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10.4.1884 Erstes Blatt
 
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86 Erstes Blatt. Donnerstag den 10. April 1884

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Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.

------------------------------------------- " PreiS vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Brinflerioha.

' , fR1 r Erscheint täglich mit Ausnahme W. MontagS. TlUV(b Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.

Drerearr r Schuifl'. atzy 7. ...... »>««"

Mtztand.

veröffentlicht ein amtliches

arbeiten.

Tiflis, 7. April. Die ZeitungKawkas" veröffentlicht ein amtliches Teleoramm des Generals Komarow aus Askhabad vom 26. März. Dasselbe lautet: Unser Detachement wurde aus dem Marsch nach Merw in der Nacht zum 15. März von einer ans Koschutkbankale kommenden Räuberschaar über­fallen- Der Angriff wurde durch drei Salven zweier Schützen-Compagnien zu- rückaeschlaaen, so daß die Räuber bedeutende Verluste erlitten. Am folgenden Tage besetzte das Detachement Koschutkhankale. Die Bevölkerung beruhigte sich. Die Verwaltungsbehörde des Kreises eröffnete ihre Thätigkeit. Gleichzeitig wurde mit der Errichtung eines Forts begonnen, wobei die Bewohners Merws

Norwegen.

(rfttiiitenia, 2. April. Die 24,000 Kronen, welche die Staatdräthe Jobansen, Schweigard und Hertzberg a!6 Buße zu zahlen vom Reichsgericht^verurtoeilt worden finb, hat das behufs Einsammlung dieser Gelder gebüdetr Comite der Spammer heute bereits übermittelt und die Quittung dem Controlenr des Storthings übersandt. Die acht Juristen vom Höchstengericht, welche nur im Reichsgericht gesessen und die geschlossene Minderheit gegen die Bauernmehrheit (17 Stimmen) gebildet hoben, stnd gestern sofort nach der Fällung deS letzten UrtheüS mit folgendem Anttag beim Justtzdepartcment vorstellig geworden:

Seit 1845, da der letzte Reichsgerichtsproceß gegen einen konigl chen Rathgeber «nbängig gemacht wurde, ist wenig oder kein Anlaß gewesen, sich mit der Fruge^zu beschäftigen, ob die Bestimmung über die Geheimhaltung der Abstimmungen des Reichs­gerichts anerkennungSwürdtg sind. Jetzt ist indessen diese Frage nicht umgehen und die Mitglieder des Höchstengerichts glauben, daß dieselbe ^tzt rum Gegenstand einer erneuten Untersuchung gemacht werden muß. Da die «HeMie Abstimmung beim Höchstengericht schon längst abgeschafft ist und da unser öffentlichesLeben <» de» letztea Jahrzehnten sich in vielen Beziehungen ganz anders geartet hat alS früher, ist amu- nehmen, daß die beregte Frage sich jetzt wesentlich anders stellt, w den Jahren 1839 5)<§ 1841, da sie Gegenstand einer Behandlung in einer königlichen Commission war, die am Schlüsse ein Gutachten darüber abgab, inwieweit die das ReichsgertLI.be­treffenden Bestimmungen umgeändert werden müßten. Die Mitglieder des Howsten- gerichts erlauben sich, diese Sache der Erwägung der königlichen Mtnistertalab.Heilung anheimzustellen.

men SJÜpril. Unter den Osficieren, welche den Ergänzungs-

Cursus in der G-neralstabs-Akademie absolvirteu, b-sanden,sich,«n Lieutenan. der bulgarischen Armee und drei Lieutenants der ostrumelrschen Mm,, dieselben sind jünaft dem Kaiser vorgestellt worden. < , ,

Rom, 8. April. Authentische Nachrichten dementtren die Angaoen be^ PariserTimes"-Correspondenten über angebliche Anzeichen dn bevorstehenden Abreise des Papstes wie über angebliche, Italien von Setten der .remden Machte angebotene Dienste in Sachen der Propaganda. . ,

In der Kammer nimmt Biancherr den Prastdentensitz em, ".dem er erklärt, er werde feiner Pflicht wie feinem Charakter gemäß, welcher Partei- Leidenschaften unzugänglich sei, in gerechter und unparteiischer Werse dre Ver-

Die Convention, wonach der Betrieb des adriatischen Eisenbahnnetzes der Gesellschaft der süditalienischen Eisenbahnen übertragen wrrd, wurde heute unterzeichnet. __ Ll

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" Ein ethnographisches Museum in Mel. $

As Anreauna der Anthropoloaffchen Gesellschaft der Provinz Schleswig-Holstein G/bLSOer bem tarnen Museum für Völkerkunde in Kiel" die Gründung etnes ethnoaravhischen Museums vollzogen, welchem zweifellos deßhalb jetzt schon eine K u k u n s t ru erkan n t wer den kann, weil dem Unternehmen die Protection der Marine ge- ückert ist Der Chef rer Marinestation der Ostsee, Contreadmiral v. Wickede, und der Mrector der Martne - Akademie, Contreadmiral Frhr. v. Retbnitz, haben sich mit den Lrofessoren der Universität Kiel, einigen Spitzen der Stadt und P^v.nz und vielen ^reunden^"an 1 hrovolog scher und ethnopraphlscher Forschung einem Aufrufe für Untcrslüduna und^Fürsmae des Unternehmens vereinigt- Die Marine hat auf ihren transoceanischen Arbeitsstätten von jeher die deutsche Forschung ^n aenannten ®S mit ShurtenX uaterfiflßt und nicht bI°S d.- °chn°gr°,h.schm Mn °n in Berlin 9eivria und Dresden, sondern auch die geologischen Mufeen mehrerer um nersttäten haben in zahlreichen Beiträgen Beweise einer erfreul.chen Muße unl^r &JJleute er¥ahen 1 Namentlich die Schiffe, welche von ihren Stationen in der Südsee nnd aus dem westindischen Archipel zurückkehren, bringen gewöhnlich 5 vde

minder^große Ausbeute von ethnographischen und anthropologischen Rach uchungen sich, die ^ntwider planmäßig eom Schtffscammando g-I-tl-t werben ober bte Privat-

Aeutschland.

7 Anril Die von der ersten Kammer noch in d'esem Monat zu

Jtdjcn Beanstandungen zu erleiden haben.

Bet der zweiten Kammer ist eine Petition von

-tn-ielauien Nach dem im Jahre 1874 erlassenen neuen Pensisnsge.etz für die Ctvtl- mirh hte Dstnstzeit zwar im Allgemeinen vom ersten Anttellungsdecret an derechnet eS kann aber unter bestimmten Voraussetzungen auch eirtd st^^üeDordienst- «ett in Anrechnung kommen. Für die vor diesem Gesetze angestellten Beamten wurden tnA Lm ^rfrafttreten be9 Gesetze« bestimmte Fristen zur Geltendmachung ihrer hierauf b,.üauT=n3MnW 'nn-rholb welchcr,°uch bte mdtmetften Vetheiltgten

ihr^ ß9InfDrücbc wahrten. Einzelne Beamte aber versäumten die Fristm und gingen so rbrer Ansprüche v-rluft'g, da die Fristen als ausschlüßende erschien^. Nunmehr kommen hr. hMer Ernten, von welchen zwei bereits in den Ruhestand getreten und in Folge -e^ks Versäumnisses bei der Feststellung ihres Ruhegehaltes benac^heMgt sind, um sm#,h,^rnffruna jener Fristen auf kurze Zeiten ein, waS bei der Sachlage nur bet E'nwilltgung der gesetzgebenden Faktoren geschehen kann. Sie begründen diese Bitte »av^entlich damit, daß die Vorbeft>mmung jener außschließmden Fristen ohne die Mog- Lichkett einer Wiedereinsetzung in ben vorigen Stand Rechtens bet entschuldbarer Ver- Hinderung für die Beamten jenes Uebergangsstadiums erne große, H^te soffen und <s nicht?n der Absicht d-.s Staates liegen könne, sich zum Nachtheil der ihrer Rechte verlustia aewordenen Beamten zu bereichern. In ähnlichen Fällen, z- B. bei der für die Einlösung der Grundrentenscheine bestimmten Frist habe man dies- zweimal er- neuert Ohnehin handle es sich nur um wenige Beamte, also um Betrüge, die, während sie für den Einzelnen erheblich seien, , für dm Staat gar nicht in das Ge­wicht fielen. 1

Berlin, 7. April. Gestern Mittag hat wieder ein Ministerrath üartgefunden. U?ber b e G^aenftände, welche berathen worden, verlautet nichts, t»och kann ich Ihnen beststnmt^ v-rsichern" daß die Bismarckkrise jedenfalls nicht so weit gediehen ist. daß sie -rgend ein neues Moment für Combtnationen gäbe: der Kaffer hat noch nicht^zuge- ilimmt und der Kanzler hat setneu Entschluß noch nicht aufgegebm. Daß die Retobltruog des Staatsroths ernst zu nehmen sei, vrtrd nicht bezweifelt, dagegen findet d.e Nachricht der Kronprinz werde das Präsidium des Staatsralhs übernebmm. vielen Widerspruch. .

Nachdem auf Grund des Reichsgeschcs über die Krankenversicherung der Arbeiter von bett obersten RetchSbehörden Normalstatuten Benutzung au,gestellt worden sind" hat der Minister bet öffentlichen Arbeiten untern 27 ö. M. WWn StaatSeifenbahn-Directtonen diese Statuten für die rn ihre« dereichsn zu errtchtenden Betriebs-, Werkstätten^ und Baukronkenkassen zur. Kenntnißnahme niitgethetlt. In der Bestimmung über den Anspruch auf die statutartschen Csssenletstungen heißt unter Anderem: Erkrankte Personen müssen die Vorschriften deS ArzteS gewffsenhaft befolgen, sie dürfen weder Arbeiten, welche nach dem Urthetl des Arztes mit ihrem Zustand^uu- verträglich sind, noch sonstige ihrer Genesung hinderliche Handlungen vornehmen. Ohne Erlaudniß des Kassenvorstandes dürfen Erkrankte weder osfE.ltche Lokale no» Schank- üätien besuchen noch Erwerbsardeiten vornehmen. Die Kasse 6ewäh<t ihren Mtt- niifbern nnn Reainn der Krankheit ab aus die Dauer von 13 (bis 26 Wochen) freie ärztliche und wun'därztltche Behandlung, freie Arznei, Verbandstücke, sowie Brillen, Bruchbänder und ähnl'che Heilmittel, ebenso den Familienangehörigen von Mitgliedern, als welch erstere anzusehen sind: Die Ehefrau oder die deren Stelle den Haushalt Sfthrenbe Tochter butter oder Schwester, die Kinder, welche das lo. Lebensjahr noch nicfat überschritten haben, altere, jedoch gänzlich erwerbsunfähige Kinder, Eltern und <^chmieaereltern deren Unterhalt von dem Kassenmitgliede nachweislich ganz oder größientheils aus seinem ArbeitSverdienft bestritten wird, falls die P^svn^u nicht selbst einer auf Grund gesetzlicher Vorschrift errichteten Krankenkaste als Mitglieder nngehören.

Amerika.

New-Aorl? 7 April. Von dem verunglückten DampferDaniel Steinmann" find 11 Leichen, alle sehr verstümmelt, bisher aber kein Theil der Ladung an das User gespült worden. Das Wrack befmdet sich noch rmmer an derselben Stells. Wie sich herausstellt, ist^der Menschenverlust deshalb em o bedeutender, weil es in ©ambro an einem Rettungsboot fehlte - Aus Ottawa wird gemeldet, daß eine ossieielle Untersuchung über den Untergang desDamel Steinmann" angeordnet worden ist. mm

Wasbinaton, 7. April Das Repräsentantenhaus hat die Bill, wo­durch für Wolle die Zollsätze wieder hergestellt werdet! sollten, welche vor dein gegenwärtigen Zolltarif bestanden, abgelehnt.

Telegraphische Depescheu.

SBolfp* Esrrespondsm-Bvresrr»

r ytniil Se. Mai. der Kaiser stand nach einer recht guten Nacht um 10 Uhr^us* und empfing später den Hosmatschall o. Perponcher und den Chef des Milttär^a^nelS^Genera^ellte^lwt d^Bchauotung en.g-gm d-r Bundesraths. hesckluß in Betreff der Reichsmmisterien sei ein großartiger Triumph für die freisinnige Partei? Zu dem Vorgehen des Bundesraths, bemerkt das war ^»^yder An­laß vorhanden. Wenn man die Bestrebungen der sogenanmen fl^^uisen Partei wcht sofort als dasjenige gekennzeichnet Haire, was sie sind, als Versuche, dre bestehende Verfassung und das monarchische Prtncip zu befett gen und eine p°^^^^ortsche Re­gierung ewzuführen, so würde sich in kurzer Z'it ein Sprachgebrauch ausgebildet haben, wonach das Erstreben von verantwortlichen Re'chsmtnisterien und ähnlichen Verfastungs brüchen als etwas ganz Natürliches und Erlaubtes -Dienen wäre

Karlsruhe, 8. April. Die Frau Großherzogin ist heute von Berlin wieder hier eingetroffen. Y , n

Lübeck, 8. April. Nach einer Bekanntmachung des Senats wird, um der Trauer über den Heimgang Emanuel Geibells, des Ehrenbürgers der S.adt Lübeck, einen würdigen Ausdruck zu verleihen, das Begräbmß des Dahmgefchie. denen mit einer öffentlichen Feier begangen werden, die am Samstag st Uhr MorgetkS in der Marienkirche stattfindet. Vereine und Körperschaften werden zur Betheiligung aufgefordert. Der Bürgerausschuß hielt gestern eine besondere

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bemalich der Feststellung der nächsten Tagesordnung, we lches den Vorschlägen des Ministerpräsidenten Bratiano nicht entsprach, hat das Cabmet seine Entlassung gege en_ genQt votjrte einstimmig die Motion Bratiano,. ihn ersuchend, die Demission zurückzuzieheu. Die Kammer beschloß gl-ichsalls mlt S3 Stimmen (25 Stimmenthaltungen) ein Vertrauens-Votum. Mau glaubt, m Folge dieser Voten werde Bratiano bleiben. M

London, 8 April. Die Reife der Kömgm nach Darmstadt, welche wegen des Todes des Herzogs v. Albany aufgeschoben worden war , ist nun­mehr auf den. d. MS festgesetzt, die Prinzessin Beatrice wird die Komgm ' Das Unterhaus nahm die Wahlreform-Bill mit 340 gegen 210 Stirn-