Ausgabe 
24.2.1884 Zweites Blatt
 
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Sonntag den 24. Februar

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

Erscheint iAfllirf? mit Ausnahme des MontagS

Vnrea« r Cchulstrahe 7.

Auszug aus der von Großherzogticher Dber-Rechnungskammer abgrschlossenrn Rechnung der Kreiskasse des Krersts

Gießen für 1881/82.

i

. 4835,53

365,08

b. in liquibirten Ausständen -

Zusammen wie oben 5200,61

JL

4201,90

22.

998,71

Beckenhaub.

r

JL 644,65 354,06

a. baar

b. [iquibirte Ausstände

4.

6.

und dieser besteht:

a. in baarem Vorrath

Davon gehören an:

I. der Kreiskasse:

Gesammtsumme n

Abschluß.

der Einnahme

Ausgabe

Verglichen, bleibt Ueberschuß

8.

9.

18.

19.

20.

___Besoldungen.....

23. Diäten und Gebühren ....

24. Botenlohn und Verkündigungskosten .

25. Für Vureaubedürsnisse und Geräthschaften

n. dem Fond zur Gewährung von Beihülsen an Reservisten:

a. baar . . . 4190,88

b. liquidirte Ausstände 11,02

Nubr.-.Nr. Eiauahme.

Beiträge der Gemeinden und Gemarkungen .

Revidirt, ohne daß sich für den vorstehenden Abschluß eine Veränderung ergeben hat. Darmstadt, den 15. Augizst 1883.

Großherzogliche Ober-Rechnungokammer.

Hahn.

~n Gemäßheit des Art. 43 der Kreisordnung wird der vorstehende Auszug zur öffentlichen Kenntmß gebracht.

Gieße! am 21. Februar 1884. Der Vorsitzende d-s^re^ausschusses des Kreises Gießen.

Gebühren.......

Strafen.......

Capitalzinsen......

Ersetzte Kreiöunterstützungen

Proceßkosten . . .

Zurückzuempfangeude Beihülsen von Reservisten

Zurückzuempsangende Capitalien

Ausstände aus vorhergehenden Jahren . Kassevorrath aus vorhergehenden Jahren

Summe der Einnahme

Ausgabe.

Gießen, 23. Februar.

Unter den jüngsten Zeitbegebenheiten löst sich als eine der beachtenswerthesten der Besuch des russischen Militärbevollmächtigten am Berliner Hose des Fürsten Dolgorucki, beim Reichskanzler in Friedrichsruhe ab. -US jveei'Uer Zweck dieses Besuches wird die Zurückziehung der an der polmsth- preubischen Grenze in den letzten Jahren angehäuften russischen Truppenmasten be-cicknet denen eine entsprechende Rückwärtsbewegung der an den deutschen Osigrenz-n ebenfalls dichter zusammengezogenen deutschen Truppenthecke folgen würde. Da mit Fürst Dolgorucki gleichzeitig auch der preußische Kriegsminister Bronsart v. Schellendorf in Friedrichsruhe weckte, so erscheint diese Vernon nickt unglaubwürdig und darf man von den Besprechungen der beiden _>!ckltar^ wobl die baldige Aussührung der genannten Maßregel erwarten. Die Bedeu« 'ung der Anwesenheit des Fürsten Dolgorucki beim leitenden Staatsmanne Deutsch- Ls ist Vndchen noch eine tiefergehende: Rußland zeigt hierdurch wiederum, wie durch die vorhergegangenen Missionen des Herrn v GierS ,n^Friedrichs 'ube und die Berufung des Fürsten Orlow auf den Berliner Bosichasterposten, daß es auirichtig bestrebt ist, sich mit Deutschland wieder in das alte freund- ichaftliche Einvernehmen zu setzen und da man in den Berliner ^gEru'igskrelse sicherlich denselben Wunsch hegt, fo ist an der Verwirklichungl de elb n, gewiß zuni Vortheil des europäischen Friedens, nicht zu zweiseln. schließlich ist als ein neuer speeieller Beweis von Ausmerksamkeit des Czaren Alexander gegenüber seinem kaiserlichen Groß-Oheim zu erwähnen, daß unter Führung eines Groß fürsten eine Deputation des Grenadier-Regiments Kaluga demnächst m Berlin eintreffen wird, um Kaiser Wilhelm, der vor 70 Jahren in den ^"hen >0 Regiments an ber Schlacht von Bar-sur-Aube theilnahm, Namens des

Das preußische Abgeorbnetenhaus beschäftigte Nch am Dienstag unb Dkittwoch mit ber zweiten Lesung der Kreis- unb Provinzml-Ordnung für Hannover. Durch bie Vorlage soll bie Provinz Hannover eine neue Kreisem- theiluna erhalten unb auch in seiner ProvinziaOVerwaltung mehr den att- vreußischen Lanbestheilen gleichgestellt werden. Nachdem das Haus am Dienstag den vrincipiellen § 1 der Kreisorbnung, welcher an Stelle ber bisherigen Hannövec'schen Kreise unb Amtsbezirke 77 neue Kreise setzt, angenommen hatte, wurde am Mittwoch bie Kreisorbnung im Ganzen unter Annahme mehrerer ^mab-Paraaraphen ber Kommission und Anträge aus ber Mitte des tzaufes genehmigt. Am Donnerstag beschäftigte sich bas Haus mit dem zweiten eheste ber Vorlage ber Provinzial-Orbnung für Hannover.

Die von mehreren Blättern gebrachte Nachricht von einem bevorstehenben Besuche des italienischen Königspaares am Dresdener Hofe wiro von Dresden aus dementirt.

JL

. 25115,01 20, . 7112,21

. 1550,47

19,65 118,55

. 1000,21

. 1500,

115,64 . 1955,03

. 38506,77

yrciti vierreljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Dringerloyn.

Durü die Poft bezoairn vierteljährlicd 2 Mark 5«> Pf.

26. Kreisunterstützungen.....

29. Für den Lesezirkel der Lehrer-Conferenzen

30. Formularien unb Buchbinderkosten

31. Zuschuß in andere Kaffen ....

32. Beihülsen an Reservisten ....

Summe ber Ausgabe

47. Zweites Blatt

Das parlamentarische Leben im cisleithanischen Oesterreich ist nunmehr mit dem am Mittwoch erfolgten Zusammentritte des Herrenhauses voll erwacht. Das letztere beschäftigte sich an diesem Tage mit den Ausnahme- Versüaunaen, welche schließlich an die vereinigte juridifche und politifche Com­mission überwiesen wurden. Da also die Ausnahme-Maßregeln zur ^eit in beiden Häusern des österreichischen Parlaments den Commifsions-Berathungen unterliegen, so verschwindet diese Angelegenheit einstweilen aus dem Kreife des öffentlichen Jntereffes und wendet sich daffelbe vorzugsweise der m einigen Wochen bevorstehenden Reise des österreichischen Thronfolger-Paares nach der Balkanhalbinsel zu. Als die hervorragendsten Punkte derselben erscheinen Bel­grad, Konstantinopel und Bukarest; es heißt, daß die Reise in erster Lmie als eine Erwiderrung des Besuches des Königs Milan in Wien zu betrachten fei. Die weitere Ausdehnung der Reise nach der türkischen und der rumamfchen Hauptstadt soll gleichzeitig den freundschaftlichen Beziehungen der osterreichifchen Regierung zur Pforte unb zu Rumänien erneuten Ausbruck geben.

Aus Frankreich isi in dieser Woche wenig Jntereffanies zu be­richten, vielleicht die Entdeckung von anarchistischen Werbe-Lureaux in Pari» behufs geheimer BUdung revolutionärer Banden ausgenommen Die mysteriöse Angelegenheit ist indeffen noch zu wenig ausgeklart, um hierauf näher ei..gehen zu können Di- Ministerkrisen-Gerüchte sind wieder verstummt, uno W 6er Finanzminister Tirard befindet sich noch aus ,einem Posten, oowohl es allge­mein hieß er werde wegen des relativen Mißersolges der Rentenanleihe seine Demission geben. Auch aus Tongking liegt wenig Neues vor Der neue, ftan- zösifche Oberbefehlshaber Millot ist zwar mit einem T Hecke der Verstärkungen schon in voriger Woche dort angekommen, von irgendwelchen Operationen gegen Bacninh verlautet jedoch noch nichts.

Im englischen Unterhause find nun die Würfel über das Mini- sterium Gladstone gefallen und zwar zu Gunsten der letzterem Mit e>n-r Maio- rität von 49 Stimmen lehnte das Unterhaus am Dienstag den Rorthrote ich-n Tadelsantrag gegen die Regierung ab und erscheint somit die egyptische Politik der englischen Regierung trotz der mannigsachen Anfeindungen, d>- sie erfahren, vor dem Lande gerechtfertigt. Herr Gladstone hatte die Genugthuung, daß keiner seiner liberalen Parteigenoffen bei der entscheidenden Abstimmung von ihm abfiel, während wider Erwarten die Anhänger Parnell S, die national- irischen Deputieren, mit den Conservativen stimmten Daß es trotz diestr un- erwarteten Hülfe den letzteren nicht gelang dem Ministerium erne Mederlage zu bereiten, beweist die Stärke der maßgebenden liberalen Partei im^Unte. hause, von welcher nach diesem Vorgänge nicht anzunehmen ist, daß ne Giao- stone je leicht fallen lassen würde. Die Conservativen schreiben ihre R«e der ungeschickten Führung Norchcote'S zu und heißt es, daß derjelbe in der

. 12184,99 . 11007,27 75,90 371,61 . 8385,58 260,75 73,50 945,06 1,50 . 33306,16

Zusammen wie oben 5200,61 Gießen, am 31. Juli 1882.

Der Rechner ber Kreiökaffe Gießen. Grüneberg.

38506,77

33306,16

5200;61