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5./K. Dezember M2

r. 2R7 Zweites Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhesien)

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In der achten Generation besteht auch die Bäcker- famtlie Löber in unserer Stadt. Als ältesten er­mittelten Ahnherrn nennt die Familie Löber den um 1600 herum geborenen Rotgerber C r a f f t Löber, über den weitere Einzelheiten nicht be­kannt sind. Dann beginnt die Reihe der Bäcker- Generationen in nachstehender Folge: Johann Kaspar Löber, getauft (Geburtsdaten sind nicht fest­stellbar gewesen) im November 1649; Johann Bal­thasar Löber. getauft Januar 1680 (diese beiden werden als Bäcker angeführt, während die nun­mehr "folgenden sämtlich als Bäckermeister bezeich­net werden); Johann Kaspar Löber, getauft Dezem­ber 1723: Johann Daniel Löber, getauft November 1764; Johann Wilhelm Daniel Löber, getauft Mai 1805; Heinrich Ludwig Martin Wilhelm Löber, ge­boren 30. Januar 1845; Wilhelm Christian Karl 535- ber (der jetzige Inhaber), geboren 15. März 1872; als jüngste und achte Generation Wilhelm Löber und Karl Löber, 1908 bzw. 1912 geboren. Mit der seit 1 745 in dem heutigen Geschäftshause in der Wall- torstrahe bestehenden Bäckerei war., während meh­rerer Jahrzehnte eine Gastwirtschaft verbunden, die noch zur Zeit des Johann Wilhelm Daniel Löber, also bis weit in das 19. Jahrhundert hinein, be­standen hat. Der heutige Laden in dem Eckhaus war damals schon Ladenraum, die beiden heute an den Laden anschließenden Wohnräume dagegen waren seinerzeit Gastwirtschaftszimmer. Die Saft1 wirtschaft soll in jener Zeit viel von den Angestell­ten der damaligen Post, die neben dem Löberschen Anwesen lag, sow'e von den Reisenden besucht wor­den sein, der gute Branntwein soll den besonderen Anziebunqsvunkt gebildet haben. Seit der Zeit des Heinrich Ludwig Martin Wilhelm Löber, des Vaters des jetziaen Inhabers, wird das Geschäft nur noch als Bäck-rei betrieben. Neben ihrer Arbeit als Bäckermeister waren der Großvater und der Vater des jetzt schon 70jährigen Inhabers und Semors sowie dieser selbst allezeit für die öffentlichen Ange­legenheiten interessiert; alle drei waren viele Jahre lang Gemeinderatsmitglieder bzw. Stadtverordnete und Vertreter ihres Handwerks, auch vor Behörden und in dem weiteren Rahmen der Zusammenfassung

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Lchühk froftgefährdele Leitungen durch Abdeckeu oder Umhüllen!

Handwerks-Tradition in Gießener Familien

Aus der Zeit de« Dreißigjährigen Krieges bis in die Gegenwart.

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Theater der Universitätsstadt Gießen

Keßler und Künneke: »Liselotte

Die Prinzessin Elisabeth-Charlotte von der Pfalz, nachmalige Herzogin von Orleans (16521722) hat schon einmal obwohl sie, wie man sich aus der sehr empfehlenswerten Lektüre ihrer Briefe leicht überzeugen kann, eigenllich zu schade dafür ist einer Lustspielfigur Modell gestanden. Richard K e ß- l e r stellte sie in den Mittelpunkt eines Singspiels in sechs Bildern und erzählt, mit den operetten­mäßig üblichen Zutaten, ihren ungewöhnlichen, von Heidelberg nach Paris führenden Lebensweg, wie sie aus Staatsräson den Herzog Philipp von Orleans heiratet und also die Schwägerin des Sonnenkönigs wird; wie sie anfänglich nur Enttäuschungen erlebt, weil sie sich in eine ihr wesensfremde Welt versetzt fühlt, von den Pariser Sitten und der Maitresse ihres Gemahls schockiert ist und am Ende sogar auf heimliche, nächtliche Flucht zurück nach Deutschland sinnt, in einer Hafenkneipe an der Seine, wo ver­blüffenderweise die große Revolution um ein Jahr­hundert zu früh ausbricht, abermals aus politischen Erwägungen umgestimmt wird und am Ende sogar mit angeborener Natürlichkeit und angenommener Koketterie den Herzog mit seinen eigenen Waffen schlägt und dessen ehrliche Neigung gewinnt. Künnekes Musik ist diesmal weder instrumental noch gesanglich auf die große Linie gestimmt wie etwa imVetter aus Dingsda"; große Partien werden gesprochen; gesungen wird nur, wo es sich lohnt. Die Partitur wahrt aber den leicht eingängi­gen, melodiösen, zu Gesang und Tanz spielbaren Charakter, der Künnekes Vertonungen ihre ausge­prägten Erfolge zu verdanken haben.

Herr Schwarze hatte die Neuerscheinung mit geschmackvollen Mitteln in einer von Herrn Losf° l e r entworfenen üppigen Ausstattung-inszeniert; die Repräsentanz der großen höfischen Szene korre­spondierte mit gefühlvoller Stimmung und dem locke­ren, rhythmisch akzentuierten Stil des modernen Librettos. Die Ballettmeisterin Inge B e r g hatte für Tanzgruppe und Duette gefällige Figuren ein­studiert. Kapellmeister Egon Bosch dirigierte präzis und in sauberem Zusammenspiel von Orchester und Bühnenvorgang.

In der Titelpartie erschien als Gast Hildegard L e e b ; sie sang die Liselotte mit einer nicht großen, aber angenehmen Stimme, die in der mittleren Lage am ergiebigsten ist, und stattete die anmutige Erscheinung ihrer Prinzessin mit jener erfrischenden Offenherzigkeit und Natürlichkeit aus, die bezeugter­maßen schon seinerzeit am Pariser Hofe ihre Wir­kung nicht verfehlt hat. Herr Mund hatte den Herzog von Orleans und vollzog, beweglich und sichtlich angeregt spielend, zwar überraschend, aber mit hübschem Erfolg feinen Uebertritt in die Ge­filde der Operette und ins komische Fach. Annemarie Schwind war die pariserisch elegante und kokette Gräfin Frän^oise, Herr Schade sang mit kraft­vollem Einsatz Den Grafen Harling, Herr V o l ck war der biedere, gemütlich und deutlich im pfälzi­schen Dialekt sich äußernde Kurfürst, Herr Koch- fing mit Würde, aber nicht ohne humane und ga­lante Züge, König Ludwig XIV. Vom großen En­semble seien endlich Katja K r ö ck und Herr Bosny mit einem stürmischen Apachentanz genannt.

Die Neueinstudierung fand bei gut besetztem Hause eine sehr freundliche Aufnahme. Hans Thyriot.

nb die Geschäfte aufgefordert worden, alle! ftill» sehenden Uhren einheitlich auf 12 Uhr zu {teilen.

F* Di- Lebensmittelkarte ".Mit der tiisgabe der Lebensmittelkarten für den 44. -Lersor- ^igsabschnitt im Saufe der nächsten Woche werden W die Sonderkarten für die Wechnachts-Sonder- hteUungen an die Verbraucher verabfolgt wie das ^Nahrungsamt Abteilung B im heutigen Anzeigen- bekanntgibt. _ . . rt r

- Die Beförderung von Sch re r n Wte »N5 von dem Kreisfachwart für den Schisport: mit- Weilt wird, ist die Mitnahme von ^chiem m totra- ^bahnen, Omnibussen, Kleinbahnen unb Be ahnen gestattet, dagegen auf der Reichsbahn bis noch verboten. t s

* Die Besetzung der Str enbahn itafn im firieqe Wi- der R-ich-verkehrs- ihifter den Nachgeordneten Stellen zur Kenn ms Irhqt, wird bis auf weiteres als -'ne- der ME bi Befriedigung der gefteiqerten JBerie^rsa f , Ä7 Sitz-

Btt Betriebsordnung für die Straßenbahnen kann

Neben dem geistigen Leben in Gießen hatte von jeher auch das Handwerk besondere Bedeutung. Daraus erwuchs für manche Gießener Familien eine Handwerks-Tradi­tion, die aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges bis in unsere Gegenwart vom Vater auf den Sohn vererbt wurde. Dadurch ist die Familiengeschichte dieser Geschlechter ein be­achtenswertes Stück der Gießener Lokal­geschichte geworden. Einigen Abschnitten dieser Geschichte sei heute unsere Aufmerk­samkeit zugewandt.

Im Dreißigjährigen Kriege tarn aus dem Heere des Schwedenkönigs Gustav Adolf ein Soldat nach Gießen, der aus Dänemark stammte, 1620 Geboren war und Johann (auch Hans genannt) Petri hieß. Dieser Soldat heiratete hier und machte sich im Jahre 16 50 als Weißbinder seßhaft. Er wurde der Stammvater der Weißbinderfamilie Petrl, die nunmehr in der neunten Generation dieses Hand­werk hier betreibt. Nach dem vorerwähnten Johann Petri sind als Repräsentanten der einzelnen Gene­rationen folgende Männer in der Familiengeschichte der Petri weiter verzeichnet: Johann David Petri, geboren 27. Februar 1653; Johann Georg Petri, geboren 2. September 1700; Alexander Peter Petri, geboren 14. Mai 1734; Anton Petti, geboren 11. Ok­tober 1770; Louis Petri, geboren 7. Januar 1814; Louis Petti III., geboren 22. September 1848; Ernst Petti, geboren 29. November 1875, gestorben 14. Juni 1935; als gegenwärtiger Träger der Tradi­tion Erich Petri, geboren 10. Juni 1909. Die Pettis haben sich mit vielen Gießener Familien vermischt, o daß ihr Verwandtenkreis außerordentlich groß st Die außer den Petris in Gießen vorhandenen Weißbinder haben fast alle bei einem der Petti das Handwerk erlernt. Im öffentlichen Leben ist von den Familienangehörigen nur Louis Petti III.. be­sonders heroorgetreten, der im Gießener Verems- wesen eine ziemliche Rolle spielte, und u. a. Mit- qrunder der Gießener Rrch-rgcstllschast 1877 war; dieser Petri haste auch den Krieg 1870/71 nut- gemacht.

Zwei Jahre später, im Jahre 16 5 2, erfolgte hier die Gründung eines anderen Handwerksbe­triebs, der heute noch ebenfalls in der neunten Ge- neration hier besteht. Von Lich tarn der tm Jahre 1606 dort geborene Metzger Konrad Vogt nach Gießen und eröffnete auf dem Grundstück im Neuenweg, auf dem die heutige Metzgerei Vogt geführt wird, seinen Metzgereibetrieb. In diesem Manne hat die Metzgersarnilie Vogt den Begründer ihres Handwerks. Nach Konrad Vogt folgten als weitere Oberhäupter der Metzgerfamilie:. Johann Georg Vogt, geboren 17. Februar 1653; Johann Konrad Vogt, geboren 9. Januar 1691; Johann Peter Vogt, geboren 23. Dezember 1727 (bis zu die­sem Manne bezeichneten sich alle als Metzger). Don da ab führten alle Vogt den Meistertitel, näm­lich: Johann Konrad Vogt, geboren 14. Marz 1776, Phllipp .Karl Vogt, geboren 25. Dezember 1810; Ludwig Christian Vogt, geboren 3. Mai 1853; Ludwig Martin Karl Vogt, der gegenwärtige Se­nior, geboren' 10. September 1882, und als Re­präsentant der herauffteigenden Generation Hans Mar Vogt, geboren 27. Juni 1913. Wie bei vielen Gießener Metzgerfamilien früherer Zeiten, so stand auch bei der Familie Vogt während mehrerer Ge­nerationen die Landwirtschaft, und insbesondere die Haltung von Viehherden, namentlid) Schafe, mehr im Mittelpunkt aller Arbeit als die Metzgerei selbst. Die Metzger jener Zeit waren meist Besitzer von zum Teil sehr ansehnlichen Viehherden, die aus den Wiesen um die Stadt herum weideten und eine gute Grundlage für den Metzgereibettieb bildeten. Der Stammvater Vogt, als Oberhaupt einer iza- milie mit zehn Kindern, hatte schon zu Lebzeiten seinen Grabstein anfertigen lassen, der heute noch an der Kapelle des Alten Friedhofs zu sehen ist, der Stammvater fand denn auch seinen letzten Ruheplatz auf dem Alten Friedhrst. Im Lause der Jahrhunderte sind auf dem Grundstück im Neuen­weg wiederholt bauliche Aenderungen vorgenom­men worden, bei denen das Stammhaus und Die später errichteten Gebäude abgebrochen und di^ch 1 »eitaemäße ersetzt wurden, bis schließlich das Ge- ' schäft in dem jetzigen Hause seine unserer Zett ent- 1 sprechende Unterkunft gefunden hat.

Van auswärts, nämlich von Butzbach, kam im Mai 16 9 7 auch der Stammvater der Gießener Metzger­

Aus der Stadt Gießen.

Vorfreude der Großen.

Seit Wochen schon, wenn der Abend gekommen, tikwandelt sich meine Schreiber- in eine Schrei- nirmerfftatt. Auf dem Küchenherd zischt der Seim- hipf. Er verbreitet wenig liebliche Düfte, und ge- liatene Aepfel haben mehr von weihnachtlicher Fusion an sich. Aber der Seimtopf tuts auf feine 2-eise auch. Mein Schreibtisch ist zur Hobel- tjer besser gesagt' zur Schnitzbank geworden. Zuerst hibe ich mit Zange und Schraubenzieher versucht, «inen Tank, den ich vom Vorjahre her in einer Ecke s-äid, zu reparieren. Er ist von den Parkett-Schlach- t-li arg mitgenommen, hat Beulen bekommen und Mt, wundgeschossen wie ein bolschewistischer 52- Sonner, auf der Seite. Feuer spuckt mein Kampf- vigen zwar schon wieder, die Raupenketten sind irnit Teilen einer Sicherheitsnadel ausgebessert. Aber tot Maschine! Nein, ich werde meinen Nachbarn «Kontent bitten müssen, mal ips Räderwerk zu Klauen. Mein Nachbar ist ein pfiffiger Mann und Mer von drei Kindern. Er versteht sich Darauf, i^gzeüge, richtige Flugzeuge, wieder startklar zu mschen. Warum sollte es ihm nicht mit dem Tank meines Jüngsten gelingen?

T Ich habe mir Dafür einen Pferdestall vorgenom- mm. Das scheint mir doch leichter, mit ein paar Nögeln und etwas Seim zu reparieren. Es entspricht [meinen handwerklichen Fähigkeiten. Auch der iäjimmel hat wieder sein Bein. Zwar sieht es nach [einer Prothese aus. Aber hat schon jemand in der Reit neue Beine gemacht, Die nicht nach einer Pro- tyfe aussehen? Zudem hoffe ich, mein Jüngster :bai ein Nachsehen mit meiner Schreiner- und sElhnitzerkunst. Mutter will natürlich nicht zurückstehen :iir unserer Weihnachtswerkstatt. Aus gehn verschie­denen Garnresten hat sie für Erika ein Puppenkleid- schen gestrickt. Das unter Kennern seine sieben Punkte lotrt ist. Und unser Pflichtjahrmädchen pinselt mit Wschick und Geschmack Puppenstube und Pferdestall Ibunt und allerliebst. So bunt und so herrlich, daß de: echte Weihnachtsmann für fünfzehn deutsche Michsmark keine schöneren hatte bringen können. Ud wir alle sind glücklich dabei! Schn.

Letzte Rotvieh-Absahveranstaltung in ließen.

[ Bn der Zuchiviehhalle Rhein-Moin zu Gießen sand am aejtrigqn Freitag die letzte diesjährige Ilchtvieh-Abfatzveranstaltung Des SanDesverbandes dn Rinderzüchter Hessen-Nassau statt. Zum Der- faif gelangten insgesamt 3> Bullen und 13 Rinder I» roten Höhenviehs.

| Bei Der vorausgegangenen SonDerkörung unter «itung von Sandwirtschastsrat Dr. Wagner Sehen) wurDen 14 Bullen der Wertklasse II, 13 llen Der Wertklasse III und 4 Bullen Der Wert- ' Hasse IV zugeteilt. Darüber hinaus wurden sechzig - Men zusätzlich für Die Ostgebiete bereitgestellt, w daß das Bild in der Zuchtviehhalle wieder recht lebhaft war. Die Qualität Der Bullen war befrie­digend. Bei verhältnismäßig schwacher Nachfrage ns einheimischen Zuchtgebieten wurden trotzdem Ü Eiche Bullen verkauft, Da durch den Wirtschafts-

ab Ost weitere 16 Bullen auf Der Absatzveranstal- I img angekauft wurden.

Auch Die Nachfrage nach weiblichen Tieren, Deren Qualität etwas besser "hätte fein Dürfen, war Der» I Ntnismäßig gut. Alle Tiere wechselten auch hier I hle Besitzer; ein Teil blieb im einheimischen Zucht- I rtiet, während auch eine, Anzahl weiblicher Tiere ,, tnibefonDere durch Die Egerländer Kasse (Sudeten- Md) zum Ankauf gelangten.

RjEin großer Teil Der männlichen und weiblichen jSkre wurde zu den festgesetzten Stopp-Preisen Meschlagen.

Gute Bilanz Des Jahres 1942.

'* Still st ehenDeUhrenaufl2 stellen, il immer größerem Umfange findet man m Den ifibten an Fachgeschäften Uhren, Die nicht repariert Serben können und zu verschiedenen Zetten stehen- B lieb en sind. Dadurch können leicht unliebsame KißverstänDnisse entstehen» Um solchen vorzubeugen,

Tilgung von Studienschulden zu belasten. Der Setter des Reichsstudentenwerks hat daher Dem Reichs» erziehungsminister vorgeschlagen, daß Die Studien­darlehen Der gefallenen Studenten durch Die Be­träge getilgt werden, die Die Studenten im Rahmen der Sozialgebühren in jedem Semester für die Dar- lehnsförderung des Reichsstudentenwörks zahlen. Da- mit treten Die deutschen Studenten jetzt selbst für ihre gefallenen Kameraden ein. Es handelt sich zur Zeit um einen von den Studenten zu übernehmen­den Darlehns-Gesamtbettag von fast 300 000 RM.

Der Reichserziehungsminister hat sich auf Antrag Des Reichsstudentenwerks weiter Damit einverstan­den erklärt, daß versehrten Darlehnsnehmern und verheirateten Kriegsteilnehmern bei der Rückzahlung ihres Darlehns entgegengekommen wird.

Verdunkelungszeit:

5. Dezember von 17.10 bis 7.46 Uhr.

6. Dezember von 17.10 bis 7.47 Uhr.

Bon der Börse.

Ruhige Aktienmärkte.

Frankfurt a. M., 4. Dez. In Der Berichts- woche zeigte sich am Aktienmarkt wiederum Anlagenachfrage, ohne daß entsprechendes Material an den Markt gelangte. Vielfach kam es daher zu Kursstreichunaen und, soweit Notterungen erfolgten, meist zu leichten Kurshercmffetzun.gen. Erst gegen Ende Der Berichtszeit trat ein Rückschlag ein. Da erneut Gerüchte über unmittelbar bevorstehende Maßnahmen auf dem Gebiete Der Aktienanmelde- pflicht auftauchten. Neben Der Herabsetzung Der An« meldegrenze auf 50 000 RM. soll für einige Spezial- werte eine allgemeine Anmeldepflicht von Neukaufen eingeführt werden, wobei rückwirkende Kraft von einigen Wochen vorgesehen fein soll. Am Chemie­markt lagen Farbenindustrie recht fest, doch gtna Der Kurs nicht über 173,87 hinaus, Stahlverein lagen um 161, Scheideanstalt um 200, Salzdetfurth fliegen bis 192, dagegen gaben Metallgesellschaft bis 141,50 nach (2v. H.), auch Zell Waldhos mit 122 nicht auf dem Höchststand gehalten, Autoaktten still, AEG. vorübergehend bis 182 erhöht, später 181. Am Em- heitsmarkt zogen Bronce Schlenk auf 168 an, Frank» furter Hof 116 (plus 1), ©inner 148,50 (plus 4), Voigt & Häffner 156 (plus 1), Dagegen Brown Boveri 183 (2), Moenus weiter rückläufig 124.

Am Rentenmarkt zogen Reichsaltbesitz vor­übergehend bis 170,75 gesteigert, gaben aber tm Verlaufe wieder auf 169,50 nach. Steuergutscheme I bröckelten ebenfalls stärker von Dem Höchstkurs von 108,75 auf 107,75 ab, Kommunalumschuldung schwankten um 103,30, späte Schuldbücher 47er gaben auf 104 ( 0,50), 48er auf 105 (0,50) nach. Jndustrieobligationen lagen ruhig und teilweise etwas leichter. Am Pfandbrieftnarkt steht der an­haltenden Nachfrage kaum nennenswertes Angebot gegenüber. Stadtanleihen notierten meist nom. 102 G. r

Im Aktienfreiverkehr wurden Dingler Zweibrücken etwa 0,50 v. H. freundlicher mit 145 cenannt, Fränk. Schuh zogen 1 v. H. auf 131.50 an, Els.-Bad. Wolle schwankten 134,50 bis 135,50, Ger­ling Sekt mürben mit 137, Feist Sekt mit 145,50 genannt Tagesgeld unv. 1,75 v. H.

Frankfurter Schlachtviehmarkt.

Frankfurt a. M., 5. Dez. (Dorbericht) Es notierten Je 50 kg Lebendgewicht in RM.: Ochsen 38 bis 47, Dullen 41 bis 45, Kühe 25,50 bis 45, Färsen 37 bis 46, Kälber 40 bis 59, Schafe 32 bis 46, Schweine 57 bis 64. Marktverlauf; alles zu- geteilt

amiiie Möhl, der Johann Valentin Möhl. Er eröffnete hier eine Metzgerei und heiratete; aus einer Ehe entstand eine Nachkommenschaft, Die jetzt in Der achten Generation Das MetzaerhanDwerk hier fortführt. Nach ihm folgten als Repräsentan­ten Der einzelnen Generationen Der Familie: Jo­hann Adolf Möhl, geboten am 20. Mai 1700; Matthäus Möhl, geboren am 3. Oktober 1737; Adolf Andreas Mohl, geboren am 4. April 1787; Friedrich Möhl, geboren am 19. März 1816; Adolf Karl Möhl, geboren am 23. November 1854; Adolf Karl Möhl, geboren am 1. August 1884 und Karl Georg Möhl, geboren am 3^Januar 1888, schließlich als achte Metzgergeneration Die heutigen Junioren Adolf Wilhelm Möhl, geboren 1909, und Wilhelm Heinrich Möhl, geboren 1915. Die Wurstküche Der Familie Möhl befand sich zuerst in Der Sandgasse. Der Laden wurde in Der Marktstraße im jetzigen Tabak- «von Wagner (früher Schäfers geführt ihrzehntelanger Arbeit an dieser Stelle ver­legte Der Großvater Des jetzigen Inhabers Die Metzgerei im Jahre 1878 nach der Ecke Bahnhosi straße/Marktsttaße. Gleichzeitig wurde Die Metzgerei in eine Schweine- und Ochsenmetzgerei geteilt; die Schweinemetzgerei erhielt ihren Platz im Hause Des gegenwärtigen Geschäfts, die Ochsenmetzgerei wurde Ecke Bahnhof,sttaße/Marktsttaße eröffnet; Die Schweinemetzgerei hatte Adolf Karl Möhl, töe Ochsenmetzgerei führte sein Bruder Georg. ÖM jener Zeit Datiert Die im Dvlksmund Der Alt- Gießener heute noch geläufige Bezeichnung Schweine-Möhl" bzw.Ochsen-Möhl", da Der eine nur Schweine und Der andere nur Ochsen schlach­tete. Im äahre 1908 ging Die Ochsenmetzgerei im Hause Bahnhofstraße/Marktstraße an Die jetzigen Senioren über, Die von Da ab Die Schweine- und Ochsenmetzgerei wieder vereinigten und sie im jetzi­gen Geschäftshause Bahnhoftttaße führen. Früher wurden Die Mahls auchStockhaus-Mohl" genannt, meil sie Die Lieferungen für das Stockhaus (das Gefängnis) hatten; nebenbei bemerkt wird das heu­tige Landgerichtsgefängnis ebenso wie einst Das Stockhaus" von her Metzgerei Möhl beliefert, ohne daß seit alters her jemals eine Unterbrechung Dieser geschäftlichen Verbindung vorgekommen wäre. Der am 4. April 1787 geborene Adolf Andreas Möhl mar übrigens Mitzlied des Damaligen Ge­rn einderats.

aller Handwerkszmeige. Der jetzige Senior und In­haber mar u. a. 20 Jähre lang Obermeister Der Bäckerinnung, 10 Jahre Stadtverordneter, ferner längere Zeit führend im Orfsgemerbeoerem; fern Vater nahm für die damalige Zeit eine Sensa­tion an einer Freiballonfahrt teil, die bis in die Gegend von Hannover führte, ebenso an einer Fahrt mit einem her ersten Zeppelin-Luftschiffe.

*

Es sind hier nur einige der ältesten Gießener Handmerksbetriebe genannt, die in ununterbroche­ner Folge her Generationen heute noch tm Hand­werk her Stammväter arbeiten. Daneben hatte unsere Stadt bis vor etlichen Jahren noch eine An­zahl weiterer Handwerksbetriebe zu verzeichnen, leren Ursprung ebenfalls tn die Zeit vor und wäh­rend des Dreißigjährigen Krieges fällt. Die Fami­lien dieser Handwerksbetriebe sind aber als Hand­werker feit einigen Jahren erloschen, da die letzten Vertreter ohne männliche Nachkommen verstorben sind und die Gefchäfte sich jetzt in anderer Hand befinden. Aber auch diese Handwerkerfamilien, wie x. B. die Metzger Sack und Bäcker Noll, haben ourch die Arbeit ihrer Generationen viel dazu bei­getragen, daß das Handwerk in Gießen allezeit in Ehren genannt wurde. B.

Wenn es schneit...

Wenn es schneit, dann verschwinden auch Die Hydranten her stähtischen Wasserwerke unter der Schneedecke. Wer für das Forträumen Des Schnees von Der Straße oder Der Gehbahn verantwortlich ist, muß Dafür sorgen, daß die Hydranten stets von Schnee oder Eis frei gemacht, also jederzeit brauch­bar erhalten werden. Jetzt im Kriege, da bei einem Luftangriff unter Umständen nur her allerschnellste Einsatz her Feuerschutzpolizei großes Unheil ver­hüten kann, muß auch jeder Luftschutzwart über die Lage her Hydranten im Bereich seiner Luftschutz­gemeinschaft unterrichtet fein. Er hat unverzüglich einzuschretten, falls die Benutzung eines Hydranten irgendwie beeinttächtigt fein sollte.

Erlaß der Etudiendarlehen gefallener Studenten.

Auf Antrag des Reichsstudentenwerks hat her Reichserziehungsminister im Einvernehmen mit dem Reichsfinanzminister eine Entscheidung über die Rückzahlung der Studiendarlehen gefallener Stu­denten getroffen. Nach den Bestimmungen her Dar- lehnssorderung haben die Studenten für die Stu­diendarlehen eine Bürgschaft beizubringen, die in der Mehrzahl der Fälle von den Angehörigen ge- stellt wird. An sich hätten die Bürgen für den gefallenen. Studenten die Rückzahlung des Darlehns übernehmen müssen. Es war aber her Wunsch des Reichsstudentenwerks, die Angehörigen, die bereits das größte Opfer gebracht haben, nicht durch die

.»Der gesamte Verlauf der Absatzveranstaltungen !im Jahre 1942 Darf trotz her kriegsbedingten Ver- Btniffe als überraschend gut bezeichnet werden. Biird) die oberhessischen Züchtervereine wurden liiben her Deckung des einheimischen Bedarfes flöße Zuchttier-Lieferungen sei es auf dem Ge- iilte der Höhenfleckviehzucht, her Rotviehzücht, her kihweinezucht ober her Ziegenzucht an hie Auf- mgebiete des Reiches abgegeben.

8m Jahre 1943 sind neben Den Absatzveranstal- ttigen von Höhenfleckviehbullen und schwarzbunten äederungsvieh-Bullen auf dem Gebiete her Rot- iihzucht insgesamt fünf Derkaufstermine in Der uchtviehhalle Rhein-Main zu Gießen vorgesehen, trvorgehoben sei besonDers die für Den 16. April A3 in Aussicht genommene Absatzveranstaltung m Elite-Bullen, auf hie jetzt schon besonders hm- etoiefen wird. \

(Siebener Wocheumarktpreise. xj

* Gießen, 5. fcej. Auf dem heutigen ^SSochen- Rrtt kosteten: Markenbutter, *A kg 1,SÖ 3KDL, itte 30 Rost, Käse, das Stück S bis 10, Wirsing, > kg 10, Weißkraut 7, Rotkraut 10, rot- Ruben 8, »terkohlrabi 8, Grünkohl 10, Feldsalat SO, Lauch l Sellerie 16, Oberkohlrabi, das Stuck 10, Rettich Hs 10 Rpf.