Drittes Blatt
Nr. 505
Fortsetzung 68.
I Nachdruck verboten.)
Istori« !......*5
„Als ich den Schlüsiel sah, fiel mir em, tab ih tnc Tropfen durch einen geringen Morphruin- xisatz imrkfamer machen könnte. Das Quantum ler Äsung, das ich mir zu diesem Zweck rm ei Meie, rar verschwindend geringfügig, irnd feinem Geldwert nach kaum zu berechnen."
„Sie sind aarch vor der Hand nicht des Tieb- IVihls beschuldigt, Herr Doktor! Aber palten sie Ä nicht für möglich, daß Sie sich bet der Gelegen- fktt in der Flasche vergriffen Ixiben könnten?"
„Nein Ter Inhalt des Gesäßes nur aus der Etikette so deutlich be^ichnet, daß an einen Jrr- Lm nicht zu denken ist."
„War eö eme größere Flasche, aus der Sre sich Ldienten."
„Je. 3dy schätze chren Inhalt aus nxmgltere Lmdertundsünszig Gramm."
„Wie ist es zu erklären, daß Lore de^ harm- Lsen Mittels noch zu jo später Stunde benötigten Ärlltett Sie es denn der Frau Falkner noch an Lesern Abend aus die ziemlich weit entrernte Lmdenhöhe bringen?"
„Nein, das wollte ich nicht. Etwas weiteres ü6er kann ich nicht darüber sagen."
„Geschah es nicht vielleicht, weil sich die Tonte Si dieser höchst ungewöhnlichen Stunde noch oben m Ihrer Wohnung befand? Und weit'sie dort Dies sofort anzuwendenden Beruhigungsmittels bedurfte?"
Germering mußte auf diese oder eine ähnliche Wage vorbereitet gewesen sein, denn er verneinte fe ohne jedes Zaudern. Daß ihm dabei das Blut Leiß ins Gesicht stieg, konnte er freilich nicht Der» Indern. Eberth aber ging über seine Antwort
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Die Kalkner aufLinöenhöhe
Roman von Reinhold Ortmann.
Feiertag difsieli opheMs
0210 :
Aktuelles von Mirabeau.
So wenig sich auch die große französische Revolution mit der Entwicklung unserer Zu stände nach dem Weltkrieg vergleichen läßt, so sind doch bei den Kriegserscheinnngen der Geschichte gewisse Züge gemeinsam, und zwar sind es hauptsächlich die wirtschaftlichen Verhältnisse, die der Katastrophe zutreiben. Auch heute versucht man alle Mittel, um die furchtbare Finanznot zu beseitigen oder wenigstens -.u mildern, und da ist es von besonderem wnlichkeit der französischen Revolutionszeit, Interesse zu verfolgen, wie die genialste Per- roie Mirabeau als Finanzmann für hie Rettung seines Landes gekämpft hat. Zur rechten Zeit erscheint deshalb eine Auswahl seiner großartigsten Reden unter dem Titel „Mirabeau, über den Staatsbankerott" bei -ßeorg Müller in München. Wir erleben hier das titanische Ringen dieses großen Staatsmannes, der seine ganze Kraft cinsetzte, um den Abgrundsturz des alten Staates aufzuhal- ten und durch Reformen vor dem Untergange £ii schützen. Ueber die Beseitigung der inneren Unruhen und Ausschreitungen redet er, über die Zurückziehung der Truppen, über die Menschheitsrechte und die Freiheit der Religion, über viele Dinge, die uns gerade heute wieder bewegen, am häufigsten und eindringlichsten aber über die finanziellen Schwierigkeiten, und wir fühlen einen Abglanz von der einzigartigen Rednergewalt dieses Mannes, der mit seiner „imposanten Häßlichkeit", seiner „fürchterlichen Mähne" die Zeitgenossen völlig in seinen Bann zn zwingen wußte.
In seinem wilden, durch alle Höhen und liefen führenden Leben ist Mirabeau auch in die Börsenkreise hineing^ogen worden Im Zahre 1785 begann er einen Kampf gegen die Börsenspekulation, die damals Die heute die weitesten Kreise ergriffen hatte anb das bedrohte Finanzwesen immer mehr erschütterte. Die unerschütterlichen Anleihen des Staates, die zur Deckung des ungeheuren Defizits ausgenommen wurden, fanden beim Lublikum keine Aufnahme mehr, dagegen körnten die Kapitalien in reichstem Maße nnigen Privatunternehmungen zu, die hohe Dividenden zahlten. So kam es denn in ge- vissen Papieren zu einer unnatürlichen Hausse-Bewegung. Mirabeau richtete tun gegen die wichtigsten Gesellschaften, deren Laviere so in die Höhe getrieben waren, flammende Streitschriften, und es gelang ihm, das vertrauen auf diese Aktien so zu erschüttern, Haß sie plötzlich sanken. Mirabeau war ein -erbitterter Gegner der Anleihepolitik des Zinanzminifters Recker. Dieser mußte schließ- ich, als er sich nicht mehr anders zu helfen nutzte, eine Art Reichsnotopfer fordern, -ämlich eine einmalige allgemeine Einkommensteuer von 25 Prozent von den Jahresein- lünften aller Franzosen, die ein Einkommen Lis zu einer gewissen Höhe besaßen. Das war tin schwerer Schlag gegen die Privilegien der Herrschenden Stände und zugleich eine Banke- rvtterklärung der bisherigen Politik Reckers. Mirabeau aber setzte die Annahme dieser Maß- sahme durch, indem er in drei Reden am W. September 1789 die Schrecknisse des »atzenden Staatsbankerotts mit glü- fcnben Farben malte. „Es war," sagte ein Zeitgenosse ,„als ob ein verschlingender Ab- iirund sich vor den Augen öffnete und als ob man die Wehrufe der hinuntergezogenen Opfer Sorte." Als dann die Regierung zu dem unheilvollen Assignatenwesen griff, das zu einem finanziellen Zusammenbruch ohnegleichen riljrte, mißbilligte Mirabeau mit schlagenden Gründen diese Maßnahme. Ob er freilich, *enn ihn nicht so plötzlich der Tod ereilt hätte nrö damit die Revolution besiegelt worden -wäre, das Chaos der damaligen GeldNnrtschaft noch hätte ordnen können, ist fraglich. In sei- :en letzten Reden hatte er sich mit dem dlssig- -latensvstem abgefunden, obwohl er das Bör- imspiel und Papiergeld so lange aufs eifrigste bekämpft hatte.
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Dietzen .
t. Januar
Lietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefstiy
Zrettag, 21. Dezember 1920
Landwirtschaft.
,, w m c? c * n Mittel gegen 9N a u l»
*fk JmAungen baten ^wch n.cht den Erfolg gehabt, der ihnen.
J*1 2euch.mkoliim.ifar Na» ®r- ^nu!eI in der Schweiz iwrut, ct!oa Dorbeugunqsrn-ttel amu- £k 'Jr0ni*rn ie,e dienen allein nur zur Suchen behandlung. Eme schnelle Beseitigung und Ab- Jl®, dadurch keinesfalls erreicht worden.
Ansicht wird auch von vielen deutschen Tier» Vorbcugungsmittel gegen die Seuche gibt es überhaupt nicht, beim da man nicht wein, rooper die seuche kommt, kamt man auch nicht Dor beugen. Es war daher bei den Versuchen Tr. Bergmanns die Hanpyache, ein Mittel zu finden, das die Seuche nach ihrem Ausbruch so schnell wte möglich wieder beseitigt imb die von der peuche befallenen Tiere vor Abmage ni und Hin- sieclx'n schützt. Zrieosole und Phenole, Eisenvitriol, Kupfervitriol, Essig ober Borsäurelösung hatten to gnt wie gar keinen Einfluß auf die Seuche. Wirklich gute Erfolge konnten nur mit Prolaftan Aat. gesch.) festgeftellt werden, das in leichten und schwersten Fällen der Maul- mid Klauenseuch?, sofern nicht die Seuche durch ihre Dauer schon andere Krankheitserscheinungen f)ert>or gerufen
hatte, nie versagte und eine glatte Auskeilung innerhalb weniger Tage herbeiführte. Behörden, Tierärzte, Landwitte haben sich glänzend über Pvolaftan ausgesprochen. Prolaftan ist keine Arznei, sondern ist als Desinfektionsmittel zu bewerten, seine Anwendung geschieht nur äußerlich, durch Auswaschen des Maules und des Klauenspaltes. Es erscheint daher außerordentlich wichtig, daß die Landwirtschaft , auf ein Mittel hingewiesen wird, mit dem man einen erfolgreichen Kamps gegen die Seuche führen tarnt, um den deutschen Kindern die Milch und der deutschen ^Volkswirtschaft Milliarden zu erhalten. (Hersteller: Chemische Fabrik „Veteva", Görlitz i. Schief.'»
Handel.
Berlin, 23. Dez. (Börsenst immun gsbi Id.) Heute, am letzten Tage vor der viertägigen Feiertagspause, zeigte die Börse — wenigstens anfangs — eine größere Regsamkeit als erwartet. Die Stimmung war überwiegend fest, angeblich auf Hoffnungen hinsichtlich des Ergebnisses der Brüsseler Kon- ferenz. Namentlich für einzelne Svezialwerte bestand Kauflust bei zum Teil namhaften Kursbesserungen. So gewannen Daimler, Deutsche Waffen, Dynamit Nobel, Köln-Rott- weiler und Rheinmetall etwa 10 Proz. Am Montanmarkte stiegen Hohenlohe und Harpe- ner ziemlich um 18 Proz., Bismarckhütte um 25 uno Bochumer Gußstahl um 10 Prozent. Auch Deutsch-Luxemburger g ingen ziemlich lebhaft um uno erfuhren eine Besserung um etwa 8 Prozent. Bon Elektrizitätswerten waren Siemens u. Halske mit ziemlich 10 Proz. Besserung bevorzugt, während Felten u. Guilleaume 11 Prozent einbüßten. Am Schisf- fahrtsmackte interessierte man sich hauptsächlich für Hambucg-Paketfahrt und Norddeutschen Lloyd, wovon letztere anfangs 5 Prozent höher waren. Kolonialpapicre und Auslandswerte waren vernachlässigt und größtenteils abgeschwächt. Oesterreichische Papiere waren fester. Die Devisen unterlagen nur geringfügigen Aenderungen.
Frankfurt a. M., 23. Dez. (Börsen st immungsbild.) Obgleich auch an der Abendbörse von einer Geschäftsbelebung nichts zu bemerken war, machte sich doch noch Neigung zu Käufen in Jndustriepapieren geltend. Montanpapiere zeigen größere Kursveränderungen und lagen aber vorwiegend sehr fest. Mannesmann mit 588.— 3 Prozent höher. Harpener stiegen 15 Prozent 575, ferner lebhaft Rheinstahl 543.—, Gelsenkirchen 404 plus 5, Deutsch-Luxemburg 404V- Plus 4 Prozent. Elektrizitätsaktien veränderten sich unter leichten Schwankungen nur wenig. Bergmann fanden weiter Beachtung, 285.—, A. E. G. 307.—. Chemische Aktien zogen teilweise etwas an, Elektron Griesheim 405.—. Ausländische Renten zeigten ein ruhiges Aussehen. 5 Prozent Goldmärker lagen 4 Proz. niedriger. 700.— Schantungbahn blieben mit 585.— behauptet. Im freien Verkehr wurden genannt: Mansfelder Kuxe 4700.— Geld, Deutsche Petroleum 1940, Benz Motoren 256,
Julius Sichel 1350 —, Kunstseide 825 — Geld, Maschf. Hydrometer gewannen 9Proz. auf 260.—, Maschf. Armaturaktien fest, 36975, auch Nähmaichf. Kayser wurden um weitere 8 Proz. gesteigert, 368.—, im Verlause bis 370.— bezahlt. Lo ko Motivs. Krauß wurden 2 Proz. höher, 387.—, Tb. Goldschmidt, welche gesucht waren, notierten 720.—,Holzverkohlung 635.— stiegen 5 Proz. Deutsch-Uebersee-Cert. schwächten sich 12 Prozent ab, 955.—, Oesterr. Creditanstalt mit 76.— um P/t Prozent erholt. Lebhaft war die Kauflust für Hamburg. Pakeifahrt, welche mit 197.— 4 Prozent gewannen. Die nächste Börse findet Dienstag, 28. Dezember, statt.
F r a n fr f m 11 a. DL, 24. Dez.
Berliner Devisenmarkt.
Geld Brief Geld Brief Datum: 22. Dez 23. Dez.
Amsterdam- RoNerd 2251,70 2253,30 2255,20 2269,80
Brüssel-Antwerpen . 44955 450,45 449,55 450,45
Thrisliania...... 1077,90 1080,10 109!,40 1093,6C
Kopenhagen 1087,90 >090,10 1092,90 1095,10 Stockholm 1421,051423,95 1428,55 1431,45 Helkingfor« 186,67 187,07 193,30 193,30 Italien 247,75 248,25 145,75 246,25 London 253,70 254,30 254,70 255,30 New. York 71,92 72M 72,04 72,20 Varis 425,65 423,45 426,05 426,95 Schweiz 1692,90 1095,10 1095,90 1098,10 Spanien 926,55 928,45 926,55 928,45
Men (altes) —
Deulsch-Oesterr. . . . 19,23 19,27 18,48 18,51
Prag......... 82,77 82,97 82,66 82,35
Budapest 13,08 13,12 12,98 13,02
Bulgarien —, — , -
Konstantinopel. ...
Börsenkurse.
Frankfurt Berlin Vlbcnt^ Abend» Schluß» Schluß» Kurs Kurs KurS Kur»
Tahirn: 22.12. 23. 12. 22.12. 23.12.
5 */, Deut. Äriegsanl. 77,50 77^0 77,50
4°/, Deut. Reichsanl. -e- 66,40
3'/<» Deut. Reichsanl. 65,60
4e/0 Preuß. Konsuls —t— 62,90
Darmstädter Bank . ~i~ 180,-
Deulsche Bank ... <26,25 324,72
Disconto Gesellschaft 242,- 244,-
Dresdencr Bann . . ~— 218,50
Nationalbank f. D. . -, — —200,-
Mitteld. Creditbank. 179.50
H.- Amerik. Pakets. . 194,- —193,75
Norddeutscher Loyd . 189,50 —190,—
Boch Gutzstahlwerk . 512,-
D.» Luxenib. Bergw. 896,75 404,50 —401,50
Gelsenkirch.Dcrgw. . *24,— ”•** 299,60
Harpener Bergbau . 544,— 570,— —,— 556,—
Oberschl.Eisend..B. . 330,50 339,- -,- 335,-
Oberschles.Lisenind. . 300,- 307,50 -,- 303,75
Phönix.Bergb.Akt. . 660,- 675,- -,- 671,50
Bad. Anilin, u. Soda —560, - Höchster Farbwerke. 442,59 -,- 443,-
Llektt. A. E. G. . . . 30?,- 3.6,-
Schuckert. Werke . . 275,-
Felten. Guilleaume . **,— —502,50
Daimler 276,- 278,- 280,-
Bud.. Lisenw.. Akt. . 718,50
Adlerwerke 330,- -,- 324,50
4"/oHess.Staatsanl. . ,-
(Electron (Briesbeim . 405,- 400,-
Siarfnotkrtmten.
Datum:
Zürich
Amsterdam
Kopenhagen .......
Prag..................
Stockholm .............
Wien.....
Loudon. .....
Paris
New-Park
22.12. 23.12.
9,10 9,15
4,45
9,50 9,40
7*10 TJO
835,50 844,-
2,55 —
23,50 23,50
1,37
Züricher Devisenmarkt.
23. 12. 24. 12.
Wechsel auf: Holland Deutschland Men . . ......
Prag Paris London | Italien Brüssel I1 Budapest New-7)ork Agram
Schweizer 100 Fl. = 206.- 100 Mk. = 9.20
100 fir. = 1.76
100 kr. = 7.60
100 Fr. = 39.10 1 £ — 23.25 100 ß. — 22 65 100 Fr. = 41.20 100 Ur. — 1.20
100 $ = 657.-
100 Kr. = 4.30
Frauken
206.-
9.10
1.65
7.60
39.-
23.23
22.45
41.-
1.20
656.50
420
Vücherlisch.
— Das Märchen »am König Sonntag von Bernhard B e r n s o u Verlag Paul Eassiercr, Beriui — Ein icüied, »art,inniger Märchen, duftige Natur und Mürchenstiminunaeii mit bauchleichtem Humor vereinend. da> man den schönsten deutschen Boltomärchen zur Seite stellen kann.
— Tr. E HS. E a stm a n: „D bi i cf fi", Iugenderinnerungen eines SniurindianerS Tt'ch von Elisabetb Friederichs. Mit Orig Fllustr. von Fred. Wengold. Gebunden 14.— Mk Verlag des Rauhen Haui'eo, Hamburg — Tr. Eh6 Eastman, jetzt Arzt in einer großen Stadt Nordamertka.v schildert fesselnd und anregend seine 5hnbheib5- und Jünalmg^erlebnisse al-3 S:onrindianer. — Im gleichen Verlag und vorn gleichen Verfasser erschien weiter: , Winona", Indianergeschichten au^ alter Zeit. Tieses neue Buch bringt Ivchiuterefsante Einzelheiten au>5 dem Leben bedeutender Iiidianer- srauen und Helden. Tr. Cd> Eastman,.' Aufze-.ck' nungtu, die teils Selbüerlebte-:> ßtt.ldern, teile von alrindianischen Geschicktt en erzähl ern stammen, haben völkerkundlickicn Wert. Tie Illusttationen sind ans Grund sorgfältigsten Waturftubiume der westlichen Takotastämme hergestellt.
— Geist werde wach. Ein Aufruf zur Revolution von Paul Ernst. Verlag Georg Müller, München.
— Das Ziel des Lebens im Siebt: der obersten physikalischen und biologischen Natuv- ayfeße von Ludwig Kohl. Verlag Georg Muller, München.
(In einem Teil der Auflage wiederholt.)
Die Abgabe deutscher Schiffe.
Paris, 23. T<i. WTH Die gestrige Sitzung der B o 11 d»a 11 e r ldu i c r e n a behandelte doS Gesuch der dentt'chen 'LchistahrtSbehörden uni) verzichtete aus daS Recht, doS die Alliierten sich vorbebalten hatten aul Gnnrd dcS 8 5, Abi. 3 des Versailler Vertrages, nxmad> bte M'rieg5f(f'ihe nach Fertigstellung von den Alliierten für fick in Anspruch g<ntnnmen werden Tonnen, bte Deutschland in Handelsschiffe ummanteln kann
Dir britische Politik im Orient.
Paris, 23. Te;. MTB.) Fn der geftrtsr^ Sitzung deS Unterhauses cniurte Lloy dG eorflc, daß nach Nachrichten der Negterung aus Sion» stantinopei Mustava Sfemal P 'stlxr nach Konstantinopel miterwegs fei. Wemi sich die beiden Parteien dort verständigten, bann könnten die Alliierten mit einer Regierung verhandeln, die b-c ganze Türkei vertrete. Atan dürte sich aber nicht cinbilden, daß es eine leichte Ausgabe sei, den Vertrag von SevreS abzuändeni.' Ohne die Ein» willigung Grieri'enlands köimten die Alliierten nicht über Smvma verfügen. Lloyd Georges saatr, er wünsche lebhaft, daß der Friede in ftlernalien wiederhergestellt werde. Er bitte aber das Unter- lnrus, nicht die gmize brittsche Politik im Orient zu stören.
Die griechische Frage.
London, 23. Dez. (WTB ) Der diplo^ malische Mitarbeiter deS „Daily Telegraph" erklärte, man habe der englischen Regierung hinsichtlich der griechischen Krise Ab sichten zugesprochen, die nicht den Tatsachen entsprechen. So sei es nicht wahr, dah die englische Regierung auch nur die geringste Abficht habe, in diesem Augenblick die Marinekommission auS Griechenland abzube» rufen.
AuS Griechenland.
Athen, 23. Dez. (WTB.i Der Chef der britischen Mamiekommission, Admiral Kelly, der an keiner Feierlichkeit anläßlich der Rückkehr fi'önid stpnstantins teilgenommen hatte, wurde gestern im- nemöulet zu König Konstantin berufen, der ihm den Givtzkordon des Erloserordens überreichte. Gemäß den Instruktionen seiner Regierung setzte Ad miral Mt) die griechische Re-Perung davon in Kenntnis, daß er zu feinem Bedauern die Au-, zeichnung nicht annehmen könne und sandte sie zurück. Die französische Mission, die von der Ab- sicht des Herrschers unterridrtet worden war, dem Kommandanten der französischen Militärmission, General Gmmmat, den Koichon deS Erlöserordens zu überreichen, hat der griechischen Regierung mit» teilen lassen, sie möge von diesem Schritte Abstand nehmen.
Eifenbahnunglück
Oebisfelde, 22. Dez. lWTV.- Heute früh fuhr auf ber Strecke OebisfÄde-iBerlin ein Per» sonenzua aut den im Bahnhof Niester- horft haltenden Güterzug. Ein Bvemfer wurde getötet, mdyoere Reisende verletzt. Die Ursache des Unglücks ist noch nicht festgeftellt.
hmweg, wie wenn es eine befriedigende Auskunft gewesen wäre.
-,,TaS ist das Eine. Und mm zu etwas anderem, Herr Tr. Germering! Sie sagen, daß Sie am Vorabend der Nacht, rn der Frau Signe Fglk- ner starb, einen einsamen Spaziergang gemacht und daß Sie die unglückliche Frau überhaupt schon mchrere Tage vor ihrem Tode nicht mehr geiehen hätten. Wie nun, wenn ich Ihnen nicht weniger als drei Zeugen gegenüberstellen kann, die Sie auch in diesem Pnntte einer Unwahrheit überführen werden?"
„Tas ist unmöglich. Was soNen Ihre Zeugen bekunden?"
„Sie werden bekunden, daß sie Sic am Abend des 27. 3unt zwischen acht und neun Uhr in der Gesellschaft einer Tarne gesehen haben, die nach der übereinstunmenden Beschreibung nur Frau Falkner gewesen fein Sann. Und zwar in cm em M euam gsaus lau sch, den sie alle drei für einen sehr heftigen Streit hielten."
-„Tas ist nicht wahr!" fuhr Germering auf. „Es ist em Hirngespinst — eine abscheuliche Lüge."
-„Tie Zeugen, die bereit sind, chre Aussage zu beschwören, sind unbescholtene und geachtete, durchaus glaubwürdige Leute. Sie haben ihre Bekundung freiwillig und schon -u einer Zeit gemacht, als von einem eigentlichen Verdacht gegen Sw noch nicht die ^Rete fein konnte."
„Wer sind ine Zeugen. Ich verlange, daß fte mir gegenübergestellr werden." ,
„Tas wird geschehen. Aber i(f. mache <sie darauf aufmerksam, daß es Perwnen sind, denen Sie dem Aussehen nach gut bekannt nxiren. Auch nach Ihrem Bilde, das uns der hiesige Photograph zur Verfügung gestellt hatte, und das ihnen unter vielen ähnlichen vorgelegt wurde, haben sie Lie sofort mit Bestimmtheit erkannt."
„Nichtsdestoweniger ist es eme Lüge. Ich habe
(£xtl äryn-g 2'
(Fortsetzung folgt.
Frau Falkner weder an jenem Abend gesehen noch an einem der voraufgegangenen drei Tage."
„9hm, es wird sich ja festftellen lassen. Gehen wir weiter! Es wird behauptet, daß Sie über ausgezeichnete Kenntnisse in der organischen Chemie verfügen. Stenn en Sie auch ine Eigenschaften und Wirkungen des Eoniin?"
„Gewiß. Ich weiß, daß es das wirksame Alkaloid gewisser Schierlingsarten und das Gift ist, mit Dem Sokrates getötet wurde."
„Welche Tvsis ist nach Ihrer Meinung notwendig, um den Tod eines Menschen herbeizuführen?"
„Um auf diese Frage zu antworten, fehlt mir die Erfahrung. In der mir bekannten medninischen Literatur sind Fälle von Vergiftung durch reines Eoniin picht verzeichnet. Außer unzuverlässigen Tierversuchen burften Anhaltspunkte für eine Schätzung nicht vorliegen."
Er sprach jetzt ruhig, wie jemand, der eine rein wisienschaftliche Frage erörtert Ter Blick des Amtsrichrers aber richte unverwandt aus seinem Gesicht. Und plötzlich stellte er mit einer raschen Bewegung da« von ferner Unchüllung befreite Gläschen ans dem Gistschoank der Apotheke zum „goldenen Engel" vor sich aus den Tisch
„«kennen Sie dies Gefäß, Herr Dr. Germering?"
Ter Geragte schaute autmerfum hin Dann schüttelte et den stopf.
„Es ist ein Chemülalrenglas wie hunderttausend andere. Woher sollte ich gerate dieses kennen?"
„Sie erinnern sich also auch nicht, daß Sie es in der Hand Tjatien, als Sie dem Apotheker Brandl bet der Ueberncbme seiner Apotheke behilflich waren? Und ist es Ihrem Gedächtnis entschwunden, daß Sie das darin enthaltene Toniw damals als ein nur noch für Selbstmörder taugliches Mittel hejeMeM.2"
Eine rote ZonteSwelle stieg dem Arzte bis in bte Stirn.
„Ich höre den 9tanen des Apothekers Brandl nachgerade so oft, baß ich über die Quelle der gegen mich erhobenen Anschuldigungen wohl nicht länger im Zweifel fern tarn. Es scheint, daß dieser Herr em besonderes Interesse daran hat, mir zu schaden."
„Herr'Brandt hat in ter Hauptsache nur aut Fragen geantwortet, bte an ihn gerichtet wurden. Wo er etwa mit einer Angabe darüber hinaus» gegangen ist, hat er nur einer staatsbürgerlichen Pflicht genügt. Sind Sie ter Meinung, daß Sie ihm eine Unwahrheit nachweisen können, so sind Ste in dieser Beweisführung nicht beschränkt Haben Sie alio das Coniinfläschcheu damals in der Hand gehabt? Und haben Sie die erwähnte Aeußerung getan?"
„Ich erinnere mich des Vorganges nicht mehr genau; aber ich will nicht bestreiten, baß er sich so zugetvagen hoben tarnt, wie Brandt sagt Daß zwischen ihm und mir von dem Eoniin die Rede war, gebe ich ohne weiteres zu."
„Besinnen Sie sich auch noch darauf, daß damals eine erheblich größere Menge de- Gittes tu dem Fläschchen gewien ist als beute T
„3a, darauf glaube ich mich allerdings *x besinnen "
„Haben Sie während Ihrer hiesigm Tätt'gkeit jemals entern Patienten Eoniin verabreicht?"
„Nein, nie. Ich halte das Mittel für viel zu gefährlich, um mich seiner auch nur in den kleinsten Tosen zu bedienen."
„Deshalb sagt auch Herr Sanitätsrat Tr. Barenthm aus, und bet Apotheker Brandt bc» kündet, daß Ebensowenig auf irgend ein auswärttges Rezept hin Eoniin verabfolgt worden sei. Trotzdem hat sich der Inhalt des Fläschchens um viele bimtert Prozent verringert. Haben Sic dafür ein»


