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Giehener Anzeiger

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(92. Jahrgang Nr. 304 g&s&ssx BesuqSvreiSr

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General-Anzeiger für Oberhefsen

Die deutschen Angriffserfolge im großen Donbogen.

Merlin 27. Dez (DNB.) Bei erneut absinken- den Temperaturen standen die deutschen Truppen an allen Abschnitten der Ostfront am 24. und 25.12. tn harten Abwehr- und Angriffskämpfen. Während an den kaukasischen Gebirgsfronten Stoßtruppkämpfe Ruhe herrschte, fühlten die Bolschewisten am 25. 12. am oberen XcrcC mit schwachen Kräften gegen die deutschen ^oben vor. Die Vorstöße brachen im Feuer un­srer Artillerie und Panzer nach Abschuß von neun ^ow,etpanzerkampfwagen zusammen. 9m nord- lid) en Ter et gebt et rannten die Sowjets auf beiden Flußufern, geschützt von dickem Morgennebel, mehrfach gegen unsere vorgeschobenen Stellungen an. 9m Kreuzfeuer der Stützpunkte kamen die feind- ltchen Bataillone zum Stehen und wurden in Gegen­stößen vernichtet oder zurückgetrieben.

Die härtesten Kämpfe tobten bei Temperaturen von minus 20 Grad wieder zwischen Wolga und D 0 n. Obwohl eisige Nordweststürme den Bolschewisten große Schneemassen entgegenfegten, setzte der Feind sechsmal hintereinander zu erfolglosen Angriffen an. Die starken Schnee- Verwehungen boten nur ungenügende Tarnung und Deckung für die feindlichen Kräfte, die von unseren Panzerkanonieren und Artilleristen zusammenge- schlagen wurden. 9m Dongebiet gingen unsere Truppen, Dort neu zugeführten Verbänden unter- stützt, an mehreren Stellen zum Gegenangriff über. Die Sowjets hatten am Vortage versucht, in das System unseres aus Stützpunkten und 9gelstel- lungen gebildeten Sperriegels Panzerkeile und mo­torisierte Aufklärungstruppen vorzutreiben. Der Gegenangriff machte alle diese Versuche zunichte. 9n flankierenden Porstößen konnten feindliche An- griffsspitzen abgeklemmt und aufgerieben werden. Mehrfach stellten die Stützpunktbejatzungen die Ver­bindungen untereinander her. Der Angriff unserer

vorbildlich kämpfenden Truppen gewann zuneb- mend an Kraft, so daß die Bolschewisten an meh­reren Stellen vor unserer stürmenden 9nfanterie zurückweichen mußten. Am 26. Dezember setzten die deutschen Truppen an mehreren Stellen ihre Gegen­angriffe erfolgreich fort. Grenadiere und Panzer stießen aus ihren Stützpunkten und 9gelstellungen hervor, zerschlugen vorgedrungene feindliche Kräfte, schlossen sich dann zu weiteren Angriffen zusam­men und entrissen den Bolschewisten mehrere zäh verteidigte Ortschaften. Obwohl der Feind hierbei schwere Ausfälle an Toten und Gefangenen hin­nehmen mußte, versuchte er trotzdem immer wieder, an die deutschen Stützpunkte heranzukommen. Der schnelle Wechsel von Stoß und Gegenangriff erhöhte aber nur die Einbußen der Bolschewisten an Sol­daten und Waffen, ohne daß die Sowjets das ver­lorene Gelände zurückgewinnen konnten. Die feind­lichen Stoßgruppen verbluteten vor den deutschen Stützpunkten, deren Feuer zahlreiche Panzer und Geschütze vernichtete. Diese Schwächung des Fein­des nutzten unsere Truppen aus und drangen ihrer­seits von neuem vor. Der Angriff traf den Feind so wuchtig, daß er die Einschließung einer stärkeren Kräftegruppe mitsamt ihren Be­gleitpanzern nicht mehr verhindern konnte.

Gemessen an diesen schweren Kämpfen hatten die Vorstöße am nördlichen Don, bei denen ungarische Truppen 17 Kampsstände und Wider­standsnester vernichteten, und nordwestlich Wo­ronesch, wo deutschen Grenadieren die Weg­nahme stark befestigter Höhenstellungen gelang, nur örtliche Bedeutung. Ebenso hatten die vergeblichen Vorstöße der Bolschewisten bei Woronesch und westlich Kaluga nur begrenzte Aufgaben, wenngleich beim letzteren ein ganzes sowjetisches Regiment an den deutschen Stellungen scheiterte.

Auch im Raum um Toro pez hatten unsere

Truppen in Angriff und Verteidigung neue Erfolge. Nachdem am 24.12. alle Vorstöße des Feindes unter Abschuß mehrerer Panzer zusammengebrochen waren, nahmen unsere Grenadiere und Pioniere am 25.12. ihre Unternehmungen zur Bereini­gung des Frontoerlaufs wieder auf. Sie drangen in eins stark besetzte, zum Stützpunkt aus­gebaute Ortschaft ein, kämpften dort 15 Bunker nieder und sprengten den ganzen Ort. Als darauf der sowjetische Gegenstoß einsetzte, verlor der Feind noch zahlreiche Gesangene und Tote, ohne den Stütz- punkt wiedergewinnen zu können. Ebenso vergeb­lich blieben die gegen Welikije Luki geführ­ten, teilweise sehr starken Angriffe des Feindes, die sämtlich am zähen Widerstand unserer Truppen scheiterten. Ebenso wie im Raum um Toropez hat auch das Ringen südöstlich des 9lmensees nicht an Härte verloren. Auch diese mehrfach wieder­holten Angriffe starker feindlicher Kräfte zerbrachen am unerschütterlichen Abwehrwillen unserer Sol­daten, die hier zusammen mit der Artillerie am 24. und 25.12. insgesamt 25 bolschewistische Panzer vernichteten und zahlreiche Gefangene einbringen konnten.

OasEichenlaub mitSchwertern für den Kommodore desZagdgeschwaders Udet.

Berlin, 24. Dez. (DJIB.) Dem Kommodore des Jagdgeschwaders Übet, Major Wolf-Dieter Wilcke, wurde als 23. Soldaten der deutschen Wehrmacht das Eichenlaub mit Schwertern 3um Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Generalleutnant $ i e 6 i g, Kommandierender General eines Flieger­korps, erhielt als 168. Soldat der deutschen Wehr­macht das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes.

Das Ende eines Verräters.

Oer Mord an Oartan beseitigte einen Feind der britischen Interessen in Nordafrika.

Man braucht nicht allzuviel Scharfsinn, um die Frage zu beantworten, wo die Urheber des Mor­des an Darlan zu suchen sind. Wenn der Sender London wenige Stunden nach der ersten Veröf­fentlichung über den Mord mitteilt, daßdie Ku­gel des Mörders ein Problem gelöst und eine ver­wirrende Schwierigkeit bel)oben hat", so bedeutet diese deutliche Genugtuung, die auch in allen an­deren englischen Kommentaren zum Ausdruck kommt, nichts anderes, als das schamlose Einge­ständnis, daß dieser Mord für Englands Interessen geschehen ist. 9n den letzten Wochen hat sich der Konflikt zwischen England und Amerika um die nordafrikanische Position in zunehmendem Maße verstärkt. Darlan war der Handlanger Roosevelts. Er half das Sternenbanner in Afrika aufzurichten, er verriet sein Vaterland und Europa an Roose­velt und Englands Staatsmänner machten keinen Hehl daraus, daß sie über die ihnen entgangene Beute erbittert waren. 9hr Mann war de E-iille. Darlan hatte de Gaulle ausgestochen und war da­bei, das französische Kolonialreich in Afrika Roose­velt vor die Füße zu legen. Wie einst in Faschoda !frankreich die Fahne seiner kolonialen Vormacht- tellung vor Englands Union 9ack senken mußte, so ollte nun Englands Flagge in Nordafrika dem ame­rikanischen Sternenbanner Platz machen. Die eng­lische Presse schrieb, daß die amerikanische Politik mit Darlan nicht von langer Dauer sein könne. Man könne sich mit dieser Lösung nur für kurze Zeit abfinden. Roosevelt war offenbar jedoch nicht geneigt, feinen Handlanger fallen zu lassen. Da gab Churchill nach altem Rezept dem 9nteUigence Service die erforderlichen Anweisungen. Für Eng- land war der Verräter Darlan wertlos geworden. Für Roosevelt allerdings begann er gerade ein Nützliches 9nftrument seines geheimen Kampfes ge­gen das Britische Weltteich zu werden. Zum Tode Darlans schreibt Reuters diplomatischer Korre­spondent:Darlans Schicksal ist ein warnendes Beispiel für alle Verräter!" Als Darlan sich den Achsenmächten anbot, erzählte er gern, daß seine Familie einen 300jährigen Kampf gegen England geführt habe und dabei fast ausgerottet worden lei. Er selbst ist nun das Opfer Englands geworden.

Das Echo in Frankreich.

Vichy, 27. D-z. (DNB.» In französischen Regie- Nmgskreisen wurde nach dem Bekanntwerden der Nachricht von der Ermordung Darlans eindeutig ausgesprochen, daß allein der b r i ti sche 3n t elige nee Service als Urheber des Mordan- schlages in Betracht komme. Staatssekretär Marion wies darauf hin, daß das Ausbleiben exakter Nach­richten über die Person des Mörders dafür ebenso bezeichnend sei, wie die Genugtuung des Londoner Rundfunks. Der britische antelHgence Service Berte es vermutlich nicht an Versuchen Men as en, ter Regierung von Vichy oder auch text Achten- möchten die Schuld an der Ermortung Darlans zu- luschieben. Gegenüber derart plumpen Manooem sprächen sedoch die anglo-amerikansichen Gegensätze bei der Ausplünderung des sronzosifch-nortaEi- lanischen Kolonialreiches eine zu deutlich- Spr<-che

DerMotin" schreibt, der Verräter Darlan se gerichtet, das Verbrechen trage den Stempel. Sntel- ligence Service. Churchill fei in tortafrita von lkosevelt derart zurückgedrangt worden, daß> -ine gewaltsame Lösung habe erfolgen müssen. Botschaf s-7d e B r i n ° nVffiirte der rin Interesse an der Ermordung Darlans h-che Iweifellos England gehabt. Darlan fei stets nitzerordentlich englandfeindkch gewesen Die lütten Zweifellos die Absicht, sich im französischen EUSthtt* dauernd MW Drwch Inbesitznahme von Franzostsch-Rordafr ka imd! f «frika würden st« all« Verbindungslinien Englands

nach feinem Weltreich, sowohl durch das Mittel­meer wie durch den Atlantischen Ozean, unter ihre Kontrolle bekommen. Die Beseitigung Darlans sei der englische Schlag gegen diese Po­litik. De Sri non stellte die Frage, warum der Name des Mörders nicht genannt werde, und warum er bereits exekutiert worden fei. Man habe dafür militarifcfye Gründe angegeben. Der tatsäch­liche Grund sei ein politischer.

Die Hand des (Secret Service

Der Leiter der flämischen Einheitsbewegung zur Bluttat von Algier.

Brüssel, 27. Dez. (DNB.) Dr. Elias, der Leiter der flämischen EinheitsbewegungMaamsch National Verband" erklärte zu dem Mord an Sar­ian:Wer die Mittel und Umwege der englischen Polittk kennt, hat keinen Augenblick gezweifelt, wo

die Anstifter des ver-abscheuungswürdigen und feien Mordes an Darlan sitzen. Darlan hatte sich mit den USA. verbündet, und er war eine Ge­fahr fürdie 9nte reffen Englands. Des­wegen mutzte er aus dem politischen Leben ver­schwinden. Uns läßt das Schicksals Darlans als solches gleichgültig, weil er in zwei Fahren feiner Polittk der HeuchÄei und des Verrats und des Be- ttuges Europa verraten hat. Sein blutiges Ende durch die Hand eines Agenten des Secret Service aber ist eine erste Episode des gnaden­losen Kampfes, den England und die USA. sich auf unserem Kontinent und auf unsere Kosten liefern würde, wenn es ihnen gelingen würde, hier wieder festen Fuß zu fassen. Unsere Antwort ist eindeutig. Für die Gangsterinteressen der fogenannten Alli­ierten gibt es keinen Platz mehr auf unse­rem Kontinent Europa.

Die Tai und ihre Auswirkungen.

Tanger, 27. Dez. (Europapreß.) Admiral Darlan ist am Donnerstag um 15 Uhr erschossen worden. Das Attentat ereignete sich im Gebäude des französischen Oberkommissariats in Algier. Der Täter, ein junger Mann von 20 Fahren, hatte am Donnerstag um eine Unterredung mit Darlan nach­gesucht und erwartete ihn im Vorraum seines Ar­beitszimmers. Als Darlan um 15 Uhr das Vorzim­mer betrat, gab der Besucher drei Schüsse auf ihn ab, von denen der erste Darlan in den Mund traf, während die beiden anderen in die Lungen gingen. Ein Beamter, der den Täter zu hindern suchte, er­hielt einen Beinschuß. Dann wurde der Täter von herbeigeeilten Barnten überwältigt. Darlan starb bereits auf dem Transport ins Krankenhaus. Schon am Freitag wurde er in Gegenwart von General Eisenhower beigesetzt.

Dieser hat sofort nach Bekanntwerden der Tat über Französisch-Nordafrika Nachrichtensperre verhängt. Dadurch erklärt sich auch, daß er st 10 Stunden nach der Tat die erste Meldung darüber ausge- geben werden konnte. Sämtliche Nachrichten über diesen Fall unterliegen strenger Zensur. Der T ä - ter ist inzwischen von den nordamerikanischen Mi­litärgerichtsbehörden vernommen und zum Tode verurteilt worden. Das Urteil wurde bereits am Vormittag des 2. Weihnachtsfeiertages vollstreckt. Namen und Nationalität des Täters werdenaus militärischen Gründen" jedoch noch immer geheim­gehalten. Heber seine Person kursieren zwei Les­arten: Die eine spricht von einem Franzosen, die andere von einem jungen Mann bisher unbekannter Nationalität.

Die Reaktion, die der Tod Darlans m London und Washington ausgelöst hat, ist ebenso verschie­den wie interessant. Der englische Nachrich­tendienst gab zunächst eine Fülle von Meldun­gen heraus, aus denen die Erleichterung, ja offene ! Genugtuung der maßgeblichen politischen Stellen Englands über den Tod Darlans deutlich zu fpü- ( ren war. Das amtliche Reuter-Büro sagte bereits in feiner ersten Erklärung in größter Offenheit: Die Tragödie des Admirals Darlan wird über­all nur geringes Bedauern auslösen. Er war ein Mann, der nur wenige Freunde und viele Feinde hatte." Fnzwischen hat man in London jedoch wohl gemerkt, daß man sich im Ueberschwang der ersten Freude zu sehr verraten hat, und versucht nun durch völliges Schweigen diesen Fehler einigerma­ßen wieder wettzumachen.

Ganz anders ist die Reaktion in nordameri­kanischen Kreisen. So äußerte Rooselts neuer persönlicher Vertreter in Französisch-Nordafrika, ©e» janbter Murphy, als er von der Tat erfuhr:

Mit Darlan starb ein aufrichtiger Freund der Ver­einigten Staaten." Noch deutlicher ist der nordameri­kanische Außenminister Cordell Hüll gewesen. Er erklärte den Mord an Darlan füreine verabscheu­ungswerte und feige Tat". Auch die spanische Nach­richtenagentur Efe berichtet aus Washington, daß die Nachricht von der Ermordung Darlans die ganze Weihnachtsstimmung im Weißen Hause verdorben habe. Roosevelts Afrika-Politik, die auf die völlige Einverleibung der französischen Besitzungen ziele, sei dadurch wesentlich kompliziert worden. Führende Persönlichkeiten Washingtons hätten erst in den jüng­sten Tagen offen erklärt, daß Roosevelt über die Zu­sammenarbeit mit Darlansehr zufrieden" sei. Des­halb ist Roosevelts Schmerz über den Tod seines Statthalters in Französisch-Nordafrika auch so groß, und es ist begreiflich, daß er nach Erhalt dieser Todesnachricht voll Wut in die Worte ausbrach: Das ist ein ganz gemeiner Mord". Man geht wohl auch kaum fehl in der Annahme, daß der von Roosevelt an seinen Botschafter in London, W i n a n t, ergangene Befehl sofort zur Berichterstattung nach Washington zu kommen, mit den Schüssen in Algier zusammenhängt.New Port Herald Tri­büne" schreibt den Engländern ins Stammbuch,bie Ermordung Darlans werde in keiner Weise die in Nordattika von den USA. betriebene Politik an­dern. General Eisenhower besitze völlige Handlungs- fteiheit und jede Neuregelung bedürfe seiner Zu­stimmung.

9m Lager der führenden Renegaten Französisch- Nordafrikas herrscht naturgemäß größte Bestür­zung. Am Freitag bereits hat General Berge- r e t über den Sender Algier einenAppell an alle" gerichtet, in dem er zur Besonnenheit auffor­derte und mitteilte, General Giraud habe nun­mehrbie Verantwortung für die Aufrechterhal­tung von Ruhe und Drtmung" übernommen, lieber die zu ergreifenden Maßnahmen schien man sich jedoch lange nicht im klaren zu sein. Der Rat der Ratlosen, die Mitglieder desReichsrats" so­wie General N 0 g u £ 5 und B 0 isson tagten zusammen mit General Eisenhower bereits feit Donnerstagabenb in Permanenz, und es ist i ein Zeichen für die Uneinigkeit, die unter ihnen geherrscht haben muß, daß erst nach drei Tagen | eine Notlösung gefunden wurde. Diese heißt G i raub. Dieser wortbrüchige Verräter-General hat nun die Aufgabe bekommen, das Erbe Darlans anzutreten. Um ihm feine Aufgabe etwas schmack­hafter zu machen, wurde er Oberkommissar von Französisch-Nordafrika und Oberbefehlshaber der französischen Armee, der Kriegsflotte und der Lust- strettkräjte.

Roosevelts Flucht in die Wettherrschast.

Wenn man früher der nationalsozialistischen Be­hauptung, daß das hinter Roosevelt stehende 9üben- tum die Weltherrschaft erstrebe, nur wenig Glauben in der Welt geschenkt hat, so wird man oiese Ein­stellung in Zukunft revidieren müssen. Nicht nur die Tatsache des Ueberfalls auf Französisch-Nordafrika, nicht nur die heimtückische Hineinmanövrierung Süd­amerikas in den Roosevelt-Krieg durch die ein volles 9ahr lang aufrechterhaltene Verheimlichung der ka­tastrophalen Schiffsverluste bei Pearl Harbour, nicht nur die unter dem Mantel einer Verteidigung nur schlecht getarnte Annektierung Australiens und Neu­seelands, nicht nur die wirtschaftliche und militä­rische Durchdringung 9ndiens und des Mittleren Ostens, die schon bis nach Teheran vorgedrungen ist, wo heute ein Amerikaner an der Spitze des wichtig­sten Dersorgungsamtes steht, beweisen das, sondern vor allem auch das Zeugnis des eigenen Bundes­genossen: Englands.

Der Streit um Darlan und de Gaulle ist in Wahr­heit ein Streit zwischen Roosevelt und Churchill ein Streit zwischen dem britischen Empire und dem neuen Weltherrschaftsanspruch Roosevelts. Die Eng­länder selbst können heute nicht mehr leugnen, daß tatsächlich die Unterjochung der ganzen Welt unter die Herrschaft Washingtons, d. h. praktisch unter den jüdischen Geldsack, das Ziel Roosevelts ist. Mögen sie auch noch mit mehr oder weniger gewundenen Wor­ten um diese nackte Tatsache Herumreden: leugnen ober gar aus der Welt schäften können sie sie nicht mehr! Denn gegen einen bloßen Verdacht setzt man sich nicht so zur Wehr, wie es Churchill praktisch tut. Hat er doch gerade jetzt auf diplomatischem Wege in Washington Vorstellungen erheben lassen, die darauf abzielen, daß eine englisch-amerikanische Untersuchungskommission zur Regelung der Dinge in Nordafrika eingesetzt werden soll. Helfen wird ihm bas freilich nur wenig, benn England befindet sich heute längst in absoluter Abhängigkeit von den USA., deren drückendste Seite darin besteht, daß rund die Hälfte des englischen Volkes mit Lebens­rnitteln aus Amerika ernährt werden muß.

Das ändert indessen wenig an der damit vor 'aller Welt erhärteten Tatsache des Rovseveltschen Strebens nach der Weltherrschaft. Am englischen Widerstand wird dieses Stteben gewiß nicht schei­tern, wohl aber am Widerstand des unter deutscher Führung geeinten Europas und an der Unzuläng­lichkeit der Vereinigten Staaten selbst. Man darf nicht veraessen, daß Roosevelt seinen Weg als Sozialreformer" begonnen hat. Entsprechend den großen Vorbildern Adolf Hitlers und Mussolinis machte auch er den Versuch einer grundlegenden Wandlung der amerikanischen Wirftchaft. Mit echt Rooseveltscher Ueb erheb! ich kett und Anmaßung wurde der New Deal als das größte wirtschaftliche Reformprogramm der Welt angekündigt. Sein Er­folg war freilich ein einziges riesiges Fiasko. Trotz des Aufwandes einer Milliardensumme von Dollars befand sich die amerikanische Wirtschaft bereits 1936 in einer so zerrütteten Verfassung, daß Roose' velt keinen anderen Ausweg sah, als innenpolitisch mit dem Großkapital zu paktieren und die Auf­merksamkeit des Volkes, das in feinen Erwartun­gen aufs schmählichste getäuscht wurde, auf bie Außenpolitik abzulenken. Die berüchtigte Quaran­täne-Rede kennzeichnet diesen Unftchwung bet Rooseveltschen Politik. Von da an hetzte dieser Mann systematisch zum Kriege gegen Europa. Die Vernichtung des europäischen Wettbewerbs, das ist fein eigentliches Ziel, damit die USA. das alleinige Monopol in der Weltwirtschaft besitzen.

Es stört ihn wenig, daß Amerika dieser Ausgabe niemals gewachsen sein kann. Genau so wenig, wie Roosevelt Erfolg mit seinen wirtschaftlichen Reform» planen hatte, genau so wenig ist es ihm gelungen, die Erschütterungen au szu gleich en, bie jede Wirt­schaft her der Umstellung auf bie Kriegswirtschaft durchmachen muß und die in den USA. um so schwereer sein mußte, weil deren Wirtschaft ja bis­her in viel höherem Maße auf die Erzeugung reiner Konsumgüter ausgerichtet war als jede andere Volkswirtschaft.

Dazu kam die absolute Verkennung der militäri­schen Auswirkungen des Krieges auf bie amerika­nische Wirtschaft. Roosevelt hatte geglaubt, unbe­rührt von feindlicher Waffenwirkung die Wirftchaft der USA. in Ruhe auf den Krieg einstellen zu kön­nen. Die deutschen U-Boote machten ihm einen bösen Strich durch diese Rechnung. Es zeigte sich, daß bie amerikanischen Gewässer keineswegs sicher vor ihnen waren, und die Folge war eine außerordentliche Behinderung der Transportwege, bie sich in der ganzen Wirtschaft durch schwere Störungen her Versorgung bemerkbar machte. Das war indessen nur der Anfang. Sehr bald trat zu den Versor­gungsstörungen infolge von Transvortschwierig- feiten ein absoluter Rohstoffmangel hinzu, haupt­sächlich verursacht durch bie japanische Eroberung Südostasiens. Und schließlich machte sich in zuneh­mendem Ausmaße ein Mangel an Arbeitskräften bemerkbar. Die notwendigen Wirtschaftsleistungen waren trotz der Riesenprogramme offenbar unter­schätzt worden. Keines dieser Programme konnte plangemäß erfüllt werden. UeberatI blieb die Pro­duktion zurück, und man mußte sich zu einer Ver­ringerung der Sollziftern entschließen, was nur not­dürftig hinter der Ausrede verborgen wurde, daß man die Quantität zugunsten der Qualität ver­ringern wolle.

Krasse Mißverhältnisse zeigen sich auf allen Ge­bieten in der amerikanischen Wirtschaft. Der Waren« hunger, der nicht mehr befriebigt werden kann, wächst täalich. Die Preise steigen. 9n den letzten zwölf Monaten sind die Großhandelspreise wiederum um 10 v. H. gestiegen, die Lebensmittel­preise sogar um 20 v. H. Einzelne landwirtschaft­liche Erzeugnisse stiegen noch darüber hinaus um 24 v. H. Das Anti-9nflations-Gesetz, bas vor zwei Monaten in Kraft trat, vermag anscheinend diese Entwicklung nicht aufzuhalten. 9edenfalls spricht man ganz offen davon, baß auch im nächsten 9ahro Preissteigerungen unvermeidlich sein werden. Offen» bar kommen diese MejssteigerunKen hauptsächlich