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Drittes Blatt

Nr. 505

Fortsetzung 68.

I Nachdruck verboten.)

Istori« !......*5

Als ich den Schlüsiel sah, fiel mir em, tab ih tnc Tropfen durch einen geringen Morphruin- xisatz imrkfamer machen könnte. Das Quantum ler Äsung, das ich mir zu diesem Zweck rm ei Meie, rar verschwindend geringfügig, irnd feinem Geld­wert nach kaum zu berechnen."

Sie sind aarch vor der Hand nicht des Tieb- IVihls beschuldigt, Herr Doktor! Aber palten sie Ä nicht für möglich, daß Sie sich bet der Gelegen- fktt in der Flasche vergriffen Ixiben könnten?"

Nein Ter Inhalt des Gesäßes nur aus der Etikette so deutlich be^ichnet, daß an einen Jrr- Lm nicht zu denken ist."

War eme größere Flasche, aus der Sre sich Ldienten."

Je. 3dy schätze chren Inhalt aus nxmgltere Lmdertundsünszig Gramm."

Wie ist es zu erklären, daß Lore de^ harm- Lsen Mittels noch zu jo später Stunde benötigten Ärlltett Sie es denn der Frau Falkner noch an Lesern Abend aus die ziemlich weit entrernte Lmdenhöhe bringen?"

Nein, das wollte ich nicht. Etwas weiteres ü6er kann ich nicht darüber sagen."

Geschah es nicht vielleicht, weil sich die Tonte Si dieser höchst ungewöhnlichen Stunde noch oben m Ihrer Wohnung befand? Und weit'sie dort Dies sofort anzuwendenden Beruhigungsmittels bedurfte?"

Germering mußte auf diese oder eine ähnliche Wage vorbereitet gewesen sein, denn er verneinte fe ohne jedes Zaudern. Daß ihm dabei das Blut Leiß ins Gesicht stieg, konnte er freilich nicht Der» Indern. Eberth aber ging über seine Antwort

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Die Kalkner aufLinöenhöhe

Roman von Reinhold Ortmann.

Feiertag difsieli opheMs

0210 :

Aktuelles von Mirabeau.

So wenig sich auch die große französische Revolution mit der Entwicklung unserer Zu stände nach dem Weltkrieg vergleichen läßt, so sind doch bei den Kriegserscheinnngen der Ge­schichte gewisse Züge gemeinsam, und zwar sind es hauptsächlich die wirtschaftlichen Ver­hältnisse, die der Katastrophe zutreiben. Auch heute versucht man alle Mittel, um die furcht­bare Finanznot zu beseitigen oder wenigstens -.u mildern, und da ist es von besonderem wnlichkeit der französischen Revolutionszeit, Interesse zu verfolgen, wie die genialste Per- roie Mirabeau als Finanzmann für hie Rettung seines Landes gekämpft hat. Zur rechten Zeit erscheint deshalb eine Auswahl seiner großartigsten Reden unter dem Titel Mirabeau, über den Staatsbankerott" bei -ßeorg Müller in München. Wir erleben hier das titanische Ringen dieses großen Staats­mannes, der seine ganze Kraft cinsetzte, um den Abgrundsturz des alten Staates aufzuhal- ten und durch Reformen vor dem Untergange £ii schützen. Ueber die Beseitigung der inneren Unruhen und Ausschreitungen redet er, über die Zurückziehung der Truppen, über die Menschheitsrechte und die Freiheit der Reli­gion, über viele Dinge, die uns gerade heute wieder bewegen, am häufigsten und eindring­lichsten aber über die finanziellen Schwierig­keiten, und wir fühlen einen Abglanz von der einzigartigen Rednergewalt dieses Mannes, der mit seinerimposanten Häßlichkeit", sei­nerfürchterlichen Mähne" die Zeitgenossen völlig in seinen Bann zn zwingen wußte.

In seinem wilden, durch alle Höhen und liefen führenden Leben ist Mirabeau auch in die Börsenkreise hineing^ogen worden Im Zahre 1785 begann er einen Kampf gegen die Börsenspekulation, die damals Die heute die weitesten Kreise ergriffen hatte anb das bedrohte Finanzwesen immer mehr erschütterte. Die unerschütterlichen Anleihen des Staates, die zur Deckung des ungeheuren Defizits ausgenommen wurden, fanden beim Lublikum keine Aufnahme mehr, dagegen körnten die Kapitalien in reichstem Maße nnigen Privatunternehmungen zu, die hohe Dividenden zahlten. So kam es denn in ge- vissen Papieren zu einer unnatürlichen Hausse-Bewegung. Mirabeau richtete tun gegen die wichtigsten Gesellschaften, deren Laviere so in die Höhe getrieben waren, flam­mende Streitschriften, und es gelang ihm, das vertrauen auf diese Aktien so zu erschüttern, Haß sie plötzlich sanken. Mirabeau war ein -erbitterter Gegner der Anleihepolitik des Zinanzminifters Recker. Dieser mußte schließ- ich, als er sich nicht mehr anders zu helfen nutzte, eine Art Reichsnotopfer fordern, -ämlich eine einmalige allgemeine Einkom­mensteuer von 25 Prozent von den Jahresein- lünften aller Franzosen, die ein Einkommen Lis zu einer gewissen Höhe besaßen. Das war tin schwerer Schlag gegen die Privilegien der Herrschenden Stände und zugleich eine Banke- rvtterklärung der bisherigen Politik Reckers. Mirabeau aber setzte die Annahme dieser Maß- sahme durch, indem er in drei Reden am W. September 1789 die Schrecknisse des »atzenden Staatsbankerotts mit glü- fcnben Farben malte.Es war," sagte ein Zeitgenosse ,als ob ein verschlingender Ab- iirund sich vor den Augen öffnete und als ob man die Wehrufe der hinuntergezogenen Opfer Sorte." Als dann die Regierung zu dem un­heilvollen Assignatenwesen griff, das zu einem finanziellen Zusammenbruch ohnegleichen riljrte, mißbilligte Mirabeau mit schlagenden Gründen diese Maßnahme. Ob er freilich, *enn ihn nicht so plötzlich der Tod ereilt hätte nrö damit die Revolution besiegelt worden -wäre, das Chaos der damaligen GeldNnrtschaft noch hätte ordnen können, ist fraglich. In sei- :en letzten Reden hatte er sich mit dem dlssig- -latensvstem abgefunden, obwohl er das Bör- imspiel und Papiergeld so lange aufs eifrigste bekämpft hatte.

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Dietzen .

t. Januar

Lietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefstiy

Zrettag, 21. Dezember 1920

Landwirtschaft.

,, w m c? c * n Mittel gegen 9N a u l»

*fk JmAungen baten ^wch n.cht den Erfolg gehabt, der ihnen.

J*1 2euch.mkoliim.ifar Na» ®r- ^nu!eI in der Schweiz iwrut, ct!oa Dorbeugunqsrn-ttel amu- £k 'Jr0ni*rn ie,e dienen allein nur zur Suchen behandlung. Eme schnelle Beseitigung und Ab- Jl®, dadurch keinesfalls erreicht worden.

Ansicht wird auch von vielen deutschen Tier» Vorbcugungsmittel gegen die Seuche gibt es überhaupt nicht, beim da man nicht wein, rooper die seuche kommt, kamt man auch nicht Dor beugen. Es war daher bei den Versuchen Tr. Bergmanns die Hanpyache, ein Mittel zu finden, das die Seuche nach ihrem Ausbruch so schnell wte möglich wieder beseitigt imb die von der peuche befallenen Tiere vor Abmage ni und Hin- sieclx'n schützt. Zrieosole und Phenole, Eisenvitriol, Kupfervitriol, Essig ober Borsäurelösung hatten to gnt wie gar keinen Einfluß auf die Seuche. Wirklich gute Erfolge konnten nur mit Prolaftan Aat. gesch.) festgeftellt werden, das in leichten und schwersten Fällen der Maul- mid Klauenseuch?, sofern nicht die Seuche durch ihre Dauer schon andere Krankheitserscheinungen f)ert>or gerufen

hatte, nie versagte und eine glatte Auskeilung innerhalb weniger Tage herbeiführte. Behörden, Tierärzte, Landwitte haben sich glänzend über Pvolaftan ausgesprochen. Prolaftan ist keine Arznei, sondern ist als Desinfektionsmittel zu bewerten, seine Anwendung geschieht nur äußer­lich, durch Auswaschen des Maules und des Klauenspaltes. Es erscheint daher außerordentlich wichtig, daß die Landwirtschaft , auf ein Mittel hingewiesen wird, mit dem man einen erfolgreichen Kamps gegen die Seuche führen tarnt, um den deutschen Kindern die Milch und der deutschen ^Volkswirtschaft Milliarden zu erhalten. (Hersteller: Chemische FabrikVeteva", Görlitz i. Schief.'»

Handel.

Berlin, 23. Dez. (Börsenst im­mun gsbi Id.) Heute, am letzten Tage vor der viertägigen Feiertagspause, zeigte die Börse wenigstens anfangs eine größere Regsamkeit als erwartet. Die Stimmung war überwiegend fest, angeblich auf Hoffnungen hinsichtlich des Ergebnisses der Brüsseler Kon- ferenz. Namentlich für einzelne Svezialwerte bestand Kauflust bei zum Teil namhaften Kursbesserungen. So gewannen Daimler, Deutsche Waffen, Dynamit Nobel, Köln-Rott- weiler und Rheinmetall etwa 10 Proz. Am Montanmarkte stiegen Hohenlohe und Harpe- ner ziemlich um 18 Proz., Bismarckhütte um 25 uno Bochumer Gußstahl um 10 Prozent. Auch Deutsch-Luxemburger g ingen ziemlich lebhaft um uno erfuhren eine Besserung um etwa 8 Prozent. Bon Elektrizitätswerten wa­ren Siemens u. Halske mit ziemlich 10 Proz. Besserung bevorzugt, während Felten u. Guil­leaume 11 Prozent einbüßten. Am Schisf- fahrtsmackte interessierte man sich haupt­sächlich für Hambucg-Paketfahrt und Nord­deutschen Lloyd, wovon letztere anfangs 5 Pro­zent höher waren. Kolonialpapicre und Aus­landswerte waren vernachlässigt und größten­teils abgeschwächt. Oesterreichische Papiere waren fester. Die Devisen unterlagen nur ge­ringfügigen Aenderungen.

Frankfurt a. M., 23. Dez. (Bör­sen st immungsbild.) Obgleich auch an der Abendbörse von einer Geschäftsbelebung nichts zu bemerken war, machte sich doch noch Neigung zu Käufen in Jndustriepapieren gel­tend. Montanpapiere zeigen größere Kursver­änderungen und lagen aber vorwiegend sehr fest. Mannesmann mit 588. 3 Prozent höher. Harpener stiegen 15 Prozent 575, fer­ner lebhaft Rheinstahl 543., Gelsenkirchen 404 plus 5, Deutsch-Luxemburg 404V- Plus 4 Prozent. Elektrizitätsaktien veränderten sich unter leichten Schwankungen nur wenig. Bergmann fanden weiter Beachtung, 285., A. E. G. 307.. Chemische Aktien zogen teil­weise etwas an, Elektron Griesheim 405.. Ausländische Renten zeigten ein ruhiges Aus­sehen. 5 Prozent Goldmärker lagen 4 Proz. niedriger. 700. Schantungbahn blieben mit 585. behauptet. Im freien Verkehr wurden genannt: Mansfelder Kuxe 4700. Geld, Deutsche Petroleum 1940, Benz Motoren 256,

Julius Sichel 1350, Kunstseide 825 Geld, Maschf. Hydrometer gewannen 9Proz. auf 260., Maschf. Armaturaktien fest, 36975, auch Nähmaichf. Kayser wurden um weitere 8 Proz. gesteigert, 368., im Ver­lause bis 370. bezahlt. Lo ko Motivs. Krauß wurden 2 Proz. höher, 387., Tb. Gold­schmidt, welche gesucht waren, notierten 720.,Holzverkohlung 635. stiegen 5 Proz. Deutsch-Uebersee-Cert. schwächten sich 12 Pro­zent ab, 955., Oesterr. Creditanstalt mit 76. um P/t Prozent erholt. Lebhaft war die Kauflust für Hamburg. Pakeifahrt, welche mit 197. 4 Prozent gewannen. Die nächste Börse findet Dienstag, 28. Dezember, statt.

F r a n fr f m 11 a. DL, 24. Dez.

Berliner Devisenmarkt.

Geld Brief Geld Brief Datum: 22. Dez 23. Dez.

Amsterdam- RoNerd 2251,70 2253,30 2255,20 2269,80

Brüssel-Antwerpen . 44955 450,45 449,55 450,45

Thrisliania...... 1077,90 1080,10 109!,40 1093,6C

Kopenhagen 1087,90 >090,10 1092,90 1095,10 Stockholm 1421,051423,95 1428,55 1431,45 Helkingfor« 186,67 187,07 193,30 193,30 Italien 247,75 248,25 145,75 246,25 London 253,70 254,30 254,70 255,30 New. York 71,92 72M 72,04 72,20 Varis 425,65 423,45 426,05 426,95 Schweiz 1692,90 1095,10 1095,90 1098,10 Spanien 926,55 928,45 926,55 928,45

Men (altes)

Deulsch-Oesterr. . . . 19,23 19,27 18,48 18,51

Prag......... 82,77 82,97 82,66 82,35

Budapest 13,08 13,12 12,98 13,02

Bulgarien, , -

Konstantinopel. ...

Börsenkurse.

Frankfurt Berlin Vlbcnt^ Abend» Schluß» Schluß» Kurs Kurs KurS Kur»

Tahirn: 22.12. 23. 12. 22.12. 23.12.

5 */, Deut. Äriegsanl. 77,50 77^0 77,50

4°/, Deut. Reichsanl. -e- 66,40

3'/<» Deut. Reichsanl. 65,60

4e/0 Preuß. Konsulst 62,90

Darmstädter Bank . ~i~ 180,-

Deulsche Bank ... <26,25 324,72

Disconto Gesellschaft 242,- 244,-

Dresdencr Bann . . ~ 218,50

Nationalbank f. D. . -,200,-

Mitteld. Creditbank. 179.50

H.- Amerik. Pakets. . 194,-193,75

Norddeutscher Loyd . 189,50190,

Boch Gutzstahlwerk . 512,-

D.» Luxenib. Bergw. 896,75 404,50401,50

Gelsenkirch.Dcrgw. . *24,** 299,60

Harpener Bergbau . 544, 570,, 556,

Oberschl.Eisend..B. . 330,50 339,- -,- 335,-

Oberschles.Lisenind. . 300,- 307,50 -,- 303,75

Phönix.Bergb.Akt. . 660,- 675,- -,- 671,50

Bad. Anilin, u. Soda560, - Höchster Farbwerke. 442,59 -,- 443,-

Llektt. A. E. G. . . . 30?,- 3.6,-

Schuckert. Werke . . 275,-

Felten. Guilleaume . **,502,50

Daimler 276,- 278,- 280,-

Bud.. Lisenw.. Akt. . 718,50

Adlerwerke 330,- -,- 324,50

4"/oHess.Staatsanl. . ,-

(Electron (Briesbeim . 405,- 400,-

Siarfnotkrtmten.

Datum:

Zürich

Amsterdam

Kopenhagen .......

Prag..................

Stockholm .............

Wien.....

Loudon. .....

Paris

New-Park

22.12. 23.12.

9,10 9,15

4,45

9,50 9,40

7*10 TJO

835,50 844,-

2,55

23,50 23,50

1,37

Züricher Devisenmarkt.

23. 12. 24. 12.

Wechsel auf: Holland Deutschland Men . . ......

Prag Paris London | Italien Brüssel I1 Budapest New-7)ork Agram

Schweizer 100 Fl. = 206.- 100 Mk. = 9.20

100 fir. = 1.76

100 kr. = 7.60

100 Fr. = 39.10 1 £ 23.25 100 ß. 22 65 100 Fr. = 41.20 100 Ur. 1.20

100 $ = 657.-

100 Kr. = 4.30

Frauken

206.-

9.10

1.65

7.60

39.-

23.23

22.45

41.-

1.20

656.50

420

Vücherlisch.

Das Märchen »am König Sonn­tag von Bernhard B e r n s o u Verlag Paul Eassiercr, Beriui Ein icüied, »art,inniger Märchen, duftige Natur und Mürchenstiminunaeii mit bauchleichtem Humor vereinend. da> man den schönsten deutschen Boltomärchen zur Seite stellen kann.

Tr. E HS. E a stm a n:D bi i cf fi", Iugenderinnerungen eines SniurindianerS Tt'ch von Elisabetb Friederichs. Mit Orig Fllustr. von Fred. Wengold. Gebunden 14. Mk Verlag des Rauhen Haui'eo, Hamburg Tr. Eh6 Eastman, jetzt Arzt in einer großen Stadt Nordamertka.v schildert fesselnd und anregend seine 5hnbheib5- und Jünalmg^erlebnisse al-3 S:onrindianer. Im gleichen Verlag und vorn gleichen Verfasser erschien weiter: , Winona", Indianergeschichten au^ alter Zeit. Tieses neue Buch bringt Ivchiuterefsante Einzelheiten au>5 dem Leben bedeutender Iiidianer- srauen und Helden. Tr. Cd> Eastman,.' Aufze-.ck' nungtu, die teils Selbüerlebte-:> ßtt.ldern, teile von alrindianischen Geschicktt en erzähl ern stammen, haben völkerkundlickicn Wert. Tie Illusttationen sind ans Grund sorgfältigsten Waturftubiume der westlichen Takotastämme hergestellt.

Geist werde wach. Ein Aufruf zur Revolution von Paul Ernst. Verlag Georg Müller, München.

Das Ziel des Lebens im Siebt: der obersten physikalischen und biologischen Natuv- ayfeße von Ludwig Kohl. Verlag Georg Muller, München.

(In einem Teil der Auflage wiederholt.)

Die Abgabe deutscher Schiffe.

Paris, 23. T<i. WTH Die gestrige Sitzung der B o 11 d»a 11 e r ldu i c r e n a behan­delte doS Gesuch der dentt'chen 'LchistahrtSbehörden uni) verzichtete aus daS Recht, doS die Alliierten sich vorbebalten hatten aul Gnnrd dcS 8 5, Abi. 3 des Versailler Vertrages, nxmad> bte M'rieg5f(f'ihe nach Fertigstellung von den Alliierten für fick in Anspruch g<ntnnmen werden Tonnen, bte Deutsch­land in Handelsschiffe ummanteln kann

Dir britische Politik im Orient.

Paris, 23. Te;. MTB.) Fn der geftrtsr^ Sitzung deS Unterhauses cniurte Lloy dG eorflc, daß nach Nachrichten der Negterung aus Sion» stantinopei Mustava Sfemal P 'stlxr nach Konstan­tinopel miterwegs fei. Wemi sich die beiden Par­teien dort verständigten, bann könnten die Alli­ierten mit einer Regierung verhandeln, die b-c ganze Türkei vertrete. Atan dürte sich aber nicht cinbilden, daß es eine leichte Ausgabe sei, den Ver­trag von SevreS abzuändeni.' Ohne die Ein» willigung Grieri'enlands köimten die Alliierten nicht über Smvma verfügen. Lloyd Georges saatr, er wünsche lebhaft, daß der Friede in ftlernalien wiederhergestellt werde. Er bitte aber das Unter- lnrus, nicht die gmize brittsche Politik im Orient zu stören.

Die griechische Frage.

London, 23. Dez. (WTB ) Der diplo^ malische Mitarbeiter deSDaily Telegraph" erklärte, man habe der englischen Regierung hinsichtlich der griechischen Krise Ab sichten zugesprochen, die nicht den Tatsachen entsprechen. So sei es nicht wahr, dah die englische Regierung auch nur die geringste Abficht habe, in diesem Augenblick die Ma­rinekommission auS Griechenland abzube» rufen.

AuS Griechenland.

Athen, 23. Dez. (WTB.i Der Chef der bri­tischen Mamiekommission, Admiral Kelly, der an keiner Feierlichkeit anläßlich der Rückkehr fi'önid stpnstantins teilgenommen hatte, wurde gestern im- nemöulet zu König Konstantin berufen, der ihm den Givtzkordon des Erloserordens überreichte. Ge­mäß den Instruktionen seiner Regierung setzte Ad miral Mt) die griechische Re-Perung davon in Kenntnis, daß er zu feinem Bedauern die Au-, zeichnung nicht annehmen könne und sandte sie zurück. Die französische Mission, die von der Ab- sicht des Herrschers unterridrtet worden war, dem Kommandanten der französischen Militärmission, General Gmmmat, den Koichon deS Erlöserordens zu überreichen, hat der griechischen Regierung mit» teilen lassen, sie möge von diesem Schritte Ab­stand nehmen.

Eifenbahnunglück

Oebisfelde, 22. Dez. lWTV.- Heute früh fuhr auf ber Strecke OebisfÄde-iBerlin ein Per» sonenzua aut den im Bahnhof Niester- horft haltenden Güterzug. Ein Bvemfer wurde getötet, mdyoere Reisende verletzt. Die Ur­sache des Unglücks ist noch nicht festgeftellt.

hmweg, wie wenn es eine befriedigende Auskunft gewesen wäre.

-,,TaS ist das Eine. Und mm zu etwas an­derem, Herr Tr. Germering! Sie sagen, daß Sie am Vorabend der Nacht, rn der Frau Signe Fglk- ner starb, einen einsamen Spaziergang gemacht und daß Sie die unglückliche Frau überhaupt schon mchrere Tage vor ihrem Tode nicht mehr geiehen hätten. Wie nun, wenn ich Ihnen nicht weniger als drei Zeugen gegenüberstellen kann, die Sie auch in diesem Pnntte einer Unwahrheit überführen werden?"

Tas ist unmöglich. Was soNen Ihre Zeugen bekunden?"

Sie werden bekunden, daß sie Sic am Abend des 27. 3unt zwischen acht und neun Uhr in der Gesellschaft einer Tarne gesehen haben, die nach der übereinstunmenden Beschreibung nur Frau Falkner gewesen fein Sann. Und zwar in cm em M euam gsaus lau sch, den sie alle drei für einen sehr heftigen Streit hielten."

-Tas ist nicht wahr!" fuhr Germering auf. Es ist em Hirngespinst eine abscheuliche Lüge."

-Tie Zeugen, die bereit sind, chre Aussage zu beschwören, sind unbescholtene und geachtete, durch­aus glaubwürdige Leute. Sie haben ihre Bekun­dung freiwillig und schon -u einer Zeit gemacht, als von einem eigentlichen Verdacht gegen Sw noch nicht die ^Rete fein konnte."

Wer sind ine Zeugen. Ich verlange, daß fte mir gegenübergestellr werden." ,

Tas wird geschehen. Aber i(f. mache <sie darauf aufmerksam, daß es Perwnen sind, denen Sie dem Aussehen nach gut bekannt nxiren. Auch nach Ihrem Bilde, das uns der hiesige Photograph zur Verfügung gestellt hatte, und das ihnen unter vielen ähnlichen vorgelegt wurde, haben sie Lie sofort mit Bestimmtheit erkannt."

Nichtsdestoweniger ist es eme Lüge. Ich habe

(£xtl äryn-g 2'

(Fortsetzung folgt.

Frau Falkner weder an jenem Abend gesehen noch an einem der voraufgegangenen drei Tage."

9hm, es wird sich ja festftellen lassen. Gehen wir weiter! Es wird behauptet, daß Sie über ausgezeichnete Kenntnisse in der organischen Chemie verfügen. Stenn en Sie auch ine Eigenschaften und Wirkungen des Eoniin?"

Gewiß. Ich weiß, daß es das wirksame Alka­loid gewisser Schierlingsarten und das Gift ist, mit Dem Sokrates getötet wurde."

Welche Tvsis ist nach Ihrer Meinung not­wendig, um den Tod eines Menschen herbeizu­führen?"

Um auf diese Frage zu antworten, fehlt mir die Erfahrung. In der mir bekannten medninischen Literatur sind Fälle von Vergiftung durch reines Eoniin picht verzeichnet. Außer unzuverlässigen Tierversuchen burften Anhaltspunkte für eine Schätzung nicht vorliegen."

Er sprach jetzt ruhig, wie jemand, der eine rein wisienschaftliche Frage erörtert Ter Blick des Amtsrichrers aber richte unverwandt aus seinem Gesicht. Und plötzlich stellte er mit einer raschen Bewegung da« von ferner Unchüllung befreite Gläschen ans dem Gistschoank der Apotheke zum goldenen Engel" vor sich aus den Tisch

«kennen Sie dies Gefäß, Herr Dr. Ger­mering?"

Ter Geragte schaute autmerfum hin Dann schüttelte et den stopf.

Es ist ein Chemülalrenglas wie hundert­tausend andere. Woher sollte ich gerate dieses kennen?"

Sie erinnern sich also auch nicht, daß Sie es in der Hand Tjatien, als Sie dem Apotheker Brandl bet der Ueberncbme seiner Apotheke behilflich waren? Und ist es Ihrem Gedächtnis ent­schwunden, daß Sie das darin enthaltene Toniw damals als ein nur noch für Selbstmörder taug­liches Mittel hejeMeM.2"

Eine rote ZonteSwelle stieg dem Arzte bis in bte Stirn.

Ich höre den 9tanen des Apothekers Brandl nachgerade so oft, baß ich über die Quelle der gegen mich erhobenen Anschuldigungen wohl nicht länger im Zweifel fern tarn. Es scheint, daß dieser Herr em besonderes Interesse daran hat, mir zu schaden."

Herr'Brandt hat in ter Hauptsache nur aut Fragen geantwortet, bte an ihn gerichtet wurden. Wo er etwa mit einer Angabe darüber hinaus» gegangen ist, hat er nur einer staatsbürgerlichen Pflicht genügt. Sind Sie ter Meinung, daß Sie ihm eine Unwahrheit nachweisen können, so sind Ste in dieser Beweisführung nicht beschränkt Haben Sie alio das Coniinfläschcheu damals in der Hand gehabt? Und haben Sie die erwähnte Aeußerung getan?"

Ich erinnere mich des Vorganges nicht mehr genau; aber ich will nicht bestreiten, baß er sich so zugetvagen hoben tarnt, wie Brandt sagt Daß zwischen ihm und mir von dem Eoniin die Rede war, gebe ich ohne weiteres zu."

Besinnen Sie sich auch noch darauf, daß da­mals eine erheblich größere Menge de- Gittes tu dem Fläschchen gewien ist als beute T

3a, darauf glaube ich mich allerdings *x besinnen "

Haben Sie während Ihrer hiesigm Tätt'gkeit jemals entern Patienten Eoniin verabreicht?"

Nein, nie. Ich halte das Mittel für viel zu gefährlich, um mich seiner auch nur in den klein­sten Tosen zu bedienen."

Deshalb sagt auch Herr Sanitätsrat Tr. Barenthm aus, und bet Apotheker Brandt bc» kündet, daß Ebensowenig auf irgend ein auswärttges Rezept hin Eoniin verabfolgt worden sei. Trotz­dem hat sich der Inhalt des Fläschchens um viele bimtert Prozent verringert. Haben Sic dafür ein»