Ausgabe 
24.8.1884 Zweites Blatt
 
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Gutachten.

Im Auftrage des Kais. Königl. Numis­matikers , Herrn Geheimen Rath Dr. Wahlmann, habe ich das mir von dem­selben übergebene und von den Herren Gebrüder von Schenk in Heidel­berg in den Handel gebrachteDoppelt geschlemmte Silicium" einer quali­tativen sowie quantitativen analystischen Prüfung unterzogen und dabei festgestellt, daß dieses Putzpulver in sinniger Weise durch mehrfachen Schlcmmprozeß aus Kryolith 3Na Fl. + Al Fl3 gewonnen und somit ein neu gefundenes Calcmmsilicat ist.

Der Fluorgehalt ist an Flußspat, Na­trium und Aluminium gebunden und wirkt ersteres entschieden reinigend auf alle Metalle, welche oxidirt erscheinen, während der Aluminiumgehalt ein An­greifen selbst der weichsten Metalle absolut verhindert. . , _.,

Doppelt geschlemmtes Silicium besitzt ein sehr gennges specifisches Gewicht, die damit verbundene Feinheit, welche bei Ab­siebung durch ein Sieb von 2000 Maschen pro □Zentimeter keinen Rückstand ergab, machen dieses Pulver zum Reinigen der Metalle außerordentlich geeignet und kann daher dasselbe empfohlen werden. Aus fünfmal zwölf Versuchen auf den verschie­densten Metallen wurden bei den Analysen keine Spuren von abgeputzten Metall- theilchen vorgefunden, wahrend Gegenver­suche mit Putzpomade, Putzkalk und be­sonders Tribbel solche im überreichen Maße ergaben. Q

Eine Abschrift vorstehenden Gutachtens geht mit Erlaubniß des Herrn Auftrag­gebers an die Herren Gebrüder von Schenk in Heidelberg.

Wien, den 28. Dezember 1883.

gez. Prof. Dr. Sander.

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