Ausgabe 
1.3.1902 Erstes Blatt
 
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Nach den zahlreichen wissenschaftlichen Arbeiten über Zahn- itnb Mundhygiene und nach den vergleichenden Prüfungen, die hervorragende Gelehrte und wissenschaftliche Institute mit den be­kannteren Mundwässern angestellt haben, kann für den urteils­fähigen Leser heute kein Zweifel mehr darüber bestehen, daß

1) Odol in seiner Gesamtwirkung und durch seinen köstlichen Geschmack alle bekannten Mundwässer weit überragt,*)

2) wer Odol konsequent täglich vorschriftsgemäß anwendet, die nach dem heutigen Stande der Wissenschaft denkbar beste Zahn- und Mundpflege anSübt 1719

*) Abdrücke der Publikationen, aus denen man diese Ueber- heugung selbst schöpfen kann, senden wir Jedem, der sich dafür interessiert, gerne kostenfrei zu.

Dresdener Chemisches Laboratorium Lingner, Dresden.

Kiel kommen würden. Alle, welche die Absicht haben, an der Feier teilzunehmen, werden gebeten, baldigst ihre Adressen unter Angabe der Jahre, in welchen sic dem Bataillon an­gehört haben, an das Geschäftszimmer des 1. Seebataillons nach Krel zu schicken, damit ihnen Näheres über den beab­sichtigten Verlauf der Feier mitgeteilt werden kann. Der all­gemeine Verlauf der Feier soll folgender sein: am 12. Mai abends: Geselliges Zusammensein; ani 13. Mai: Festgottes­dienst, Parade und General-Appell der alten Seesoldaten, Enthüllung eines Denkmals für die in China Gebliebenen; abends: Festvorstellung; am 14. Mai: Gemeinschaftliche Dampferfahrt auf dem Kieler Hafen nach einem Vorort. Ebenso ist ein Antrag auf ermäßigten Fahrpreis bei der Eisenbahn-Verwaltung bereits gestellt.

** Zm Aquarium des Gießener Fischhauses, Asterweg 1, sind gegenwärtig eine Anzahl lebender Lahnfische ausgestellt, unter denen zwei Lahnhechte wegen ihrer Größe auffallen. Die beiden Fische haben bei einer Länge von etwa 80 Zenti­meter ein Gewicht von 12 */a Pfund.

e. Londorf, 27. Februar. Heute wurde im Gasthof Ziegler ein Radfahrer verein gegründet, der den Namen Radfahrerverein Rabenau" führt. Es traten dem neuen Verein bereits eine stattliche Anzahl Mitglieder bei. Zum ersten Vorsitzenden wurde Uhrmacher Wabra gewählt.

)( W c tz l a r, 28. Febr. Wie in der am Sonntag hier abgehaltenen Delegierteuversammlung des Kreis-Krie- ger-Vereins bekannt gegeben wurde, gehören dem Verbände 64 Vereine mit 2981 Mitgliederti an. 49 Vereine mit 2470 Mitgliedern gehören gleichzeitig zu der Unterstütz­ungskasse des deutschen Kriegerburü>es.

Friedberg, 28. Febr. Wie verlautet, verblieb dem Kriegerverein aus den Werning'schen Kriegsfest- spielen ein Ueberschuß von rund 4000 Mk. bei einer Einnahme von rund <000 Mk. Der Ueberschuß wurde dem Denkmalsfonds zugeführt, der dadurch die Höhe von 12 000 Mark erreicht. Da die Baukosten für das Denkmal sich auf 16 000 Mk. belaufen sollen, so wären noch 4000 Mk. auf- zubringen. Während die Festspiele bei uns einen so hübschen Erfolg hatten (auch in Gießen ergab sich ein Ueberschuß von etwa 4000 Mk. D. Red.), ergab sich in Mainz ein Defizit von ca. 23000 Mk.

Darmstadt, 28. Febr. Anfang Januar stieß in der hiesigenTanne" ein mit Holzfällen beschäftigter Wald­arberter beim Aufhacken von Baumwurzeln auf einige Gegenstände (Gießlöffel, Zinn u. dgl.), die augenscheinlich bei Herstellung falschen Geldes Verwendung ge­funden hatten. Sie waren in ein Tuch eingeschlagen und an einer parallel der Griesheimer Chaussee ziehenden Schneise vergraben. Die Nachricht von diesem Fund ging in etwas romantischer Färbung in auswärtige Blätter über und ließ ihrer Fassung nach auf eine im Waldesdunkel eingerichtete Falschmünzerwerkstatt schließen. Dem Ver­nehmen derDarmst. Ztg." nach hat sich durch die an­gestellte Untersuchung ein etwas weniger abenteuerlicher Sachverhalt ergeben. Ter vom hiesigen Schwurgericht nebst der Familie Maul im Oktober 1900 wegen Falschmünzerei verurteilte Arbeiter R. Kritzler hatte mit jenen Gegen­ständen Versuche gemacht und sie damals, Entdeckung fürch­tend, um sich ihrer zu entledigen, am Fundorte vergraben. Leine That ist durch jene Verurteilung zu 2 Jahren 6 Mo­naten Gefängnis gesühnt.

F r a n k f ur t, 26. Febr. Kriegsgericht. Wegen übler Nachrede hatte sich heute der Reservist Johann H ö h l e r vor bem, Kriegsgericht zu verantworten. Er war seinerzeit Bursche bei dem Leutnant v. Waldhausen des 13. Husarenregiments und hat bann seinen Rittmeister gebeten, ihn von dem Dienst als Bursche zu entbinden, weil er es bei dem Leutnant nicht länger aushalten könne. Auf Be­fragen erzählte er, der Leutnant habe ihn bei kleinen Ver­fehlungen öftershe rüber gelegt" und geschlagen. Es wurde daraufhin ein Verfahren wegen Mißhandlung gegen den Leutnant eingeleitet, und als dieses mit Einstellung endete, weil der Leutnant die Mißhandlungen in Abrede stellte, wurde gegen den Burschen Anklage wegen verleum­derischer Beleidigung erhoben. Die Sache war schon am 27. November verhandelt, aber schließlich vertagt worden. Damals wurde öffentlich verhandelt, heute fand die Ver­handlung hinter verschlossenen Thüren statt. Die Bew-eis- aufnahme scheint jedoch für den Burschen, dessen Aussagen schon damals den Eindruck der Wahrheit machten, günstig ausgefallen zu sein, denn das Urteil des Kriegsgerichtes lautete auf Freisprechung.

dem Auslände, festgestellt. Da die bisherigen Preise die Selbst­kosten noch nicht decken, wurde ein Aufschlag von 5 Mk. pro Tonne, der bereits bei den Verkäufen in der letzten Zeit bewilligt war, genehmigt.

Bremen, 28. Febr. In der heute stattgehabten Aufsichtsrats- sitzung der Bremer Wollkämmerei wurde beschlossen, der Generalverfammluitg nach reichlichen Abschreibungen und Rücklagen die Verteilung einer Dividende von 10 Prozent für 1901 vorzuschlagen.

Leipzig, 28. Febr. Die heute stattgehabte Gläubigerversamm­lung der Leipziger Bank beschloß, die Verwertung des neuen Bantgebäudes bem freien Ermessen ber Konkursverwallung unb des Gläubigerausschusses zu überlassen und erklärte sich damit ein­verstanden, daß die Deutsche Bank das Gebäude mit 2 080 000 Mk. erwirbt. Die Versammlung stimmte ferner zu, daß die Mit­glieder des Aufsichtsrates sich verpflichten, eine Ab­findung von 5 Mill, z u zahlen, nachdem sie außerdem das K o n s o r t i a l k o n to bet der Leipziger Bank mit 2 300 000 Mark gebet! haben.

Wiesloch (Baben), 27. Febr. Von hier wird berichtet: In ber Cigarrenindustrie bes Bezirks Wiesloch herrscht gegen» wärtig eine bebeutenbe Flau e. In Dielheim sinb z. Zt. etwa 100 Mann brotlos. Tie Gräff'sche Fabrik soll in den letzten Tagen 60 Mann, die für die Mannheimer Firma Weißmann arbeitende Fabrik Knopf 35 Mairn entlassen haben. Einzelne größere Etablis­sements im Bezirk haben zumteil die Arbeitszeit verkürzt, zumteil die Produktion um 25 Prozent eingeschränkt.

Auszug sus hru SliiudesaMtsreMru der Stadt Hietztu.

Aufgebote.

Am 22. Febr. Georg Heinrich Merz, Flaschenbierhändler da­hier mit Sophie Kraft in Bleichenbach. 24. Friedrich Heinrich Strecker, Kupferschmied dahier mit Ernestine Philippine Karoline Rentz in Niedergirmes. Martin Adam Fischer, Lehrer dahier mit Susanne Albertine Diehl in Lampertheim. 25. Karl Wagner, Fabrikarbeiter dahier mit Elisabeth Zimmer Hierselbst. 26. Leon­hard Euler, Bäcker dahier mit Elisabetha Dorothea Bailli in Groß- Gerau. Albrecht Buch, Bäcker dahier mit Henriette Bertha Marie Helene Schwan hierselbst. Heinrich Lorenz Vogt, Kaufmann dahier mit Alwine Alma Oertel hierselbst.

Eheschließungen.

Am 22. Febr. August Klemmralh, Küfer dahier mit Minna Mathilde Friederike Ida Albett hierselbst. 28. Dr. Richard Louis Herz, Cemcker in Frankfurt a. M. nut Toni Pasch dahier.

Geborene.

Am 18. Febr. Dem Dreher Wilhelm Müller eine Tochter. 19. Dem Kutscher Ludwig Lepper ein Sohn, Wilhelm. Dem Küfer Norbert Körber eine Tochter, Karoline Luise. 20. Dem Feldwebel Ludivig Naab ein Sohn, Otto Heinrich Wilhelm. 21. Dem Uni­versitätsprofessor Dr. Alexander Leist eine Tochter. 22. Dem Straßenkehrer Justus Schäfer eine Tochter. 23. Dem Gärtner Eduard Rieger eine Tochter, Elsa Marie Christine. Dem Fuhr­mann Heinrich Abel ein Sohn. 24. Dem Schreiner Karl Andreas Schreier ein Sohn. Dem Fuhrknccht Johannes Rausch ein Sohn. 25. Dem Bauaspiranten Jean Neumann eine Tochter. Dem Tele­graphisten Karl Geitz eine Tochter, Helene. 27. Dem Taglöhner Heinrich Sauer ein Sohn, Heinrich Emil.

Gestorbene.

Am 23. Febr. Lina Charak, 1 I. a., Tochter des Milchhänd­lers Naftali Charak dahier. 24. Friedrich Schäfer, 42 Jahre alt, Buchdrucker dahier. Elisabeth Flocke, 11 Monate alt, Tochter des Wagenmeisters Phllipp Flocke dahier. 25. Regine Emilie Ohlgart, 59 Jahre all, Privattn dahier. 26. Johannette Heinz, 59 Jahre alt, Privat in dahier. Friederike Scharmann, geb. Herd, 73 Jahre alt, Privatin dahier. Emil Loos, 65 Jahre all, Goldarbeiter da­hier. 27. Heinrich Schmidt, 1 Jahr all, Sohn des Straßenkehrers Ludwig Schmidt dahier. Karl Philipp Eichenauer, 7 Monate all, Sohn des Fuhrmanns Konrad Eichenauer dahier.

Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.

Köln, 28. Febr. In der hier abgehaltenen Versammlung der Träger - undHalbzeugverbände wurde übereinstimmend ein guter Beschäftigungszustand, namentlich infolge der Aufträge aus

Die Buren.

Nun ja! Sie halten sich ja wacker, Das muß man ihnen sicher lassen: . Sie reiten wie der wilde Jäger Und wissen ihren Feind zu fassen.

Doch Helden? Nein! Nur echte Bauern: Dickköpfig, grob und zäh und trutzig: Dabei so sagen alle Quellen Ganz ohne Schliff und ziemlich schmutzig."

Wie! Wollt Ihr wahre Heldengröße Mit diesem kleinen Maßstab messen? Bedenkt: Auch Herniann, der Cherusker, Hat nie ein Taschentuch besessen. Benedikt.

Nur in Wasser gekocht

Der Durchfall ist in fast allen Kinderstuben Gast. Es sei er­neut die Aufmerksamkeit der Eltern auf ein längst und vor­züglich bewährtes Präparat, den echten Hausens Kasseler Hafer-Kakao gelenkt, welcher von mehr als 10000 Aerzten ver­ordnet wird. Nur in Wasser gekocht, leistet er vorzügliche Dienste; er beruhigt den Magen und Darm, indem er infolge seiner schleimigen Beschaffenheit den Reizzustand der Darm­wände so lange mildert, bis sich die natürlichen Darmschleim­häute nachgebildet haben, und führt dem Körper in leicht ver­daulichster Form die wichtigsten Nährstoffe zu. Bei chron. Magen- od. Darmkatarrh genügt Hausens Kasseler Hafer-Kakao während der Dauer eines Anfalles zur alleinigen Ernährung. Mau verlange möglichst genau Hausens Kasseler Hafer-Kakao in Apotheken u. Drogerien in blauen Kartons ä Mk. 1,, nie­mals lose. 663

Durchfall.

Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen.

I I

Höchste Temperatur am 27.-28. Februar + 12,6° C.

Niedrigste 27.-28. 0,4° C.

8

ebruar

Barometer auf 0° reduziert

Temperatur der Lust

Absolute Feuchtigkeit

Relative Feuchtigkeit

Windrichtung

Windstärke

Wetter

28.

236

740,6

4- 10,2

7,2

70

8.

2

Bew. Himmel.

28.

926

739,0

+ 3,6

5,5

93

NE.

2

Sternh.Himm.

1.

725

7374

+ 3,4

5,6

97

NE.

2

Regen.

Stets bewährtes Mittel gegen Bartflechten ist Oberweyers Herbaseife. In hunderten von Fällen größter Erfolg erzielt, laut vielen ärztlichen und privaten Zeugnfisen. Ein einziger Versuch zeigt schon die auffallende Wirkung der Seife. Bestandteile 90° 0 Seife, 2% Salbei, 3% Arnica, 1,5% arab. Wasserbecherkraut, 3,5% Harnkraut. Zu haben per Stück Mk. 1.25 in allen Apotheken und Drogetten oder durch den alleinigen Fabttkanten I. Gioth, Hanau cu M. 907

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Ein nahrhaftem,belebendes Getränk, welches einen wohlthuenden Einfluss auf die Nerven ausübt.

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riiip in Flaschen mit eingeprägtem Namen ist

Dr. HommeFs Haematogen echt. |

sich der Erfolg des Sardou'schen Stückes, nämlich aus der Geschicklichkeit, mit der der Autor seine Plattheiten mit buntem Theaterflitter zu dekorieren und mit Pikanterien zu würzen versteht. ist eine Toilettenszene, in der sich die zur Herzogin avancierte Waschfrau vor Schuster, Schneider und Lakaien so sans gene umzieht, als geschehe es vor ihren Kammerfrauen. Daß sie nicht auch noch die Wäsche wechselt, ist eine beinahe überraschende Rücksichtnahme. Da erzählt die nur eine Wunde tragende Heldin von einem Besuch im Dachstübchen Bonapattes, deffen Eindeutigkell durch die liebenswürdige" Annäherung Napoleons, der das Versäumte gern nachholen möchte, auch für die verständnislosesten Augen und Ohren mit aufdringlicher Deutlichkell illustriert wird, und da richtetFrau Ungeniert", um noch .ein Beispiel anzu­führen, an ihren Schuster eine Frage, die den braven Mikosch erröten machen würde.

Und all diese Sachen finden den ungeteilten Beifall eines Publikums, das die ernst-schöne Heyermans'scheHoffnung" für roh und brutal erklätt und hinter dem Fächer fi donc darüber zischelt. Fi donc ....

Das gestrige reichlich gefüllte Haus hat dieMadame Sans Gene" in erneuerter Gießener Be- und Entkleidung entzückend gefunden, zumal unser Gast, Frt. Phily Sch rot h, sich mit der gefährlichen Titelrolle recht geschickt und dezent abfand. Sie hätte über die schmierige Frage an den Schuster wohl mit leichterer Grazie Hinweggleiten und auch die er­wähnte Erzählung vom Dachstubenbesuch mehr als liebens­würdig scherzhafte Reminiszenz flüchtig daherplaudern können. Sonst aber fit die wirkungsvolle, manchmal freilich zu sehr auf den Effekt berechnete Prononcierung aller Spitzen und Schlager der Dialektik hervorzuheben. Ein etwas bescheidenerer

Vortrag allerdings würde mehr den Eindruck einer Natur­studie Hervorrufen. Für das Frische, Fröhliche, Resolute, für die burschikose Drolerie, wie für das Gutmütige fand Fraulein Schr. stets den rechten Ton, und auch das Weiche und Ge­fühlsinnige stand ihr nicht übel an, wenn auch z. B. gleich bei der Kunde, daß ihr Pflegling, Graf Neipperg, lebt, und dann noch manchmal im Laufe des Abends mehr Innerlich­keit eine höhere Künstlerschaft offenbart hätte. Die Umkleide- wie noch mehr die große Empfangsszene bringen Wider­sprüche in der Charakteristik, die Fräulein Schroth nicht ausglich. Küchendragonergeplauder und tölpelhafte Clown­scherze werden im nächsten Augenblicke durch anmutige Geistesblitze und tadellose Umgangsformen abgelöst. Hier fehlte in der Darstellung des Frl. Sch. das Vermittelnde. Ihre Figur paßt ja zu dem hier von Sardou geschaffenen Frauentypus; die Allüren der Herzogin erscheinen in ihrer Darstellung mehr als Maskerade wie die der Wäscherin. Alles in allem ist Frl. Sch. eine recht tüchtige Repräsentantin der Frau Ungeniert, bei aller Derbheit nicht ohne leise Anmut und etwas kokett sogar in ihrer ungeschlachten Noblesse; ohne etwa einem überkecken Soubrettengeist die Zügel schießen zu lassen, bemüht sie sich, ein glaubwürdiges Charaktergemälde zu schaffen. Vielleicht aber macht sie dadurch aus der französischen Spielerei mehr Ernst als sie wert ist. Ostentative Ansprachen an das. Publikum und Uebertreibungen gehören nun einmal leider zum reisenden Virtuosentum. So das Schlenkern und Werfen der Beine, das Zusammenwickeln der Schleppe rc. in der Ankleideszenc. Sehr hübsch sind einige kleine, den Eindruck völliger Absichtslosigkeit vortäuschende Züge, die der Gestalt einen Schein der Echtheit geben, so gelegentliche un­willkürliche Handbewegungen, als ob sie sich die Aermel auf-

I streifen wolle rc. Es verlautet, Frl. Schroth wird in den I nächsten Tagen noch einmal als Madame Sans Gene und dann noch als Zaza bei uns erscheinen.

Die übrige Darstellung der Komödie brachte nichts be­sonders Bemerkenswertes. Herr Ramsey er, der eine ganz gute Napoleonmaske bot, versuchte dem allzumenschlichen Imperator, einem Napoleon in Sedezformat nicht mit echt korsischem Inhalt, wohl aber mit arg verzeichneter Valloton- Einbanddecke, so gut es ging napoleonische Züge aufzuprägen. Aber der große Korse war nicht nur von verdrießlichem Jäh­zorn und genialer Entschlossenheit; auch im Jahre 1811 waren auf seinem Antlitz die fast jugendlichen Züge eines schwärmerischen Träumers noch nicht erloschen. Sonst sind, neben dem Marschall Leföbvre des Herrn Gerlach, die Kaiserschwestern der Damen Feige und Hohenfels her- vorzuheben. Alle übrigen Atollen sind so farblos gezeichnet, daß sie ihren Darstellern nur undankbare und den Zuschauer ermüdende Aufgaben bieten. P. W.

Aus Frankfurt schreibt man uns: Im Kunstsalon Hermes ist soeben die Ausstellung der Werke des Frank - furt-Cronberger Künstlerbundes eröffnet worden. Nun sind ferner in den Hermes'schen Sälen ausgestellt: Zwei Gemälde von Eugene Laennans-Brüffel, drei soeben fertig- gestellte Werke von Franz Courtens, sechs Landschaften von Emil Lugo, sechs neue Werke von Max Liebermann, Land­schaften von Fritz Thaulow, Viktor Gilsoul, A. I. Heymans, Leistikow rc. Mit Einzelwerken sind außerdem die Mehrzahl unserer ersten Meister vertreten, wie Lenbach, Thoma, Geb­hardt, Trübner, Menzel, Knaus rc. rc.