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füforimg der Absperrung. Der Zweck der Durchs suchung sollte die Abiwlung der im Polizei präsi" biiun vorhandenen und den Besatzungstruppen gemeldeten Waffen und Munition sein. Damit begnügten sich die Franzosen jedoch nicht, sondern erschienen wiederholt im Polizeipräsidium, dran­gen in alle Räume ein, öffneten alle irgenKuvie verdächtig erscheinenden Behältnisse und suchten sogar unter den Schriftstücken nach Waffen. Was irgendwie nach Waffen aussah, wurde mitgenom­men, darunter auch die von dec Kriminalpolizei bei Krimmalfallen beschlagnahmten Waffen.

Vie Kriegslage im Osten.

Die Wiederaufnahme der Offensive durch die Russen.

Moskau, 30. Aug. (WTB.) Eine Kund­gebung der R^rerung besagt: Tie russische Armee hat in neuen StellungendieUm- gruppierung vollzogen und die Offensive wieder ausgenommen. Sie hat bereits eurige Ortschaften in der Nähe von Bialyslvk und Bresb-Lrtowsf erreicht. In Galizien haben die rus­sisch-ukrainischen Armeen ebenfalls neue Erfolge gegen die Polen erzielt. Tie polnischen Erzäh­lungen über ungeheure Verluste der russischen Ar­meen gehören in das Reich der Fabel. Es gab schwierige Augenblicke während des Rückzugs der russischen AbteiLungen, die in schwieriger Lage ihren Weg sanden und sich in neuen Stellungen umgruppierten.

Königsberg, 30. Aug. (WTB.) Bon der ostpreußischen Südyrenze ist nichts n e u e s zu melden. Uebertritte erfolgen nicht mehr. Tie Umgruppierung der polnischen Kräfte 'halt an. Tie Frontlinie GvajewoOssoviceBi-alystok Brest-Litvwsk ist nur mit Vortruppen in der Rich­tung GrodnoNolVowvsk und nach Kobrin über­schritten norden. Es besteht nur geringe Fühlung mit dem Feinde. SüdöUich Cholin fhtbet örtliche Kampfhandlungen statt. Nöttstich der galizischen Grenze schreitet die Offensive der Armeen Bud- jennys in der Richtung auf Samostje. Bubfenny überschritt den Nutzva. Jin Abschnitt Lemberg fin­den wechselnde Kämpfe statt.

London, 30. Aug. (WTB.) Havas. Zn einem Funkspruch an Kamenew sagt Tschitsche­rin: Unser Vormarsch gegen General Wrangel dauert fort. Im ganzen Gouverne­ment Tanrieu zieht sich General Wrangel gegen das Innere der Krim zurück. Seine Lage wird kritisch.

Italienische Freiwillige für Rußland?

Paris, 30. Aug. (WB.) Aus 9iom wird gemeldet, daß in Triest ein sozialistisches Frei­willigenkorps gebildet worden ist, das nach Ruß­land gehen will. Trotzki soll sich an die Sozialisten in ganz Italien gewandt haben, mit der Bitte, Rußland mit sozialistischen Legionen zu Hilfe zu kommen.

Mailand, 30. Aug. (WB.) Am Sonntag fanden auf Veranlassung der sozialistischen Partei in zahlreichen Städten Italiens Versamm­lungen statt, mit dem Zwecke, die osfizielle Anerkennung der Sowjetregierung zu verlangen. In verschiedenen Städten verliefen die nur schwach besuchten Versammlungen in größter Rühe; einzig in Florenz, wo die Mrrm* festanten in einem Zuge die Stadt durchzogen, kam es zu. einem Zwischenfall mit der öffentlichen Gewalt, der ein blutiges Ende nahm. Ein Polizist wurde von den Manifestanten getötet, worauf die Polizisten das Feuer erwiderten. Es gab dabei 2 Tote und 7 Verwundete. Infolge dieser Zwischenfälle wurde in der ganzen Stadt der a l l - gemeine Prote st streik prollamiert. In Mailand wurde ebenfalls nach einer solchen Versammlung ein Zug veranstaltet, wobei es zwi­schen den Teilnehmern und Mitgliedern der pa­triotischen VereinigungAS io" und Heimkehrern zu Zusammenstößen kam. Tiefe arteten in Prü­geleien aus, wobei mehrere Personen verletzt wor­den sind.

Die Unterbrechung der WaffenstillstandSverhandlungen.

Kopenhagen, 30. Aug. (Wolff.) Nach einem Telegramm aus Warschau vom 30. August heißt es in einer Note despol­nischen Ministeriums des Aeußern: Die polnische Friedensdelegation lehnte am 27. August die russischen Friedensbedingungen ab, weil sie gegen das Selbstbestimmungsrecht der Völker und gegen die von Rußland bereits anerkannte Souveränität Polens sprechen und eine Einmischung in die innere Politik Polens darstellen."

Paris, 30. Aug. (Wolff.) Havas mel­det aus Warschau: Aus den letzten Nachrich­ten, die die polnische Regierung aus Minski erhielt, ist ersichtlich, daß die Arbeit in Minsk vollständig unmöglich ist, da der Mast der drahtlosen Station zerbrach. Es könne deshalb keine Verständigung mit War­schau erzielt werden. Die polnische Regierung protestierte bei der Sowjetregierung gegen die Schwierigkeit der Verbindung uni) bat, die Verhandlungen in R i g a weiterzuführen. Der Chef der polnischen Delegation begab sich mit der gesamten polnischen Delegation nach Brest-Lilowsk. Es sei sehr wahrscheinlich, daß die polnische Delegation nicht mehr nach Minsk gehen werde, sondern mit Sapieha nach War­schau zurückkehren werde.

Englische Berichte über die russischen Zustände.

Rotterdam, 30. Aug <WB^ AuS dem ausführlichen Bericht der Arbeiterdelegation, die kürzlich in Rußland weilte, ist noch tervorzu- hcben, daß die Gerüchte betreffend häufiges Vorkommen von Verbrechen, Unordnung, Ver­hungern, Verwendung clstnesischer Truppen und Nationalisierung der Frau als un­wahr bezeichnet werden. Obwohl eine boHUi mene gesellschaftliche Gleichstellung bei weitem ni i;t erzielt worden sei, beständen in der Vermö­gensverteilung keine schreienden Gegensätze mehr. Tie Kommission hebt die fbltenurt. Bemühungen hervor, die unternommen werden, um die wirtschaftl. und sozialen Zustänoe zu bessern. Wegen des Mangels an Transport- nrrtteln infolge der Blockade und infolge des Krieges herrscht viel Hunger, auch unter den Hindern, für die in erster Linie gesorgt «Derbe. Tie Araber emp­fingen aber nur Zweidrittel der nötigen Nahrung. An Arznestnitteln herrsckre Mangel. Die Dele­gation spricht zum Schluß die Ansicht aus, biß die Angriffe aus Rußland vom Westen focr zur Ausbreitung des Bolschewismus in Persien und Ostasien führen werden.

London, 30. Aug. (WTB.) Die englische Arbeiterabordnung, die kürzlich aus Ruß­land zurückgekehrt ist, veröffentliSte den Schluß­teil ihres Berichtes über die russischen Zustünde. In dem Bericht heißt es, daß die individuelle Freiheit, die Freiheit der Rede und der Propaganda streng eingeschränkt sind, wo sie eine Gefahr für das Sowjetregime bilden. Die Ar­beit ist auf Grund sehr strenger Disziplin organi­siert. Ten russischen Bauer hat man aber für den Sozialismus nicht gewonnen.

Aus Hessen.

Haussuchung und Beschlagnahme der Akten des Hessischen Schutz- und WirtschastSbundcs.

Friedberg, 30. Aug Gestern vormittag wurde hier imHessischen Schatz- und Wirtschasts- bunt)" und im lbeschästszimmer desHessischen Bauernbundes" durch Frfedterger Stadt Polizisten eine Haussuchung gefoulten. Tie Polizisten hatten keine schriftlichen Vollmachten, gaben aber an, m höherem Auftrag zu fojnMn. TerHessische Schutz- und Mrischaftsbund" hat daraufhin fol­genden telegraphischen Protest abgesandt:

An den Minister des Innern Herrn Tr. Fulda, Darmstadt.

Heute vormittag wurden die Akten desHessi­schen Schutz- und Wirtschastsbundes" durch die hiesige Polizei beschlagnahmt.

Ta keinerlei Rechtstitel zu dieser Beschlag­nahmung vorliegen, erhebe ich Protest gegen diesen Eingriff in meine persönliche Freiheit und bitte um sofortige telegraphische Aufhebung der polizei­lichen Maßregel.

Emil Schäfer, Bezirksleiter.

Ueber den Zweck desHessischen Schutz- und Wirtschaftsbundes" äußert sich dieNeue 5ricb* berget Tageszeitung" wie folgt:

Was ist derHessische Schutz- und Wirtschafte bund". 3m Frühsommer, als die Felddiebstähle, Räubereien und Plünderungen überfoanb nahmen, die Unsicherheit in Stadt und Land sich ungeheuer steigerte, GeneralsMiksg.lüske immer bedrohlichere Formen annahmen, regte sich im Bürger- und Bauerntum das Verlangen, durch eigene Organisa­tion sich gegen weitere &-tgdvaIi igungensu schuhen. So wurde derHessische Schutz- und Wirtschane bund" ins Leben gerufen, der in erster Linie die Sammlung des Bürgertums in seiner wirtschif!- sckxlftlicken Organisation bezwecken sollte. Man wollte und will den Gewerkschaften einen gleichen wirtschaftlichen Machtfaktor entgegenfeßen, um sei­nen Willen im Kämpfe'der Weltanschauungen be­haupten zu können, vor allem aber um sich selbst behaupten zu können. Schutz der Versassung und der durch jie jedem Teutschen garantierten Rechte war und ist der Qberfte Grundsatz. Aus diesem Boden alle ordnungsliebenden und staatserhallenden Ele­mente, einerlei ob Arbeiter ober Minister, zu sam­meln, Zweck und Ziel. Tatreben stellte sich beson­ders aus dem Lande die Notwendigkeit heraus, einen Ortsschutz ins Leben zu rufen, um den Tiebstählen wirksam begegnen zu können. Ange­regt durch einen m Dortelweil von sämtlichen Be­wohnern, selbst unabhängigen, gebildeten Orts- schutz, der fick aus 7080 Personen zu'ammen- feyte und besonders bei Nacht Patrouillen und Wachen stellte, hat Herr Schäfer von sich aus ähnliche Ortsschutzvereine in den Dörfern Ober­hessens ins tieben gerufen. Waffen hat der Hessische Schutz- und Wirtschast'sbund" nie besessen. Taß die Organisation im weiteren sich zu einem Kreis- bzw. Landschutz zusammenschließen mußte, war eine Folge der bestehenden Verhält­nisse. Tenn die örtliche Unsicherheit hatte auch die Gesahr in greifbare Nähe gerückt, daß sich größere Banden bilden würden, die dann in größerem Stil Raubzüge im Land veranstalten konnten. Zur Abwehr solcher drohender Gefahren und zur gegenseitigen Hllisleistung war also einroeitpefoen* der Ausbau geboten. Vorfälle, wie sie sich in Klein-Karben ereigneten, Schießereien nachts in den Gemarkungen lieferten den Beweis, wie drin­gend ein Selbstschutz geworden war. Tie Regie­rung hat bis heute noch nicht diesem Unwesen steuern können. Und wenn der Bauer und Bürger, der noch etwas besitzt, sich diesen Besitz erhalten will, so muß er sich zur Abwehr und zum Schutz zusammenscAießen. Das hat er im Rahmen der Verfassung und auf Grund der Koalitionsfreiheit getan.

Nr. 204

Dc. Siegener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonn» und Feiertags.

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170. Jahrgang

Dienstag, 3j. August 1920

letzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

druck un- vertag: vrühl'sche Unio.-Vuch- und 5tei»druckerei B. Lange. Zchnftleitturg, Geschäftsstelle und Druckerei: Zchulstratze 7.

Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jede Verbindlichkeit. Dreis f6r 1 mm höhe für Anzeigen v. 34 mm Breite örtlich 35 Pf., auswärts 45 Pf.; für Reklame. Anzeigen von 70 mm Breite 150 Pf. Bei Platz. Vorschrift 20',, Ausschlag. ffaupischriftleUer: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für ben übrigen Teil: Dr. Reinhold Zenz; für den Anzeigenteil: $. D«k, sämtlich in Dießen.

lt oder

vorn

tlichung

Flchen der Gcwerkschaftssekretäre und der

® Fabrikleitung half nichts. Mit Hämmern und U Meißeln wurde das Ententegut vernichtet. iT'i.- ___ev*<< QQ-.

Dies der eine Fall. Der andere: Der Be-

neralstreik ist eine

1 ist eine loefentlicb? Aenderung nicht ie technische Nokhllfe hat unter foern

eingetreten. Die

> Grabm-

btt Au-

Ian.

n 1920 x 5, zu der Be-

Sck-utze der Einwohnerwehr das Elektrizitätswerk besetzt und die Sttvrnlieferung wieder ausgenom­men. Im Heilbronner Krankenhaus ist eine Fr cm geiferten, well sie nicht operiert werden konnte, denn das Krankenhaus hatte infolge des General­streiks feinen Strom geliefert bekommen.

Stuttgart, 30. 9£uguft. (WTB.) T«

Der Streik In Württemberg.

Stuttgart, 30. 2tug. (Wolff.) 2üif die Aktioiisausschub der Streitenden der Regie-

>e, daß die :it versehen und Stelle rberlid) am oormittag^

Französische Eutschädiguugsansprüche.

Paris, 31. Aug. (Havas.) Der neue deutsche Botschafter in Paris Dr. Mayer suchte gesteru vormittag öen Generalsekretär ves Auswärtigen Amtes Palsologne auf, um ihm offiziell mitzuteilen, daß er die Geschäfte der Botschaft übernommen habe. Die Unter­haltung lenkte sich dann auf den Einbruch in das französische Konsulat in Breslau, und Palöologne teilte Dr. Mayer mit, welche Wiedergutmachungs- und Verfolgungsan- sprüche Frankreich stelle, wobei er die drin­gende Notwendigkeit einer vollkommenen und raschen Wiedergutmachung betonte.

Vie Lage in Oberschlesien.

Ein Dementi.

Berlin, 30. Aug. (Wolff.) Tie in ter editierte Abftimmungskommission Oter'chlesiens demen­tiert die Zeitungsmeldung, daß die Kommission vom Obersten Rate die Anweisung zur Festsetzung des Abstimmungstermins erhalten habe.

mit

geschosst I sipstands-

hietgegen

letzter

M I, W»' iter!

rung mitgeteilten Bovaussetzungen zu Berfoind- lungen hat die Regierung heute vormittag jotgenße Antwort erteilt: Tie Forderung beöingautgs- ^oser Anerkennung des Steuerabzuges am Lohn wird von der Regierung aufrechter* halten. Noch Sicherstellung des Steuerabzuges und des ungestörten Betriebes der geschlossenen Werke wird die Regierung dfe Polizeiwehr zurück- ziehen. Tie Aenberung des Einkommensteuergesetzes ist Sache des Reiches und des Reichstags. Die württembergische Regierung ist bereit, Acnde- rungsvorschläge der Rcichsregiermig zu übermit­teln. Das Steuergesetz muß restlos durchgefichrt werden. Unter Anrufung der beteiligten Parteien wird die Regierung bei "ber Wiebevernstellung der entlassenen oder ftreitenben Arbeiter mitwrrken. An der Ablehnung der Forderung des Lohnersatzes für die Streiktage muß die Regierung sesthllten.

Die bürgerlichen Zeitungen sind gestern und beute nicht erschienen. Die Ruhe wurde bisher nicht gestört.

Stuttgart, 30. Aug. (Wvlff.) Im Ge-

Dom Äeneh- ür die i sämt- abends -0 von en Be- t. ans- iito mit

walder Zerstörungswut zusammen? In Für­stenwalde sind es zwar keine Motoren, sondern eine Kriegswaffen gewesen. Aber durch ver- ntmstiges Abmontieren und Zerlegen hätte man immerhin einen Wert für die Kultur retten können. Doch die Schreier wollten ein Hempel statuieren und dabei kommt es ihnen of eine Million Mark Kulturwert nicht an. Sogar dieRote Fahne", das Zentralorgan der kommunistischen Partei Deutschlands Spartakusbund) fühlt den klaffenden Wider- stzruch im Verhalten der Kieler und Fürsten- ivalder Arbeiter und Hilst sich mit der Redens- rrt, es gehe in beiden Fällen gegen die Bour- gwisfe. In beiden Fällen habe sich das Prolo- t<riat mit dem gleichen Recht der Notwehr Uvgen die Konterrevolution gewandt. Hohle Schlagworte, mit denen die radikale Presse m>ie der Tintenfisch Trübungen erzeugt, wenn ne nicht mehr weiter weiß. In Wahrheit han- aelt es sich in Fürstenwalde wie in Kiel um Lieselbe unverantwortliche Eigenmächtigkeit, E vkr Hauptbetriebsrat der Eisenbahner . etgte, als er entgegen den klaren Vorsteli- der Behörden alle Waffentransportä ^verbot . Das ist eben nichts anderes als ^ebenregierung. Das ist der Staat im Staate. ^>er Lamps in der inneren Politik des kranken Deutschen Reiches muß ausgetragen werden, '.'nft ist das Ende die Auflösung. Militärische i-me polizeiliche Kräfte hat die deutsche Regie­rung Nicht genug, um diesen Kampf mit Gs- «alt durchzuftihren. Bleibt nur die A u f k l ä - . cu n g. Es muß den Betriebsräten und Ar- Cra ^ar gemacht werden, daß die ejene uullehnung und Sabotierung gegen* ^oer dem Versailler Vertrag zu einer furcht- ^listrophe führen muß, bei der die ^^terschast nicht der am wenigsten leidende k Bevölkerung wäre. Es gibt einen mir or ^es Friedensvertrages, um den in« ^enblick so wenig herumkommen wie viele andere schier unerträgliche Bestim- ni. Darnach müssen Motore genau so <^owurfapparale ausgeliefert oder zerstört tnlTsJ' glvnz wie die Entente es wünscht. Wer Inh»«!.? in ^Ersailles so schnell für die ft>n9r^l<^uu-n9^ ,®er hat denn unterschrie- lr-,te.r ^inie die Vertreter derjenigen D-aenbtre benproletarischen" Kampf ^L."^stallstische" Entente aufnehmen . bS a' L ^.ungleicher Kampf. Er stürzt Volk ms tieffte Unglück. Wollen N cht eins h ^"^ortlichen in letzter Stünde

stbaft Groß-Stuttgarts hat anerfinmt, daß oer Kamps 'dicht um den Steuerabzug gehe und baß bic Arbeiterschast den Steuerabzug anerkenne. Daraufhin hat bte Regierung ge­antwortet, baß sie auf dieser Grundlage zu Ver­handlungen bereit ist, die morgen vormittag mit einer Kommission des Streikausschusfes svattfinden sollen. Ein bürgerliches Mitlagsbfettt der gefamim Stuttgarter Preisfe wirb heute abend ausgegeben.

Technische Rothilfe in Württemberg.

Berlin, 30. Aug. (Wolff.) Im süb- deutschen Proteststreik gegen ben Steuerabzug wurde oer Einsatz einer technischen Not­hilfe zur Verrichtung der Notstandsarbeiten bisher notwendig in Stuttgart, wo insgesamt 300^Nothelfer im städtischen Elektrizitätswerk, im städtischen Gaswerk und als Totengräber arbeiten, und in der Ueberlandzentrale Alt- Württemberg bei Ludwigsburg. Ferner über­nahm die Nothilfe in Häslingen den Betrieb des Wasserwerkes und des Elektrizitätswerkes.

B e u t h e n, 30. 2lug. (WTB.) Aus Jndusttie- kreisen wird uns mitgeteilt: Die Ausstands- bewegung ist wie mit einem ScUage ver­schwunden. Tas innere und das äußere Leben wickelt sich wieder normal ab. Die Arbeit ist durchweg im Gange. Welchen materiellen Schaden die Augustereignisse, abgesehen von sonstigen Wei­terungen, in Oberschlefien angerichtet haben, ist noch nicht zu übersehen. Dott wird man mit außerordentlich hohen Zahlen rechnen müssen. Fordern doch die Polen für ihren Schaden in Kattowitz von der Stadt allein 6 Millionen Mark. Taß die Kohlenförderung außerordentlich beein­trächtigt wurde, liegt bei der Dauer des Stteiks und den Gewalttaten gegen die Arbeitswilligen auf der Hand. Bei Ausbruch des Streiks am 19. August betrug der Hauptversanb 112 000 Tonnen täglich. Diese Ziffer war am 20. August auf 75 Proz., am 21. auf 38, am 23. auf 25, am 24. und 25. August auf 23 rPoz. gesunken. Vorn 26. August ab fing sie wieder langsam an zu steigen. Der Ausfall vom 20. bis 26. August beträgt rund 400 000 Tonnen. Die Wirkung dürfte in erster Linie bte Eisenbahn treffen, weiterhin die Industrie, Gas-, Äektrizitätswerke, vor allem ater die Zuckerindustrie, die bis zum Ende Sep­tember zweidrittel ihres gesamten Kampagne- bedarss gedeckt haben muß.

Kattowitz, 30. Aug. (Wolff.) In der Nacht zum Sonntag und am Sonntag nachmittag nah­men französisch c_ Besatzungstruvpen im Verein mit italienischen Truppen eine Durch­suchung des Polizeipräsidiums vor. Tie Italiener befajränBen sich auf die Durch-

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8 iriebsrat der Reichswerft in Kiel verlangt, I daß 230 dort lagernde Flugzeugmotoren nick)t, U iüie die Entente will, unbrauchbar gemacht, sondern zu Kulturzwecken, z. B. für Straßen- I b ahnen tenutzt werden. Das ganze deutsche I Proletariat müsse mithelfen, die geplante kapi- | I«stiftische Wahnsinnstat zu verhindern. Der 1 ilSortgebrauchkapitalistische Wahnsinnstat" beutet wieder auf einen politisch-radikalen Ur* prung der Kundgebung. An sich ein schöner 1 «Gedanke, die Rettung der Motoren für Kul- K irirzwecke. Wenn aber die Entente nicht will?

Am 31. August soll die Zerstörungsarbeit be- H endet sein. Man hätte also etwas früher an* fragen sollen, in ruhiger Form und mit sach­lichen Gründen. Aber die Kriegsansage des Proletariats an die siegreichen Westmächte wegen 230 Motoren, das ist eine viel größere Wahnsinnstat, als die von der Entente viel­leicht nur aus Mißverständnis und Nack)lässi- feit geforderte Zerstörung. Und wie reimt sich ter Kieler Rettungsbeschluß mit der Fürsten-

Der Geist -er Zerstörung.

Eine bittere Suppe ist es, die die deutsche Regierung infolge der Zerstörung des sran- wsischen Konsulats in Breslau bei der Entente cuszulöffeln hat. Aber ein Unglück kommt selten allein. Zwei andere Fälle verschärfen .. ben Konflikt: Fürstenwalde und Kiel. In der U Metallwarenfabrik von Julius Pinttch in H Fürstenwalde haben die eigenen Arbeiter 28 Bombenabwurfapparate zerschlagen. Der g Schaden beträgtnur" eine Million Mark | höchstens, aber sie waren bereits Eigentum I der Entente. Sie wurden seinerzeit Tür die I Reichsmarine gebaut, kamen aber nicht mehr | zur Ablieferung. Die alliierte Ueberwachungs-^ I kommission wir besitzen bekanntlich auf oeutschem Boden deren drei, darunter den xFlugwesen-Ueberwachungsausschuß" be­stimmte, daß diese 28 Flugmordwaffen für die I französische, englische, japanische und ameri- 'anische Heeresverwaltung einznpacken seien. I Lies war auch zum Teil bereits geschehen. (ij plötzlich riefen die radikalen Elemente der s Fabrik eine Versammlung der Belegschaft ein, 1 behaupteten, die Apparate seien für den Krieg gegen Rußland bestimmt und erreichten einen I Mehrheitsbeschluß für die Zerstörung. Alles