Kreldacher Höhe betr., von der 2. Kammer gefaßten Beschluß trat die 1. Kammer nicht bet. Der Ausschuß der 2. Kammer hat sich bet Berathung über bte diesbezügliche Recommuntcatton der 1. Kammer getrennt und beantragt die Mehrheit desselben Ablehnung des Antrags und richtet zugleich das Ersuchen an die Regierung, den Antrag einer Prüfung zu unterziehen und dem nächsten Landtag event. Vorlage zu machen- Die Minderkeit beharrt dagegen auf dem früheren Beschluß 2. Kammer.
—L Darmstadt, 17. Januar. Da bte Ausschüsse der 2. Kammer der Stände mit ihren Arbeiten noch nicht zu Ende sind, wurde der Zusammentritt der Kammer bis zum 29. oder 30. d. M. verschoben.
— Die Hessische Staatsschuld stellte sich nach einer von der Großh. StaatS- schulden-Verwaltung ausgestellten Übersicht pro 1. Januar 1884 wie folgt: Erste Abtheilung: Die eigentliche Staatsschuld beträgt am 1. Januar 1884 X 27 671537.09 und theilt sich dieselbe in: a. die unverzinsliche Schuld X 1552 725 45, b. bte unver- loosbare Schuld 199 051-91, c. die 3V2proc Provinzialstraßenbauschuld 68571.43, d. die 4proc. Eisenbahnschuld für die Oberhessischen Effenbahnen X 31545 000, e. die 4proc. Schuld für Brückenbau und Betrtebscapital X 3 470 600, f. die hinterlegten Tautionen, verzinslich zu 4 p(5t. X 187185 93, zusammen X 37 023134.72. und stehen diesen Passiven an Activen gegenüber: a. Darlehen gegen Annuitäten rc. 3075 912-52, r>. Darlehen wegen der Grundrentenablösung X 5 275 685.11, zusammen 9 351597 63. Zweite Abtheilung. Staatsrentm-Ablösungskasse. Die auf der Hauptstaatskasse ruhenden Staatsrenten können mit Zustimmung der Landstsnde gegen Zahlung des vereinbarten Ablösungskapitals abgelöst werden und tritt die Staatsschuldenverwaltung in den Bezug der StaatSrente, während die nöthigen (Kapitalien gegen Ausgabe »on Staatsrenten-Obligationen, auf Inhaber lautend, beschafft werden. Nachdem der Umtausch aller StaatSrenten-Obligattsnen der Guldenwährung vollzogen, sind nur «och nachstehende Obltgationen in der Markwährung ausgefertigt: 1) das 4proc. Staats- rentenanlehen d. d. 1. März 1879 über X 2 000 000 in Stücken zu 1000, 500 und 200 X, welche sämmtlich zur Ausgabe gekommen sind, und 2) das 4ptoc. Staais- reutenanlehen, d. d. 2. Januar 1881, über X 4000 000 in Stücken zu 2000, 1000, 500 And 200 X, wovon bis jetzt 3 468 400 X vergeben sind. Die nicht zur Verzinsung erforderlichen Mittel werden zur Tilgung der aufgenommenkn Kapitalien verwendet und werden die zurückzuzahlenden Obligationen durch Vnloosung bestimmt. Die Kündigung weiterer Beträge ist der Negierung Vorbehalten. Die Tilgung aus den laufenden Mitteln berechnet sich dermalen auf ca. zwei Drittel des Restkapitals. Dritte Abtheilung. Landescultur-Rentenkasse. Zur Beschaffung der Mittel für Landescultur- zwecke werden nach dem Gesetz vom 20. März 1880 (Regierungsblatt Nr. 8 von 1880) Landescultur-Rentenkasse-Obligotionen außgegeden und wurden mit Datum vom 1. October 1880 vorerst 2000 000 X in Stücken zu 2000, 1000, 500 und 200 ous- Sefertigt, von welchen bis Ende 1883 aber erst 361000 X ausgegeben worden sind. Nach Art. 16 des Gesetzes sind die Obligationen von dem Staate gorantirt. Regelmäßige Verloosungen finden nicht statt, dagegen hat die Hauptstaatskasse das Recht des Rückkaufs und halbjähriger Kündigung emes beliebigen TbeilS derselben. Die aus der Landescultur-Rentenkasse gewährten Darlehen sind mit 4pCt. zu verzinsen und mit IpCt. zu tilgen. Außerordentliche Rückzahlungen auf Darlehen können in Beträgen von 500 X und darüber jederzeit, nach vorheriger dreimonatlicher Kündigung, erfolgen. Dem ausgegebenen Betrag dieses Anlehens steht eine gleich große Activforderung gegenüber.
Telegraphische Depescherr.
Wolff S telrgr. Corresporrdsrrz°BrrrsLrr.
Berlin, 17. Januar. Das »Deutsche Tageblatt" meldet die nunmehr erfolgte Ernennung des Generallieutenants Freiherrn von Loö zum Commandeur des 8. Armeerorps.
— Se. Majestät der Kaiser conferirte Vormittags mir dem Kriegsminister Bronsart von Schellendorff und empfing Nachmittags den Statthalter von Elsaß Lothringen, Generalfeldmarschall Freiherr von Manteuffel, den Botschafter in Parts Fürsten zu Hohenlohe-Schillingsfürst, den Herzog von Rattbor, sowie b-e anderen bis jetzt ein- getroffenen Ritter des Schwarzen Adler-Ordens.
— Wie btt »Norddeutsche Allgemeine Zeitung" mltthellt, sind in Folge der neuerlichen mit Korea geführten Verhandlungen am 26. November 1883 neue Vertrage unterzeichnet worden, welche über die Einfuhr- und Ausfuhrzölle günstigere Bestimmungen als die Verträge von 1882 enthalten und Deutschland such den Genuß der seitdem von China und Japan in Korea erworbenen Rechte und Vergünstigungen auf bem Gebiete des Handels und der Schifffahrt sichern. Der Vertrag wird voraussichtlich dem Reichstage in der nächsten Session vorgelegt werden.
— Abgeordnetenhaus. Bei der Fortsetzung. der Steuerdebatte erklärt General- mrector Burghardt, der Erlaß der dritten und vierten Steuerstufe stehe für bte Regierung ?bb"an, ein einheitliches Veranlagungsverfahrm sei nicht erreichbar ohne deren Aufhebung. Auch an der Besteuerung der Actiengesellschaften müsse die Regierung festhalten; die hiermit bedingte Doppelbesteuerung der Acticnbesitzer könne man zwar mdau-rn. --rmeid-n lass- sich di-s-lb- nicht, j.der dahin zielend- Versuch begegne un- uderwindlichen Schwierigkeiten. Ebenso müsse die Regierung an dem Lohndeclarations- varagraphen festhalten. Bachem begrüßt die Einführung der Progression in die Ein- wmmensteuer, wünscht aber eine allgemeine Progression, die dann auch auf die Communalbesteuerung zu übertragen wäre. Cremer bezeichnet die Capitalreniensteuer ungemein wichtigen Schritt, ebenso sei die Declaration zu begrüßen. Rickert Erklärt, dir Linke verwerfe d:e Capitalrentensteuer, weil sie die Landwirthschast nur neu belaste. Die Hauptsache sei die Aufhebung der 3. und 4. Klassensteuerstufe; würde 6 cnr0 werde die Regierung wohl auf Weiterberathung verzichten. Rickert Buie Vorlagen, welche nur geeignet seien, das öffentliche Leben des Landes schwer Finanzminister vertheidigt nochmals die Vorlagen und
<Anben* Regierung, das Wahlrecht irgendwie beeinträchtigen zu Ä-n ^°rauf an eine Commission von 28 Mitgliedern ver-
Wiesen. Morgen. Antrag Reichensperger.
^"?°?^-tch-nsperg-r beantragen die Conservativen: Da bie Wieder- der aufgehobenen drei Verfassungsarttkel als geeigneter Weg zur Herstellung ^«»^ ^bu^ uuf dem kirchenpolitischen Gebiete nicht anzusehen sei, vielmehr die Gefahr herbeigeführt würde, und da die Selbstständigkeit In/nsUab ?erunb bie Versöhnung der ktrchenpoltffschen ZnÄukTages°r?nung"L bit Sp--i°lg°s-bg-bung erreicht -erden
Stadwerorbnetevsitzung erfuhren bie Vorschläge be$ 9IuS, ÄLnTStadtbezirke an die Stadtoerordneten behufs roeU Jünf Mitglieder der Bürgerpartei, insbesondere °usg-schl-ssen wurden, während andere Stadtverordnete drei und vier S'1 ber Mitglieder der Bürgerpartet lebhaften miber,
We’iu eine? ÄÄ* “nsenonimen. Die Vorlage wegen Ankauf der Grunb- Büraer^ ,fn der Dorotheenstrag- wurde gegen bte Stimmen der der
Burger und Arbeiterpartei angehörenden Stadtverordneten genehmigt.
«ira? 17', Sanuar Der neue italienische Botschafter für Petersburg, nokn ta? wirro'f*er feines hiesigen Aufenthalts den Minister Kal- s»akt',?-?aBotschafter Grafen Robillant und den russischen S3ob witb »on W r,Mbi?nOfV£i^teb-Mt sich heute Abend nach Berlin, und w, Xu Montag seine Reise nach Petersburg sortfetzen. Wie
leeretär retft Graf Greppi über Berlin, um dem Staats-
Äätx*. sä ■ “bem w“*n so,w,r' imenlrcTffTmnrhp^30; ö-.a”£s-,i.n der Kirche von Favoriten vorgekom-
^ieft8e Zeitungen wisien wollen, ist der Entwurf einer neuen “ ‘* **= «• KM' «“'HÄ »ÄÄ’ÄÄW
Ministerium des Innern als gewiß, damit den Zänkereien zwischen der Regierung und dem Municipalrath von Paris ein Ende gesetzt werde. _ , , , .
— Der Dienerschaft des Palais Bourbon ging Befehl zu, allen Delegirlen der Arbeitersyndikate den Eintritt In ben Sitzungssaal zu untersagen.
_ Die Petit-ons-Commission beschloß, bte dem Kammerpräsidenten Namens der Arbeiter zugegangene Petition in Erwägung zu nehmen. Die Berathung derselben wird nächsten Donnerstag gleichzeitig mit ber Interpellation Loriglms über die wtrth- schaftltche KrtsiS vorgenommen werden. „Temps" constatirt, -ine KnsiS exfftire über- baupt nicht. Die Pariser Industrie sei beschäftigter als int Vorjahre. Die hervor- gerufene Agitation sei lediglich das Werk einiger politischer Figuranten, die davon Strike der hiesigen Ftakerkutscher hat wesentlich nachgelassen. Gleiches
wird auch auS Marseille über den Strike ber Matrosen und Heizer gemeldet; viele Strikende nahmen bie Arbeit wieder auf. ,
Toulon, 17. Januar. Das Transportschiff „Sarthe" gmg heute mit 300 Mann, Munition und Lebensmitteln nach Tongking. Eine Goelette nimmt noch 200 Maulthiere auf.
London, 17. Januar. Zur Schlichtung der Gewerk- und Handels- streitigkeiten beschloß die hiesige Corporation die Errichtung eines Schiedsgerichts. — Die Durchbohrung des Mersey-Tunnels, welcher Liverpool mit Birkenhead verbindet, wurde heute vollzogen. — Ein Mitglied der chinesischen Gesandtschaft theilte einem Interviewer mit: China halte fest an der buchstäblichen Ausführung des November-Memorandums. Der Angriff auf Soutay sei eine Verletzung der französisch-chinesischen.Freundschafts-Beziehungen. Eine formelle Kriegserklärung an Frankreich werde nicht erfolgen, Frankreich rückte in Tongking ebenfalls ohne Kriegserklärung ein. Aus Bacninh werde China die Truppen nicht zurückziehen. Tseng begebe sich nicht nach Paris, sondern kehre in einigen Tagen nach Folkestone zurück, wo er einige Wochen bleibe.
Petersburg, 17. Januar. Graf Herbert Bismarck ist gestern hier eingetroffen. — Dem Vernehmen nach ist das Ministerium des Innern bei dem Reichsrathe behufs Verbefferung des russisch-chinesischen Postverkehrs um Erhöhung der für den russischen Posttrakt 'zwischen Kiachta und Tiantsin ausge- worfenen Jahreslimitums auf 22,500 Silberrubel und Kreirung des Amtes eines Traktaussehers vorstellig geworden.
— Meldungen hiesiger Zeitungen zufolge hat der Reichsrath bei Durchsicht des Budgetvorschlages pro 1884 die von der Hauptartillerie-Verwaltung bei verschiedenen Gewehrfabriken zu bestellende Anzahl von Berdan-Gewehren von 95,000 auf 72,000 herabgesetzt.
Kairo, 17. Januar. Nach einer Meldung des „Reuter'schen Bureaus" hat der Khedive eine Depesche des General-Gouverneurs des Sudan erhalten, wonach die Insurgenten den egyptischen Garnisonen in der Provinz Sennaar den Rückzug abgeschnitten und auch die Nitpassage etwas unterhalb Duem(?) durch Versenken von Schiffen mit Steinladungen blokirt haben. Nach Meldungen aus Maffowah ist dort Alles ruhig.
— Das amtliche Blatt veröffentlicht die Ernennung Clifford's zum Unter- staatssecretär im Ministerium des Innern.
New-Aork, 17. Januar. Der Dampfer „France" von Havre sprach am 9. Januar den Dampfer „Germanic" von der White Star Line unter dem 47. Breitengrad und 37. Längengrad; dieser fuhr mit zerbrochenem Schafte. „Germanic" fuhr östlich und bedurfte keiner Hülfe; er signalisirte: Alles wohl.
Verwischte-.
Mainz, 14. Januar. [@tn treuerer Anzugs Vor einiger Zeit hatte sich ein hiesiger Bürger einen Anzug machen lassen. Als der Eigenthümer denselben anprodirte, gefielen ihm weder Rock noch Weste, da beide angeblich nicht genau paßten. Der Schneidermeister versprach Abhülfe, da die Mängel unbedeutende seien. Als er die geänderten Kleidungsstücke feinem Kunden wieder brachte, war dieser immer noch nicht zufrieden und verweigerte schließlich die Annahme. Der Schneidermeister war aber damit nicht zufrieden und strengte gegen den Kunden eine Klage an. Die Angelegenheit T)ov ba$ Amtsgericht und als hier etn als Experte geladener Schnridermeister u Aklärung abgab, die refüsirten Kleidungsstücke fützen wirklich schlecht, da wurde der Kläger abgcwiesen und in sämmtliche Kosten verurtheilt. Er legte indessen Berufung beim Landgericht ein und dieses lud außer dem ersten Experten noch drei weitere. Bei der Verhandlung mußte nun der Beklagte die Kleider tn dem Sitzungssaal anziehen “nb ”a(5 ^ner gründlichen Prüfung erklärten die 4 Sachverständigen übereinstimmend, daß Rock und Weste gut paßten. Auf Grund dieses Spruches hob das Gericht das Grkenntniß des Amtsgerichts auf und der Beklagte wurde zur Zahlung der Kleider un>n » der beiden Instanzen verurtheilt. Der Anzug, der ursprünglich ca. 70 kosten sollte, stellte sich nun auf ca. 320 X Man sieht daraus, daß ein magerer Vergleich immer besser ist, als ein fetter Prozeß.
c18, Januar, Nachmittags z Uhr — ÄNN. (.TelegroPhsicher ttßetgeUt durch das Bankgeschäft Albert Kaufmann in Gießen.) SÄÄ 262 Staatsbahnactien 269, Galizier 248%, Lombarden 120%, Nord- ®£ttbarbbalmactien 90, Darmstädter - Bankaktien —,
Z^terr Silberrente 67ll/^, 4°/« Ungar. Goldrente 75‘/16
V877r Muffen 90%, 2. Orient-Anleihe 563/16,
—P Slff Rumänische Rente 93"/ig, 4% Unisic. Egypter 677/9, ^ Türken
_. Ludwlgsbahnact.— Tendenz: fest, Gotthard-Einnahme Fs. 313000
Kirchliche Anzeigen der Stadt Gießet Evangelische Gemeinde.
G o t t e s d i e n st.
Sonntag ben 20. Januar (2. n. Epiphanias). n>or2nt-u8§ vhr: Pfarrer Dingeldey.
« -> Uhr: Pfarrer Schlosser.
»‘»«»“»'.»‘"«ft:
Pfarre?D i n g e l^d^ ° in ber Woche vom 20. bis 26. Januar besorgt
Ratholische Gemeinde.
w w 2. Sonntag nach Evipbaniae.
Nion.
„ u t Gottesdienst in der Synagoge.
Samstkg W°enb S^UHr?^' @am§ta9 Morgen M Uhr, Samstag Mittag 3 Uhr,
259
138 Stück
138
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12,35 Fm. Ml-Deck 23,49 Fm. Nadel - Reis 10,88 Fm.
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