Nr. 181
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Zweites Blatt. 152. Jahrgang
Dienstag S. August LNvL
GiehenerAnzeiger
General-Anzeiger 99
AmK- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
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Verantwortlich: für den polil. u. allgem. Teil: P. Witt ko: für „Stadt und Land" und „Gerichtssaal": Curt Plato; für den Anzeigenteil: Hans Beck.
Are Heutige Mmmer umfaßt 8 Seiten.
Bekanntmachung.
Wilhelm Weil scheidet aus dem Institut der Dienst- männer aus und hat die Aushändigung der von ihm hinterlegten Dienstkaution beantragt.
Wir fordern deshalb diejenigen, welche Ansprüche an tiefe Kaution aus der Eigenschaft des rc. Weil als Dienst- mann erheben zu können glauben, auf, solche bei Meidung des Ausschlusses binnen 8 Tagen bei uns vorzubringen.
Gießen, den b. August 1902.
Großherzogliches Polizeiamt Gießen.
Hechler.
Der Besuch in Bußland.
Wie wir gestern bereits meldeten, hat die „Hohen- ÄOÜeni" mit dem Kaiser an Bord am Montag morgen Die Reise nach Reval angetreten. Prinz Friedrich! Heinrich und der Reichskanzler waren bereits am Sonntag in Kiel eingetroffen und hatten sich sofort an Bord der „Hohen- ÄOUein" begeben. ' Nach, Meldungen aus Petersburg geht das offizielle Programm der Kaiser-Revue dahin: Am 6. August gegen 91/2 Uhr vormittags Ankunft der „Hohen- rollern", darauf gegenseitige Besuche der beiden Kaiser, denen sich mlltagS dre Besichtigungen der einzelnen Schiffe sowie Schießübungen cmschtießen. Am 7. finden vormittags große Seemanöver, nachmittags Landungs-Manöver statt. Am 8. nimmt Kaiser Wilhelm einige Schiffs-Besichtigungen vor. Nachmittags 3 Uhr erfolgt die Abreise.
Diese Zusammenkunft hat die russische Presse veranlaßt, einmal einen anderen, freundlicheren Ton anzuschlagen, als man es sonsh gewohnt ist. Die offiziösen Depeschenbureaus pflegen freilich Don "Den gegen Deutschland gerichteten Ausfällen großer russischer Zeitungen keine Notiz zu nehmen, nnb das würde auch bei der Zahl der Angriffe zu weit führen. 9tttr, wenn die betreffenden Auslassungen vom Finanzminister v. Witte inspiriert sind, — wie eben jetzt eine herausfordernde Note an die Mächte über die Zuckerzölle und die russischen Vergeltungsmaßregeln — erachtet der offiziöse Draht die Verbreitung für erforderlich. Beiläuftg richtet sich die Spitze der neuesten Note ebenso gegen Frankreich (Weineinfuhr) wie gegen Deutschland (Zollzuschiläge auf Syndikatswaren, u. a. auf Eisen.) Sonderbar M «jedenfalls der gewählte Zeitpunkt, die „Absichten" des russischen Finanzministeriums zu veröffentlichen. Wenn, wie man annimmt, bei Gelegenheit der Kaiserzusammenkunft die Erneuerung der Handelsverträge von den leitenden Staatsmännern erörtert werden sollte, so ist es mindestens originell von dem mäch- tigen russischen Finanzminister, den Grafen Bülow mit einer scharfen Warnung zu empfangen, auf den russischen Zucker die Brüsseler Konvention anzuwenden, d. h. diesen Zucker im Hinblick auf die versteckten Zuckerprämien Rußlands entsprechend höheren Zoll zahlen zu lassen. Aber um Taktsragen hat sich Herr v. Witte bei seinen mehr oder minder brüsken Kundgebungen nie gekümmert; ihm kommt
es auf die möglichst wuchtige Wirkung an. Graf Bülow erteilte einmal im Reichstag Herrn v. Witte in verbindlicher Form den Rat, Meinungsverschiedenheiten mit den Mächten nicht durch Zeitungsartikel, Interviews und Mitteilungen der russischen Telegraphen-Agentur, sondern auf dem üblichen diplomatischen Wege zum Austrag zu bringen. Herr v. Witte giebt gerade jetzt, wo Graf Bulow den Kaiser nach Reval begleitet, eine weitere Probe seines Systems der „Offenherzigkeit". Im Besitz dieser Kundgebung hat der Reichskanzler heute morgen die Reise angetreten. . . .
Die „Nationalztg." hält die Verlautbarung „für so ungewöhnlich, daß es seltsam wäre, wenn ihr nicht ein Dementi folgte." Die offiziöse „Nordd. Allg. Ztg." giebt die Note wieder, ohne ein Wort hinzuzufügen. Wir glauben nicht an ein Dementi. Die Erklärung ist authentisch und gan$ und gar in dem deutlichen Stil, in dem kategorischen Befehlshaberton gehalten, der von dem offiziellen Rußland mehr und mehr zur Spezialität herausgebildet wird. Im Inneren des Riesenrerches wird mit einem Federstrich das Schicksal von Tausenden entschieden, werden die Ausstände der Bauern, die Studenten-Unruhen, durch so einfache Mittel wie das Kommando „Rücksichtslose Gewaltsanwendung!" niedergeworfen. Da ist es kaum zu verwundern, daß solche „Staatskunst" sich auch auf die Diplomatie überträgt. Rußland beansprucht die erste, die ausschlaggebende Macht der Welt zu sein.
Wie glanzvoll immer der Verlaus des Schauspiels sein mag, das die russischen Flottenmanöver in Reval bieten, wie freundschaftlich der Verkehr zwischen den beiden Kaisern sich gestaltet — über die Empfindung kann nichts Hinwegtäuschen, daß in Rußland die Abneigung gegen Deutschland im Wachsen begriffen ist. Es spielt da, vielleicht unbewußt, der Neid eine gewisse Rolle. In seiner Kultur, auf fast allen wirtschaftlichen Gebieten, in der Industrie wie in der Landwirtschaft, geht Rußland zurück. Man bemerkt in Rußland die Fortschritte Deutschlands, sieht, wie es sich immer mehr zu einem gefährlichen Konkurrenten auf dem Weltmärkte entwickelt, einflußreiche Personen am russischen Hofe nähren die Antipathie gegen den begünstigteren Nebenbuhler, das Bündnis mit Frankreich thut auch das Seinige — so ist es eigentlich nur Kaiser Nikolaus, der aus Tradition, vor allem dem Weltfrieden zuliebe, auf die Pflege der Beziehungen Wert legt. Auch in der russischen Litteratur, die mit Recht wegen ihrer Bedeutung bei uns geschätzt wird, wird dem Deutschen keine angenehme Rolle zugewiesen. In den Werken der besten russischen Autoren, selbst bei To lsto i, den ja jeder Deutsche jetzt in der vorzüglichen Diederichs'schen Deutschen Ausgabe kennen lernen kann und sollte, liest man schiefe und ungerechte Urteile über die Deutschen. Es scheint ein weitverbreiteter Glaube zu fein, daß Die Deutschen mitschuldig seien an allen den Nöten, die Rußland bedrücken. Das ergötzlichste und charakteristische Beispiel dieses Verantwortlichmachens erzählt in einem Buch der geniale russische Schriftsteller Tsch en ho ff: Wie ein Gelehrter einmal ein Seebad genommen und, weil er sich über die Külte des Wassers ärgerte, losgeschimpst habe: „Diese Bande, diese „Deutschen!" Man muß an diese
kleine Geschichte denken, wenn man beobachtet, was alles den Deutschen angehangen wird im heiligen Rußland, welcher schwarzen Pläne fast täglich die deutsche Politik verdächtigt wird von der russischen Presse, mit stillschwep- gender oder ausdrücklicher Billigung der in solchen Fällen ungewöhnlich nachsichtigen russischen Zensur. —
Die Bedeutung der Kaiserbegegnung liegt auf dem Gebiete der hohen Politik; sie darf als ein neuer Beweis dafür betrachtet werden, daß die beiden Herrscher fest entschlossen sind, den Frieden zu bewahren. Eine handelspolitische Verständigung dagegen erscheint schwierig, schon aus dem Gruüde, weil der neue Deutsche Zolltarif noch nicht seststeht. Vollends wird man sich keiner Illusion darüber hingeben dürfen, daß die Tage von Reval dem Deutschtum zu einer gerechteren, leidenschaftsloseren Beurteilung verhelfen. Nur die Zeit kann eine bessere Einsicht schaffen.'
Politische Tagesschau.
Militärbeamte als Handlungsgehilfen.
Man schreibt uns aus Berlin, 4. August:
Wenn bisher an der Konkurrenz des Militärs im Erwerbsleben die Rede war, bezog sich dies in der Hauptsache auf den Wettbewerb der Militärmusiker, über den die Civilmusiker auch im Reichstag Klage führen ließen. Jetzt tritt der Zentralverband deutscher Handlungsgehilfen in ähnlichem Sinne beschwerdeführend ans. Er hat an das preußische Kriegs Ministerium eine Eingabe gerichtet des Inhalts, den aktiven Angehörigen des Militärstandes das au shilfs weise Arbeiten bei Banken zu untersagen. Gemeint sind wohl vor allem die Zahlmeisteraspiranten, die bei der Reichsbank, mehr uiid mehr aber auch bei Privatbanken^ für die Nach»- mittagsstunden diätarisch beschäftigt werden. Ta die hierfür gezahlte Entschädigung monatlich im Durchschnitt auf fünfzig Mark sich beläuft, erzielen die Banken auf Handlungs- unkosten-Konto nicht unerhebliche Ersparnisse. Andererseits aber sehen die branchenmäßig vorgebildeten Handlungs- gehilfen, denen das Fortkommen durch den Wettbewerb der weiblichen Kollegen ohnehin erschwert wird, sich dadurch in ihren Interessen beeinträchtigt. Auf die Entscheidung des Kriegsministeriums, die eine grundsätzliche Bedeutung haben wird, darf man gespannt sein.
Vom französischen Kulturkampf.
In der Bretagne befürchtet man Zwischenfälle wegen der Verfügungen betreffend die Ordensschulen. Tie Truppen in Brest haben scharfe Patronen erhalten, ferner sind Kolonialtruppen zum Beistand der Behörden herangezogen. Ein Blutvergießen dürfte schwerlich zu verhüten sein, falls die Regierung nicht noch in letzter Stunde Gegenbefehle erteilt. In mehreren anderen Provinzen haben wiederum Unruhen stattgefunden. In Montbonnot wurde ein Herr von Merl- bet! verhaftet, well er die gerichtlichen Siegel an der dortigen Ordensschule entfernt hatte. In Solaige hatten sich etwa 400 Personen vor dem Schulgebäude verhimmelt, die den Polizeikommissar und die ihn begleitenden fünf Pvli-
Feuilleton.
Der gescheiterte Versuch Baldwins, den Nordpol fru erreichen. Auch der Versuch des amerikanischen Meteorologen G. W. Baldwin, den Nordpol zu „erobern", ist, wie wir bereits kurz meldeten, gescheitert, und zwar recht kläglich; denn Der Reisende ist im Franz-Jises- lcmde nur bis zu einer Breite von 81 Grad 44 Min. gekommen, die dort von zweien seiner.Boxgänger, dem Oester- reicher Payer und dem Italiener Cagni, weit übertroffen worden war. Baldwin hatte eine nicht geringe arktische Erfahrung; denn er war 1893—94 Mitarbeiter Pearys im Smithsund und 1898—99 Mitglied der Expedition seines Landsmannes Wellmann nach dem Franz-Joseslande. Er mußte also mit den Verhältnissen vertraut sein, und tro&= dem hatte er dem Newyorker Millionär Ziegler, der die Kosten der Unternehmung bestritt, versprechen zu können geglaubt, er werde die „glorreichen Sterne und Streifen" zum Nordpol tragen. Nun ist er also zurückgekehrt, ohne mit Bezug auf diesen seinen vornehmsten Zweck auch nur das geringste erreicht zu haben. Aus den bisher vorliegenden Nachrichten geht hervor, daß die amerikanische Expedition mit den denkbar ungünstigsten Eisverhältnissen zu kämpfen gehabt hat. Der Plan war dahin gegangen, mit dem Schiff, der „Amerika", im Franz Josefarchipel soweit als möglich nach Norden vorzudringen, dort zu überwintern und dann mit den Schlitten nordwärts vorzustoßen. Bis zum 83. Breitengrad sollten Lebensmitteldepots angelegt werden, die Schlittenreise sollte womöglich schon im März beginnen und zwar mit einer größeren Zahl von Hmrden und Schlitten, die den Proviant mitführten; von Station zu Station sollte sich diese Begleitung verringern, bis endlich Baldwin selber mit nur gcmz leichter Ausrüstung den letzten, entscheidenden Anlauf nehmen wollte. Allein die Zufälligkeiten, die leider sehr oft alle Berechnungen der Polarfahrer zu schänden gemacht haben, haben so gut wie nichts von diesem Plan zur Ausführung kommen lassen. Der als Eingangspforte gewühlte Britische Kanal war im vergangenen Sommer durch Packeis vollständig gesperrt, so daß Baldwin schon unter 80 Grad 20 Min. nördlicher Breite ins Winterquartier gehen mußte. Ebenso waren ausgedehntere Schlittenreisen nach Norden im letzten Frühjahr nicht möglich, da Baldwin nicht die erhoffte glatte Bahn auf geschloffenem Eise vorsand, die es zwei Jahre vorher dem Kapitän Cagni von der Expedition des Herzogs der Abrufen antraf, waren abnorm günstige, wie sie vielleicht
im Laufe von Jahren einmal Vorkommen können, auf denen man also nicht Pläne bauen darf. Das Glück spielt im Leben des Polarfahrers trotz einer nun schpn über 80 Jahre reichenden Erfahrung noch immer die Hauptrolle; es kann einem vielleicht einmal den ersehnten Erfolg in den Schoß werfen, aber es zu erzwingen, ist unmöglich Wir glauben daher auch nicht, daß Die iroch im Smithsund arbeitende Pearysche Expedition im letzten Frühjahr den Nordpol erreicht hat, wie man in Amerika hofft. Am ehesten entspricht noch die Nansensche Methode, zum Ziel zu führen, die ja der kanadische Kapitän Bernier wieder zur Anwendung bringen will, und die in einem jahrelangen Treiben in den Strömungen, die von Nordsibirien auS über den Pol zu gehen scheinen, besteht. Mit Der Nachricht, daß Baldwin die Winterhütte Nansens „entdeckt" habe, hat es nicht viel auf sich; denn die Hütte liegt an einer leiblich bekannten Stelle und ziemlich weit südlich, unter 81 Grad 15 Minuten tl Br. Die einzigen Ergebnisse der Baldwin- schen Expedition, die wohl kaum trotz der angeblichen Hoffnungsfreud igkeit ihres Führers wiederholt werden wird, dürften in wissenschaftlichen Beobachtungen während der Ueberwinterung uni) in einer Ergänzung der Karte des mittleren Franz Joseflandes bestehen, wenn Baldwin auf diese „nebensächlichen" Ausgaben überhaupt viel Zeit verwandt hat.
Heute liegt aus Tromsö folgende Meldung vor: Bon der eingetroffenen Baldwin'schen Polarexpedition wird berichtet, daß auf der ganzen Reise weder irgenb etwas auf die von Sv erdr up geführte Expedition Bezügliches entdeckt, noch Spuren von der vermißten Expedition des Herzogs der Abrutzzen gefunden wurde.
„Theater-Bund". In der Münchener Halbmonatsschrift „D i e G e s e l l s ch a f t" (Ed. Piersons Verlag in Dresden) schreibt der Herausgeber, Dr. Arthur Seidl: Wie doch wär's, wenn die Teilung der Arbeit und Spezialisierung Der Kräfte in unserem Zeitalter auch dahin fortschritte, daß sich ebenbürtige Theater-Kartelle bildeten und regelmäßige Opern-Wettspiele wie Schausviel-Austausche nach bestimmten Provinzen mit der Zeit einrichteten? Karlsruhe und Stuttgart haben damit erfolgreich bereits den mutigen Anfang gemacht, und in Schlesien hat man das „Städtebund- Theater" als Reise-Unternehmen unlängst begründet. Das könnte sich in systematischer Wechselseitigkeit zu einer sehr wohlthuenden und segensreichen Einrichtung gewiß noch einmal auswachsen. Jede Bühne brauchte mit einem spezifisch geschulten Perjonal pro Saison Die Einstudierung
von nur wenigen Neuheiten mit charakteristischem, einheitlichem Stile sich stets zu leisten, und das würde im planvollen Turnus alsdann eben umgehen; und zwar würden so etwa die Schweizer Hauptbühnen unter sich, für Oesterreich : Budapest, Wien und Prag, sodann die Hoftheater München, Stuttgart, Karlsruhe, Mannheim re. wiederum die Stadt-Theater von Augsburg, 92ürnberg, Regensburg, Würzburg — die Hoftheater von Weimar, Attenburg, (Herr Dr. Seidl hat die Hoftheater von Coburg-Gotha und Gera übersehen, die im künstlerischen Range weit über dem zu Altenburg stehen. D. Red. des „Gieß. Anz.") Kassel und Wiesbaden, ine Theater von Straßburg, Mainz, Frankfurt am Main, Köln a. Rh., Elberfeld, (Essen fehlt! D. Red.); Die Theater von Breslau, Dresden, Leipzig, Halle, Magdeburg; die Bühnen von Berlin, Schwerin, Hamburg, Bremen, Hannover (Oldenburg! D. Red.) usw. — zu solchem engeren „Bund" wohl zusammen treten können und gehören. Usw. Usw. — die enDgUtige praktische Ausführung natürlich doch ganz den sachkundigen Theaterleuten überlassen, die mit Der Seherin Manto einmal von sich sagen: „Den lieb' ich. Der Unmögliches begehrt!^ Wär' Dieser Vorschlag etwa gar so übel? Liegt dergleichen nach dem glänzenden Vorgehen des Grafen zu Putlitz, dessen künstlerischer Tyat allseitiger Tank gebührt, nicht geradezu in der Luft, und heute noch so sehr weit ab vom Ziele, daß eine süddeutsche Revue sich nicht dafür begeistere dürfte?" (Diese Anregung tritt ja nicht zum ersten Male an die Öffentlichkeit. Die Theater zu Mannheim und Karlsruhe veranstalten jetzt schon Wechselgastspiele, Deren Vermehrung sich leicht herbeiführen läßt. Stuttgart ließe sich als Drittes im Bunde leicht dazu ziehen. Wir zweifeln nicht, daß in absehbarer Zeit in äyniaher Weise, wie jetzt die Vereinigung Der Städte Gießen, Marburg unD Bad-Nauheim zu einem hessischen Theater- bunb bevorsteht, eine Vereinigung der größeren deutschen Bühnen ungefähr in dem von Dr. Seidl angebeuteten Weise sich vollziehen wird. D. SteD. des „Gieß. Anz.")
Berlin, 4. Aug. In der heutigen Sitzung des Gabelsberg er Stenographentages würben Dank- telegramme des Kaisers von Oesterreich und des Prinzregenten von Bayern verlesen. Sodann wurde auf Antrag Noske-Wien mit allen gegen eine Stimme beschlossen, die Vorlage betreffend ^fcemänDerung bis morgen zurückzustellen und heute noLyiitials in Der Kommission zu beraten. Der Vorfttzeiide Gasttr stellte fesr, baß in den Kommissions- beratungen vollkommene Einigkeit hervortrat.


