Sieg um jeden Preis!
Samstag, 9. Mai, 20.15 Llhr:
Alten-Vufeck iRedner: Schäfer III.); Annerod (Schulz); Bellersheim (Viel); Bersrod (Lenz); Gar- benteich (Vordmann); Gießen (Gauleiter); Heuchelheim (hoffarth); Lauter (v. Haren): Lich (Jung); Lollar (v. d. Osten); Ober-Bessingen (Zimpelmann); Ostheim (G. Fischer); Pohl-Göns (Vieth); Rodheim a.d. h. (Eckardt); Weitershain (Schweigert); Wohnbach (Dr. Henner).
Sonntag, 10. Mai, 11 Llhr:
Grohen-Buseck (Redner: Schäfer III.); Birklar (Schulz); Trais-Münzenberg (Viel); Saasen (Lenz); Watzenborn-Steinberg (Rordmann); Allendorf a. d. Lahn (Dr. Schumann); Beltershain (hoffarth); Weickartshain (v. Haren); Grüningen (Jung); Daub- ringen (v. d. Osten); Ettingshausen (Zimpelmann); Rieder-Weisel (G. Fischer); Kirch-Göns (Vieth); Trais-Horloff (Eckardt); Londorf (Schweigert); Wölfersheim (Dr. Henner).
Sonntag, 10« Mai, 15 Llhr:
Rödgen (Redner: Schäfer III.); villingen (Schulz); Münzenberg (Viel); Reiskirchen (Lenz): Steinbach (Nordmann); Klein-Linden (Dr. Schumann); Geilshausen (hoffarth); Freienfeen (v. Haren); Holzheim (Jung); Mainzlar (v. d. Osten); Harbach (Zimpelmann); Griedel (G. Fischer); Lang-Göns (Vieth); Hungen (Eckardt); Allendorf a.d. Lumda (Schweigert); Steinfurth (Dr. Henner).
Sonntag, 10. Mai, 19 Llhr:
Wiefeck (Redner: Schäfer III.); Ruppertsburg (Schulz); Ober-Hörgern (Viel); Burkhardsfelden (Lenz); Hausen (Korbmann); Grotzen-Linden (Dr Schumann); Laubach (v. Haren); Sambach (Jung); Staufenberg (v. d.Osten); Grünberg (Zimpelmann); Butzbach (G. Fischer); Leihgestern (Vieth); Langsdoif (Eckardt); Treis a.d« Lumda (Schweigert); Rockenberg (Dr. Henner).
Am Gamstag, 9. Mai, und (Sonntag, 10. Mai 1942 finden im Kreis Detteran folgende öffentliche Kundgebungen statt:
In Gießen spricht am Samstag, 9. 2Nai, um 20.1 5 Uhr
der Gauleiter und Reichsstatthalter Jakob Sprenger
in der Aula der Landesuniversität. Die Rede wird gleichzeitig in den Großen Hörsaal und aus den Platz vor der Universität übertragen.
Ferner sprechen im Kreisgebiet:
Volksgenossen und Volksgenoffinnen!
Die große Zeit des Ringens um Deutschlands Zukunft, in der wir leben, erfaßt mit ihren Auswirkungen jeden einzelnen.
Kommt daher alle in die Versammlungen der NSDAP. und nehmt teil an den brennenden Fragen der Gegenwart!
Aus der Stadt Gieße«.
Der junge Arbeitskamerad.
Fritz steht vor dem Setzkasten und fügt Zeile für Zeile in den Winkelhaken. Das ist nicht so leicht, wie es aussieht. Man muß wissen, wo die einzelnen Buchstaben liegen, muß sie so fassen, daß sich die Einkerbung oder Signatur, wie die Gesellen sagen, oben befindet, und muß schließlich die Zwischen- räume kunstgerecht verteilen, daß eine Zeile genau so ausgeglichen ist wie die andere. Fritz geht bedachtsam zu Werke, er kann es jetzt schon von Tag zu Tag besser. Freilich, als er vor einigen Wochen feine Lehre begann, war der Setzkasten noch ein ungelöstes Rätsel. Da lagen in unzähligen Fächern die einzelnen Typen. Es gab kleine und große Fächer, schmale und dickere Buchstaben und außerdem noch Füllmaterial, das mitunter zwei Finger stark, dann auch wieder fast so dünn wie Haaresbreite war. „Sieh dir den Kasten nur genau an", hatte ihm der Lehrgeselle gesagt, „du wirst ihn dann schon kennenlernen." In den ersten Tagen also studierte Fritz den Setzkasten. Er fand, daß die Buchstabenfächer nach einem ganz bestimmten System geordnet waren, sah, daß die Gesellen mit einer erstaunlichen Fixigkeit und ohne näher hinzuschauen die Typen Zu Wörtern und ganzen Sätzen aneinanderreihten und wunderte sich, wie sie es vermochten, die Spiegelschrift geradezu spielend zu lesen. Es, erschien ihm als höchst erstrebenswertes Ziel, es diesen Gesellen gleichzutun.
Und dann kam der Tag, an dem er selbst den Winkelhaken in die Hand nehmen konnte. „Immer langsam und sorgfältig^, bedeutete ihm der Lehrgeselle, der schon so manchen Jünger in die Geheimnisse der schwarzen Kunst eingeführt hatte. Fritz hielt sich an die Weisung und stolz konnte er einige Zeit später seine erste selbstgesetzte Zeile vorweisen, die der Lehrgeselle mit kritischem Wohlwollen prüfte. So ging es weiter, doch dann galt es, mit neuen Schwierigkeiten fertig zu werden. Da gab es in einigen Kästen winzig kleine' Schriftgrade, in anderen wieder mächtig große, und alle trugen für ihre Stärke eine besondere Bezeichnung, die gar nicht alltäglich war. Fritz erfuhr, daß es einen Grad „Korpus" gab, dann einen mit dem Namen „Cicero, andere hießen „Petit" oder „Tertia", es erwies sich als gar nicht leicht, all das zu merken, was auf ihn einstürmte. Aber nach und nach wurden die Dinge übersichtlicher, und jetzt steht also Fritz bereits mit einigem Verständnis vor dem Setzkasten und bemüht sich, nach einer Vorlage einen kleinen Artikel abzusetzen.
Es wird noch eine geraume Weile dauern, bis Fritz die wichtigsten Grundlagen seines Handwerks beherrscht, doch er bringt einen frohen Eifer mit, der ihn sicher vorwärtsbringt. Wie ihm ergeht es vielen Tausenden von jungen Menschen, die in diesen Wochen sich in die Front der Schaffenden eingereiht haben und nun lernbegierig an der Werkbank stehen. Ihr Bestreben ist es, im Beruf ein ganzer Mann zu werden, und dazu wird ihnen neben dem eigenen guten Willen die kameradschaftliche Fürsorge derjenigen Helsen, die in den jungen Mitarbeitern die Zukunft ihres Berufsstandes verkörpert fehern Sch.
Der Einheitslohnabzug in der Sozialversicherung.
Die Schaffung eines einheitlichen Lohnabzuges machte eine Aenderung d e r Rentenversicherung notwendig. Die Beiträge der versicherungspflichtigen Arbeiter und Angestellten zur Rentenversicherung betragen künftig einheitlich 5 6 v. h. des Entgeltes. Bei der Invalidenversicherung entspricht dieser Beitrag dem bisherigen Durchschnittsbeitrag. Eine wesentliche Abweichung tritt dagegen bei der Angestelltenversicherung ein. Der Beitrag wird jetzt ebenfalls auf 5,6 v. h. des Entgeltes erhöht. Selbstverständlich ist damit auch eine entsprechende Steigerung der Rentenleistung verbunden. Der Beitrag zur Rentenversicherung wird nunmehr für die krankenversicherungspsluh- Ligen Arbeiter und Angestellten nach dem Grundlohn berechnet, der auch für die Krankenkaßenbei- träge maßgebend ist, und amaroon einem Grund- lohn bis zu 300 RM. monatlich. Diese Grenze bedeutet für die Invalidenversicherung zugleich eine Beitraqsaufstockung. Während bisher schon bei einem ^Wochenlohn von etwa 50 RM. die Hochs e Beitragsklasse erreicht war, werden jetzt auch die böberen Löhne mit 70 RM. wöchentlich bet ben BeUragsentrichtungen erfaßt. Für die ^gestellten, die nicht krankenoersicherungspflichttg sind, bleibt es bei der Versicherun^spflichtgrenze von 600 RDt monatlich. Sämtliche Beitrage werden künftig in einer Summe an die Krankenkassen entrichtet. Das Markenklebeverfahren fällt fort. Auf die neue Qmt- tungskarte werden künftig die Entgelte ^getragen, ebenso die Beschäftigungsdauer. Die Ouittungskarte
schreckt, als sie sich selber zugestehen wollte. Aber sie beherrschte sich meisterhaft. .
„Gott", warf er hin, „draüber spncht doch jeder.
Wann haben Sie Lanos zuletzt gesehen?"
Sie überlegte einen Moment.
„Vor etwa — vier Wochen", gab sie zur Antwort.
"Das wäre also Anfang August gewesen. Und wo, wenn ich fragen darf?"
„In — Hamburg."
„Was hatte er m Hamburg zu tun?
„Er verhandelte mit einem Agenten wegen eines Engagements in. Brüssel."
„Sie waren doch seine Partnerin?
,2a."
"llnb sind Sie mit ihm nach Brüssel gegangen?"
„Nein."
„Warum nicht?"
„Wir stritten uns — ich fuhr bann nach Berlin — Wußten Sie, baß Lanos auch nach Berlin kam?
„Nein." , . L
„Offenbar war er Ihnen nachgefahren, um Sie zu suchen, nicht?"
Sie zuckte die Achseln. -
„Möglich." Dann wandte sie sich wieder zum Spiegel. Sie konnte so besser ihre Mienen verbergen.
„Kannten Sie Barthold?"
"Rein." . ,
„Aber Fräulein Perling wird Ihnen doch bekannt ^^Ja, was ist mit ihr? Hat sie damit etwas zu tun?" ..
„Das — möchte ich gern von Ihnen Horen, Fraulein Norodna."
„Ich — weiß es nicht."
„Wirklich nicht? Denken Sie doch mal nach.
Nein." Sie schüttelte lebhaft den Kopf und warf ihm durch den Spiegel einen furchtsamen Blick zu, ben Wenig wohl verstand.
Haben Sie vielleicht Angst, Fraulein Perling irgendwie zu beschuldigen?" fragte der Kriminalrat jetzt.
vielleicht! Sie hat gute Beschützer, die drei
enthält auch Markenfelder für die freiwillige und Höherversicherung.
Für eiserne Sparer werden nun auch in der Rentenversicherung ine Leistungen vom vollen Entgelt berechnet, während die Beiträge weiterhin von dem arm die Sparbeträge gekürzten Lohn entrichtet werden. Aus der Ouittungskarte ist daher der volle Lohn ohne Abzug der eisernen Sparbeträge einzutragen. Der jährliche Steigerungsbetrag der Invalidenrenten beträgt 1,2 v. H. der in den Quittungskarten eingetragenen Entgelte, höchstens jedoch von einem Entgelt von 300 RM. monatlich wie bisher. Dagegen wird in der Angestelltenvevsicherung der jähr« llche Steigerungsbetrag auf 0,7 v. H. erhöht. Die neuen Bestimmungen ge l t e n nich t für die Selbstversicherung, die freiwillige Weiterversicherung und die freiwillige Höherversicherung sowie die Pflichtversicherung der Selbständigen. Hier werden weiterhin Marken geklebt. Für die allgemein durchgeführte betriebliche Höherversicherung tritt dennoch eine wesentliche Erleichterung dadurch ein, daß für alle Gefolgschaftsmitglieder nur noch die gleiche Marke zusätzlich zu kleben ist. In der Invalidenversicherung wird es statt der Einwochenmarken für diese Zwecke nur noch Zweiwochenmarten geben. 3um Reichsstock für Arbeitseinsatz sind alle Lehr- und anerkannten Anlernverhältnisse beitragsfrei.
Sprechstunde des Kreisleiters.
Die Sprechstunde des Kreisleiters findet am Donnerstag, 7.5. 42, nachmittags von 15—17 Uhr, in Gießen, Lonystraße 18, statt.
Amt für Agrarpolitik.
Die Sprechstunde des Amtes für Agrarpolitik fin- bet am Donnerstag, 7.5.42, nachmittags von 15 bis 17 Uhr, in Gießen, Lonystraße 18, statt.
Gießener Wochenmarktpreise.
* Gießen, 6.Mai. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, V» kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 8 bis 9, Kartoffeln, 5 kg 47, Zwiebeln, kg 17, Rhabarber 25 Rpf.
Verdunkelungszeit:
6. Mai von 21.56 bis 5.11 Uhr.
Ehrung mit dem Leistungsabzeichen.
In einer fchlichten Betriebsfeier in der Werkstatt der Bäckerei Ludwig Rühl in Gießen, Marktplatz, wurde den Betriebsinhabern am gestrigen Dienstagnachmittag das im Leistungswettbewerb der Deutschen Arbeitsfront von der Betriebsgemeinschaft Rühl errungene Leistungsabzeichen für vorbildlichen Kleinbetrieb überreicht. Zu der Feier hatten sich mit dem Hoheitsträger des Kreises Wetterau, Kreisleiter Backhaus, weitere Vertreter der Partei, der DAF. und der Gießener Handwerksführung eingefunden.
Kreisleiter Backhaus gab in einer kurzen Ansprache an die Betriebsgemeinschaft seiner besonderen Genugtuung darüber Ausdruck, baß er diesem handwerklichen Kleinbetrieb für seine guten Leistungen diese Auszeichnung der Deutschen Arbeitsfront überreichen könne, und er sprach zu dem schönen Erfolg ihres Mühens ben Inhabern des Betriebs, ben Familien Rühl und Katz, sowie ihren Gefolgschaftsmitgliedern herzliche Glückwünsche für die wohlverdiente Ehrung aus. Er würdigte dabei auch die besonderen Schwierigkeiten, die gerade jetzt im Kriege im allgemeinen und besonders bei einem Leistungswettbewerb in den Betrieben überwunden werden müssen und auch hier in vorbildlicher Weise gemeistert worden seien. Der Kreis- leiter wies bann auf ben die ganze Heimat oer- pflichtenden Einsatz unserer Soldaten an der Front hin und betonte, daß nach diesem Maßstab zu Hause der restlose Einsatz aller schaffenden deutschen Menschen auszuvichten sei. Die Bäckerei Rühl habe sich durch ihre Leistungen als ein vorbildlicher nationalsozialistischer Betrieb erwiesen, dessen Beispiel richtunggebend für andere sein solle.,Der Leistungswettbewerb solle ja nicht nur die großen Betriebe umfassen, sondern auch die kleinen und kleineren Betriebe mit heranziehen, denn auch diese könnten in sozialer Hinsicht für ihre Gefolgschaft und in ihrer beruflichen Leistung hervorragendes zustande bringen. Zum Schluß gab der Kreisleiter dem Wunsche Ausdruck, daß die Betriebsgemeinschaft Rühl diese Auszeichnung als einen neuen Ansporn ansehen möge, in kameradschaftlicher Verbundenheit von Be-
Willis sind anscheinend sehr für sie eingenommen, und wenn ich etwas sagen würde, was gegen sie sprechen würde, so würde ich Schwierigkeiten bekommen. Es ist nur recht auffällig, daß sie anfangs so tat, als wüßte sie nichts von der ganzen Sache und später es sich herausstellte, daß sie gerade einen Tag nach der Tat nach Berlin kam. Mir kommt das alles sehr sonderbar vor, vor allem auch, daß die Perling beide sehr gut kannte, Lanos und auch Barthold. Vielleicht können Sie sich allein Ihren Vers darauf machen."
Sie stand jetzt auf und trat hinter eine spanische Wand, um sich anzuziehen.
Auch Wenig war aufgestanden.
„Ich glaube", sagte er, „ich brauche Sie nicht mehr zu bemühen. Also Sie bleiben babei, Lanos in den letzten Wochen nicht gesehen zu haben und von der Tat nur das zu wissen, was in den Zeitungen stand —"
„Genau so ist es, Herr Kriminalrat, ich kann es beschwören —"
„Run, lassen wir das. Vielleicht komme ich noch einmal her, um mir von Ihnen eine weitere Information zu holen. Dielen Dank inzwischen, vor allem auch für das Autogramm."
Er hörte sie hinter der Wand lächeln.
„Sie haben mich schön beschwindelt", sagte sie.
„Ja, ja, aus mehr oder weniger Schwindeln setzt sich das ganze Leben zusammen, Fräulein Norodna, Sie werden das wohl auch wissen. Guten Abend!"
Wenig trat lächelnd aus der Tür und traf auf Willis, der anscheinend draußen auf ihn gewartet hatte.
„Ah, Herr Willis", rief der Kriminalrat, „ich nehme an, Ihnen ist noch etwas eingefallen?"
„Allerdings, und ich glaube, ich muß Ihnen das sagen. Ick weiß nicht, ob es für Sie wichtig ist", meinte Willis, „haben Sie mit Fräulein Norodna gesprochen?" „
„Ja, sie weiß aber auch ziemlich wenig von ihm.
„Hm, hat sie etwas über Fräulein Perling ge- sagt?"
Warnung aus Stendal Roman von A. Lothar Philipp
22. Fortsetzung. «Nachdruck verboten.)
k°um°n." Wollen V bitte'M« Ihren Nomen dachte sie. während sie schrieb.
trocknen- D°nn setzte er -tz bcn Spiegel, „w°- °L°nMl°nst n°Ä W°ll?n S.° mich zu e.nem Souper, einladen? gefehlt. Dann müßte ich
Freilich, das hatte m gese^^ f„r ben flan3en an einem Abend die Sp I . ^e£hnungsbeamte Monat verpulvern unb der würde in Ohnmacht fa - . ' yeberraschung.
K-nd, übereinander
Wenig schlug gemütlich freundlichsten Lächeln: und sagte wieder m^h-m 'reundllch n „SS & «»■"» ="■ ^Mis-in-M Ruck drehte sie sich W und faß ihm ^U°b°"'L°n°< fragte sie ernst, „was interessier.
flerefen, d°tz d'° ^rthold ermordet zu haben." ^ fch las davon. Aber was haben Sie dam.t
'Ä'bin Kriminalrat W-M-m Polizeipräsi- gehört^daß"Sie^feinerzeit mit Lanas van den W.l- lis weggegangen sind r-f äMtr Seine Eröffnung, „f" SSÄ * ”* -
triebsführer und Gefolgschaft auf dem bisherigen Wege weiter voranzumarschieren. Mit diesem Wunsche verband er die besten Glückwünsche der Partei und seine eigenen guten Wünsche für die Betriebsgemeinschaft Rühl.
Der Betriebsführer, Bäckermeister Karl Katz, dankte dem Kreisleiter und der Deutschen Arbeitsfront für die Auszeichnung und für die herzlichen Worte der Anerkennung, die bei dieser Gelegenheit dem Wirken der Betriebsgemeinschaft gewidmet wurden. Betriebsführer und Gefolgschaft würden diese Ehrung als besondere Verpflichtung für ihre weitere Arbeit ansehen. Der Redner gedachte sodann unserer Soldaten an der Front und babei besonders der Kameraden, die aus der Betriebsgemeinschaft zu den Waffen geeilt sind, und der beiden gefallenen Kameraden, die einst im Kreise der Betriebsgemeinschaft mitgewirkt haben. Betriebsführer und Gefolgschaft würden auch weiterhin an ihrer Stelle alles tun, um zur Erringung unseres Sieges beizutragen.
Woche für Kunst und Literatur 1942 der Universitätsstadt Gießen.
Der Goethe-Bund und die Kulturelle Vereinigung bringen im Rahmen des Programms der Gießener Kunstwoche 1942 am Freitag, 8. Mai, und am Sonn- tag, 10. Mai, zwei bedeutsame Darbietungen. Am Freitagabend findet in der Aula der Universität eine Feierstunde „Musik und Dichtung" statt, für die ein erlesenes Programm aufgestellt wurde. Als Vertreter des Reichsministeriums für Voltsaufklärung und Propaganda wird Oberregierungsrat Dr. Rudolf Erdmann über das Thema sprechen „Das Lied in der Dichtung der Zeit" und damit Bezug nehmen auf die enge Verbindung zwischen Dichtung und Musik. Anschließend wird der bekannte schlesische Dichter Friedrich Bischoff aus seinem Gedichtband „Das Füllhorn" feinsinnige Lyrik lesen. Um dieser Feierstunde zum Beginn und Ausklang ein stimmungsvolles Gepräge zu geben, ist das Drumm-Quartett vom Landestheater Darmstadt verpflichtet worden, die Feierstunde durch Konzertvor- träge zu umrahmen.
Ebenso wird sicherlich, wie alljährlich, die Schluß- veranstaltuna der Kunstwoche besonderes Interesse finden. Dieses Mal sind die bekannten Tanz- schwestern List und Sybille Spalinger vom Deutschen Opernhaus Berlin und der Oper Graz, denen ein ausgezeichneter künstlerischer Ruf voraus- gcht, zu einem Tanzgastspiel gewonnen worden.
*
♦♦ Ernennung beim Theater der Universitätsstadt Gießen. In Anerkennung seiner Verdienste um die künstlerische Entwicklung des Städttschen Orchesters Gießen wurde der musikalische Duerleiter des Theaters der Universitätsstadt Gießen, Otto S ö 11 n e r, von Oberbürgermeister Ritter auf Vorschlag des Intendanten Hans Walter Klein mit Wirkung vom 1. Mai 1942 zum Städttschen Musikdirektor ernannt
Amtsgericht Gießen.
Unter der Anklage des Diebstahls hatte sich gestern die E. W. aus Gießen vor dem Amtsgericht zu verantworten. Die Frau war in einer hiesigen Schuhwarengroßhandlung tätig und hatte während ihrer Arbeit in der Zeit vom 4. August bis 16. Dezember vorigen Jahres insgesamt 29 Paar Schuhe aller Art gestohlen, die sie zum Teil für sich verbrauchte, zum größeren Teil aber an Bekannte und Bekannte und Verwandte verschenkte oder verkaufte. Die gestohlenen Schuhe konnten teilweise wieder herbeigeschafft und der Firma zurückgegeben werden, jedoch hatte die Firma einen Schaden von rund 200 RM. zu verzeichnen. Die einschläaig vorbestrafte Angeklagte wurde wegen Diebstahls und Vergehens gegen die Derbrauchsregelungsstrafver- ordnung zu einem Jahr und fe ch s Mona« ten Gefängnis, abzüglich 75 Tage Unter« fuchunashaft, verurteilt Ihre Vorstrafen wirkten straferschwerend.
„Das übliche, Herr Willis, das übliche. Was wollten Sie mir noch sagen?"
Willis begleitete den Kriminalrat zum Bühnen- ausgang.
„Am 28. August —"
„Also am Mordtage —" unterbrach ihn Wenig. ■
„Ja, da traf Petersen Lanos 7 Uhr abends im Variet6cafä und stellte ihn wegen seiner damaligen Flucht zur Rede. Lanos versprach, am selben Abend um 21 Uhr zu uns nach dem Imperial-Dachgarten zu kommen. Es, könne etwas später werden, setzte er hinzu, jedoch keinesfalls nach 21 Uhr 30. Er kam nicht Statt feiner erschien kurz nach 21 Uhr 30 die Norodna und sagte, wenn wir auf Lanos werten, sollen wir uns die Zeit nicht lang werden lassen. Das ist es, was ich Ihnen sagen wollte. Ich möchte hinzufügen, daß ich nicht glaube, daß die Norodna irgend etwas mit der Sache zu tun hat, ich halte das nur für eine leere Rederei von ihr. Trotzdem mußte ick es Ihnen sagen, Welt und Petersen sind der gleichen Ansicht."
Sie standen jetzt am Bühnenausgang. Wenig sah die Straße hinab, von der die Lichtreklamen des Eispalastes grell widerleuchteten.
Er drückte Willis die Hand.
„Ich danke Ihnen, Herr Willis. Guten Abend!"
Und dann war er schon im Getriebe der Straße verschwunden. —
Am nächsten Tage hatte der Kriminalsekretar Krähe wirklich eine Sensation für den Kriminalrat, weshastr er auch von 8 Uhr ab bereits im Büro anwesend war und zwischen seinem und dem Schreibtisch des Kriminalrats hin und her lief und dauernd mit den Ohren wackelte. Allen Anzapfungen des Assistenten Neubauer gegenüber zeigte er sich völlig taub.
Kaum war der Kriminalrat eingetreten, als auch schon Krähe bei ihm stand.
„Ich hätte etwas", sagte er, und nahm dem Kriminalrat den Hut und den Stock ab.
(Fortsetzung folgt)
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Von Beruf bin ich Hühnero’ugenbeseitiger Gleich noch dem Auf legen dieser elastischen Pflasterbinde läßt der bohrende Schmerz nach
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