Ausgabe 
3.2.1902 Zweites Blatt
 
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Nr. 28

Erscheint täglich außer Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Gießener Zamilien- blätter viermal in der Woche beigelegt.

Rotationsdruck u. Ve> lag der Brüh l'sch Univers.-Buch-u.Stein drucke rei (Pietsch Erben Redaktion, Erpeditio.r und Druckerei:

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Adresse für Depeschen. Anzeiger Gießen.

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Zweites Blatt.

153. Jahrgang

Montag 3. Februar 1003

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger w

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

VczngsPretSr monalli6i75Ps., viertel» jähvlid) Alk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Alk. 2. viertel- lährl. ausschl. Beslellg. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. ZeilenprerS: lokal I2Pf auswärts 20 Pfg.

Verantwortlich: für den polit. u. allgem. Teil: P. Witiko: für »Stadt und fianb" und ,(Äerichtssaal*:R.Ditt- mann; für den An­zeigenteil: Hans Beck.

Aie Heutige Muriner umfaßt 12 Seiten

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Straßburg, 1. Febr. Französischen Blättern wird gemeldet, daß die hiesige Polizei die Wiedergabe der Mar- seillaise mittels phonogvaphischer Apparate verboten hat.

Ueber das entsetzlrche Unwerter

der letzten Tage haben wir bereits in unserer heutigen Morgen­ausgabe kurz berichtet. Auch unsere Gegend ist von lhm heimgesucht worden. Wir Gießener kamen mit einem recht scharfen, eisigen Winde noch sehr gnädig davon. Nicht nur n dem Nidderthale, sondern auch im ganzen vorderen Taunus wütete ein riesiger Nordostslurm, der erheblichen Schaden an Dächern, Waldungen, Telephon- und Telegraphen- leitungen anrichtete. Aus Mainz wird uns heute geschrieben, daß dort in der Umgegend massenhaft Telegraphen- und Telephonstangen von dem Sturm umgerissen worden sind, wodurch der Verkehr vielfach gestört wurde. Auch an Pflanz­ungen und Bäumen hat der Sturm arg gehaust, ganz be- onders auf den Chausseen und den Landstraßen rechts und links des Rheins. In der schwäbischen Alb und im Allgäu sind unter heftigen Stürmen schwere Schneemassen niedergegangen. Die Bahnlinie AulendorfMemmingen ist zwischen Wolfegg und Kißlegg gesperrt, auch auf der Bahn von Kißlegg nach Wangen und von Amstetten nach Laichingen rft der Betrieb eingestellt.

Ausland.

Paris, 1. Febr. Die Parlamentskommission für soziale Fürsorge hat die Beratungen der Millerandschen Vorlage über die Arbeiterversorgung beendet und in der Gesamtabstimmung die Vorlage einstimmig angenommen.

Neapel, 1. Febr. Ter König ist mit dem Herzog von Genua heute vormittag hier eingetroffen und besichtigte das aus China zurüctgetehrte Geschwader und sprach hierbei dem Admiral Candiani seine lebhafte Befriedigung über die Haltung der Offiziere und Mannschaften während der Ereignisse in China aus.

Wien, 1. Febr. Das hier verbreitete Gerücht von einem angeblichen Attentat auf den Zaren wird von der hiesigen russischen Botschaft dementiert.

Wien, 1. Febr. Der Budgetausschuß erledigte den Budgettitel über die Hochschulen. Der Antrag d'Glverts au Streichung des für das czechische Technikum in Brünn eingestellten Budgetpostens wurde mit 25 gegen 12 Stimmen abgelehnt.

Budapest, 2. Febr. Zwischen dem ö st erreich ti­sch en und dem ungarischen Finanzministerium ist ein s ch arfer Kon f likt entstanden. Die österreichischen Steuerbehörden haben, entgegen der beinahe dreißig­jährigen auf Uebereinkommen beruhenden Praxis den Wiener Umsatz ungarischer Mühlen auf zehn Jahre zurück­wirkend besteuert. Auf Protest des ungarischen Frncmz- ministers forderte Oesterreich hiefür solche unannehmbare, besondere Kompensationen, für die, wie ein offenbar offi­ziös inspirierter Artikel derPester Lloyd" erklärt, Er­pressung die einzig richtige Bezeichnung sei- Infolge­dessen treffen nun die hiesigen Steuerbehörden Anstalten, den bisher steuerfreien Umsatz der hiesigen sehr zahlreichen österreichischen Kommissionslager zu besteuern. DerPester Lloyd" führt aus diesem Anlasse eine sehr heftige Sprache gegen die österreichische Regierung und stellt fest, daß die Schuld selbst der besonnensten am Verkehr mit Oesterreich unmittelbar interessierten Kreise ihr Ende erreicht hat.

Krieg und Kriedeu.

TerStandard" meldet aus Pretoria vom 30. Jan.: Eine Abteilung des Ob er ft Wilson, 400 Mann stark, ist kaum dem Schicksal entgangen, von einer überlegenen Burenabteilung am Wilgefluß abge schnitten zu werden- Als sie vor Tagesanbruch dort eintras, wurden 200 Mann durch die dort befindliche Furt gesandt, um eine kleine Abteilung des Feindes zu verfolgen. Als bei Tagesanbruch einige Buren gefangen waren, wurde die englische Vor­hut plötzlich von allen Seiten vom Feinde, der 900 Mann stark war, umringt- Es gelang ihr, sich nach der Furt durchzuschlagen. Als sie diese passieren wollte, fand sie sich abges chnitten, und es gelang ihr nur durch einen Vorstoß, sich mit der Hauptabteilung wieder zu vereinigen. Die ganze Abteilung zog sich hierauf, von Hügel zu Hügel fechiend, auf Frankfort zurück-

Soweit Die Meldung desStandard", sie ist zwar inhaltreich genug, aber zeigt doch die Spuren des Blau- tistes des Zensors. Sollten sich denn wirklich die Eng­länder durchgeschlagen haben, ohne einen einzigen Mann zu verlieren? Jedenfalls müssen die englischen Politiker ihre Anschauungen von den ,chemoralisierenden Banden" der Buren berichtigen, wenn diese noch in geschlossenen Truppenkörpern von 900 Mann auftreten. Zwar ist es auch möglich, daß die Engländer die Zahl ihrer Feinde nach altem Rezept wieder erheblich übertrieben haben, um ihre eigene Heldenhaftigkeit in helleres Licht zu rücken- Be­merkenswert ist es auch, daß die Depesche desStandard" mit keinem Wort von Verlusten der Buren spricht-

Mährend nach Londoner Meldungen, wie wir in unserer Wochenschau" ausführen, die Antwort der engli- chen Regierung auf .den holländischen Friedensoor- chlag bereits im Haag eingetroffen sein soll, verlautet in )er Umgebung der Brüsseler Buren gesan dtschaft, daß sie tündlich erwartet werde. Eine große Anzahl fremder Journalisten belagert das Gesandtschaftsgebäude. Tr. Leyds erklärte, es sei nicht ausgeschlossen, daß die holländische oder die englische Regierung eine amtliche Note über die Lage veröffentlichen wird.

Mit Bezug auf das Gerücht, der von der niederländi- chen Regierung bei der britischen Regierung unternommene Schritt habe bezweckt, freies Geleit für zwei Mitglieder der in Europa befindlichen Burenmission nach Afrika zu er­langen, schreibt das Brüsseler BlattPetit Meu", es sei zu der Erklärung ermächtigt, das; den Burendelegierten von einem solchen Schritt nichts bekannt fei. Dieselben feien noch heule gänzlich ohne Kenntnis vom Inhalt der Mitteilung der niederländischen Reg ierung an England; sie feien dem niederländischen Kabinett außerordentlich dankbar für seine hochherzige Bemühung zu Gunsten des Friedens und wün len nichts mehr, als daß dieselbe Erfolg Ijaben möge. Jeooai glcmdten frc, nicht

tzytnestjches.

Peking, 2. Febr.

Bei dem gestrigen Empfang der Gemahlinnen der Gesandten sah die Kaiserin-Witwe auf dem Thron, umgeben von einem glänzenden Gefolge von Prin­zessinnen. Der Kaiser saß auf einem etwas erhöhten Sitz mitten im Empfangszimmer. Als die Damen ein­traten, verneigten sie sich dreimal vor dem Kaiser. Frau Eonger, die Gattin des amerikanischen Gesandten, verlas eine Rede, in der sie den Hof zur Rückkehr nach Peking beglückwünschte und auf die schlimmen Erfahrungen int vergangenen Jahre hinwies, die jetzt durch die Herstellung freundschaftlicher Beziehungen zu den Mäch­ten der Vergessenheit überantwortet seien. Die Kaiserin-Witwe sprach in ihrer Erwiderung in freundschaftlicher Weise ihre Freude über ihre Rück­kehr aus. Hierauf stellte der österreichische Gesandte sämt­liche Damen vor. Der Kaiser und die Kaiserin-Witwe schüttelten ihnen die Hand. Dann begaben sich alle in das Nebenzimmer. Beim Eintreten in dasselbe ergriff die Ka iserin - Witwe Frau Congers Hand und sagte schluchzend, daß an dem Angriff au f d i e Ge­sandtschaften damals ein furchtbarer Irrtum die Schuld getragen habe. Sie erkundigte sich darauf nach den anderen Damen, welche die Belagerung mit durch? gemacht hätten. (Bei dem sich anschließenden Festmahl war der Kaiser der einzige Mann, der zugegen war. Die Ma­jestäten stießen mit den Gästen an, und bewegten sich dann unter ihnen in zwangloser Weise. Die Kaiserin- Witwe schien sichtlich bewegt. Bei dem sich an den Empfang anschließenden Festmahl erklärte die Kaiserin, China wolle seine isolierte Stellung auf geb en und die besten Sei ten der euro­päischen Zivilisation sich aneignen. (Europa wird riesig stolz fein auf diese Anerkennung des Vorzuges eines Kultus. Bemerkenswert ist auch, daß die Damen >en Kaiser ganz übersehen zu haben scheinen.)

Ein Edikt der Kaiserin gestattet für die Zukunft die Heimat zwischen Maudschus und Chinesen und empfiehlt, ms Fußbinden bei den Frauen abzuschaffen. Nach, einem Edikt des Kaisers sollen die M i t g l i e d e r desKaiser- hauses und vornehmer Familien Reisen ins Ausland unternehmen, um sich fremde Bildung anzuei gn en.

Im Auswärtigen Amt zu Peking wird zur Zeit der Plan erwogen, eine besondere Mission nach Washington zu senden, um dem Präsidenten zu danken für die ausnehmend freundliche Politik, welche die Vereinigten Staaten während der Wirren und Friedensunterhandlungen gegenüber China beobachteten. Die Regierung der Vereinigten Staaten soll daraufhin ondiert werden, ob ihr eine solche Mission genehm ist.

Durch kaiserliches Edikt ist Mnglu zum ersten und Wangwenschao zum zweiten Großsekretär ernannt worden.

Deutsches Reich.

Berlin, 2. Febr. Der Kaiser sprach beim Staatssekretär des Auswärtigen Amts und beim Reichskanzler vor und hörte später im königlichen Schlosse die Vorträge des Staatssekretärs beim Reichsmarineamts und des Chefs des Marinekabinetts.

Das Kaiserpaar besichtigte im Atelier des Pro­fessors Upheus die Dei kmalsbüste der Kaiserin Friedrich, die für Homburg bestimmt ist. Das Werk, das die Kaiserin in doppelter Lebensgröße etwa im Alter der 40 er Jahre darstellt, ist jetzt im Thonmodell vollendet. Die Enthüllung wird am 5. August zur ersten Wiederkehr des Todestages der Verewigten stattfinden.

Von den aus Anlaß des Geburtstages des Kaisers durch Ordensverleihungen dekorierten Personen hat ein großer Teil die Annahme der Aus­zeichnungen zurückgewiesen. Soviel bis jetzt bekannt geworden ist, handelt es sich um 27 Personen, zumeist Subalternbeamte, die das Allgemeine Ehrenzeichen erhalten sollten.

Der Kaiser wird, wie verlautet, während des dies­jährig en Kaisermanövers sein Hauptquartier in der Stadt Posen aufschlagen.

Zum gestrigen ersten Empfangsabend bei der Gräfin Bülow hatten sich eingefunden Minister, Staatssekretäre, andere hohe Beamte und Offiziere, Ver­treter des Parlaments, der Diplomatie, der Hofgesellschaft, der Wissenschaft, der Kunst, Litteratur und Presse, auch eine große Anzahl Damen war anwesend. Im Kongreßsaal spielte eine ungarische Kapelle.

Auf Wunsch des Staatssekretärs v. Tirpitz wird die -weite Lesung des Marine-Etats im Reichstage am Mittwoch begonnen werden.

3n der Budget ko mm ission des Reichstages wurden die ihr überwiesenen Titel des Reichsamts des Innern beraten. Kapitel 10 der dauernden Ausgaben (Sta­tistisches AnM wurde bewilligt, ebenso die einmaligen Aus­gaben zum Neubau eineä Dienstgebäudes für das Patent­amt, das nad) Mitteilung des Staatssekretärs Grafen Posa- dowöky im Jahre 1905 oder 1906 bezogen werden tann- Feruer wurden bewilligt Titel 24 betr. die weitere 2lus- ichmückuug des ReichBtagsi und Präsidialgebäudes, und Titel 25, betr. Anlegung eines Versuchsfeldes und Bau eines Laboratoriumsgebäudes für die biolo­gische Abteilung des Gesundheitsamtes, erste Rate 150000 Mark Beim außerordentlichen Etat wurden 4 Millionen Mark zur Förderung und Herstellung von kleinen Wohnungenfür Arbeiter und Gewährung von Darlehen an gemeinnützige Baugenossenschaften ge­nehmigt, nachdem Graf Posadowsky erklärt hatte, der Zweck fei, gute und billige Wohnungen zu schaffen, und dauernd -u sichern. Damit ist der Etat des Reichsamts des Innern erledigt. Mittwoch steht der Militäretat zur Beratung.

Im preuß. Abgeordnetenhaufe wurde am Samstag zunächst der Staatsvertrag zwischen Preußen und Lübeck betr. Verkehrs-Abgaben auf dem Elbe-Trave-Kcmal in einmaliger Beratung genehmigt. Es folgte die erste Beratung des Gesetzentwurfes gegen die Verunstalt­ungen lands chaftlich hervorragender Gegen­den Tie Vorlage iourbe an eine besondere 14 er Kom­mission verwiesen. Hierauf wurde die Beratung des Landwirtschaftsetats fortgesetzt. Abg. Ring (kons.) wei[l darauf hin, daß nach Berlin aus Bayern öster- reichifches Vieh eingefuhrt werde, und daß Bayern sich die IJiaul -und Klauenseuche selbst ins Land geholt gäbe; dann liege für die deutsche Viehzucht die größte wefai)r. Landwirtschaftsminister von Podbielski fnmmt im großen und ganzen den Schilderungen des Vor- Wh »r ^U' "kbnnt aber an, daß von feiten der bayer- 1)0^11 ijicgicrung alle möglichen Anordnungen getroffen )eien, um cm weiteres Umsichgreifen der Seuche zu ver­hindern x\in weiteren Verlaufe der Beratung erklärt Aba. 37ioor (b. k. Fr.), die Margarine habe denselben 9^(1111 to er t, rote die Butter, wie gutachtlich festgestellst mrJnsLk Pappenheim: Geschäftsreklame!) Präsident D.. ftrodjer: Ich habe den ZurufGeschäfts- rellame gehört. Darin liegt der versteckte Vorwurf, als

'lL9corbncter jum Zwecke der Reklame Aus- suhrungcu machte, ^zch wurde den Betreffenden zur Lrd- nung rufen, wenn ich wüßte, wer es gewesen ist." Nach

^ortcrungen über den Wert der Margarine uud moittag toirb bie Weitcrberatung auf

"?.ordd. Allg. Zta." schreibt. DerVor - berichtet unter dem 31. Jan. auf Grund eines durchaus zuverlasstgen Privatbriefes über eine wahrhaft bir6>n?.nV-° ifn^tetb-Litf,feit sür die Europäer

e Soldaten sollen schon auf bent ^riedhose in Kaumi ruhen. Dem aeae nüber ift juft eilen, daß, soweit bis jetzt an ©Me b^

Knut ü b e r h aupt kein Te u t f ArinKa u m i bt. ' °I> liegt. Kranke und Verwundete sind stets in das VvnJTiingtau geschafft worden. Vom 1. Oktober

bis 30. September 1900 starben insgesamt 27 Mann, 1 ihWon an Krankheiten nur 6, an den tn Gereckten ei> ] httenen Yerrounbungen 21. Vom 1. Oktober 1900 ^läs 30 i ©ebtembet ^l /arben insgesamt 7 Mann; 6 an Krankt beiten, 1 au Ruckenmarksverletzung. Im Oktober 1901, so- i

nur reichen die Berichte, starben an X '

au Pc i halb KZ? \-5n Sjh$r: An UnglücKsallen .

auEcrbalb der marinearztlichen Behandlung verstorben .

ganzen Zeit drei Leute, einer erstickte, zwe^ <

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selbst die Minister der Königin Wilhelmina über das Wesen des von ihnen unternommenen Schrittes befragen zu dürfen, um ihnen nichts vom Charakter einesspontanen Schrittes" zu nehmen. Diesen Charakter wünsche, glaubt das Blatt, auch die niederländische Regierung demselben zu bewahren.

9hin, wir glauben an diesenspontanen Schritt" nicht!

Aus dem Haag wird gemeldet: Der Minister des Aeußern Melvil van Linden hatte am Freitag eine Kon­ferenz mit dem Premierminister Kuyper und begab sich bann in das Königliche Palais, wo er eine längere Unter­redung mit der Königin hatte. Er empfing nach der Rück­kehr in sein Ministerium den Besuch des englischen Ge­sandten und hatte eine längere Unterredung mit ihm- Der erste Sekretär der englischen Gesandtschaft ist nach London abgereist. Die Königin empfing die Königin-Mutter.

Entgegen pessimistischen Blättermeldungen verlautet in Londoner informierten Kreisen, daß König Eduarden t- schieden für einen baldigen Friedensschluß eintritt, damit zur Zeit der Königskrönung im. ganzen Reiche tiefster Friede herrsche.

Nach Meldungen aus Washington hatte der holländische Gesandte eine Unterredung mit dem Staatssekretär Hay, worauf ein Ministerrat stattfand. Nach demselben wurde an gekündigt, daß, obgleich der Präsident den südafrika­nischen Krieg beendet zu sehen wünscht, die Vereinigten Staatenin dieser Angelegenheit keineSchr itteunter­nehmen werden.

Trier, 2. Febr. Der Regierungspräsident hat eine Verfügung an sämtliche Kreisbehörden erlassen, welche d i Wahrung Der charakteristischen Landschafts bilder des Moselthales und der Seitenthäler bei Neu- und Umbauten bezweckt.

München, 1. Febr. Die in r iswarttgen Blättern enthaltene Nachricht von einer bevorstehenden, nicht stan­desgemäßen Vermählung des Herzogs ist gleich allen übrigen mit der Beurlaubung des Herzogs zusam­menhängenden Kombinationen, völlig aus der Luft gegriffen.