Ausgabe 
16.12.1884 Zweites Blatt
 
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1884

Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS.

Weber.

zoglichen Siegels.

Darmstadt, den 6. December 1884.

(L. S.) Ludwig.

®reii vierteljährlich 2 Marl 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mar! 50 Pf.

®ttrew* : Schulstraße 7.

Literarisches.

Der neunte Band der 13. vollständig umgearbetteten, mit Abbildungen und k» mtt d'm Äg.bt"bt«"um Äort =b

Tl«Ü Ä" Audi die Darstellung des modernen Heerwesens ward durch zu- MiMLZL-LUWZ

ZMWffS-UMZ S?.l " XtfÄftÄ»-*».......

I scheS Weihnachtsgeschenk empfohlen werden.

Mr. 294 Zweites Blatt Dienstag den 16. December

- sSchoffner GlauS.] Nach dem großen Etsenbahnunglück bet Han au ging durch viele Blätter die Notiz (auch wir brachten s.Z. dieselbe. Red.), daß ein Schaffner sDnmfnR (Tinnü durch Oeffnen der Coupethüren einer Anzahl Personen das Geben ge- S£mS flbÄ ^SbbaMg» habe. J.tzt h°. sich au«bie ©arten, laude" diese- Themas bemächtigt und unter dem TitelTreu bis zvm Tode m einem tiefempfundenem Gedicht diese Tbat verherrlicht und zugleich ^ne Sammlung für die Hinterbliebenen deS Schaffners Claus, Frau "nd 7 Kinder eröffne^ Nach d a 1 Uchen llntersuckuna ist nun an der ganzen Sache rein wahres Wort, oa, wie oer Hanauer Anzeiger" melden kann, 1) Claus, welcher auf dem ffagltchen Zuge als Bremser und nicht als Schaffner fungtrte, nach dem Zusammenstöße auf dem Dache de8 hinter dem VerkehrSwagen laufenden Eilgutwagens mit zerschmettertem Haupte auSaestreckt liegend gefunden wurde, 2) zwischen genanntem Wogen und den Personen- maaen nock ein Güterwagen der mit einer Laufbohle nicht versehen, einaerciht war und eS deßhalb Claus absolut unmöglich gewesen wäre, zu Eoupethüren zu ge- rnnrt,n um die Vaffaaiere noch rechtzeitig von der drohenden Gefahr zu unterrichten und Ä naL Aussagen im Zuge sich befindender Personen letzteren von der erwähnten durch "die*Smbtlbung« f r <afTber^ in b«Ä

Bat«" MuU«unb2EckwIft«n Bereiftet habe. Di.f-ldm waren w-hr-nb ber I tzt.n 3 Jahre nacheinander plötzlich gestorben. ____

Darmstadt, 14. December. Das Großh. Regierungsblatt Nr. 34

1. Verordnung, die Vorbereitung für den Staatsdienst im Justiz- und Ver­waltungsfache betreffend.

Ludwig IV. von Gottes Gnaden Großherzog von Hessen und der Rhein rc. rc. c m . .

Wir haben Uns bewogen gefunden, in Ergänzung der Verordnung in obigem Betreffe vom 30. April 1879 zu verordnen und verordnen, wie folgt: Einziger Paragraph.

Diejenigen Accefsisten, welche die zweite Prüfung bestanden haben, werden von Unserem Ministerium des Innern und der Justiz zu Gerichts-Affefforen und, wenn sie sich dem Verwaltungsdienste widmen, zu Regierungs-Affefforen ernannte, Zulassung zur Rechtsanwaltschaft erlischt der Titel eines

Uebrigen bleiben in Ansehung der Affefforen alle Bestimmungen in Geltung, welche die Verordnung vom 30. April 1879 in Ansehung der in der zweiten Prüfung bestandenen Accefsisten enthält.

Urkundlich Unserer eigenhändigen Unterschrift und beigedruckten Großher­zoglichen Siegels.

Darmstadt, den 6. December 1884.

(L. S.) Ludwig.

1 } Finger.

2. Verordnung, die Vorbereitung für den Staatsdienst in dem Finanzfach und den technischen Fächern betreffend. , .

Ludwig I V.o von Gottes Gnaden Großherzog von Hessen und bei haben Uns bewogen gesunden, im Anschluß an die Verordnung vom 51 Juli 1879, die allgemeinen Staatsprüfungen in dem Fmanzfach und den technischen Fächern betreffend, zu verordnen und verordnen hiermit, wie folgt: Einziger Paragraph. .

Diejenigen Kandidaten für den höheren Staatsdienst un Fmanzfach, bezw. im Forstfach und den bautechnischen Fächern, welche die allgemeine Staatrprü- suna bestanden haben, werden von Unserem Ministerium der Finanzen zu Steuer­oder Domänen-Affefforen, bezw. zu Forftaffefforen und Baumeistern ernann^

Die Berechtigung zur Führung dieser Titel erlischt, wenn die Betreffen- den von Unserem Ministerium der Finanzen aus der Liste der Staatsdienst- 'Afviranten gestrichen werden. _ .. .. nr,

P Im Üebriaen bleiben die bisherigen Bestimmungen über die dienstliche Bezeichnung der akademisch gebildeten Aspiranten für die höheren Stellen im fmanzfach und den technischen Fächern auch fernerhin m Kra...

o Urkundlich Unserer eigenhändigen Unterschrift und beigedruckten Großher-

Gießener Anzeiger

Amts- und Anzeigcblatt für den Kreis Gießen.

3. Bekanntmachung, die dienstliche Benennung der Großh. Kreisassessoren 6ettCf«bem d-S Erzherzog» König!. Hoheit durch Allerhöchste Entschließung vom heutigen Tage Allergnädigst zu bestimmen geruht haben, daß der nach Art. 5 des EdictS vom 12. Mai 1852, die Organisation der dem Ministerium des Innern untergeordneten Regierungsbehörden betreffend, den ^etsräthen beigegebene Beamte statt der BenennungKreisassessor künftig die dienstliche Benennung:Amtmann" zu führen habe, so wird solches hierdurch zur Nach Lichtung bekannt gemacht.

Darmstadt, den 6. December 1884.

Grobherzogliches Ministerium des Innern und der Justiz.

Finger. Rautenbusch.

UniverfitätS - Chronik.

<*ena Das soeben ausgegebeneVerzetchnttz der fieber, Worben, Beamten , -3c" Lr fflro&b. unb ßenogl- Sächs. Gesammt - Universität Jena im und Studirenden der ^Ä;tftnctne^eflenmärttgen SBeftonb von 586 tmmotrtfuUrten Winter-Semester 1884-85 MS zum Besuch ber Vorlesungen

SEÄS® d'.e Gesamtzahl 628 beträgt, demnach

" "Ü"'b-u StüblrknL^stnd'^IW Geologen (72 Snlänb«, HMBM

% °nnbn®ekb'cbte 56 Mathematik unb Naturwissenschaft, 59 ^6«made unb Philologie unb KP > ßanbmtrtbfcbaft. IhremVaterlanbe «ach gehören unser«

54, M°iniug°u 35, dm

Pr--n mit 166, belbe Sfiwarj, ®rnedlenbura mit 10, Bremen mit 6, Braunschweig mit 13, bürg mit 27, Sachsen mit 18, M 8 mlt g, ßfppe mit 5, Bayern mit 3, Hessen beide Reuß mftl0,AnbaIt ^^g,,mberg mit je 1, in Summa 281 ©tubtrenbe. mit 2, Baden, ®.»Sen mit au« OeRetteid) 16 (13 Siebenbürgen und Bon anßerdeutschen Lindern »tt «» n Griechenland 7, Türkei, Bul-

8 Ungarns, @-oSbtitannien 4,, S^wefj^ m B * @u 46. Ntcht-Eur-pier be­suchen 8^e Vorlesungen und lar 7 ®e(r^pi gatultsF 5 orbentUcbe, 2 orbent. W^Ä^W**-!***

Fgkultät 6 ordentliche, 1 ordentlichen Honorar- unb 2 außttorbentltche Prosefforen, so- wie 1 Privatbocenten; die medicinische 3?fuUflt 8orbenti»e/ 1 ord-ntlchen Honorar, unb 8 außerordentliche Profefforen; die philosophische Fakultät 17 ordentliche, 5 o.deut­liche Honorar« unb 10 außerordentliche Profefforen, 8 P^atbocenten und 1 Docentnr der Veterinärwissenschaft; außerdem «st zum Halten von Vorlesungen berechtigt 1 Vro- feffor am Gymnasium. Lehrer der Künste gibt eS 5.

Lokales.

»ietze«, 15. December. Näher unb näher rückt Weihnachten, das Fest ber Freude, heran unb macht sich auch dem gleichgültigsten Menschenkinbe mit seine« gl8ni<nb«n (gefolgt auf irgend eine Weist btrnnktich So gi°h auch dit religiöse B-- beutung dieser Tage unb so edel die Begeisterung deö rechten Christen sein muß, so sind eS doch in Wirklichkeit nicht minder die dieses Fest begleitenden äußerliche« Gebräuche deS WeihnachtSbaumeS und Geschenkevertheilens, welche eine förmliche Auf­regung tm Familien- sowohl wie im Geschäftsleben mit sich bringen. Da wirb von den Eltern hin und her gesonnen, was sich'wohl für die beben Kleinen am'beste« eignet, ihnen die meiste Freude bereitet und sich anderseits doch wffder mit den Begriffen von schön, haltbar unb billig vereinen läßt und ber Schusterlehrling freut sich nicht weniger auf daS ber Regel nach in brauchbaren Kleidungsstücken bestchende Geschenk seines Meisters, als bas verwöhntere Töchterchen auf den erträumten BriUantfchmuck, auch merkt man ersterem die von seinem gestrengen Herrn daS Jahr über a^abfolgten Obrfeiaen teilt weniger an, ober gar, daß ihn bte Meisterin feiner äRelnung nach zu knapp ^m Essen gehalten habe. Kurzum, wir sehen Überall dasselbe hoffaungsvolle Erwarten, dasselbe geschäftliche Treiben unb mehr ober weniger dieselben Sorgen. Daß unS letztere aber nicht Über den Kopf wachsen und> wo irgend«mbSlich^erleichter-«erden, dafür haben die Geschäftsleute hiesiger Stadt in ausgiebigster Weste gesorgt, dte Waaren- lager sind ungefüllt mit den Erzeugnissen aller Herren-Länder und»in den Schau­fenstern erblicken wir alle nur denkbaren Nutz- und LuxuSgegenstände ausgestellt. Betreten wir Abends die Straße, so empfängt uns eine wahre Lichifluth, den Läden entströmend, gegen welches sich unsere Straßenbeleuchtung gleich Starnberger Nacht­lichtern in bescheidenes Düster hüllt. Unsere Geschäftsleute bieten augenblicklich alles auf unb scheuen keine Kosten, um auch ben höchstgestellten.Anforderungen 8"echt zu werden und daS verwöhnteste Auge zu befriedigen. So Er'namSwerck dt- efnersettS

in derselben Güte unb zum gleichen Preise von hiesigen Geschäftsleuten erhalten kann- ebenso dürfte sich für die umliegenden Städte- und Dorfbewohner gerade jetzt e'in Besuch Gießen« zu günstigen Einkäufen empfehlen, da bet dem Verkäuf^ der Weihnachtserlös ein erheblicher Posten im JahreSbudget^bildet und»dMbeu durch den erzielten Erfolg zu weiterem Wettstreit in geschäftlicher Leistungsfähigkeit ermuthigt werden. .