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1942:Der Einbruch der pazifischen Katastrophe hat einen Rohstoffmangel in den wichtigsten Rüstungs­materialien gezeigt, der eine radikale Umstel­lung der Kriegsproduktion notwendig gemacht hat. Die Ankurbelung der amerikanischen Gesamtpro­duktion ist längst nicht in dem Ausmaße gelungen, wie es ursprünglich geplant war. Die Kapazität ein­zelner Zweige der Rüstungsindustrie hat sich zwar erhöht, aber diese Teilerhöhungen stehen in keinem Verhältnis zu der Gesamtentwicklung, die infolge Rohstoff, und Facharbeitermangels stagniert. Die Gesamtproduktion der USA. liegt heute nicht, höher als vor einem Jahr."

Neben dem chronischen Rohstoffmangel hat sich der für das Produktionsprogramm erforderliche Emsatz der Arbeitskräfte als eine unüberwindliche Grenze für die Verwirklichung der Rüstungsphan­tasien Roosevelts herausgestellt. Entscheidend ist der Mangel an Facharbeitern. Aus der amerikanischen Fachpresse ergibt sich, daß von 100 Beschäftigten in den Rüstungsbetrieben 24 ungelernte, 41 halb- ausgebildete und 35 gelernte Facharbeiter gebraucht werden, d. h. unter den für die Durchführung des Rooseveltfchen Mammutprogrammes erforderlichen 30 Millionen Arbeitskräften in den Rüstungs­industrien müssen über 10 Millionen gelernte Fach­arbeiter sein, die innerhalb der zweifellos großen Avbeitsreseroen erwerbsfähiger Personen weder vorhanden sind noch in absehbarer Zeit erreicht werden können. Dagegen ist es eine Tatsache, daß das Menschenreservoir der Dreierpaktmächte, das sich seit Kriegsausbruch verdreifacht hat, mit Bezug auf Facharbeiter weit größer ist als das ihrer Gegner.

Und was die Organisation der Wirt­schaft betrifft, so brauchen wir als autoritärer Staat, der seit vielen Jahren gemeinwirtschaftlich ausgerichtet ist, am wenigsten auf diesem Gebiet den Vergleich mit den Vereinigten Staaten zu scheuen. Die Zukunft wird erweisen, ob das kapi­talistische Amerika, das der Inflation entgegen» steuert, den Geist der Gemeinschaft, die rdelle An­triebskraft und die Konzentration aller Kräfte auf- bringt, die die deutsche Nation auch wirtschaftlich zu einer Einheit zusammengeschweißt hat.

Ausschlaggebend für die Kviegsrüstung eines Lan- des aber ist vor allem die Qualität b*e r Waf­fen, die tatsächlich erzeugt werden. Die USA.-Zeit- schriftAtlantic" trifft hier den Nägel auf den Kopf, wenn sie in ihrer Augustnummer schreibt, die Amerikaner behaupten immer, daß das Kriegs­material allein den Krieg gewinne. Ihnen sei der Begriff der Quantität derart in Fleisch und Blut übergegangen, daß sie sich auch in diesem Kriege an möglichst hohen Produktionsziffern wahr­haft berauschten und schon glaubten, das Ringen fei für sie gewonnen. Jetzt nach dem Kriegsver­lauf in Afrika sehe man endlich in den USA. ein, daß es nur einen richtigen Weg für die alliierte Rüstungsproduktion gebe, und das sei der, quali­tätsmäßig stets den Achsenmächten in der Kriegsproduktion einen Schritt voraus zu fein dieses Ziel zu erreichen, sei aber äußerst schwer, da man bisher immer mindestens einen Schritt hinter dem Feind herhinke.

Aber am Ende ist auch die beste und größte Waftenproduktion zwecklos, wenn sie nicht über das Meer an ihren Bestimmungsort gelangt:Nicht die Produktion, sondern die Transportfrage ist entscheidend", schrieb kürzlichSaturday Evening Post".Der Ausgang der Schlacht wird davon ab- hängen, ob wir genug Ozeantransporter bauen und schützen können, um unsere Soldaten und unser Kriegsmaterial dorthin zu bringen, wo sie einge­setzt werden können."

Wir sehen auch hier, daß unsere Gegner in ihren eigenen Überlegungen die völlige Unhaltbarkeit dessen erkennen, was sie in ihrer Jllusionspropa- ganda ihrem eigenen Volk und der Welt glauben zumuten zu können. Der moderne Charakter dieses Krieges hat in seiner Strategie und in seinem ganzen Strukturwandel bewiesen, daß in ihm nicht derjenige das große effektive Rüstungspotential besitzt, der irgendwo in fernen Kontinenten Dieb leicht zahlenmäßig die meisten Waffen herstellt, sondern daß über die effektive Ueberlegenheit auf dem Gebiet der Rüstung tatsächlich diejenige Nation verfügt, die jeweils zur rechten Zeit und am rechten Ort die größere Zahl der besten Waffen in die Hand derjenigen Soldaten zu geben weiß, die sie am besten zu führen verstehen.

Und das sind nicht sie, sondern wir! Das hat die Vergangenheit bewiesen und das wird die Zu­kunft bestätigen.

Der gestürzte Adler.

Von Otto Alscher.

Manchmal kamen ihm leichte Schleierwolken ent­gegen, er glitt in sie hinein ohne Schwingenschlag', dann war plötzlich ein Jagen und Schießen um ihn, während er sonst in der Luft stille zu stehen schien und nur das Rauschen des Windes in den weitgespreizten Schwungfedern ihm sagte, daß er flog. Aber das milchige Treiben währte immer nur kurz, schon lag wieder die Sonne auf seinem Ge­fieder, die Tiefe öffnete sich: eine kleine, ferne Bergwelt mit waldverschlosfenen Schluchten und glänzenden Triften. Mit leuchtenden Felsgipseln, die zu ihm emporgriffen, ohne ihn doch je erreichen zu können.

Diese Ferne der Erde, dieses Luftmeer, das ihn von ihr trennte, welches er zu verkleinern oder zu vergrößern vermochte, wie er wollte, war ihm die tragende Kraft, das Bewußtsein feines Wesens, jenes Herrschergefühles über Welt und Tiefe und allem, was sich dort unten bewegte.

Denn trotz der Tiefe, die ihn von der Erde schied, war diese immer gleich offen für ihn. Seine schar­fen Augen hoben alles, was sich unten regte, klar und deutlich zu ihm empor, und obwohl man auf der Erde nichts mehr von ihm im fernen Blau sah, erkannte er jedes Huschen einer Eidechse, das Schwirren eines Bogels von Pusch zu Busch: ja selbst den Umriß eines Hasen, der sich gleichfarbig im trockenen Grase gedrückt hatte.

Der Steinadler zog jeden Tag die gleiche Strecke. Wenn die ersten Sonnenstrahlen die Felswand trafen, wo er feinen nächtlichen Einstand hatte, warf er sich über die Tiefe hinweg, schraubte sich rasch höher und zog dann einen Bergrücken ent­lang, dessen einzelne Gipfel bis zum Sommer­beginn Schnee in den Runsen trugen. Hier, im Gebiet der Latschen fand er feine Beute: Birk­hühner und Hasen, die der Morgen an die Sonne lockte, und manchmal auch ein Gamskitz, das sich zu weit von der Muttergams fortgeroagt hatte.

Der Tag war ganz klar geworden. Ferne nur, über einer Niederung stand noch der Morgendunst. Da sah der Adler plötzlich einen Schneehasen über einen freien Grat wechseln. Mit angelegten Schwin-

Das neue Mnenwerk von Richard Strauß

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vor ihm aber die blaue Unendlichkeit. Und in dies- schoß er nun hinein, als müsse er für immer bei Erde entfliehen, die es versucht hatte, jiyn zu fesseln.

gen schoß er im Sturzflug dem Hafen nach, ihn noch zu schlagen, bevor er jenseits den Waldrand erreichte. Schon war er dicht über dem Hasen an­gelangt, als plötzlich unter einer Schirmbuche ein Mensch hervorsprang und ein Gewehr anlegte. Der Steinadler schwenkte jäh ab, da ein peitschender. Knall erscholl und ein stechender Schmerz ihn in den Muskel seiner linken Schwinge traf.

Wohl überschlug er sich einmal in der Luft, fing sich aber wieder, und da der Schwingenknochen nicht gebrochen war, ließ er sich über das Tal hin­weg einem Bergkegel zugleiten. Seine Kraft ließ rasch nach, er begann zu schwanken, wollte im Wipfel eines alten Baumes inmitten des Kegels a-ufbaumen, verfehlte aber den Baurn und stürzte in das Geyürr niederen Gestrüppes ab.

Im Gezweig verfangen, sank er langsam durch seine Schwere tiefer, erreichte zwar den Boden, war aber so dicht vom Gesperre umgeben, daß er sich kaum zu regen vermochte. Bestürzt schaute er umher. Noch nie.hatte er sich in einer solchen Lage befunden, selbst als Jungvogel sah er stets über den Rand des Horstes hinweg die blauende Weite, hier aber war nicht einmal eine Spur des Himmels zu erblicken. Auf einmal empfand er dieses Gefan­gensein wie eine furchtbare Gefahr, und trotz feiner verwundeten Schwinge, die er nicht einzuziehen vermochte, begann er sich durch das Gestrüpp zu arbeiten. So kam er denn auf eine Stelle, wo ein Fallbaum eine Lücke in den Wald gerissen, die Sonne blendend hereinreichte und oben, freilich nur begrenzt, sich der Himmel spannte. Er erkletterte den Fallbaum, schwang sich auf einen aufragenden Ast, und, obwohl ihn rings dicht der Wald umstand, hatte er doch nicht mehr dieses furchtbare Bewußt­sein einer rettungslosen Gefangenschaft.

Nun erst betrachtete der Adler seine Umgebung. Er befand sich in einem Graben von Blättergrün, zu seinen Füßen den Waldboden, über sich den Himmel fern und fremd und keine Möglichkeit, sich in die Weite hinaus zu schwingen. Um sich, unter sich ein ständiges Geraschel, ein Rauschen, Summen und Zirpen, das ihn wie eine Mauer umfing, ihn mit geschäftiger Nähe bedrängte. Wandte er seine wilden scharfen Augen abwärts, so stießen sie gegen den Boden, prallten wie blind davon ab und fanden nicht die blauende Tiefe mit der wunderbaren Be»

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Oer Historiker zwischen den Kriegen.

Der Geschichtsforscher und -Philosoph Frieds r i ch M e i n e tf e, der am 30. Oktober seinen 80. Geburtstag begeht, ragt aus einer Generation epochemachender deutscher Historiker noch sehr leben­dig in unsere so vielfach und in mancher Hinsicht vollkommen gewandelte Zeit hinein. Er hat sich selbst einmal treffend als Historikerzwischen den Kriegen" bezeichnet, und die erste Hälfte seines Gelehrtendaseins hat er in seinen (Erinnerungen (Erlebtes 1862 bis 1901" anschaulich geschildert. Er verlebte die Kindheit in einem altmärkischen. Städtchen, die Schulzeit in Berlin und die Studien» jahre führten ihn nach Bonn und später wieder nach Berlin, wo er lange Jahre am Geheimen Staatsarchiv tätig mar; daneben habilitierte er sich als Privatdozent an der Berliner Universität und veröffentlichte seine ersten Abhandlungen.

Aus Meineckes (Erinnerungen erfährt man, wie er

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Oberleutnant Günther Ra11 ist als Sohn einer Kaufmanns 1918 in Gaggenau (Baden) geboren« Nachdem er das Reifezeugnis auf der National« politischen Erziehungsanstalt in Backnang erhalte« hatte, trat er 1936 als Fahnenjunker in das In» santerie-Regiment 13 ein und kam als Oberfähnrich zur Luftwaffe. Seit Kriegsausbruch Flugzeugführer in einem Jagdgeschwader, flog er zuerst im Westen. Im Osten erhielt er nach 50 Luftsiegen am 4. Sepi tember 1942 das Ritterkreuz,

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und seinen Legleitern einen Einblick in die Kriegs­arbeit der ^Landesgruppe mit ihren zwei großen Hauptaufgaben: die enge Verbindung der Deutschen in Italien zum Faschismus und die politische und kulturelle Betreuung der deutschen Truppenver» bände in Italien und Afrika sowie der reichsdeut« scheu Volksgenossen in Italien. Dr. Ley sagte, wie« der vollziehe sich ein Verschmelzungsprozeß der Ge» danken, ein Zusammenwachsen her Volker und ei« Vereinigen all der Belange, die die weitere Existenz unseres Erdteiles sichern. (Eine Zusammenarbeit ent­wickele "sich, die uns heute noch gar nicht zu über« sehende Perspektiven eröffne.

Das Eichenlaub für Oberleutnant Rall

Berlin, 19. Ott (DNS.) Der Führer verlieh dem Oberleufnapt Roll in einem Jagdgeschwader das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreu­zes und übermttlette ihm folgendes Schreiben:3a dankbarer Würdigung Ihres heldenhaften Einsatzes Im Kampfe für die Zukunft unseres Volkes verleihe ich Ihnen als 134. Soldaten der deutschen Wehrmacht das Eichenlaub zum Ritterkreuz des (Eifernen Kreuzes. Adolf Hitler."

andalusischen Bergen wiederholt Bauernhöfe i Waffentransporte überfallen haben.

Oie Heloten Englands im Rahen Osten.

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Von allen Zeichen einer großen Premiere um­geben, erlebte das neueste Bühnenwerk von Richard Strauß in der MünchenerStaatsoper seine Uraufführung.Capriccio" heißt dieses Konversationsstück für Musik, der Dirigent Clemens Krauß trat damit zum ersten Male auch als Librettist an die Oeffentlichkeit. Das Werk stellt sich (in einem Aufzuge, aber abendfüllend) als eine Neuheit in der Bühnenliteratur dar: eine theore­tische Komödie, deren Personen Grundfragen einer künsterischen Weltanschauung erörtern, wird mit musikalischen Mitteln gestaltet, obwohl die Wirkung auf die Zuschauer vorwiegend von Bedeutung und akustischer Verständlichkeit des Wortes abhängt. Diese Problematik des neuesten Strauß-Werkes spiegelt zugleich den Handlungsinhalt wieder. Ob dem Wort oder dem Ton, der Dichtung oder der Musik der Vorrang gebühre, ob die alte italienische Oper mit ihrem Ziergesang auf belanglose Texte oder die musikalische Tragödie im Sinne Glucks den höheren künsterischen Wert beanspruchen darf über solche Fragen diskutieren die Personen der Capriccio"-Handlung. Auf dem historischen Hin­tergrund des Streits, dem um 1775 die Anhänger Glucks und Piccinis in Paris ausfochten, hat Cle­mens Krauß dramatische Figuren erfunden, die zugleich als Sinnbilder der von ihnen vertretenen Künste figurieren: ei(r Dichter, ein Musiker, ein Theaterdirektor u. a. Die beiden ersten werben um die Liebe einer verwitweten Gräfin, die sich für keinen von ihnen entscheiden kann und selbst allegorische Symbolisierung der Oper im Gluckschen Sinne schließlich beide zu gemeinsamem Schaf­fen zusammenführt. Das Textbuch ist außerordeyt- lich flüssig, geistreich und bühnensicher geschrieben. Obwohl es poetische Vertiefung und in manchem Betracht auch historische Wahrscheinlichkeit meidet, eignete es sich mit seinem sprühenden Witz, seiner glitzernden Ironie und der zugleich amoureusen und allegorisch bedeutsamen Handlanasführung vorzüg­lich als Kompositionsgrundlage für einen Richard Strauß.

Anknüpfend an dasAriadne"-Vorspiel und ge­wisseRosenkavalier" - Situationen, entwickelte Strauß imCapriccio" einen neuen musikanischen Konversationsstil. Er ist rhythmisch außerordentlich vielfältig profiliert und folgt dem Textwork mit

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Bücheriisch.

Marcel Arland: Heimaterde. Ro- man. Deutsch von Georg G o y e r t. 251 Seiten« Geb. 6 RM. Karl Rauch Verlag zu Dessau, -i Dieses Buch, dessen DriainaltitelTerre natale heißt, ist das jüngste Werk des 1899 geborenen Lothringers Marcel Arland und ein bemerkens« wertes Zeugnis des gegenwärtigen Schrifttums in Frankreich. Es sollte bei uns nicht nur aus rein literarischem Interesse gelesen werden, sondern auch deswegen, weil es nicht unwesentlich erscheint, zu erfahren, was heute jenseits unserer Grenzen ge^ schrieben wird: nur auf der Grundlage gegenseitigen Kennenlernens wird sich ein wirklich dauerndes und fruchtbares Nebeneinanderleben der beiden Völker ermöglichen lassen; die Gelegenheit zu solcher Lek« türe wird ja gegenwärtig nicht eben häufig ge« boten.Heimaterde" wird, darüber hinaus, ins­besondere jene interessieren, die in diesem oder im vorigen Kriege die Lothringer Landschaft und ihre Bewohyer in persönlicher Begegnung fennenge*- lernt haben. Arlands Buch ist ein Bauemroman; er schildert das einfache, ärmliche und schwere Leben in seinem Heimatdorfe. Ein herbes und strenges Aroma geht von dieser Erzählung aus. In ihr wird nichts verklärt und nichts befchähigt. Arlands Stil ist nicht die Romantik schwärmerischer Erinnerung, sondern der klare, ruhige, nüchterne Realismus, den eine große Erzählertradition in Frankreich dec Generation der jetzt schreibenden Romanciers über« liefert hat. Das Leben auf dem Dorfe, das hier be­schrieben wird, ist nicht von großen Sensationen be« roegt. Arbeit und Armut, Freundschaft und Feind« schäft, Haß und Liebe, Leben und Tod, Hochzeit und Begräbnis sind seine Gegenstände. Und ob­wohl manches von dem, was Arland erzählt, hach bitter und schwermütig klingt, spürt man doch die versteckte, sparsam sich äußernde Liebe, mit der er sich seiner dürftigen Herkunft und der bäuerliche» Heimaterde Lochringens erinnert.

Britische Gchiffsbaukosten mehr als verdoppelt.

Stockholm, 29. Oft. (DNB.) Diepmes" gab kürzlich einige bemerkenswerte Beispiele für die Steigerung der Schiffsbaukosten in England. Vor dem Kriege habe ein Handelsdampfer von 10 000 BRT. im Durchschnitt einen Wert von 100 000 Pfund Sterling gehabt. Ende 1940 habe ein solcher Damp­fer schon über 50 000 Pfund mehr g e - kostet. Zum Ende des letzten Jahres habe der durch­schnittliche Preis um nochmals 35 000 Pfd. hoher bei 185 000 Pfund gelegen. Während des laufenden Jahres hätten die Kosten des britischen Schiffsneubaues wiederchn eine erhebliche Steige­rung erfahren. Manches Schiff, das heute in Auf­trag gegeben werde, erfordere mehr als das Doppelte der Friedensaufwendungen. Für ein Motorschiff, das früher in der Regel 20 000 Pfund mehr als ein gleich großer Frachtdampfer gekostet habe, müßten heute über 225 000 Pfund gezahlt werden. Die Schiffseigentümer, die ihre Schiffe aum Friedenswert versickert hätten, müßten infolge­dessen, wenn ihr Schiff verloren gehe, für einen entsprechenden Neubau heute eine beträchtliche Differenzsumme zusetzen.

Kommunistische Geheimorganisation in Sevilla verbreitete englisches Agitationsmaterial.

Madrid, 29. Oft. (DNB.) In Sevilla gelang es der Polizei, eine kommunistische Geheimorganisation aufzudecken. Haussuchungen förderten umfangreiches englisches Agitationsmaterial zutage, das die Orga­nisation regelmäßig von der amtlichen eng­lischen Vertretung in Spanien bezog und nach einem bestimmten Plan in Andalusien ver­breitete. Zusammen mit bejp englischen Agitations­material wurde eine verbotene kommunistische Zei­tung vertrieben. Die Kommunisten standen in enger Verbindung mit Räuberbanden, die in den

virtuoser Wendigkeit. Dabei verbreitert sich das sorgsam artikulierte Parlando immer wieder zu einer ausdrucksmäßiaen Gesangslinie von großer Schönheit. Auch mehrere Ensemblesätze und Ein­lagen von italienischen Gesangsnummern sind in diesen neuartigen Organismus eingegangen. Das Orchester, das meistens kammermusikatisch bis zum äußersten aufgelichtet ist, hat im wesentlichen illu­strierende, stützende und farbengebende Funktionen. An sprühendem Witz, an Kraft des Espressivo und psychologischer Bedeutsamkeit seiner Klangsymbole ist es bester Strauß. An wenigen Stellen reckt es sich auch zur vollen (Entfaltung feiner mittelgroßen Besetzung empor und führt in einem symphonischen Zwischenspiel und während des großen Schluß­monologs der verliebten Gräfin die auf der Bühne ungelösten theorethischen Streitfragen einer ein­deutigen Antwort zu. Das Werk lebt zwar weniger von der Inspiration des musikalischen (Einfalls als von dem Verarbeitungsgeschick eines virtuos be­herrschten und aus den Erfahrungen eines jahr­zehntelangen Schaffens scköpfenden Handwerks,' ist aber mit feinen hohen Ansprüchen an das Mit­denken der Zuschauer und mit dem geistigen Rang seiner schillernden Ironie berufen, eine Ausnahme­stellung auf dem musikalischen Theater einzuneh- men: ein artistischer Leckerbissen für Feinschmecker der Opernbühne!

Die Uraufführung durch die Münchner Staats­oper war beispielgebend. Wie Clemens Krauß als Dirigent den Orchesterklang, die Wortverständlichkeit und die gesangliche Deklamation der von Rudolf Hartmanns Regie geführten Darsteller gegen­einander abwog, das sicherte der Partitur die größt­mögliche Wirkung. In einem zauberhaften Rokoko­saale von Rochus ©Hefe war ein Ensemble, e»- lefenfter Sänger-Darsteller vereinigt. Eine schlechthin vollendete Leistung vollbrachte Viorica U r fu l e a c als Gräfin, im künstlerischen Format ihr ebenbürtig war der Theaterdirektor von Georg Hann. Horst Taubmann und Hans Hotter als die beiden Liebhaber, Walter Höfermayer als rationaler gräflicher Philosoph, Hildegarde R a n c z a k als ge­zierte Schauspielerin, Irma B eilk^e (a. G.) und Franz K1 a r w e i n als italienisches Sängerpaar waren weitere Stützen einer aufs feinste geschliffenen

ruhigung des über sie Hinweggleitens. Er hatte das Gefühl, als wäre für feine Schwingen kein Platz mehr, es gab für ihn kein Steigen und Sinken des Fluges, das notwendige Maß der (Entfernung fehlte ihm, und ihm war, als muffe er gleich irgendwo anpraüen und zerschellen.

Tage vergingen ihm so. Der Adler blieb auf feinem Standort, als fei er daran festgebunden, nur manchmal ergriff er eine Maus, die ihm zu nahe kam, verschlang sie, dann verharrte er wieder reg­los, als lausche er einem fernen Kommen, das noch nicht nahe genug war, daß er vermöchte, es mit feinen Fängen zu erfassen und für sich festzuhalten. Wenn aber der Wind den Ruch der Weite herein­trug, so bäumte sich sein Stolz auf, er hätte die grüne Mauer feines Gefängnisses durchbrechen mögen, um sich mit wildem Schrei in jene Weite hinauszustürzen, ohne die er nicht leben konnte.

Bis er dann eines Morgens fühlte, daß das, was er kommen gehört, draußen irgendwo stand und auf ihn wartete. Da maß er mit den Blicken die Höhe der Röhre, die ihn rings umschloß, dann sprang er auf den Boden hinab und begann unter dem Ge­strüpp hinweg zu kriechen. Immer weiter drang er vor, eine bestimmte Richtung einhaltend, als. sähe er ein Ziel vor sich. Seine verwundete Schwinge hinderte ihn nicht mehr, denn sie war inzwischen so weit geheilt, daß er sie an den Körper anlegen konyte, obwohl er bisher noch keine Möglichkeit gefunden hatte, ihre Kraft zu prüfen. Da aber lichtete sich das Unterholz, öffnete sich vollständig, und, er stand am Rande einer Felswand, die jäh in eine lichte Tiefe sank, erst von einzelnen Baum­wipfeln getragen, die aber immer mehr zusammen­sanken, um sich zuletzt ganz unten in einer Schlucht zu verkriechen.

Der Adler stieß einen Schrei aus, als riefe er die Weite heran, die grenzenlos vor ihm lag. Dann breitete er die Schwingen und warf sich hinab, ohne zu erwägen, ob ihn die Tiefe nicht sogleich ver­schlingen würde. Aber seine Schwingen trugen ihn. Den Wind kam ihm entgegen und hob ihn auf, immer höher, da begann er sich emporzuschrauben, höher und höher, einer stillstehenden Gruppe lichter Wolken zu. Bis er auf einmal in sie eintauchte, sie durchbohrend über sie hinauskam und nichts mehr imttK Hm wat als ein graues Wogen; über ihm.

Ankara, 29.Okt. (DNB.) Der britische Mini­ster für den Nahen Osten, der Australier Sir Ro­bert G. Casey, erklärte englischen und amerika­nischen Journalisten in Kairo, daß er von seiner jüngsten Rundreise durch den Irak und Ira7i sehr befriedigt fei. Nicht nur die Außen- Politik dieser Länder richte sich völlig nach den Wünschen und Bedürfnissen der angelsächsischen Mächte, er habe sich vielmehr in Gesprächen mit dem irakischen Ministerpräsidenten Nuri Said und dem iranischen Ministerpräsidenten Achmed Kawani davon überzeugen können, daß auch die Innenpolitik der beiden Staaten ausschließ­lich auf bi e an g'elf ä chsischen Wunsche a b g e ft i m m t werde.

Casey stellte für die nächste Zeit Inspektionsreisen nach Syrien und dem Libanon in Aus­sicht. Welchen Zweck er mit diesen Reisen verfolgt, beweist seine, Erklärung über Irak und Iran zur Genüge. Die beiden Staaten sind in eine solche Abhängigkeit von England geraten, daß auch die Innenpolitik nach englischen Wünschen geleitet wird, obwohl England immer betonte, sich in die Innen­politik anderer Völker nicht einmischen zu wollen. Caseys Reisen sorgen aber für Einhaltung der Wei­sungen Londons. Iran ist nach Caseys Erklärungen zudem gezwungen worden, 200 000 Arbeiter zu stellen, die bei strategischen Bauten der Alliierten im Iran eingesetzt werden.

Dr. Ley bei der Landesgruppe Italien der NSDAP.

Rom, 29. Okt. (DNB.) Die deutsche Abordnung Zum 20. Jahrestag des Marsches auf Rom stattete der Landesgruppe Italien der NSDAP, in Rom einen Besuch ab. Landesgruppenleiter Dr. Ehrich vermittelte dem Reichsorganisationsleiter Dr. Ley

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Forderung erfuhr durch Lehrer und Freunde, denen er warmherzige Worte widmet: wir spüren, wie er langsam, manchmal ruckweise, sich entfaltet, sich zu - yai seinem eigentlichen Aufgabengebiet vortastet und jE allmählich hineinwächst in dieZunft" der Histo« ' %

riker, der es damals weder an gelehrten Dispute- uE" [ tionen noch an bedeutsamen Köpfen fehlte. Aus einer angeborenen Neigung zum Geistesgeschichtlichen bi kam «Friedrich Meinecke nach und nach aus der rein h preußischen Historiographie zu allgemeineren und gj vertieften Gesichtspunkten großdeutscher Geschichte. bei Trotz materieller (Enge Und trotz der Hemmungen, W die ein Sprachfehler ihm anfänglich bereitete, er« rMia rang er ein akademisches Lehramt, das er als sein «w A Ziel erkannt hatte: er wurde an die Universität 9«mten Straßburg berufen. dem

Hier begann Friedrich Meinecke die Arbeit tm seinen Hauptwerken, die in zwei große Grup­pen zerfallen: einmal die geistesgeschichtlich-geschichts» M 30. chilosophische, die zu den letzten Fragen weltge» Don KU chichtlicher Betrachtung führt, und daneben, gleich« ^pe '** am ihr praktisches Fundament, diejenige, die sich Lmm| mit der Entstehung unseres Nationalstaates feit beit? [ Jahren der deutschen Erhebung und mit der mili- 5 tärischen und verfasfungspolitischen Entwicklung i ......

Preußen-Deutschlands seit den Freiheitskriegen be- Jesuit faßt. Zu der letztgenannten grundlegertden Gruppe.....'

gehören vor allem die Werke über Boyen, dem Meinecke erst seinen verdienten Platz neben den großen Heeresresormern Scharnhorst und ©neifenau zugewiesen hat, und über Joseph Maria von Radowitz, den Vertrauten Friedrich Wilhelms IV., dessen wohlgemeinte, aber unzulängliche Bemühungen um die deutsche Ein­heitsbewegung hier zum erstenmal erschöpfend dar- gestellt worden sind. Das sehr aufschlußreiche Werk über Weltbürgertum und National«