vommrtag, 22.1 ßrettag, 25. April 1945
95. Jahrgang Nr. 95
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Gietzener Anzeiger
vnihllch« Uni»krfitätrdnlck«rei 8. Lange General-Anzeiger für Oberhessen $ «iehen?rch»!ftr-tze7-y
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™nbeTM^ ।nalküste zum Absturz gebracht.
Berlin. 21. April. (DNB.) Kurz nach den bei ihren Angriffen gegen das Reichsgebiet in der Rächt zum 17. 4. und an dem darauffolgenden Tag erlittenen schweren Niederlagen muhte die britische Luftwaffe in der Nacht zum Mittwoch den Verlust von 31 mehrmotorigen Bombern hinnehmen. Der Versuch der Briten, diesmal von Norden her in das Reichsgebiet einzufliegen, flieh, wie rüher fchon im Westen und Süden des Reiches auf eine starke Abwehr. Neben den hartnäckig am Feind bleibenden deutschen Nachtjägern waren diesmal die Flakbatterien der Lufwaffe hervorragend an diesem grohen Abwehrersolg beteiligt.
Damit erhielt die britische Luftwaffe zum achten Male in diesem Monat bei ihren nächtlichen Unternehmungen gegen das Reichsgebiet einen empfindlichen Schlag. Nach deutschen Feststellungen find damit 188 meist viermotorige Bomber von ihren Terrorangriffen aus Deutschland nicht mehr in die Heimathäfen zurückgekehrt. Mehr als zwei kampfstarke Geschwader schwerer Bomber wurden dabei von der deutschen Abwehr vernichtet. Zu dem Verlust dieser zahlreichen modernen Flugzeuge kommt noch der besonders empfindliche Ausfall vonüberl300Manndes fliegenden Personals.
Sieben feindliche Lomber über nord-
Feststellungen 30 der angreifenden feindlichen Bombenflugzeuge ab. Ein weiteres wurde an der Ka-
Die Realität des Abendlandes
Seitdem.der europäisch-mittelländische Kultur- und Lebenskreis itm ausgehenden Mittelalter durch das Zeitalter der großen geographischen Entdeckungen abgelöst wurde, strebten starke Kräfte unseres Kon° tinents in» die Ferne. Die Welt bekam in weiten! Zonen ein europäisches Gesicht. Dor allem ist per amerikanische Riesenkontinent zu einem Geschöpf Europas geworden, und gerade wir Deutschen wahren durch die Jahrhunderte bekannt geworden als das „Volk für andere", heute erleben wir, daß Amerika sich mit den Feinden Europas verbindet. Es bewahrheitet sich das Sprichwort: „Undank ist
'Berlin, 21.April. (DNB.) Ein gemischter bri- tischer Fliegeroerband unternahm Mittwoch mittag einen Angriffsversuch aus eine Stadt im nordfranzö- siichen Küstengebiet. Deutsche Jäger fingen die feind- liehen Flugzeuge ab und verwickelten sie in schwere
Das Empire soll „zersäbell" werden.
Aordqmerikanischer Imperialismus nützt die Notlage Großbritanniens.
Es hat angeblich um Danzig Krieck gegen uns gen führt, und ist dabei, seine wertvollsten Dominien und Einflußzonen an Washington- abzutreten, und die Regierungsclique in Washington läßt durch ihre Leibjournalisten offen erklären, England müsse klein gemacht werden. Wie wird den Engländern, die vor einigen Wochen eine Polemik gegen diese Abfichten in allen Gazetten vom Stapel ließen, die aber dann auf einen Wink Churchills hin sich wieder zurückzogen! „Die USA. wollen das Empire liquidieren" schrieb damals sogar der „Ecconomist'. Daß den Briten dabei nicht wohl zumute ist, kann man verstehen.
Wie sehr ihnen dieser Pressefeldzug auf die Nerven fällt, bedarf näherer Erläuterungen nicht. Die schwedische Wochenzeitschrift „Contact med Därb- ben", die in amerikanischem Solde steht, veröffent-q lichte dieser Tage eine Weltkarte, auf der in dicken» schwarzen Linien die weltumspannenden Flug» strecken der alliierten Fluggesellschaften eingezeichnet sind. Charakteristisch für diese Karte ist, daß Neu- york das Herz dieses weltumspannenden Flug» systems darstellt. London ist lediglich eine Endstation wie Dutch Harbour auf den Aleuten und Nikolajewsk in Sibirien.
Noosevelts Inspektionsreise nach Mexiko.
Sterben verurteilt ist und man nicht hoffen kann, daß dieses Land aus dem Weltkrieg unbeschadet hervorgehen wird". John Gunther, der die „Chicago Daily News", das von Roosevelt gegen die „Chicago Tribüne" aufgezogene Konkurrenzunternehmen, in Paris, Moskau, Berlin, Wien, Rom und an anderen Orten vertrat, verficht in amerikanischen Zeitschriften wie Harpers Magazine, The Natton u. ä. den gleichen Standpunkt. Der von den Japanern aus Singapur herausgeworfene Rundfunksprecher Cecil Brown kommentierte die Zukunft des Empire dahin: „Das. Imperium wird nach dem Kriege aufgehört haben zu bestehen", und der berüchtigte Senator N y e aus Nord-Dakota, ein Freimaurer, der zu den bekanntesten Dunkelmännern in den USA. gehört, sagte: „Ich habe immer das Gefühl gehabt, daß die ungeheure Größe und Ausdehnung des britischen Imperiums eine Bedrohung des Friedens in der öffentlichen Meinung der Völker darstellt. Jede kommende Friedensregelung wird daher Britannien zwingen müssen, seine Besitzungen herauszugeben", — an die USA. natürlich. Nimmt man hinzu, daß Roose- veltprofessoren wie Bertrand Russell die gleiche These oertreten, daß Zeitschriften irr Millionenauflage wie „ßife" das amerikanische Jahrhundert und den schrankenlosen Yankee-Imperialismus predigen, dann wird offensichtlich, daß sich die „Chicago Tribüne" in sehr prominenter Gesellschaft befindet.
England hat nach Ansicht dieser Yankees den Krieg schon verloren, noch ehe überhaupt über die Beckilung &er Meü verhandelt werden
Vigo, 21. April. (DNB.) Roosevelt traf in Begleitung seiner Frau, des Unterstaatsfekretärs Swift ner Welles und einer Schar von Beamten und OffÄ zieren in Mexiko ein. In einer Ansprache deutet« Roosevelt an, daß seine Regierung demnächst rnexi» konische Truppen für Nordafrika und wettere mexikanische Arbeiter für bie nordamerikanifche Industrie an forder n werde. Er erklärte u.a.: „Wir erkennen die gegew- feilige Abhängigkeit unserer gemeinsamen Reserven» an", was in der Rooseveltschen Sprache soviel bedeutet wie „mir betrachten Mexiko als nordamerikanisches Kolonialland".
llSA.-Reeder streichen Niesengewinne ein.
Lissabon, 22.April. (Europapreß.) 19 USA.* Schiffahrtsgesellschaften wurde vor dem Schifft fahrtsausschuß des Repräsentantenhauses vorge, warfen, bei Charterkontrakten für den Transport britischen Kriegsmaterials nach Häfen am Roten Meer im Jahre 1941 nicht weniger als 26 874176 Dollar Gewinne eingestrichen zu haben. Ein Senator erklärte hierzu, diese Transporte seien von lebenswichtiger Bedeutung für die Rettung Aegyptens gewesen und rechtfertigen daher den Satz von 75 Cents je Kubikfuß Fracht. Die betreffenden Reeder versuchten ihre schwindelhaften Riesengewinne, die die Kongreßmitglieder als Räuberei bezeichnen, damit zu rechtfertigen, daß heftige Nachkriegskonkurrenz und teilweise neu auft tauchende Geschäfte beizeiten die Ansammlung ent» sprechender Reserven verlangten.
"12 Millionen BNT.-Berluste durch U-Boote zugegeben.
Stockholm, 21. April. (DNB.) Nach eines Reutermeldung aus Washington gab der vom Senat besonders eingesetzte Untersuchungsausschuß für dre Produktionsprobleme des Krieges in den Bereinigten Staaten bekannt, daß etwa 12 Millionen BRT. des anglo-amerikanischen Schiffsraumes im letzten Jahr versenkt worden sind. Der Aus, schuß fügte bei der Bekanntgabe dieses hohen Ton* nageverlustes hinzu, daß von den Bereinigten Staaten und Großbritannien zusammen im Jahre 1942 bei weitem nicht eine derartig große Zahl t?og MT. MU gebaut werden kyMk
wurden sieben feindliche Flugzeuge, darunter fünf Bomber, abgeschossen.
Der A-Krmachtberichi.
DNB. AusdemFührerhauptquartier. 21. April. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Auch gestern kam es südlich Noworossijsk zu harten Kämpfen. Die Luftwaffe schoß hier 91 Sowjetflugzeuge bei zwei eigenen Verlusten ab.
Leichte deutsche Seestreitkräfte versenkten bei der Bekämpfung des sowjelifchen Nachschubs drei mit Munition beladene Schiffe.
An der übrigen O st f r o n t verlief der Tag ruhig.
In der Nacht zum 20. April traten starke britische Kräfte nach mehrstündiger heftiger Artillerievorbereitung zum Angriff gegen die deutsch-italienischen Stellungen der tunesischen Südfront an. Der Feind wurde in schweren Kämpfen, die zur Zeit noch andauern, blutig abgewiesen. Oert- liche Einbrüche konnten durch Gegenangriffe wieder bereinigt werden.
Feindliche Bombenflugzeuge griffen in der vergangenen Nacht Tilsit an und verursachten Gebäudeschäden. Die Bevölkerung hatte Verluste.
Terrorangriffe britischer Bomber richteten sich gegen Stettin und Rostock. Bombeneinschläge in Wohnvierteln und Krankenhäusern verursachten Verluste unter der Bevölkerung und zum Teil erhebliche Gebäudeschäden. Nachtjäger und Flakartillerie der Luftwaffe schossen nach den bisherigen
dem Nichtgelehrten leicht und die von feindseligen Nachbarn be- ____ ... Enge des Staatsgebietes — zwei ( Mker ohne Raum! —, das Fehlen notwendiger Rohstoffe, die dadurch verursachte gemeinsame Geg- erschaft der übersättigten, mit dem jüdischen Welt- iapitalismus verbündeten angelsächsischen Ausdeu- r Irrdemokratien, nicht minder aber der von Deutschen i :>ie Japanern heroorgehobene soldatische Geist des 11 ~ . ... ' . ° v ' !« ____s.r_r. -ei Orrj
Die Verleger spielten in der Politik der Vereinigten Staaten noch immer eine bedeutende Rolle. Sie verfügen dank ihrer persönlichen Beziehungen zu Mitgliedern des Kongresses oder zum Weißen Hause über ausgezeichnete Verbindungen und sind wie die Parteiverhältnisse im Lande nun einmal liegen durch den Einfluß ihrer Zeitungen und Zeitschriften erstklassige Machtfaktoren. Deshalb hat auch da-i Interview, das der Herausgeber der „Chicago Tribüne", Robert Mc Cormick, dieser Tage einem Reporter gab, in den USA. und Großbritannien das Echo gefunden, das es verdient. Mc Cormick kündigt einen Leitartikeljeldzug an, der darauf abzielt, daß die Vereinigten Staaten Australien, Neuseeland, Kanada, Schottland und Wales erwerben sollen, um daraus Staaten wie Nord-Dakota zu machen. Auf die Frage, ob dies nicht bedeuten würde, daß damtt das britische Empire „zersäbelt" wäre, antwortete Mc Cormick: „Das soll nicht unsere Sorge sein; ich halte es nicht für meine Pflicht, ben Versuch zu machen, das britische Empire zu erhalten. Wir haben jetzt 48 Staaten, wir werden dann einige mehr haben." Dabei verdient Beachtung, daß Mc Cormick vor dem (Eintritt der Vereinigten Staaten in diesen Krieg zu den hervorragendsten Führern der Isolationisten zahlte.
Es handelt sich hierbei nicht etwa um eine Entgleisung der „Chicago Tribüne", sondern um eine brühen sehr weit verbreitete Meinung. Der bekannte USA.-Rundfunkkommentator William S h i r e r z. B. hat die gleiche Feststellung gemacht U-L gMgt. dgßaauäs bMjchtz ÄVLNMK LUM
188 feindliche Bomber bei nächtlichen Terrorangriffen im April abgeschossen.
1300 Mann des fliegenden Personals gingen verloren.
I im Raume vermitteln zu wollen. Nicht die chrono- I irische Reihenfolge, sondern die Ueberficht über Die 11 'eopolitifche und ethnopolittsche Gipfelflur ist dabei iritscheidend. Hat man aber diesen Standpunkt er-
11 eicht, dann ist auch Der Kenner wahrhaft beeindruckt an der Breite und Dichte der Japan und Deutsch- !and im Gefüge verbindenden Bezüge. Und er i|t m so mehr beeindruckt, als die einzelnen glucke i iiieses Gefüges da wie dort in ftrengfinniger Ab- 11 i'ängigteit voneinander sich zu geordnet sind, «o | rnrd das Großdeutschland unserer Tage in einer n lanzvollen Steigerung alter, uralter Herzogsoorstel- » Lingen vom Fübrergedanken beherrscht, wahrend iapans Tenno. seit den Uranfängen l^p^micher || beschichte als gleichsam „lebender Gott' Leib des || vtaatsshinto sowohl wie religiös untermauertei II Mittelpunkt der gesamten Staatsführung ist. Kaiser- I rnus aber und Volk sind mythologisch eines Stam- . IE nes, beide find Verwandte, ganz so wie bet uns I er Führer recht eigentlich als Vater der Ratton
der Welt Lohn." .
In den ersten Nachkviegsjahren predigte in Deutsch' land der fatalistische Kulturphilofoph OswaUl Spengler seinen „Untergang des Abendlandes * Er riß gewalttgc Horizonte auf, bewies jedoch ttv einen Querschnitten immer wieder nur die eine Tat» ache, daß die - Geschichte, die Wirtschaft und ihre Formen, die Kunst und überhaupt die ganze innere Einstellung des Menschen zu seiner Zeit und feiner Umwelt abhängig ist von dem jeweils Herr- chenden Totaldenken. In Europa herrschte damals Lethargie und Verzweiflung, Deutschland war nie» dergebrochen, und unsere Feinde wußten mit dem ihnen unverdienterweise in den Schoß gefallenen! „Sieg" nichts Rechtes anzufangen. Sie lebten nur ihrem Haß gegen alles Deutsche, und aus dieser Einstellung heraus ist es zwanzig Jahre später zp dem treuen Ringen gekommen, in dem wir uns befinden. Unbeholfen stand Europa den neuen weltpolitischen Situationen entgegen, der Klafsenkampl' erhob sein Haupt, so daß es nicht zu verwundern war, daß Spengler in dem allgemeinen Niederbruch des Kapitalismus und Mammonismus den völligen Untergang des Abendlandes voraussagte und — sich gewaltig verrechnet hat. Das Abendland hatte noch die Kraft, geistige und dann auch staatliche Inseln! des Widerstandes zu schaffen, deren größte schließ' sich das vom Nationalsozialismus geführte Deutsch, land wurde. Heute wird es immer mehr offenbar, daß das Abendland geistesgeschichtlich zur „neuen Welt" geworden ist.
Die Wiedergeburt Europas hat von Deutschland und Italien aus schnelle Fortschritte gemacht, und diese Staaten sind es denn auch, die — von meiert befreundeten Nationen unterstützt — mit der Waffe
Praesent und anderer geschaftenen „Biographie von Japan" überblickt auch der Fernerstehende die wahrhaft mustergültige hochbedeutsame Summe dieser mehrhundertjährigen Leistung. „Unentbehrliches entstand mit dieser Bibliographie; nicht nur für den engen Kreis der Japanologen. sondern für das gewaltig pulsierende Leben der Kultur, der Macht, der Wirtschaft zwischen zwei vorwärtsstrebenden Völkern, die sich unendlich viel zu geben haben" im Rahmen einer .Zusammenarbeit auf lange Frist und weite Sicht."
Dankbar und verantwortungsbewußt haben japanische Wissenschaft und Kunst diesem Rus vielfältige Folge geleistet: durch llebertragungen aus her Muttersprache, an der sich immer wieder auch Deutsche beteiligten, durch besonders enge Anlehnung an die deutsche Philosophie aller Schattierungen, insonderheit aber immer wieder der, die sich zum Grundsatz des eigentümlichen Dolksgeistes bekannt hat, durch Gründung einer Goethe-Gesellschaft, sowie eines japanischen Landesverbandes der Internationalen Bruckner-Gesellschaft, durch spürbare Einflüsse auf den deutschen Impressionismus, durch besondere Leistungen auf dem Gebiete der Medizin und der Erziehungswissenschaft. Hand in Hand damit geht eine Ausdehnung der japanischen Kulturwissenschaft, indem sie — was der Sprachwissenschaftler sowohl wie der Indologe schon seit längerem sich anbahnen sahen — Übergriff in die Felder der reinen Indogermanistik und Iranistik.
Inmitten eines Kampfes, wo „um der Menschheit großen Gegenstände, um Herrschaft und um Freiheit" gerungen wird, mögen die vorstehenden Tatsachen und Erwägungen, Gedanken und Ausblicke davon Zeugnis ablegen, daß das kulturschaf- fende Vermögen den Achsenpartner, wenn vielleicht auch weniger sichtbar, so doch nicht minder.lebens- mächtig und zukunftsfreudig ist wie ihre biologische lund militärische Kraft.
machenden Hülle einer klima- und rasfefremden Weltrelegion die uralten Blutströme auf und bahnen sich einen Weg mit der sieghaften Kraft, die auch die Straft der jungen, d. h. ihres Ahnenerbes icheren Völker ist. Denn was soll „jung" in diesem Zusammenhang anders bedeuten als das Ewig- Junge und zugleich Ewig-Alte? Die Jugend, das Jungsein solcher Kulturen, sie sind himmelweit per- chieden von der rein äußerlichen, also nur medizinisch- biologisch verstandenen Jugend einer Gesittung wie etwa der zeitgenössisch nordamerikanischen, die zwar nur dreieinhalb Jahrhunderte alt ist, aber wenig echte Leistungsfähigkeit, dafür um so mehr kindische Unart zeigt, sei es in Gestalt des Filmstar-Rummels, sei es in Form wahllos zusammengeraffter Anleihen aus dem Kulturschatz einer viertausendjährigen europäischen Vergangenheit.
Aus dieser deutsch-japanischen geisttg-seelischen Verflochtenheit ist in rund 300 Jahren ein dichtes Netz zwischenvölkischer Beziehungen erwachsen, welches die rein wissenschaftliche Auseinandersetzung zwischen Forschern wie nicht anders die kulturpolitischen Freundestaten der verschiedensten Form in sich begreift, mit einem Worte die Bewußtwerdung eben dieser geisttg-seelischen Verflochtenheit bar« stellt. Ein Engelbert Kaernpfer, Philipp Franz von Siebold, Erwin von Bälz und Gottfried Wagner schufen als Pfadfinder und echt deutsche Forscher die unverrückbare Grundlage, auf der sich bann die fast siebzigjährige „Deutsche Gesellschaft für Natur- und Völkerkunde Qstasiens" ruhmreich entfalten konnte. In der monumentalen, durch bewundernswerten deutschen Gelehrtenfleiß eines Oskar Nachod, Hans
Japan und wir.
Vou Professor Dr. Walther Wüst, Rektor der Universität München.
i e ilt. __
Die kulturgeschichtlichen Folgerungen, die sichi aus « ieser Grundhaltung des japanischen ^unb deutschen I Mistes ergeben, laufen in starken Strängen Zum tj Äppengedanken, zu einem eigenständigen dauern- | um, zur Ahnenverehrung, schließlich zum umsassen- | en Gedanken der Volksgemeinschaft, wobei wieber- | m in Deutschland wie in Japan zeitweise unb um I esähr gleichzeitig eine „ortsfremde ^aatskultur | lesen Gedanken überrennt. Noch*n die lapa- | ische Gegenwart hinein lebt vereinzelt, so im - I Meoertrag oder im Arbeitsmarkt der Stadt Tahbe '! ln her Provinz Yamaguchi (Wesftapan), eine F » -es treubienftDertrages weiter, der tm T b I eutfchen Mittelalter gleichfalls gang und «abe war.
Unversehens halten wir, indem wie diese Eriche - ’ ung benennen, auch bei ihrer Ursache, chen Rittertum, dem japanischen Samuraitum, die- -n edelsten Blüten der Gesittung bei unsren Freunden wie nicht anders bei uns
Großjapan wie Großdeutschland bauen am Reich. 2°ß dieses Reich aber gemäß Gesetzen unserer JorFteHunqsmelt immer wieder als werdend un Acht als fertig gedacht wird, m«>mebr em Ler ch inserer Sehnsucht ist und bleibt, diese
''en in echtem Glauben verwurzelten Daterlan^^ .ebanten der Japaner wie deb .Datschen »nein in die Natur, welche tbn ub6r5““p(melt,mi,^, äugt hat, fei es im Mythos, ,e. s m d Weltwew •eit solche Verbundenheit mit allen
Kräften der Vergangenheit noch leben g
Meder lsbendig wird, da drecheN occ s< sr
i Seit seinem Eingreifen in den jetzigen Well- Waffengang hat Japan seinen Gegnern wie seinen ■aunenben, ja bewundernden Freunden und Verendeten Rätsel um Rätsel aufgegeben. Ohne durch i-e festländische, über vier Jahre nun schon dauernde, «erbissene Auseinandersetzung mit dem chinesischen !-oloß irgendwie erschöpft oder gar ausgeblutet zu bin, hat es sich von einer Großmacht zur Weltmacht höchsten Ranges aufgeschwungen. Vor unsren Augen empfängt die Weltgeschichte in wesent- chen Zügen ihres Antlitzes andere Form, und es t Japan, das voll dämonischer Kraft diese viel- ■iltrg rätselhafte Form gestaltet. Sinn und Schluß ilchen Geschehens sind unausweichlich: sie bedeu-
, i>n dem Zeugen und Freunde, „die g e i ft i g e front des Dreimächtepaktes" zu ver-
. sehen, indem er das uns allen Rätsel aufgebende Soll des Ostens in feiner Tiefe zu erkennen sucht.
| Kein Volk im ganzen Erdenrund ist mehr berech- gt und mehr befähigt, diese Wesensbetrachtung des
I iipanischen Volkes zu unternehmen als gerade bas 1 isutschs. Deutsche Wissenschaft und d e u t- e Weisheit nämlich haben seit etwa andert-
1 lalb Jahrhunderten, namentlich auf dem Gebiet bet Sprachforschung, erstmalig und einmalig in jler Gesittungsgeschichte der Menschheit die Kunst des
Vergleichs nicht nur entwickelt, sondern derart ver- 'ünert und erweitert, baß bei aller Fragwürdigkeit
I inb Schwierigkeit feiner Anwendung auf einen so füllig andersartigen Gegenstand, wie ihn Japan f otwendig darstellt, er dennoch gewagt und auch || leranhöortet werden kann. Dazu kommt, daß diese
* Reiche deutsche Wissenschaft deshalb, weil sie meh- «:=re Jahrzehnte lang in völlig uneigennütziger, von
,»panischer Seite übrigens warm bedankter Weise ''ipanische Techniker und Juristen, Aerzte und Apo- )eter, Philologen und Psychologen ausbildete, sich
8 \as gültige Recht erwarb, jetzt, an einem Wende- i, |imtt der gesamten deutsch-japanischen Kulturbezie- | iungen, sich mehr denn je in das Bild des nimmer- I ttüben Musterschülers von einst, des groß und stark l| iLwordenen, selbständigen Bundesgenossen von heute 1 ftbevoll zu versenken.
Die überrascheckbe Gleichläufigkeit Japans | ,2ib Deutschlands auf politischem Gebiet ist in ben | bahren nach dem erffcen Weltkrieg immer wieder
Es wäre verfehlt, dort wie hier, ourcy reinen ■ Historizismus eine innere Einstellung zur ideologi- ■ !chen Reichsibee-Entwicklung und ihre Verkörperung K i irrt Iinn "111 nf\fflf
R ^ronterlebnisses und der Frontkameradschaft, flies zusammen mündete in ursprünglich unan,
>che, dann immer mächtiger um sich greifende Er- V t euerU'Ngsbewegungen aus, denen — um mit Gene- , :nl Oshima zu sprechen — als „höchstes Ziel" vor-
schwebte, „eine Weltordnung der Gerechtigkeit zu H erreichen."
4lt Es märe verfehlt, dort wie hier, durch reinen
’ [ leobachtet und behauptet worden, obwohl nicht ver« ! iksfen werden darf, daß der völkisch wiedergeborene !! itationalsozialismus mit feiner neuen Auffassung f 7emdvölkischer Eigenwerte gerade auch dieser Er- | Ismttnis breitere und gangbare Bahn eröffnet hat. | )ie Einzelstücke dieser Gleichläufigkeit springen auch H lern Nichtpolitiker, dem Nichtgelehrten leicht und If chnell ins Auge: i f .rollte Lage, die ( '[ -ölker ohne Rau


