Ausgabe 
4.8.1902 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Nr. 180

Erscheint täglich außer Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Gießener Kannlien- blittler viermal in der Woche beigelegt.

Rotationsdruck u. Ver­lag der Brüh l'schen Unwers.-Buch- u.Stein- druckerei (Pietsch Erben) Redaktion. Expedition und Druckerei:

Schul st ratze 7.

Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen.

Ferusprechanschluß Nr. 51.

Zweites Blatt.

152. Jahrgang

Montag 4. August 1903

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger ö

Amts- und Anzeigeblatt für den Meis Gießen

Bezugspreis, monatlich75Ps., viertelt jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 6o Pf.; durch die Post Mk.2. viertel- sährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 10 U^. ZeUenpretS: lokal 12 Pf, auswärts 20 Psg.

Verantwortlich: für den polit. u. allgem. Teil: P. Wtttko: für »Stadt und Land^ imb Gerichtssaal^: Curt Plato; für den An­zeigenteil: Hans Beck.

Politische Wochenschau.

Seit kurzem sind wir in eine ruhige Zeit geraten, die durch keinen Lärm parteipolitischer Kämpfe beeinträchtigt sind. Die Landtagswahlen bei uns in Hessen stehen noch in weitem Felde, vorerst will man sich, bei Beginn der akademischen Ruhe, allenthalben der sommer­lichen Erholung hingeben, um alsdann frisch ins Zeug zu gehens Die allgemeine Stille wurde unterbrochen durchs die Rede des Kaisers in Emden. Diese fällt umsomehr ins Gewicht, wenn man den Anlaß der Feier, bei der sie gehalten wurde, ins Auge faßt. Es war nämlich gewisser­maßen eine Nachfeier der Fertigstellung der neuen Wasser­straße des Dortmund-Emskanals, der das westfälische In­dustrieland mit der Nordsee verbindet, und seiner damit im Zusammenhänge stehenden großen Anlagen der west­lichsten Seestadt des Reiches. Der Kaiser sprach von der Handelsstadt Emden, die schwere Zeiten durchzumachen gehabt habe, und fuhr fort:Der Kanal ist gegraben, das Hinterland ist geöffnet, an Emden wird es liegen, die dadurch geschaffene günstige Konjunktur auszunützen." Bessere Tage seien für Emden im Anzuge, aber auch in bösen und schlimmen Zeiten habe Emden niemals durch Schreien und Klagen" seiner Bitterkeit Ausdruck gegeben, ein Beispiel, an dem sich viele seiner Landsleute ein Muster nehmen sollten. Gegen wer: diese Worte ge­richtet sind, ist zweifellos. Dem Bunde der Landwirte kann man eine gewisse Mißstimmung nicht verargen. Er hat jauch im ehemaligen Wahlkreise Dr. Liebers kein Glück gehabt. Dort siegte wieder ein Zentrumsmann, Dr. Dahlem, und dieKöln. Volksztg." nebst ihrer Ge­folgschaft frohlockt. Wer das Zentrum hat zu beachten, daß im Kreise St. Goarshausen die gegnerischen Stimmen gewachsen sind im Hinblick auf die letzte Wahl. Daß der Gießener sozialdemokratische Redakteur Vetters dort nur eure Hand voll Stimmen erhalten würde, hätte er voraus­sehen können; Dr. Dahleins Sieg war im Voraus für den aufmerksamen Betrachter keinen Augenblick zweifelhaft.

In Bayern ist die Ministerkrisis nicht im Sinne des Zentrums entschieden worden. Frhr. v. Podewils ist zum Kultusminister ernannt, Dr. v. Landmann verschwindet von der Bildfläche. Die bayerische Kammer der Reichsräte hat ;Me Positionen für Werke der Kunst, die die Klerikalen sauf ihrem wegen des gestürzten Ministers unternommenen Kriegszuge vernichtet hatten, wieder hergestellt. Und von Baden kommen Nachrichten von Protestkundgebungen »gegen die Errichtung von Mönchsorden. Jetzt haben sich auch die Vertreter der badensischen Hochschulen der Be­wegung angeschlossen. Rechnet man zu all diesen Ereignissen noch das Moment der scheinbar beginnenden Abkehr der rhernischen Industriearbeiter und der christlichen Gewerk­schaften, so stellt sich das Ergebnis heraus, daß die anti­klerikale Bewegung in Deutschland sich stetig ausbreitet.

Der Ausbruch des Kampfes zwischen Agrariern und ^Großindustriellen ist vorläufig vermieden worden; in der Zolltari fko mm issi o n haben erstere davon Abstand genommen, die der Großindustrie angekündigte Fehde durch Herabsetzung der Eisen- und Maschinenzölle jetzt schon zum Austrag zu bringen. Man hat den Kampf auf die zweite Lesung verschoben. Neben allem anderen scheinen sich die Mitglieder der Kommission nach Ruhe zu sehnen, und so werden die für den 8. August angekündigten Ferien vor­aussichtlich auch programmmäßig beginnen.

Erregung ist durch denFall Löhning" hervor- aerufen worden, und es scheint nicht nur die hochsommer­liche Flaue in den Ereignissen zu sein, die die Presse sich mit dieser Geschichte von derFeldwebelsehre" so aus­führlich beschäftigen läßt. DiePos. Ztg." thut so, als ob ganz überraschende Enthüllungen noch bevor­stehe n, die den Fall in einem völlig anderen Licht er­scheinen lassen würden. Wir wissen nicht, was nochent­hüllt" werden kann. Gewiß spielen politische Momente hierbei mit; angeblich hat der Posensche Provinzialsteuer- direktor der Polenpolitik der Regierung ins Handwerk ge­pfuscht. Eine andere Lesart läßt ihn klerikalen Neigungen huldigen, und nur um des gefürchteten Zentrums willen habe die preußische Regierung ihn bislang im Amte be­lassen. Wie dem nun auch sei, wir kommen um die That- sache nicht herum, daß es hauptsächlich Kastengeist und Standesdünkel waren, die zur Maßregelung des Beamten führten, und daß es vor allem dieFeldwebelstochter als Chefeuse" ist, die den Gattinnen der höheren Posenschen Beamten nicht konvenabel erscheint. Wie gerade im Posen­schen unter den jetzigen Verhältnissen Zwistigkeiten unter den Deutschen den Polen gegenüber wirken müssen, das kann man sich denken.

In China hat mau begonnen, die chinesische Zoll­schutzmauer abzutragen. Tie Bestimmungen über die Auf­hebung der Likinabgäben bedeuten einen Bruch, mit dem System der Binnenzölle, die auch in China Handel und Wandel stark in seiner Entwicklung behinderten. Der Ver­trag wurde vorerst mit England allein abgeschlossen, aber es ist wohl nicht zu bezweifeln, daß in kurzer Zeit auch den übrigen Handelsstaaten die Vergünstigungen zu teil werden. In England haben außerdem die Liberalen einen Wahlsieg errungen, den Rosebery als den bedeu­tungsvollsten feit der ersten Wahl Gladstones bezeichnet und hervorhob, daß das Ansehen der Regierung durch dieses Vvlksvotum einentätlichen Stoß" erlitten habe. Ein all­gemeiner Umschwung scheint sich überhaupt unter den eng­lischen Wählern vorzubereiten.

Allmählich mehren sich auch wieder die Nachrichten über die Feier der Krönung (KrucuLs VII. Zu einer Meldung, daß nach, der Krönung eine zweite weniger gefährliche Ope­ration nötig sei, erfuhr dieDaily Mail", es sei zwar richtig, daß die Perityphlitis König Eduards wahvschein- lich eine Folge von Appendicitis war und daß der Appendix

düng stattfindet, sondern es ist die Pflicht jedes Mitglieds dieser Partei, ja im Interesse einer starken nationalen Ver­tretung im Reichstag, auch jedes nationalgesinnten Mannes überhaupt, darauf hin^uwirken, daß eine solche Scheidung nicht stattfindet, und daß ein für allemal alle wirtschaft lichen Dinge vom Parteiprogramme gestrichen werden.

O. A

bei der Operation nicht gefunden wurde und also nicht entfernt werden konnte, doch sei keine zweite Operation beabsichtigt, sondern man glaube, daß König Eduard dauernd geheilt sei, ohne die Notwendigkeit eines weiteren operativen Eingriffs. Der König will sich am Mittwoch nach London begeben .

In Frankreich geht der Kulturkampf weiter. Tas Amtsblatt veröffentlichte drei Dekrete betreffend die Schließung von Ordensschulen. Insgesamt werden 30 Schulen von dieser Maßregel betroffen. Den Präsekten wurde mitgeteilt, daß der Inhalt der Dekrete sofort nach dem Erscheinen in den Amtsblättern der Departements in Kraft zu treten hat, jedoch bleibt ihnen je nach dem Bedürfnis eine Vertagung zur Durchführung überlassen. Diese Klausel ist besonders für die bretonischen Gemeinden eingeschaltet worden, um dort Blutvergießen zu verhindern. In Paris beabsichtigen die nationalistischen Gemeinde- räte ihr Amt niederzulegen. Der Marquis de Castellane Escarron hat angezeigt, daß er an eine Regierung, die die Verfassung vom Jahre 1876 vorletzt habe, keine Steuern mehr zahlen werde. DerGaulois^" erklärt dieses Vorgehen für nachahmenswert. Das Mi­nisterium Combes scheint aber nach wie vor fest und ent­schlossen, alle derartigen Bestrebungen energisch zu unter­drücken, wobei es durch die Liberalen und Radikalen Unter­stützung findet.

Bürgerkriege, Revolutionen und sonstige Putsche in den mittel amerikanischen Staaten Haiti, Columbien, Venezuela usw. vermögen die sommerliche Ruhe in der Politik bis jetzt nur wenig zu stören. Wir wollen hoffen, daß nicht ernstliche Verwickelungen entstehen, die für die dort lebenden Deutschen von bedenllichen Folgen sein könnten.

Doch einmal die Dationalliöeralen.

Wir erhielten heute aus unserem Leserkreise folgende Zuschrift:

Tie Schlußbemerkung Ihres LeitartikelsTie National- liberalen" im zweiten Blatt Ihrer Sonntagsnummer ver­anlaßt mich zu folgender Entgegnung.

Es ijX. darin die Ansicht vertreten, die verschiedene Stellung der Mitglieder der nationallib. Partei im Reichs­tag zu den wirtschaftlichen Fragen^ insbesondere zum neuen Zolltarif, dränge wohl zu einer gründlichen Erörterung auf dem bevorstehenden Parteitage und zu einer entschiedenen Stellungnahme der Partei in diesem oder jenem Sinne. Sich mit dem Beschlüsse des Frankfurter Delegiertentages zu begnügen, nachdem den Mitgliedern in der Partei Frei­heit in ihrer Ansicht über wirtschaftliche Dinge belassen wird, sei nicht mehr angängig, wenn nicht die Partei unter den Wählern noch mehr an Boden verlieren wolle. Selbst vor einerreinlichen Scheidung" dürfe nicht zurückgeschreckt werden im Interesse der einheitlichen inneren Festigung der Partei. Das, meint der Artikelschreiber, sei auch die weit verbreitete Ansicht im Parteiwesen selbst.

Ist das letztere der Fäll, so wäre das im wohlver­standenen Interesse der Partei aufs äußerste zu bedauern. Es wäre wieder einmal außerordentlich charakteristisch für den allen Erbfehler der Deutschen, der sie stets zur Zer­splitterung statt zur Zusammenfassung treibt. Ein konsti- tuttonelles Staatswesen bedarf starker Parteien. Politisch reif für ein solches sind darmn eigentlich nur Völker, die fähig sind, solche zu bilden und zu erhalten. Große Par­teien aber haben nur dann Aussicht auf Bestand, wenn sie auf möglichst breiter Grundlage gebaut sind, wenn sie sich auf möglichst tiefliegenden, allgemeinen Gedanken er­heben, aber in allein, was dem Wechsel unterworfen ist, Freiheit lassen. Eine geradezu vorbildliche Partei in dieser Beziehung ist die Z e n t r u m s p a r t e i. Sie ist thatsächlich die einzige wahrhaft politische von den Parteien unseres Reichstages.

Kon diesem Standpunkt aus betrachtet, ist es schon von vornherein verkehrt, wenn eine Partei überhaupt in wirtschaftlichen Dingen, welche doch am meisten dem Wandel unterworfen sind, festgelegt ist, noch viel verkehrter würde es sein, wenn sich eine solche vielleicht aus Furcht vor einer bevorstehenden Reichstagswahl festlegen wollte. Der Frankfurter Beschluß der nationalliberalen Delegierten zeigt gerade von großer politischer Reife. Er ermöglicht es vielen nationalgesinnten jüngeren Bürgern in der Partei ihren Unterschlupf zu suchen, wenngleich sie mit manchen Thaten ihrer Vergangenheit nicht übereinstimmen. Er bietet sogar die Aussicht, daß es einmal möglich werden könnte, daß diese Partei die Vertretung aller Einzelinter­essen mit Bewußtsein von seinem Programm fern hält, ohne die Vertretung derselben ihren Mitgliedern nach ihrem Sinne verkürzen zu wollen, und sich auf den reinen nationalen Standpunkt stellt, auf Grund dessen sich die große deutsche Partei ausbauen könnte, die unserem Reiche als Gegengewicht gegen die beiden internationalen, das Zentrum und die Sozialdemokratie, so not thut.

Auch die Parteien sind mit verantwortlich für die Ge­samtpolitik unseres Landes. Leider ist dieses Gefühl der Verantwortlichkeit in unseren Parteien wenig ausgebreitet, und es führen deswegen gar oft kleinliche Augenblicks­rücksichten Entschlüsse hervor, die das Gesamtinteresse und selbst das tiefere Eigeninteresse außer Acht lassen. Was würde die nationallkverale Partei von einer neuenrein­lichen Scheidung" hüben? Nichts anderes als eine neue Schwächung. Und was der Reichstag, neben Bundesrat und Kaiser der gleichberechtigte Vertreter des deutschen Volles? Einen Verlust an zuverlässigen nationalen Elementen, die so wie so schion dort ins Hintertreffen geraten sind. Es ist darum, so schließe ich, für die nationalliberale Partei nicht zu wünsch>en, daß aus Anlaß der MeinungSverschieden- h eit en in den wirtschaftlichen Fragen eins vvinkiche Schei-

Heer uno Flotte.

Philippsthal (Rhön), 3. Aug. Von Emden aus, sandte der Kaiser dem hier wohnhaften Korvellenkapitäu a. D. Ros en stock v. Rhön eck folgendes Telegramm: Die gerettete Besatzung des TorpedobootesS- 42" hat soeben vor mir gestanden. Ich habe sie nicht besichtigen tonnen, ohne dabei der heldenmütigen Treue Ihres Sohnes, des Kapitänleutnants Rosenstoä v. Rhöneck zu gedenken. Seine Umsicht und sein glänzender Pflichteifer haben ihn in der Gefahr nicht verlassen. Als Letzter harrte er auf seinem Schiffe aus, nur bedacht auf die Rettung anderer. Möge Ihnen das tapfere Verhalten Ihres Sohnes den schweren Verlust tragen helfen, den ich gleich meiner Marine tief beklage. An diesem Schmerze nimmt auch der König von England mit der britishen Marine teil, wie Sie aus dem Telegramm damals ersehen haben werden.

Berlin, 3. Aug. Gegenüber denBerl. Pol. Nachr." stellt dieNordd. Allg. Ztg." fest, daß der im Reichs- marineamt abgeschlossene Etat-Entwurf für 1903 sich durchaus im Gesamtrahmen des Flotten­gesetzes halte.

Die jungen Damen von Emden. DieStaats- bürger-Ztg." läßt sich aus Emden schreiben:Der Kaiser­besuch hat uns die Gewißheit gebracht, daß Emden Ma- rinestation wird. Se. Majestät richtete an die Tochter des Oberbürgermeisters die Frage:Sind das alles junge Damen aus Emden?" Auf die bejahende Antwort sagte der Kaiser:So? Alles Zukünftige für meine Ma­rineoffizier e."

Newyork, 3. Aug. Der Marineleutnant Devis soll eine Panzerplatte hergestellt haben, die angeblich widerstandsfähiger ist als diejenigen Krupps.

Kolonialpost.

Aus dem Hinter la nd von Nordkamerun be­richtet Oberleutnant Dominik aus Garna über zahlreiche Gefechte. Ein Angriff des Emir Siberu auf däs Lager des Hauptmanns Kramer mißglückte. Oberleutnant Radtke hat nach einem schweren Gefecht Bubanjidda unterworfen und den flüchtigen Emir Siberu scharf verfolgt, ohne ihn jedoch , einzuholen. Hauptmann Kramer wollte in'Mubi Ruhe stiften. Oberltnt. Dominik beschloß, den Emir Siberu endgiltig aus Wamana zu vertreiben. Am 17. Januar erhielten die Matasall-Räuber eine scharfe Züchtigung. In Miski schritten die Eingeborenen, ruhig den langen Stoß­speer in der Hand, auf die Expedition zu, bis sie plötzlich unter wildem Geschrei angriffen und den farbigen Ser­geanten Dia schwer verwundeten. Den Eingeborenen war vorgeredet worden ,bie Gewehre der Soldaten würden nicht losgehen. Bei Garua liefen einige Eingeborene, nur mit einem Strick versehen, auf die Soldaten zu, um sie zu sangen. Ueberall wurde die Expedition von Reiter schwärmen begleitet, bis ein Maschinengewehr zu feuern begann und in den Kolonnen Mann aus Mann fiel. Immer neue Leute liefen, nur einen großen Stoßspeer schwingend, auf die Expedition zu, um oft erst zehn Schritte vor der Front niedergeschosfen zu werden. Oberleutnant Dominik berichtet, daß nach diesem Gefecht die gesamten Fullahstaaten die deutsche Herrschaft anerkannt haben.

Aus Stadt und Kand.

Gießen, den 4. August 1902.

** Das Großh. Regierungsblatt Nr. 47 ent­hält: 1. Gesetz, die Herstellung einer Verbindungsbahn zwischen der Strecke Lampertheim-Mannheim und dem neuen Rangierbahnhof Mannheim der Badischen Staats- bahn betreffend. Vom 19. Juli 1902. 2. Verordnung, die Aufhebung der Verordnung vom 20. Juni 1900 betreffend. (Die Verordnung, die Eintragung der Grunddienstbarkeiten betreffend, vom 20. Juni 1900, wird aufgehoben.)

(?) Krosdorf, 4. Aug. Die Ergänzungswahlen zum Gewerbegericht Wetzlar stehen bevor; die Bürgermeisterei Krofdorf bildet mit sechs Gemeinden der Bürgermeisterei Hohensolms den 4. Wahlbezirk. Gemäß § 8 des Kreisstatuts scheiden für diesen Bezirk als BeisiAr aus: Maurermeister K. D r e s ch e r - Krofdorf und Zigarren­arbeiter K. Leib II. zu Gleiberg. Wahltermin ist am Donnerstag, den 21. August L I., im Sitzungszimmer der Bürgermeisterei zu Krofdorf anberaumt. Die Anmeldungen dafür haben innerhalb zwei Wochen entweder mündlich oder schriftlich unter Beifügung einer Bescheinigung über die Stimmberechtigung zu erfolgen.

88 S i ch e n h a u s e n, 2. August. Ein 7jähriger Knabe war gestern mit Holzhacken beschäftigt, als ihm plötzlich ein fingerdickes Reis in das eine Auge flog und es erheblich verletzte. Ter Vater begab sich mit dem Knaben sofort in, die Gieß euer Augenklinik. Der weit und brell, besonders in Jmkerkreisen, wohlbekannte Strohfässer-Fa- brikant Kaltenschnee ist int Alter von 67 Jahren ge­storben.

(?) Wetzlar, 3. Aug. So sind denn mit dem am gestrigen Sonntag hiev abgehaltenen 60jährigen Stiftungs­fest der Kreis-Schützengesellschaft die Tage der Fest­lichkeiten für dieses Jahr vorüber. In der Thai, Es war wirtlich diesmal des Guten zu viel". Eröffnet wurde der Reigen her Feste mit dem auch weit über ixte Grenze« des Kreises hinaus bekannten Tierschaufeste, dem