Ausgabe 
1.2.1902 Drittes Blatt
 
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Üblich sei, bestellte, aber nicht abgenommene Waren ander­weitig zu verkaufen. Eine Entfernung des Aufdrucks sei in dem vorliegenden Falle auch gar nicht möglich gewesen. Es liege also kein Rcchtsirrtum, sondern ein thatsächl.chcr Irrtum vor, und die Angeklagten seien freizu,prechen. Das Gericht, unter dem Vorsitze des L.-G.-Direktors Dr. Colnot, erklärte nach kurzer Beratung, daß das Urteil am nächsten Mittwoch Derkündet werden soll.

Thorn, 30. Jan. Gegen den seit Ende Oktober in Untersuchungshaft befindlichen Zahnarzt Dr. Grün, dessen Verhaftung das größte Aufsehen erregte, hat die Staats­anwaltschaft nunmehr die Anklage wegen Verbrechens nach § 176, 2 des Strafgesetzbuches erhoben. Die Anklage wird in der ersten diesjährigen Schwurgerichtsperiode am hiesigen Landgericht hier zur Verhandlung kommen. Grün wird beschuldigt, sich gegen ein ihn konsultierendes Dienstmädchen während der Narkose sittlich vergangen zu Haben.___________

Vermischtes.

* Mannheim, 30. Jan. Unter dem Verdachte, das Attentat auf die Tochter des früheren Ratschreibers Wahl ausgeführt zu haben, von dem wir dieser Tage berichteten, wurde, wie dieN. Bad. Landesztg." meldet, ein junger Bursche von hier, Namens Ludwig, verhaftet- Diese That stellt sich als Racheakt heraus, da L. genanntem Blatte zufolge, früher versucht haben soll, mit Fräulein Wahl ein Liebesverhältnis anzuknüpfen, und von dem jungen Mädchen abgewiesen worden ist.

* Scheintot. In dem Dörfchen Stockum im^Ober- toesterwald war vor einigen Tagen eine Wöchnerin in Starr­krampf verfallen und es wurde angenommen, sie sei gestorben. Die Angehörigen hatten sie schon mit den Totenkleidern versehen, uird das Sterbezimmer als solches eingerichtet. Ms nach mehreren Stunden jemand dieses Zimmer betrat, sah er zu seinem freudigen Erstaunen, daß dieTote" im Bette aufrecht saß- Leider hielt die

Auferstehung nicht lange an, denn am selben Tage noch starb die junge Frau. Es trat hier der wohl seltene Fall ein, daß am Sonntag morgen von der Kanzel in Rotzen­hahn die Beerdigung verkündigt, dieselbe aber am Nach­mittag im Gottesdienst wieder abgesagt, und am Montag morgen von neuem verlesen wurde.

* Die ärztlichen Promotionen in Deutsch­land haben sich, wie die amtliche Statistik für das letzte Sommersemester 1901 ergiebt, interessant gestaltet. Bon den 529 Promotionen, die auf den gesamten 20 deutschen Universitäten stattgefunden haben, entfallen allein 504 aus ärztliche. Dabei hat sich das Verhältnis im Laufe der letzten Jayre noch zu Gunsten der Aerzte verschoben, weil nach den neuesten Bestimmungen für diejenigen, welche das Staatsexamen iioch nicht bestanden haben, eine bedeutende Erschwerung bei der Erlangung der Doktorwürde gegen früher geschossen ist. Nur 25 Mediziner, welche noch, nicht Aerzte waren, haben promoviert. Unter den 504 ärztlichen Promoventen befanden sich nur 24 Ausländer; hiervon waren die meisten, nämlich 11, Russen, es folgten je 3 Ja­paner und Oesterreicher, 2 Nordamerikaner und je em flirte, Grieche, Bulgare, Aegypter und Niederländer. An der Spitze der Zahl der Promovierten steht unter den 20 deut­schen Universitäten nicht etwa Berlin; es rangiert vielmehr erst an fünfter Stelle. Es gehen der Reichshauptstadt voraus an erster Stelle Leipzig mit 96 ärztlichen Promotionen, an zweiter Stelle München mit 76, dann folgt erst eme preu­ßische Universität, nämlich, Kiel, an vierter Stelle steht wieder das bayerische Würzburg mit 37 Promotionen, erst dann ko mutt Berlin mit 30 Promotionen. Gar ferne ärzt­lichen Promotionen haben in Erlangen, als einziger Uni­versität, stattgehabt. Dagegen übt Berlin das größte Gast­recht für. die Ausländer aus. Von den 24 Ausländern, die auf den gesamten 20 deutschen Universitäten den ärzst- lichen Doktortitel erwarben, promovierte beinahe die Hälfte, nämlich 1b- in Berlin.

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Prospecte,Muster,Beweise übtrBewjhrunf V sendet portofrei der Fabrikant

Wasserdichter Ab schlusSx Luftund fester haltbarer yA YerputzdurchBekleidungmit-^fsl.

Zu haben in Gießen auf dem HaorMager bei Herrn Emil

Horst, Riegelpfad. 175

Warnung vor Fälschung

i in Pillen noch in Pulverform noch mitCacao WCuvl gemischt, sondern . 179

in Flaschen mit eingeprägtem Namen ist

nur Dr. Homme Fs Haem-togen echt. |

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15 Minuten erreicht werden

Der Vorstand; G. Dahmer.

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rod.

Freitag den 7. Februar L Fs., nachmittags 1 Uhr, oll auf dem Gemeindchause dahier die der Gemeinde Lang- Göns zustehende Jagd, zirka 1120 Hektar Feld und 400

Stadt Gießen. Wolff.

Holz-Versteigerung

in der Iürstlichen Köerförsterei Lich.

Steinbach, 29. Januar 1902. Gr. Bürgermeisterei Steinbach. Krämer.

Dienstag, den 4. Februar 1902, vormittags 11 Uhr, soll im GarnisowLazarett-Gießen die Lieferung der für das Rechnungs­jahr 1902 erforderlichen Ber- pflegungsbedürfniffeeinschllcft- lief) Eis, ausschließlich derFleifch- wareu, verdungen werden. Zu gleicher Zeit ist auch die Abnahme der gewonnenen Küchcuabfälle, Brotreste und Knochen zu ver­geben.

Die Bedingungen können wäh­rend der Dienslstunden int Ge­schäftszimmer des Lazaretts ein­gesehen werden und müssen vor Begum des Termins durch Unter­schrift anerkannt sein. 711 Grost.h. Garnisons-Lazarett.

General-Vertreter: A. Collin, Kaiserstrasse 6u, Franfurt a. 21.

Der Anfang und die Zu­sammenkunft morgens 9>/z Uhr in der Embach zunächst der Kreisstraße Steinbach-Oppen-

ilaH Jamgj

KroWrzogt. K-ounttr 2. Klaffe.

Klein-Linden, Frankfurterstraße 14. 835

Kekamümachung.

Das Haus Maigasse 9tr. 7 ist per 1. März 1902 zu ver­mieten. Nähere Auskunft er­teilt das Armenamt Bürger­meistereigebäude Zimmer Nr. 4.

Gießen, 21. Januar 1902.

Die Armen-Deputation der

Holz - Versteigerung.

Aus den Abteilungen Brauhof 2, Hasenkopf 6 und Brau­hofsberg 43 werden versteigert:

Dienstag den 4. Februar d. I.: 1 Buchenstamm von 60 cm Durchm., 6 m Länge mit 1,70 fm; 1 Linden­stamm von 31 cm Durchm., 10 rn Länge mit 0,75 fm; Buchen: 45 rm Scheiter, 51,7 rm Knüppel; 5560 Wellen, 109 rm Stöcke; Eschen: 3 rm Knüppel; Eichen: 12 rm Scheiter, 15 rm Knüppel, 1020 Wellen, 40,6 rm Stöcke; Elsbeeren: 2 rm Knüppel; Nadel: 1,6 rm Knüppel; Erlen: 2 rm Scheiter, 11,4 rm Knüppel, 5 rm Stöcke; Linde: 3 rm Scheiter; Weichholz: 1100 Wellen.

Das in Brauhofsberg 43 lagernde Buchen-, Eschen-, Eichen- und Nadel-Scheiter-, Knüppel-, Reisig- und Stock­holz wird nicht vorgezeigt; es kommt gegen Mittag im Brau- hof zum Ausgebot; Steigliebhaber wollen dieses vorher ein­sehen. Zusammenkunft morgens 9i/2 Uhr im Hasenkopf, am Forstgarten.

Nähere Auskunft erteilt der Großh. Forstwart-Aspirant Dietrich zu Baumgarten.

Gießen, den 21. Januar 1902.

Großherzogliche Oberförsterei Schiffenberg.

nach Birklar treffen.

Dienstag; den 11. Februar, vormittags 9*/2 Uhr, im Distrikt Meilvach:

Buchen: 500 rm Scheiter, 150 rm Knüppel, 200 rm Stocke, 5600 Wellen; Eichen: 2,8 rm Scheiter, 29 rm Knüppel, 30 rm Stöcke, 460 Wellen; Nadelholz: 2 rm Knüppel, 19 rm Stöcke, 380 Wellen; 1 rm Elsbeer-Knüppel; 1800 Weichholz-Wetten.

Z Stück Eichen - Schnittholz 3,20 fm; 9 Stück Buchcn- Schnittholz (4564 cm Durch.) = 12,91 fm.

Die Zusammenkunft ist aus der Ehaussee LichHattenrod, dort, wo sie vont Weg von Burkhardsfelden nach Nieder-Bessingen ge­schnitten wird.

Lich, den 30. Januar 1902. 938

Fürstliche Oberförsterei.

30

6

101

50

2400

Geschäfts-Eröffnung.

Den verehrlichen Bewohnern von Klein-Linden, Gießen und Umgebung zur gefälligen Nachricht, daß ich seit dem 2. Januar die geometrische Praxis betreibe und halte mich in allen in meinem Fach vorkommenden Arbeiten bestens empfohlen.

WlMMchilW.

Dienstag, 11. Februar 1902, nachmittags 1 Uhr, soll in der Wirtschaft Heinrich Kaiser dahier die Gemeinde-\ jagd auf weitere sechs Jahre verpachtet werden. Dieselbe umfaßt eine Fläche von zirka 3737 Morgen.

Bemerkt wird, daß die Bahn durch den Jagdbezirk läuft und ausgestiegen werden kann.

Ilbeshausen, 28. Jan. 1902. Großherzogl. Bürgermeisterei.

Löffler. 924

Zinn I. dahier verpachtet Hektar Wald enthaltend, in lüerbem 939

drei Abteilungen auf weitere Bemerkt wird, daß das Jagd- 6 Jahre verpachtet werden. ^lstet 1939 ha, darunter Lang-Göns, 27. Jan. 1902. 120 ha Wald umfaßt und von Großherzogl. Bürgermeisterei ben Bahnstationen Lauterbach Lang-Göns. 869 unb Wallenrod in 10 resp.

Orts-Kmkcnkch Gießen.

Unter Bezugnahme auf die Veröffentlichung Großh. Bürgermeisterei Gießen vom 11. Januar l. I., betr. Aus­führung des Krankenversicherungsgesetzes, fordern wir die Herren Arbeitgeber der Handelsbetriebe, soweit sie Handlungs­gehilfen und -Lehrlinge, welche bis jetzt noch nicht ver­sicherungspflichtig waren, beschäftigten, auf, solche mit Wirkung vom 3. Februar 1902 bei unserer Kassenstelle anzumelden.

Von der Anmeldung srnd ausgeschlossen:

1. solche Handlungsgehilfen und -Lehrlinge, welche bereits bei einer dem § 75 des Krankenversicherungsgesetzes genügenden Hilfskasse versichert sind,

2. diejenigen, welche nicht gegen Lohn oder Gehalt be­schäftigt werden; als Lohn oder Gehalt gilt auch Naturaloerpflegung.

Die selbstständigen Gewerbetreibenden, soweit sie freien Hilfskassen nicht angehören, welche in eigenen Betriebs,tätten im Auftrage und für Rechnung anderer Gewerbetreibender mit der Herstellung oder Bearbeitung gewerblicher Erzeugnisse beschäfttgt werden (Halisindustrie) und zwar auch für den Fall, daß sie die Roh- und Hilfsstoffe selbst beschaffen und auch für die Zeit, während welcher sie nur vorübergehend für eigene Rechnung arbeiten, wollen ihre Anmeldmigen ebenfalls bis zum 3. Februar l. I. bewirken.

Sollte über die eine oder andere Frage noch Unklarheit herrschen, so ist unsere Geschäftsstelle, Ludwigstraße 12, gerne bereit, Auskunft zu erteilen.

Es sollen versteigert werden:

Montag den 10. Februar, vormittags 9/2 Uhr, Distrikt Kard und in ben Kardantagen:

Buchen: 130 rm Scheiter, 30 rm Knüppel, 104 rm Stocke, 1800 Wellen; Eichen: 21 rm Scheiter, 58 rm Knüppel, 100 rm Stöcke, 1700 Wellen. 2 Stück Eichen-Schnittholz 2,03 fm; 6 Kiefern 2,54 fm.

In der Kardankage: 4 rm Linde-Rundscheit, 2 rm Buchen- Knüppel, 19 rm Weichholz-Knüppel, 2 rm Buchen-Stöcke, 13 rm Weichholz-Stöcke, 600 Weichholz-Wellen. Ferner: 3 Linden-Ab­schnitte 1,01 fm, 4 Akazien 1,05 fm, 1 Ulme 0,06 fm, 25 Eschen 5,66 fm, 38 Ahorn 5,14 fm.

Zusammenkunft auf dem Wege von Lich nach Birklar über die Hard, beim Ausgang aus dem Walde. Leute, die über Koln- hausen kommen, gehen am besten den stracken chaussierten Weg über die Hard bis ebenfalls zum Ausgang nach Birklar hm. Leute, die von Mufchenheinr kommen, aehen am besten am östlichen Waldrand der fürstlichen L>ard entlang, bis sie den Weg von Sich

Jagd Verpachtung.

Die der Gemeinde Maar zustehende Feld- und Wald­jagd soll Mittwoch, 12. Fe­bruar d. I., nachmittags 2 Uhr, auf weitere 6 Jahre in der Wirtschaft bei Johannes

Gothaer Lebensversicherungsbank.

Versicherungsbestand am 1. Dezember 1901 806' . Mill. Mark.

Bankfonds ,, ,265" m ,

Dividende im Jahre 1902: 30 bis 13»70 der Jahres-Normal-

Prämie je nach dem Alter der Versicherung.

^etfrdct: Heinrich Hochreuther, 56 Südanlage 5.

Wuhholz-Iersteigerrmg.

Freitag den 7. Februar, vormittags 10 Uhr cmfangend, sollen im Gemeiudewald Waldgirmes, m ben Distrirten Bannhardt, Hainauerwäldchen und Dickdell 137 Eichen-Stiimme von 312 Mtr. Länge und von 25131 Cmtr. Durchm., zusammen 118 Fstm. hallend, sowie 4 RM. Eichen-Nutzscheit (Küferholz), und 2 Rm. Eichen-Nutzknüppel, 2 Mtr. lang, versteigert werden.

Die Eichen-Stämme eignen sich zu Schreiner- und Glaserholz. Zusammenkunft bei dem Distrikt Bannhardt, an der Markwiese.

Im Anschluß an die Versteigerung der Eichen-Stämme sollen in den Distrikten Böskappel, Pferdheck und Köhler­wald 263 Nadelstämme von 1022 Mtr. Länge und 1531 Cmtr. Durchm. und 136 Stangen I. 11. und III. Klasse versteigert werden.

Waldgirmes, den 29. Januar 1902.

929 Bernhardt, Bürgermeister.

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Benz & Co., Rheinische Gasmotorenfabrik, Act.-Ges., Mannheim.

Neuer Kraft-Gasmotor

BENZ

sein Gas selbst erzeugend.

Betriebskosten

pro Pferdekraft und Stunde, je nach Grösse des Motors.

Gas-, Benzin- und Spiritusmotoren, Benzin- und Spirituslocomobilen, Motorwagen.

Prospecte und Kostenanschläge gratis.

Buchen-Durchforstungs- Wellen,

Eichen - Durchforstungs- Wellen, rm Erlen-Knüppcl, ,, Stöcke,

Nadel-Knüppel, Stöcke,

Nadel-Reiser.

Iagdverpachtung. ^Freitag ben 7. Februar 1902, vormittags 11 Uhr, soll im Gemeindehause dahier unter den daselbst bekannt ge­macht werdenden Bedingungen die hiesige Gemeindejagd, um- ässend 1200 Hektar, davon 300 Hektar Wald, in zwei Abteilungen auf weitere sechs Jahre verpachtet werden.

Wieseck, 13. Januar 1902. Großh. Bürgermeisterei Wieseck.

Sommer lad. 475

kann und daß in demselben ein guter Rehstand vorhan-

Mittwoch »en 5. F-bruar, I 28 ganuca. 1902. nachmittags 2 Uhr, Bürgermeisterei Maar.

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daselbst bekannt gemacht wer-

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Gemeinde-Feld- und Wald- Nächsten Dienstag, den jagd auf weitere 6 Jahre ver- 4. Februar 1902 soll in dem pachtet werden. Steinbacher Gemeindewald

Göbelnrod, 16. Jan. 1902. Distrikt Embach, Heegheck und Gr. Bürgermeisterei Göbelnrod. Amcisekopf folgendes Gehölz Damm. 616 versteigert werden.