187. Mittwoch den 13. August 1884
Gießener Anzeiger
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.
Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS
B«rea«r Schulstraße 7.
Bekanntmachung
Die Namen der Aussteller dürfen den Preisrichtern vor der Prämiirung
am
Die Musterung und Prämiirung des Viehes durch die Preisrichter beginnt Vormittags 8 Uhr und ist thunlichst mit Ausschluß des gtabli* kums in abgegrenzten Räumen vorzunehmen.
Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn.
Durch die Poft bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.
Friedelhausen, am 2. August 1884.
Der Präsident des landwirthschastlichen Vereins von Oberheffen. Adalbert Freiherr Nordeck zur Rabenau.
VotttLfche Ueberficht.
Gießen, 12. August.
Hinsichtlich der jüngst inJschl stattgehabten Begegnung der Kaiser Wilhelm und Franz Joses taucht jetzt die Nachricht auf, daß diese Begegnung diesmal eine besondere Wichtigkeit und Weihe erhalten habe, weil in derselben die Fortdauer des deutsch-österreichischen Friedensbundes auf weitere fünf Jahre besiegelt worden sei. Man erinnert sich bei dieser Nachricht an die 1879 bekannt gewordene Mittheilung, daß das politische Einvernehmen Deutschlands und Oesterreichs auf fünf Jahre, also bis 1884 abgeschlossen sei, und da dieses Einvernehmen sich jedenfalls auch aus gewisse, sich der Oeffentlichkeit entziehende militärische Vereinbarungen stützt, so könnte das deutsch-österreichische Einvernehmen sehr wohl formell auf je fünf Jahre, der Tendenz nach aber dauernd abgeschlossen sein.
Man will wissen, daß der Begegnung der Kars-er von Deutschland und Oesterreich auch eine solche der ersten Staatsmänner dteser Länder, des Fürsten Bismarck und des Grafen Kalnoky folgen werde. Eine
Betreffend: Die Viehpreisvertheilung des landwirthschastlichen Vereins von Oberhessen in 1884.
Die diesjährige Viehpreisvertheilung des landwirthschastlichen Vereins non Oberhessen soll am
Donner-tag den 4. September zu Lauterbach abgehaten wer^en^ Ausstellung von Producten landwirthschaftlicher
Thätigkeit, sowie von Maschinen und Geräthen verbunden.
Prämiirt werden:
1. Pferde, und zwar:
1) Zuchtstuten mit Fohlen; ,
2) Zuchtstuten, bezüglich deren diesjähriger Deckschem vorlregt.
3) Fohlen, die nicht mehr saugen.
II. Rindvieh, und zwar:
1) der einheimischen Vogelsberger Gebirgsrace;
2) der Simmenthaler Race und
3) der Kreuzung von beiden vorhergenannten Racen;
4) der Niederungsracen.
3m en^e[^aen uon P^yuten, Gemeinden und Gemeindebullenhaltern, im Alter von 1—2 Jahren;
b) Rinder, die sichtbar trächtig sind, von 2-3 Jahren;
c) Zuchtkühe.
UI. Schweine, und zwar:
1) Mutterschweine, trächtig oder mit Ferkeln;
2) Eber;
3) Zuchtschweine im Alter von wenrgstens Vr Jahre.
IV. Schafe, und zwar:
1) Zuchtfchaft in Loosen von wenrgstens 3 Stucken;
2) Böcke.
V. Ziegen.
Vom Aussteller selbstgezüchtete Thiere werden höher prämiirt, als gekaufte. 'Letztere müssen, insofern sie im Besitze von Privaten sind, eine bestimmte Zert lang angekauft sein und zwar Stuten mit Fohlen mindestens 1 >zahr; Bullen, Rinder, Zuchtkühe und Zuchtschweine Vr Jahr. Fohlen, welche brs zum Alter -von 2Va Jahren noch nicht eingespannt worden sind, sollen vor anderen den Vorzug haben. , ,, ,,, ,
Die Bewerber haben amtliche Bescheinigungen über dre bezüglich der Thiere geforderten Voraussetzungen beizubringen.
Unrichtige Angaben des Ausstellers in Bezug^auf die bestimmten Anforderungen an die concurirenden Thiere haben zur Folge, daß etwa zuerkannte Prämien wieder zurückgezahlt werden muffen und daß der Aussteller m solchem Falle durch 5 Jahre von der Zulassung zu Prämiirungen ausgeschlossen ist.
Es kann nur wirklich preiswürdiges, den verlangten Leistungen em- sprechendes Vieh prämiirt werden. Eigenthümer solchen Viehes, welche wegen zu starker Concurrenz keine Prämien erlangen konnten, erhalten auf Verlangen eine durch die Preisrichter festzusetzende Wegentschädigung, wenn sie über 10 Kilometer weit hergekommen sind, und zwar 10 Pfg. für den
erfolgen.
Die auszustellenden Thiere müssen am 4. September, Vormittags 7 Uhr, Ausstellungsplatz zur Stelle sein.
solche Begegnung dürfte wohl kaum nöthig sein, da bereits zwischen Deutschland und Oesterreich vollste Eintracht besteht. Wenn aber Fürst Bismarck, wie es sein Leibarzt Dr. Schwmninger durchaus haben will, tn diesem Jahre noch die Badekur in Gastein benutzt, könnte es sich natürlich sehr leicht ereignen, daß der dem Fürsten Bismarck eng besreundete Gras Kalnoky von Wien einen Abstecher nach Gastein macht, um den Fürsten Bismarck zu besuchen.
Nach Mittheilungen aus dem Bundesrathe ist der Zollanschluß Bremens an das Zollgebiet des Reiches in vollem Gange. Aus dem nunmehr vorliegenden Bericht der Bundesraths-Ausschüsse sur Zoll und Steuerwesen, über den Antrag Bremens, bett, den Zollanschluß Bremens, geht, wr- mehrfach> be richtet wird, hervor, daß Seitens Bremens dre Höhe der Kosten auf Sninb vorläufiger Veranschlagungen aus etwa 25'/- °ngegebm und beantragt
wurde, ungesähr die Hälfte bis zur Max,malsumme von 12 Mill aus Reichsmitteln zu vergüten. Die Ausschüsse ^kannten dieÄlligkeitdies An träges an und stimmten auch der Auszahlung desR°chrzuschussesinvierstat wie bezüglich Hamburgs vereinbart ist, m zehn Jahresraten mit Rücksicht darauf
Das Großhcrzogliche Steuer-Comimssanat Gießen
«. «, iaffc , ***•- -
20. l. M. an uns abgesendet und diesen ^die, etwa bis dahin noch rückständigen Verzeichnisse der Pflichtigen beigelegt we b^
Gießen, am 11. August 1884.
nicht mitgetheilt werden.
Die Thiere sind nach Nummern vorzuführen.
Zur Preisbewerbung sind alle Angehörigen der Provinz zuge- lassen. Nur die aus Mitteln des Bezirksvereins stammenden Preise werden lediglich den Angehörigen des Kreises Lauterbach, und bei ausgestellten gleich pttiswürdigen Thiere«, Mitgliedern des landwirth. Bezirksvereins Lauterbach vorzugsweise gewährt. . ,
Die Hälfte der verfügbaren Prämilmngssumme wird ausschließlich für die kleinen Grundbesitzer reservirt und die Bestimmung, wer zu solchen zu rechnen ist, den Preisrichtern überlassen. ,
Die prämiirten Thiere der kleinen Landwirthe werden be- sonders vorgesührt.
Viehhändler als solche sind von der Bewerbung ausgeschlossen. Thiere, welche bereits bei einer Preisverthellung eines Bezirks prämiirt worden sind, können in derselben Categorie nicht wiederholt einen Preis bet der bevor- stehenden Preisvertheilung erhalten. Ein Aussteller kann auf der bevorstehenden Ausstellung in einer Categorie nur einen der bewilligten Geldpreise erhalten.it Ausstellung ist eine Verloosung von Vieh, landwirthschastlichen und sonst nützlichen Geräthen, sowie Maschinen verbunden. Jeder Aussteller hat die Ausstellungszeit bei Meidung des Verlustes der zuerkannten Prämien oder Wegentschädigung auszuhalten. Bezüglich der Erhebung eines Standgeldes bleibt Bestimmung vorbehalten. _ , ,.
Dm auszustellenden Maschinen, Geräthen, Werkzeugen rc. sind die Verkaufspreise anzuheften. Die Größe der einzelnen Preise wird von den Preisrichtern bestimmt. Bei den aus dem Staatsfonds fließenden 1000 Mark Mm dieselben bei Großvieh nicht unter 60 Mark und bei Kleinvieh nicht unter 30 Mark pro Stück oder Loos betragen. Im Uebrigen erfolgt die Znerkmnung der Preise nach Maßgabe der für die landw. Vereine gültigen, in Nr. 7 der Zeitschrift für die landwirthschastlichen Vereine in 1882 abgedruckten Prämiirungsordnung.
Im Ganzen stehen zur Verfügung;
Aus dem Staatsfond..... 1000 Mk.
Aus Provinziasvereinsmiteln . . 1000 „ Aus dem Bezirksverein Lauterbach 500 „ Zusammen 2500 Mk.
Anmeldungen zur Betheiligung bei der Ausstellung beliebe man bis zum 25. d. M. bei Herrn Rentmeister Lipp in Lauterbach ernzureichen.
Die Einlieferung von auszustellenden Erzeugnissen der Landwirthschast, landwirthsch. Maschinen und Geräthen wolle bis spätestens zum 2. September


