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Erstes Blatt

Montag, 29. November 1920

170. Jahrgang

GietzenerAnzelger

General-Anzeiger für Gberheffen

t>rwd und Verlag: vröhl'fche Univ.-Vuch. und 5teindruckerei H. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle und Druckerei: Schulstrahe 7.

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De »tetzener Anzeiaet crfchrint täglich, außer Dann» und Feiertags, vrzuo'ptrise:

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poftlchealonlo: tranffurt a M. 1(683

mmiwerke

I n iöi'ifdjen Vertreter ftaftaefunöen, nach deren 0 1108^lufj folgende offizielle Mitteilung ans-

A" hllj [. ?neben mürbe: Heute nachmittag 4 Uhr tirbe in der Downing Street eine Konfe-

Konfe

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Paris. 2S. Nov. (WTBff Die der Lon- ner Berichterstatter oesEcho be Paris"

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beste, Ehrung,

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GieOti bolstr. 30 Füllgrabe

sieht man vor allerlei Erwägungen. Daß über die bentsche Wiebergntmachungsfrage > auSsülrrlich verhanbelt werden könne, wie es angesichts der Anwesenheit des Grafen Sforza wünscl>enswert erscheint, ist unter die­se« Umständen wohl ausgeschlossen.

ttzlcnz zimsckien Lloyd George, Donar !av und Lord Curzon einerseits und Cam- Ion, Leygues und Berthelot andererseits ißtbgehalten. Es fand ein vorläufiger Mei­nungsaustausch über die die beiden Regie- -^ningen berüfirenbcn Weltprobleme statt. An- IfisichtS ber Abwesenbeit bes italienischen Der- f-Hraters trug bie Besprechung allgemeinen Ekl-erakter ohne Beschlußfassung unb be» jlfftänfte sich auf bie Feststellung bes Pro- Wsssmims. In Erwartung ber Ankunft bes liefen Sforza werben die französisch-bri» Wschen Vertreter heute die Frage prüfen. Wri denen Italien weniger direkt interessiert n, insbesondere die der Wiedergutmachung |tl> ber Volksabstimmung in Oberschlesien

London. 27. Nov. (WTB.1 Havas. Die

itm w«>nig<-r harten, gerechten Frie- rt an biegentnürbe. Die Ere gnisse bäten dem '.lllienischm S <m-pmrAv RockN irtrbcn Er le» h* sich nach London mit der G w.scheit, nicht « r den ita i mWei Interessen, sondern «ruck den

-Ueres'en Franke ichs imb Englands yt die"en.

London. 27 Nov. (WTB.) Gestern hat

iir Zusammenkunft ber englischen unb fron»

Ntnzösischbritische Konferenz wirb voraus» Ifchllich mit einer gemeinsamen Er» Töt u n g enben. Es ist nicht ausgeschlossen, Ik6 ber griechische Ministerpräsibcnt R h a l» liS nach Lonbon berufen wirb, um bieGrie- Aerlanb betreffenden Maßnahmen der Alli- trlen zur Kenntnis zu nehmen. Anderer- lit? nriirbe Lepgues eine iveitere Reise M Griechenland unternehmen, da nicht -ile Fragen im Laufe dieser ersten Zusam- Herkunft geregelt werden können.

Paris, 28. Nov. (WTB.) Wie die Hnvas- rgothrr mitteilt, hat Ministerpräsident Ley- 1 litt seine Dispositionen geändert. Ta * die Möglichkeit sieht, sich 2t Stunden von 2»irbon zu entfernen, will er am Montag nach ?oris ru rückkehren, um in ter DimktagS- Birung der Kammer die ang-kimdigd' Red' über die Vkiederau nähme der diplomatisch.n Beziehungen Mm Bat kau zu halten.

Einem Per.tv*er bc5Temps" erklärte ber »tolienjsche Minister des Aeußern 3ras Sforza auf leider Duvdreff' durch Paris, Ha habe in Span v-ry-blich daran? TingrtpHen, es ne im In'ev-sse ter Ruhe der Welk unb auch im Unterese Grietl^nlmr^s. wenn nvn brr Türkei

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flbct, überreichte Lorb Curzon gestern r französischen Delegation eine Note, in t die englische Auffassung der g riech i- hen Angelegenheit unb ber Orient­ier önrgeiegt wird. Sie gehe dahin, daß k Türkei das Verlorene nicht wieder» bringen dürfe und daß für die alliierten

2l>'e Sicherheit darin gesucht werben müffe, Personen, bie mit ber Politik Konstan­te in engsten Beziehungen geftanben hoben, ft Dusmanis. Hetaxas unb Papulvs, von

Regierung ferngehalten würden. Außer» ein sei es erforderlich, daß eine finanzielle tE) politische Kontrolle über die griechische lecherung auSgeübt werde. Zur Erreichung lkß?s Ergebnisses wolle Lloyd Georges den kiechischen Ministerpäsibenten Ryallis London kommen lassen. Das ch»>sche Memorandum soll am Montag de- pwchen werden.

Sine Unterbrechung ber Londoner Konferenz.

Tie amtlichen Verlautbarungen aus Lon- bott über die Ergebnisse der diplomatischen Besprechungen sind zwar knapp und unvoll» ftinbiß, aber sie genügen, um zu erkennen, ioie bie Dinge stehen. Der französische Säbel Hjirb den Knoten nicht burchhauen. Es be­liebt Derrn Lloyb George, eine anbere Gang- r..rt vorzuziehen. Ganz merkwürbig berührt -r. daß Lord Curzon, ber vom Premier- ninister zu ben sachlichen Verhandlungen 7;in- gezogen worden ist, dem französischen Mi» ickstetpräsibenteit eine Note zustellen mußte, iter bereit Jnl)alt einzelne Privatmeldungen Aufschluß geben. Das Scharfmachertum in ter griechisclien Frage wird damit zurück­gewiesen. Herr Leygues ist ganz offensicht­lich darüber höchst verstimmt, denn er läßt verkünden, daß er wichtige Dinge in Paris i'i besorgen habe und der langweiligen Lon­doner Tagung nicht seine volle Zeit widmen rinne. Er fährt am heutigen Montag zu ben Kammerverhandlungen nach Paris ab, jnb da es heißt, schon am Mittwoch solle bie Konferenz in London beendigt fein, so

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Wie ber Berichterstatter besEcho be Pains" erklärt, verstehe es sich von selbst, baß Frankreich schon von vornherein seinen W i b e r s p r u ch gegen Curzons Ausführun­gen sestgelegt habe.

EinAbtommen über dieBoltSabstlmmung in Cbcrfcfilcfieu.

ita. Paris, 29. Nov Als Ergebnis der geftrimm Unerba(tung zwischen Lloyd George und Leygues läßt sich ein Abkommen über bie Volksabstimmung in Oberschle­sien herw.tSschä en. Der pvli'isck^ Lei gedanke be-3 Versailler VertraaeZ wird auftecht erhalten fer­ner scheint btr'rh'oüen wordrn zu fein, daß bie au ßerhalbOb er schlesienswohnenden stimmberechtigten ihre Stimme in ihrem Wohnort an besonders zu errichten­den Sa m m e l ste ll e n abtrb.m EZ sei ra ür» lich notnxmbii, hi.rzu die Zustimmung der inter­essierten Reriermtgen zu erlangen. Tie polnische Remerung nvrde Garan icn dafür verlangen, daß die Vertre'er der Entente die Mittel erdaltm. nm bie Berech igung. der Wähler zu ir.il fen. Der Temps" meint sie zu, durch die getrennte Stimm» atxiabe sei es mög ich, die Ordnung in Obersclrle» sien misrecht zu erl)alten. ohne die Truppen zu verstärken.

Berlin. 27. Nov. (WTB.) Die bas Achtuhr-Dbenbblatt" berichtet, melbet Per- tinax imEcho be Paris" über bie Lon- boner Berhanblungen folgendes: Besonders schlecht steht es mit dem französischen Stand» punkt in der o b e r s ch l e s i s ch e n Frage. Das englische Kabinett beschrieb zwei Noten abschlägig, nämlich die erste: daß die die nur zufällig in Oberschlesien geborenen Deutschen an der Abstimmung nicht teil­nehmen sollten; zweitens die mit dem In­halt, daß eine Invasion von 300 000 in Ober­schlesien geborenen Deutschen die Ruhe und Ordnung bedrohe, und daß deshalb eine Ver­stärkung des Truppenaufgebots not­wendig sei. Lloyb George erllärte, ber Vertrag müsse buchstabengemäß ange- nxnbet werden und die öffentliche Ruhe und Ordnung sei nicht gefährdet.

All5 ber ,,AbrWunar"-ttommlsston in Gens.

Genf, 27. Nov. (WTB.) In ber Sitzung der Dbrüstungskommissivn machte Lorb Robert Cecil zu Beginn einige Aus­führungen über die WirtsckwftSblockade. Nach­dem er sich mit der Frage befaßt hatte, unter welchen Bedingungen eine Blockade in Be­tracht kommen könnte, schlug er vor, einen besonderen Dienst ober einfach einen Be­amten bes Sekretariats zu beauftragen, ber Derartiges genau zu verfolgen habe, um ben Rat über jede offizielle Verletzung bes Paktes zu unterrichten. Dieses Vorgehen würbe er­möglichen, bie wirtschaftliche Lage schnell an­zuwenden ohne auf die Schaffung einer inter­nationalen Blockadekommisfion zu warten, die der Rat befürwortete und deren schnelles Inkrafttreten Cecil wünschte. M N t e n (Australienl verlangte, daß man für jeden einzelnen Staat die im Falle einer Blockade zu treffenden Maßnahmen festsetze, gewisser­maßen gesetzlich regele. Die Lage hinsicht­lich dieser Frage wechsle namentlich von Land zu Land. Es sei notwendig, daß das Ver­halten eines jeden Landes festgelegt werde. Lange (Norwegen) unterstützte ben Vor­schlag Millen, wobei er sich auf das typische Beispiel seines eigenen Landes berief, dessen Handelsverkehr größtenteils aus der Schiff­fahrt beruhe, und auf den Export basiere. Motta (Schweiz) war zcvar mit dem Vor­schlag Cecils durchaus einverstanden, legte aber Wert darauf, an die besondere Lage zu erinnern, die sich für die Schweiz aus ihrer besonderen wirtfclwstlickien Neutralität, ihrer wirtschaftlick^en Lage und den hohen Prozent­satz der in ihrem Okbiet lebenden Bevölkerung ergebe. Fock (Holland) meinte, daß schließ­lich jedes Land darüber zu entscheiden habe, ob Artikel 16 betr. die Blockade in Straft gesetzt werden solle oder nicht. Der Rat könne bie Mitglieber deS Völkerbundes nur ein­laben, biese ober jene von ihm als not» wenbig erachtete Maßnahme zu ergreifen.

Nach eingehenber Debatte, woran Fisher ^Englanb), Schanzer (Italien), 2ldelswarb (Sck)weben1, Poliisch (Serbien^ Lorb Robert Cecil (Sübafrikal unb Bourgeois (Frankreich) teilnainnen, erklärte ber Ausschuß auf An­trag Bourgeois, in Anbetracht ber Tat- radje, baß bev Rat einzig für bie Amven- bung bes Artikels 15 verantwortlich fei, baß die Kommission, bie mit ber technischen Orga­nisation beauftragt ist, auf keinen Fall ben Charakter einer ständigen Kommission an» nehmen dürfe. Schließlich ernannte die Kom­mission auf Antrag Branting einen beson­deren Arbeitsausschuß.

Eine englische Note an Frankreich.

ita. Paris, 29 Nov Der Sonderbericht- erftixnet dasPeru ^aruicn" in London schreibt

s.'inem Blatte: Die Hoffnungen, die man in eng* lisch-französilcten Kreisen aus den Druck gesell batte, der sowohl in Alhn al5* auch in ber Schweiz ausgeübt tourtr, um die Rückkehr König Konstantins auf den griechischen Thron zu verhinoern. sind p'örllch zu amnun- gebroeben. Die englif.ix Nvtzienmg bat ihren Standpunkt plö^ich geäntct. ter ii davon ü.er­trugt, daß die Rückk hr des abncfctUzn Kön gZ sich nicht mehr verm ixn las'e. Es dürste terl/cr befer fein, König Konstantin den Thron besteigen zu laßen, baiür ater bestimmte Garan­tien zu Derlangit. DuS ist ber Jndrlt der Note, die Lord Curzon am Samsag LeHgues ürer­geben bat. In bi fer Note entart die englische Regierung, daß über die Ereirn.s e in Grü'chcn- lano völlige Gewisthit bestell, daß Volks­abstimmung über die ckk.hr König Konstantins für diesen günstig s ii werde i/n"> daß es baber vorzuziehen s i, daß die Verbündeten jede Lppo^ sition gegen den König unterließen. Plan solle aber von König Konstantin als Garantie bie Ver­sicherung verlang.-n, si ch von allen deut­schen Elementen z u trennen. Fern r solle man die Verrin^.-rung der griechis.len Armee auf 1OOOOO Mann festseyen. U-.bct die Sanktionen, die man Griech mlanö auferkgen wvl e, sacks bie Garaulien nicht g geben mürben, wi l man sich heute, Montag, mit G as Sforza unt rhalten. Nach dem ..Echo de Paris" soll der japanische Botschafter ab Donnerstag an dn Verhand­lungen teil nehmen. Dadurch werde ber oberste Rat wieder fcrgtfLdlt.

Die Slritit de» Frledensvertragc- in England.

Amsteroam, 27. Nov. (Wolfs.) Wie Die englischen Blätter melden, brachte in der in Bradford abgehaltenen Jahresversamm­lung der Nationalliberalen der bekannte libe­rale Führer Sir Donald Maclean eine Entschließung ein, in der die Aufhebung des Obersten Rates des Völkerbundes gefordert und verlangt wirb, daß der Völ­kerbund in praktische Tätigkeit trete zur Rege­lung der mesopotamischen Frage, der polni­schen Krise, der Beziehungen mit Rußland und anderer internationaler Fragen, darunter der Revision oes Versailler Frie- denSvertrages,soweit dies möglich sei". Sir Donald sagte, die Menschheit schreie nach Frieden. Die Zeit für den friedlichen Wiederaufbau sei gekommen. England gebe in diesem Jahre 159 Millionen Pinnd Sterling für seine bewaffneten Streitkräfte ans, , unb Frankreich wie auch die Vereinigten Staaten verwenden zahllose Millionen für ihre Trup­pen. Es sei wertlos, über Sparsamkeit in der ganzen Welt zu sprechen, wenn nicht England in der Abrüstungsfrage die Führung über­nehme. Wenn der Militarismus nicht jetzt zer­stört werde, gehe die ganze Welt dem völligen Zusammenbruch entgegen. Mesopotamien verschlinge dieses Jahr etwa 80 Millionen Pfund Sterling.

Amsterdam, 28. Nov (Wolff.> ImTele- graaf" beipr wt der durch ein kritisä)es Buch über den Fr eoeiisvertrag befanntgenwrbene eng­lische Professor Keynes das von dem amerfa» nifdjen stinanzmaun und Berater Wi'sons in Ver­fall es, Baruch, verfaßte Buch über die Wie­dergutmachung und Wirischastsbestimmungen des Versalller Friedensvertrages, das er ein auf­rechtes Buch nennt, womit der Verfasser der Wahr­heit einen Dienst erwiesen habe. Keynes schreibt unter Hinweis auf die Hoffnung, die Baruch, wie so viele andere, die sich inner'irfuroegen des Ver­trages schämen, aus die W'edergu machungskom- mifiion setzte, seiner Anffcht nach sei auf diese Weise die Rettung unmöglich. Die Kommission habe selbst unter ihren eigenen Mitgliedern wenig Freunde und Bewu^errr Ta ihre Arbeit keine Erleichterung bringe, sei ihre Auflösung we­nigstens in ihrer gegenwärtigen Form und mit ihren augenblicklichen Vollmachten eine Hauvt- bedingung für den Fort'chritt Keimes schreibt^Es , ist. als ob mit dem Ausbla'en von Teutschlanbs Atem der F'uch. der Deutschland oemirfftete, durch diejenigen Iningeatmet wurde, bie diesem Lande genenöberftanMt. Ter Geist, der den Einsall in Belgiens beherrschte, triumr&ierte in Paris."

Amerikanisches Milchvieh für Deutschland.

Berlin. 27. Nov (WTB.) KreiStier- artt Dr. Möller (Düsseldorfs, ber sich im Auftrage ber R e i ch § r ejp e r u n g nach ben Vereinigten Staaten tu-ben hat. um ben Transport amerikanisch^: Milchkühe für Deutschland in bie Dege zu leiten, teilte einer Blättermeldung zufolge- aus 'Houston (Texass seinen Angehörigen im Rheinlande mit, baß ber erste Transport mit 742 Küsten auf bem DampferWest Arrow' in ber 2. Nv- vemberhälfte nach Bremen abgehc. Wie schwierig bie Sammlung unb Aufbringung ber Kühe fei, ergebe sich aus dem Umstand, baß bas Gebiet, aus bem ber erste Transport stamme, eine größere Ausdehnung als Teutschlanb habe. In ber Folge würden rasch hintereinander weitere Ladungen mit Kühen nach Deutschland abgehen.

Ta» deutsch-niederlandische Kredit- und Kostlenabkon mcn.

Berlin, 27. Nov. Die deutsche Regie­rung hat der niederländischen mitgeteill, daß

sie bereit sei, bad Kredit- und Kohlen- abkommen vom 11. Maid. I. nunmehr zu ratifizieren.

Die hessische NarloffclzwcmgrVlrtschast vor dem Rcidistag.

Hleidptag.-abkoibne er Dorsch fat zusam­men mit der Deutjchnationalen Fra tion des' Reid^stags fo'ff« nbe kleine Auflage a.i bie Reichs­regierung geiid) et:

Das Laiibesernähnmffkamt des Freistaats Hessen hat unte.m 14. Oktober eine S3crorb.iunfl er assen, in der es den gnn rivn den Spilen-Orgaui- iationen ber Erzeuger unb Verbrauchs an 23. S^l> temb.r in Der.in vereinbarten Kartoffeln eis von 25 Mk. unter Berufunq auf IZ 12 imb 15 .der Bundesratsv?rorbnung vom 2o. September 1915 als Höchstpreis stst etzt.

Das leii'ifdr Lantesernährrmgsamt Hot nriter imterm 26. Oktober bie Krei.^äuiter ermächtigt, Vvrfdnißeii zur Rese'ung der Ver vrgrmg bei Be- völle imq zu er la sen und be im Iirere'se ber gv- vegciten De.sor<ximg nottvaibigen Aiw.b.iungen zu trtffvn.

Das hessische Ministerium des Innern hat imterm 27. Ok.ober bie llrct ämter an Tcnne.en, bei ber Erfa simg von Sfattoff-'n Eeuda merie und Sickierheitspo.'izei zur Verfügung zu bellen.

Die hrssiidteu Kle Samt r haben am Grmtd dieser Vewrdnungen anfangs Nooemln-r gliid)- lanteitbe Verfügungen erla sen, nach denen zehn Zentner fiartoreln von iex-m angclxiuten Morgrn zum Preise von 2) Mk. fra t Ges y s iür die wirtscha tlich sdiwarhe Bevölke -ung eut tgnet und zur Deckung des Vewrfs ber übrigen Bevö tenrng die freien Kartosf.'ln zum feftncfe.Uen Höchstme se von 2» Mk m Ansvruch genommen merken. Zu- witiei handelnden wird Geiängn Siffras bis zu sechs Mouaren oder Geldstrafe bis zu 1500 Mk. ange­droht. Tie hkssi ch' Rkgi'rung hat damit entgegen dem Wlllen ter Reichsr?gienmg die Zwang<wirt- sd>aft iür Kartofieln durch Ausnahmcj,e,etz mueber eingesührt.

Smd ber Reichsregierung di se Vorgänne be* Fannt? Was gedenkt bie Reichreaieru »g baiw.Kit zu tun, daß sich die hff,isck>e Regienrng gesey- und versa'sungswidrlg über b« Aiwrbnung der ReichSregienmg h nw'gs.tzl ?"

Es steht zu hoffen, daß vor dem Fnntm des Reichstags nunmchr endlich und entgültm bet Streit um die Wieder iniührung ber Zwangs«, bewirtschaitung ber Kartoßeln im Freytaal Heim entschieden wirb.

D e bayerischen Einwohnerwchren.

Berlin, 27. Nov. (WTB.) Amilih. Dee zweitägige Aufenthalt bes bayerisck>en Mi- nisterpräsibenten v. Kahr in Berlin war eingehenbcn Besprechungen übet bie baye­rischen Einwohnerwehren gewibmet. Am Donnerstaa hatte Kahr eine Untcrrebung mit bem Reichspräs identen, der sich Kon­ferenzen mit bem Reichskanzler und bem RcichSminister beS Auswärtigen anschlolsen. Am Freitag folgte eine Beratung zwischen Kahr unb ben beteiligten Reichsministern, zu ber außer einigen weiteren Mitgliebern der baverischen Regierung auch ber Reichskom- missar für Entwaffnung ber Zivilbevölkerung unb ber vorübergehend in Berlin anroefenbe Bo! schäftet May.'r hinzugezogen wurden, lieber bas Ergebnis bet verschiedenen Be­sprechungen kann mitgeteilt werden, daß Kahr die Durchführung des Enlwafsnungsge- setzes und bie Erfüllung ber in Spaa über­nommenen Verpflichtungen auch für Bayern als ein notwenbiges Ziel erkennt unb nur, was bie Entwaffnungsmaßnahmen zu be­stimmten Zeiten angeht, bie Berücksichtigung ber besonberen bayerischen Verhältnisse für unumgänglich erachtet. Während seines Aufenthaltes in Berlin hat der bayerische Mi­nisterpräsident auch ben Vorsitzenben der in­teralliierten Kontrollkommission, General N o l le t, aufgesucht unb ihn über ben (Staub ber Einwostnerwehrfrage informiert; Gene­ral Rollet yat diese Mitteilungen zur Kennt­nis genommen. Kahr hatte ferner Gelegen­heit. auch bem hiesigen britischen Botschafter Aufllärungen über bie Einwohnerwehren in Bayern zu geben.

7lur dein lUicbe,

Der Etat dcS fHe;(frtorf)-niHf'rr'nm3.

Berlin, 27. Nov. (Wolfs.) Der Etat deS Reichswehrmini st eriums wurde im Hauptaus'chuß oes Reichstags weiter bera­ten. Minister Dr. Cscßler erklärte, daß er schon viele Etats ausgestellt habe, aber oie Art, wie an dem vorliegenden Etat R iese nab­st r ich e gemacht würoen, hätten zu zwei Kon- 'eauenzen ge'ührt: Entweoer zwinge man ihn zu U.ebcrforoerungcn, unb das werde er keines­falls zugeben, oocr man lege durch der­artige mechanische Abstriche o c Heeresverwal­tung einfach lahm. Staatssekretär v. Feld­mann protestierte gegen den Vorwurf der Verschwendung, ben oer Abg. Volß erhob. Auf eine Anfrage des Dr. Rosenfelds (11. S.) erllärte der Minister noch, baß das mili­tärische Nachrichtenwesen gar nichts mehr mit dem politischen Nachrichtensystem zu tun habe. Letzteres sei vom Minister im Bereich, des Heerwesens vollständig abgeschafst.