitrag, nach Aenderung des Statuts würden in diesem Fall nur 11 Pfg. zu zahlen sein. Die Kassenleitung ist zweifellos bestrebt, jede nur mögliche Erleichterung zu gewähren, soweit solche nicht dazu dient, etwa die Mitglieder zu schädigem Es kann dies auch nur geschehen, wenn die Ortskrankenkaffe centralifiert bleibt, d. h. alle am Ort bestehenden Gewerbebetriebe bei ihr versicherungspflichtig bleiben. In der Praxis ist man sich längst darüber klar, daß in einem geordneten Krankenkassenwesen ein großer Segen für die Arbeiter wie für die Arbeitgeber liegt; denn auch diese haben das größte Jntereffe daran, ihre Leute im Erkrankungsfall ausreichend geschützt zu wiffen.
** Ein Gesangskonzert findet zum Besten der Angehörigen der bei der „ Primus" -Katastrophe Ertrunkenen am Samstag den 9. August, abends halb 9 Uhr, in Steins Garten statt. Wir verweisen auf das betreffende Inserat in heutiger Nummer.
** Hessische Landeslotterie. Die Ziehung der 6. Klaffe findet vom 22. August bis 8. September statt. Im Ziehungsrade verblieben: 1 Prämie ä 300 000 Mk., 1 ä 200 000 Mk., 1 Gewinn ä 200 000 Mk., 1 ä 100 000 Mk., 1 ä 50 000 Mk., 1 ä 40 000 Mk., 1 ä 30 000 Mk., zwei Gewinne ä 20 000 Mk., 15 L 10 000 Mk., 25 K 5000 Nck, 100 ä 3000 Mk., 175 L 2000 Mk., 350 ä 1000 Mk., 1262 L 400 Mk. u. s. w.
** Sonderzug. Von hier geht am 12. August vormittags 6 Uhr 43 Mm. ein Sonderzug nach Düsseldorf über Betzdorf, Troisdorf, welcher um 11 Uhr 7 Min. vormittags dort ein trifft. Rückfahrkarten haben 10 Tage Giltigkeit.
— Vermißt wird feit dem 23. Juli der Geschäftsreisende Siegsried Samson aus Erfurt. S. war zuletzt in einem Hotel in Limburg abgestiegen und hatte von dort seine Koffer nach Bezahlung seiner Hotelrechnung per Eilgut nach Alsfeld aufgegeben. Es hat bis jetzt nicht fest- gestellt werden können, ob S. von Limburg thatsächlich ab- gereift ist; jedenfalls ist er nach diesem Zeitpunkte weder in Limburg gesehen worden, noch ist er an fernem Bestimmungs- 1 orte eingetroffen. S^ der 25 Jcch^ alt rsy ist als ein ruhiger.
nüchterner Mann bekannt, und es durfte ausgeschloffen fein, daß S. vielleicht Selbstmord begangen hat. Viel wahrscheinlicher ist es, daß ihm ein Unglücksfall zugestoßen ist, bezw. daß er einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist. Die Angehörigen des Verschwundenen ersuchen diejenigen, denen etwas über seinen Verbleib bekannt ist, Mitteilung davon an folgende Adresse zu machen: Robert Samson, Essen a. d. Ruhr.
— Die Zahl der Todesfälle, ausschließlich der Totgeborenen, betrug in der Woche vom 20. bis 26. Juli in Mainz 52, Darmstadt 32, Offenbach 29, Worms 25 und in Gießen 15, zusammen 153, darunter 77 im ersten Lebensjahre. Todesfälle pro Jahr und 1000 Einwohner kamen auf Mainz 31,2, Darmstadt 22,1, Offenbach 27,9, Worms 30,4 und auf Gießen 29,5 (ohne 5 Ortsfremde 19,7). — Die Todesursache anbelangend, verstorben an Masern 1 (Mainz), an Rachenbräune (Diphtherie) 1 (Mainz), an Keuchhusten 3 (2 in Mainz, 1 in Gießen), an Diarrhöe und Brechdurchfall 43 (9 in Mainz, 10 in Darmstaht, 17 in Offenbach, 5 in Worms, 2 in Gießen), an Lungenschwind- ücht 15 (4 in Mainz, je 3 in Darmstadt, Worms und Gießen, 2 in Offenbach), an akuten entzündlichen Krankheiten der Atmungsorgane 6 (je 2 in Mainz, Worms und Gießens, an Gehirnapoplexie 4 (je 1 in Mainz, Darmstadt, Worms und Gießen), an allen übrigen Krankheiten 73 (25 in Mainz, 18 in Darmstadt, 10 in Offenbach, 14 in Worms, 6 in Gießen); gewaltsamen Tod erlitten 2 Personen (Mainz).
Treis a. Lda., 3. August. Heute wurde unter äußerst stattlicher Beteiligung der Ortseinwohner und auswärtiger Gäste unser diesjähriges Jugendfest gefeiert. Nach Aufstellung des Zuges am neuen Schulhause bewegte ich derselbe unter Musikbegleitung durch das Dorf nach dem nahegelegenen Festplatze, woselbst nach Absingung eines drei- timmigen Liedes durch die Kinder der ersten Klaffe der Ortsgeistliche, Pfarrvikar Grauling, eine Ansprache hielt, die in ein Hoch auf Kaiser und Groß Herzog ausklang. Hierauf begann das Spielen der Kinder, worunter besonders der von. dem ersten Lehrer Gödtel eingeübte Reigen mit den Mädchen die Aufmerlsamkeit der Zuschauer auf sich lenkte. Dazwischen wechselten Musikvorträge, Lieder, gesungen von dem Treiser Kirchenchor, Gesangverein und Kinderchor. Erst gegen Abend bewegte sich der Zug in derselben Ordnung wieder nach dem neuen Schulhause, woselbst der Ortsgeistliche noch einige Schlußworte sprach.
m. Worms, 4. August. 26. Mittelrheinisches Kreisturnfest. (4. Tag.) Heute morgen um 7 Uhr begann das Elite- ober Einzelwettturnen. Die Anmeldungen ind auch hier wesentlich überzeichnet worden, und das Re- ultat, das heute abend unter fortgesetzten Jubelrufen auf tark besuchtem Festplatze verkündet wurde, war, was die Höhe der erreichten Punkte anlangte, ganz vorzüglich. Es traten, in 12 Riegen 640 ausgesuchte Turner an, — eine Zahl, die chwerlich von einem anderen deutschen Kreise übertroffen werden kann. Bis in die Dunkelheit hinein hat diese Schar unter der Kritik der Preisrichter gestanden. Man sah be- onders am Reck staunenswerte Leistungen. Allerdings hat die Sanitätswache heute 35 Mal eingreifen müssen, doch sind ernste Fälle glücklicherweise nicht vorgekommen. — Beim Festbankett am Mittag wurden mehrere Reden gehalten, die ausnahmslos den bisher vorzüglichen Verlauf der Veranstaltung, rühmten. Stürmischen Beifall erregte die Ansprache des Wormser Regimentskommandeurs, der im Hinblick auf die urnerische Tüchtigkeit des Mittelrheinkreises u. a. ausrief: „Herr Gott, mit einer solchen Mannschaft holen wir den Teufel aus der Hölle!" Abends zum ^a^reigen strömten wieder Tausende auf den Festplatz, trotzdem das Wetter nicht günftig war. Man schätzt den heutigen Besuch auf 10,000 Köpfe. — Der Kaffer und der Großherzog haben auf die Huldigungstelegramme vom Samstag geantwortet. Ernst Ludwig von Hessen schickte eine persönliche Drahtantwort. „Gut Heil"- und Hochrufe hallten nach Verlesung dieser Telegramme über den ganzen Festplatz. Die Festpostkarten sind nahezu vergriffen. — Preise erhielten u. a. Ehr. Schmidt- Gießen und Michael Kethel-Friedberg.
Wetzlar, 4. Aug. Um den Tag des 60. Geburtstages der Kreisschützengesellschaft fesllich zu begehen, sowie das alljährliche Fremdenschießen abzuhallen, versammelten sich gestern nachmittag auf dem Schützenplatze die Angehörigen der Wetzlarer Schützengesellschaft nebst Gästen. Beim Preisschießen nach Scheiben auf 100, 175 und 300 m Distanz erschoß Georg Guht die Königswürde. Das Fremdenschießen dauert bis heute Abend.
Frankfurt, 4. Aug. Bei Kloppenheim wurde die Leiche eines gutgekleideten Mannes gefunden, der sich einen Schuß in die rechte Schlafe beigebracht hatte. Der Tote ist der 33 Jahre alle Karl Friedrich aus Frankfurt. Friedrich war Kassier im Bankgeschäft von A. Jaffö und C. Trier. Am Frellagabend wurden Unregelmäßigketten in seiner Kaffen- führung entdeckt. Man stellte ihn zur Rede; seitdem wurde er vermißt. Nähere Untersuchung hat ergeben, daß Friedrich im Laufe der Jahre etwa 30000 Mk. oeruntreut hat, im Anfang kleinere Beträge, die Hauptsumme erst vor kurzer Zett. Friedrich war eine in hiesigen Ruderkreisen sehr bekannte Persönlichkeit. Er soll wett über seine Verhältnisse gelebt haben.
Hanau, 3. Aug. Die hiesige Freireligiöse Gemeinde feierte heute im Saal des Stadtschloffes das 25jährige Amtsjubiläum ihres Predigers, Karl Voigt aus Offenbach.
Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Die Hanauer Sttafkammer verurtellte den Rentmeister des Freiherrn v. Stumm in Ramholz, Max Ieschke, wegen Sittlichkeitsverbrechen zu einer Gefängnisstrafe von 1 Jahr. — Am 3. August morgens fand man auf dem Bahnkörper in der Nähe des Dortelweiler Bahnhofs-Vorsignals die verstümmelte Leiche des zwischen Vilbel und Dortelweil stationierten 58 Jahre alten Bahnwärters Pfeifer. Pf. ist aller Wahrscheinlichkett nach beim Begehen der Strecke von einem Zuge überfahren worden. — Im Englischen Hof in Frankfurt sind mit Gefolge angekommen: der Regent von Sachsen-Koburg-Gotha, Erbprinz Ernst von Hohenlohe-Langenburg und die Erb- prinzeffin, ferner Großherzogin Melitta, Prinzessin Elisabeth von Heffen und Prmzeffin Wilhelm von Sachsen-Weimar. — Die 29. Generalversammlung des Deutschen und Oesterreichi- schen Alpenvererns wttd bekanntlich vom 4. bis 9. Sep-


