Ausgabe 
30.10.1884 Erstes Blatt
 
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$ Ulrich

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Bränden, vertraut, aber auch achtsam und vorsichtig mit seinen GerSthen machen. Sehen wir zu, daß keine Ueberstürzungrn bei den Hebungen Vorkommen, lasse man die Hebungen nicht in zu großer Elle (nach der Hhr) auSführen, vermeide man alle Schau­oder Parade-Hebungen, denn bet solchen Weit- oder Schau-Producttonen wird gewöhnlich alle Vorsicht außer Acht gelassen. Den Führern und Commandanten ist eS bet der großen Elle und Hederslürzung, womit solche Hebungen vorgenommen werden, meist nicht möglich, alle Manöver genau zu überwachen, oorkommende Fehler zu controliren und abzustellen. Also nochmals: die Hebungen mit Ruhe, ohne Heberetlung und mit größter Achtsamkeit vornehmen, dann wird auch bet Bränden die Arbeit ohne große Aufregung und sicherer vollzogen werben."

Ein Leibgericht der Manövertruppen wird von einem Garde-Reservisten ge­schildert, der es beim letzten Manöver mit bereiten half. Es gibt bekanntlich Leute, welche die Manövereinquartlerung nicht allein als eine fürchterliche Last erachten, sondern auch die armen Soldaten dafür verantwortlich machen. Solchen W'rthen wird dann von den betreffenden Soldaten gern ein gewiß entschuldbarer Stretch gespielt, der nach dem Grade der Feindseligkeit deS WtrtheS gesteigert wird Entweder findet der Wtrth nach dem Abmarsch an dem Hofthor eine sinnige Inschrift, wie Hungertyphus",Hotel zum hungrigen Wolf",Gasthof zum filzigen ÄntdUtebel* oder dergleichen, oder er muß tagelang nach Irgend welchen WtrlhschaftSgeräthen suchen» In den allerschlimmsten Fällen aber, wenn der Wtrth den Soldaten Kochholz und Kochraum verweigert, bann gehen die Grenabiere an bie Bereitung chreS Leibgerichts. Auf dem Hausflur wird ein Feuerchen angemacht unb bei biesem bratet ein Grenabier nach bent anbern sein Leibgericht einen Hering, aber nicht in Butter, sondern tft Petroleum. Da aber bie Grenadiere mit Braten in der Regel nicht recht Bescheid wissen, lassen sie den Leckerb'ssen regelmäßig verkohlen und kommen so um denGenuß". Bet diesem Verfahren entwickelt sich nun ein ganz besonderer Duft, der durch alle Ritzen kriecht, sich wie Kletten in die Kleider, Betten und Haare festhängt und von einer mindeftrnS vierwöchentlichen Dauer ist. Ein Hauswirih, bei dem sich die Grenadiere ihren Häring gebraten haben, ist in der Regel gründlich kurirt und wird der freundlichste Wirth, den man sich nur wünschen kann. In der Gegend vou W'.ltenberg soll eS d'esmal zum Braten des Leibgerichts gekommen fein.

Von gut tnformirter Seite wird derFrkf. Ztg " mttgtthettt, datz-die ae- fammten Kosten für den neuen Mainzer Centralbahnhof, nämlich für die Bahn- umführung, das Empfangsgebäude, die Haltestelle Neuthor, bie Locomottvschnppen, die Gasfabrlk rc. nicht, wie angegeben, 18 Millionen, fonbern 25 Millionen Mark betragen. Allerdings waren 18 Millionen als Bausumme angesetzt, dieselbe ist jcdoch durch unvorhergesehene Schäden unb notbwenbtge Verbesserungen um die erwähnten 7 Millionen Überschritten worden. Außerdem sird j tzt noch weitere 3 Millionen Mark erforderlich für den Bau von Lagerhäusern, für den Ankauf von Gelände, sowte für die Durchführung der zum Ein- unb Ausladen notbwmigen Fahrstraße.

Bigamie unb sogar Trtgamie stnb In unseren fortgeschrittenen Zetten kaum mehr Seltenheiten, aber eine Vierehe oder wie soll man sonst sagen? dürfte selbst dem seligen Rabbt Ben Akcha alsnoch nicht dagewesen" erscheinen. Ein solcher glücklicher Besitzer von vier lebenden Frauen erschien kürzl'ch in der 98erfon des Ingenieurs Richardson zu London vor Gericht. Der Richter schüttelte den Kopf uno verordnete, daß der Mann vorerst zur Hntersuchung seines Geisteszustandes an die gerichtliche Medicinslbehörde zu überweisen fei. Donnernber Beifall und lautes Gelächter bet Zuhörerschaft belohnten bad salomonische Hrtheil.

- (Was bieKöpfe in Cdina wertbfinb ] Aus Paris schreibt man: Folgendes sind die Preise, bie der V.crkönig ber Provinz Kanton m feinem Aufruf an bie chinesischen Solbaten versprochen bat:Für ben Kopf eines Höchs:commanbirenden 10.000 Taels (der Tael ist gleich JL. 6 60) unb bie Mandarinenwülde, für ben Kopf eines Offiziers mit 7 Streifen 3000 T. unb bie Manbarinenwürde, für ben Kopf eines Offiziers mit 5 Streifen 1000 T. und die Untermanbartnenwürbe, für den eines Offiziers mit 3 Streifen 500 T- unb bie gleiche Würde, für jeden getöteten Soldaten ober Seesoldaten 100 T- (wohl die Feinde von anderen Ausländern zu unterschetden), für bie Wegnahme eines Panzerschiffes 1. Classe 100,000 T, für bie etneS Panzer­schiffes 2. Classe 80.000 T-, für bie etnefi Kanonenbootes 1-Cl. 40,000 2., für die e neS Kanonenbootes 2- 61. 20,000 T., für bk eines Kahns 100 T-, für bie Zerstörung eine« Schiffs die Hälfte obiger Summen. Das erbeutete Elgenthum bleibt bem Rehmer. Für jedes größere Geschütz 8000 T- und bie Manbarinenwülbe, für kleinere ein Betrag im Verhältniß. Für einen Plan, der bie Niederlage ber Franzosen in einem Gefecht zur Folge bat, 30,000 T "

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^Herzog haben Wit der Art. 3 Geschäftsordnung Men ComniWl r r und den Mini. Eiinveisungs-CoiN'

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Grobherzogin Alice von Hessen." Sturm aur WNW. mit Hagel. Rettung«. I boot 6 Stunden unterwegs.

London, 28 October. Wie verlautet, wurde außer dem Botschafter Malet und dem Botschasls-AttachS Crowe in Paris noch ein weiterer Vertreter Englands bei der Corigo-Conferenz bestellt werden, der die specielle Aufgabe haben solle, die Wahrung der colonialen Jntereffen Englands in West,Afrika zu überwachen. Di- Vorarbeiten für die Conserenz werden hier sehr beschleu- niqt, weil die Conserenz in aller Kürze zusammentreten soll.

__ Von der hiesigen internationalen Hygteme - Ausstellung wurden den deutschen Ausstellern im Ganzen drei goldene, sechs silberne und vier broncene Medaillen zuerkanr.t. , _ f . .

New-Äork, 28. October. Eme Explosion schlagender Wetter hat in den der Pennsylvanischen Coke-Company gehörenden Kohlengruben bei Youngs' town stattaefunden. Bis jetzt sind zwei Leichen von Kohlenarbeitern gesunden, mehrere andere tövtlich verwundet aus den Gruden gezogen worden; 20 Mann sind noch verschüttet; man fürchtet, daß diese nicht mehr am Leben erhal­len seien. ________________________

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Auen werden gedrückten Grotz.

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Haut- u. Geschlechtskrankheiten (Syphilis) nach eigener Methode. Sprechstunden 101 und 3b. Stiftstrasse 22 I. Auswärts brieflich.

Lokale-.

G. «letzen, 29. Oct ober. (Sterblichkeit in Gießen.) Die Zahl ber Todesfälle blit-f sich während ber Woche vom 19. bis 25. October im Ganzen auf 6. Hiervon «ianeten sich 3 bei erwachsenen Personen, von denen je eine an Krebs, Lungen­schwindsucht, Magenkrebs starb, unb 3 bei Kinbern. Eins ber letzteren, V» Jahr alt. Urb an Gehirnentzünbung,.e'.ns von V/a Jahren an allgemeiner Abzehrung, eins von 14 Q^e 0n ^29 ^Dctober. Museum unb Bibliothek beS Oberhessischen Vereins für Localgeschtchic zu Gießen ist im alten Rathhaufe Sonntags von 1112 Hhr geöffnet. Das Lokal ist gebeizt. _

Vermischtes.

Witzenhaufen, 22. October. Da?Krbl." erzählt von einer hiesigen Tag- ISbnerfamtle: Die Frau will ben Erniefestball m-tmochen, der Mann aber entgrgnet, h 3 u ftne zu große Ausgabe wäre unb wo sie (die Frau) bas kleine Kind ob fi M bdm W auf ben «Rüden binden wolle So ent pwn stch btr schönste Streit, in bem jedoch ber Mann Sieger bleibt. Als derselbe aber beS Nachts aus dem Schlafe erwacht, hört er etwas röcheln und ficht zu seinem Schrecken baß sich die Frau aufgehängt hat. jeboch konnte er sie noch rechtzett'g ab- der Zwischenfall glücklich verlief. Anbers endete eine Familien- fonr wäbrinb ber ftumäTu ^bensZ.. D-r Monn hat sich b°s $a?8 rin« üb,r den Durst getrunken unb kann in Folge beffen nicht bes Abenbs den KirmeSfrcuden nachaehen auf bie zu verachten bie Frau nicht Über bas Herz bringen kann. SUS Re aber nach'Hause kam, fand sie ihren Mann am Stubenboden liegend, neben demselben bie Feuerwehr werden in denMittheilungen

für den F.uerwebr-Verband des Reglerungtzb-zirks Wiesbaden Artikel

Mahnung xur Vo»sicht" geknüpft, in welchem über mehrere in letzterer Zett bet fhbunne/unb Sränben vorgtkommm- mehr oder minbet f<5were U«fUe dd)tet mirh denen Feuerwehrleute zum Opfer gefallen sind.W>r können so heißt es dort den atmen verunglückten Kameraden gegenüber, wrlcke in dem freiwillig übernommenen, humanllen LW ber NLchft-nU.be von so schwerem Unglück «trosi.n worben stnb nur unser innigstes Bebauern aussprechen und nur wünschen und hoff n, daß solche Oofer immer seltener werben. Hoffen und wünschen wollen wir aber auch, daß diese Ov r eme Anerkennung finden möchten bet ben B-Hörben und Mitbürgern unb baß non beiben Theilen bas Wirken unb Streben ber Feuerwehren bantbar beamtet unb tröft*aft unterstützt werbe. Dann tragen biefe schweren unb traurigen Opfer bazu bei, unser Werk zu fördern unb zu heben. HnS aber sei es ein Fingerzeig, daß wir mit ber größten Vorsicht sowohl bei Bränden wie Hebungen vorgehen und namentlich das Sprichwort:@tle mit Wette!" beherzigen lernen. Wenn bei Branbfällen ein solches NnnMck sich erefanft so wirken hier oft ganz unberechenbare und unvorhergesehene Ereignisse mit, gleichwohl mag in manchen Fallen doch auch eine Unoorficbtigfdt, eine Unaditfamtelt mit dazu beigetragen haben. Wenn nun gar bet Hebungen derartige traurige Falle etntreten, so müssen unS diese doch m einem ernsteren Nachdenkeni ver- anloffen. Was soll die Hebung? Sie soll ben Wehrmonn tüchtig im Dienste bei

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Znvern, v. Böitichn, Hrrzogthum StaDW mädjttgten al3 Ln- RnLsverfassuog tm* ben LandtshauW

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Versteigerung von Korbweiden.

Die an der Staatsstraße Grün­berg-Marburg von Abtheilung 97118 stellenweise befindlichen Weiden sollen _

Montag den 3 November,

Vormittags 8 Uhr, bei Abtheilung 97 anfangend, an Ort und Stelle versteigert werden.

Grünberg, den 23. October 1884. Großherzogl. Kreisbauamt Grünberg.

_________ Schnizel.________7141

Cigarren Versteigerung.

Samstag den 1. Novbr. L A, Nachmitkags 2 Uhr,

werden im,,Fran?furterHof^ dahier ouf Änirag der Firma C. Ks H. G ü n t h e r in Nord­hausen

20,000Cigarren gegen Baarzahlung ver­steigert. Die Bergeigerung findet bestimmt statt.

Gießen, am 2V, Oct. 1884.

Greissler, 7160 Gr. Gerichtsvollzieher.

7143 Eine Laufirau gesucht.

Scltersweg 3.

A l l g e m e i u e r Anzerger.

Zither-Verein ^Aipenriischen".

Sonntag den 9. November 1884^ Abends 8 Uhr :

»*, rcimrFrr bureUENI

auf dem Lenzsehen Felsenkeller.

Gntrse 30 Pfennig.

7140 Der Vorstand-

Mechanisches Theater

von II. Pottharst

in der elegant eingerichteten großen Bude aus dem Oswalds Gartew

Dieses Theater repräsentirt die schönsten malerischen Ansichten der Welt, Naturerscheinungen und hervorragendsten Begebenheiten, verherrlicht durch brillante Lichteffekte, belebt durch Tausends mechanischer Figuren und groß­artige Kunstwerke auf freier Buhne in naturgetreuer Darstellung. (Nicht durch Gläser zu sehen.)

Auf vkelfeitigen Wunsch noch einige Tage Vor­stellungen. Anfang 5 Uhr und 8 Uhr Abends.

Eintrittspreise: 1. Platz 1 (4 Billets 3 J£), 2. Platz 50

Gallerie 30 Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. .

Die Vorstellungen werden vou einer guten Musikkapelle begleitet.

Um ferneren zahlreichen Besuch bittet

7U4 11. Pottharst.

Plakat-Fahrplan

aller auf Station Gießen ankommenden und abgehenden Züge für das Winterhalbjahr 1884,85 ist auf der Erpedition d. Bl., sowie durch die Zeitungstrager ä 20 Pfg. zu beziehen.

Jeikgeöotenes.

Frische Kieler Sprotten empfiehlt 7148

S. Elsoffer.

Neuheiten

für ben Herbst unb Winter in schwarz und farbigen Gold- und Silber-Tressen, Chenillebesatz unv Franzen, Perlbesatz und Spitzen, Ornamente «. Schlies­sen etc.

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