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192. Jahrgang Nr. 58 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags

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Eichener Anzeiger__

General-Anzeiger für Oberhessen $*1 6ie6tn,9Sd>ulftr«8e7-9

ab.

Wie Rangun erobert wurde

Die nördliche Kampf grupp Sittangfluß in seinem Mittellau

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Einfuhrhafen für Lebensmittel an der englischen Ostküste, die dort stark befestigt ist. In der Nähe befindet sich eine Großtankanlage der britischen Ma. nne.

Dex Führer beförderte wie schon gemeldet den General der Flieger I e s ch o n n e k in Anerkennung feiner Verdienste als Chef des Generalstabes der Luftwaffe zum Generaloberst. (Scherl-M.)

Tokio, 9. März. (Europapreß.) Ein kühner Entschluß Generalleutnants Schorijo Iida, des Oberbefehlshabers der in Burma kämpfenden japa­nischen Armee, hat das Schicksal Ranguns besiegelt. Die nördliche Kampfgruppe, welche den

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geschossen.

Generaloberst Zeschonnel.

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laubt."

Hier haben wir den Kern der englischen Aus­beutungspolitik. Nach einer Aufstellung der Journal of Royal Stat. Society waren von 10 000 Bewohnern des britischen Weltreiches Weiße 389, Braune 8470, Gelbe 401, Malaien und Polynesier 51, Schwarze 658, Rote 3 und Mischlinge 28. Die Menschen far­biger Rassen mußten Sklavenarbeit verrichten, da- mit^die englische Plutokratie lebe und die englischen Arbeiter auf der Mutterinsel wenigstens teilweise Beschäftigung fanden, während sie immerhin eine Arbeitslosigkeit aufzuweisen hatten, die wie Pest- qeschwure am Körper des englischen Kapitalismus zehrten. Das sind die Folgen der Polis- und Küsten­zivilisation Englands für die Welt! Es ist nicht verwunderlich, daß jeßt dieses System zusammen- bricht und verjüngte Völker mit einer geschlossenen Binnenkultur ein neues soziales Zeitalter herauf­führen.

Bomben auf New Castle, Hutt und Grimsby.

Berlin, 9. März. (DNB.) Im Kampf gegen Großbritannien haben, wie der deutsche Wehrmacht­bericht meldet, deutsche Kampfflugzeuge in der ver« gangenen Nacht die britischen Hafengebiete an Hum« der und Tyne mit Spreng- und Brandbomben be- legt. Insbesondere waren die Hafenstädte New Castle, Hüll und Grimsby das Ziel der deutschen Bombenangriffe. New Castle ist der Haupt­ort der Grafschaft Northumberland und einer der wichtigsten Kohlenexporthäfen Englands sowie das Zentrum des Kriegsschiffbaues an der englischen Ost­küste Es befinden sich dort große Werften sowie die Vickers-Armstrong-Werke. Hüll gehört zur Graf­schaft York und ist der Haupthafen von Nordosteng­land mit mächtigen Docks, Flugzeug- und Mum° tionsfabriken. Grimsby (Grafschaft Lincoln) ist der größte Fischereihafen Englands und der bedeutendste

Versinkendes Weltreich

Von unserem S.-Berichterstatter.

Java, Ende und Anfang.

Mit der Kapitulation Javas werden 350 Jahre holländischer Kolonialgeschichte liquidiert. Man kann zu den Einzelheiten dieser Geschichte sehr viel Kri­tisches sagen, man wird aber zugeben müssen, daß diese holländische Kolonialgeschichte einen großen Zug hat. Es wäre falsch, sie aus den Gegebenheiten unserer Zeit zu sehen und zu beurteilen. 1938 zähl­ten die europäischen Niederlande 8,6 Millionen Ein­wohner, 1830 aber rund 100 Jahre vorher 2,6 Millionen Einwohner. Die Einwohnerzahl der Niederlande um 1600 der Zeit, in der die nieder­ländische Seegeltung und das niederländische Kolo­nialreich begründet wurden wird auf eine bis höchstens IV- Mllionen Einwohner zu veranschla­gen sein. Und von diesem kleinen Ländchen und von diesem Häufchen Menschen ging der Kampf gegen das spanische Weltreich Philipps II. und die Erobe­rung eines Kolonialbesitzes aus, der ursprünglich noch sehr viel größer war als das bis jetzt übrig, gebliebene niederländisch-indischeReich", wie die Holländer sagen. ,

Wir wollen gleich hinzusetzen, daß die Holländer diese Leistung nicht allein aus eigener Kraft voll­brachten. Sie waren eingeschaltet in die große Aus­einandersetzung, die Frankreich, Venedig und Eng­land gegen das Weltreich Karls V. und Philipps II. führten. Aber es bteibt doch für die Holländer der Ruhm übrig, daß sie an der Wende des 16. zum 17. Jahrhundert das Glück mit beiden Händen beim Schopfe packten und auf ein halbes Jahrhundert die mächtigste Seemacht wurden. Damals begründeten sie ein Kolonialreich, zu dem auch die Ostküste Nord­amerikas (Neuyork hieß ursprünglich Neu-Amster- dam), Südafrika, Ceylon, wichtige Niederlassungen in Vorderindien und Niederländisch-Indien gehörten.

Während die kleinen Niederlande ein so großes Reich in Uebersee gegen die gewaltige spanische Weltmacht (wenn auch mit Unterstützung Frank­reichs, Venedigs und Englands) begründeten, verfiel dasHeilige Römische Reich Deutscher Nation". Der

führen zu lassen und nunmehr in südlicher Richtung anzusetzen. Während die südliche Kräfte­gruppe von der Stadt Sittang aus in westlicher Richtung vordrang, rückte diese nördliche Kampf­gruppe nach Süden längs der Bahnlinie Manda­layRangun vor. Zielpunkt beider Angriffsgrup- pen war der Eisenbahnknotenpunkt P e g u.

Der Engländer hatte die Gefahr, wenn auch spät, klar erkannt. Wenn Pegu fiel, war der Weg nach Rangun für die Japaner frei. Durch die Nie­derung zwischen Jrawadi und Sittangfluß ging der japanische Vormarsch unaufhaltsam vorwärts. Auf die trockene Hitze und den Staub der improvi­sierten Straßen über die thailändisch-burmesischen Grenzgebirge ist die schwüle, feuchte Hitze des nie­derburmesischen Delta-Schwemmlandes gefolgt. Die Moskitoplage war unerträglich. Auf erschöpfende Märsche durch die Tagesglut folgten schlaflose Nächte. Am 4. März vor Morgendämmerung wurde Z a - y a t o, nördlich von Pegu, im kühnen Nahangriff mit dem Bajonett genommen. Am gleichen Tage fiel P a y a j i h (nur 12 Kilometer nördlich von Pegu) in japanische Hand.

Jetzt warfen die Engländer In letzter verzweifel­ter Anspannung Reserven von Rangun aus auf Lastkraftwagen, begleitet von zwanzig Panzern, nach Pegu. Sie wurden in blutigen Kämpfen Mann gegen Mann zurückgeworfen. Schon am 6. März in der Frühe drangen japanische Vortruppen bis an den Rand von Pegu vor. Noch wehrte sich der Feind in tiefer Verzweiflung. Aber am folgenden Nachmittag, als die von Nordoesten und Nordosten gleichzeitig angesetzten japanischen Angriffe fühlbar wurden, verwandelte sich der Rückzug des Feindes in wilde Flucht.

Jäger stellten im belgisch-französischen Küstenae- biet einen britischen Bomberverband, der von zahl« reichen Spitsire begleitet wurde. In heftigen Luft» kämpfen wurden fünf feindliche Flugzeuge ab geschos­sen. Außerdem brachte Flakartillerie.einen Bomber zum Absturz. Jagdflugzeuge nahmen mehrere Bal« lonsperren in der Umgebung dör Insel Wight vor der Einfahrt nach Southampton unter Bordwaffen- beschuh. Don den Sperrballonen, die zum Teil auf Vorpostenbooten verankert waren, wurden sechs cb-

... ,........ _ ittellauf überschritten

hatte, warben nach Norden weichenden briti- chen Truppen in scharfen Verfolgungskämpfen mehrere Tage hindurch nachgestoßen, als sich das Oberkommando unbekümmert um die von der Feindseite ausgestteuten Gerüchte über das Heran­nahen einer starken chinesischen Ersatzarmee von Nordburma her entschloß, das Gros dieser Kampfgruppe eine volle Kehrtwendung aus-

fierung und Jßerjubung.

Wie im Altertum die Polis (die Stadt), so hat sich England alsStadtstaat" betrachtet. Schon im Libell of Englifh Policy", das etwa 1436 entstand, wird dieser Polischarakter betont:

Denn England ist vergleichbar einer Stadt, Die rings umher die See als Mauer hat; * Schützt drum die See, den Wall um unser Land." Noch der bekannte englische Nationalökonom Adam Smith meint' in seinem Werk:Reichtum der Nationen", dieser Küstencharakter der englischen Zi­vilisation sei am vorteilhaftesten. Wie in Rom und in den mittelalterlichen Stadtrepubliken der Adel in den Städten wohnte und an den kapitalistischen Ausbeutungen und Gewinnen Anteil nahm, so auch in England, während auf dem europäischen Festland der Feudalismus ganz andere Wege ging und auch seine Ueberwindung die soziale und wirtschaftliche Struktur änderte, während die englische die alte

blieb.

Dieser Strukturunterschied ist die Quelle aller ! Dinge, die die anglo-amerikanische Großstädterwelt von der germanischen Welt trennen. Trotz aller In­dustrialisierung ist Deutschland z. B. ein Land, das vor allem unter dem Nationalsozialismus die hei­mische Landwirtschaft mehr denn je pflegt, während die englische und amerikanische Agrarwirt­schaft hoffnungslos dem jüdischen Spekulantentum untermorfcn ist. Während 1790, also zu Washing­tons Zeiten, 95 v. H. der USA.-Bevölkerung Bauern waren, leben nach der letzten nordamerikanischen Volkszählung nur 24 v. H. Yankees (rund 32 Mil­lionen) auf dem Lande, und ihre Zahl geht immer weiter zurück. Wir sehen also überall in der Welt, daß die Anglisierung die Weißen .in den Groß­städten band, und England und sein amerikanischer Ableger praktisch auf die wichtige Funktion von Landbebauern verzichteten. Hinzu kommt hier noch öte aus Nachwuchsmangel immer größer wer­dende Unfähigkeit, Siedler hinauszusenden. Die englischen Städte selbst haben eine Blutauffnschung ihrer Einwohner durch Zuwanderung vom Lande aufgeben müssen. Neben der Fortentwicklung des eigenen Volkes müßte England mindestens 20 000 Weiße jährlich in die Kolonisationsgebiete entsenden. Statt dessen aber hat sich in den letzten Jahren sogar eine Abwanderung der Weißen aus den Ko­lonien und ihre Rückkehr ins Mutterland bemerkbar gemacht. Australien hat den niedrigsten Geburten­zuwachs der Welt; in anderen Dominien ist es nicht viel besser. England stirbt wie das alte Rom, denn die Römer beherrschten schließlich ihre Massen nicht mehr aus eigener Kraft, sondern durch Fremde, durch Barbaren. Schon jetzt ist nicht viel weniger als die Hälfte der weißen Bevölkerung der Do­minien nichtbritischer Herkunft. Hauptgruppen dieser Fremden sind die rund 5 Millionen franzö­sischen Kanadier und die Buren, aber auch ander­wärts sind deutsche und skandinavische sowie andere Pevölkerungsteile in einem Maße vorhanden, daß alle Versuche, die Leitung der Dominien in eng­lischen Händen zu sichern, wohl auf die Dau^r ver- geblich fein werden.

Da die wenigen Römer des römischen Weltreiches das Eroberte aus eigerter Kraft nicht halten und selbst nicht besiedeln konnten, waren die römischen Legionen schon in der Zeit des Augustus über- fremdet. Ein Binnenstaat wie Deutschland ver- maq ein Heer aus freien Volksgenossen aufzustellen. Das vermag ein Polis-Staat wie England nur in unzureichendem Maße. Folglich versucht England, wie einst Karthago, durch Söldner, Fremdstämmige usw. sich zu schützen oder andere Regierungen direkt

del zusammen.

Die wirtschaftliche Entwicklung der Kolonien Eng­lands steht also lediglich unter dem Gesichtswinkel des Händlers, der sich um die Lage der Eingebore­nen, um ihre Entwicklung zur höheren Kultur, nicht kümmert; es sei denn, daß ihnen solche Fertigkeiten beigebracht werden, die ihre Ausbeutungskraft er­höhen. In den weiten'Räumen des englischen Em­pire stehen 23 Millionen Weißen, die zudem nicht einmal alle blutsmäßige Engländer sind, etwa 420 Millionen Farbige gegenüber. Wie Serres im alten Rom Sizilien ausbeutete unb welche ber- brecherischen Mittel er anmanbte, ist durch Ciceros fulminante Anklage Gemeingut aller Gymnasiasten geworben. Aber noch heute ist es im britischen Em­pire ähnlich. Der bespotischste Tyrann, sagt selbst Adam Smith, wäre nicht so sorglos um bas Ge- beihen der ihm unterworfenen Bevölkerung gewesen, wie bieOstinbische Compagnie" bei berKoloni- fierung" Indiens. Nehmen wir ein modernes Ber- spiel für viele: Die Oikenwirtschaft hat in den tropi­schen Kolonien Englands die größtmögliche Menge Farbiger als Arbeitsvieh auf dem engsten Raum zusammengepreßt; von 450 Millionen Farbigen sind nicht weniger als 350 Millionen auf dem vierten Teil des Empire kaserniert. Die Plantagenarbeiter werden kontraktmäßig angeworben und dürfen ihre Arbeit nicht verlassen; sie verdienen so viel, um sich nur eben am Leben zu halten, aber nicht, um über das kümmerliche Dasein hinauszukommen. Sir Char­les Bruce sagt ganz treffend in seinemBroad Stone of the Empire" von diesen Tropenkolonien: In ber Tat, man kann mit gutem Grund von den meisten Jnbustrien Englanbs sagen, baß sie ihre Wurzeln in ber Arbeit ber Farbigen haben, wäh­ren!» ihr Stamm, ihre Aeste, ihre Blüten unb Früchte bie Arbeit unb ben Profit bes weißen Man­nes barstellen. Nur burch niebrige Lohnhöhe in dem tropischen Probuktionsareal, bas zur Erzeugung ber Rohstoffe benutzt wirb, ist es möglich, Jnbustrie- artikel (Englanbs) auf ben Markt zu werfen, ber einerseits einen großen Absatz unb anbererseits ge- nügenb hohe Löhne für den englischen Arbeiter er«

(Nachbruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Rom, Anfang März 1942.

Das alte Rom war im ganzen kompakt um bas Mittelmeer gelagert, im Gegensatz zum Streu­besitz E n g la n b s. Trotzdem ist bie Grundlage bes britischen Empire unb bes altrömischen Imperiums der Besitz ber Küsten unb bie Unterwerfung der hinter ihnen wohnenben Nationen gewesen. Diese Zivilisationsformen gehen auf händlerische Ausbeutung hinaus, sie sinb großstädtische, keine binnenwirtschaftliche. Die V e r ft ä b t e r u n g im alten römischen Imperium war sehr bebeutenb. Rom hatte zwischen 1 unb 1% Millionen Einwohner; dort stossen alle Rassen zu einem Mischmasch zu­sammen unb fraßen zwangsläufig bie alten Römer auf. Alexandrien, Karthago unb Antiochia ftanben an Einwohnerzahl Rom kaum nach. Mailand hatte bereits 400 000, Caesarea 300 000 Einwohner, zahl­reiche andere Städte wie Trier, Lyon, Emerita, Taracv, Smyrna, Ephesus usw. hatten Hundert- tausende von Einwohnern. Die Bildung der antiken Wasserköpfe" geschah auf Kosten des flachen Lan­des und des Ackerbaues.

Den gleichen Vorgang haben wir auf der Briten­insel und im Empire. Der Engländer ist Stadt­mensch. Die Verbindung zum Lande ist, anders als in Deutschland, seit Generationen in England voll­ständig abgerissen. Jeder sechste Engländer lebt in London. Von den vier Millionen Schotten leben über dreieinhalb Millionen in schottischen Groß­städten. In Australien leben bei einer Gesamtbe- üölferung von 6,629 Mill. Köpfen nicht weniger als 3,055 Millionen in Großstädten. Der fünfte Erdteil ist menschenleer. In Neuseeland sind von 1,49 Mill. Einwohnern nicht weniger als 494 000 Stadtbewohner. In Kanada wohnt über die Hälfte ber Menschen im Osten auf einem Raum, ber nur 3 v. H. ber Gesamtfläche dieses Dominions aus­macht. Hiervon stehen 4,8 Millionen Landbewohnern 5,57 Millionen Stäbter gegenüber! In Südafrika wohnen von rb. 2 Millionen Weißen immerhin 650 000 in Stäbten. Hier verhindert bas burische, also bas niederdeutsche Element, ein stärkeres An­wachsen ber Großstäbter. Wie bas antike Rom nur auf bie Städte blickte unb bas Land oerberben ließ, bamit aber schließlich ben Stäbten unb sich selbst bie Wurzeln abschnitt, so ist Verstädterung in ber nwbernen Zeit gleichbedeutend mit Angli-

zu taufen. Während das Heer des Dinnenstcmtes den Fleiß feiner'eigenen Arbeit schützt, hat die tu- tenländische Kultur Englands Fremde, die seine Ausbeutung schützen sollen. Das ist eine der Wur­zeln ber Unterlegenheit Englands im jetzigen Krieg.

Entscheidend aber ist noch folgendes: Der größte Teil des britischen Besitzes ist wirtschaftlich Ausbeu- tungsobjekt; die Ausbeutung wird von den Stutz­punkten Englands aus vorgenommen (wie einst von den römischen Militärplätzen in der alten Welt). Die Bevölkerung dieser Gebiete lebt genau wie die des alten Rom man denke z. B. an Aegypten im sog.Ditos". Ditos bedeutet Einzelwirtschaft zu­gleich als Produktions- und Konsumtionsgemein, schäft. Die Arbeitsgliederung ist auf die Familie beschränkt. Stoffveredelung ist wohl möglich, ebenso Kapital als Handels- oder Wucherkapital, aber bie Freizügigkeit ber Arbeit gibt es nicht. (In ben ge­schlossenen Difen gibt es feine freie Arbeit.) ußafy- renb aber im antiken Imperium derDitos sich auf kleine Gebiete beschränkte, die wiederum neben­einander lagen, hat im britischen Imperium ber Dikos-Charakter gewaltige Formen angenommen. Im Zeitalter ber Küstenkultur leben nur bie, bie direkt an ben Stützpunkten sich befinden. Für ben Londoner Kaufmann gibt es nur die Kaufleute in Singapur, Bochbay, Kalkutta, Kapstadt, Quebeck und Ontario ufw. Für die englische Hochfinanz nur deren Mittelstellen in den gleichen Ländern. <5ie be­urteilen alles nach ber Maxime bes englischen Na­tionalökonomen unb Freihändlers Richard Cobden: sehr billig eintaufen und teuer verkaufen. Dieser rein ausbeuterische, liberal istische und private Cha­rakter muß vom englischen Staat unterstützt wer­den, da er ja aus dem gleichen Ei stammt. So schrumpfen für die Londoner die Dominien und Ko­lonien zu Küsten- und Umschlagplätzen für den Han-

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Wie erbittert ber Kampf war unb wie hastig bann der Rückzug, dafür fanden die nachdringenden Japaner in Pegu zahlreiche Spuren. Die Stadt war vollständig ausgeftorben. Noch in ben späten Abend­stunden des Samstag gelang es ungestüm vorstür­menden japanischen Truppen, den wichtigen lug« platz von Norden und Westen zu nehmen. Damit - war auch das Schicksal der Stadt Rangun engültig entschieden, ©träte gif d) betrachtet bedeutet die Ein­nahme Ranguns nicht nur die endgültige A b chneibungderB urmast raße nach Tschung« fing; sie befreit barüber hinaus bie japanische Kriegführung im Jnsulinde-Raum ein für allemal von jeder Ruckenbedrohung durch englische Offensiv- versuche von Indien her.

Schwere Folgen y für Tschnnking.

Schanghai, 10. März. (DNB.°Funkspruch.) Don hiesiger chinesischer Sette wird erklärt, der Fall von Rangun vollende hie Blockierung Tschung- fings. Weiteres Kriegsmaterial ber Westmächts könne Tschungking auf bem Landwege nun nicht mehr erreichen, und bie Seewege seien schon längst abgeschnitten. Offen bleibe theoretisch allerbings^ nur bie aus ber Sowjetunion nach China führende Straße. Aber von dort könne Tschungking auf keinerlei Hilfe rechnen, da die Sowjetunion ihr Kriegsmaterial dringend selbst benötige unb in ben kommenden Mo­naten noch bringender benötigen werde als jetzt schon. DieErsetzstraßen" aber befinden sich noch im Planungsstadium und es bestehe kaum Aussicht, daß ihr Bau die Läge Tschungkings noch wesentlich beeinflussen könne. Dazu komme, baß bie Japaner in Zukunft den Golf von Bengalen beherr­schen würden und damit einen großen Teil ber amerikanischen Lieferungen abfanaen konnten, noch bevor diese überhaupt das asiatische Festland erreicht hätten. Dadurch aber werd« Tschungking jede Hoffnung auf eine Offensive größeren Stiles, wie sie von den Engländern drin­gend erhofft wird, unmöglich gemacht. Tschung­king werde sich wie bisher auf eine mühselige Ver­teidigung beschränken müssen.

Große Kursstürze an der Schanghaier Börse.

Schanghai, 9. März. (DNB.) Die mit ben japanischen Siegen in ber Sübsee in ber lebten Woche verstärkt einsetzenbe Flucht aus Der Tschungkinger Währung erhielt burch bie Einnahme Ranguns einen berartigen Antrieb, bah bie Kurse plötzlich um 20 v. H. und mehr stürzten. Die Panik der Bevölkerung, die die Tschungkinger Noten uni jeden Preis absetzte und dafür Militär^ Yen-Noten oder Noten der Nankinger Zentral- reservebank einhandelte, stieg weiter an, als ein großer Teil chinesischer Wechselstuben im Zusam- 1 menhang mit Terrorakten abgeriegelt wurde und : sich dadurch der Ansturm der Bevölkerung auf einige : wenige Wechselstuben richtete, wo Schlange gestan­den wurde.

Oer britische Oberbefehlshaber in Burma abgesetzt.

i Stockholm,^ März. (Europapreß.) Die Reihe ; ber abgesetzten britischen Befehlshaber wirb immer i großer. So ist jetzt nach ber neuen schweren bri« tischen Nieberlage in Burma, bie mit ber Erobe- i rung Ranguns burch bie japanischen Streitkräfte i unabänberlid) geworden ist, ber britische Oberbe- fehlshaber in Burma, Generalleutnant H u t t o n, i seines Postens enthoben und durch Generalleutnant

Alexander ersetzt worden.

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