Einzelbild herunterladen

19./20. September 1942

Nr. 221 Zweiter Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für GberWen)

>

men liegen.

y

Außerdem werden hier auch noch Kuchett ge­backen, auch die sogenanntenStückchen". Dazu kommen dann noch die Kuchen, die von der Kund- chaft gebracht werden. Der Bedarf an Brötchen, Kuchen und Stückchen ist sehr zurückgegangen, weil die Leute nicht genug Weizenmehlmarken dafür haben. . ..

Eben, gegen Mittag, ist das zweite Gebäck Bröt­chen in Arbeit: daneben gehen einige Gewürzkuchen (Backpulverkuchen), aus dunklem Mehl, ihrer Voll­endung entgegen. Es ist interessant, dabei zuzu- ehen und allerhand zu lernen, was man bis jetzt ücht wußte. Wir betrachten die ansehnlichen Fla­chen voll Essenzen, die dem Teig zugesetzt werden und ihm, je nach Wunsch, Rum- oder Vanille- oder ein anderes Aroma verleihen: Es ist auch lehrreich, die verschiedenen Mehlsorten, die hier verbacken werden, nebeneinander auf dem Tisch zu betrachten und zu vergleichen; sie sind sehr unterschiedlich in Farbe und Konsistenz. Das Gerstenmehl, von dem in der Ankündigung der Rationserhöhung die Rede war, wird bereits in den Mühlen nach dem vor­geschriebenen Prozentsatz den Mehltypen 2800 und 1050 beigemischt und mitgeliefert. (Für Type 1050 nimmt man das sog. Gerstenauszugsmehl.) 15 Liter Milch werden in dieser Backstube jeden Tag ver­braucht, und der Meister zeigt uns bei unserem Besuch, wie man früher mit der traditionellen Nagelprobe" den Fettgehalt der Milch prüfte; heute wird das auf andere Weise gemacht, aber es gibt in jedem Handwerk gewisse Hausmittel, die dazu gehören von altersher und vom Vater an den Sohn, vom Meister an den Lehrbuben weitergegeben werden.

Eine sehr sinnreiche und praktische Erfindung ist die Maschine, die den Brötchenteig herrichtet. Sie ist eben im Gang, und wenn man sich das betrachtet, kann man sich vorstellen, was das früher für eine Arbeit war, als es noch keine maschinellen Hilfsmittel gab und alles mit der Hand gemacht werden mußte. Die Maschine spart natürlich viel Zeit und viel Körperkraft, aber es ist doch auch hier noch das meiste und wichtigsteHand-Werk" im ursprünglichen und edeln Sinne, und es ist ein hübscher Anblick, zu sehen, wie das zugeht, wie Lehrbub und Geselle dem Meister in die Hand arbeiten, wie der fertige Brötchenteig auf der mehlbestreuten Tischplatte gewälzt und ausgewirkt und in Portionen abgewogen wird: wie die Por­tionen, wieder von einer sehr praktischen Maschine, in jeweils 30 Brötchen aufgeteilt werden, die dann, in rundliche oder längliche Form (Forstmeister) ge­bracht und, immer 30 Stück, auf ein langes Brett gesetzt werden. Wirken, teilen, wälzen, aufsetzen es geht wirklichwie's Brezelbacken", und nach einer Viertelstunde stehen die Bretter mit ein paar hundert Brötchen bereit für den großen Ofen. Mittags wird dann die Ware ausgefahren, später die Backstube aufgeräumt. Dann ist Feierabend, und der Feierabend ist wohlverdient, denn die Arbeit am nächsten Morgen beginnt zu einer Zeit, wo die allermeisten von uns noch in süßen Träu-

Singer von den Brandbomben!

Lpd. Frankfurt a. M., 18. Sept. In einem Taunusort wurde ein 13jähriger Junge beerdigt, der am ganzen Körper schwere Verbrennun­gen durch eine gefundene Brandbombe erlitten hatte. Der Junge war mit zwei Kameraden aufs Feld gegangeck, wo sie eine nicht explodierte Brand­bombe in der Erde fanden. Als sie daran hantierten.

Das tägliche Brot.

Kleiner Besuch in einer Gießener Backstube.

explodierte plötzlich die Bombe. Zwei Jungen kamen mit leichteren Verbrennungen davon, der dritte , . -

wurde so schwer verletzt, daß er nach qualvollem l zugunsten des WHW. klusgetragev.

Vorwärts bis zum Endsieg!

Eindrucksvolle Kundgebung der Ortsgruppe Gießen-Süd in der Aula.

Die 1. Jugend von Daubringen empfängt am kommenden Sonntag die gleiche von Treis zum fälligen Verbandsspiel. Da beide Mannschaften als gleich spielstark zu bezeichnen sind, ist mit einem spannenden Kampf zu rechnen. Das Spiel wich

I zugunsten des WHW. ausgetragen.

Sein oder Nichtsein, ein Kampf der jungen gegen die alte plutokratische Welt und das Judentum; es gebe feine Verständigung und kein Kompromiß, son­dern nur eine Auseinandersetzung bis zur Entschei­dung.

Den Meckerern und Spießern stellte der Redner das Vorbild des Soldaten an der Front gegenüber. Wir seien auf dem Ernährungs- und Bekleidungs­sektor nicht niederzuringen aleich, wie lange der Krieg dauere. England versuche heute mit Flug­blättern und Terrorangriffen die seelische Wider­standskraft unseres Volkes zu zermürben. Aber er, Redner, habe mit den von britischen Bomben Heim- gesuchten gesprochen und herzerhebende Eindrücke gewonnen. Wem flau zumute sei, der solle eine Reise in die Bombengebiete machen, er werde be­kehrt werden.

Zur Frage, wann der Krieg zu Ende sei, erklärte der Redner, es komme in erster Linie darauf an, w i e er zu Ende gehe. Wenn wir drei Jahre An­strengungen und Entbehrungen hinter uns haben, so sei zu bedenken, daß wir einem übermächtigen Gegner gegenüberständen, der diese Entbehrungen 25 Jahre durchgestanden habe. Der Führer fei nicht nur ein einzigartiger Feldherr und Politiker, son­dern auch ein glänzender Psychologe und ein gro­ßer Schweiger. Seine Unberechenbarkeit sei der Schrecken unserer Feinde. England wisse, daß die große Abrechnung komme, der es nicht entgehen könne. Wer frage, warum gerade unserer Ge­neration nichts erspart bleibe, der solle immer das Bild des Führers vor Augen haben und an unsere braven Feldgrauen denken, die draußen am Feind stehen, auf daß Deutschland lebe. Groß und stark könne nur jein, wer die Welt mit den Augen des Führers sieht, mit dem uns Liebe, Treue und Glauben verbinden. Soldaten und Arbeiter wissen,

Die in diesen Tagen veröffentlichte Ankündigung, daß die Fleijch- und Brotrationen vom kommenden Monat an wieder herabgesetzt werden sollen, lenkt die Aufmerksamkeit auf unser wichtigstes Volks­nahrungsmittel und legte den Gedanken eines Be­suches beim Bäcker nahe nicht um Brot zu kaufen, wie es alle Tage geschieht, sondern um einen Bericht vom Brotbacken zu schreiben, was nicht alle Tage vorkommt, aber vielleicht, außer uns selbst, auch manchen andern interessiert, der sich bisher nicht weiter darum gekümmert hat, wie das Brot gemacht wird, das er täglich verzehrt.

Wir befinden uns in der Backstube einer alt­eingesessenen Gießener Bäckerei. Das Geschäft ist feit dem Jahre 1745 ununterbrochen im Familien­besitz; das Handwerk hat sich jeweils vom Vater auf den Sohn vererbt. Heute arbeiten Vater und Sohn gemeinsam im Betrieb, zusammen mit einem Ge­sellen und einem Lehrbuben. Sie haben allesamt redlich zu schaffen und könnten gut und gern noch ein bis zwei Mann beschäftigen; aber es muß auch so gehen.

Hier werden monatlich im Durchschnitt über hun­dert Sack Mehl verbacken. Das Mehl, das der Be­trieb von hiesigen oder auswärtigen Mühlenbe­trieben bezieht, wird in Säcken mit dem Aufzug in die Ptehlkammer geschafft. Dort wird es, nach Sorten getrennt, in große Mehlkästen verteilt. Ver­arbeitet werden in diesem Betrieb gegenwärtig vor­wiegend drei Sorten: Roggenmehl Type 1790, sog. Brotmehl Type 2800, und Weizenmehl Type 1050 (für Brötchen, Kuchen und zum Verkauf). Aus den Mehlkästen in der Kammer läuft das Mehl, durch ein Sieb aufgelockert, in der jeweils benötigten Menge unmittelbar in die große Teigknetmaschine unten im Backraum. Abends wird gesäuert; der Sauerteig, aus Roggenmehl und Wasser, bleibt über Nacht stehen und gärt. Morgens, so zwischen y.6 und 6 Uhr, wird der erste Teig gemacht: noch Brotmehl hinein, Wasser und Salz. Dann wird der Teigrausgerafft", in dreipfündige Portionen ab= gewogen undaufgewirkt"; d. h. der Teig erhält die richtige Form, rund oder lang, je nachdem. Dann kommt er in den Gärschrank und bleibt darin, bis erreif" ist. Dann in den Ofen. Das Brot wird nicht mehr auf Bretterneingeschossen", wie es früher gemacht wurde, sondern in der modernen, weitgehend maschinell betriebenen Bäckerei, wie hier, hat man einen Spezialbrotofen, einen Doppelauszugofen mit zwei mächtigen, aus­ziehbaren Platten; auf eine davon gehen, in zwölf Reihen, 168 Kommißbrote. Gebacken wird eine Stunde und zehn Minuten; Kommißbrot braucht anderthalb Stunden. Die Tagesleistung in dieser Backstube sind etwa 400 Laib Brot. Ein gewisser Vorrat muß zweckmäßigerweise vorhanden sein, weil die Leute heute nicht gern ganz frisches Brot kaufen, sondern lieber etwas älteres, das aus­giebiger ist. . v r, ,

Die erste Portion Brötchen wird schon vorher gebacken. So um fr Uhr morgens geht es los. Der Teig dafür wird in kleineren Teigknetmaschinen bereitet: Weizenmehl, Type 1050, nimmt man dazu, Hefe Salz, etwas Zucker, Backhilfsmittel zum Bräunen, und Wasser oder Milch, je nachdem, ob es Walser- oder Milchbrötchen geben soll. Um %6 oder 6 Uhr wird das erstemal gebacken, anschlie­ßend kommt das ersteGebäck" Brot in den Ofen das etwa um Uhr fertig ist. Das zweite gleich hinterher. Gegen Mittag kommt dann das Zweite Gebäck Brötchen an die Reihe. Die Tages­leistung beträgt ungefähr 1000 Stück. 350 Stück gellen auf einmal auf der gewaltigen Ofenplatte : in den Ofen. Früher wurden viel mehr Brötchen ; und weniger Brot gebacken; heute ist es, der Nach­frage entsprechend, umgekehrt.

Wir fahren nach Wetzlar, durschreiten die Stadt in westlicher Richtung, kommen schließlich über zwei Dillbrücken und gehen roten Punkten nach, die Lahn abwärts zu dem schön über dem Tal gelegenen früheren Kloster Altenberg mit prächtigem Blick auf das Lahntal. Das Anwesen, eine sürstlich-braunfels- jche Domäne, ist von den Buderusschen Eisenwerken gepachtet und von diesen zu einem Musteraut aus­gebaut. Wir besichtigen die wohlerhaltene frühgoti­sche Klosterkirche mit dem Grabmal der heiligen Gertrud und den ehemaligen Klostergarten, der in einen Park umgewandelt ist. Hinter dem Gasthaus Zum Klostergarten" führt uns ein Feldweg über eine zwar schattenlose, aber aussichtsreiche Höhe; namentlich fesselt der Blick auf Wetzlar mit dem Kalsmunt. Nach einiger Zeit erreichen wir bei Klein- Altenstädten das Dilltal und jenseits des Flusses Aßlar. Auf tadelloser Straße kehren wir über Her­mannstein zu unserem Ausgangspunkt Wetzlar zu­rück. Wanderzeit etwa 3% Stunden.

Lollar Waidhaus Dünsbctg Bieber.

Eine hübsche Waldwanderung ist die Begehung der roten Keilmarkierung jenseits der Lahn. Wir fahren zu diesem Zweck nach Lollar, durchschreiten­den Ort in nordöstlicher Richtung, gehen obigem Zeichen nach an dem altersgrauen Gotteshaus von Kirchberg vorbei über die Lahnbrücke nach Rutters­hausen und gelangen nach kurzer Zeit in den großen Krofdorfer Forst. Das Zeichen führt uns an einer mächtigen Hainbuche, die allerdings ihrer Aeste be­raubt ist, vorüber nach dem Forsthaus Waldhaus. Hierauf stets durch Wald an zahlreichen Grenzsteinen der ehemalig preußisch-hessischen Grenze entlang bis zur Krumbacher Straße, wo wir am Fuße des Dünsbergs angelangt sind. Der Aufstieg zur Höhe ist wohl von hier der steilste, aber auch der kürzeste. Auf dem Dünsberg, wo das Zeichen zu Ende ist, find jonntags Erfrischungen zu haben. Nachdem wir uns vom Aussichtsturm an der herrlichen Rundschau gelabt haben, erfolgt der Abstieg schwarzen Punkten nach über drei Ringwälle aus altgermanischer Zeit nach dem Endziel Bieber. Dauer der Wanderung etwa 4% Stunden.

&. A-Spori.

Handball für das WHW.

Wie alle anderen Sportarten, so setzt sich auch das Fachamt Handball für das WHW. ein. Die Paarun- gen der Spiele find so getroffen, daß überall mit spannenden Treffen zu rechnen ist.

Lokaltreffen auf dem Oswaldsgarten: Luftwaffe Gießen Wtv. Gießen.

Im Anschluß an das Fußballspiel am Samstag- nachmittag auf dem Oswaldsgarten kommt es zu einem Lokaltreffen der beiden Gießener Vereine. Die Luftwaffe konnte in den beiden Punktspielen der Gauklasse noch nicht überzeugen, da die beste Aufstellung noch nicht gefunden ist. Dem Männer- turnoerein gelang es, die Bannmeisterschaft zu er­ringen. Nach Abschluß der Punktspiele mußte auf einige gute Kräfte verzichtet werden. Deren Plätze sind jedoch vollwertig ersetzt.

Lang-Göns Luftwaffe Gießen.

Am Sonntag tritt die Luftwaffe in Lang-Göns an. Die Platzmannschaft hat sich gerade in diesen Begegnungen immer als sehr stark erwiesen. Die Gießener müssen schon mit einer guten Leistung auf­warten, um als Sieger den Platz zu verlassen.

Holzheim Grüningen.

Ein weiteres Lokaltreffen gibt es in Holzheim, welches zu gleicher Zeit den Abschluß einer HI.« Sportveranstaltung bildet. Diesmal müssen die Gäste jedoch auf ältere Spieler verzichten, während die Platzmannschaft sich noch mit solchen verstärken kann. Dies bedeutet einen Vorteil, weshalb auch Holzheim den Sieger stellen sollte.

DahenborN'Zleinberg Nllv. Gießen.

Die Gießener besitzen wohl die größeren Sieges­aussichten. Allerdings darf man die Begegnung nicht allzu leicht nehmen, da man noch die vortägige An­strengung in Betracht ziehen muß.

Fußball in Daubringen.

Die Ortsgruppe Gießen-Süd der NSDAP, ver­anstaltete am gestrigen Freitagabend in der Neuen Aula der Universität eine öffentliche Kund­gebung. Im Mittelpunkt der Veranstaltung, an der zahlreiche Vertreter von Partei und Staat, Wehrmacht und Behörden teilnahmen, und zu der ich zahlreiche Verwundete als Ehrengäste einge- unden hatten, stand die Rede von Gauamtsleiter Bg. Holländer über das ThemaVorwärts bis zum Endsieg!" Die Kundgebung begann mit schneidiger Marschmusik des Musikzuges der <?A.-Standarte 116 und mit dem Fahneneinmarsch. Vropagadaleiter Dr. Steuer eröffnete die Der- ommlung mit herzlicher Begrüßung besonders der Verwundeten, der Kriegerhinterbliebenen, des Kreis­leiters und des Redners.

Hieraus ergriff zunächst Kreisleiter Backhaus das Wort zu einer kurzen Ansprache, in der er u. a. betonte, daß wir in der Heimat ebenso auf^ dem Posten sein müßten wie der Soldat an der Front. Nachdem er Gauamtsleiter Holländer willkom­men geheißen hatte, wandte sich der Kreisleiter nachdrücklich gegen die Verbreitung von Gerüchten, die völlig auf der Luft gegriffen seien. Er kümmere ich nicht darum, soweit sie feine Person beträfen, aber sie schadeten dem Ansehen der Partei. Darum richte er an alle die Bitte, gewissenlose Verbreiter von Gerüchten sofort namhaft und dingfest zu machen. Er schloß mit herzlichem Willkommengruß besonders an unsere Verwundeten, die ihr Leben für den Sieg eingesetzt haben, sowie an die Vertreter der Wehrmacht, der Behörden und her Wirtschaft.

Gauamtsleiter Pg. Holländer gab eingangs seiner Genugtuung darüber Ausdruck, seinen alten

Leiden verschied. Der Vorfall zeigt wieder, daß beim Auffinden von Blindgängern, Zündern und Muni» tion oder Waffen jeder Art nicht genug Vorsicht geübt werden kann.

Gefährlicher Gewohnheitsverbrecher zum Tode verurteilt.

ßpb. Darmstadt, 18. Sept. Der im März 1941 aus Frankreich zugewanderte 25jährige Pole Casimir Rodak, der schon bald darauf wegen fortgesetzter Kriegswirtschafts- und Volksschädlings­oerbrechen zu 5 Jahren Zuchthaus verurteilt wer­den mußte, überfiel im Mai 1942 gemeinsam mit einem anderen einen Hilfsaufseher des Strafge­fangenenlagers. Die Täter flüchteten nach schwerer Mißhandlung des UeberfaUenen unter Mitnahme einer bei dieser Gelegenheit gewaltsam weggenom­menen Waffe und begingen in der Folgezeit im Anschluß an diese Meuterei zahlreiche weitere Straf­taten. Rodak hatte sich infolgedessen jetzt wegen des Gewaltverbrechens im Lager, wegen zweier Der- dunkelungsdiebstähle, dreier schwerer Diebstähle, zweier Sachbeschädigungen, einer Hehlerei und wegen Gefangenenbefreiung vor dem Sonder­gericht in Darmstadt zu verantworten. Er wurde, da er sich in der kurzen Zeit nach seiner Flucht aus dem Gefangenenlager eines weiteren Aus­bruchs aus einem Haftlokal und nach feiner letzt­maligen Wiederergreifung noch eines dritten miß­glückten Ausbruchsversuchs schuldig gemacht hatte, als unverbesserlicher und gefährlicher Gewohnheits­verbrecher auf Grund der Verordnung gegen Ge­waltverbrecher zum Tode verurteilt.

Oie Wanderung am (Sonntag

Wandervorfchlag des DHL.. Zweig Gießen.

Abmarsch: Bibliothek. Wir wählen zu der Wan­derung den blauen Keil (VHC.-Markierung) durchs Nizza", überschreiten die Straße GießenHausen. Durch prächtigen Wald und Wiesengrund zum Dorfe Watzenborn erreichen wir, immer den Zeichen fol­gend, den Pfahlgraben und die Bahn GießenButz­bach, nach deren Ueberschreiten und Heraustreten aus dem Wald das Städtchen Butzbach erreicht ist. Gesamtwanderzeit 4 Stunden.

Wehlar Kloster Altenberg Klein Altenstädten Wehlar.

daß einer an der Spitze steht, der aus ihren Reihen kommt. Mit ihm auf Tod und Leben verbunden, seien wir stolz auf diese Zeit; er habe die Entbeh­rung und die Sorge um die Zukunft unseres Volkes durchlitten, die Sorge um die Jugend und um die kommende Generation, die ein großes Vermächtnis zu verwalten haben wird. Stets müßten wir ein- aedenk sein, daß die Gefallenen auf uns herab­schauen, damit ihr Opfer nicht vergebens sei und das Großdeutsche Reich Wahrheit werde.

Nach den mit langanhaltendem Beifall aufgenom- Ausführungen des Redners wurde die Kund- mit dem Gruß an Führer und Wehrmacht,

II. Klasse verliehen.

Beurlaubung von Kriegsteilnehmern zum Studium an den Fachschulen.

NSG. Der Reichsrninister für Wissenschaft, Er­ziehung und Volksbildung hat angeordnet, daß das Wintersemester 1942/43 an den Bau- und Ingenieur­schulen anstatt am 1. Oktober erst am l.Novenwer 1942 beginnt, damit den Kriegsteilnehmern, ins­besondere soweit sie dem Ersatzheer angeboren, Ge­legenheit gegeben ist, während ihres Wehrmacht­urlaubes das Studium fortzusetzen. Das Winter­semester wird an den genannten Fachschulen am 31. März 1943 enden.

Giehen-Klein-Linden.

Frau Margarete Pauly, geb. Riebel, konnte dieser Tage im Kreise zahlreicher Kinder, Enkel und Urenkel ihren 8 8. Geburtstag feiern. Die hoch­betagte Frau ist körperlich und geistig verhältnis­mäßig noch gut auf der Höhe und Tiimmf mit großem Interesse am Zeitgeschehen Anteist Wir.gra­tulieren herzlich! \

Gießener Dochenmarktpreise.

»Gießen,19. Sept. Auf dem heutigen Wochen - markt kosteten: Markenbutter, kg

Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 9 bis 10, Kartofleln, 5 ko- 51 Wirsing, % kg 8 bis 10, Weißkraut 5 bis 10 Rotkraut 10 bis 12, gelbe Rüben 10, rote Ruben 10: Spinat 12 bis 14, Römischkohl 10 Bohnen, grün, 30, Tomaten 20 bis 25, Frühapfel 35 bis 40 dall- iipfel 10, Birnen 25 bis 35 Z°>°t,chen 20 bis 35, Salatgurken 28, Einmachgurken, das Stuck 2 b,s s Blumenkohl 10 bis 50, ealat 8 bis 1°, ^ D,enn 10 bis 12, Rettich 8 bis 10, Radieschen, das Bund 10.

. *

** Zwei Eier auf Bestellschein Nr. 41. Eine Bekanntmachung des Landratsamtes im Ijeu- tiaen Anzeigenteil behandelt die Ausgabe von zwei Eiern für jeden Versorgungsberechtigten in der Zett vom 21.9. bis 18.10. Alles Nähere ist aus der Be­kanntmachung zu ersehen . . h t }

»»Theaterder Universitatsstadt Gie- ß e n. Die Morgenveranstaltung am morgigen <Zoin- tag muß wcg°n Erkrankung im Personal

2'L-hrlings-inst-llungund Meist er- Kr^handwe/kerschaf^Gich^n ^triNt di° L°hrl,n^s- effenten seien darauf hingewiesen.

Kreisleiter und seine alten Gießener Mitarbeiter begrüßen zu können. Er stellte dann dem friedlichen Bilde unserer gesegneten Wetterau die Bilder des Schreckens und der Verwüstung in den von Bomben­angriffen betroffenen Städten gegenüber. Im Ge- präch mit Bewohnern dieser Städte habe er er­kannt, welch heroischer Geist in unserem Volke leben­dig fei. Gerade der einfache Mann habe diese Zeit der Umwertung aller Werte begriffen. Es gebe heute keine Insel der Seligen m>r, auf die man sich zurückziehen könne. Rückblickend auf die großen Er­eignisse des Jahres 1941, schilderte der Redner dann eindringlich, an eine persönliche Begegnung mit Dr. Goebbels erinnernd, wie der Führer vorausschauend damals am 22. Juni die Stunde des Handelns be-1 menen X , , stimmt und das entscheidende Moment der Ueber- gebung mit 'dem . ~ .

raschung des Gegners gemeistert habe. Unser Kampf mit den Liedern der Nation und mit dem Fahnen- sei ein Kamps um Raum und Brot, ein Kampf um I ausmarsch beschlossen.

Aus der Stadt Gießen.

Nach Mitternacht.

Ein herrlich sternübersäter Himmel wölbt sich über die schlafende Stadt. Eine Sternschnuppe fällt aus dem Unendlichen in ein neues Unendliches. 1 Irgendwo sagt einer:Hast du dir etwas ge- : wünscht?" Ein Frauenlachen ist die Antwort, bald ! ist es verhallt.

Aus den Gaststätten kommen ein paar Men­schen. Zögernd wie Blinde manchmal suchen sie den verläßlichen Weg. Kurze, eilige Abschiedsworte klingen wie ins Leere. Lichter eines Lastkraftwagens tasten sich ins Dunkel.

Zwei Urlauber gehen vom Bahnhof her den gleichen Weg durch die Nacht.Dort kommt meine Straße. Na, bald ifts geschasst" sagt der eine. Die werden Augen machen", kommt es aus dem Munde des andern. Hart setzen sie ihre Stiesel auf den steinernen Boden. Dieses Feste wieder unter den Füßen zu wissen und zu fühlen wie ein Traum kommt es den beiden vor. Wochenlang, monatelang haben sie immer nur die endlosen, nachgiebigen Wege gekannt, die das Fremde noch fremder machten. Nun ist Heimat schon dies: nachts über steingegründete Straßen zu gehen.

Einer kommt müden Schritts aus dem Dienst. Wieviele Male schon zwang ihn immer der gleiche Weg. Er sieht und sieht auch nicht. Und manchmal fällt ihm ein seltsames Gewebe um ein paar Bäume auf, die unter ihrem Laubdach das dürftige Licht einer Notlaterne schweigend verbergen. Eine Se­kunde fängt sich's in seinem Auge, und wie ein Blitz durchzuckt's ihn: schön, dieses Ringsum. Bleibt er? Verhält er eine Weile den Schritt? Es treibt ihn weiter.

Viele Augen sehen in die gleiche Nacht hinaus, hören in ihre Stille hinein, auf daß uns der Schlaf geschenkt sei. Vergessen wir nicht, auch ihnen einmal des Nachts Grüße zu sagen über den gestirnten Himmel hin. Er wird sie willig weitertragen unsere heimlichen Grüße. wto.

Heraus zum Wehrkampstag der SA.!

Es wird noch einmal auf die am morgigen Sonn­tagnachmittag, 15 Uhr, auf dem Universitätssport­platz bei freiem Eintritt stattfindenden Wettkämpfe der SA., die sportlichen Wettkämpfe der Betriebs­sportgemeinschaften und die Vorführungen des NSRL. hingewiesen. Der Musikzug der SA.-Stan- darte 116 spielt während der Veranstaltungen. Ein zahlreicher Besuch wird erwartet.

Leranstaltungsplan zur Veichsstrahensanunlung.

Der Veranstaltungsplan zur 1. Reich st raßen- fammlung für das WHW. 1942/43, durch­geführt vom NSRL., Ortsgruppe Gießen, sieht vor:

Samstag: ab 12 Uhr im Posthof Schießen; ab 14 Uhr Seltersweg Schießen; ab 16 Uhr Oswalds- garten Elfmeterschießen; 16.45 Uhr Oswaldsgarten Fußballspiel; 17.45 Oswaldsgarten Handballspiel; 18.30 Uhr Oswaldsgarten Faustballspiele; 17 Uhr Rollschuhbahn Kürlaufen; 17 Uhr Bahnhofsplatz Ringen, Boxen, Gewichtheben; 17.45 Uhr Selters­tor Ringen, Boxen, Gewichtheben; 18.30 Uhr am Theater Ringen, Boxen, Gewichtheben; 20 Uhr Glo- riapalaft Bühnenschau, Turnerinnen und Rollschuh.

Sonntag: ab 10 Uhr: Frohes Turnen der Kin­der-, Jugend- und Turnerinnenabteilungen am Theater und m den Anlagen; ab 10 Uhr Rollschuh­bahn Kürlaufen und Rollhockey; ab 10 Uhr Park­platz am Theater Schießen und Kegeln; 20 Uhr Gloriapalast Bühnenschau, Boxen und Ringen.

Kür Tapferkeit vor öem Hemöe.

Der Unteroffizier Alfred Wunderlich, Gießen, Walltorstraße 73p, erhielt das Eiserne Kreuz II. Klasse für Tapferkeit vor dem Feinde an der Ostfront.

Für Tapferkeit vor dem Feinde wurde dem Ge- freiten Wilhelm Stein, Gießen-Klein-Linden, Frankfurter Straße 57, das Eiserne Kreuz