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Haus schaffen, wo

Backwunder

Reese-Gesellschaft Hameln

Man beim

(gärtner W diesem Zwecke mch Beseitigung von Gemusebnu berettzu euem '

Schnee und Ei- nicht selten die hartgefrorene Erde knbaubetnebe ine Curf: w-««lorfluna mu ihrer Freilandflächen auspickeln und zum Gewächs- Gemüse bis zum Erscheinen der Ertrage » '

Haus schassen, wo sie dann auftauen und abtrocknen mäßigen Gemüsebaues auf dem Markt fchließen.

Die Gemüsezucht erfordert eine Unmenge sorgfäl­tigster Kleinarbeit. Das leuchtet schon ohne weiteres ein, wenn man sich den Weg der Pflanze von der Aussaat mitten im tiefsten Winter im Gewächs­hausbeet oder -töpfchen bis zur Umsetzung m Fruh- beetkästen oder auf das Freiland vor Augen halt. Zum Beginn der Anzucht im heizbaren Glashaus ist nicht etwa für jede Pflanze jede Erde ohne weiteres verwendbar: es muß vielmehr nach den verschiedensten Gesichtspunkten der Pflanzenzucht auch das Erdreich ausgewählt werden, um das ge­eignete Saatbett zu bekommen. Im Dezember und Januar, auch noch im Februar, mußten unsere

schließlich der Zeitpunkt gekommen war, an dem die Pflänzchen je nach ihrer Eigenart in das Freiland umgesetzt werden konnten. Aber auch hier wurde ihnen noch alle liebevolle Sorgfalt des Gärtners zuteil, der sie in Kasten mit Glasdach oder auf freien Beeten durch Bedecken oder zweckentsprechendes Lüften vor der Ungunst der Witterung schützte bzw. der wachstumsfördernden Einwirkung der Sonne ausfetzte. Andere Pflanzen mußten bis in die letz­ten Tage hinein in den Gewächshäusern verbleiben und Haden jetzt erst ihren Standort im Freien in Kästen unter Glas oder auf dem Beet erhalten. Ein weiterer Teil wächst aber noch im Schutze der Glas­häusern heran, um seinen Ertrag noch schneller als vom Freiland für den Verbrauch zur Verfügung zu stellen. In manchen Gewächshäusern Wurden dank dieser großzügigen und sachkundigen Arbeit hintereinander bisher schon vier Ernten an Pflanz­gut erzielt, nämlich Salat, Blumenkohl, noch einmal. Salat und schließlich Tomaten. Und nun wird vom Frei!and wie auch aus den Gewächshäusern schon seit einer Reihe von Tagen Frühgemüse aller Art

Es ist ja Krieg!"

Kein Deckmantel für eigene Untugenden,

Viele Mütter haben schon einen der Ihrigen dem Vaterlande zum Opfer gegeben, manche schon zwei. So gehen unsere Gedanken am Muttertag zuerst zu den trauernden Müttern. Ihnen gehört unser aller Dank, von ihrem Einsatz und ihrem Opfer leben die Völker. Daß sie die Pflicht über das Glück zu stellen verstehen, macht ihre Größe. Den Dank bringt ihnen das Leben selber.

Kür Tapferkeit vor dem Keinöe.

Der Gefreite Siegfried Lowitz, der als Schau­spieler im Ensemble des Theaters der Universitäts­stadt Gießen bekannt wurde, erhielt für besondere Tapferkeit bei den Kämpfen im Osten das Eiserne Kreuz I. Klasse.

Verdunkelungszeil:

16. Mai von 22.12 bis 4.54 Uhr.

17. Mai von 22.14 bis 4.52 Uhr.

Aus der Stadt Gießen.

, Der Tag der Mütter.

Von Wilhelm Feldner.

Der Krieg ändert viele Lebensgewohnheiten,- nicht bloß im äußeren Dasein, das sich den neuen 23er= hältnissen und Notwendigkeiten anpassen muß, auch in die tieferen Bezirke trägt er seinen Ernst Hinern. Manches Fest, das sonst dem Frohsinn und der inneren Bereicherung diente, kann nicht mehr ge­feiert werden. Einen Tag aber wollen wir genau wie im Frieden mit der ganzen Kraft des Gemütes feiern, den Muttertag. Das Bild der Mutter steht über dem Wechsel der Zeiten, und ihre Liebe gehört zu den unverlierbarsten Werten der Welt.

Es ist unnötig, viele Worte zum Muttertag zu machen: was zu sagen ist, liegt in den zwei Silben Mutter" beschlossen. Wenige Tage werden daher j so zu jedem einzelnen sprechen, wie dieser Tag, , denn jeder Tag hat eine Mutter gehabt und ver- j bindet mit ihrem Bild die Vorstellung selbstloser , Güte und Aufopferung. Niemand mag wissen, welche Bedeutung und welchen Einfluß es auf die Entwicklung des Menschen hat, und wie seine spä­tere Haltung gegenüber der Umwelt dadurch be­stimmt wird, daß die Außenwelt zuerst in der Ge­stalt der Mutter ihm entgegentritt. Der kämpft leichter, der glaubt leichter, der lebt leicher, der in einer Mutter erfahren hat, wie die Kraft des Her­zens mit den harten Tatsachen des Lebens fertig zu werden versteht und wie Liebe und Treue selbst da noch den Weg finden, wo Verstand und Erkennt­nis ihn nicht mehr sehen. Das Weib ist wie alle Sterblichen den Menschlichkeiten des Daseins unter­worfen, aber es wird vollkommen, wenn es liebt das weiß der Mann und das weiß das Kind. Hier ist eine Kraft, die aus Urgründung der Schöpfung lebt und die in der bis zum Opfer gehenden Liebe zum eigenen Blut den göttlichen Rang des Blutes verkündet. Wenn daher eine Erscheinung der Welt das Beiwort des Heiligen verdient, dann ist es das Bild der Mutter. Wer das nicht fühlt, wer erst durch Rede und Aufruf erinnert werden muß, was ihm die Frau ist, die ihm das Leben geschenkt und seine Jugend betreut hat, dem werden auch hundert Muttertage und tausend Reden auf die Mutter die Seele nicht in Schwingung versetzen. Nicht zum Erklären und Mahnen ist der Muttertag da, sondern zum Danken. Wie das der einzelne macht, ist Sache des Herzens, denn das Verhältnis von Mutter und Kind ist das allerpersönlichste. Oft sagt ein Blick mehr als das kostbarste Geschenk und macht reicher als jede Gabe.

Der Mensch ehrt die Mutter, das Volk ehrt die Mütter. In ihnen berührt sich am sichtbarsten das Einzelleben mit der Gemeinschaft, denn sie schenken dem Volk das neue Geschlecht. Nur wenige Frauen haben ihren persönlichen Namen in das Buch der Geschichte eingegraben, sie haben keine großen Er­findungen gemacht und keine großen Bauwerke geschaffen, sie haben keine Schlachten geschlagen und keine Reiche gegründet, aber sie haben die Großen geboren, die alles das schufen, und sie haben all die Namenlosen erzogen, die für ihr Volk wieder und wieder das Leben einsetzten und die auch heute die Heimat mit dem Wall ihrer Leiber schützen. Ganz enthüllt erst der Krieg die Größe der Mutter. Sie trifft der Schlag des Feindes am tiefsten, denn wie in einem Brennglas sammeln sich in ihrem Herzen die Ausstrahlungen des Krieges, seine Sorgen, seine Nöte, seine Schmerzen. Aber Selbstlosigkeit ist noch immer das Wesen der wahren Mutter gewesen, und so bringen die Mütter der Gegenwart ihr Opfer für die Mütter der Zukunft/die doch auch wieder ihre Kinder sind. Es gibt schlimmere Dinge, als einen Sohn an der Front zu wissen: wer das be­zweifelt, der schlage die dunkelsten Seiten der Ge­schichte des Ostens auf, über den der Bolschewismus gekommen ist.

eine Nachlässigkeit in der Arbeit ober eine Dumm­heit zu entschuldigen. Auch Unzuverlässig^it kann durch diese allzu bequeme Ausrede vomKrieg als Ursache alles Uebels" großgezogen werden. Denn es ist fa so leicht, alles mögliche zu versprechen, wenn man später die zeitbedingten widrigen Um­stände als Entschuldigungsgrund für den Bruch des Versprechens verantwortlich machen känn. Nach­lässigkeit in der Kleidung ober die mangelnde äußere Pflege begründet man ganz einfach mit der Aus­sichtslosigkeit, genügend Textilien ober Toilettenge- genstände zu erhalten.

So oder ähnlich lauten die Ausreden, die mancher heutzutage schnell bei der Hand hat, wenn es gilt, eigene Untugenden zu verdecken. Der Betreffende vergißt dabei allerdings, daß er dadurch in Gefahr gerat, seine kleinen Schwächen unter dem Deckman­tel des Krieges großzuziehen. Man bemüht sich bald gar nicht mehr, einen Ausweg aus einer Schwierig­keit zu suchen, sondern schickt sich einfach drein. Die Zeit aber verlangt von uns, daß wir der augen­blicklichen Schwierigkeiten Herr werden, und dazu gehört nicht zuletzt, daß wir alle unsere kleinen Un­zulänglichkeiten und Schwächen abtun zum Wohls des großen Ganzen! .

Gemüsepflanzen im künstlichen Gommer.

ttnsere Gartenbaubetriebe im Dienste der Frühgemüse- und Pflanzenlieferung

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Viele Dinge haben durch den Krieg ein anderes Gesicht bekommen. Der Kleinkram des täglichen Le­bens ist um vieles aufreibender und komplizierter geworden und manche Pläne, Absichten und An­sprüche lassen sich erst nach vielen mühevollen 2In- strengungen durchsetzen und befriedigen. Jeder Tag bringt aufs neue irgendwelche Widerstände, die es zu überwinden gilt, ehe man das Ziel erreicht.

Dieser ewige Kampf mit den widrigen Umstän­den und all der tägliche lästige Kleinkram machen müde, aber er ist nun leider einmal durch die Tat­sache, daß wir schon im dritten Kriegsjahr leben, be­dingt. Die Versuchung, diesen dauernden Kampf ab- zubrechen und alles so laufen zu lassen, wie es sich gerade von selbst ergeben würde, mag daher für manchen oftmals" recht groß sein.

Sicherlich ist es gut, einige überspitzte Hoffnun­gen und maßlose Wünsche als undurchführbar auf­zugeben oder deren Erfüllung auf die Zeit nach dem Kriege zu vertagen. Man darf jedoch darum nicht fatalistisch einem inneren Schlendrian verfal­len, der allzu leicht für alle menschlichen Schwächen allein den Krieg verantwortlich machen möchte. Die RedensartDa kann man nichts machen, es ist halt Krieg" wird dann leicht zu einer alles verzeihenden Ausrede für jede eigene Untugend.

Da versucht man plötzlich, eigene Unpünktlichkeit mit der beliebten Ausrede von der Unsicherheit der Verkehrsmittel im Kriege zu bemänteln. Unhöflich­keit und Unfreundlichkeit will man sich selbst und anderen einreden sind durch die große seelische Belastung des Krieges zwangsläufig bedingt. Dabei sind sie nur die Folgen eigener mangelnder Seldst- ''"l>errschung. Ein andermal hat man nicht ausge­schlafen oder man hat schlechte Laune, gleich sind es die überreizten Nerven, die herhalten müssen, um

m weitem Ausmaß an unsere Hausfrauen verkauft und dadurch die Brücke gebildet bis zur Anlieferung der späteren Gemüse aus dem reinen Freilandbau der Gärtnereien und der Landwirtschaft.

*

Der Gemüsepflanzenbau im künstlichen Sommer in den Gewächshäusern vom Winter her hat um hier nur einige Beispiele zu nennen zur Folge, daß wir reife Tomaten, deren Pflanzen nach der Anzucht im geschützten Raum nun weit früher- als !Oh[t .19 Freie gebracht werden konnten, schon etwa von Mitte Juni ab erhalten können, wahrend sie bei der früheren Methode des Gartenbaues erst etwa Ende August gekommen wären: Salatgurken werden wir infolge dieser Arbeitsumstellung etwa drei bis vier Wochen früher als sonst kaufen können: Wirsing werden wir ebenfalls etwa vier Wochen früher bekommen; daß wir den köstlichen Spinat und die prächtigen Salatköpfe schon seit Tagen für unsere Mahlzeiten zur Verfügung haben, ist eben­falls auf diese Umstellung unserer Gartenbaube­triebe zurückzuführen. Sehr bedeutsam ist ferner Hie um mehrere Wochen frühere Lieferung von Ge­müsepflanzen an die Kleingarten- und Schreber­gartenbesitzer, die dadurch ihre Gartenstucke zeitiger als sonst bestellen und nun schon bald selbst ernten können, um damit bei der Nachfrage auf dem Wochenmarkt ober in den Gemüsegeschäften als Käufer auszujcheiden. Für die weitere Aussaat von Pflänzlingen, wie Sellerie, Porree usw., ist eben­falls schon seit Wochen umfassende Vorsorge ge­troffen, so daß die Belieferung der Gartenbauinter­essenten mit ausreichendem Pflanzmaterial weiter hin gesichert ist.

Anzuchten aber zur rechten Zeit zum Auspflanzen in bas Freilcmd der gewerblichen Gärtnereien oder zur Abgabe an die Kleingartenbesitzer und Schreber­gärtner zur Verfügung standen.

Bei unserem Gang durch die Gewächshäuser in verschiedenen Gartenbaubetrieben konnten wir überall das gleiche feststellen: der Gemüseanbau wird heute von unseren Gärtnereien als vornehmste Ver­pflichtung angesehen. Obwohl bei der Vlumengärt- nerei erheblich höhere finanzielle Erträge erzielt werden als beim Gemüsebau, haben sich unsere ge­werblichen Gärtnereien, in Uebereinftimmung mit der Parole des Gartenbauwirtschaftsverbandes im Reichsnährstand, zu 50 bis 60 v. H. der Anbaufläche auf die Gemüsewirtschaft umgestellt. Das erfreuliche Ergebnis dieser Anpassung an dringende kriegswirt­schaftliche Erfordernisse kommt darin zum Ausdruck, daß unsere heimischen Gärtnereien jetzt die Ver­sorgung der Bevölkerung mit Frühgemüse aller Art weitgehend erfüllen und daneben noch viele Tau­sende von Pflänzchen für den Kleingarten- und Schrebergartenbau abgeben können. Die Winter­monate zeigten in den sorgsam auf. geeignete Tem- üeratur gehaltenen Gewächshäusern sowohl auf den langgestreckten Beeten als auch in Pflanzkästen auf den Hängegerüsten riesige Kolonnen junger Pflänz­chen in den verschiedensten Wachstumsperioden. Die Aussaat erfolgte im Dezember, im Januar wurde pikiert, in Tragkästen um gepflanzt oder in Töpfe gesetzt, dann wurde das Pflanzgut in den gut zuge- deckten Glashäusern immer weiter entwickelt, bis

mußte, dem jeweiligen Zweck entsprechend zu mischen, selbstverständlich auch zu säubern war,.um schließlich für die Frühaussaat des Pflanzgutes Verwendung zu finden. Daß die Heizung der Glas­häuser und ihre Instandhaltung nicht nur großen Aufwand an Geldmitteln, sondern auch viel Arbeit erforderte, außerdem die besonders sorgfältige Pflege der Pflanzen ganz erhebliche Leistungen an wirtschaftlicher Kraft in weitem Sinne des Wortes notwendig machte, ist wohl jedermann ohne weite­res verständlich. Die Arbeit wurde mit dem For^ schreiten der Entwicklung des Pflanzgutes auch nicht etwa weniger, sondern im Gegenteil immer mehr: denn die Heranwachsenden Pflänzchen mutz­ten in Tausende von Töpfchen und Töpfen tn den Gewächshäusern umgesetzt und immer wieder ~ag für Tag sorgfältig betreut werden, um Verluste zu verhüten und damit nicht nur für den Gartenbauer, sondern auch für die Volksgemeinschaft, Die auf sorgfältigste Ausnutzung des Pflanzgutes heute mehr denn je angewiesen ist, Nachteile von vorn­herein auszuschließen. Daß in den Gärtnereibetrie­ben heute auch nicht mehr die Arbeitskräfte ui so reichem Maße wie in der Friedenszeit vor­handen sind, der Gärtnereibefitzer Die Hauptlast aller Arbeit allein tragen und im übrigen mit Hilfskräften auskommen muß, versteht sich von selbst. In anerkennenswerter Weise wird ihm dabei von der tatfrohen Jugend, insbesondere von jungen Mädchen, soweit wie möglich Hilfe geleistet, daneben sind es aber auch unsere Frauen, die ihre Arbeits­kraft in diesen Betrieben in dankenswerter Weise nutzbar machen. Entsprechend der Art dieser Be­triebe läuft die Arbeit natürlich von der frühen Morgenstunde bis weit in. den Abend hinein, und meist bedeutet auch der Sonntag keine Ruhepause, da ja die Pflünzen und die Pflege der herangewach­senen Gemüsebestände ununterbrochen ihren An­spruch an die Betreuung durch den Menschen stellen.- Daneben geht die Blumenzucht ebenfalls weites wenn auch in beschränktem Umfange. So sind un­sere Gartenbaubetriebe überall fast ohne Ruhetag für die Schaffenden fleißig an der Arbeit, um für die Bevölkerung nach bester Möglichkeit Fruhge- müfe bzw. das erforderliche Pflanzgut für die vielen Klein- und Schrebergärten, für die Tomatenzucht auf dem Balkon oder für die wirtschaftliche Aus­nutzung kleiner Flächen hinter den Häusern durch Gemüsebau bereitzustellen. Damit helfen die Gar-

Die Gießener Gartenbaubetriebe haben sich im verflossenen Winter noch mehr als im Vorjahre auf ausgedehnten Gemüsebau um- gestellt und zugunsten dieser Versorgung die Blumenzucht stark zurücktreten lassen. Der Erfolg dieser Maßnahme besteht darin, daß d-r Bevölkerung in den gemüsearmen Mo­naten April bis Juni mit Frühgemüse in ansehnlichem Ausmaß gedient werden kann. Eine Unterredung mit Inhabern von Garten­baubetrieben gab uns interessanten Aufschluß über diese Betriebsumstellung.

Der größte Teil unserer Gießener Gartenbaube- triebe hat schon von jeher den Gemischtbetrieb ge­pflegt, d. h. Blumenzucht und Gemüseanbau betrie­ben; anderseits wurde aber auch die Blumenzucht allein zum Gegenstand des Betriebs gemacht, da die Nachfrage nach Blumen nicht nur am hiesigen Platze andauernd sehr lebhaft war, sondern der Blumen- derlaub weithin ins Reich und über die Reichs­grenzen hinaus ein lohnendes Unternehmen dar­stellte. Der Krieg mit seinen Erfordernissen auf versorgungswirtschaftlichem Gebiet hat, insbesondere seit dem vorigen Jahre und noch stärker im Ver­laufe des letzten Winters, in allen ©artenbaubetrie­ben die Aufgabe des ganz erheblich vermehrten An­baues von Frühgemüse in den Vordergrund gerückt, damit die Derbraucherschaft in der gemüsearmen Zeit soweit wie nur irgend möglich Frischgemüse in die Hand bekommen kannte. Die Erfüllung dieser Auf­gabe hat unsere Gießener Gartenbaubetriebe schon im tiefsten Winter, als die Natur überall noch in Schnee und Eis erstarrt war, stark in Anspruch ge­nommen. Es galt damals, Tausende van jungen Pflänzchen zu überlisten und ihnen den Sommer vorzutäuschen, d. h. in den geheizten Gewächs­häusern, die früher nur den Blumen als Aufent­haltsort dienten, eine Unmenge junger Pflanzen vorzukeimen und allmählich aufzuziehen, damit sie den Grundstock für unsere Frühgemüseversorgung aus den Gartenbaubetrieben bilden konnten, spätere

(Nachdruck verboten.)

31. Fortsetzung.

Hervorrufen mußten. Deshalb war er eines Nach'

Kriminalrat Wenig hatte sich nach reiflichem Ueberlegen entschlossen, von den ihm von Willis zur Verfügung gestellten Karten zunächst keinen Ge­brauch zu machen, sondern den Bühneneingang zu benutzen.

Die drei Willis mit Partnerin waren zu dieser Vorstellung als vierte Nummer des ersten Teiles eingesetzt worden, während Elisabeth Perling die erste Nummer nach der Pause hatte.

Willis befand sich mit seinen Partnern bereits in der Garderobe, um sich umzukleiden und zu schminken. Die Stimmung unter ihnen war denk­bar schlecht.

Der große Welt litt wieder unter Herzbeklem­mungen und stöhnte unter einer unbezwinglichen Melancholie. Und daran war nur Willis schuld.

mußte, in das kleine Restaurant zur Linkstraße gegangen und hatte sich zu Harro gesetzt.

Er wollte Harro unter vier Augen sprechen, aber Harro meinte, er solle Skat mitspielen und ihm dabei erzählen, was er auf dem Herzen habe. Neumann und Fahrig, die beiden Musiker, würden dabei nicht stören, denn sie seien nur als Skat- pieler hier und er könne sie dabei nicht entbehren.

Die Sache ist die", begann Welt etwas ver­legen, als er mit Harro zusammen gegen Fahrig spielte,ich habe mit Ihrer Partnerin verschiedent­lich gesprochen und glaube, daß eine gewisse Har­monie zwischen uns herrscht, eine, ich möchte sagen, innige"

Die Zehn, Mensch", unterbrach ihn Harro etwas ärgerlich,warum spielen Sie denn jetzt die Zehn aus, das ist doch noch viel zu früh, passen Sie doch etwas auf!"

Ah so, Entschuldigung", stotterte Welt und be­kam einen roten Kopf,natürlich. Ich wollte sagen, ein inniges Verhältnis"

Verhältnis? Wieso Verhältnis? Mein Lieber, Ingrid ist keine Frau, mit der man ein Verhältnis beginnen kann."

Das dachte ich mir", schmunzelte Welt, ,/unt) es freut mich, daß Sie mir das bestätigen. Ich dachte mir also, daß sie vielleicht mit zu unserer Truppe stößt und ich sie dann heirate."

Harro lächelte und legte die Karten »zusammen.

Wo haben Sie Skatspielen gelernt?" fragte er dann falt.

Es gibt kaum einen Skatspieler, der diese Frage mit einiger Genauigkeit beantworten könnte. Auch Welt konnte es nicht.

Er gab jetzt Karten und hatte während des nächsten Spieles genügend Muße, feine Unter­haltung fortzufetzen.

18" begann Harro,Sie wollen also In­grid heiraten 20"

Gemacht", antwortete Fahrig.

Zweiundzwanzig haben Sie deny mit ihr

Warnung aus Stendal

Roman von A. Lothar Philipp

haben sollte, darüber war er sich selber nicht im klaren. Er hatte also, wie gesagt, sich an die Brust geklopft und ein Auge des Wohlgefallens auf die hellblonde Partnerin eines Seilkünstlers o-wörfen, der sich Harro, der Gentleman auf dem Seil; mit Partnerin nannte.

Dieser Harro hatte unter anderem die liebens- "ürd'ae o;inpnfd)nft. daß er sich außerhalb seines Berufes sehr wenig um seine hübsche Partnerin r > h hii-di'iiis nicht eifersüchtig zu sein schien, wenn Welt sich mit Ingrid unterhielt und mit ihr ins Kino ging. Von 5 bis 7 Uhr nachmittags ning er also mit ihr häufig ins Kino, denn seine Nummer kam gegen 9 Uhr dran und Harro war die zweite Nummer nach der Pause, hatte also Zeit bis gegen 10 Uhr.

Harro saß dann gewöhnlich in einem kleinen Bierrestaurant in der Linkstrohe und spielte mit zwei Musikern der Kapelle Skat. Nach der Kino­vorstellung lenkte Ingrid in Begleitung des gro­ßen Welt ihre Schritte zur Linkstraße, holte ihren Partner ab und alle fünf fuhren dqnn gemeinsam zum Eispalast.

Das war ein reizendes Verhältnis gewesen, und Welt verlor alle Melancholie und wurde luftig und freute sich wieder seines Lebens. Er war ehrlich in Ingrid verliebt, dachte ernstlich an eine nähere Bindung und hatte beschlossen, mit Willis wegen einer Aufnahme Ingrids in ihrer Truppe zu be­raten.

Doch dieses zarte Verhältnis endete eines Tages mit einem Donnerschlag und stürzte den armen Welt aus seinem rosaroten Liebeshimmel wieder in die trüben Wogen der Melancholie.

Er hatte nämlich herausgefunden, daß Harro sich nicht nur Gentleman nannte, sondern auch einer war. Und deshalb hatte er beschlossen, mit Harro ganz offen zu sprechen und nicht hinter seinem Rücken mit Ingrid irgendwelche Vereinbarungen zu treffen, die später womöglich seinen Widerstand

Welt, der sich ursprünglich unrettbar in Elisabeth verliebt glaubte und Her durch die Unklarheit in bezug auf ihre Beteiligung im Mordfall Lanos schon einmal melancholisch geworden war, hatte sich allmählich zu einer freundlicheren Auffassung des Lebens durchgerungen und seine Liebe zu Elisa­beth wie er glaubte endgültig begraben. Und dies deshalb, weil gewisse Gerüchte in Umlauf gesetzt worden waren, Gerüchte, die stark gegen Elisabeth sprachen und die aus einem entzückenden, zarten, blonden Mädchen eine Bestie machten, welche mit zielsicherer Heimtücke dos Unglück zweier Männer herbeigeführt hatte. Er hatte also fein verratenes Herz gepanzert, dachte nicht mehr an Elisabeth und empfand nur manchmal leise ein wehmütiges Gefühl, wenn er sie sah, ein Gefühl, welches ihm sagte, daß er all das Böse, was sie ihm zugefügt hatte, großmütig verziehen habe. ...... v - r , - - ... - , - .

Worig "das 23öfe bestand, das sie ihm zugesügt, mittags, als Ingrid allem Besorgungen machen^jchon darüber gesprochen^

Auch zweiundzwanzig"

Vier dreißig"

Ganz meine Meinung", gab Fahrig zur Ant­wort.

Sechsunddreißig und was sagte sie dazu? Mach ich nicht", sagte jetzt der Musiker. Ich passe schon lange", warf Neumann ein. Harro nahm den Skat.

Ich habe überhaupt noch nicht mit ihr ge­sprochen", verteidigte sich Welt,ich würde das für unkollegial halten. Ich wollte erft^mit Ihnen darüber sprechen, um zu sehen, was Sie von der Sache halten."

,Hch habe den unbestimmten Eindruck", sagte jetzt Harro,daß Sie mauern."

Wer? Ich?" rief Welt schuldbewußt.

Nein, Neumann."

.Seine Spur. Aber Welt hat mir solch nieder­trächtige Karten gegeben, daß mir gar nichts an­deres übrig bleibt. Mit verliebten Leuten sollte man nicht spielen."

Sageri Sie nichts gegen Welt, er meint es ehrlich", lachte Harro,wie denken Sie sich das wissen Sie, da gibt es doch noch manche Schwie­rigkeiten zu überwinden, so einfach, wie Sie sich das denken, ist das nicht."

Ich verstehe", sagte Welt,der Vertrag. Aber ich bin natürlich zu jeder Entschädigung bereit."

Das kostet ne Stange Geld. Und dann die Kinder, wie haben Sie sich das gedacht?"

Was für Kinder?" stotterte Welt.

Nun, Ingrids Kinder, sie hat deren drei, der älteste Junge ist jetzt konfirmiert und die beiden Mädel find noch in der Schule."

Was?" rief Welt, und dabei merkte er plötz­lich, wie das ganze Lokal auf dem Kopfe stand und die beiden Wenzel, die auf dem Tische lagen, um das Bierglas des Gentlemans Harro tanzten, sie bat Kinder? Oh, mein Gott, wer ist denn der Vater2"

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