Aus der Gtadi Gießen.
Ein Meister der Chemie.
Am Hettlerschen Hause am Selterstor befindet sich eine Gedenktafel mit folgendem Wortlaut:
.August Wilhelm von Hofmann, ge- . boren in Gießen 8. April 1818, gestorben in
Berlin 5. Mai 1892, ein Meister und glänzender Lehrer der Chemie, der erfolgreiche Erforscher des Anilin und der Anilinfarben. Gewidmet der Stadt Gießen von der Sie- mens-Ring-Stiftung."
Das Hettlerfche Haus ist das Elternhaus August Wilhelm von Hofmanns, dessen Geburtstag am kommenden 8. April zum 125. Male wiederkehrt.
Aus der Zahl von Chemikern, die, aus Liebigs Schule heroorgegangen, in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts. als Lehrer und Forscher um Verbreitung und Förderung der chemischen Wissenschaft sich verdient gemacht haben, ragt August Wilhelm von Hofmann hervor durch die große Zahl der vo» ihm entdeckten bedeutungsvollen Tatsachen, durch höchst erfolgreiche Lehrtätigkeit, durch fruchtbaren Einfluß auf die chemische Industrie und durch umfangreiche schriftstellerische Betätigung.
Am 8. April 1818 in Gießen geboren, widmete Hofinann nach mehrjährigen philologischen und juristischen Studien in Gießen sich schließlich unter Liebig der Chemie. Aus der Gießener Zeit stammen Hofmanns erste Arbeiten über die Basen des Steinkohlenteers und die Metamorphosen des Indigos, Vie bereits die Aufmerksamkeit der chemischen Welt auf den jugendlichen Forscher lenkten. Seine kurz darauf in rascher Folge vollendeten Untersuchungen lieferten Ergebnisse von grundlegender Bedeutung für die Entwicklung der organischen Chemie und be- aründeten von Jahr zu Jahr stärker seinen wissenschaftlichen Ruf. Er begann seine akademische Tätigkeit in Bonn, setzte sie dann einige Jahre an der in London neu errichteten Schule für Chemie fort und übernahm 1865 als Nachfolger Eilhard Mitscherlichs die Professur für Chemie an der Universität Berlin. In weitesten Kreisen bekannt und volkstümlich wurde .Hofmann vor allem als der Forscher, der den Anstoß zur Gründung der Teerfarbenindustrie gegeben hat. Er hat auch 1868 in Berlin die Deutsche Chemische Gesellschaft" begründet, die ihr im Jahre 1900 errichtetes Heim ihm zu Ehren Hofmann- Haus" nannte und Mei Jahre später für hervorra- gende Leistungen auf dem Gebiete der Experimen- ttrlchemie die Hofmann-Medaille stiftete.
Ganz besonderen Ruf hatten sich die Berliner Vorlesungen des berühmten Chemikers erworben. Hofmann las in der Regel zwei Stunden hintereinander, und meist wurde diese Zeit noch weiter „um einige elastische Minuten" ausgedehnt. Er war nicht zu ermüden, und die ungewöhnliche Frische urch Lebendigkeit des Vortrags wirkte elektrisierend auf die Zuhörer. Dazu liebte er,es, seine Vorlesungen verschwenderisch mit wohlvorbereiteten glänzenden und überraschenden Experimenten auszustatten. Durch liebenswürdigen Humor wuß^e Hofmann sich in persönliche Beziehung zu den Kommilitonen zu fetten. Wo möglich, brachte Hofmann tn den Vorlesungen allerlei scherzhaftes Beiwerk zum Vorschein, so zum Beispiel wirklichen Bierausschank ourch Pression bei der flüssigen Kohlensäure. Hierauf bezieht sich eines der chemischen Bierlieder, worin es heißt: ,
„Ach Chemie, ach Chemie, o 'du schöne Wissenschaft, Dir verdanken wir des Bieres Gerstensaft, bum, bum. Prächtig uns die Kohlensäure unser Meister demonstriert. Volle Schoppen in dem Hörsaal, jedesAuge ist gerührt."
Bei der Besprechung der zum Aromatisieren dienenden Ester ließ Hofmann einen Teller mit Himbeerbonbons herumgehen, der sich so schnell lehrte, daß die weiter hinten sitzenden Studierenden leer auszugehen fürchteten und diesem Gefühl nach altem akademischen Brauch durch Scharren mit den Füßen Ausdruck verliehen. Der Professor hatte derlei vorausgesehen; er zeigte lächelnd auf einen rückwärts- stchenden Reservefonds von Bonbons mit den Worten: „Es sind noch viel mehr dal" Natürlich allgemeine Fröhlichkeit, und statt des Scharrens lebhaftes Getrampel. Diesen frischen Humor hat Hofmann bis zur Schwelle des Todes bewahrt; er hat ihn auch nicht in den populären Vorlesungen vermissen lassen, die er wiederholt, besonders in Berlin, gehalten hat.
Im August 1891 beging Hofmann sein fünfzigjähriges Doktorjubiläum, am 5. Mai 1892 ist der große Chemiker gestorben. Die Berliner Studentenschaft, die so oft bei festlichen Kommersen ihrem geliebten Lehrer zugejubelt, hatte es sich nicht nehmen lassen, dem Verewigten eine eigene Trauerfeier zu veranstalten, die am 22. Juli 1892 in den weiten Räumen der Philharmonie in Berlin stattfand. C. K.
Kür Tapferkeit vor öem Keinöe.
Der Soldat Paul Krumb iegel aus Gießen, Katharinengasse 12, wurde für Tapferkeit vor dem Feinde bei den Kämpfen im Osten mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet.
Lichtspielhaus:
,5000 Mark Z?elohnung^.
Ein handfester Kriminalfilm — ohne Romantik und ohne künstliche Komplikationen, einer von der sachlichen Art, welche gerade dieser Gattung gut an- steht. Daß der Film den Fall ausschließlich vom Blickpunkt der Kriminalpolizei aus betrachtet, daß die Aufklärung "des Verbrechens — es handelt sich um Brandstiftung, Mord und Erpressung — und die Ergreifung des Täters die Komposition der Fabel . nachdrücklich bestimmen, versteht fich fast von selbst. Das Drehbuch schrieben Walter Forster und Jo Hanns Rösler zusammen mit dem Spielleiter Philipp Lothar M a y r i n g , und es erweist sich, der Verzicht auf eine früher beliebte RoMn- kisierung des Stoffes, daß ruhige Sachlichkeit die Spannung, die der Besucher von einem Kriminalfilm mit Recht erwartet, durchaus nicht zu beeinträchtigen braucht; manchmal geht es hier sogar ein bißchen wie in einem Lehr- oder Aufklärungsfilm ?u, ohne daß man sich dabei auf falsche Geleise ge- I schoben fühlt; das geschieht ganz unaufdringlich und st recht interessant: ein nüchterner Einblick in die Arbeitsweise und Methodik der Polizei hat das Publikum noch nie gelangweilt; man sieht .erner, Mfc mit dilettantischer Detektivspielerei um der ausgesetzten Belohnung willen meist gar nichts, gewonnen, sondern unter Umständen sogar viel aufs Spiel gesetzt und verloren ist; es ist auch lehrreich zu be» merken, wie ein Verbrechen das andere nach sich ziehen und wie die Aufklärung von einer Seite .ommen kann, von der man sie am wenigsten er- märtet; wie ein zufälliger Blick m den Spiegel zu überraschenden Kombinationen (auch im Zuschauer)
Giiie Arbeit im Sportkreis Wetlerau-Aord.
Kreisarbeitstagung im ASNL.
Am Sonntag führte der Sportkreis Wetterau- Nord im NSRL. im „Burghof" in Gießen eine Arbeitstagung des Kreisführerstabs und der Dereins- und Gemeinschaftsführer durch, die gut besucht war. Der Tagung gingen Darbietungen der Kreisvorführungsgruppen in der Turnhalle der Alten Pesta- lozzischule voraus, wobei Keulenübungen, Barrenturnen und ein Gruppentanz der Turnerinnen, ein Radballspiel, Schauboxen und Rollfchuhlauf einen Einblick in den Leistungsstand dieser Gruppen geben sollten.
Die Tagung im ,Burghof" wurde mit einem Gedenken an den verstorbenen Reichssportführer von Tschammer und Osten und an die im Kampf für Deutschlands Zukunft gefallenen Kameraden eingeleitet.
Anschließend gab Sportkreisführer Heller einen umfassenden Bericht über die Tätigkeit aller Fach- gebiete im letzten Jahre, der den vielseitigen Einsatz der Sportler und Sportlerinnen, Turner uni) Turnerinnen im Wettkampf und bei Vorführungen zeigte und ein Bild von der Arbeit und dem hohen Leistungsstand im Sportkreis gab. An den Erfolgen sind die Leichtathleten, Schwimmer, Radfahrer, Turner, Fuß- und Handballer, Tennisspieler und Rollschuhläufer beteiligt, die in Wettkämpfen im Kreis und Gau sehr erfolgreich sich einsetzten.
Die Arbeit im neuen Jahre hat schon auf allen Sportgebieten eingesetzt, die Spiele der Rasensport- ler gehen weiter, die Schulungen werden laufend durcygeführt. Die Kreis- und Gauwaldlaufmeister- schaften sind für die nächsten Sonntage in Gießen sestgelegt, die Prüfungen für das Reichssportabzei
chen werden laufend veröffentlicht, im Mai werden die ersten leichtathletischen Wettkämpfe gestartet. Die Turner und Turnerinnen werden an den nächsten Sonntagen als Abschluß der Winterarbett ihre Wettkämpfe austragen.
Der Kreiswandertag auf dem Staufenberg wird Gelegenheit zu volkstümlichen Wettkämpfen geben und sost als Bergfest ausgestaltet werden. Nachdem im Juni die Kreismeisterschaften im Schwimmen und in Leichtathletik durchgeführt sind, werden im Juli die Orts-Turn- und -Sporttage einsetzen, die im vorigen Jahre von vielen Vereinen gut ausgestaltet wurden. Den Höhepunkt des sportlichen Lebens wird der Kreis-Turn- und -Sporttag im August in Gießen bringen, an dem alle Fachgebiete ihre Wettkämpfe austragen.
Der Ausbau uftd die Neugründung von Kinder- und Turnerinnenäbtellungen wurde mit Nachdruck gefordert und der Besuch der laufend durchgeführten Lehrgänge den Vereinen zur Pflicht gemacht. Die verständnisvolle Zusammenarbeit mit der Jugend liegt im beiderseittgen Interesse und muß weiter gefördert werden.
Der dem NS.-Reichsbund für Leibesübungen für das Jahr 1943 gestellte Sonderauftrag wurde ausführlich besprochen und den Vereinsführern für seine Durchführung weitgehende Unterstützung durch die Sportkreisführung zugefagt.
Nachdem noch die Soldatenbetreuung, der Einsatz für das WHW. und wettere Anordnungen besprochen und geklärt waren, wurde die Tagung mit dem Gruß an Führer und Wehrmacht geschlossen.
Planetenversammlung am Abendhimmel
Sternschau im April 1943.
Von Dr. Erwin Kossiima.
Im Aprll dieses Jahres können alle Wandelsterne vom sonnenncchen Merkur bis zum Neptun beobachtet werden. Mit Ausnahme des Mars, der nur für kurze Zett am Morgenhimmel auftaucht, stehen alle Planeten am Abendhimmel. In langer Reihe sind sie aufmarschiert, und wenn die Mondsichel an ihnen vorüberzieht, ergeben sich besonders schöne Konstellationen. Mtt unerreichtem Glanz, olle anderen Sterne überstrahlend, beherrscht Venus als Abendstern den westlichen Tell des Himmels. Ihr Untergang verzögert sich im April um l1/» Stunden und erfolgt Ende des Monats erst gegen 24 Uhr. Daher kann man, was nicht gerade häufig der Fall ist, den Abendstern auf dunklem Grunde, umgeben von schwächeren Fixsternen, leuchten sehen. Unser Nachbarplanet durchwandert im April das Sternbild des Stiers^ Seine Helligkeit steigert sich im Laufe des Monats noch etwas, da Venus sich der Erde nähert. Ihr Abstand verringert sich im April von 223 Millionen auf 201 Millionen Kilometer. Am 25. wandert Venus nördlich an Saturn vorüber, der sich ebenfalls im Stier befindet, unweit des röllichen Aldebaran. In diesem Sternfeld finden wir auch Uranus, links-unterhalb des Siebengestirns, wo er in der ersten Monatshälste mit dem Feldstecher noch beobachtet werden kann.
Aus größerer Höhe strahlt der majestätische Jupiter herab, nächst Stenus das hellste Gesttrn am Abendhimmel. Jupiter, der seit dem 12. März wieder rechtläufig ist, bewegt sich langsam im Sternbild der Zwlllinge. Sein Untergang verfrüht sich im Aprll um annähernd zwei Stunden, so daß er gegen Ende des Monats um 2 Uhr Somlnerzeit verschwindet. Im Gegensatz zu dem bedächtigen Riesenplaneten Jupiter wandert Merkur, der kleinste unter den großen Planeten, äußerst rasch. Mit Recht führt dieser Wandelstern, der die Sonne in 88 Tagen umkreist, den Namen des geflügelten Götterboten. Ngr für kurze Zeit taucht er in der näheren Umgebung der Sonne auf und verschwindet wieder ebenso rasch wie er gekommen.
Am 4. April gelangt Merkur in obere Konjunktion mit der Sonne, das bedeutet, er steht hinter der Sonne und ist unsichtbar. Der Planet entfernt sich nun in östlicher Richtung von der Sonne und erreicht am 30. April seine , größte östliche Abweichung vom Tagesgestirn mtt 2O3/« Grad. Merkur geht dann rund zwei Stunden noch der Sonne unter. Beim Aufsuchen des' wegen der Sonnennähe schwierig zu beobachtenden Planeten dient uns Venus als Leitstern. Wir finden Merkur über dem westlichen Horizont am besten eine Stunde nach Sonnenuntergang, wenn wir den
Blick von der glänzenden Venus nach rechts unten, etwa unter einem Winkel von 45 Grad, schweifen lassen und dabei den Feldstecher oder ein Opernglas benutzen. Wenn Merkur am Abendhimmel steht, ist seine Helligkeit anfangs am größten und nimmt dann ziemlich rasch ab. Es empfiehlt sich daher, möglichst zettig, etwa vom 18. April ab, nach Merkur zu suchen. Neptun kann als Stern 8. Größe nur mit dem Fernrohr beobachtet werden. Der 4400 Millionen Kilometer entfernte Planet steht zur Zeit zwischen den Sternen Beta und Eta in der Jungfrau, ist also fast während der ganzen Nacht über dem Horizont. Die Sichel des zunehmenden Mondes sehen wir am 7. bei Venus, am 8. bei Uranus, Saturn und Aldebaran, am 11. bei Jupiter und am 12. bei den Zwillingssternen Pollux und Kastor.
Am abendlichen Fixsternhimmel vollzieht sich im April ein rascher Uebergang von den Wintersternbildern zu denen des Sommerhimmels. Während Orion, Sirius und Prokyron gegen Ende des Monats in die helle Dämmerung tauchen, erscheinen über dem Osthorizont die Sternbilder Bootes, Nördliche Krone, Herkules und Leier. Im Bootes strahlt als einer der hellsten Sterne des Himmels A r k t u r, der Wächter des Bären, der in der Verlängerung des von den Schwa;lzsternen des Großen Bären gebildeten Bogens steht. Als eigentlicher Sommerstern beherrscht Arktur vom Frühjahr bis in den Spätsommer den südlichen Himmel. Der mit tiefgelber Farbe leuchtende Stern ist eine Riesensonne von gewaltiger Ausdehnung und Leuchtkraft. Bei einer Entfernung von 38 Lichtjahren oder 360 Billionen Kilometern besitzt Arktur den 27- fachen Sonnendurchmesser und nahezu die hundertfache Leuchtkraft der Sonne. Seine Oberflächentemperatur liegt mit 4300 Grad erheblich unter der Sonnentemperatur (5900). Arktur befindet sich er ft auf dem aufsteigenden Ast der Sternentwicklung, während die blauweiß sttahlende Spika in der Jungfrau mit einer Strahlungstemperatur von 17 000 Grad annähernd den Höhepunkt ihrer Entwicklung erreicht haben dürfte und unsere Sonne denselben längst überschritten hat.
Rechts von Spika, etwas tiefer, bemerken wir das auffällige Sternviereck des Raben, darunter die langgestreckte Wafserfchlange. Hoch im Süden steht das prächttge Sternbild des Großen Löwen mit Regulus als Hauptstern. Der Himmelswagen im Großen Bären nähert sich dem Zenit. Der K o - met Whipple-Fe dtke hat das Viereck des Wagens durchlaufen und befindet sich jetzt nahe der Deichsel, er ist in mondlosen Nächten mit bloßem Auge als runder, verwaschener Lichtfleck erkennbar.
führt. Das alles kommt in der wirksam und folge= richtig aufbauenden Spielleitung Philipp Lothar M a y r i n g s fesselnd und unterhaltsam heraus; die mit Geschick verteilte Besetzung unterstützt diesen Eindruck: neben bekannten, scharf und lebendig charakterisierenden Schauspielern wie Friedrich D o • min, Paul Dahlke und Oskar Sima machen sich begabte jüngere Kräfte wie Martin Urtel, Hilde S e s s a k und Olly Holzmann um die Darstellung verdient. Werner Bochmantt schrieb die Musik. — (Bavaria.)
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Im Beiprogramm gibt es die neue Wochenschau und sehr hübsche, schwierig zu erlangende Aufnah- men vom Familienleben des Kranichs.
Hans Thyriot
Für unsere Verwundeten.
Die NS.-Gemeinschast „Kraft durch Freude" führte im Laufe der vergangenen Woche im Auftrage des Oberkommandos der Wehrmacht und in Zusammenarbeit mit dem Sonderreferat „Truppen- betreuung" im Reichs Ministerium für Volksaufklärung und Propaganda in hiesigen Lazaretten folgende Veranstaltungen durch:
Unter dem Motto ,L) Frühling, wie bist du so schön" evfteute die KdF.-Kapelle die Verwundeten eines Lazaretts. In einem reichhaltigen Programm unter der Leitung von Kapellmeister S ch i l l i n - aer wechselten Lieder, Tänze und Märsche. Die Die Sopranistin Else Tietjen und der Tenor Hans ti ef fangen Arien und Lieder aus Operetten und Filmen. Die Hörer dankten den Künstlern mit reichem Beifall. — Im Auftrage der Kreisbild- stelle zeigte Lehrer Appelmann in einem Teillazarett verschiedene Filme über ,Holzwirtschaft". — Zu dem Volksliederabend mit Oskar Besemfelder und dem Chor des Bauerschen Gesangvereins in der Aula waren zahlreiche Verwundete als Gäste eingeladen. Ebenfalls waren Verwundete in den verschiedenen. Vorstellungen des Theaters der Uni- versitätsstM Gießen zu Gast.
Anläßlich der Beendigung eines Kurses bei der La ndw i rtschastlichen ' Schulungsstätte am Unteren Hardthof fand eine kleine Abschiedsfeier statt. Nach herzlichen Worten der Begrüßung durch den Schulungsleiter, Hauptmann Dr. Becker, sprach der Wehrmachtfürsorgeoffizier Major Burgsdorf zu den Versehrten, die sich für die Arbeit auf dem Gebiete des Reichsnährstandes entschlossen haben. Eine Gruppe des BDM. unter Leitung der BDM.-Führe- rin Erika Schneider hatte sich mit ihrem Dor- tragsprogramm zur Verfügung gestellt, so daß bei abwechslungsreicher Unterhaltüng und dem Gesang stoher Soldatenlieder die Stunden schnell vergingen. Zur Kaffeetafel hatte die Ortsgruppe Al- lendorf a. d. Lda. vorzügliche Kuchen zur Verfügung gestellt. Die Kreisamtsleituyg der NSV. ließ jedem Versehrten Zigaretten, Gebäck und Bonbons überreichen. Eine Hauskapelle, von der HI. in Heuchel- beim gestellt, spielte frohe Melodien. Im Laufe des Abends überbrachte der Kreisamtsleiter der NSKOV. G r a v e l i u s die Grüße des Kreisleiters, Oberbereichsleiters Backhaus. Die aus den verschiedensten Gauen des Großdeutschen Reiches stammenden, mit dem goldenen oder silbernen Versehrtenabzeichen versehenen Kursusteilnchmer werden wie die Gäste noch lange an den wohlgelungenen Abend denken, für dessen Ausgestaltung sich FeD- nfebel Michel viel Mühe gegeben hatte.
30 Prozent Licktstromeinssarung
in Gaststätten. Verkaufsräumen und Büros.
Die Reichsstelle für Elektri,fttätswirtfchaft hat Anordnungen über die Einschränkung des Lichtstrom- verbrauchs ttn Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe, in Verkaufs- und Ausstellungsräumen und in Büros und Verwaltungen der gewerblichen Wirtschaft erlassen. Der Lichtftromverbrauch ist um mindestens 30 o. H. gegenüber dem Verbrauch in der entsprechenden Ablese Periode in der Zeit vom 1. Oktober 1941 bis 30. September 1942 herabzusetzen. Für die Betriebe des Gaststätten- intb Beherber« gungsgewerbes sowie für Verkaufs- und AussteK
i lungsräu-me wird darüber hinaus angeordnet, baft in allen Räumen, die dem allgemeinen Publikunms-- verkehr zugänglich find, auch in den Räumen von geschloffenen Gesellschaften, Klubs, Kasinos usw., die Glühlamptznleistung höchstens fünf Watt je Quadratmeter beleuchteter Boden fläche betragen darf. In einem Raum mit einer Boden fläche von z. D. 60 Quadratmeter dürfen in Zukunft nur insgesamt 300 Watt für Beleuchtung aufgewendet werden. Die Herabsetzung des Stromverbrauchs soll möglichst nicht durch Verwendung neu zu beschaffender kleinerer Glühlampeneinheiten herbeigefuhrt werden, sow dem durch Verringerung der Zahl der Brennstellen. In den Räumen, die durch Tageslicht genügend auf- gehellt werden können, ist die Benützung der elektrischen Beleuchtung am Tage untersagt. In ungünstig gelagerten Ausnahmefällen, z. B. bei vollindirek-' ter Beleuchtung, ist eine Erhöhung bis auf sieben Watt je Quadratmeter zuläfstg. Die Anordnungen: regeln weiter die Ueberwachung der Durchführung. Verstöße können nach den Vorschriften der Ver- brallchssttastegelungsverordnung verfolgt werden.
Fünf Gebote zur Branvbetämpfung.
Die britischen Terrorangriffe gegen die deutsche Zwilbeoölkerung haben zur Bildung einer Abwehrfront geführt, deren entschlossener Einsatz schon- manchen Schaden in seine verheerenden Auswirkungen beschränken konnte. Aus jedem Angriff gitt es neue Lehren zu ziehen, um die Schlagkraft der Abwehr zu erhöhen. Von besonderer Wichtigkeit ist der richtige und rechtzeitige Einsatz bei der Brandt bekärnpsung. Die sich dabei ergebenden Forderungen sind von den zuständigen Stellen in den folgenden fünf Punkten zusammengefaßt worden, die jeder Luftschutzgemeinschaft und darüber hinaus allen Volksgenossen zur dringenden Beachtung empfohlen werden: ,
1. Sind Brandbomben auf die Straßen oder Höfe gefallen, so ist mit Sicherheit anzunehmen, daß Brandbomben auch in die Häuser eingeschlagen sind, da die Brandbomben schüttkastenweise abge- worfen werden. Kümmert euch zuerst um die in die Häuser gefallenen Bomben!
2. Die Brandbomben sind mit Sand abzudecken oder mtt Wasser zu bekämpfen. Stabbrandbomben müssen, da sie einen Sprengkopf haben können, aus der Deckung (Mauer, Schornsteine, Maschinen) be kämpft werden.
3. Jeder von der Brandbombe erzeugte Entstehungsbrand ist sofort und nachdrücklich mit Wasser oder Sand zu löschen.
4. Habt keine Angst vor Rauch und großer Hitze. Schützt euch durch die Volksgosmaske oder bindet ein feuchtes Tuch vor Mund und Nase. Ein dichter Rauch bedeutet nicht immer ein größeres Feuer.
5. Aber auch vor der Bekämpfung eines größeren Feuers schreckt nicht zurück. Sorgt rechtzeitig .für ausreichende Wasser- und Sandoorräte. Hattet eure Luftschutzhandspritze und andere Selbstschutzgerätc in Ordnung. Mit diesen Geräten werdet ihr bei mutigem Einsatz auch die Gewalt größerer Brände brechen.
35 Jahre DHC. in Gießen.
Der Vogelsberger Höhen-Club, Zweigverein Gießen, beging am Sonntag in feinem Dereinsheim Hotel Hopftld bei gutem Besuch die Feier seines -35jährigen Bestehens, dem Ernst der Zeit entsprechend in bescheidenem Rahmen. Für den zur Wchr- macht einberufenen Vereinsführer begrüßte. dessen. Stellvertreter, Justizoberinspektor W. Ritter, die Teilnehmer, insbesondere vier Vereinsgründer und den Vertreter des Hauptvereins, Wanderkamerad E. Hitz, lieber die Geschichte des Vereins berichtete in längeren Ausführungen der Mitbegründer, Ehrenschriftführer C. Faber. Wanderkamerad K. Stroh brachte einen beifällig angenommenen poetischen Glückwunsch zur Verlesuna,^ern er später noch eine humorvolle Abhandlung üre» die Wander, ordnung folgen ließ. Die Glückwünsche des Hauptvereins übermittelte in längerer Ansprache Wan- derkamerad Hitz, während der Ehrenvorsitzende des VHC., Dr. B r u ch h ä u s e r (Ulrichstein) seine Glück, wünsche drahtlich übersapdte. Der langjährige rührige Schriftführer des WBA. und Wandermeister des Vereins, Carl Plank, wurde in Würdigung feiner großen Verdienste um den Verein zum Ehrenmitglied ernannt. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Auszeichnung der fleißigen Wanderer, zehn an der Zahl, u. a. einer der Senioren, Chr. Georg, mit der Nadel 425. Nach man» cherlei Austausch von Erinnerungen schloß Wander- kamerad Ritter die Veranstaltung mit dem Gruß an den Führer.
Verdunkelungszett!
6. Aprtt von 21.03 bis 6.15 Uhr . ♦
** Landes-Schafbockschau in Gießen. Der Landesverband der Schafzüchter Hessen-Nassaus hält am 9. und 10. April in Gießen die 6. Landes- Schafbockschau ab. Den Anmeldungen zufolge gelangen ungefähr hundert Jun^böcke aus anerkannten Stammzuchten zum Auftrieb. Der Derfteigerung geht eine Sonderkörung voraus.
Landkreis Gießen.
□ Laubach, 5.April. Im Rahmen der Wehr- machtbetteuung der Kreisdienststelle Wetterau von KdF. fand unter dem Motto „Frühlingserwachen" eine Veranstaltung für das Laubacher Lazarett statt. Die Sprecherin Gerda B a ch f e l d (Offenbach) ließ Verse von Uhland, Geibel und Goetl^ hören, während die Frankfurter Sopranistin Erna Stoll, begleitet von der Pianistin Gisela Sott, mit Liedern von Schubert, Brahms, Hugo Wolf, Richard Sttauß und Leonoavallo erfreute. Konzertmeister Otfried Nies ergänzte die Vortragsfolge mit Beethovens „Frühlingssonate", und Gisela Sott spielte Stücke von Schumann und Chopin. Die Darbietungen tdut- den mit herzlichem Dank entgegengenommen.
(xd Bettenha us en, 5. April. Heute, am Gedenktage des großen Bettenhäuser Brandes, beging unsere Dorfgenossin Frau Elisabeth Leidner, geb. Müller, Ehefrau des Forstwartes i. R. Otto Leidner, ihrep 7 0. Geburtstag. Die Jubilarin ist an Körper und Geist noch so rüstig, daß sie allen Arbeiten in Haus und Stall, in ©arten und Feld gewachsen ist. So bestehen die besten Aussichten, daß sie im Stätherbst d. I. mit ihrem Gatten die goldene Hochzett begehen kann. Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag.
Houplschriftletter: Tr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des imuptichristleiterS: Ernst Blumschein. Berantwortltch für Politik und Biiber Dr. Fr. W. Larrge: für das Feuilleton: Dr. Hans Dkyrtot; für Stabt Sieben, Provin,. Wirtschaft und Sport: Ernst Blumschetn.
DrmI und Verlag: Brüblsche Unwersitütsdrulkeret R. Lange K. S. verlagsietter: Dr.-Jng. Erich Hamann: Anzeigenleiler: Hans Beck,
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