1881
Mittwoch den 26. November
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
Erscheint täglich mit 9hrine$me M »sntagS.
B*rt**t Schul-straße 7.
Roggen ankaust.
Dr. Boekmann.
Städteordnung für das Großherzogthum Hessen betreffend, wird hiermit
am am
23.
bezüglich
1)
2)
Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerl-chn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 56 Pf.
nicht gestattet hat, verboten. ~
Als Zugang zur Eisbahn ist nur von der Grünberger-Straße aus der zwischen dem Wirth Schmidt'scheu und Dr. Jett*scheu Hause nach den Wiesen zu führende Weg zu benutzen.
3) Ohne das Vereinszeichen oder die Tageskarte, welche sichtbar zu tragen sind, ist das Betreten des Eises nicht gestattet.
4) Es ist verboten, Steine, Holz oder sonstige harte Körper aus das Sir zu werfen.
5) Das Betreten der Dämme ist untersagt.
— WestafrikanischeS Geschwader, Geschwader-Chef Contre-Admtral Knorr, ist 23. November in St. Vincent (Cap verkitsche Inseln) etngrtroffea und beabsichtigt.
Zuwiderhandlungen gegen vorstehende Bestimmungen werden mit einer Strafe bis zu 30 </& bestraft. Gießen, den 24. November 1884. Großherzogliches Polizeiamt Gießen.
Fresenius.
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Str. 277 Erstes Blatt
Auf Grund des Art. 56 pos. 2 des Gesetzes vom 13. Juni 1874, die der Eisbahn des Eisvereins das Nachstehende angeordnet:
Das Betreten der Eisbahn ist, so lange der Vorstand desselben es
Parteien der Gegenwart stebt.
Straßburg 1. E., 24 Novbr- Ein Extrablatt der „Landeszertung" veröffentlicht einen Erlaß des Statthalters an den Staatssecretär v. Hofmann, durch welchen das Erscheinen dreier Blätter, darunter zwei dentaler, verboten wird- Der Erlaß, der vom 22. d- datirt, lautet: Als ich bald nach meinem Amtsantritte die Presse von den ihr bis dahin auferlegten Beschränkungen befreite, wurde verschiedentlich die Ansicht ausgesprochen, die allgemeinen Verhältnisse im Reichslande seien noch nicht der Art, um Preßfreiheit gewähren zu können. Statt aufklärend und belehrend zu linnen, würden die einzelnen Blätter sich zu Organen der verschiedensten Austastungen machen, die theils bei den Eingeborenen, theils bei den Eingewanderten hervortraten, und dadurch eine der ruhigen Entwickelung des Landes schädliche Aufregung Hervorrufen. Ich habe diese Stimmen damals zurückgewiesen, weil ich das Vertrauen hegte, daß die Presse in objettiver Weise und zum Nutzen des Landes die offentltchen Angelegenheiten besprechen werde. Diesem Vertrauen hat die Haltung eines Theils der Blatter nicht entsprochen und mehrmals schon bin ich dem Entschlüsse nahe gewesen, w der bei meinem Amtsantritt bestandenen Behandlung der Preßangelegenheiten zuruckzukehren. Meine Ansicht über den Werth freier Meinungsäußerung im heutigen Staatsleben hat mich abgehalten, diesen Schritt zu thun, zu dem ich mich auch jetzt noch Nicht entschließen kann. Es hat sich aber herausgestellt, daß in Elsaß-Lothringen noch fortdauernd ganz besondere Verhältnisse obwalten, welche in Bezug auf die Presse Rücksichtnahme erfordern. Das Getreide chauvinistischer Vereinigungen jenseits der Vogesen nimmt eher zu als ab und wird der deutschen Entwickelung des Landes gefährlich, wenn es in einer durch Preßorgane aufgeregten Stimmung der Bevölkerung Boden findet. Es kommt nicht darauf an, ob die einheimischen Blatter diese Aufreizung der Bevölkerung im Einverständniß oder nicht im Einverständniß mit jenen ausländischen Agitationen betreiben- Das Entscheidende ist die Thatsache der Aufregung selbst, welche nur geeignet ist, die Interessen des Auslandes zu fördern. Eine solche Haltung der Presse liegt vor bei einer Anzahl von Blättern, welche seit Jahr und Tag, offen oder versteckt, gehässige Angriffe und Insinuationen in ihren Spalten führen, die dazu dienen, die Bevölkerung gegm das Deutschthum aufzureizen und den im Lande, Gott jei Dank, noch bestehenden eonfessionellen Frieden und somit auch den bürgerlichen zu untergraben. Dieses darf ich im Interesse der Aufrechthaltung der öffentlichen Sicherheit nicht langer dulden. Da es sich zum Theil um Zeitungen handelt, welche sich vorzugsweise als katholische bezeichnen, so habe ich mich zunächst fragen müssen, ob diese was ich als Protestant schwer beurtheilen kann, hauptsächlich die Vertretung katholischer Glaubenssätze sich zur Aufgabe gemacht, und ob daher durch die Unterdrückung dieser Blatter das katholische Gewissen beunruhigt werden könnte. Durch eingeholte zuverlässige Information habe ich mich überzeugt, daß dieses nicht der Fall ist und day auch die erwähnten Zeitungen als rein politische zu betrachten sind- Hiernach habe ich das Einschreiten auch gegen diese Blätter als Pflicht gegen das Land erkannt. Da aber das Verbot der „Presse von Elsaß und Lothringen" im Jahre 1881 in die Zeit der Reichstagswahlen fiel und, woran ich wahrlich nicht gedacht hatte, so ausgelegt worden war, als wenn ich hierdurch auf die Wahlen hätte einwirken wollen, |o habe ich vor Herausgabe des gegenwärtigen Erlasses die vollständige Beendigung der Wahlen
Gießen, am 22. November 1884. Betreffend: Die Lieferung von 'Naturalien an militärische Magazine ohne Vermittelung von Zwischenhändlern.
Das Großherzogliche Kreisamt Gießen
an die Grotzherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises.
Zufolge Verfügung Großherzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz vom 11. c. Nr. 26508 benachrichtigen wir Sie, daß nach einer Mittheilunq der Intendantur des XL Armeecorps in Cassel die Verwaltungen militärischer Magazine allgemein angewiesen sind, die für die Magazine erforder. licken Naturalien vorzugsweise au» erster Hand zu kaufen, den Producenten hierbei jede dienstlich zulässige Erleichterung zu gewahren und für magazro- Wa^tge Naturalien den der Conjunctur entsprechenden Preis zu zahlen, so daß den Producenten derjenige Nutzen zufällt, welchen andernfalls der Zwischenhändler Abstimmungen sind, wie die genannte Intendantur weiter mitgethellt hat, bei den Landwirthen noch nicht, genügend bekannt, und beauftragen wir Sie daher, Ihre OrtSangehorigen in geeigneter Weife auf die Möglichkeit unter den bezeichneten Modalitäten Naturalien drrect an dre Magazmverwaltungen zu liefern, sowie auf die hierdurch für die Producenten gegebenen Vortheile aufmerksam zu machen und denselben hierbei zugleich bekannt zu geben, daß dw Proviant-Aemter zu Darmstadt und Mainz und die Depotverwaltung zu Babenhausen Hafer, Heu und Stroh, das Proviantamt zu Mamz außerdem auch
Hesterreich.
Wien, 23. November. Anläßlich deS 50jährigen Mllitärdienst-JubiläumS deS KriegSrmmsterS Grafen Bylandt-Rheidt empfing derselbe den Besuch deS Kaisers, welcher ihn beglückwünschte; wettere Beglückwünschungen erfolgten seitens der Erz- Herzöge, der österreichischen und ungarischen Minister und der fremden MtlitSrattachSS unter Führung ihres DoyrnS von Wedel. Kaiser Wilhelm und der preußische KrtegS- mtntster übersandten Glückwünsche. Graf Bylandt Rheidt empfing die Vorstände des Kriegsministeriums, eine Deputation unter Führung des Chefs des GeneralstabS, FML. Frhr. ö Beck, eine Deputation der Marincfection unter Führung deS Vice- admtrals v. Sterncck und schließlich eine Armeedeputation.
Arankreich.
PariS, 23. Nov mber. Heute Abend fand hier eine Versammlung von etwa 5000 beschäftigungslosen Arbeitern statt, in welcher nach einer sehr stürmischen Debatte beschloss-n wurde, demnächst eine Versammlung im Freien an einem noch zu bestimmenden Orte abzuhalten. Nach dem Schluffe der Versammlung sangen einige Theil' nehmer on derselben die Marseillaise und Carmagnole. In Folge dessen schritt die Polizei ein und nahm etwa 30 Verhaftungen vor. Hierbei.wucden einige Polizeibeamten verwundet. ^pesche deS Generals BrlLre de l'JSle auS Hanoi vom 23. d. M. meldet, Oberst Duchesne habe bei Verfolgung der in dem Gefecht gegen die Chinesen erlangten Vortheile drei befestigte, in der Umgebung von Tuyenquan gelegene Ort, schäften, ohne selbst irgendwelche Verluste zu erleiden, weggenommen und die auf- Qesveichrrten Prov antvorräthe des Feindes erbeutet ober zerstört. Die schwarzen Flaggen und die regulären chinesischen Truppen irrten in völliger Auflösung in Wäldern und Bergen umher. Das Kanonenboot „Eclair" habe an den Gefechten der französischen Truppen theilgenommen.
Telegraphische Depeschen.
tBolff’» telsar. «orresporrdeirr-Vrrrearr.
Berlin, 24. November. DaS Präsidium deS Reichstags wurde Nachmittags ji/2 von Sr. K. K. Hoheit dem Kronprinzen, gegen 7 Uhr von Sr. Majestät dem Kaffcr empfangen und darauf auch zur Tafel bei Allerhöchstdemfelben gezogen. An der Taf.l nahmen auch der Fürst Hohenlohe-Ingelfingen - Sulkowskt mit mehreren anderen Fürstlichkeiten, der Minister Mittnacht, der österrdchische Botschafter in Petersburg, Graf Wolkenstein, sowie die Rectoren der hiesigen Universität und der technischen Hochschule Theil. „
— In heutiger Commissiontzsitzung der Congo-Conferenz legte der holländische technische Delegirte Bloeme die Handelsbeziehungen am Congo bar; barauf wurde Woermann, der seit einigen Tagen als deutscher technischer Delegirte fungirte, verkommen Derselbe sprach sich für cme erhebliche Ausdehnung des Begriffs Congo- becken in östlicher Richtung aus. Die Commission trat darauf in den meritortschen Thetl der Verhandlungen ein und einigte sich über das unter Congobecken zu vergebende Gebiet im S'nne einer Ausdehnung desselben nach Westen und Osten, unter ■ffiabruna der überall bestehenden Souveränetätsrechte. In der morgen ftattfinbenben Sikuna wird der Bericht über diese Verhandlung nochmals vorgelegt werden und alsdann eine weitere Berathung für Mittwoch in Aussicht genommen.
— Das Aeltesten-Collegium der hiesigen Kaufmannschaft beabsichtigt, den Mst- aliedern bet Conao-Conferenz Namens ber Kaufmannschaft in den BörsenrSumen ein ar öfter Fest resp. Diner anzubieten, wozu die Minister, die Bevollmächtigten der rffemden Staaten beroorragrobe Mitglieber ber Kaufmannschaft Einlabungen er- :)alt:n unioirfität Hall- ernannte Startet ,um Doctor der Philosophie.
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ie, Aussage gegen Wt e ich als univahr zuriiL.
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U Jm für xltfiMtt. t!| n - TonnEa-, -n >er 1884, 8W, LnWersiattMk über h uchnrr übet: Stromer, ib ßifltuner in früherer Zrn Mitglieder haben n langhaariger Pinscher >rückznbringen an Henn. Euip in braves, zuverlässiges Ndchttt, welches locheiu^ lausarbeit gründlich
160 4 Lohn auf M!• ficht. Zu erfragen 2 KircheML. csczirkti, j hbibiistp
27. November die Reise fortzusetzen. _ k
— S. M- Brigg „Rover", 6 Geschütze, Commdt. Corv-sCapt- CochiuS, ist am dS. in Plnmoutb eingetroffen. , . ~
Essen, 24. November. Die „RhetnischiWestfältsche Ztg." theilt das Antwortschreiben Bismarcks vom 19. November auf daS Begrüßungstelegramm dcS evangelischen Arbeitervereins in Langendreer mit: Ihre telegraphische Begrüßung ist mir ein erfreuliches Zeichen, daß die Bestrebungen der verbündeten Regierungen zur Verbesserung des LooseS der Arbeiter in Ihrem Verein richtigem Verständniß begegnen. Vertrauen wir darauf, daß die siegreiche Kraft der Wahrheit in immer weiteren Kreisen die lieber» zeugung verbreiten werde, daß eine Reform ber socialen Zustänbe nur durch die monarchische Gewalt erfolgen kann, weil sie allein über den wechselnden, streitenden
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