Ausgabe 
1.10.1902 Erstes Blatt
 
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diese Schiebungen in der Vuchuna Me Bankschuld nicht mrr verschwunden sei, sondern es habe sogar geschienen, als ob die Vallendarer Gesellschaft ein Bankguthaben besitze. Ende 1896 betrug die Forderung der Berliner Handels-Gesell­schaft an Vallendar 849 655 Mark, die der Bergii'ch-Ncär- lischen Bank 243 640 Mark. Boeing erklärt, diese Buchung hatte absolut keinen Einfluß aus oie Bilanz ausgeübt. Bezüglich der Vernichtung der Akten durch Arnbt erzählt B. eine Geschichte, daß Ende November 1899 am Rheinuser der Arndllchen Wohnung gegenüber ein großer Hausen Akten, Bucher und Papi er e verbrannt worden sei. Er werde mehrere Zeugen hierfür benennen. Als Arndt nach Wirges verwogen sei, habe er die Verbrennung der Akten fortgesetzt. Auf Vorhalten des Vorsitzenden, wa­rum B. als Generaldirektor sich nicht eines solchen Dtannes entledigt habe, erklärt B., der Aussichtsrat hat Arndt be­schütt; letzterer habe ihm seit 1898 die Ansicht in die Bücher verwehrt. Als er sich gegen dieses Benehmen ArndtS beschwert habe, sei er abgesetzt worden und mit Arndt Hütten sich die Herren ausgesöhnt.

Der Angeschuldigte Arthur B. bestreitet jede Schuld rmd bemerkt, er sei lediglich Prokurist gewesen. Seine Aussagen bei dem Untersuchungsrichter berichtigt er durch einen Bries vom 30. Oktober 1901, in dem er behauptet, er habe fernem Bruder nicht an der Aufstellung der Bi­lanzen geholfen, sondern nur die von seinem Bruder auf» gefüllten Inventuren auf ihre Richtigkeit geprüft. Es folgen bann Erhebungen wegen der Registerklage und eine Feststellung über die VernwgenSverhaltniste der Angeklagten.

Aus Statt uuö Land.

Gießen, den 1. Oktober 1902.

Gedenktage. Vor 70Jahren wurde der Botaniker Jul.tuS Sachs zu Breslau, am 2. Oktober 1832, geboren. Er studierte zu Prag und wurde mit 29 Jahren Professor an der Forstakademie zu Tharandt. Seine wissenschaftlichen Forschungen betreffen die Ernährungsbedingungen der Pflanzen, den Einfluß von Wärme und Licht auf das Wachstum der Pflanzen und die Mechanik desselben. Die Resultate dieser wichtigen Forschungen erschienen 1871 als »Arbeiten des botanischen Instituts in Würzburg", wohin er 1868 be­rufen ward.

** Personalien. Der ordentliche Professor für Baukunst an der technischen Hochschule zu Darmstadt, Heinrich Walbe, wurde mit Wahrnehmung der Funk­tionen eines Denkmalpflegers für Baudenkmäler der Provinz Oberhessen beauftragt.

Omnibusgesellschaft Gießen. Die neuen Fahr­pläne sind heute zur Ausgabe gelangt.

)( Friedb erg, 30. Sept- Ein einheitlicher Ladenschluß an Sonn- und Festtagen, der von vielen hiesigen Geschäftsleuten lang ersehnt wurde, ist von der hiesigen Hcuibelslämmer beim Kreisamt beantragt worden. Darnach sollen die Geschäfte im ganzen Kreise um 1 Uhr geschlossen werden. Dafür ist der größte Teil der Ge­schäftsleute, z. B Spezerei-, Eisenhündler, Uhren- und ähn­liche Geschäfte, während die Mode- und Manufakturgeschäfte für den Verkauf von 1 bis 4 Uhr sind. An den 2 bis 4 Sonntagen vor den Hoheit kirchlichen Festen will man die Verkaufszeit statt seither von 12 bis 7 Uhr auf die Zeit von 11 bcS 6 Uhr legen. Gestern feierte oie Verbindung Chattia" ihren so sehr beliebt aewordenen Familientag im Saale des hiesigen KasinoS. Wie alljährlich, so hatte sich auch diesmal wieder eine ansehnliche Zahl Alter Herren und Atilven mit chren Familienmitgliedern eingefunden. Nachdem um 3 Uhr nachmittags der Kaffee eingenommen war, unternahm man einen Rund gang durch die Stadt. Gegen 7 Uhr sand im Kasino gemein) am cd Stach tesfen statt, an daS sich ein improvisiertes Ballvergnügen schloß. Erp gegen morgen trennte man sich.

)( Södel bei Friedberg, 30. Sept. Ter ältcfte aktive Lehrer Hessens dürfte Lehrer Loos in Södel bei Friedberg sein. Derselbe trat mit 18 Jahren seine Lehrerlausbahn in genanntem Orte an, wo er auch bis heute ununterbrochen wirkte, sodaß sämtliche einheimischen

Bewohner der Ortes seine Schüler gewesen sind. Fast 61h, Jahre war er un Dienst und zählt gegenwärtig 80 Lebenswahre. Im Frühjahr 1901 war es ihm vergönnt, sein 60 jähriges Tienstjubiläum *u feiern. Am 1. Oktober tritt Herr Loos in den wohlverdienten Ruhestand.

Ober-Seibertenrod, 30. Sept. Tie hiesige Wahl eines Beigeordneten nahm einen nicht un­interessanten Verlauf. Bei dem ersten Wahlgange herrschte Stimmengleichheit zwischen den beiden Kandidaten Karl Rühl und I. Heinrich Appel. Das Los entschied zu Gunsten deS elfteren. Auf erhobene Reklamation hm wurde die Wahl verworfen und eme Reuwahl anberaumt. Dasselbe Ergebnis Stimmengleichheit. Jetzt aber entschied das Los zu Gunsten des zweitgenannten. Hatte anfangs die erste Partei sich ihres Sieges gefreut, so jubelte nnn die zweite nach dem Sprichwort: wer zuletzt lacht, lacht am besten.

§ Butzbach, 29. Sept. Am gestrigen Sonntag-Nach­mittag veranstaltete der hiesige Frauenchor im Verein mit der Ehorschule und mehreren geschätzten Solisten von hier unter bewährter Leitung des Lehrers Hammer m Butzbach em großes Kirchenko nzert. Die anerkennenswerten Leistungen aller öhlroirfenbcn wurden denn auch durch zahl­reichen Besuch der schönen Veranstaltung belohnt. Der be­deutende Reinertrag des Konzertes ist für wohlthätige Zwecke hierorts bestimmt.

Frankfurt, 30. Sept. Zur Feier des 50 jährigen Todestages von Jahn wird gerüstet. Es soll eine Gedenkfeier in der Paulskirche ftattfinben und der Platz, den der Turnvater als Abgeordneter in der Nattonalvcr- sammluna einnahm, mit einer Gedenktafel geschmückt wer­den, ähnlich der von Ernst Moritz Arndt.

Der Zusammenbruch vou schwindelhaft geleiteten Unternehmungen.

scheiitt fortbauern zu sollen. Als die großen Dank­prozesse in Berlin, Leipzig und Kassel eben zu Ende waren und nunFriede" hätte sein sollen, kam das Geständnis des Vorstandes der Deutschen Geilojsenschastsbank, daß einer ihrer Direktoren ein paar Millionen verspekuliert habe aus Nimm envied erseh en. Und während sich in Neuwied vor den Assisen das sonderbare und für viele so verhängnis­volle Döing-Drama abspielt, kommt aus Mannheim die YLachricht von dem Zusammenbruch eines rich­tigen Schwindels. Die Direktoren der Aktien­gesellschaft für chemische Industrie in Mann- heim, Rheinau, Böhm und Henninger, haben, wie wir schon mitt eilten, seit 1894 die Bilanzen gefälscht, indem sie insbesondere die Debitoren um 1 Million zu hoch, die Kreditoren um soviel zu niedrig verbuchten. Im ganzen beträgt die Unter bi laiiz 2y, bis Sy, Mill. Tas ganze Aktienkapital von 2y, Millionen ist verloren, desgleichen der Reservefonds von 400 000 Mk. Außer den Duchnngs- schiebungen hat man noch entdeckt, daß die Direktion bei einigen Mannheimer Bankhäusern Anszahlmigen auf ein Newyorker Bankhaus in Höhe von etwa JuO 000 Mk. verkauft bat, ohne daß die Gesellschaft in Newyork ein entsprechendes Guthaben besitzt.

Ob das nunaUe£" ift, bleibt abzuwarten. Ter erste Direktor Böhm gehört auch der Verwaltung einer ganzen Reihe anderer Gesellschaften an unb hatte große eigene Interessen bei diesen zu vertreten. Anscheinend hoben mir eS wieder mit einem Rattenkönig von Tochter­gründungen und Schiebungen mit diesen zu thun, ähnlich wie bei den Spielhagenbanken. Angeblich sind bei zweien dieser Gesellschaften, deren Flamen zu Buchiuigs- chiebungen benutit wurden, die Bilanzen in Ordnung ge­linden worden. Man muß abwarten, was sich, noch lueüer entwickelt. Jedenfalls muß, wie gesagt, das Aktien­kapital der Aktiengesellschaft für chemische Jndustrieund wahrscheinlich auch dieObliga- tionenschuld von einer Million als verloren angesehen werden. Die Gläubiger, unter denen die Ober­rheinische Bank mit einer halben Million, der Schaashausen- sche Bankverein, die Mannheimer Bank und die Antwerpener

über keinen, Lage später,

Zum Tode Zolas. ttin Dienstag fand in Paris die Autopsie (Leichenschnn) der Leiche Zolas in Gegerr-

lich fest gestellt ist; darauf beutet schon die Art der Schuß­wunde hin. Viel eher könnte man noch zu der Annahme neigen, daß es ursprünglich in Hubers Absicht lag, zuerst seinen Freund und bann sich selbst zu erschießen. Da aber Eommichau nach einer ehrverletzenden Aeußerung Hubers über die von beiden angebetete Witwe das Zimmer demon­strativ verließ, so wurde er durch dieses Verhalten voll­ständig feiner Selbstbeherrschung beraubt und legte Hand

an sich selbst. Als Eommichau diesen Schuß hörte, eilte er zurück unb sorgte schleunigst für ärztliche Hilfe, die auch sofort zur Stelle wär. Innerhalb acht Minuten hauchte Huber sein Leben in ben Armen seines Freundes anS. Die letzten Auszeichnungen Commichjaus lassen hier- Zweifel mehr. Im Coupö, in dem er sich drei , nachdem er die furchtbarsten Seelenqualen durchlÄt, erschoß, schrieb er auf eine Karte:Meine letzten Worte kurz vor Gott Hubers That war ein ver­rückter Streich. Aktes märe sonst gut aewor- b en. Aber da er starb, muß ich auch sterben. Schade um ihn, schade um mich. Meine letzte Bitte ist, die Frau vor noch mehr Leid zu behüten." Hieraus gcht auch hervor, daß EvmmichauS gaitzes Bestreben in dieser Sache kein anderes war, aks sich ehrlich und offen mit seinem Freunde aus- einaudenusetzen. Er wollte Hnber nicht kränken und in seinem charaktervollen Verhallen drang er auf die Unter­redung, welche durch die fieberhafte Erregung beider einen unheilvollen AuSgang nahm. Ich kann nicht umhin, zu betonen, daß ich Eommichau als einen glänzend begabten Dichter, sowie schriftstellerisch hoch talentierten unb treuen Mitarbeiter, ein ehrenbes Anbeuten bewahre, und nach ben überaus zahlreichen Beweisen inniger Teilnahme an feinem allzufrüh en Ende darf ich schließen, daß dies Em­pfinden in allen Kreisen der ihmfl und Sitteratur, die ihn kannten, geteilt wirb. Auch sein Tod ist ein herber Ver­lust für unsere Kunst unb insbesondere für die Kunstlitte- ratur. Eine feiner besten Leistungen war eine Studie über die Kunst ; eines Freundes Patriz öuber, welche im August- Hefte derDeutschen Kunst und Dekoration" 1901 erschienen ist- Nicht ohne eine gewisse Ergriffenheit ersieht man daran, wie sehr sich die beiden verstanden. Wer Patriz Huber gekannt hat, weiß, daß sein schlichter, bescheidener Cha­rakter feine Sewstirb er Hebung kannte. 05cwiß, er hatte das Glück, sich in jungen Jahren anerkannt und in bevorzugter Lage zu scheu, aber er war dabei der prächtige, ebrhehe. einfache Mensch geblieben. '

wart deS Direktors des städtischen Laboratoriums statt, der bann bem Polizeipräfetten die Mitteilung machte, daß der Tob unzweifelhaft burch Einatmen von Kohlenoxydgas herbei geführt fet Madame Zola und die beiden Hündchen entgingen der völligen Erstickung, weil sie erhöht lagen. Auch Zola wäre wohl nicht zum Opfer gefallen, wenn er auf bem Bette liegen geblieben wäre. Ter Polizeikommissar Eomette vernahm gestern noch einmal Frau Zola. Dieselbe bestätigte die bisherigen Annahmen be- iceffenb die Ursachen des Unglücks. Das Feuer im Kamin sei abends angezündet worden. Zola habe gesagt: Ta bas Feuer angezündet ist, lassen wir es von selbst ausgeheu. Sie habe feinen Einspruch erhoben; die Ehegatten schliefen alsdann ein. Tas Befinden der Frau Zola ist trotz oer >urch daS ihr zugeshoßene Unglück erlittenen Erschütterung o zufriedenstellend, wie man es nur wünschen kann. Ab- ouberung unb absolute Ruhe sind ihr unumgänglich not­wendig. Es heißt, Frau Zola habe den Wunsch geäußert, daß das Begräbnis chres Gatten entsprechend den Ge­sinnungen des Verstorbenen kein kirchliches sein möge. Bisher ist kein Testament gefunden worden. Unter den Kondolenz-Telegrammen befindet sich ein solches des Fürsten von Monaco. Der Zola befteundeten Frau Ro- fereau und deren zwei Kindern wurde vor der Autopsie gestattet, bem Toten bie letzte Huldigung zu erweisen. Tic linberlofe Frau Zola kannte das Verhältnis, in dem ihr Gatte zur Frau Rosereau stand. Die in der Wohnung Zolas aufgelegte Kondolenzliste trägt bereits Tausende von Un­terschriften. Das Arbettszimmer des Verstorbenen wurde vom Gericht versiegelt. Die Liga der Menschenrechte hat bereits zur Errichtung eines Denkmals für Zola die Initiative ergriffen. Die Kondolenz-Depesche des tta- lienischen Ministers Nasi an den französischen Unterrichts­minister Chaumis enthält ben Satz, daß Zola dank feiner Abstammung ben Italienern besonders teuer war, und feiert, auf die Dreysussache anspielend, feinen Bürgermut. Tiefe italienische Kundgebung erscheint den nationalisti­schen Organen in Paris, deren Nachrufe durchweg scho­nungslos sind, höchst wttlkommen. Die Beerdigung wird Freitag auf bem Montmartre-Friedhof srattfinoen. Da Zola Offizier der Syrenlegion war, werden ihm den Satz­ungen gemäß militärische Ehren erwiesen werden müssen, vorausgesetzt, daß er sich diese testamentarisch nicht verbeten haben sollte. Mehrere nationalistische Blauer beuten an, daß es bei dem Leichenbegängnis Zolas, falls Dreyfus demselben beiwohnen würde, zu Entrüftungskund- gcbuugen seitens ihrer Parteigenossen kommen dürfte.

Zentralbank mit 250000 biS 300 000 Mk. sich befinden, sollen keinen Ausfall erleiden.

Tie Aktiengesellschaft für chemische Industrie war ün Jahre 1886 mit einem Kapital von 1 Million Mark ge­gründet worben; in den folgenden Jahren wurde das Ka­pital allmählich auf 2y2 Millionen erhöht. An der Ber­liner Börse wurden die Aktien durch dieselbe Banksirnia Steinsieck & Co. ein geführt, die auch die Aktien der Kasseler Trebertrocknungsgesellschvft in Verkehr brachte. Die Ein­führung erfolgte 1895 zum Kurse von 127. Am letzten Freitag notierten die Attien noch mit lllöyr; jetzt sind sie vom Kurszettel verschwunden. Wiewohl die Gesell­schaft mit Verlust arbeitete, wurden immer flottDividendenund Tantiemen verteilt. In oen Jahren 1896 bis 1898 betrug die Tivideiide 7 Proz., 1899 bis 1900 7y2 Proz. unb 1901 7 Proz. Es ist al|o ganz mich dem Muster anderer Schwindelunternehinen ge- hanoelt worben: man berbieiit nichts, sonbern arbeitet mit Verlust, aber man vetreilt hoheGewinne". Wo bic Millionen geblieben sind, ist noch nicht ganz Uargeftellt Wie es scheint, ging das Geschäft nicht so schlecht, daß des­wegen der Verlust hätte so groß sein müssen.

Abermals erhebt sich die Fcage: Wo war der Auf» sich tsrat? Hai er wirklich feine Pflicht in ausreichendem Maße getljan? Die Nachprüfung der Bilanz wurde auf Veranlassung der Oberrheinischen Bank borgenommen. Wäre es also auj den Auffichtsrat angekommen, fo hätten bie öälschungeli unb Schiebungen noaj lange fortgehen können. Man sagt, die Regrepanspruche der Gesck-äöigten an bie Auf­sichtsrats Mitglieder ständen außer Zweifel. Es fragt sich nur, ob noch etwas Nennenswertes von ihnen zu er­halten ist.

Mannheim, 30. Sept, lieber das Prioatvermögen des Di­rektors Böhm von der A k t l e n» G e s e l l s ch a i t für che­mische I n d u st r i c in Rhemau-Mcumheim wurde der Kon­kurs verhängt. Ter Auisichlsrat der S t a h l w e r t e Mannheim, dessen Mitglied Böhm war, beschloß, die zur Fortführung des u3e- jchäfls nouvendigen Geldmittel vorläufig beijubnugeiu Tie M a n n h e l m - R h e i n a u e r Transport-Wejell schäft beabsichtigt m K i q u i d a t i o n zu treten. Alan erwartet für die (Slaubiger 90 pEt. Wegen Uebernahme des Rhemhafens in den Staatsbetrieb begiebt sich heute eine Honiminion nach Karlsruhe.

Berlin, 30. Sept. In der heuttgen Aufsichtsratssigung der D e u t f ch e n Bank wurde der Rechnungsabschluß für das erste Halbjahr 1902 vorgelegt. Tie von der Tireknoii gemachten 3)tu- iciulngcn über das Gesatnlresultat der Bank im ersten Semester sowie über deu Geschäftsgang feildem wurden mit lebhafter Be- iriebigung entgegengenonunen. Die Umsätze zeigen eine erhebliche Vermehrung. Ter stelwertretende Direktor der l'eip^iger Filiale, Adoli Hoppe, ronrbe zum Mitglied der Direktion der Filiale Alün- cheii ernannt.

Märkte.

Ulrichstein, 30. Sept. Auf unterem ,M i ch a e l i s m a rk l e* erlitten die seither so ungewöhnlich hohen Preise für Jungschweine zum ersten Atale eine bemerkenswerte schlappe. Allerdings übertraf das Angebot bei weitem die Nachfrage, dessenungeachtet herrschte aber doch auch wenig Kauflust für die geforderten Preise. Wer verkaufen mtlßte, konnte nicht an­ders, als mit geringeren Preisen vorlieb nehmen. Deshalb blieb Vieles unverkauft und die Verkäufer nahmen wieder ihre Wagenladungen mit. Tie Ferkel erster Sorte kosteteit per Paar 50öö zweiter Sorte 4550 Mk. Tas ist immerhin noch genug hohe Preisilufe. Auch für die fetten Schweine ift der Preis um 23 Pfg. pro Pfund Lebendgeivicht abgeschlagen, tnithin von 50 auf 48 und 47 Pfg. Besser ging die vlachsrage nach Emlegeschweinen, die per Paar mit 120130 Att. bezahlt wurden. Regerer Handel herrschte aus dent R i n d v r e h m a r k t e bei guten Preisen. Die überaus gute Futterernte, die eine in den legten Tagen noch eingeheinrste vortressliche Grummeternte krönte, garan- tien hier st a b i l e Preise.

Univeililäts-Uachrichlen.

Der a.-o. Prosessor der Aiathematik an der Technischem Hochschule au Karlsruhe, Dr. Disteli, hat einen Rus an die Kaiser Wilhelms-Universität in Straßburg erhalten und wird ihm Folge leisten. AusMarburg wird geschrieben: Der a.-o. Prosessor der Staatswissenschasten, Dr. Ä. Dlbenbcrg, ist zum o. Prosessor der Universität Greifswald ernannt worden. Ter 0.-0. Professor an der Universität München, Dr. Emmerich, der langjährige Mitarbeiter PettenkoserS, ist zum o. Professor er­nannt worden. Der Privatdozent für Geburtshilfe und Gynäko­logie an der Universität Erlangen, Tr. phil. u. med. Otto Aichel, ist von seinem Amt auf Ansuchen enthoben worden. Zu Konservatoren am bayerischen Nationalmuseum inMüncben wurden der Archttekt Jakob Angermair und der Maler AloiS Müller daselbst ernannt. Frl. Dr. Mathilde Wagner von Frankfurt, eine der ersten in Deutschland approbierten Aerztinnen, wirb sich am 1. Oktober zur Ausübung der Praxis in Weimar niederlassen.

Familien Nachrichten.

Gestorben: Heinrich Heinemann in Butzbach.

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Depeschen und Eilbriefe verlangen schleunigste Ausführung der Neu­bestellungen. Kein Magenbitter ist that-

Wunder, unser vUUlls sächlich mit keinem bis heute auf den Markt gebrachten Magenbitter zu vergleichen. Die Wirkung auf den Stoffwechsel wird von Aerztea und Sach erständigen als geradezu wundetbai bejelchnet. Aber bitte, überzeugen Sie sich, machen Sie einen Versuch, Sie werden unsere Eingaben bestätigt finden.

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