Nr« 51
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Drittes Blatt.
152. Jahrgang
Samstag 1. März 1008
GietzenerAnzeiger
" General-Anzeiger w
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
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verantwortlich: ür den polit. u. allgem. Teil: P. Wittko; für „Stadt und Land" und ,Gerichtssaal":R«Ditt- mann; für den Anzeigenteil: Hans Beck.
Kraf MLKr.
Heber die Rede des Grasen Pückler-Klein-Tschirrve, die wir in unserer Nr. 49 (Parlamentsausgabe) erwähnten, brachte die „Staatsb.-Ztg." ein ausführliches Referat, das in manchen Dingen ebensowenig mit unserem kurzen wie mit anderen längeren Berichten übereinskimmt. Die stärksten Beleidigungen der Polizei, die einer Aufreizung zu Ge- waltthätigkeiten gleichkamen, fehlen hier. Ob nun die anderen Referenten dem Redner Worte und ganze Sätze unterschoben haben, die er gar nicht gesagt hat, oder ob die „Staatsb.-Ztg." eine sorgsältige Ueberarbeitung des Manuskriptes der Rede vorgenommen hat, können wir von hier aus natürlich nicht feststellen. Die Hauptstellen aber wird ja wohl der überwachelwe Polizeileutnant fixiert, haben. Sollte es also nun zum hundersten Prozesse gegen den Grafen kommen, dann wird ja der authentische Wortlaut an den Tag kommen. Das uns vorliegende Referat des genannten Berliner antisemitischen Blattes enthält jedenfalls sowohl für Anti- wie Philofemiten und auch für jeden Unparteiischen, der sich von jedem für und wider in dieser Sache zurückhält, viel Interessantes und Charakteristisches, sodaß wir in nachstehendem die markanteren Stellen des gekennzeichneten Referates wiedergeben.
Auch heute — so heißt es in dem Referat der „Staats- bürger-Ztg." nach kurzer Einleitung — sind es nicht mehr die Ritter und die Edlen, welche die Leute schinden, sondern es sind die gottvergessenen schwarzen Judenkerle, es sind die gewissenlosen Hetzer und Lolksver- führer, welche das deutsche Volt ruinieren und verderben bis ins innerste Mark hinein. Quo usgue tandem Eatilina? so rusen wir jetzt der Judenbande zu. Wie lange wollt Ihr noch Hausen bei uns? Wie lange wollt Ihr unsere Geduld und unsere Langmut in Anspruch nehmen? Wie lange soll diese grenzenlose Jammer wirtschaft eigentlich dauern? Ihr habt uns lange genug gequält und geschunden, aus geraubt und ausgeplündert, wir wollen nichts mehr wissen von Euch, Ihr fremden Asiaten, wir werden dieser elenden Wirtschaft ein rasches und ein energisches Ende bereiten. Die giftigen Ratten, die scheußlichen Judenkerle, die treiben den gröbsten Unfug. Wer ist schuld an der revolutionären Bewegung? Doch nur die Juden! Die beiden Halunken Marx und Lassalle, die waren es, welche vor 30 Jahren die Sozialdemokratie ins Leben gerufen und eine mächtige Partei geschaffen haben, zu welcher gegenwärtig schon mehr als zwei Millionen deutscher Männer gehören. Ich prophezeie, daß sämtliche gekrönten Häupter binnen wenigen Jahren fallen werden von der Hand verruchter Meuchelmörder, wenn sie sich nicht endlich aufraffen zur energischen That. Die Juden Haben die Sozialdemokratie ins Leben gerufen, aus der Sozialdemokratie hat sich die Anarchie entwickelt, der ganze soziale Sumpf geht aus von der Judenbande, wenn wir das Geschwür heilen wollen am deutschen Volkskörper, dann, meine Herren, müssen wir hineinstechen bis auf den Eiterstock, sonst werden wir nicht gesunden; wenn man eine giftige Pfanze beseitigen wckl, so mu)ß man die Wurzel herausreißen; die Wurzeln der sozialen Krankheit sind aber die häßlichen, schmierigen, gottverfluchten Judenkerls, es sind die roten Ratten, welche wir zerschmettern müssen mit starker Faust, damit das deutsche Volk sich entwickeln kann gewaltiger Kraft. Alöchten unsere hochverehrten Fürsten
Juden jetzt energisch an den Kragen gehen, damit sie
ihr eigenes Leben retten und das des deutschen Volbes bewahren vor Schmack) und vor Schande; möchten sie mächtig in das Kriegshorn blasen, damit das ganze Volk sich geschlossen erhebt wie ein Mann. Aber nicht allein die roten Ratten, meine Herren, die sind uns verderblich und gefährlich; sonst noch viel schlimmer sind die goldenen Ratten. Das sind die dicken Bankiers, die Geldfürstw, die Börsenbarone, die Börsenmakler, die Finanzschwindler, die Halsabschneider, die Gauner und Betrüger aller Art, die sich mästen und bereichern mit dem Pfennig des armen
Mannes, welche das deutsche Volk quälen und schinden, aussaugen und ausplündern bis aufs Blut, bis aufs Hemd. Tie meisten Staaten Europas sind finanziell vollständig abhängig von den Juden. Tie Juden dirigieren die Völker zum Krieg und Frieden. Wie lange wird es dauern, dann haben die jüdischen Geldbarone unser ganzes nationales Vermögen tn den Händen; und wenn wir nun in einen auswärtigen Krieg verwickelt werden, dann werden die jüdischen Geldbarone sagen: „Nee, mer pumpen nicht", dann müssen wir wieder nach Hanse gehen. Schmach der Nation, die ihre Treier und Groschen nichr allein zusammenrechnen kann; Schmach der Nation, die finanziell vollständig abhängig ist von einem hergelaufenen Gesindel. Im Jahre 1874 verstarb der Wiener Rothschild, der Chef des österreichischen Hauses, er hinterließ em Vermögen von 400 Mill. Gulden; dabei hieß er aber allgemein der arme Rothschild, da er der ärmste war von den Geschwistern. Der Londoner Rothschild ist die reichste Ratte von allen, dann kommt die Pariser Ratte, deren Vermögen schon im Jahre 1850 auf drei Milliarden angegeben wurde. Sie sehen, meine Herren, welch ungeheuren Reichtum diese eine Familie in ihren Händen vereinigt. Wehe aber den ungluackchen Völkern, die seufzen müssen unter der Tyrannei dieser fremden Asiaten; sie haben ihre Freiheit, ihr Glück, ihre Selbständigkeit, ihre nationale Eigenart schon lange verloren und liegen in den Ketten der scheußlichen und habgierigen, goldenen Ratten. Das Wort des Juden Cremieux in Frantreich ist dqher beinahe zur Wahrheit geworden, welches lautet: „Ein neues messianisches Reich, ein neues Jerusalem muß entstehen an Stelle der Kaiser und Päpste". Derselbe Jude Cremieux hat ferner geäußert: Wir laufen schnell, wir Kinder Israels, wir machen Riesenschritte. Und in der That, er hat recht gehabt. Sehen Sie nicht, meine Herren, wie sie geschäftig hin und herlaufen, die goldenen Ratten, in allen deutschen Gauen, wie sie schuften und gaunern und schachern, wie sie einen deutschen Mann nach dem andern vernichten und ruinieren. Sehen Sie nicht, wie die schwarzen Aeuglein listig glänzen, wenn es gilt, einen dummen Teufel zu überlisten und zu betrügen; wie sie schwatzen und plappern, reden und feiern, um das unglückliche Opfer vollständig zu vernichten; die Ratten, meine Herren, die goldenen Ratten, die find unser Unglück, unser Verderben; darum, deutsches Volk und Deutscher Kaiser, seid aus Eurer Hut, damit die Ratten Euch nicht vernichten. Deutscher Kaiser, jei hart und schneidig gegen das fremde Gesindel, sei hart gegen das wüste Treiben an der Börse, sei hart gegen die jüdischen Schwindler und Halsabschneider und Gauner, sei hart gegen die Finanzbarone und Börsenjobber. Siehst Du nicht, wie Dein germanischer Stamm von fremden Asiaten vernichtet und vollständig zu Grunde gerichtet wird? Rührt Dich nicht das traurige Geschick Deiner Offiziere und Teiner Beamten, welche von den jüdischen Vampyren und Wucherern zu Tode geschunden werden? Tie Rote und die Goldene Internationale, die wollen den Ruin der bestehenden Gesellschaft; die goldenen und die roten Ratten, die müssen uns ruinieren und vernichten, wenn wir dieser Gesellschaft nicht endlich entgegentreten mit rauher Kraft und mit eiserner Faust. Oder glauben Sie, daß wir imstande sein werden, allen äußeren Feinden erfolgreich Widerstand zu leisten, wenn wir im Lande zwei Millionen Juden und zwei Millionen Sozialisten haben? In zwanzig Jahren werden wir voraussichtlia) zwei Millionen Juden haben. Sie werden fragen, wie ist denn das möglich? Die lieben Nachbarn aus Oesterreich, aus Polen, aus Ungarn und Galizien, alle die Heben Cohns, die Manasses, tue Ephraims und Isaaks, deren wir schon so viele haben, die werden uns alle erfreuen mit ihrem liebenswürdigen Besuch und weiter herbeiströmen in hellen Scharen; und die blondbärtigen Germanen werden ruhig zusehen und das Gesindel hausen lassen; denn sie haben nicht mehr die Kraft und die> Energie, sich entschieden dagegen zu wehren. Wir werden dann keinen deutschen Richter und Anwalt mehr besitzen, keinen deutschen Bankier, keinen christlichen Kausmann, keinen
deutschen Mediziner, keinen deutschen Professor. Die Armee wird sich ja noch eine ganze Weile halten auf der Höhe der Situation, aber mit der Zeit wird sie ebenfalls demoralisiert werden von dem jüdischen Geist. Ich bin der Ansicht, daß wir die drohende Katastrophe noch leicht vermeiden können, wenn die ganze Nation sich jetzt geschlossen erhebt wie ein Mann und dem frechen Judentum energisch an den Kragen geht. Entscheiden sich unsere hohen Herren, für die Germanen, nehmen sie endlich Stellung zu den nationalen Parteien, dann wird das ganze deutsche Volk den Fürsten begeistert zujubeln; sie werden populärer werden denn je und werden ihre Macht, ihr Ansehen und ihre Throne fest und sicher begründen auf viele Jahrhunderte, sollten jedoch die Fürsten mit den Juden weiterregieren, oann werden sie dereinst mit Schrecken erkertnen, welch,' giftige Kanaillen, welch' scheußliche Halunken sie groß gezogen, sie werden an diesen falschen Freunden elendiglrchj zu Grunde gehen. Tas Unglück unserer verehrten FürstM find die Höflinge, die Judenfreunde und die Juden- genossen, die sich massenhaft herumtreiben in der dtähe der Throne.
Aber nicht nur unter den Höflingen giebt .es Juden- freunde und Judengenossen der allerfcylimmsten Art, sondern auch bei laHen Behörden, an den Gerichten rc., da wimmelt es von diesen Leuten. Ich kann zum Beispiel nichtbegreifen,warummaiimichfortwährend an klagt, verurteilt und verhaftet; ich thue doch eigentlich nichts Unrechtes, wenn ich das deutsche Volk zu den Waffen rufe und den energischen Kampf gegen das Judentum predige. Es ist eine schwere Last und eine große Bürde, die ich auf mich genommen, und ich hatte nach meiner Ansicht eher den Orden pour le nierite verdient, als eine Verhaftung. Vor allen Dingen brauchen wir wieder einen energischen und kraftvollen Kanzler, der sich nicht fortwährend fürchret, sondern eine schneidige und zielbewusste auswärtige Politik betreibt; leider haben wir gegenwärtig keinen passenden Mann, vielleicht ist Herr Generaldirektor Ballin die geeignete Persönlichkeit,jedenfalls wird dieser hervorragende Vertreter des internationalen Judentums ja immerfort eingeladen bei Hofe, man; muß doch etwas vorhaben mit dem Mann; ich rate daher dem Grafen Bülow dringend, schleunigst seine Demission, einzureichen; denn einen schneidigeren und tüchtigeren Kanzler als den Juden Ballin können wir jedenfalls nicht mehr finden in Deutschland. Bedenken Sie, meine Herren, das wird eine heitere Wirtschaft sein, wenn dieser Jude wird hausen in der Wilhelmstraße und das große Wort führen, die deutschen und die germanischen Leute müssen dann schweigen. Ich möchte aber wissen, wer den Juden Ballin fortwährend hinschafft an den Hof, und Sie werden mir alle rechr geben, wenn ich behaupte, in der Nähe des Thrones da wimmelt es von Judenfreunden und Judengenossen, sonst wäre es ganz unmöglich, daß dieser Mann dort fortwährend gesehen und eingeladen wird. Drum, Landgraf, Landgrqf, werde hart wie Eisen und bedenke den unermeßlichen Ernst dieses Augenblicks.^ Nicht Herr Ballin und Genossen sind Deine wahren Freunde, sondern die Söhne der deutschen und germanischen Familien, die stehen auf Deiner Seite, deren Väter unter den Hohenzollerni in hundert Schlachten gekämpft, geblutet und gelitten haben und welche Deinen erhabenen Thron hindurchgerettet durch manche blutige Katastrophe; nur auf diese Leute ist Verlaß in der Stunde der Gesayr, und nicht auf die Juden. Einer der größten Monarchen aller Zeiten war König David von Israel. Dieser Mann war allerdings ein Semit, aber Sie müssen bedenken, meine Herren, daß die Juden im Altertum viele große Männer, Könige und Propheten hervor- gebracht haben; König David hat in seinem Leben oft und schwer geirrt, aber er that dann stets Buße in Sack und Asche und so wurden seine Sünden vergeben und Jehovah erfüllte sein Herz immer wieder mit neuer Kraft und neuer Siegeszuversicht; wundervoll und ergreifend sind die herrlichen Psalmen, die jener Mann gedichtet, sie liefern uns
■gfaubmien aus der Kaiserstadt.
(Nachdruck verboten.)
Nochmals Hutermanu. — lieber den Wassern. — Straßenbahn- Fortschritte. — Das wohlthätige Berlin.
Mitten in dem Trubel der nervösen Berliner Lochsaison, wo man von Alpenfesten, die bis an den Plafond der Fest- säle reichen, herniedersteigt zu Veranstaltungen auf dem Meeresgrund, in denen man als Qualle, Hummer oder „stachlichter Roche" Herumlaufen kann, hat der junge Geiger, der direkte Erbe aller Meister der Violine, noch ein drittes Konzert gelegt, um den kühlen Berlinern, den verwöhnten Hörern eines Joachim, zu zeigen, daß die entzückende Kunst Paganinis nicht untergegangen ist. Es war ein Abend, der beiden vorhergehenden würdig, wenn auch das Programm nicht die Tiefe und Gediegenheit derselben aufwies. Der junge Meister wollte seinen Hörern zeigen, daß er alte die Virtuosen-Kunststückchen, durch die Sarasate rc. so verblüffen, mit derselben spielenden Leichtigkeit beherrscht, mit der er die Fülle und Gewalt großer, köstlicher Tonschöps- ungen von Brahms und Beethoven zum Vortrag bringt. Seine Wiedergabe der Carmen-Phantasie von Sarasate war ein Meisterstück allerersten Ranges, und das sonst so kühle Berliner Publikum war geradezu aus dem .Häuschen und konnte sich in der Ehrung des ebenso schlichten wie gewaltigen gottbegnadeten Künstlers nicht genug Hun. Und dabei hat der Jüngling den ganzen köstlichen Weg des Ruhms noch vor sich — und toiro noch viele Tausende und Abertausende mit seinen bezaubernden Tönen entzücken, die an die träumerische Kunst jenes Heini von Steter erinnern, von
dem Scheffel sagte: „Der aber hebt schweigend die Fiedel zur Brust, brütend, halb geigend, des Volks unbewußt. Leis knisternd strömt Feuer um Saiten und Hand. . .
Tendenziöser kommt einer, der uns von der Bühne herunter gepackt hat, in diesen Februartagen. Es istGeorg Engel, der schon mit manchem Roman der deutschen Leserwelt Proben feiner frischen Begabung geschenkt. Sein Stück spielt in der meer- und sturmdurchbrausten Heimat Spiel- hagenscher Helden, in Vorpommern. Aber es sind nicht baronisrerte Halbgötter voll weltumstürzlerischer Ideen, die er uns vorführt in seinem Drama ,,lle b er den Wasser n", sondern ein paar Seelenhirten, die im schroffen Gegensatz zu einander stehen. Der eine, geächtete, ab gesetzte, ist der große Vergeber, der wahre Vertreter christlicher Duldsamkeit und Nächstenliebe; der andere, der junge Eiferer und Heißsporn, der schließlich im Brausen des Sturmes, unter den düsteren Flügelschlägen des gigantischen Schicksals, das die Menschen des Dramas zu zermalmen droht, zur reiferen und milderen Weltanschauung seines Vorgängers bekehrt wird. Es ist kein allzu neues Thema, das sich Georg Engel da erwählt hat; aber er hat es mit einer Kraft und Innerlichkeit durchgeführt, die dem Stück eine tiefe Wirkung verleihen. Georg Engel hat sich seine Lorbern mit voller Berechtigung geholt.
Die Verwaltung der Straßenbahn, die jahrelang in einem sehr bescheidenen Tempo Einrichtungen zur Verhütung von Unglücksfällen in ihrem großen Betriebe getroffen hat, befleißigt sich in letzterer Zeit eines erfreulichen Eifers. Nicht nur,, daß die federnden Schutzvorrichtungen an der Vorderseite der Wagen, nachdem sich ihr praktischer Nutzen mehr und mehr erwiesen, überall an
gebracht werden, hat sie auch durch gewissenhaft« Instruktion ihrer Schaffner dafür Sorge getragen, di^früher so häufigen Vorkommnisse durch falsches Abspringen rc. zu verhüten. In den meisten Wagen trifft man jetzt sogar ein illustriertes Plakat, auf dem das Publikum über das richtige und falsche Absteigen vom Perron belehrt wird. Freilich könnte die Sache, die zweifellos Geld genug gekostet hat, etwas klarer und anschaulicher sein. Aber schon der gute -Wille, der sich durch diese Einrichtung kennzeichnet, wirkt erfreulich. Und wenn die Aktionäre der Gesellschaft auch in diesem Jahre nur ?i/2 Prozent Dividende ein» heimsen, so werden sie dabei nicht gleich zu Grunde gehen. Sind sie doch immer noch besser daran, als die Inhaber der Omnibus-Aktien, die mit einem einzigen Prozent zufrieden sein müssen, und im nächsten Jahre das möglicherweise auch nicht mal erreichen.
Auf dem Gebiet des nimmer rastenden Berliner Wohl- thätigkeitssinnes ist neuerdings unter der Aegide des bekannten Grubenkönigs, Gras Douglas, eine bemerkenswerte Einrichtung getroffen, die, wenn sie in größerem Umfange durchgesührt wird, zweifellos von vielem Segen sein kann. Es ist das eine Art ambulanter Volks k ü ch e n^ Für das denkbar geringste Geld wird Arbeitern Kaffee, Suppe rc. ans durch die Straßen fahrenden Wagen zugänglich gemacht, sodaß sie während der Arbeitspausen nicht mehr darauf angewiesen sind, in die bierdunstigen Kneipen zu laufen. Jedenfalls eine Wohlthat, die vielen Familienvätern hochwillkommen gewesen ist und sein wickd. Wenn sie nur im großen Stile durchgeführt werden könnte!
A R.


