Ausgabe 
16.4.1882 Drittes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

L882

Sonntag den 16- Qljptil

Drittes Blatt.

Nr. 88

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS.

SHlftfwu l Schulstraße B. 18.

Betreffend: Die Jdioten-AnstaltAlicestift" bei Darmstadt.

Merck in Darmstadt ernannt worden.

IQ

ßr->-

vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mar! L0 Pf.

Wir erinnern Steuerregulirung.

Gießen, den

1 Korallenkette, 1 Instrument zum Gießen, am 15. April 1882.

SM AtzS di ja

b-"S« 3*"r

Zur Auswanderungsfrage.

Ueber die Auswanderung nady den Vereinigten Staaten von Amerika wahrend des vergangenen Jahres liegen jetzt genaue Daten, geordnet nach den Ve> ze.chntlsen der rlolloehörden vor, nach denen rm Jahre 1881 723 403 Personen und zwar o8ch!8 aus Ew opa, 95,196 aus Amerika, 20,628 aus Asien und 18,459 aus andern Landern in die Vereinigten Staaten einwanderlen- Die euiopaische Einwanderung, welche st ) im vorletzten Decenmum jährlich auf du, chschnittlich 218,000 uno miletztcn auf234 Personen beziffeite, ist noch in keinem Jahre so groß gewesen wie 1881. 1880 betrug He 442 100, 51872 381,500, 1873 369,500, 1869 335,400; alle übrigen Jahre blieben hinter der Zahl 300,000 zurück, ja, in den Jahren 1861, 1862 unb 18/ / sank die Zah der Ankömmlinge aus Europa sogar unter 100,000- Was die Herkunft der Einwanoervr betrifft so sind sämmtliche europäische Staaten von Bedeutung an der Auswanderung nach den Vereinigten Staaten ui einem alle früheren Jahre überragenden Matze be- Lbeiliat. Nur Irland und Frankreich machen eine Ausnahme; bei ersterem Lande ist Lie '8ai)I der Auswanderer von 84,799 im Jahre 1880 auf 70,89b^ ttn Jahre 1881 ge­sunken und Frankreich ist mit seiner vorjährigen Auswanderung (440c>i nicht nur gegen das Vorjahr, sondern ganz besonders auch gegen die 10jährige Durchs chiuttSzifferftarr mrückgeblieben. Den größten Antheil an der Auswanderung hat Deulschland mit 248,323, dann folgt Großbritannien mit 165,087, Schweden mit 55 805, Nonvcgen mit 26 824 und Oesterreich-Ungarn mit 26,302. v v

Nicht geringer als im vorigen Jahre scheint die Zahl der Auswanderer m dem laufenden zu werden, ja, wenn man p-ssimistischen Anschauungen Glauben fch-nken wellte, würde sie jene noch bei Weitem übertreffen. Ganz abgesehen von der letzteren Behauptung würde aber die vorhandene enorme Ziffer schon genügen, um eine erusi- liche Beachiung der Auswanderungsfrage der Reichsregierung sowohl wie dem Jieicps* taae zur Pflicht zu machen. Eme derartige Entziehung von Bewohnern alljährlich mu6 schließlich Deutschland unbedingt zum Nachthell gereichen, auch wenn wir jetzt vielleicht noch von einer (in Wirklichkeit jedoch nicht vorhandenen) Ucbervolkerung reden können- Wir wollen hier zunächst die Gründe der so ungemein starken Aus­wanderung gerade aus Deutschland nicht nochmals eingehend erörtern, das Factum ist da und ihm gilt es vor Allem Rechnung zu tragen, um so mehr, da eine Einigung über die Veranlassung der Auswanderungsepidemle schwerlich zu erzielen sein wird. Von einer Seite wird behauptet, die theuren Lebensmittelpreise, der geringe Arbeits­lohn seien Schuld daran, und diesen Ansichten ist wohl auch das meiste Gewicht bei- zulegen von der andern he.ßt es dagegen, daß d e Wanderlust die Deutschen in die Ferne und nach Amerika ziehen, wo sie hoffen, in Kurzem reich zu werden- Wenn ferner schließlich, wie es f. Z- im Reichstag geschah, noch religiöse, auf den Eullur- kampf zurückgeführte Motive hinzugefügt werden, so sind diese wohl nur in Emzel- fällen anzuerkennen, der hauptsächlichste Antrieb, die Heimath zu verlassen, hat einen practischen, prosaischen Hintergrund, und er läßt sich kurz dahin zusammenfasten, datz alle Auswanderer von der Neuen Welt Besseres hoffen, ohne daß es ihnen daheim immer schlecht gegangen zu sein braucht. , r lri

Obgleich man bereits beginnt, auf die Auswanderung zu achten, so ist man doch gerade in den maßgebenden Kreisen über eine resultatlose Debatte noch nicht hinaus gekommen und läßt den Dingen vorläufig ihren Gang. Allzulange wird dieses laisaer aller nicht mehr anwäh'en können, denn die Rücksicht auf den Nationalwohlstand, wie auf das Schicksal der Auswanderer selbst, von denen so viele Tausende im fremden Lande arbeitslos umherirren oder nach Verlust des Wenigen, das sie jenseits des Oceans mit hinüber genommen haben, erfordert ein Einschreiten. Von beachtens- werther Seite wird die Erwerbung von Colonien im Auslande vorgeschlagen, wohin sich der Strom der Auswanderer ergießen könnte, um so Deutschland nicht ganz ver­loren zu gehen. Wird eine Colonialpolitik wirklich der Auswanderung zum Vortheile sein? Zu bezweifeln ist das wohl kaum, die Hauptfrage ist aber, wo sind die Colonieen, die einer derartigen Schaar von Auswanderern nur annähernd Rechnung tragen könnten? Es ist dies ein schwieriger Punkt, an dem leicht die ganze Angelegenheit scheitern kann, oder der es doch verhindert, daß das Project die von seinen Anhängern geträumte Ausdehnung nimmt.

für die Auswanderer selbst, die oft J ;rei§!(f()eben sind. Die Aus­zustreben und dort dem Übergänge od fonbern Thatsachen, und hier Abhilfe

wandercr-Erzählungen sind keine Erfindung , s Staat hat die nicht aufgehoben ». Äe ÄÄ« Ä ® n Ä" M»* G'-HUch-

wird, selbst da n.cht, wo jeine ' g, t unter denen sich fo viele

Regelung der Auswanderung, genau ® b mit den Vereinigten Staaten von

gewissenlose Subiecte bejmden, und V m ber Herbstsession des Reichs-

Amerika lind vor Allem zu forbern u ^ß^B Schwieriger ist die Lösung der Frage:

*1 °I-'ch-s Jnt--.ll-darin h-d-°, -'n-Klärung schaffen lassen, die zu bestimmten Vorschlägen htnfuhren^anm^^^^^^^^^^^^^^^^^

Gefundene Gegenstände:

Clavierstimmen, 3 Taschentücher, 2 Korbe, r Brieftasche, 1 Sack mit Kartoffeln, mehrere Schlüff-c 1 Hundeblechmark-- Großherzogliche Polizeiverwaltung Gießen.

Fresenius.:

V*3'

sonderst es muß diese ietztere durch Belege gehörig nachgewtesen werden. - Dienstag und Samstag festgesetzt blecken.

Bei dieser Gelegenheit macht man weiter darauf aufmerksam, daß dte Amtst g Großhenogliches Steuer-Commissariat Gteßen.

Gieß en, den 13. April 1882. G Süffert.

je meines ^auiß,bt

t, jlii(f)c ic iftaM famillczu uetmietieii eiss, RaiBüMck, hnt. Dr. WO

AO M 1. JMi «litt

i. G.W.ÄE reunbliche fflanir® :r,$obenfammer,ti. : und verschließkrii iethcn bei

and, Mrb.Sir. !vl

Mbcr ijt der 2. tifc it Z Zimmi, tox ibar, zu vemichm homber,LeuchM snÄrtes Zmm ° eiben.

hrmunS,_AmW

inbl. Per 11

imMmrtözmr

iNb.Ml »ufM Mm. .. .

AsisiMOK.

hlMesM'«J

TOfbOtitV-ät* ä in M» KV'-

Micks Mm

1 .. /Tnn nnba. 0-1

AMiig aus den StandesamtsrcMern des Standesamts Gießen.

9,rir O barbier Ludwig Emil Friedrich Julius Flick von Gießen mit Katharine «WMSMM Elisabeth Friederike Voigt, Tochter des Photographen Richard Voigt vo

April. 9. Streckenarbeiter Johannes Vogel von Re>nhard^hamck Äothanne Heller, Tochter des verstorbenen Weißbmders Konrad H lU- o Berich, 12. Bureaugehülfe Christian Emil Petri von Gießermit PH'lwpme Kat) ^alWer Tochter des pms. Försters Johann Heinrich Emmerich von Tiefenbach^ gugenje Alder, Dr. Wilhelm Hermann Mensch, Wittwer von 3[nßerburg Kohlenhändler

Tochter des Kaufmanns Berthold Alder von SchEntochl^w tz- Tochter des

Justus Georg Unverzagt von Biedenkopf m>t Wilhelmine 2 verstorbenen Arbeiters Johann Steckert von Paterswalde.

Geborene. .. 2 Dem Feldwebel

März. 31 Eme Tochter von auswärts,. Karoline. Ap^u eine Tochter, im U Grotzh. Hess. Infanterie-Regiments Nr. 116 Hemnch F & Dem Schreiner

Moritz Karl Albert- 9. Ein Sohn von auswärts, @uftaD Pescatore eine Tochter. Heinrich Lang eine Tochter- 10. Magdalene. Dem schlost 9

Martha. 10- Eme Tochter von auswärts, M^ Otto Schoner A Kaichen

Berg von Mannheim eine Tochter, Eva- Uer ejn Sohn, Jacob. 1 eine Tochter. 11. Dem Taglöhner Heinrich Heu

von auswärts, Johann Philipp- ^storbene- aIt> DOn Vetzberg.

Avril 3 Taalöhner Georg iPl)ltJpp^ßl^ahre alt, Ehefrau des Registrators 6. Ma^gareih-bKausmann, des Sch'°II^ S-m-F

von auswärts. 9- Marie Koh , Georg Ludwig Wilhelm, 2 ^ah > v 1 Johannes Köhler von Hornsheiw.

35n^®ro6bino(ili(bc Gltßkll

.. We G»-h. »arTermei^eJ UJLF «-rb-nteich,

i Egehend. «Übung 3er Äw* « kommen- und G-werbe.Sk-u-rpflMgeu sei. der letzten Grobherzogliches Steuer-Commissartat Gteßen.

14. April 1882. Süffert.