I Mai ernannt. — Gerichtsassessor Minnich in WorrnS wurde zum stellvertretenden Amtsrichter am dortigen Amtsgericht ernannt.
♦* Von der Eisenbahn. Bekanntlich wird seit kurzer Zeit znr Erneuerung der Bettung der Eisenbahn- aeleise Klernschlag verwendet, ftür die Steinbruch- Besitzer hat sich dadurch ein recht lohnendes Absatzgebiet eröffnet. Allerdings hat diese Neuerung auch zur Folge, daß Steinbrüche wie Pilze aus der Erde schießen und die Angebote überaus zahlreich einlaufen. Immerhin aber ist nicht zu erkennen, daß sich gerade für unsere Provinz Ober- Hessen dadurch gewissermaßen ein neuer und für viele Jahre lohnender Erwerbszwcig hcrausgebildet hat. In erster Linie kommen da der Vogelsberg und das Lumda- Hal in Betracht, die bisher nur wenig Industrie hatten .
♦* Die statistischen Nachweise der Selbstmorde in den Jahren 1898 bis 1900 und in dem Jahrzehnt 1891 bis 1900 ergeben für das Jahr 1900 die höchste Selbstmordziffer innerhalb des Jahrzehnts — 11393 —, nachdem in den beiden Jahren 1898 und 1899 die Zahl der Selbstmorde zurückgegangen war. Auf je 100000 Einwohner entfallen 1900 20,3 Selbstmorde. Mir diesem Prozentsätze steht das Jahr 1900 zurück gegen das Jahr 1894, in dem 21,7 Selbstmorde auf je 100 000 Einwohner fielen. Hinsichtlich der absoluten Zahl der Selbstmorde steht das letztere Jahr mit insgesamt 11135 dem Jahre 1900 am nächsten, demnächst folgt das Jahr 1897 mit 11013 Selbstmorden. Nach Geschlechtern unterschieden zeigt die Selbstmordstatistik des Jahrzehnts nur geringe Schwankungen, die der Männer bewegte sich zwischen 31,3 und 35,3, die oer Frauen zwischen 8,2 und 8,8 auf je 100 000 Personen desselben Geschlechts berechnet.
*• Ein „in Gedanken stehen gebliebenes" Theater wird binnen kurzem der französische Staat erben. Daß man ein Portemonnaie, einen Regenschirm, einen Handschuh, einen Koffer, eine Cigarrcntasche oder einen Pompadour liegen läßt oder verliert, das konnnt alle Tage vor, nicht nur in Paris, nicht nur auf einem französischen Bahnhof. Nach Ablauf der gesetzlichen Frist, die bald vorüber ist, nach den behördlichen Vorschriften über den Aufruf verlorener Gegenstände in den Zeitungen, an den Plakatflächen des Polizeigebäudes u. s. w. wird es sich darum handeln, ein auf dem Bahnhof zu Jvry herrenlos zurückgebliebenes Markt- Theater, eine fahrbare Bühne — der Wagen zu dem Theater ist allerdings nicht dabei stehen geblieben — meistbietend zu versteigern. Da der französische Staat genug damit zu than hat, die Große Oper, die Komische Oper, die Comsdie ftan^aise und das Odeon zu subventionieren, und die Behörde nun nicht weiß, was sie mit dieser chr aus heiterem Himmel zugefallenen Bühne machen soll, so wird nichts übrig bleiben, als sie unter den Hammer zu bringen. Das wird nun geschehen, und da dieses Theater vielleicht doch noch dem Gießener Stadttheatersaale vorzuziehen ist, so empfehlen wir, eine städtische Deputation zum nächsten Donnerstag nach Paris zu entsenden, nach dem staatlichen Speicher,
wo diese sonderbare Auktion stattfindet, um da§ in Gedanken stehen gebliebene Theater für Gießen zu erstehen.
-o- Launsbach, 3. Llpril. Hier wird am 7. April eine Posthilfstelle errichtet, deren Verwaltung dem Lehrer Bender übertragen worden ist.
rt Friedberg, 3. April. Am 1. April fand im Prediger-Seminar die feierliche Entlassung von neun Kandidaten statt. Es schieden vom Seminar folgende Kandidaten: Emmel vom Warthofe bei Grünberg; öleller aus Offenbach a. M.; Laut aus Laubach; Michel aus Gonterskirchen bei Laubach; Schmoll aus Langgöns; Staubach aus Ossenheim; Wahl aus Hausen bei Gießen; Zilles aus Hofheim bei Worms und Hofkaplan Palmer aus Schönberg (Bergstraße). Im Seminar verbleiben noch 7 Kandidaten, sodaß mit den am 1. April neu ein tretenden im Sommer- Semester 1902 die Gesamtzahl auf 12 steigen wird. Direktor Professor D. Weiffenbach knüpfte seine Entlassungsansprache an Richter 8, 21: „Darnach der Mann ist, ist auch seine Kraft." Im Namen der abgehenden Kandidaten sprach cand. Laut im Anschlüsse an Johs. 10, 22—30. Ober- konsistorialrat D. Florin g sprach unter Zugrundelegung von Johs. 16, 33 „in der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden" tiefe und ernste Worte. Um i/22 Uhr fand im Hotel Trapp das Festessen statt, an dem auch sehr viele Geistliche aus der Umgegend teilnahmen. Im Verlaufe desselben begrüßte Direktor Weissenbach in warnten Worten den Vertreter des Ober- konsistoriums. Oberkonsistorialrat Flöring feierte den Direktor des Seminars als treuen, pflichteifrigen, zuvorkommenden Diener der Lckirche, der am 1. April 20 Jahre am Seminar wirkend, sehr viel an der Anstalt in feder Hinsicht gethan habe. Im Namen der Kandidat en sch ast sprach cand. Keller dem Professorenkollegium den Dank für all die geistigen Anregungen während des Aufenthaltes aus und begrüßte die zur Feier so zahlreich erschienenen Geistlichen. Im Namen der letzteren dankte Pfarrer Lic. Tr. Dickmann von Rodheim v. d. Höh. An das Festessen schloß sich noch eine gesellige Zusammenkunft im Hotel Weith an. — Am 1. Ostersecertagc fand in der Stadtkirche unter Mitwirkung von Frl. Jenßen aus Frankfurt a. M. (Sopran), Lehrer Atörschard aus Fauerbach bei Friedberg (Bariton), Pfarrer Wolf von Ossenheim (Violine), Wirt Hertel (Posaune), Zahnarzt Winkler (Piston) ein Volks- kirchenkonzert statt, das so stark besucht war, daß die große Stadtkirche kaum alle Zuhörer fassen konnte. Ein Tamenterzett brachte verschiedene Gesänge zum Vortrage. Veranstaltet war das Konzert von Pfarrer Kleeberger und Lehrer Müller.
Kandwirtschaft.
— Max Maercker, Fütteruugslehre. Herausgegeben von Dr. F. Albert, ord. ösfentlichen Professor und Direktor des Landwirtschaftlichen Instituts der Universität Gießen. Berlin, Paul Parey, 1902. Preis geb. 4 9)tf. — Die Bearbeitung feiner Fütlerungslehre zu vollenden ward Maercker durch zu frühen Tod verhindert. Der Herausgeber hat sich angelegen fein lassen, das Werk möglichst in der Eigenart des Verfassers erscheinen zu lassen, was alle Anerkennung verdient. Er hat nur wenige Ergänzungen
und redaktionelle Zusatze hinzugefügt. Knappe aber klare AuS- drucksweife ist der besondere Vorzug des Verfassers, der sich angelegen sein ließ, der Praxis möglichst brauchbare Anleitungen zu geben. Höchst beachtenswert erscheinen u. a. seine Berechnungen über den Verlu st, den d,e F u t t e r m i r t e l beim Einsäuern erleiden, und über das vielfach noch in nachteiliger Weise geübte Anbrühen von Futterstoffen mit beiße m Wasser und gespanntem Dampf. Auf den UMersuchungen von Holdefleiß und Kühn fußend, weist er nach, daß die Verfahren nur unter ganz bestimmt en Umständen ratsam, meist aber verlustbringend erscheinen. Tie Praxis wird die Richtigkeit der Maercker- schen Lehren und Ratschlägen um so lieber durch Versuche nachprüfen, als bau Landwirt mehrfach Ausgaben erfpart werden sollen. So z. B. sollen die Mastrationen durch protein- ärmere Fütterung sich „gairz anders als früher" gestatten. Der Futter wert der Lupinen wird von Maercker sehr hoch eingeschätzt und er giebt vier Verfahren an, aus diesen den Giftstoffe zu auienieiL
Zandcl und Verkehr. Dolksvnrrschast.
Hamburg, 3. April. Tas Geschäft blieb sehr still. Mehrere Lokopartieii Brasil- imb St. Felir Tabake, welche schön aussielen, gingen zii bestehenden Preisen in Versenders Hände über. Gegen Kaute auf Lieferung bleibt nach den trüben Erfahrungen der letzten Jahre die bisherige Abneigung bestehen, doch dürfte bei Eintreffen der Ware, welche anscheinend dein Bedarf der Fabritaiiten ent- sprechen wird, bei dem mäßigen Preisstand sich verntel)rre Kauflust eiitftcl(ciL In anderen Sorten warai ferne Zufuhren am Markt. Türkische Tabake waren ruhig, ohne daß sich die feste Stimmung des Marktes änderte, nur iuaugclube5 Angebot verhinderte feste Abschlüsse. Verkauft wurden ca. 1400 Ballen verschiedener Pro- venienzen zu mäßigen Durchschnittspreisen. Ein Teil dieser Partien, berat Alter nach Jahrzehnten zählen mag, besteht allerdings mir noch aus (staub. Angemeldet sind weitere kleinere Partien Aenidze, Basmas und Basn,as Swaren. Dilles per ^/».Kilogramm. Havanna-Deckblatt gut und fein braun 6—15 Mk., Einlage 0,65 bis 2,60 Mk., Dtlrchschnittspartien 1,50—4,50 Mk. Kuba: Jiguani usw. B. 1,50—2 Alk., do. D. 1,00—1,50, Gibara und Eusenada B 0,80—1,20, do., do. 1). 0,60—0,90, Yara C. 1,50—2J0. do. T. 1,00—1,60 Mk. Domingo: 8, Sb, btiS 0,45—0,55, FF. 0,80—0.45, F. 0,25—0,40, A. 0,20—0,35. (Columbia: (Sannen prima 0.40 bis 0,55, do. lertia und sekunda 0,25—0,40. Mexiko 0,50—3,00. Brasil: Patent und Patent fino 0,65—1,10, prima 0,60—0,70, sekunda 0,50 bis 0,60, tertia 0,40—0,55, St. Felix Patent und Patent fino 1,00 bis 1,60, prima 0,75—0,95, sekunda 0,65—0,85, tertia 0,55—0,70. Portorieo: Durchschnitts-Partien 0,35—0,45. Türkischer und griechischer 0,25—4,00. Nordamerika: Seadleaf-Umblatt LOO bis 0,50, Filler 0.30—0,45. Sumatra und Java 0,20—5,00. Borneo 0,40—5,00 Mk.
Schisssnachtichtcn.
Norddeut scher Lloyd.
In Gießen vertreten durch Earl Loos, Kirchenplatz.
Bremeti, 1. April. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampser „Gera", Kapitän A. Koenemann, vom Nord- deutscheii Lloyd in Bremen, ist am 29. März 8 Uhr morgens wohlbehalten in Baltimore angekommen.
Bremen, 1. April. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer „Batavia", Kapitän P. Reessing, vom Norddeutschen in Bremen, ist heute 2 Uhr morgens wohlbehalten in Newyork
Gegen Schnupfen hilft Forma«. 2123
C Ci
Jd g
c o ti> ,—- 3.2
85 g
CD CD
o = p— c
" c-> <3 — PC
y g- s & .a .a o <-> t*~* _ XD
vo o ~ — St IS
5 o Q.S 2 E
SH. g S
p-
CD
’S* ”
s e p L» p
S> an
j.5
— V j-S' s o o .(2
— c p «n
p o
£ s ”
c c .P co cd m — o
o — oK 1^- — iSS g VD
Z g ~CD,-«-* S"" ’p 12
CD° <
«ä —
CD t*
P C
HZ
44 P c c
c Ü ro ~ OK cSS.
cd
5 p ."b-n
ä c z c c ’p
Z "
“ w 5 art p £ 2 -- 5 o - c ^C VZ,
-2 ,E 's" s c cd S 2 P C 5 K ciioff o -
g L CD *5 ° * CD zS.^^^5, O CD yQ ca jXP' —• C_»
Sd CO ® ^5? ig'S’
OSt T-1 O o G>
& L
. K w " 2 p
Z co Q B p'o-— P c S SS
Ä H P o UV GP
C=L i-»
a
CD §
CXD oj, >-»
42 pr
CP «sä
Z.
c
— jQ «->
DJ CC
£
oa
- CD
4-. <*D CD
e o K
og'
St o -Z
.<£-2 £
2S| uO "2
gSg^
» g s
O & 89 2
Zf üä =: <= ■— Ä" O O =.G
O CD
« O P Eco c
c: o
— uO
« 'S
«4—» U» s
tc uO CD w X 5.2 C
’S" E
•*r «
’Ä 5 » g
art = - "o --c
® C -P COO 2 cd
KQZg
2 . CD C >O
S3 iS «DOR , CD
'■*T c. o o cP
o q » 2 Ä CD
CD T' s VD —, K
§ oyg' P-S 5 C- S
- co ^-C x S'g) d 5
£ *2-'c ^ 2 _


