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bisher gegen den dreisten .Handstreich der Polen nichts Wirksames unternommen. Die Beunruhigung der deutschen Bevölkerung, die nichts weiter ersehnt als baldige Bolksabstim- mung, nimmt zu, die Kohlenförderung ge­rät ins Stocken, und die Gefahr eines Ge- neral/treiks steht noch ix>r der Tür. Die Ge­waltsamkeiten einer erregten Dokks- menge in Breslau, die ins polnische und ins französische Konsulat sowie in das Hotel der interalliierten Kommission eindrang, sind zu bedauern und zu verurteilen, sie legen aber Zeugnis ab fnr den Ingrimm, der in deutschen Kreisen ob der fremden Willkür­

Frankreichs in der russischen Frage nicht all­zu tragisch nehme Bon einem Bruch zwi­lchen London und Paris fann keine Rede sein, wenngleich die Luzerner Kundmachung int Grunde nichts als eine Abwehr der Mil- lerand'schen Scharfmacherpolitik bedeutet.

Es hätten in diesen Strom eines neu verabredeten Kurses recht wohl und wirksam alle die Protestbäche hineingeleitet werden können, die gegenwärtig ein Wahrzeichen der deutschen ReichspoliAk sind Andere Mittel als bloße Proteste gegen die Unterdrückung deutscher Rechte und Erschwerung unserer wirtschaftlichen Wiederaufrichtung stehen unS einstweilen leider kaum zu. Ter Polen­einfall inOberschlesien hat das Ber­liner auswärtige Amt veranlaßt, den alten

Parteien, der Gewerkschaften und der Plebisstt- kommissariatc für Deurichianb wurde heute nacht K o r f a n t y folgende Berständigungsnote überreicht:

Als Ergebnis der jwisch.nk^Ihnen und dem Rechtsanwalt Wollny einerseits und dem Pfarrer Ulbitzka und dem Smutäthnt Dr. Btech anderer­seits am 23. ds. gepflogenen Besprechung würben folgende vier Punkte als Vorschlag von pslnisclzec Seite festyesteltt: 1. Entfernung der Sicherheits­polizei und Ersatz derselben bis zur möglichst bal­digen Aufstellung der Abstimauurgspolize^ durch die bewaffnete Einwohnerwehr (Dilfspo.izei, die zur Hälfte aus Polen und Mr Hälfte ans Deutsche« zusammengesetzt ist. 2. Ausweisung derjenigen, die nach dem 1. August 1919 nach Obenchlesien zuaezogen sind. Heber Ausnahmen, die durch be- rujlidx, geschäftliche oder soumze billige Inter­essen der Betreffenden gerechtfertigt sind, ent­scheidet eine paritätische, aus Deutschen uxdPolcn zusammengesetzte Kommission unter dem Borsitz eines Vertreters der interalliierten. Kommission. 3. Tie Dei^rung, die Waffen nickter zufegen oder abzugeben, soll mit den schärfst« Strafen, min­destens mit einjähriger Zuchthausstrafe und mit Vertust des Ibfti mrramg, gaaiMdet werden. 4. Die politischen Partersn und (Äwerkschaften auf polnischer mrd deutscher Seite sollen einen ge­meinsame» Aufruf an die DavLferung zur Rück­kehr zum Frieden erlassen. Diese vier Punkte finden unsere Zustimmung. Zu Punkt 2 wollen wir nicht entscheiden, inwieweit er zu § 3 Abs. 6 des Artikels 88 des Friedensvertrages int Gegen­satz steht. Etz liegt im Stirne ihrer Borschliche, wenn wir im Interesse Oes Friedens in Ober- schieiien und der Sicherstellung einer dauernden ungestörten Fortführung des Wirtschaftslebens »och folgende Punkte hinzufügen: 5. Jeglicher Terror gegen Anders denkende hat zu unter«

A«; GhersHlesten.

Beuthen, 27. Ang. (Aolsf.) Von

Wenn die Luzerner Konferenzen wirklich eine neue Aera der Friedenssicheruug her-

bleiben, insbesondere ist lebe Einwirkung burd) Ofewalttätigkeit oder Trohnngen in den Arbefts- betrieben ober im Privat.cben sowie jeder Zwang wegen Zugehörigkeit zu einer .politischen ober wirtschaftlichen Orgaiistation unter agl. ZurUeber- wachmg Cer Durchführung dieser Vereinbarungen ist für das Abstimmungsgebiet eine paritätische K o m in i s s i 0 n aus Teutschen und Polen unter dem Vorsitz eines V nreters der intcradiierten Regierungs- und Plckiszitkommisüon einzusetzen. Alc> erster Akt eines ernstlichen Willens beider Teile zur Durchführung der grtroirenen Verein­barungen halten wir die sofortige Verössent- lidmng des unter Punkt 4 wrgefebenen Auf­rufs an die Bevolk<rung für notwendig. Wir sind zu einer sofortigen Veröffentlichung dieses Aufrufs bereit und erwarten von Ihnen da-Z Gleiche. Sie haben unseren Vertretern versichert, bat"; der Aufruf Ihrerseits den Frieden in Ober- sclsteuen binn-.m 4 Stunden wiederlxrstellen würde. Sollten Sic daher zögern, so müßten wir barauS entnehmen, daß Sic den gegenwärtigen ungesetz- lichen Zustand billigen, und daß Sie zur Verwirk­lichung Ihrer Zusagen nicht gewillt oder nicht in der Lage sind.

Beuthen, 27. Ang. (Wolff.) Ter polnische AbNiinmungskommissar Korfan th und fämt(id« polnisdfeu Lraanisationeir erlassen etntn Aufruf, worin es beite: Tie Lage ist derart, daß durch einen w.fteren Streik unsere gerechte Sache nur leiden würde. Wir rufen Euch deshalb zur Auf- natyme der Arbeit auf, zumal die Gründe zum Streik nicht mehr vorhanden sind. Gleichzeitig rufen wir auch zur Mgabe der Waffen auf. Die^ sollen bis zum 28. August mittags 12 Uhr bei Den Yiemeindevorstehern niedcrgclegt werden. Fer­ner müssen sofort <plle Angriffe auf die deutsche Bevölkerung Unterlasten werden, damit Ruhe eintritt. Der St'ampf, den wir geführt haben, tvar ein Kampf um Gleich- lrerechtigung, auf bk die polnische Bevölkerung umsonst gewartet 'hat. Jetzt, da wir das Ziel erreicht haben, müßt Ihr unbedingt unserem Auf­ruf Folge leisten, damit wieder Ruhe und Ottmimg in Oberschlesicn erntritt.

IBenthen, 28. Aug. Tie deutschen po­litisch-en Parteien imb Gewerk ffchasien a.lassen folgmden Aufruf: Pad)dem ire Polen gestern durch 2Cufrufe und Versammlungen zur Ru'be gemahnt haben und zur Waffenabgabe Und Wiederaufnahme der Arbeit, Zurückziehung der Posten, Unterlassung von Haussuclmngep und Durchsuchungen der Straßenbahn durch ihre Leute aufgejorbert hoben, ersuchen wir die Bevölkerung bei Eintritt der Rühe sich jeder Gewalttätigkeit gegen die Polen, der Wiedervergeltung und Rache zu enthalten General Lerond hat zugesagt, daß leben, der Gesetze übertreten hat, die voll Schwere des G-esetzes treffen wird. Wir müsten ernstlich zur Piche und zum Frieden kommen. Wir müssen von der Beoöllerung erwarten, daß sie den Aut- forderungen ihrer Führer Fslge leisten wird.

Berlin., 27. Aug. (Wolff.) Den letzten Nachrichten ans Oberschlesien zufolge be inden htti die sieben Grenzkreise mit Ausrnchme der Städte immer noch in der Hand der polnischen öinbe.t. Die AufstandSbewegung hat sich weiter auf "bet Kveis Groß-Strelitz ausgedehnt imb ist sooir in den Kreis Oppeln hineingetragen worden. Nur in Phbnik kam es dank des energische» Auf­tretens der Italiener zu einer Besserung der Lage. Von den Franzosen sind nur leere Worte, aber Beine Taten zu berichten. Nirgends ist ein aktives Einschreiten der Franzosen gegen die bewaffneten Polen festzustellen.

Berlin, 27. Aug. (WTB.) Der Chef der Heeresleitung begibt sich heute nach Schle­sien zu Besprechungen mit den dortigen militari-, schen Dienststellen und zu Truppenbesichtigurrgen.

wochemLckblick.

Von welcher Seite wir oie aufgepeitschte politische Lage betrachten, überall ist in den letzten Tagen nur eine Steigerung der Span­nung, keine Lösung und Milderung ein­getreten. Die kriegerischen Erfolge der Polen gegen die Russen haben den Ab­schluß des Waffenstillstandes und den Frieden weiter hinaus verschleppt. Denn Rußlands Krastreserven sind noch nicht aufgebraucht: bie Moskauer Negierung stützt sich außerdem auf die notorische Erschöpfung des Poleu- volkes, auf die leidgeübte Geduld der von ihr beherrschten Menschen und auf den russi­schen Winter, der das unermeßliche Land un­angreifbar macht. Die militärischen Schläge haben denn auch die Herren Lenin und Tschitscherin keineswegs klein und demütig gemacht. Ihre Vertreter in London halten sich iur Abreise bereit, und wenn die Pariser Be^ apptung auch wohl eine Luge ist, daß Herr ckmeirew erklärt haben soll, seine und seiner Kollegen Abreise komme einer Kriegserklä­rung an England gleich, so ist es doch eine Tatsache, daß die Sowjetregierung die Schwä­chen der Stellung Lloyd Georges recht deut­lich erkennt und fühlt. In England will man Ruhe und Frieden, sehnt man sich aus den beständig neu erwachsenden Konflikten heraus., Audi das große Weltreich will in den eigenen Ländern endlich die 'Aufräumungsarbeiten beginnen, die ohnehin mancherlei Störung er­fahren: im heftig entbrannten Kampfe der Iren um ihr nationales Recht und in den gleichartigen Befreiungsaufständen der außer­europäischen Zonen. Es ist von uns dargetan tzaorden, wie die Erklärung derUnabhängig­keit" Aegyptens gleichfalls für die sturm'-- liewegte Lage Großbritanniens bezeichnend ist. Selbst Frankreich) scheint sich mit derRet­tung" Polens begnügen und dieAllianz auf Leben und Tod" mit Warschau auf einen billi­gen und bescheidenen Frieden gründen zu wollen. Dieser Entwicklung entspricht die in mancher Hinsicht sehr interessante Erklä­rung, welche nach der Zusammenkunft Lloyd Georges und Giolittis in Luzern veröffentlicht worden ist. Hatte diese Erklärung mit ihrem Protest gegen das den Polen zugemutete, den Bolschewismus be­förderndeArbeiterheer" scharf gegen das russischeFriedensprogramm" sich aufgelehnt, weil eS den Frieden der Welt unterwühle, so hat Tschitscherin alsbald durch Kamenew in London erklären lassen, Sowjet-Rußland lasse biete Forderung eines polnischen Arbeiter­heeres fallen und wünsche nur in den ber­kannten Grenzen die Entwaffnung Polens. Damit scheint nun der Weg für Verhandlnn- zen wieder frei zu sein. Die Luzerner Ab­machung ist ja grundsätzlich einer baldigen Friedensschließung mit Rußland zugeneigt und hat uns überhaupt ein wohlklingendes Bekenntnis für Versöhnlichkeit und Milde im Dölkerverkehr erbracht. Wie weit diesem Be­kenntnis aus der überlegenen Machtzentrale London die entsprechenden Taten folgen wer­den, müssen wir abwarten. Soviel ist fid)er: ter derzeitige Lenker der italienischen Politik, ßiolitti, ist ein getreuer Gehilfe und Aegebereiter für die Abkehr von der Gewalt- Etik, wie sie in Versailles offenbart worden st. Wir haben noch den kritischen Auffchrei' « "?Uenischen Kammerausschusses über den Newaltfrieden im Ohr, und wenn auch die alberner Verlautbarung mit diplomatischer Vorsicht eine neue Erkenntnis proklamiert, !° es. doch immerhin recht bedeutsam, daß ter britische Diktator in der Bannmeile der wünschen Umkehrpolitik überhaupt er- chlenen ist.

Auch der deutsche Minister des Auswar- agni, Herr Dr. Simons, hat einige Ur- ^ostaae in der Schweiz zugebracht, und ^lchts hätte näher gelegen, als daß auch Zwischen ihm und Lloyd George eine Zu- immenkunft zustande gekommen wäre. Wir in die Dunkelkämmer der diploma- >lschen Vorbereitungen nicht hineinblicken, aussen es aber jetzt peinlich empfinden, daß n ^rkreter des deutschen Volkes von den Schweiz weilenden Staatsmännern ^scheinend vollständig ignoriert worden ist. nter normalen Friedensverhältnissen wäre : ^<9^ undenkbar gewesen Um gar keine 3In'j?e Meinung aufkommen zu lassen, hat "Sy ausdrücklich erklären lassen, I direkt noch indirekt" sei er mit dem Lychen Minister in Verbindung getreten.

A*§en nicht darüber zu urteilen, ob diese Schweizer Reise als einen -'.b -folg zu betrachten haben wird. Wie '~ln9e heute liegen, wäre seine Zuziehung ®,= -ferner Konferenz vor den Franzosen frrflul116 ü?!^bsame Sensation und Demon- * erschienen. So hat es Lloyd George Herrn Millerand mit einem i ^rundlichen Begrüßrrngslelegramm zu be- patigen, daß er das eigenwillige Vorgehen

Berwalsrungen eine neue hinzuHufügen.

Entente-Kommission und ihre Besatzung hat

Organisationen der Arbeiter entfalten. Innerhalb dreier Organisationen ist e5 notipcnbig, kom­munistische Zellen #u organisieren, die durch anbetuentbe imb beharrliche Arbeit die Gewerk schäften ufro. für die Sache des Kommunismus gewinnen sollen. Die Zellen sind verpflichtet, in ihrer täglichen Arbeit überall den Verrat der Sozialpatrwien und die Wankelmütigkeit des Zentrums" zu entlarven.

Es ist demVorwärts" ein gesundes Fressen, dieses neue Papsttum zu glossieren. Die U. S. P. muß also," so bemerkt er,fast alte ilpre Führer absetzen!" DieFreiheit" findet auf der Proskriptionsliste ihren eige­nen Chefredakteur! Punkt 20 ordnet noch an, daß die neu ausznnehmenden Parteien weitgel)ende Gavantten für erfolgteBes­serung" zu geben haben. Sie müssen u. a. dafür sorgen, daßnicht weniger als zwei Drittel der Mitglieder ihrer Zentralkomitees und aller wichtigen Zentralinstitutionen aus Leuten bestehen, die sich vor dem zweiten Kon­greß der Kornmunifttschen Internationale un­zweideutig für den Eintritt der 'Partei in die dritte Internationale öffenUich ausgespro­chen fyaben" Ferner sind itad) Punkt 21 die Parteiangehörigen, die diese Bedingungen und Leitsätze grundsätzlich ablehnen, ans der Partei auszuschließen. DerVorwärts" schließt seine Besprechung mit folgenden Worten:

Damit wird die gesamte kommunistische Welt der Moskauer Despotie untergeordnet, einer Despotie, wie sie kein Alexander, fein'ar, Jein Napoleon -u träumen gewagt h°it. So fchtäqt denn auch bte bolschewistische Idee, Eon'nuent zu Ende gebedi*, in ihr Gegenteil um. Das dialek­tische Denken eines Karl Marx hätte sein Vergnügen an der Beobachttmg dieses Pro­zesses gehabt: Aus der ersten noch zehnfad) be- mäntelten Abweichlmg von der Zdee der Demo­kratie entwickelt sich der Bollcheivismus zur schrankenlosen Diktatur von em paar Menschen über die gan-c Welt."

Wir stehen wohl vor einer Spaltung derUnabhängigenParte i", denn in derFreiheit", die aus den Statuten der Kommunistischen Internationale hervorhebt, ,chie Parteien, die in jedem Lande arbeiteten, dürften nur als einzelne Sektionen erscheinen, ein Exekutivkomitee solle diktatorische Gewalt bekommen", wird schon lebhaft das Für und Wider erörtert. Ernst Säumig, der eine Vorsitzende der U. S. P., erklärt sich in der Freiheit" für die Annahme der. Moskauer Bedingungen, Arthur C r i s p i e n, der andere Vorsitzende, drückt in demselben Blatte seine Weigerung aus, diesenSelbstmord" zu voll- ziel^en und wirft Düumig und Stöcker vor, schon bei den Moskauer'Besprechungen der drakonisck)en schwarzen Liste ^geftimmt zu haben. Die unabhängigeLeipz. Vvlksztg." rückt von den Moskauer Forderungen als unerhörtem Wahnsftm" ab und schreibt: Wir sind wirklich gespairnt darauf, ob sich noch irgend jemand in unserer Partei finden wird, der die Annahme dieser Bedingungen tu fordern wagt." Auch anderwärts besteht diese Spannung, imb wir werden diese Ent­wicklung mit größtem Interesse weiterverfol­gen.

Die Bretzlauer Vorgänge.

Berlin, 27. Aug. (Wolff.) Der Stellver­treter des Reichsministers des AuSwättigen, Ge­sandter v. Rosenberg, hat sich heute zum fran­zösischen Botschafter und zum polni­schen Geschäftsträger begeben und ihnen das Bedauern der deutschen Regierung über die gestrigen Vorfälle in Breslau ausgesprochen.

Bedauerliche Vorfälle in Weftpreußen.

Berlin, 27. Aug. (WB.) In dem zu­folge der Abstimmung wieder zu Deutsch­land gelangten Teile West Preußens machte sich tn den jüngsten Taaen die mo- r»atelange Erregung der Deutschen in be­dauerlichen Vorfällen £uft Wenn es auch nicht zu Ausschreitungen gegen Leib und Leben gekommen ist, so hatte doch die polnische Bevölkerung mehrfach zu leiden. In Freystadt wurde der Pfarrer auS der Kirche geholt und gezwungen, polnische Fah­nen zu verbrennen. Bei Bischofswerder ließ sich die erregte Menge zur Verletzung der Grenze hinreißen. An emo er en Stellen wur­den polnische Einwohner zum Verlassen der Häuser gezwungen und mit Vertreibung be­droht. Tie Reichsregierung hat bereits ihre ernste Mißbilligung berartiger Vorfälle zu erkennen gegeben. Sie wird mit aller Energie für die Aufrechterhaltung der Ri^e und Sicherheit in den Gebieten mit deutsch-polni­scher Bevölkerung sorgen Nur dann, wenn der in Deutschland lebende Pole durchaus un­behelligt bleibt, vermag die ReichSregrerung mit Nachdruck für die in Polen lebenden Deut--- schen erneut roten.

aufführen sollen, so muß man aufhören, das deutsche Volk in Verzweiflung zu stürzen. Wir setzen unsere Hofsnu-ng auf das Wort Giolittis, erst mit der Oringneberung Ruß­lands in den Frieden werde über eine Reihe damit in Zusammenhang stehender Fragen endgilttg entschieden toerben können. Noch gibt zwar S-owjet-Rußland der Welt, und and) Deutschland, schwieriae Rätsel zu lösen auf. Wir haben nun ein Stück Diplomaten­werk der Moskauer Regierung Bennen gelernt, dürfe» daneben aber auch die Wühl- und Propagandaarbeit der Bolsck)ewiki nicht über» sehen. Unsere LinkSradifecliften möd)ten ihr die Hand reichen. Bedeutsamer als die vor­übergehende lücherlick)e Ausrufung der Räte- repuhlik in Velbert und die neuen Ztzommu- nistenunruhen in Mitteldeutschland ist die gegenwärtige Auseinandersetzung zwisck)en denUnabhängigen" unfc der von den Moskauer Revolutionären kommandierten Dritten Internationale". Die Freiheit" verössentlicht bkBedingungen", die den Unabhängigen für ihren Eintritt in die Dritte JTttemcattonale vom 2. Mos­kauer Kongreß gestellt worden sind^ sie ent­halten 21 Punkte, umfassen mehr als 300 Zeilen und lauten so drakonisch, daß der Vorwärts" dazu erklärt:Was man von dem Rekruten in der altpreußischen Armee an Kadavergehorsam und 'blinder Disziplin ge­genüber den Vorgesetzteti verlangte, das ver­schwindet neben den Unterwerfungsbedingun­gen, welche die Päpste Lenin und Trotzki den unabhängigen Novizen auserlegen". Die wich­tigsten Satze in dem Unterwerfungsdiktat lauten:

Alle Preßorgane der Partei müssen von zu­verlässigen Kommunfften geleitet werden.... Tie periodische und unperiodische Presse und alle Parteiverlage müssen völlig dem Pattei- vorstand unterstellt werden.... Es ist un­zulässig, daß die Verleger ihre Autonomie miß­brauchen und eine Politik fuhren, die dec Politik der Pattci nickt ganz cntspttcht.

Punkt 2 »erpfuchtet die Organisationen,plan­mäßig aus allen mehr ober wenr-er verantwort­lichen Posten der Arbeitecbewe-lmg die reformisti- fdjen und Zentrumsleute (darunter zählen die deutschen Unabhängigen, die ftMizöftchen und italienifd>en Linkradikalen) M entfernen und sie durch bewähtte Kommunisten $u ersetzen, ohne sich daran zu stoßen, daß besonders am Anfang an die Stelle von erfahrenen Oppottunisten einfache Ar­beiter aus der Masse treten".

Von besonderer Bedeutung ist der 7. Punkt: Tie Parteien, die der Kommunistischen Inter­nationale anzugehören wünschen, sind verpstichttt, den vollen Bruch mit dem Reformismus und mit der Politik desZetrtrums" anzuerkennen.

Tie KommuNisti>che Internationale fordctt un- ledingt und uttimeti» die Dnrchsührung btefe» Bruchs in kürzester Frist. Die Kommunistische Internationale vermag sich nicht damit abzu­finden, daß notorische Opportunisten, wie sie jetzt durch Turati, Kautsky, Hilferding, Hill- quit, Songuet, Macdonald, Modig.iani u .a. re­präsentiert werden, das Rech', haben sollen, als An^hörige der dritten Internationale zu gelten.

9. Jede Partei, die der Kommunistischen Internationale anz»gehöcen wünscht, muß syste­matisch und beharrlich eine kommunistische Tätigkeit innerhalb der Gewerk­schaften, der Arbeiter- und Betriebsräte, der Laummgenosseuichaiteu und anderer Massen­

Ur. 202

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Erstes Blatt

170. Jahrgang

Samstag, 28. August 1920

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General-Anzeiger für Gberheffen

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