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den nieniaer labten war Piefke der erste Capellmetster in der preußischen Armee, der mit der Capelle des Leibgrenabier-NegimentS classische Musikstücke Glucks. Symphonien von Haydn. Mozart und Beethoven zum Vortrag brachte- Eine Excuiston der Capelle nach Berlin brachte Piefke Reuonuvä und die Theilnahme nicht nur der Koryphäen der Kunst der Musik, sondern auch der Mitglieder bt3 königlichen HauseS, die seitdem niemals erloschen ist. Graf Rebern, Meyerbeer, Liszt, Richard Wagner u. A- schätzten seine Hobe Begabung für Instrumentation und waren bestrcbt, ihm ihre Sympathie bet seder Gelegenheit zu bekunden. Die Kämpfe von 1864, 1866 und 1870/71 haben Picfke's Namen auch jenseits der Grenzen Deutschlands bekannt gemacht Der glänzendste Moment in dem Leben Pteske'S war der 18. Ap.nl 1864, der Tag des Sturmes auf die Düppeler Schanzen- Der damalige Capellmetster deS Letbrcglmenls, Piefke, hatte die Musikcmps des 8-, 18-, 35 und 60. Regiments tn der zweiten Parallele versammelt und von dort aus den Angriff mit den freudigen Klängen deS iLturm- marsches^begleitet^ Der Direckor der Seewarte, Neumayr, hielt in der

aeogravhtschen Gesellschaft einen Vortrag über die DämmerungSerscheinungm des letzten Vierteljahrs. Er legte dte Untersuchungen dar, welche dieselben mit dem AuSbruch des Krakatoa und dem Vulkane auf Alaska In Zusammenhang bringen. Er behtelr sich ein definitives Urtheil über diese Untersuchungen vor und theckte mck, daß dte Roya - Society tn London das gesummte wissenschaftliche und nautische Material über die Frage zusammenstellen werde. Die Seewarte wird ihr Material noch London senden.

Pest, 31. Januar. Ein furchtbares Unglück hatte fick beute Morgen in Altofin zuaetragen. Die Attofner Stadthauptmannschaft verständigte um 10 Uhr Vormittags dte Centrale, daß tn zwei Häusern auf der Szent Endreet-Straße fünf Personen todt nnd 4 tn Agonie gefunden wurden und daß dieselben Opfer einer Gasverg stung ge­worden sind^ Im Hause Nr. 31 fand man Frau Friedrich Pollak, Frau Ludwig Mobary und Therese Hurnik todt; Frie^tch Pollak, drssen ^jährigen Sohn und Eltsabith Pavics sterbend und im gegenüberliegenden Hause R- 38 Anton Gensky und dessen Gattin todt und den Dienstboten Elisabeth Benyo bewußtlos. Die Stadiyauptmann- schast verfügte dte Uebertragung der noch Lebenden ins JohanntSspital und der Tobten tn das Rochusspttat. Die fachmännische llntersuchung ergab, daß die Katastrophe durch Gasvergiftung herbeigeführl worden sei, trotzdem tn keinem der bezeichneten Häuser Gas etngeführt ist. Das Gasrohr auf der Straße war an einer Stelle ge­sprungen und es enlstiömte Gas durch den lockeren Boden m dte Wohnungen, die zu beiden Seiten der Straße gelegen sind. Das Straßenpflaster wurde aufgertssen und die Untersuchung der Gasleitung ongeotdntt.

sSeltsamer Unglücksfall.) In dem Sprechzimmer eines Hamburger Arztes ereignete sich dieser Tage ein ebenso cigenthümltcher wie trauriger Vorfall Der betreffende Arzt, zu dem ein in einem Bankgeschäft angestellter lunger Mann gdommen war, um ihn wegen eines Halsletdens za consult-ren, halte seinen rechten Ze,gestnger in den Mund des Patienten bet der Untersuchung eingeführt, als Letzterer plötzlich vom Schlag getroffen wurde und sterbend sich in den Finger des Arztes JeflbjB. den Bemühungen zweier schleunigst herbeigeholter Collegen gelang es, bin A er m st en aus seiner schmerzhaften Lage zu befreien. Der Finger schwoll fihr bedeutend an und der Zustand des auf so m-rkwürdrge Art in seinem Berufe verunglückten Mediciners ist zur Seuno|e6=»ft(bcforgni6«reflenb. au8 Men: D,-

Fortschritte unseres Jahrhunderts sind geradezu bcdauernswerth und jeher ^tag bringt reue Erfindungen, welche an Grotzarttgkeit alles Dageweseue überbidcn. Zum Beweise dafür werde ich Ihnen gleich etwas verrathen, daß Sie vor Erstaunen das Blatt fallen lassen, welches Ihnen die merkwürdige Kunde bringt. Pros.ssor Jager, der Seebn- rtecher und Wollapostel, der hier eine Vorlesung hielt, hat nämlich verzechen Sie bas harte Wort wieder -eine Erfindung gemacht. Er handelt sich diesmal um SeelemConselven. Schütteln Sie nicht ungläubig das Haupt! Nach seiner neu erfundenen Methode können nämlich Seilen conservirt werden roie Gurken und Para­diesäpfel. In einem Privatctrkel. wo er zu Gast war. bat er das neue Verfahren dcs Ausführlicheren auseinandergesetzt. Wenn das Hacr emzclner Personen eine ge­wisse Länge erreicht hat, mutz es abgeschnitten und abgesolten werden. Im A^fud befindet sich dann die -Seele" der betreffenden Person, welche auf diese Weste anderen Personen auf die leichteste Art der 2ßdt mitgctheilt werden kann. Proft ffor Jäger versetzt auch den Absud mit Mehl und verfertigt auf diese WeifeSeelen-Pillen , die bei ihm zu haben sind, im Dutz nd billiger. Hat einer Zahnschmerzen, so braucht er nur die Seelen-Pille eines Athleten zu nehmen, der im Circus hundert Pfund mit den Lahnen vom Boden hebt, und er wird sich künftighin b<r g'oßa»ttgsten Kauwerkzeuge «freuen. Leidet einer an Schwindel, braucht er nur die Seelen-Pille einer Seiltänzerin zu nehmen und ist für alle Zeit davon geheilt. Die Seelen-Pillen der Millionäre heilen kranke Börsen, die der Reptilien verwandeln ftocrige Journalisten plotzstch in fromme Lämmer. Kurz, die Großartigkeit des Umschwungs, welchen die Seelen-Pillen herbeiführen müssen, läßt sich gar nicht ermessen. Die Gesellschaft hörte verblüfft die Ausführungen Jüger's an. dann sagte Jemand:Großartig mag Ihre Erfindung sein, ich gebe es zu, aber apvetittlich, appetittlich ist sie gewiß nichi!"

fländlich ist und sich vollkommen bewährt hat. Bft Rosen sollen dte Etiquettm auch das AuSwintern unter der Erde gut au^halten und b.e Schrift soll fortwährend klar und deutlich bleiben. Dos Verfahren besteht tn Folgendem: Von einem Spengler läßt man Ztnkblechstücke von der gewünschten Größe der Etiquetten ausschnetden, dte scharfen Ecken etwas abschneiden und jedes Stück mit einem kleinen Loch versehen. Kurz bevor man dte Etiquetten beschreibt, wurden dieselben auf der einen Seite, auf welche geschrieben werden soll, blank geschabt. Sehr leicht geht dieses Blankschaben von statten, wenn man sich dazu einer fogen. Ztehklinge, wie sie die Schreiner ver­wenden, bedient. Hierbei legt man daS Etiqueit auf eme pass nde, oben ein klein wenig gewölbte Unterlage aus Holz. In Ermangelung eine« geeigneten SchabwerkzeugeS kann man auch den Rücken einer Scheere zum Blankmachen benutzen. Nach dem Blankschaben reibt man die Fläche ein wenig mit feinem Glas- ober Schmirgelpapter ab und es ist jetzt das Etiquett zum Beschreiben fertig zugerichtet. Dte Tinte, mit welcher man schrelbt, bereitet man, indem man 1 Tbeil Kupfervitriol und 1 Tbeil chlorsaures Kalt tn der ca 36sachen Menge reinen Wassers auflöst. Diese Salze sind in jeder guten Matertalhandlung und in fider Apotheke zu haben und nichttheuer. Die Tinte hat eine hellblaugrüne Farbe; sobald sie aber auf blankes Zink kommt, wird die Stelle ttesschwarz. Das Schreiben kann mit einer Gänsefeder oder auch mit einer Stahlfeder geschehen; Stahlfedern müssen jedoch nach dem Schreiben mit dieser Tinte gut abgewaschen und abgeputzt werden, weck sie sonst stark rosten. Die beschriebenen Etiquetten läßt man ca. 2 Minuten abtrocknen und wirft sie dann sofort tn ein Gefäß mit reinem Wasser, in welchem man sie gehörig abfpülcn läßt. Die Etiquetten werden dann herausgenommen. abtrocknen lassen und mit einem öligen Lappen Überfahren. Zum Anfeuchten des Lappens kann Leinöl oder Baumöl genommen werden. Die Schrift erscheint hiernach glänzend und tief schwarz. Zum Befestigen der Efiqu-tten an den Stämmchen bedient man sich verzinkten Etsendrohtes, der ebenfalls nicht theuer und in Eisenwaarenhandlungsn zu haben ist. Sehr gut eignet sich die sogen. Rund­schrift als Schrift für Etiquetten, weil sie kräftige Stammstriche gibt. Man schreibt bei Anwendung von Rundschrift zweckdienlich mit einer Rundschriftfeder oder einer für Rundschrift an der Spitze breit zugeschnittsnen Gänfiseder.

Zur geff. Beachtrrrrg.

Schriftliche Anfragen wegen Auskunstsertheilnng über Inserate rc. können wir nur dann bcant'.nortcu, wenn denselben eine Freimarke für die Rückantwort beigelegt ist. lieber Inserate bezüglich deren Offerten einzitreicken sind, ist die Exp ditton zu keinerlei Auskunftsertheilnngcn befugt. Osfertenbriefe sind soweit keine bestimmten gegentheiligeu Abmachungeil getroffen wurden in der Expedition abzuholen.

Verzeich ni ß

der Mittelpreise der gewöhnlichsten Verbranchsgegenstände in der Stadt Gießen

vom Monat Januar 1884.

Je 50 Kilogramm kosten:

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Kirchliche Anzeige Der en. Gemeinde Gießen.

Donnerstag, den 7. Februar, Abends 6Uhr: Erbauungsstunde in der Stadttirche. Pfarrer Dingeldey.

(Die Reformation in England.)

Landwirthschaftliches.

[Anfertigung dauerhafter Etiquetten für Rosen, Obstbäume u. f. ».] Herr Möser-Darmstadt schreibt tn der Zeitschrift für die landwirthschaftlichen Vere ne des Großherzogthums Hessen: Viele Versuche zur Herstellung dauerhafter Etiquetten zur Bezeichnung von Rosen brachten mich zu einem einfachen Verfahren, das nicht um-

Allgemeiner BekannlMKchnng.

Die Landbriefträger führen auf ihren Bestellungsgängen Bücher mit sich, welche zur Eintragung der ihnen vom Publikum zur Beförderung nach der nächsten Postanstalt übergebenen Sendungen mit Werthangabe, Ein­schreibsendungen, Postanweisungen, gewöhnliche Packete und Nachnahmesendungen bestimmt sind und zu größerer Sicherheit für die richtige und rechtzeitige Ab­lieferung dieser Gegenstände dienen.

Will der Absender die Eintragung selbst bewirken, so hat der Land­briesträger demselben das Buch vorzulegen. Bei Eintragung des Gegenstandes Seitens des Landbriefträgers muß dem Absender auf Verlangen durch Vor­legung des Buches die Ueberzeugung von der stattgehabten richtigen Eintragung gewährt werden.

Da diese Einrichtung und das dem Publikum durch dieselbe gebotene Mittel zu seiner Sicherstellung nicht genügend bekannt zu sein scheint, so wird auf das Bestehen derselben besonders aufmerksam gemacht.

Darmstadt, den 8. Januar 1884.

Der Kaiserliche Ober-Postdirector.

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Anzeiger.

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Gleichzeitig mache noch auf eine Partie Barchent, Bett- und Druckzeuge, Halbleinen, Kleiderstoffe, Hemden, Hofen und Kittel, welche zu wirklichen Fabrikpreisen verab­folge, aufmerksam.

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