Ausgabe 
4.10.1902 Viertes Blatt
 
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75^ li°tW

Samstag 4. OktoLee 1903

158. Jahrgang

Viertes Blatt.

Etablissement allerersten Ranges.

758

Und nicht berühmten

Hof-Möbeifabrik und Kunstsehreinerei von Ludwig Alter in Darmstadt

Plaudereien aus der Kaiserstadt.

(Nachdruck verboten.).

Zola und die Berliner. Voltaire und Maupertuis und ihr Berliner Federkrieg vor 150 Jahren.

Die betrübende .ftunöe von dem plötzlichen Hinscheiden

war nicht gerade fein, als Voltaire die Urheberschaft der Herausgabe ableugnele. In dem Briese an Voltaire, der noch vorhanden ist, heißt cs:Ich erstaune über Ihre Unverschämtheit. Nach allem, was Sie gethan haben, leugnen Sie noch, statt zu gestehen, daß Sie strafbar sind. Bilden Sie sich nickt ein, die Leute werden iich von Ihnen überreden lassen, schwarz sei weiß. Man sieht nicht immer, weil man nicht immer sehen will. Aber wenn Sie die Sache auf das Aeußerste treiben, so la'se ich alles drucken, und es wird sich zeigen, daß Sie, wenn Sie für Ihre Werke Statuen verdienten, für Ihr Betragen Ketten wert wären." Natürlich wußte der ebenso charakterlose und eitle Pam- phletist sich durch Schmeicheleien und Demütigungen die Verzeihung des großen Königs zu erlisten. Das aber konnte er doch nicht hindern, daß am heilegen Abend des­selben Jahres seine Schmähschrift auf den öffentlichen Plätzen Berlins durch Henkershand dem Feuer überliefert wurde. Da Voltaire damals in der Nähe des Gendarmen- merttes in der Taubenstraße wohnte, so hatte er das süßsaure Vergnügen, das Auto da fe vom Fenster aus beobachten zu können. Eine oe- und wehmütige Erklärung in der ,Haude und Spener'schen Zeiiung vom 19. Januar 1753",daß er keinen Anteil an den Schriften habe rc.", schloß die seltsame Affaire, die das damalige Berlin in nicht geringe Erregung versetzt hatte. Der gute Maupertuis aber hatte sich krank geärgert. Er verließ bald darauf Berlin und starb wenige Jahre danach zu Basel, ein Opfer jener bösen Sathre aus der Feder eines Mannes, der in mancher Beziehung interessante Vergleiche mit dem Heimgegangenen Zola herausfordert. In den Dienst dieser niederen Leiden­schaften xI)at freilich der große Naturalist seine scharfe Feder nie gestellt.

Nr. 833

«rschetut tLgllch außer Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem vesfischen Landwirt die Gießener Familien» blätter viermal in der Woche beigelegt.

NolattonSdruck u. Ver­lag der Brüh l'schen Unwers.-Buch- u.Slein- druckeret (Pietsch Erben) Redaktion, Expedition und Druckerei:

Schul st ratze 7.

Kdresse für Depeschen; Anzeiger Gießen.

Fernsprechanschluß Nr. 51.

Les berühmten Pariser Romanciers Emile Zola gab einen interessanten Maßstab für die Kenntnis der Werke dieses Sittenschilderers in den verschiedensten Schichten der Berliner Bevölkerung. Es ist merkwürdig, sie kennen ihn alle, Arbeiter und Börsenleute, Straßenvahnschaffner und Barbiere, von denhöheren Töchrern" gar nicht zu reden, etwa nur dem Namen nach und wegen seiner

öffentlichen Anklage.J'accuse" im Dreyfus- nein, sie haben ihn auch gelesen:Mutter gut wieNana" undIm Bauch von

neuer Auslage gebracht hat. Aber Fontane ist ja kein Aus­länder mehr! Man muß eben aus Norwegen oder Frank­reich sein, wenn man in Deutschland gekannt sein will! Es gab eine Zeit, wo man Zola üorigens überall in Berlin gesehen haben wollte, wie vor kurzem die berühmten Hum­berts. Das war damals, als Zola der Treyfus-Affaire wegen seinem Vaterlande den Rücken gekehrt harte, und niemand wußte, wo er geblieben war. In Wirklichkeit ist er jedoch niemals an der Spree gewesen.

Dagegen sind es in diesen Okrobertagen just 150 Jahre her, daß Voltaire, der in einer ähnlichen Prozeßsache ganz wie Zola ausgetreten war, in Berlin auf der Höhe königlicher Gunst stand und seinen berüchtigten Federkrieg gegen einen anderen Günstling des alten Fritz, den Präsi­denten der damals gegründeten Akademie, Mauper­tuis, eröffnete, um diesen lächerlich zu machen und aus Berlin zu vertreiben. Dieser gelehrte französische Sonder­ling, dessen wissenschaftliche Bedeutung in der Feststellung der Abplattung der Erdpole besteht, hatte etliche wunder­liche Projekte. Er wollte z. B. eine Stadt gründen, in der nur lateinisch gesprochen werden Zollte. Ferner machte er in allem Ernst den Vorschlag, die Aerzre nur dann zu bezahlen, wenn die behandelten Kranken wirklich gesund geworden wären. Auch suchte er Unterstützung für .einen Plan, ein Loch bis zum Mittelpunkt der Erde zu graben, um dort wissenschaftliche Untersuchungen vornehmen zu können rc. Tas alles war Oel in das Feuer Volialr'schen Witzes, der sich denn auch die gute Geregenheii nicht ent­gehen ließ, den ehemaligen Freund der Lächerlicdi.nr prers- zugeben. Es erschien, gegen den ausdrnckl!a)en - dien des Königs, der das Manuskript allerdings init i.. m Ver­gnügen -g-elesen hatte, eine SchriftH^.oire ; . -acteur Akatia, Medecin du Pape, et du ruttft de St. Mala , Die den armen Maupertuis mit Spott überhäufte. Der alte Fritz

Geschäftsmann Namens A. E. Whitcomb seine frühere Haus­hälterin und deren Ehemann an ihrem Hochzeitstage er­schossen und dann Selbstmord begangen. Die Erschossene hatte als verwitwete Frau Notter Mr. Whitcomb, einem Witwer, mehrere Jahre lang den Haushalt geführt. Whit­comb hatte sich in die Drame verliebt und ihr Herz und Hand angetragen, sie hatte ihn aber abgewiesen und war nach Battle Creek zurückgekehrt, um einem gewissen Sarnp- son, der auch schon des Ehestandes Freuden und Leiden kennen gelernt hatte, die Hand zu reichen. An dem Hoch­zeitstage erschien Whitcomb unvermutet in Battle Creek, zu spät, um die Trauung zu verhindern. Er begab sich nach der Wohnung des jungen Paares, und der erste, der ihm dort entgegentrat, war Sampson. Ohne ein Wort zu sprechen, zog Whitcomb den Revolver und feuerte. Tie Kugel traf Sampson ins Bein. Als dieser sich zur Flucht wandte, schoß Whircomb ihn in den Rücken und tötete ihn auf der Stelle. Dann drang er in das Zimmer, in dem Frau Sampson sich noch im Brautkleide befand, und erschoß sie eckensalls. Neben ihrer Leiche machte er dann seinem Leben ein Ende. Frau Sampson hinterläßt ein Kind erster Ehe und Sampson zwei, wahrend Whitcomb mehrere er- wachsene Kinder besaß.

Hochfeine, stilvolle

Einrichtungen |

(SeridjisfofiL

Berlin, 1. Okt. Ter frühere Wärter Kristen, welcher be­schuldigt war, einen seiner Pflege Anvcrlrauten, den Kansmanu Both, in der städtischen Irrenanstalt d e r a r i miß­handelt zu haben, daß der Tod eintrat, wurde heute vom Schwurgericht beim Landgericht n zu 9 Monaten Gesang- n i s verurteilt. Am Morgen des 10. April hatte Voll; jein Bett verunreinigt. Der Angeklagte jagte aus, er habe ihm besohlen, auizustehen und nach dem Closet zu gehen, daum in der Zwischen­zeit jein Lager mit reiner Wäsche versehen werden tonne. Both habe weder geantwortet noch Miene gemacht, auszustehen, woraus der Angeklagte ihn gepackt und zum Belt h i n a u s g e z o g e n habe. Tann hat er ihn vor sich hergeschoben nach dem Closet, drei oder vier Stöße mit der Faust gegen den Magen gegeben, sodaß Both den Halt verlor, hintenüber sank nnb ge­lungen war, sich zu setzen. Dann sei er zurückgegangen, um das Bett oes Kranken wieder Hermstellen. Nach etwa einer halben Stunde sei Both verstorben. Medizinalrat Dr. Pfleger giebt sein Gutachten dahin ab, daß er Schwellungen an den Schläfen wahr­genommen habe. Es sei anzunehmen, daß Schläge mit einem stumpfen Gegenstand die Blutergüsse hervorgerufen. Ter Tod sei dnrch eine Gehirnerschütterung eingetreten.

Der Heilbronner Gewerbebaukkrach vor Gericht. Am Mittwoch begannen vor dem Schwurgericht in Heilbronn die auf 10 Tage berechneten Verhandlungen gegen die Direktoren der Heil­bronner Gewerbebank, Wilhelm Fuchs und Gotthilf Keefer, und ihren Prokuristen Eugen Krug. Am 13. September v. Js. hatte Direktor W. Fuchs in einer Generalversammlung dem Aufsichtsrat plötzlich erklärt, die Hälfte des Aktienkapitals fei verloren, sonst seien die Bestände intakt. Der Versuch einer Rettungsaktion miß­glückte. Auch alle Anstrengungen, den Konkurs zu verhüten, waren vergeblich. Es stellte sich nämlich alsbald heraus, daß das ge­samte Aktienkapital nebst dem buchmäßigen Reservefonds mit zu­sammen mehr als 31/? Millionen Mk. verbraucht und daß auch die Guthaben der Gläubiger angegriffen waren. Es erfolgte daraus die Verhaftung der drei Ang'ellagten, sodanndie Konkurseröffnung am 11. Oktober und die Einleitung des Strafverfahrens gegen die Schuldigen. Die Voruntersuchung erstreckte sich zunächst nur aus den Verdacht der Untreue und der Bilanzverschleierung; sie förderte indessen immer mehr Rechtswidrigkeiten zu Tage, wegen deren die Angeklagten sich jetzt zi> veraiitworlen haben. Sie haben ein starkes Jahr in Untersuchungshaft zugebracht. Die Verteidigung haben drei Stuttgarter übernommen, und zwar für Juchs Regiernngsrat Dr. Schmal, für Keefer Tr. Milczewski und für Krug Dr. Reis. Als Zeugen sind gegen 70 Personen geladen, zumeist geschädigte Aktionäre, die durch die Aussicht auf eine O/.projentige Dividende verführt worden waren.

Des Gattcumoroes geständig und freigesprochcu. In Wien haben die Geschworenen in einem Mordprozeß ein Verdikt gefällt, das psychologisch wohl verständlich ist, aber m Oesterreich ungewöhnlich erscheinen muß. Ein wegen Gattenmordes ange­

klagter Handwerksmeister wurde trotz des Geständniffes, seine Ehe- sran getötet zu haben, gänzlich steigesprochen. Ter Angeklagte, em fleißiger, sparsamer Mensch, war 17 Jahre verheiratet, hatte drei Kinder und mußte eines Tages erfahren, daß seine Frau sich einem jungen Gesellen zugewendet habe. Er suchte sie aus den Weg zur Pflicht zurückzuführen, doch sie verlachte, verhöhnte, schlug ihn, setzte ihn bei jeder Gelegenheit vor ihrem Geliebten herab und wollte ihn schließlich aus dem Hause werfen. In dieser Situation befand sich der von seiner Frau gepeinigte Mann, als er in einem plötz­lichen Anfall von Wut nach einer Hacke griff und die Fran, die ihn eben noch beschimpft hatte, niederschlug. Ter Angeklagte leugnete dies nicht. Tie bewegte Verhandlung entrollte die kläg­liche Rolle, die er feiner Frau und deren Liebhaber gegenüber ge­spielt hat. Tie Vernehmung des letzteren und sein Auftreten er­regten den Unwillen der Geschworenen und des Publikums; da­gegen bemächtigte sich große Rührung der Zuschauer, als die un- fchuldigen Kinder des Angeklagten im Saale erschienen. Dem Verdilt der Geschworenen und dem Freispruche folgten laute Kund­gebungen des Beifalles, die der Präsident rügte; am Schluß der Verhandlung waren die Geschworenen Gegenstand von Ovationen, die namentlich von den Frauen im Zuschailerraume ausgingen.

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Vari s". Die Triebfeder für diese Lektüre ist freilich leider bei den meisten nichts weiter als eine ungesunde Freude am Lüsternen. Tie wahren Absichten des großen Moralisten, der dem verdorbenen Paris sein abschreckendes Bild im Spiegel zeigen wollte, gehen die Tausende nichts an, die in den Riesenbazaren die ebenso billigen wie schlech­ten Uebersetzungen seiner Werke kaufen und daheim ver- schlingen. Ich machte mir das Vergnügen tit diesen Tagen, alle die klugschwatzenden Leute, die Zola gelesen hatten und sich natürlich mehr oder minder über dieunerhörten Szenen" in seinen Romanen entrüsteten, nach unserm lieben alten Fontane zu fragen, der den Märkern doch wahrhaftig ein gut Teil näher liegt als der unerbittliche Richter des modernen Frankreich aber von Fontane wußten sie nichts, obwohl erst neulich die Pottasche Buch­handlung in Stuttgart einen seiner ck irren RomaneUn- wiederbrinalich!", auf den TageSbüHermarkt in

Landwirtschaft.

)( Atz bach, 2. Okt. Tie Vorbereitungen für die vom 4. bis 6. Okt. stattfindende Obst- und Gartenba u-Aus- ftellung werden eifrig betrieben. Seitens der Gemeinde ift das Rathaus zur Verfügung gestellt worden, dessen schöne, große Räume sich vortrefflich zu Ausstellungs- zwecken eignen.

Tabakbau und Tabakernte. Tas 3. Viertel- jahrshest zur Statistik des Deutschen Reiches, Jahrgang 1902, bringt einen Nachweis über den Tabakbau und die Tabakernte des deutschen Zollgevietes im ^ahre 1901, wonach 120 490 Pflanzer eine Gesamtfläche von 16 903 Ha. mit Tabak bepflanzt (1900: 114650 Pflanzer, 14 751 Ha.) und 40013 Tonnen Tabak in dachreifem, trockenem Zustande, also durch­schnittlich 2359 Kg. auf 1 Ha. geerntet haben (1900: 34 790 Tonnen, 2359 Kg. auf 1 Ha). Ter Durchschnittspreis für 1 D.-Z. dieser Ernte betrug 85,43 Mk. (1900: 89,13 Mk.) ein­schließlich der Steuer, sodaß der Gesamtwert der Tabak­ernte sich auf 34,2 Millionen Mk. (1900: 31,0 Millionen Mark) berechnet.

Warnungl

Die meisten Nachahmungen von Di. Hoirunela Raematogen werden, um das D. K. V. No, bi,Bat zu umgehen, mit Zuhiifeuanme von Aether bereitet, ein Zusatz, der insbesondere für Kinder und Nervöse direkt schädlich ist. Um sicher zu sein, das aetberfreie Original-Präparat zu erhalten, verlange man stets ausdrücklich Dr. Rommel'8 Haematogen und achte auf die SchutzmarkeSäu­ge u de Löwin. 5410

Vermischtes.

* Ein sensationeller Mord beschäftigt seit Sonntag N e w y o r k. Einer der bekanntesten Maschinen- fabrikanten der Stadt, Benjamin Krafft, wurde nachts in einem der berüchtigstenSalons" Newyorks betäubt, ent­hauptet und sein Leichnam verbrannt. Krafft war keines­wegs ein Gewohnheitsbesucher dieser Art Lokale. Tas (Empire", wo er ermordet wurde, schloß scheinbar zur gewöhnlichen Polizeistunde, aber eine Anzahl Gäste blieb nn Lokal: drei bis vier Mädchen und zwei Student en, denen der Fabrikant, etwas angetrunken, Getränke spen­dierte. Alle diese sind verhaftet, ebenso wie das Personal. Gegen morgen erschien ein Ausschänker auf der nächsten Volizeistation und sagte aus, der Geschäftsleiter Kelly habe Krafft durch in seinen Wein gethane Drogen betäubt, um ihn zu berauben, dann sei der Bewußtlose zwei Treppen hinab in den untersten Keller des Hauses geschleppt und ihm dort der Kopf abgeschnitten worden. Man sei gerade im Begriff, die Leiche zu verbrennen, um die Spuren der That zu verwischen. Die Polizei sperrte sofort den Ein­gang zum Lokal, das mit stinkendem Qualm gefüllt war. Kelly that, als schftefe er. Im Keller fand man den brennenden Leichnam, löschte schnell das Feuer, fand aber den Kopf schon so verkohlt, daß der herbeigeholte 19jährige Sohn Kraffts den Vater nur noch an der goldenen Fassung seines falschen Gebisses itendifizieren konnte. Auch die Kleidungsstücke waren bereits verbrannt, der Körper stark versengt und teilweise verkohlt. In den Taschen der ver­hafteten drei Atänner wurden Kraffts Papiere gefunden. Die Angeklagten versuchen gegenseitig die Schuld von ein­ander abzuwälzen, und klagen sich gegenseitig an. Der Hauptschuldige ist offenbar der Geschäftsführer Kelly, in welchem die Polizei einen der berüchtigsten Einbrecher und Straßenräuber erfanntc, der erst kürzlich aus dem Zucht- Hause von Sing Sing entlassen war. Die ganze Beute der Mörder bestand ans 50 Dollars.

* Die That zwei.er Wilderer. Aus Salz­burg wird berichtet: Ein wahrhaft barbarischer Vorfall hat sich auf dem 1900 Meter hohen Ameismoos bei Rad- stadt ereignet. Zwei Wilderer, Anton Brandstetter und Joseph Steinlechner, pürschten im Walde, wobei sie dem Wildhüter Franz Falb begegneten. Um einer Anzeige zu entgehen, üb er fielen die beiden Wilderer den unbewaff­neten Wildhüter und schlugen mit ihren schweren, eisenbeschlagenen Bergstöcken auf ihn so lange los, bis er besinnungslos zusammenstürzte. Dann kniete der eine der beiden Wilderer, Brandstetter, auf die Brust des unglücklichen Opfers und versuchte, den Wildhüter zu er­würgen. Er scheint jedoch plötzlich anderen Sinnes geworden zu sein, denn er erhob sich wieder, um neuerdings auf Falb loszuschlagen. Schließlich packten die beiden Wilderer den Bedauernswerten bei den Füßen und schleiften ihn ungefähr 200 Mter weit über einen ft einigen Weg. Hier warfen sie den Mißhandelten in eine Boden- versenkung und Brandstetter versetzte chm abermals meh­rere Hiebe auf den Kopf. Die Unmenschen hielten Falb für tot. Dieser aber hatte die Besinnung nicht verloren und besaß noch so viel Geistesgegenwart, um seine Peiniger in ihrem Glauben zu belassen. Die beiden Wilderer ließen nun von ihm ab, banden ihn jedoch mit einer Schnur an einen Baum. Hieraus entfernten sich die Wilderer. Unter unsäglichen Anstrengungen gelang es nun Falb, sich seiner Fesseln zu entledigen, und sich zu einem Berghäuschen zu schleppen, wo ihm Hilfe zuteil wurde. Der Gendarmerie und mehreren Jägern gelang es, die zwei Wilderer aus­zuforschen. Falb ist so schwer verletzt, daß an seinem Auf­kommen gezweifelt wird.

* Am Hochzeitstage ermordet. In dem Städt­chen Battle Creet im Staate Michigan hat ein Chicagoer

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