Mittelmeer nur noch auf leichte Seestreitkräfte, U-Boote und Flugzeuge angewiesen war. Jetzt sieht sich England genötigt, zur Verteidigung Indiens im Indischen Ozean starke Seestreitkräfte zu konzentrieren, wobei freilich der Verlust von zwei schweren Kreuzern und einem 10 000 -t* Flugzeugträger durch einen japanischen Luftangriff bei der Insel Ceylon die britische Kampfkraft empfindlich gemindert hat, nachdem bereits die ersten Wochen des Ostasienkrieges die Versenkung zweier modernster 35 000 -1- Schlachtschiffe gebracht hatten. Angesichts des Durchbruchs der deutschen Schweren Seestreitkräfte, der beiden 26 000 -1 - Schlachtschiffe „Gnei- senau" und „Scharnhorst" und des Schweren Kreuzers „Prinz Eugen" (10 000 1) durch den Kanal zur Nordsee, kann England auch eine weitere Schwächung seiner Home fleet nicht wagen. Die weltweiten seestrategischen Zusammenhänge sind also offenkundig. Der Dreierpakt zeigt sich auch militärisch als eine Kombination von stärkster Potenz. Während das Wirken der deutschen U-Boote im Mittelmeer eine Verstärkung der britischen Seestreit- kräfte in den ostasiatischen Gewässern ebenso verhindert hat, wie die siegreiche Abwehr der Libyenoffen, sive Auchinlecks und der Rückschlag Rommels den rechtzeitigen Rücktransport der Empiretruppen nach den durch den japanischen Angriff bedrohten ostasiatischen Gebieten, so wird jetzt die deutsch-italienische Kriegführung im Mittelmeer durch die starke Inanspruchnahme der Engländer im Indischen Ozean spürbar entlastet.
Wenn der schon genannte Halbjahresbericht des Oberkommandos der Wehrmacht als Folge des deutschen U-Boot-Krieges eine Veränderung der fee« strategischen Lage im Mittelmeer feststellt, die sich durch die Rückwirkung des Ostasien-Krieges noch erheblich verstärkt hat, so kann man diesen Erfolg in feiner ganzen Tragweite vielleicht ermessen an Hand eines Vergleichs, den der italienische Konteradmiral Fioravanzo in einem Bericht über die italienische Marine im ersten Kriegsjahr im neuesten Band des „Rauticus" über den Bestand der britischen Mittelmeerflotte zu Beginn der Feindseligkeiten und im Abschnitt der größten.Anspannung während der griechisch-kretischen Aktion anstellt. Der mittlere Bestand der britischen Mittelmeer-Seestrelt- kräfte war anfangs 6 Schlachtschiffe, 9 Kreuzer, 2 Flugzeugträger, 36 Zerstörer und 8 U-Boote und sttea sodann auf eine Höchstzahl von 7 Schlachtschiffen, 22 Kreuzern, 4 Flugzeugträgern, 50 Zerstörern und 25 U-Booten. Diese Streitkräfte waren in zwei Geschwader geteilt, von denen das Alexandrien-Geschwader im allgemeinen doppelt so stark war wie das in Gibraltar stationierte, so daß es allein dem italienischen Geschwader überlegen war, das noch den Angaben des italienischen Admirals niemals die Zahl von vier.gleichzeitig einsatzbereiten Schlachtschiffen überstieg, ' von denen nrindestens zwei den britischen Schlachtschiffen in der Bestückung unterlegen waren. Als Italien im November 1940 im Begriff stand, ein befriedigendes Verhältnis von sechs kampfbereiten Schlachtschiffen zu erreichen, wurde die Schlagkraft der italienischen Flotte am 13. November 1940 durch den Angriff britischer Torpedoflugzeuge auf den süditalienischen Kriegshafen Tarent, wobei zwei italienische Schlachtschiffe leicht, ein drittes schwer beschädigt wurde, ernsthaft vermindert. Italiens seestrategischer Plan konnte nicht auf die Herbeiführung einer Schlacht hinauslaufen, weil bei der Stärke des Gegners die Verluste der italienischen Flotte wahrscheinlich weit höher sein würden als die des Gegners und damit dieser mit einem Schlage Dielet Sorgen im Mittelmeer ledig geworden wäre. Die Hauptaufgabe der italienischen Flotte lag also defensiv in der Sicherung der Seeverbindungen nach Libyen. Durch den Einsatz von Minen, Torpedofahrzeugen und Flugzeugen sollte die Straße von Sizilien gesperrt und die Jnsel- festung Malta außer Aktion gesetzt werden, wodurch die strategische Trennung der beiden Mittelmeerbecken erreicht und damit der italienischen Flotte die Möglichkeit gegeben worden wäre, auf der inneren Linie zwischen den auf das westliche und östliche Mittelmeer verteilten britischen Seestreitkräften zu operieren. Admiral Fioravanzo gibt als Grund für die Unmöglichkeit der sofortigen Durchführbarkeit dieses Planes, die bei Kriegsausbruch noch nicht abgeschlossenen militärischen Vorbereitungen der Achsenmächte. Weder hatte die deutsche Marine damals schon genügend kampfbereite Schlachtschiffe, um bedeutende britische Seestreitkräfte in der Nordsee binden zu können, noch war die Eigenversorgung Libyens auf einen Stand gebracht, der den Nachschub über See zu einer Sorge zweiten Ranges gemacht hätte. So sah sich die itallenische Flotte trotz des Zusammenbruches Frankreichs und des Ausscheidens seines Mittelmeergeschwaders im Juni 1940 zwei britischen Geschwadern gegenüber, von denen jedes stärker war als sie selbst. Trotzdem gelang es schon im Juli, einen ersten wichtigen Nachschubtransport von Neapel nach Bengasi zu bringen, wohingegen die Engländer schon damals begannen, den Verkehr um dos Kap der Guten Hoffnung herum zu leiten und die Versorgung der Jnstlfestung Malta, die angesichts der starken Luftangriffe vor allem mit Flakmunition versehen werden mußte, von Osten her durchzuführen. Dabei kam es am 9. Juli bei Punto Stilo östlich von Kalabrien zum erstenmal zur Gefechtsberührung zwischen der italienischen und britischen Marine. Zwei ältere italienische Schlachtschiffe vom Typ „Cesare" (23 600 T.) sahen sich drei britischen Schlachtschiffen der Warspite- Klasse (31 000 T.) und einem Flugzeugträger gegenüber, wobei sie", einen unbestreitbaren Erfolg erringen konnten, denn während der „Cesare" und der 10 000-KreuzerX,Bolzano" nur leicht getroffen wurden, erlitten die - „Warspite", mindestens zwei Kreuzer und sieben Zerstörer erhebliche Beschädigungen. Der Versuch, einen britischen Geleitzug von Gibraltar nach Malta zu bringen, führte im November 1940 zu dem Gefecht von Kqp Teulada, wobei zwei britische Kreuzer beschädigt wurden, davon der „Berwick" (10 000 T.) sehr schwer, die italienischen schweren Kreuzer dagegen unversehrt blieben. Im Januar 1941 wurden bei einem ähnlichen Unternehmen bei Pantelleria in der Straße von Sizilien der Kreuzer „Southampton" (9300 T.) durch italienische Torpedoboote versenkt, der Zerstörer „Gallant" (1300 T.) schwer beschädigt und zwei Tage später durch Luftangriffe der Flugzeugträger „Jllustrious" (23 000 T.) für Monate gefechtsunfähig gemacht. Weniger glücklich war ein italienischer Vorstoß in das Seegebiet südlich von Kreta Ende März 1941. Er wurde durch britische Flugzeuge vorzeitig gesichtet und bei dem Zusammentreffen mit schnell aus Alexandrien ausgelaufenen überlegenen britischen Streitkräften hatte das italienische Geschwader den Verlust zweier 10 000-Tonnen-Kreuzer („Zara" und „Fiume") und zweier Zerstörer zu beklagen. Ein Ueberfall auf die Sudabucht der Insel Kreta führte hingegen zur gleichen Zeit zur Versenkung des britischen Kreuzers „Port" (8400 T.) und zur Torpedierung von drei Kreuzern und einem Flugzeugträger durch Torpedoflugzeuge.
Zapans Matenal-Mobilisierungsplan für 1042.
Tokio, 24. April. (Europapreß.) Das japanische Kabinett hat auf Vorschlag des Präsidenten des Planungsamtes, General Suzuki, einen neuen Material - Mobilisierungsplan angenommen, der zum erstenmal die Hilfsquellen der eroberten Südregionen einsetzt und den Austausch von wichtigen Rohstoffen zwischen den verschiedenen Teilen des ostasiatischen Raumes unter den gegenwärtigen Kriegsverhältnissen regelt. Das Hauptziel des Planes ist die Steigerung ber Rüstung. Deshalb wird besondere Aufmerksamkeit den für den Bau von Kriegsschiffen und Flugzeugen notwendigen Materialien gewidmet. Die Beschleunigung des Baus von Handelsschiffen, um das dringende Transportproblem zu lösen, sowie die Verstärkung der Abwehrmaßnahmen gegen feindliche Luftangriffe sind weitere Ziele. Auch eine einheitlich geleitete und verbesserte Ausnützung. des vorhandenen Schiffsraumes ist vorgesehen. Japan bemüht sich ferner um die Versorgung der Bevölkerung mit den Lebensnotwendigkeiten. Dabei werden durch die in den besetzten Gebieten zur Ver
fügung stehenden reichen Rohmaterialmengen in mancher Hinsicht Erleichterungen zu erwarten fein, doch müssen die privaten Bedürfnisse der Bevölkerung vorläufig den Erfordernissen der Kriegführung nachstehen.
Oie Wiltschastsfront Italiens steht fest
Rom, 24. April. (DNB) Außenhandelsminister Riccardi sprach im Institut für faschistische Kultur über die Front der Wirtschaft in der Kriegszeit. Entgegen den Behauptungen des Feindes, der hoffte, Italien werde rasch erschöpft sein, bleibe die Wirtfchaftsfront Italiens fest. Die Währung werde um jeden Preis verteidigt werden. Die vom Gold losgelösten Währungen der Mächte des Dreierpaktes, die vom Staat gelenkt und durch eine auf dem Verhältnis zwischen Zahlungsumlauf und Gütererzeugung beruhende Preispolitik garantiert find, feien die Währungen der Zukunft. „Diese Währungen werden das Gold nur zum Ausgleich von etwa auftretenden Passivsalden ihrer Handelsbilanz außerhalb ihrer eigenen Währungssysteme benutzen."
England fürchtet Amerikas Einfluß in Australien.
Lissabon, 25. April. (Europapreß.) Die Be- unruhiguna der Briten über den wachsenden Einfluß der Amerikaner in Australien geht aus einem Bericht der Londoner „Times" hervor. Darin heißt es, es fei „ganz selbstverständlich", daß die Vereinigten Staaten in erster Linie Australien militärische Hilfe leisteten, denn sie lägen geographisch Australien am n ä ch st e n. Die beiden Länder, die einander früher wenig gekannt hätten, rückten sich näher, doch sei es notwendig, das auftra» lische Gedächtnis aufzufrischen und auf f e i n e B i n- düngen mit Großbritannien hinzuweisen. Vor dem Krieg sei Großbritannien der b e ft e Kunde Australiens gewesen, und ganz abgesehen von dem Strom britischen Kapitals dorthin, der das Land zu dem gemacht habe, was es heute sei, habe England das wirtschaftliche Rückgrat des Commonwealth überhaupt gebildet. Die
meisten Produkte Australiens seien an England ab- gesetzt worden, die USA. dagegen seien niemals ein vielversprechender Markt gewesen. Die gegenseitigen Handelsbeziehungen seien immer durch die Gleich- heil der Produkte beider Länder beeinträchtigt worden, sogar der japanisch-australische Handel böte größere Entwicklungsmöglichkeiten als der australisch-amerikanische. Die australischen Wirtschaftsbe- Ziehungen nach dem Krieg würden nicht das geringste Problem des Landes fein. Die Landwirte würden auch weiterhin versuchen, ihre Erzeugnisse an Großbritannien abzusetzen aber andererseits werde sich das Land durch den Aufbau einer Schwerindustrie und einer Textilfabrikation weitgehend von englischen Waren unabhängig gemacht haben. Dazu komme, daß die amerikanische Pacht- und Leihpolitik nicht ohne Einfluß auf das australische Wirtschaftsgefüge bleiben werde.
Aeuorganisation der gewerblichen Wirtschaft.
Schaffung von Sauwirtschastskammern.
Graz, 24. April. (DNB.) Reichswirtfchafts- minifter und Reichsbankpräsident Funk verkündete bei Eröffnung der neugeschaffenen Gauwirtschaftskammer Steiermark eine Neuorganisation der gewerblichen Wirtschaft, deren Zweck es ist, sie angesichts der gesteigerten Anforderungen der Rüstungswirtschaft auf ein Höchstmaß von Leistungsfähigkeit zu bringen. Es werden 41 Industrie- und Handelskammern aufgelöst, im übrigen die Industrie- und Handelskammern, die Handwerkskammern und die jetzigen Wirtschaftskammern in G a u w i r t s ch a f t s k a mm e r n zusammen- gefaßt. Auch die bezirklichen Gliederungen der Organisation der gewerblichen Wirtschaft werden in die neue Gauwirtschaftskammer eingebaut werden, doch bleibt das Weisungsrecht der fachlichen Reichsgruppen bestehen.
Der Minister wies darauf hin, daß das Gdbot des Tages eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen Staat und Wirtschaft sei. Wir seien in eine neue Phase der Kriegswirtschaft eingetreten, die gekennzeichnet sei durch Konzentration und Rationalisierung. Durch die beste Ausnutzung der vorhandenen Kapazitäten, durch Zusammenlegung von Fertigungen, durch Vereinheitlichung und Vereinfachung der Formen und Stoffe, durch den rationellsten Einsatz der Arbeitskräfte, durch Leistungslöhne und Leistungspreise werde die Rüstungsproduktion eine starke Verbilligung und «ne wesentliche Beschleunigung erfahren. Gleichzeitig finde eine neue Einsparung von Arbeitskräften statt, die der Wehrmacht ober der Rüstung zur Verfügung gestellt werden können. Um diese Aufgaben durchführen zu können, sollen der Wirtschaft alle nur denkbaren Erleichterungen und Entlastungen verschafft werden.
Der heutige Zustand sei nicht befriedigend, denn es könne nicht geleugnet werden, daß zwischen Kammern und Gruppen in nicht unbeträchtlichem Umfange Doppel arbeit geleistet werde, die die Schlagkraft und Funktionsfähigkeit der Gesamtorganisation lähme und die im übrigen eine
vielfach unrationelle Verwendung von Arbeitskraft und Arbeitszeit bedeute. Es fei daher notwendig, dem Grundsatz der Einheit der Organisation gerade bei der Wirtschaft Ausdruck zu geben. Eine Vereinfachung des Apparates und eine noch straffere Zusammenfassung der wirtschaftlichen Selbstverwaltung im Gau sei schon allein wegen des Personalmangels erforderlich. Der Gauwirtschaftskammer werden grundsätzlich alle Aufgaben übertragen, die bisher von den nebeneinander bestehenden Organisationen wahrgenommen wurden. Deshalb würden die Industrie- und Handelskammern, die Handwerkskammern und die bisherigen Wirtschaftskammern auf die Gauwirtschaftskammer übergeführt, foroi-e zahlreiche fachlich-bezirkliche Gruppen in sie ein'gegliebert. In der Regel soll für jeden Gau nur eine Gauwirtschaftskammer bestehen, deren Grenzen sich mit den Grenzen der Gaue decken. Da aber die wirtschaftlichen Verhältnisse in einzelnen Gauen verschieden gelagert seien, könne neben der Gauwirtschaftskammer noch eine oder mehrere Wirtschaftskammern ober Zweigstellen errichtet werden. Um die Entwicklung vorwärtszutreiben, seien 41 Industrie- und Handelskammern sofort aufgelöst worden, da die Bereinigung in gau- licher Hinsicht die Voraussetzung für die Bildung von Gauwirtschaftskammern darstelle.
Die Zusammenarbeit von Staat und Selbstverwaltung der Wirtschaft müsse ihre Ergänzung finden inderZusammenarbeitmitder Par. t ei und in der Ausrichtung auf die Partei. ,Hm nationalsozialistischen Staat" sei die Wirtschaft durch die Macht der Partei und die Autorität des Staates dem Gesetz des Politischen "unterworfen worden. Zwischen dem wirtschaftlichen Bereich und dem politischen Bereich habe sich eine ersprießliche Gemeinschaftsarbeit vollzogen. Besonders innig zeige sich diese Zusammenarbeit im Falle der Personalunion zwischen deyi Leiter der Wirtschaftskammer und dem Gauwirtschaftsberater. In jedem Falle solle der Leiter der Wirtschaftskammer der Vertrauensmann des Gauleiters in allen Wirtschaftsfragen sein.
Dieser kurze Rückblick auf das erste Jahr vorwiegend alleiniger italienischer Kriegführung im Mittelmeer bestätigt am eindeutigsten die Richtigkeit der oben angeführten Feststellung, daß das Auftreten der deutschen U-Boote seit dem Herbst 1941 die strategische Lage im Mittelmeer wahrhaft grundlegend geändert hat. Ihr Wirken hat vor allem zusammen mit dem Niederhalten der Jnselfestung Malta durch die pausenlosen schweren Angriffe der deutschen Luftwaffe den Achsenmächten im Mittelmeer jene Entlastung gebracht, die es ihnen gestattet, die Verbindungswege nach Nordafrika offenzuhalten, während sich der Versorgung Maltas und Tobruks außerordentliche Schwierigkeiten entgegen- stellen. Dabei muß festgehalten werden, daß 'der U-Boot-Krieg im Mittelmeer vom U-Boot-Komman- banten ein ungewöhnliches Maß von taktischem Können unb zäher Beharrlichkeit forbert. Einmal finb bie britischen Geleitzüge, die den U-Booten lohnende Ziele bieten, sehr viel seltener als im Atlantik, sie sind auch kleiner und stärker geschützt und sind bestrebt, die engen Durchfahrten, in denen das U-Boot die besten Aussichten hat, zum Schuß zu kommen, bei Nacht zu passieren. Zudem sind die begleitenden britischen Torpedoboote durchweg mit hochentwickelten Horchgeräten für die U-Bootjagd ausgerüstet. Auch die feindliche Luftaufklärung durch Seeflug- zeuge mit großem Flugbereich vom „Sunderland"- Typ erschwert bie Tätigkeit ber U-Boote ebenso wie bie große Durchsichtigkeit bes Wassers im Mittel- meer, bei ber ein U-Boot auf einer Tiefe von vielen Metern noch sichtbar bleibt. Zubern stellt bie Enge ber Gewässer die Manövrierkunst des U-Boot-Korn- manbanten vor eine schwierige Aufgabe unb beein- trächtigt bas Zusammenwirken mehrerer U-Boote gegen ein gemeinsames Ziel. Aus allen diesen Gründen erklärt der italienische Konteradmiral Fiora- vanzo in seinem schon genannten Aufsatz, baß von ben italienischen U-Booten im Mittelmeer nicht bie Ergebnisse erzielt würben, bie man in Friebens- Zeiten von ihnen erwartet hat, gewiß ein bemer- kenswertes Zeugnis für bie außerordentlichen Leistungen ber beutschen U-Boot-Waffe, bie sie im zähen Kampf mit biesen Widrigkeiten auf einem ihr an sich fremden Seekriegsschauplatz erzielt hat. Man
darf ihnen gleichwertig zur Seite stellen bie Er- folge der italienischen U-Boote im Atlantik, bie hier ebenfalls unter ihnen bislang nicht vertrauten Wetterbedingungen unb Meeresverhältnissen bis unter bie Küste bes norbamerikanischen Kontinents operieren. Beide tragen mit ihrem tapferen und zähen Einsatz zum Siege bei, denn bie unverminderte Fortdauer der Schläge gegen bie Versorgungsschiff, fahrt der Alliierten ist für die Kriegführung der Achse ebenso wesentlich wie die Stärkung ber deutsch-italienischen Front in Nordafrika, die es verhindert, daß die nordafrikanische Küste zum briti- schen Sprungbrett über das MittAmeer wird. Wenn die Londoner „Daily Mail" in diesen Tagen resigniert zugeben mußte, daß trotz aller Anstrengungen des britischen Mittelmeergeschwaders und ber britischen U-Boote Italien jetzt bas Mittelmeer mit Recht als „mare nostrum“ bezeichnen könne, da England nicht nur zahlenmäßig ben* Seestreitkräften unterlegen sei, sondern auch nur noch über bie Flottenstützpunkte von Alexandria mit seinen unzureichenden Dockanlagen und Gibraltar verfüge, während Malta, der Schlüsselpunkt zur Unterbrechung ber Verbindung zwischen Italien und Afrika nur noch von kleinen Einheiten angelaufen werden könne, so zeugt dieses britische Klagelied am besten für den großen unb für die Gesamtkriegführung bedeutsamen Erfolg der Aktivität der Achse in einem Gebiet, bas Englanb einmal als Lebenslinie seines Empire betrachtet unb Bismarck sehr treffenb ben Nerv im Genick genannt hat, ber bas Rückgrat (Indien) mit bem Gehirn (England) verbindet.
Dr. Fr. W. Lange.
Da« erklärt alles!
Der Crippssche Bolschewistenfanatismus hat in aller Welt, nicht zuletzt in England, Aufsehen erregt: Wie kam Cripps zu den ,',Propheten"? Heute weiß man es. Es hat sich herausgestellt, baß Cripps' Urgroßmutter Mary, geb. Seddon, bie den Warenhausbesitzer Richard Potter aus Manchester, ein Mitbegründer des „Manchester Guardian" (geb. 1778, geft. 1842) geheiratet hat, eine Jüdin war. Diese Tatsache sucht ihre Enkelin Beatrice Webb,
geb. Potter, die durch ihre probolschewistischen Ten, denzen, ihre mehrfachen Reifen in die Sowjetunion und durch ihr Buch „Sowjetkommunismus, eine moderne Zivilisation" bekannt wurde, in einer Bio« graphie durch folgende Umschreibung schamvoll verhüllen. „... sie sei eine große bunfie Frau jU« bischen Typs gewesen, die lange vor bem Zionismus davon träumte, die Juden wieder nach Palästina zurückzuführen".
Die Nerven.
Bon unserer Berliner Schriftleitung.
In den plutokratischen Ländern spukt jetzt mit eine Seuche die Phrase von dem Nervenkrieg Man denkt dabei an die letzten Mor.ate des ersten Weltkrieges, wo bie Alliierten von damals drauf und dran waren, die Nerven und damit den Krieg zu verlieren. Sie hatten in letzter Minute einen ent* scheidenden Verbündeten exh alten: die kommunistt« sche Zersetzung in den Ländern ber Mittelmächte Dadurch verloren diese die Nerven und den Krieg. Heute ist die Lage eine ganz andere. Das deutsche Volk hat kaum je so gute Nerven gehabt wie. gerade jetzt, seine Sieges^ewißheit auf Grund der militärischen Lage an der Front und ber gelassenen Ruhe in ber Heimat ist so unerschütterlich, daß diese Tatsache sogar beim Feind erkannt wird. Ganz anders sieht es auf ber Gegenseite aus. Die nrili* tärifchen Niederlagen an allen Fronten, die fata» strophalen Tonnageverluste auf allen Meeren, .die Zerrüttung der nationalen Wirtschaften und ihre? Rohstoffquellen und -Hintergründe hat die Nerven der Kriegsverantwortlichen und ihrer Völker so be« lastet, daß sie nach künstlichen Mitteln ber Nerven« betäubung suchen. Stalin kann seine Angst um das Kommende nicht mehr verbergen: er wütet gegen bas eigene Volk unb wird hysterisch in seinen Hilfsforderungen an London und Washington. Churchill steht unter dem Druck Stalins unb Roosevelts und spielt ,Offensiv "-Komödien mit Stoßtrupp-Pleiten und nutzlosen Luftattacken vor. Washington aber zeigt seinen „Freunden" sein wahres Gesicht als Erbschleicher. Gute Nerven aber sind nur bei gesunden und starken Völkern die Gradmesser ihres seelischen Gleichgewichts und ihrer physischen Kraft»
Ein Stalin-Verehrer aus der Kerne.
Von unserer Berliner Schriftleitung.
Lord Beaverbrook wurde bei der vorletzten Kadi« nettsumbilbung Churchills nach Amerika abge« schoben. Er war Churchill mit seiner antibolschewi« stischen Grundeinstellung fürchterlich geworden und hatte mit Cripps während ihres gemeinsamen Moskauer Aufenthaltes grundsätzliche Meinungs« Verschiedenheiten über den einzuschlagenden Kurs. Churchill aber brauchte das Wohlwollen Stalins und schickte Lord Beaverbrook nach Washington und Cripps nach Indien. In Amerika traf Lord Beaverbrook aber auf eine so bolschewistenfreunb- liche Atmosphäre, daß er schleunigt umlernte. Beö einem Jahresessen des Bureau of Ädversiting dozierte er also: „Der Kommunismus unter Stalin hat die beste kämpfende Armee in Europa geschaffen. Der Kommunismus unter Stalin gibt uns Beweise von Vaterlandsliebe, die den schönsten in der ganzen Menschengeschichte 'gleichkommen. Der Kommunismus unter Stalin hat die besten Generale in diesem Kriege hervorgebracht. Stalin ist ein Meister ber Taktik unb wird letzten Endes den Feind besiegen." In anderer Umgebung sprach er nach einem ganz anderen Manuskript: „Genau so, wie der Mangel an Flugzeugen im Jahre 1940 und nüe der Mangel an Tanks im Jahre 1941 eine Krise mar, wie heute ber Mangel an Schiffsraum eine Krise ist, so müssen wir noch einer letzten Prüfung ins Auge blicken: bem Mangel an Roh st offen, ber auf die japanischen Eroberungen folgt. Es müssen große Anstrengungen gemacht werden, um neue Versorgungsquellen zu entwickeln. Wenn wir bie noch zur Verfügung stehenben Rohstoffquellen nicht schützen unb unsere verlorengegangenen Schätze nicht mieber zurückgewinnen können, bann wirb unser Kampf um ben Sieg zu einem Kampf um unsere Existenz." Diese zweite Rede paßt zu seiner ersten wie die Faust aufs Auge. Von englischer Seite stammt das Wort, daß Stalin den Krieg für England führt. Mit der taktischen Meisterschaft Stalins muß es aber auch nach Lord Beaoerbrooks Meinung nicht weit her fein, wenn man in England und Amerika heute schon von bem Kamps um bie nackte Existenz spricht.
Spanischer Militärattache bei Britenmanöver getötet.
M a b r i b , 24. April. (DNB.) Der spanische Militärattache in London, Barra, soll bei dem gleichen englischen Manöver getötet worben sein, das auch zahlreichen britischen Offizieren und Soldaten das Sieben kostete. Die englische Luftwaffe hatte bei diesem Manöver in der Nähe von London ihre Bomben nicht in die befohlenen Ziele, sondern mitten in b i e übenden Truppen geworfen. Eine der Bomben soll dabei in der Nähe ber ausländischen Militärattaches krepiert sein und mehrere Offiziere, darunter Barra, getötet haben.
Marschall pefain 86 Lahre alt.
Paris, 24.April. (Europapreß.) Die Pariser Blätter gedenken am 24. April des 86. Geburtstages des Staatschefs Marschall Pstain. Sie unterstreichen nicht nur seine Militärischen Verdienste als Verteidiger von Verdun im ersten Weltkrieg, sondern heben vor allem hervor, daß er im Sommer 1940 durch den rechtzeitigen Abschluß des Waffenstillstandes Frankreich in letzter Stunde vor dem völligen Verderben rettete. Die Stadt Paris hat bem Marschall zu seinem Geburtstag eine silberne Medaille gewidmet, die von der Pariser Münze her- gestellt wurde und die Dankbarkeit der Stadt Paris für den Staatschef zum Ausdruck bringen soll. Die Medaille wurde in Vichy durch den Präsidenten des Pariser Stadtrats, Trochu, dem Marschall überreicht.
Kleine politische Nachrichten.
Die Abordnung italienischer Kriegsovferführer, bie zu einer Kundgebung deutscher unb italienischer Kriegsoerletzter nach Berlin gekommen ist, wurde in Gegenwart des Reichskriegsopferführers, SA.-Ober-, gruppenführer Oberlindober, von Reichsminister Dr. Goebbels empfangen.
Anläßlich des Jahrestages ber Gründung Roms treten m Italien drei neue Gesetzbücher in Äraft bas Bürgerliche Gesetzbuch, bas Seerecht unb das Zivilverfahren.
114 spanische Nationalisten, bie am 7. März 1939, kurz vor Beenbigung bes Bürgerkrieges, bei einem Lanbeverfuch zur Befreiung der Stabt Cartagena von den Aioten vor der Küste mit ihrem Schiss „Cqr


