kche Stellung zum Zentrum werden darin folgendermaßen
lles zu verhöhnen, was die alle Reizungen abgestumpfte
Vatikans einen
Dichtergedächtnisstiftung."
Das sind fürwahr idealistische Ansätze — wenn man so sagen darf — denen jeder wahre Volksfreund nur die vollste Entfaltung anwünschen kann.
Zuschauer Platz, zwischen dem Präfekten des Var-Departaments und dem Maire von Toulon. Unmittelbar vor Beginn der Truppenschau erschien der Admiral, begrüßte eine Freundin mit herzlicher Vertraulichkeit und — wür- )igte die neben ihr sitzenden hohen Zivilbeamten keines Blickes. Letztere haben sich über das wunderbare Erlebnis in Paris beschwert, und die Folge war die Maßregelung des galanten, aber allzu wenig korrekten Seehelden. Tiefer gute Mann hat eben zu wenig von dem, was in Posen im lleberfluß vorhanden ist: Kastengeist.
Charakterisiert:
»Er soll dem Reffort des Kultus vorsteh err! Er hat wohl nie als Gesandter am Vatikan fungiert. Aber auch als Gesandter am Ouirmal, der er durch sieben Jahre gewesen, verschaffte er sich durch stets feines Beobachten des Treibens jenseits der Engelsbrücke und durch häufigen Umgang auch mit den Prälaten des Einblick in die Politik der Kurie — eine Politik,
Vorgang, bei dem Frankfurt a. M. gegen Breslau unterlag. Daraus geht hervor, daß gegen Frankfurt keine Animosität vorlag; die Politik sprach hier ein Wörtchen mit, nationale Gründe gaben den Ausschlag zu Gunsten der sch<lesischen Hauptstadt, wie überhaupt, so heißt es in der Schilderung eines Teilnehmers, „ber nationale Zug sich durch das ganze Fest wie ein roter Faden hinzog". Der Vertreter Breslaus, Direktor Müller, verwies auf die nationale Gefahr^ die den Deutschen Breslaus seitens der polnischen Propaganda drohe, und betonte, daß gerade dort der günstigste Ort wäre, ein nationales Fest, wie es ein deutsches Längerbundesfest sei, abzuhalten. Es sei geradezu Pflicht: des deutschen Sängerbundes, mit dem deutschen Lied für das nationale Element einzutreten. Alle österreichischen Bünde stimmten für Breslau. Aus Warschau lag ein Brief vor, in dem die Deutschen Breslau empfahlen, um dem dortigen Deutschtum Gelegenheit zu geben, sich zu beteiligen mit) aus dem Mutterboden neue Kraft zu saugen für die Erhaltung ihres Volkstums. Das nächste deutsche Sängerbundesfest wird also im Jahre 1906 in Breslau ab- gehalten. .
Im neuesten (3. Heft) der neuen Zeitschrift „Die Kul-i tu r" (pro Heft 75 Pfg., Verlag von Schafstein L Co. in Köln) veröffentlicht Dr. Ludw. Salomon einen sehr interessanten Beitrag zur Geschichte des deutschen Geistes unter dem Titel „Die Presse des Rheinbundes, dam bekanntlich auch unser Hessen-Darmstadt angehorte.
Goeteborg, 1. Aug. Einem Telegramm an den Direktor Andree zufolge ist die gesamte Baldwin-Ziegler-Expedition in Honungsvaag in Norwegen eingetroffen. Alle Teilnehmer befinden sich wohl.
Ein Operetteu-Admiral.
Zu der Aufsehen erregenden M a ß r e g e lun g zweier der höchsten französischen Marineoffiziere, die beide gleichzeitig ihres Postens enthoben wurden, liegen heute authentische Erklärungen aus dem Munde des Ministers Pelletan vor. Danach scheint es, als habe der Vize-Admiral de la Bonniniöre de Beaumont sein Mißgeschick wesentlich seinem anstößigen Auftreten gelegentlich der Nationalfcier am 14. Juli zuzuschreiben, während gegen den Kontreadmiral Ser van, wie bereits angedeutet wurde, die schwere Beschuldigung vorlag, auf dem von ihm befehligten Antillengeschwader teils durch Vernachlässigung der hygienischen Vorschriften, teils durch schonungslose Ueberansrrengung der Mannschaft eine Epidemie hervorgerusen zu haben, welche die Besatzung geradezu dezimierte. In der That bezeugen der Kapitän des Flaggschiffes „Le Tage", ber Schiffsarzt und der Marine- komnnssar, daß der Admiral Servan zur Zeit, als er auf der Antillenstation befehligte, sein Geschwader Tag und Nacht unter Dampf hielt, die Kielräume nur selten reinigen, dafür aber die Matrosen täglich während der heißesten Stunden an der Auffrischung des äußeren Anstrichs arbeiten ließ, was den Ausbruch von Typhus sie ber und eine geradezu beispiellose Sterblichkeit zur Folge hatte.
Nicht so tragisch, im Gegenteil amüsant ist der Zwischenfall, der den Vize-Admiral Beaumont in Ungnade brachte. Dieser alte Seelöwe, der vor einigen Tagen seinen 62. Geburtstag feierte, unterhält in Toulon, wo er als Seepräsekt kommandiert, eine hübsche, junge Freundin, die aus ihren intimen Beziehungen zur Marine nicht nur kein Hehl macht, sondern sie schon in ihrer Kleidung ossen anzutündigen liebt. Sie trägt gewöhnlich als Kopsbedeckung eine Seeoffiziersmütze und an derselben die drei goldenen Sterne, die bisher immer als Abzeichen der Divisions-Generäle oder der Vize-Admiräle galten. Die Dame fühlt sich eben als Höchstbefehligende des ersten französischen Kriegshasens. In diesem Bewußtsein und in dem geschilderten Ausluge fand sie sich! am 14. Juli zu der vom Admiral de Beaumont abzunehmenden Truppenschau ein und begehrte Zulah zu der Ehren-Tribüne, aus der die Spitzen der Orts- und Departementalbehörden thronten. Da die Schildwachen ihr anfänglich trotz oder wegen ihrer stadtbekannten sozialen Stellung den Zutritt verwehren wollten, so erzwang sie ihn durch Vorzeigen eines vom Admiral ausgesertigten Passierscheines und nahm dann triumphierend in der ersten Reihe der amtlichen
und Erholung der Müden, sie sind vor allem reiche Strahlen- aarben, die unsere verfinsterte Welt in Helligkeit tauchen; sie verheißen einen Sonnenaufgang, der die Gespenster der Nacht von dannen scheucht. Tarin liegt die hohe politische Bedeutung der Stiftung, die von Hamburg aus ihre Thätigkeit beginnt. Es ist fest einiger Zeit modern geworden, alles zu verhöhnen, was die Vergangenheit errungen hat; gegen alle Reizungen abgestumpfte Dekadenten sprechen vom Bankerott der Wiffenschaft, und es gilt vornehm, jede mystische Regung als Offenbarung zu betrachten. Gerade die obersten Schichten der Gesellschaft gelallen sich in solchen snobistischen Anwandlungen, die eine geistige Verarmung mit sich bringen. Wenn die Massen in ihrem Bildungsdrange sich der Erkenntnis zuwenden und die sogenannten dirigierenden Klassen sich von ihr abwenden, dann liegt in diesem Prozeße möglicherweise eine Ausgleichung des Besitzes. Entsteht ein allgemeiner Drang nach Wissen, Einsicht und Aufklärung, dann gestaltet sich dieser alsbald zu einem Gegengewichte gegen die Tendenz der Gesellschaft, sich in Stände und Kasten abzugliedern. JSie ausgleichende Gerechtigkeit in der Verteilung des geistigen Besitzes führt so zu einer Milderung der Klassengegensätze. Sicherlich, wir können nicht hoffen, daß durch dre Hamburger Stiftung alles sich zilm Bessern wende, daß alle Uebel von uns weichen, daß aus der Dichtung, die in die Tiefe des Volkes dringt, ein neues Heil über uns komme, daß sie die Erde in die Verwirklichung des Dichtertraumes verwandele. Allein, wenn sie auch die Erlösung nicht bringt, es kann diese doch anbahnen, wenn breite Massen des Volkes nachdenklicher und urteilsfähiger werden. Unter den Vorteilen, die uns die Zukunft verspricht, ist insbesondere einer, der mit Bestimmtheit zu erwarten ist. Wenn die führenden Geister aus dem Norden Deutschlands zu den Stämmen im Süden, wenn die Heroen aus dem Süden zum Volle im Norden sprechen, dann wird hierdurch der Volksaeist sich einheitlicher gestalten, dann wird die landschaftliche Exklusivität gebrochen, dann wird mit einem Worte die ganze Nation nationaler. Uiid hierin liegt die nationale Bedeutung der
Auszug ans »tu stanitsamlsregifitrn der Steht Mehrn.
Aufgebote.
Am 24. Juli. Karl Uhl, Lokomotivheizer dahier, mit Karoline Pfeiffer in Daaden. Am 26. Juli. Wilhelm Walter HL, Hausbursche in Großen-Buseck, mit Karoline Bender daselbst. Am
Die Zolltarifkommisfion
beriet am Freitag den Abschnitt Eisen im Eisenbahnbedarf, Positionen 796, 797, 820 und 821 weiter, Pos. 796, Eisenbahnschienen, verlangt 2,50 Mk. Zoll, Pos. 797, Eisenbahnachsen, Rad eisen,, 3 Mk., Pos. 820, Schrauben, Nägel, Nieten, roh 5, bearbeitet 12 Mk., Pos. 821, Eisend ah nwagenbe- chläge, Puffer, Weichenteile, 109 Mk. Schließlich wurden sämtliche vier Posittonen nach der Vorlage geneh- m 1 Laufe der Debatte verwahrt sich Abg. B e r n st e i n gegen die Behauptung des Grafen Pvsadowsky, daß die Sozialdemokratie einen einseittgen Kvnsumentenstandpunkt vertrete. _
Graf Posadowsky entgegnet unter Hinweis auf Schippels jüngstes Buch: „Tie Grundzüge der Handels- wlttik", es sei anerkennenswert, daß ein Sozialdemokrat efbft zugebe, es liege nicht im Vorteil der Arbeiter, sich auf den reinen Konsumentenstandpunkt zu stellen. Schnippel halte es wichtiger für die Arbetter, sich auf den Schutzzollstandpunkt zu stellen, da er dann durch Zunahme der Produktion seine Lage bessern könne.
Handelsminister Möller ttitt den zahlreichen Anträgen auf Herabsetzung bezw. Beseitigung der Zollsätze entgegen. Er habe mit Schrecken gesehen, wie viele Kompensationsobjekte die Kommission schon durch Herabsetzung der Zölle zerschlagen habe. Er ersuche daher dringend um Beibehaltung der Zölle, lieber das Schienenkartell könne der Staat nicht klagen, da er bei Abschlüssen mäßige Preise erzielte. Er frage auch die Vertteter der Landwirtschaft, wie sie sichdie Erhöhung der Getreide- zölle möglich denken, wenn sie dieindustriel- lenKompensationszöllezersch lagen halsen. Tie Sozialdemokraten huldigten Zukunftsphantasien. Zollfreiheit passe nicht für die Gegenwart. Es wäre ihm eine Freude und ein Genuß, wieder gegen einen Sozialdemokraten zu kandidieren, um den Arbeitern nachzuweisen, wer ihre wahren Vorteile vertrete. ,
Tr. Hahn vertritt ebenfalls die Ansicht, daß die deut- scken Staaten vom Schienenkartell übervorteilt würden.
Bernstein brüigt einen Antrag ein, den Reichskanzler zu ersuchen, aus Vertretern der verbündeten Regierungen und des Reichstages eine Kommission zu bilden) um die geschäftliche Thätigkeit und die Absatzbedingungen der deutschen Syndikate, Kartelle und Ringe zu prüfen. Der Antrag wird schließlich bis nach Beendigung der zwetten Lesung zurückgestellt.
Handelsminister Möller tritt für die Kartelle ein. Etwaige Mißbräuche dieser Kartelle dürften aber nicht zur Herabsetzung der Zolttarifsätze ausgenützt werden. Alle Welt geht zum Schutzzoll über, sogar England, da könne Deutschland nicht den Freihandel einführen.
Tie Zolltarifkommission beriet dann, da die Pos. 798 und 799 bereits genehmigt sind, die Pos. 800 bis805,Eisenbauteile, Tampfkessel, Rührenverbindungsstücke, und die zurückgestellte Position 376, Stahlslaschen für Gase. Ueberall wurden die Sätze der Vorlage angenommen. Abg. Stadthagen kündigt an, daß die Sozialdemokraten jetzt zu jeder einzelnen Position Anträge auf Zollsreihett stellen würden, um überall zum Wort zu kommen. Auch die Posttionen 806 und 807, Schraubstöcke und Kloben, wurden nach der .Vorlage genehmigt. Tie Kommission nahm die Positionen 808, Spaten und Schaufeln, 809, Heugabeln und andere Gabeln, 810, Sensen und Sicheln, 811, Sägen, nach der Vorlage an und vertagte sich alsdann auf Montag.
erinnert in vieler Beziehung an die modernen italienischen Kirchhöfe. Das Verwaltergebäude ist bequem und behaglich eingerichtet, es enthält neben der Küche und einem großen Vorraum mehrere Zimmer und Kammern. Die Säulengänge, die die Form eines Kreuz- ganges haben, bergen in ihrem Schoße die Grüfte. Der Hof ist im ganzen 20 Meter breit und 24 Meter lang; sein -Charakter ist der eines von der Außenwelt abgeschlossenen, innerer Sammlung geweihten Raumes. Die Zierformen, die uns hier begegnen, sind romanisch bis frühgotisch
Gegenüber dem Eingangsthor liegt die Kapelle. Eine zweiarmige Frettreppe führt uns zu ihr empor. Durch eine Vorhalle, von der sich zur Rechten ein Wartezimmer, zur Linken ein Treppenraum abzweigt, treten wir in die nicht allzu große, aber stimmungsvoll abgetönte Kapelle. Sie ist nur 11 Meter breit und 13 Meter lang, bietet aber nötigenfalls Platz für 400 bis 500 Personen, lieber dem Hcmptportal liegt eine 4,5 Meter tiefe, 6 Meter breite Empore. Gegenüber steht vor dem Altar der Katafalk zum Aufbahren der Leiche, die mittels Auszuges von der darunter befindlichen Leichenkammer herausbefördert wird. Zu beiden Seiten des Altars sind die Sakristei und ein Reserveraum angeordnet. Im Schiff ist der Mitrelgang frei; rechts und links liegen die, in Eichenholz geschnitzten Gestühle. Licht erhält die Kapelle durch ein dreiteiliges, mit bunten Friesen geschmücktes Chorfenster, sechs größere Spitzbogenfenster, und durch eine, über der Empore angebrachte Rose, die mit schöner Glasmalerei vergehen ist.
Unter der Kapelle liegt die Leichenhalle, zu der die Leichen durch befonbere Thür en von außen hereingebracht werden. Verschiedene Eiuzelzellen und freier Raum bietet Platz für 25 bis 30 Leichen. Mit der Leichenhalle in Verbindung steht ein Sezierraum und ein Aüumer für den Arzt. Gas- und Wasserleitung, and) eine Bedürfnisantzalt sind vorhanden.
Tie Ausführung der Bauten lag vorzugsweise in den Händen hiesiger Meister, und zwar: Maurerarbeiten: Mart. Abermann, Zimmerarbeiten: Wilh. Keßler, Annerod Gü Schuhbecker, hier, Dachdeckerarbetten: Hch Carls, Svenalerarbeiten: Georg Appel, Walzeisenlieferung: Schlotter Karl H o h m c i c r, Granttlieserung: Gg.Memm, ‘^eppewfcim a. d. B., Schlosserarbetteu: Louis Köhl in g er
bte noch nicht gana den geheimnisvollen Instrumenten entsagt hat, mit denen der päpstliche Hof in vergangenen Jahrhunderten arbeitete . . . Der römische Aufenchalt war eine Schule für ihn. Der päpstliche Nuntius in München, dem Namen nach nur für Bauern, tn Wirklichkeit aber sozusagen für Deutschland bestellt, wird an Frhrrr. v. Podewils wohl einen offenen, aber andererseits auch keinen naiven Minister sinden. Er war — wir wiederholen es — jahrelang in Rom. und weiß sehr wohl, daß Bayern deutsch zu regieren sei. . . . Freiherr v. Podewils ist auf keine Parteirichtung eingeschworen, und entschlossen, ein offenes Ohr für alle Wünsche zu haben, ob sie von rechts oder links kommen. Er will, wie er bis jetzt als Diplomat über den Parteien gestanden, auch fürderhin kein Patteimann sein. Seiner ganzen müden und lebenssrendigen Natur mag die Maxime entsprechen, die ein katholischer Pbüosoph — ber größte des vergangenen Jahrhunderts — der Abate Antonio Rosmini, ausgesprochen: „In allen Dinaen gebt euch zufrieden mit einer heiligen Zurückhaltung und Mäßigung; saget ohne zwingende Grunde nie etwas, was andere beleidigen könnte."
Zur Begnadigung des Oberleutnants Hildebrandt.
Der Attttlerieoberleutnant Hildebrandt, der im vorigen lJahre in Insterburg den Jnfanterieleutnant Blaskowitz im Duell erschossen hat, und deswegen vom Kriegsgericht ’iu zwei Jahren Festung verurteilt wurde, ist, wie der „Gieß. Anz." bereits meldete, nachdem er 7 Monate dieser Strafzeit verbüßt hat, begnadigt und in das Feldartillerie-Regiment 26 nach Werden versetzt worden. Ein konservatives Blatt, der ^Reichsboie", empfindet bei diesem Gnadenakte schwere Ge- wisiensbedenken. Angesichts des ernsten Willens des Kaisers, dem Duellwesen in der Armee entgegenzutreten, erblickt das konservative Organ in dieser Begnadigung eine vom Kaiser selbst vollzogene „widersprechende Handlung". Es führt an:
„Der Versuch, das Duell von den Duellanten zu unterscheiden, fei ein verfehlter und sichre zur Verwirrung des öffentlichen Gewissens und des Gesetzes selbst. Das Vertrau e n in die allgemeine monarchische Stetigkeit werde durch eine Begnadigung erschüttert, die dem Rechtsgefühl des Volles unverständlich i|t, und die im Widerspruch zu einer früheren ministeriellen Erwiderung stehe. Der nachdenkliche, ernste, sachliche deutsche Volksgeist verstehe nicht die häufigen Wechsel vor: Anschauungen und Entschlüssen. Endlich werde das christliche Gewissen des Volkes, das auch in dieser Frage in zunehmender Vertiefung und Entwickelung begriffen sei, in Unruhe gebracht. Gerade dem Duellwesen gegenüber fühle die Oeffentlichkeit eine ernste Mission in sich, die durchaus in der Richtung des Christentums und seiner ethischen Wahrheü liegt und deren Gefühle man wenigstens schonen sollte, auch wo man sie nicht aus gewiß wohlgemeinten Gründen teile."
Wir sind, wie roir das bereits andeuteten, mit dem genannten konservativen Blatte einer Meinung. Solange ein Duellant, namentlich wenn er Offizier ist, darauf rechnen kann, daß das Gesetz gegen ihn nur pro forma angewendet wird, und daß er nach wenigen Monaten vergnügter Festungshaft, ohne Zurücksetzung in seinem Avancement begnadigt wird, solange fehlt jener psychische Nachdruck, der erforderlich ist, um dem Gesetze, vor dem Alle gleich sind, auch im Offizier- korps bezüglich seiner Duellbestimmungen Achtung zu verschaffen.
Die Deutsche Dichtergedächtnisstiftung.
In der Wiener „N. Fr. Pr." findet sich an leitender Stelle eine ungemein lesenswerte Erörterung über die Bedeutung der Werke unserer großen Dichter als ein unvergängliches Erziehungsmittel für das Volk. Die neue Verewigung, die, wie wir s. Zt. ausführlich mitteilten, unter der Bezeichnung „Deutsche Dichtergedächtnisstistung" mit dem Sitze in Hamburg ins Leben gerufen wurde, ist daher auf dem rechten Wege, wenn sie die Werke der großen Dichter in denkbar billigsten und dabei genauen Ausgaben dem Gesamtvolke zugänglich machen will. Das genannte Wiener Blatt führt im Hinblick auf diese neue Stiftung Folgendes ans:
„Es sind nicht nur Bildungsmittel, die dem Volk in den Klassikern anvertraut werden; diese sind auch nicht nur Erziehung der Vernachlässigten, Veredelung der Rohen, Trost der Betrübten
V e s p e r a.
Quiescunt montram
C Dimina,
Per omnium arborum
Folia
Vix aurae voxt
Avicnlae tacent aaUus!
8ü mquus al hu Et mihi dboxI
Th. Vulpinue.
und Karl Wieganb t, hier, Glaserarbeiten: Hch. Arnold, Schreinerarbeiten: E H. Müller, Kirchengestühl, Attar u. s. w.: Johannes Lenz, Weißbinberarbeiten: Karl S ch rn a l l unb Phil. Horn, Malerei: Eugen Groß, Bilb- fyauer arbeiten in Stein: Emil Verwitt unb Martin Schm all, Bttb hauerarbeiten in Holz: W. Barth el, hier, Kunstglaserei: Ab. Schell, Offenburg, Kunstschmiebearbeiten: Karl Wieganbt, hier, Terrazzo- unb Mosaik-- arbeiten: Johann Ab er ico, Frankfurt a. M., Leichenaufzug: Miesche & Scharsfe, Frankfurt a. M., Abarbeiten : Wilhelm Suchan, Krofdorf, Wegeanlagen: Alb. Rübs am en, hier, Chaussier- und Pflästerarbeiten: Joh. Nickel, hier, Glocken und Glockenstuhl: F. W. Rinker, Sinn.
Der Gesamtvoranschlag, einschließlich der Zufahrtsstraße, Verlegung ber Felbwege, Einfriedigungen, Be- und Entwässerungen, Wegeanlagen, Baumpflanzungen, Erb- arbeiten und aller Hochbauten, belief sich auf 252 000 Mark. Die Kosten ber Ausführung stellen sich, Tank einer weisen Einteilung ber Mittel, nur auf etwa 235 bis 236 000 Mark. Dieses Resultat wirb gewiß alle diejenigen überraschen, bie geglaubt haben, es würden noch Nach- forberungen erhoben werben: —. ,
Der Bau ist nun beenbet, unb kann in Benutzung ge- nonrmen werben. Wir aber nehmen Abschieb von ber einsamen Höhe des Roblberges, bie jetzt einen so eigenartigen Schmuck erhalten hat. Gießen ist um ein stattliches Bauwerk bereichert, bas chm zur Zierbe gereichen, gleichzeitig aber auch für ben Baumeister ein bauerndes ^^Emal bleiben wirb. ______ & Pl.
Wilhelm Jorban. In bem Befinden von Wilhelm Jordan ist erfreulicherweise abermals Besserung ecngetreten. Man Ipfft b/iß ber Zwischenfall m einigen Tagen vol^ ständig übernrnnben ist. Jordan selbst meinte: scheint-
daß Die Aerzte und meine gute Natur mich nod^ einmal triumphierend auf bie Beine Bringen."
Deutscher Photographen-Verein. Der Be- rickt über bie 30. Wanberversammlmig vom 12.—16. Aug. 19dl in Weimar ist erschienen. Die 3L Wand er Versammlung findet am 11.—15. Aug. b. A. in Düsseldorf statt.
Das beutsche SängcrBunbedfeft Wiener Blatt« bjäßfien jefct einige uher den Gramer Wahl-


