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Die Modenwelt. JünstrirteZeitungA Toilette unb Handarbeiten. Ae ^Tage eine Nummer. Prem vierteljährlich^- = 75 Kr. Jährlich erscheinen:
24 Nummern nick» lettenu.Handarbelttn, enthaltend gegen.m
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Nr. 26,
Donnerstag den 31. Januar 1884
id)encr Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.
©ureattt Schulstraße 7.
Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags.
PreiS vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mar? 50 Pf.
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Amtlicher HheiL
Das Großhtrzoglichc Steiicr-Commissariat Gießen
an die Großherroglichen Ortsgerichte von Annerod, Burkhardsfelden, Daubringen, Groß-Linden, Haufe«, Heuchelheim, 4 ° Ruttershausen, Treis a. b. Lda. und Wieseck.
Wir ersuchen Sie um alsbaldige Rücksendung der Bau- und Cultur-Beränderungs-Verzeichnisse.
Gießen, den 29. Januar 1884. Susfert. —
Politische Uebersicht.
Gießen, 30. Januar.
Prinz Wilhelm von Preußen vollendete am vergangenen Sonntag sein 25. Lebensjahr. Die „Nordd. Allg. Ztg/ nimmt hierbei Gelegenheit, auf die Geburt des Prinzen Wilhelm zurückzublicken und oer freudigen Erregung zu gedenken, welche anläßlich jenes frohen Ereignisses in allen Kreisen der Berliner Bevölkerung herrschte. Am Schlüsse des betr. Artikels erinnert das officiöse Blatt an die Worte, welche Kronprinz Friedrich Wilhelm an die ihn beglückwünschende Landtags-Deputation richtete, unter denen sich auch folgende Aeuße- rung findet: „Wenn Gott meinem Sohne das Leben erhält, so wird es meine schönste Aufgabe sein, ihn in den Gesinnungen und Gefühlen zu erziehen, die mich an das Väterland fesseln." — Nun, dazu hat der Himmel sein Ja uüd sein Amen gegeben!
Die Novelle zum Militär-Pensionsgesetz, welche in der vorigen Session des Reichstages im Plenum gar nicht zur Berathung kam, wird dem zusammentretenden Reichstage jedenfalls wieder vorgelegt werden, obgleich dieselbe den: Bundesrathe noch gar nicht wieder zugegangen ist. Wie die „Kreuz- Zeitung" hört, ist iriGdem Gesetze der Zusatz der conservativen Mitglieder in der Commission der letzten Reichstags-Session, die Pensions-Erhöhung auch auf die Officiere auszudehnen, welche während des deutsch-französischen Krieges 1870/71 aus dem Pensionsverhältnisse wieder in die Armee eingetreten sind, ausgenommen worden. Die Forderung der liberalen Mitglieder der damaligen Commission, die Osficiere auch zu den Communal-Abgaben heranzuziehen, soll keine Berücksichtigung gefunden haben, weil diese Frage mit dem betr. Gesetze nichts zu thun hat. Dagegen ist es noch ungewiß, ob das Mllitär-Relictengesetz dem Reichstaae jetzt wieder zugehen wird, da man sich in den Kreisen der Reichsregierung mit dem Plane beschäftigt, die Beiträge zur Wittwenkasse überhaupt ganz aufzuheben, die Vorarbeiten zu dieser Maßregel aber noch nicht zum Abschluß gelangt sind.
Die Ermordung des Polizei -Detectivs Bloech hat die Reihe der Mordthaten, deren Schauplatz Wien in letzter Zeit gewesen ist, wieder um einen markanten Fall vermehrt. Dem Vernehmen nach erörtert man in Regie- rungskreisen ernstlich den Gedanken von Ausnahmsregeln für Wien und speciell für den Vorort Floridsdorf, wo bekanntlich auch der Polizeicommiffar Hlubek ermordet wurde. Vorläufig sind in Floridsdorf mehrere Compagnien Soldaten einquartiert worden und auch die dortigen Sicherheitsmannschaften haben eine bedeutende Vermehrung erfahren. Was den Mörder Bloech's anbelangt, so verweigert derselbe beharrlich jede Auskunft über Namen und Stand, doch geht er bereitwillig auf alle Fragen ein, welche mit der Mordthat selbst und den Zielen seiner Partei in Verbindung stehen. So erklärte er wiederholt, daß Bloech vom socialistischen Comitö zum Tode verurtheilt war und deshalb sterben mußte. Die Polizei hat nach allen Richtungen hin die Photographie des Mörders versendet, um vielleicht auf solche Art zu Andeutungen über dessen Person zu gelangen.
Seit vorigen Donnerstag beschäftigt sich die französische Depu- tirtenkammer mit der in Paris herrschenden wirtschaftlichen Krisis. Es sind verschiedene Vorschläge zur Linderung der Roth gemacht worden, deren praktischer Werth sich indessen als höchst zweifelhaft erweisen dürfte. Der legitimi- stische Deputirte Baudry d'Asson meinte sogar, daß es nur ein einziges Mittel zur Lösung der socialen Krisis gebe und dies bestehe in der Ersetzung der Republik durch die legitimistische Monarchie, die jetzt vom Grasen von Paris repräsentirt werde. Alle möglichen Systeme sind hierbei angepriesen worden; Laroche-Joubert empfahl Betheiligung der Arbeiter am Gewinn, Frederic Paffy suchte nachzuweisen, daß die wirthschaftliche Krisis nicht den Handelsverträgen zuzuschreiben sei; eine wirkliche Lösung könne nur die Freiheit der Arbeit und die Handelsfreiheit bringen. Irgend ein praktisches Resultat ist von der Debatte nicht zu erwarten.
Heber die Aussichten der Mission Gordon Pascha's im Sudan sind die Deinungen noch sehr getheilt. Die Gegner dieses Unternehmens sind der Ansicht, daß all' die frühere Autorität und die Popularität —- wenn man diesen Ausdruck hier anwenden darf — des ehemaligen General- Gouverneurs des Sudan nicht hinreichen würden, um dieses Ländergebiet auf dem Wege von Verhandlungen für Egypten zurückzugewinnen. Zur Stunde weilt General Gordon noch in Kairo, wo er täglich nut dem egytischen Ministerpräsidenten Nubar Pascha, dem englischen General-Consul Baring und dem General Wood über die Mittel, seine Mission auszuführen, und über die Frage conserirt, welcher Zustand der Dinge im Sudan nach bewirkter Räumung Platz greifen solle. Man verhehlt sich die Schwierigkeiten nicht, welche der Mission Gordon's entgegenstehen; indessen hofft man, daß es demselben gelingen werde, mit dem Mahdi eine Art Vergleich herbeizusühren, falls sich ergeben sollte, daß
Telegraphische Depeschm.
Wolsf'S telegr» Eorresporrderrz-Brrrearr.
Berlin. 29. Januar. Der Kaiser nahm heute Vormittag eine Reihe von Vortragen entgegen, empfing zahlreiche Officiere zur Abstattung militärischer Meldungen und arbeitete darauf mit dem Ches des Militärkabtnets. Nachmittags ertheilte der Kaiser dem Herzog von Croy eine Audienz. .
— Bei den Majestäten findet heute Abend wieder ein kleiner Theezirkel statt, wozu einige Einladungen ergangest find. „ , . n,
— Der Unterstaatssecretär von Elsaß-Lothringen, v. Puttkamer, hat sich heute zum dürften Bismarck nach Friedrichsruhe begeben.
— Abgeordnetenhaus. Kultusetat. Auf Anfrage Wkndthorst s, ob noch im Laufe der Session Vorschläge wegen einer Revision der Matgesetze zu erwarten seien und aus eine Anfrage Jadzewskl's über die Gründe für die Mchtzurückberufung L o- chowskt's, antwortete der Kultusminister, dir Stellung der Regierung zu einer Revision d-r Maig-s-tzgebung sei aus d-r Not- vom 5. Mat 1883 und aus feinen vorMrtgen Erklärungen ersichtlich, zu weiteren Erklärung-n halte er sich im Mom-ist nicht fut berechtigt. Durch die Zurückberusung L-dochowsk/s würde die Herbeiführung des klrchliLen Friedens gefährdet, die Polen sähen in Ledochowski noch immer den PrlmaS
eine gewaltsame Vertreibung desselben aus dem Sudan nicht mehr durchführbar ist. _
Die Thätigkeit der deutschen Officiere und Beamten m Konstantinopel wird immer mehr durch die Machinationen und Jntriguen der alttürkischen Partei gehemmt. Was speciell den Oberstlieutenant n. d. Goltz anbetrifft, so ist demselben seine Stellung als Director der Militärschnle in Konstantinopel derartig verleidet worden, daß er bereits seine Demission eingereicht hat, die indessen vom Sultan bis jetzt noch nicht genehmigt worden ist. Thaisache ist, daß man von alttürkischer Seite seine Thätigkeit in gehässigster Weife entstellt, wovon folgender Vorfall zeugt, v. d. Goltz hat die Gewohnheit angenommen, die Zöglinge der Militärfchule in's Freie zu führen und ihnen zu empfehlen, sich vorzustellen, daß sie einige Compagnien Soldaten zu comman- biren und mit diesen zu operireu hätten. Goltz war überrascht von den natur« lichen strategischen Fähigkeiten, welche die Zöglinge entwickelten, aber er war es noch weit mehr, als man ihm meldete, ein Polizeibericht habe dem Sultan angezeigt , er habe den Zöglingen bei dieser Gelegenheit die Position des Ulldiz- Kiosk (des Palais des Sultans) als denjenigen Punkt gezeigt, den |ie zu stürmen hätten.__
Darmfiadt, 28. Januar. Se. 'König!. Hoheit der Großherzog haben mittelst Allerhöchster Entschließung vom 22. December 1883 Allergnädigst ge- ruht: den. Kammerjunker und Finanzaffessor Maximilian Freiherrn von Bel- lersheim, genannt Stürzelsheim, zum Kammerherrn zu ernennen.
— Se König!. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht:
Am 23. Januar den Obereinnehmer i. P. Kail Luowig Nicolaus Weil zu Lauterbach zum Rentamtmann des Rentamts Alsfeld zu ernennen.
—1. Darmstadt, 29, Januar. Der Landlagsabgeordnele Ellenberger hat bei der zweiten Kammer einen Antrag eingereicht auf Vorlage eines Gesetzes über die Ablösung d-r auf Waldungen haftenden Berechtigungen.
Derfelbe mottnirt feinen Antrag damit, daß die G-m-ivbeitStheilungSordnung vom 17. September 1814, wenn sie auch manches Gute und Richtige enthalte, längst absolut geworden fei. Die Regierung hab- zwar schon früher einen darauf Bezug habenden G f-tz-ntwurf eingebracht, derselbe sei aber, als sich im g-setzgeb-nd-n Ausschuß besonders wegen des Ablösungsmodus -in entschiedener Widerspruch erhoben habe, wieder zurücka^zoaen worden; such weitere Vecsvchc zur Regelung dieser Anger legenhett auf dem 22. Landtag u. f. w. seien bis jetzt gescheitert.
Sodann gibt der Antragsteller verschiedene Punkte der Regierung zur näheren Berücksichtigung anheim und schließt mit der Bitte an die Kammer, folgenden Antrag als dringlich betrachten zu wollen:
„Großherzogliche Regierung zu ersuchen, daß sie im Interesse der allgemeinen Volkswohlfahrt baldmöglichst einm bie Vorzüge der neueren Adlösunzsgesetzgebung berücksichtigenden und die Fehler derselben vermeidenden Gesetzentwurf, die Ablösung der auf Waldungen haftenden Berechtigungen betreffend, an die Stände gelangen laßen Die J^ustritllen und Bewohner der Gemeinde Mombach stellen in einer Eingabe das Ersuchen an den Landtag: ± rr . „„„„
„Hochderselbe wolle gütigst ihre Interessen der Stadt Mainz gegenüber tn Schutz nehmen und dieselbe veranlassen, von der nicht gerechtfertigten und aus dem Vertrage vom 9. Ociober 1878 bergeletteten Berechtigung zur Erhebung einer Werftgebühr bet directer Löschung der Schiffsladung abzustebm." r m z , ,Qr?QX
Die Stadt Stadt Mainz habe durch Erwerb (Vertrag vom 9. October 1878) einer fiscalischen, 1650 Meter langen Strecke Landes tn nächster Rahe ihres Dorfs diesem den dtrecten Verkehr zum Rbeinstrom abgeichmtten und befinde sich jetzt der nächste Zuganasweg dahm in der Nähe von Budenheim, also eine Stunde von Mom- bach entfernt. Nun verlange bi- Stabt Main, außer dm -nist-h-nb-n Schl-pp-i- -c. Kosten nocb bedeutend- W-rstgebühr-n selbst bei dir-cl-r Löschung von Schstfsladungen. Die betroffenen erklären, dadurch mit Geschasten in der llmg-gend, welche von einer solchen Abgabe nicht betroffen werden, fernerhin nicht mehr concurriren zu können und ersuchen deßhalb den Landtag um Abhilfe.


