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Vochenrüüb!iS.
Während des Krieges war oon Mensch- lichkeit, Völkerbund und Friedensideal inehr die Rede als heute. Die streitenden Böller warfen bcn Mangel dieser Tugendcir einander vor, und es schien oft, als gehe eine Sehnsucht nach deni Besseren durch die Herzen. 9hm ruhen die Massen —, aber der Garten der Ideale ist verdorrt. Tie Entente, ihre Staats- männer und ihre Presse, sind von den großen Nenschlseitsrtelen weit abgcfomnicn. Nüchternheit, Mißtrauen, materielles Augen.blicks- trachten regieren. Und das alte ränkevolle Rersteckspiel dauert fort. Wir haben irns allmählich daran gewähnt, so das; es uns auch nicht Wunder nimmt, daß über der Konferenz -von San Nemo kein leuchtender Leitspruch lieht. Tas bißchen Einlenkcn von Versailler Grundsätzen zu dem holprigen Gnadenweg, «uf dem setzt Lloyd George und Nitti einher- gehen — wie kalt und unfroh, wie grämlich rmd schwunglvs ist es doch! Tie Weltcrneuc- rung der Entente ist lein Schauspiel für H-ötter Da geht Wilson, der einstmals Rede- gewaltige, wie ein abwesender Nachtwandler, «luf fernem Seitenpfad, und was er von poli- -tifdyen Zielen verlautbaren läßt, klingt arg -verworren, bericht sich auf Konstantinopel, "lyiumc. Ein Dombaumeister ist unter die Korbflechter gegangen. Der Gedankenaus- lausch in San Remo aber scheint über kleinliche Geschäfte und Kompromisse nicht hin- Luszukommen. Die Presse Millerands erklärt, in der Frage der Entwaffnung Teutschlands inrde Fransceich nicht nachgeben. England ist lic Rolle bco Kerkermeisters Deutschlands lalbwegs mndc, aber es kann sich z>l keinem rechten Entschluß aufraffen und will dem gereizten Bundesgenossen auf irgendeine ent- ziegenkoinmende Weise den Mund stopfen. Man spielt mit dem Gedanken einer Besetzung des Ruhrgebietcs. Man scheint nicht abge- •wiflt, am Deutschen Reich rn>ch einige Fetzen ^bzubröcheftl, um, wie man meint, endlich ; ir Ruhe zu kominen. Auch hieß es, der Vor- >ylag sei ernstlich erwogen worden, Teutsch- lanb die ganze Summe seiner Schadenersatz rslicht zu nennen, um die deutsche Wirtschaft nieder zu beleben und zu „ermutigen", aber ?ohl an di, um der Zufriedenheit FrankreidM änen Rückhalt zu geben. Was von all dem wirklich beschlossen wird, steht dahin.
So kläglich dieses Bild der Entente auch 'T, wir habcil im Grunde leine Veranlassiing, darüber den Mut zu verlieren. Zu innerer ^m'gtnung hat die Reichsregieruug unbeirrt rn mehreren Roten ihre Wünsck>e und Ans- Ipsungen den Gegnern gegenüber zum Ausdruck gebracht. Sie können ohne uns, ohne unser Mittnn, nichts znlvege bringen. Es wird uns zu einer gewissen Genugtuung, daß Her feindliche Bund in den Tagen der Deut» sfhen Lhnmacht sich nur Armutszeugnisse auszustellen vermag. Ohne erträgtidje Ver- staltuisse in unserem Reiche loerhe cs mit üuropa abwärts gehen: das wurde in der ipeanerischen Presse anerkannt. Nun scheint es llemahe so, als ob auch ohne Deutschlands geistige Mitwirkung aus den großen Sion» sikrcnzen keine dauernde Regelung heroor» siehen könne. Aus glaubwürdiger französischer Luelle wurde gemeldet, von Italien, uni) England sei die Teilnahme eines deutschen Vertreters an den Unterhaltungen in San Remo erwogen worden. Das märe ein »einer Fortsckiritt, aber ^ranhreid) hat dagegen, wie aus einer neuen Havas- Meldung bervorgeht, mit Erfolg protestiert. Äu.s dem Programm des neuen deutschen Ministers des Auswärtigen, A. Köster: Re- itision des Versailler Vertrages durck) den Äillen zu seiner Erfüllung — ließe sich ßnmerhin etwas machen. Wer aber wäre Beute der deutsche Mann in unserer Regierung, der die Verblendeten um irns her durch ftine Klugheit zu führen wüßte? Herr Köster, Per in Der Nationalversammlung ganz annehmbare Richtlinien und Wümche vorgc- :ragen hat, muß durch Hairdeln noch zeigen, inad er kann. Freilich, seine Ausgaben sind rod) begrenzt. Die Fäden einer ausgedchicken internationalen Politik anzuspinnen, dazu ,cibt es noch wenig Gelegenheit. Deutsckstand m noch eingemauert, und das englisch sranzö- ^ische Bündnis hält nock), iuenn auch. Herr Aoincarö, der vormalige Ministerpräsident, ii einem Zeitungsartikel England den bitteren Vorhalt gemacht hat, dessen Regierung Stätte im Jahre 1914 Den .'krieg vielleicht verhindern töimcn, wenn sie in Berlin rechtzeitig deutlich geworden wäre. Tas ist ein ganz neues Moment zur vielerörterten «chnldsrage. Von Bethmann-Sollweg sagte man, er sei in Den Krieg „hineingeswlpen", tron Englands Staatsleitern muß es heißen: ij:e sind mit kaltem Vorbedacht in den Welten- Iimps hineinmarschiert und haben ihn ohne trauen entfesseln Helsen. —
Dem deutschen Volke darf kein Verzagen gepredigt werden. Seine Lesähignng muß sich
unter den Völkern wieder geltend machen. Nicht durch Taten, wie sie im Hotel Adlon geschehen sind, nicht durch unangebrachte pathe- liiche Versetzung von Lutherworten, sondern durch brüderlicl)es Zusammensassen aller ehrlichen Kräste zum wirtschastlickien Wiederaufbau, mit dem ganz von selbst auch geistiger Fortschritt und Ausstieg verbunden fein wird. Die politischen Parteien haben zu dem bevorstehenden Wahlkampf ihre Programme angekündigt. In Den Mehrheitsparteien bekundet sich das Festhalten an der bisherigen Koalition: wie weit die Mehrheitssozialisten beiden Wahlen mit den Unabhängigen Zusammengehen wollen und umgekehrt, ist noch nicht entschieden. Sehr wahrscheinlich wird die Opposition der radikalen ßinfen sich ihr eigenes Aufmarschgebiet bewahren. In den Nechtspar- teien sind interessante Symptome hervorgetreten. Die Deutich-Nationalen haben einige ihrer Führer (frühere Freikonservative) an die Deutsche Volkspartei verloren. Diese, das Lager wechselnden Politiker, wollten nicht in einer Umgebung verharren, wo das Alte, Vergangene, allzu zähe seftgehalten wird. S t re- sem a n n, der Führer der Deutschen Volks- Partei, hat in einer Vorstandssitznng ausführlich die nächsten Ziele gezeigt, denen seine Partei zustrebe. Zur Sicherung des allgemeinen Arbeitssriedeus empfahl er eine neu zu schassende Kammer der Arbeit, in der die wichtigsten Berussgruppen vertreten fein müßten, um Gerechtigkeit für alle durchzusetzen. Diese Kammer der Arbeit solle das politische Parlament nicht ablösen, sondern ergänzen. Es wäre in der Tat kein Fehler, wenn der Kampf der politischen Theorien, also der Parteihader, duich Einflüsse und Mitwirkung tüchtiger Facharbeit etwas zurückgeschoben würde. Stresemann wünscht eine Arbeitsgemeinschaft im Volke bis hinüber zu den Sozialdemokraten herzustellen. Er hält eine Nck- gierungskoalition für möglich, in der u. a. Vertreter der Deutschen Volkspartei und der Sozialdemokratie zusammensitzen. Allerdings zieht er eine feste Scheidelinie zwischen seiner Partei imybcr Sozialdemokratie, deren Führung das Reick; nicht mehr wie bisher überlassen werden dürfe.
Die Neuwahlen werden cs ergeben, ob eine solche Politik durchgesetzt werden kann. Das Bedürfnis nach einer Erneuerung und Verbesserung der bisherigen Regierungspolitik ist zweifellos vorhanden, wie ganz besonders die Verhandlungen der Nationalversammlung über die Ereignisse im Ruhrgebiet '.geben haben. Im Zentrum regen sich die eistcr ebenfalls in diesem Sinne. Und daß eine Radikalisierung der Mehrheitssozialisten, eine Webcnregierung der Gewerkschaften, in denen die Unabhängigen das große Wort führen, droht, das steht jetzt sehr häufig and) in den führenden Organen der demokra- tischen Partei zu lesen. 9hir friedliche Fortarbeit auf parlamentarischem Boden kann uns weiterhelfen, und von allem, was uns vor neue Putsche und Bürgerkrieg stellen könnte, komme es von reck;ts oder von links, wird der vernünftige Sinn des Volkes entschieden abrücken.
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Amerikanische cebenrmittellieserungen.
Berlin, 23. April. (WTB.) Nack) längeren Verhandlungen, die infolge der innerpolitischen Vorgänge in der zweiten Märzhälste eine unerwartete Unterbrechung erfahren hatten, ist zwischen der ReichSeinsubrstelle und den amerikanischen Packerfirmen ein zweites Abkommen über Lieferung von Fleisch, Speck, Schmalz, Milch und anderen Fetten in einer Gesamthöhe von 45 Millionen Tollars (gleich 2,75 Milliarden Mark) aut l-dreditbasis zustandegekommen. Die Rückzahlung der 45 Millionen Dollar» wird nach einem besonderen Tilgungsplan, beginnend Anfang 1921 bis Mitte 1922, durch die Tevisenbeschassungsstelle erfolgen. Die Lieferung der Waren beginnt s o - fort. So werden sämtliche in Hamburg, Rotterdam, Antwerpen und in Skandinavien lagernden Bestände der Packersirmen sofort übergeben. Geliefert lverden 250 »Millionen Kilogramm Brotgetreide. Für weitere 150 Millionen Kilogramm Brotgetrewe schweben die Verhandlungen. Tie Finanzierung ist stchergenellt. Außerdem werden geliefert 45 Millionen Kilogramm ausländisches Fleisch 50000 lebende Schweine, 20000 lebende Rtnder, 25 Millionen Kilogramm Speck, 25 Millionen Kilogramm <5r'v •alv 3 MÜlionen Kilogramm Ki'e 0)10 Kisten Milch zu je 48 To'en, verschiedene Lelfrücküe, wr Herstellung von ungefähr 50 9JZ dl tonen Kilogramm Margarine, 10 Millionen Kilogramm Reis, 1,2 Millionen Zentner Kartoffeln. Ferner ist die Einruhr von größeren Mengen Heringen aus England und den skandinavischen Häfen gettchert.
Heues aus San Homo.
San Remv, 23. April. (Wolff.) Der Oberste Rat ist heute morgen um 11 Uhr zusammengetreten. Er hörte die Ansicht der militärischen und maritimen Beiräte über die
Fragen in bezug auf die Oberhoheit und die Verwaltung der Meerengen. Er billigte Die Aufnahme von Klauseln über diese Fragen in den türkisdien Friedensvertrag. Die Konferenz ist daran, den Vertrag mit der Türket fertigzustellen. Sie trägt habet den von dem Präsidenten Wilson in seiner Note vom letzten Monat vorgebrack)ten Vorbehalten Rechnung. Ein Vertreter des Völkerbundes wird nach Konstantinopel beordert werden, um die Klagen Der Minderheiten, die unter der muselmanischen Unduldsamkeit zu leiden haben, entgegcnzunehmen.
P a r i s, 23. April. (Wolff.) Tie „Agencc Havas" meldet aus San Remo:
Man ist in der Lage, Aufklärung über die Ursachen der Uneinigkeit zu geben, wcücl)e sich in den ersten Privatimter- haltungen vom Sonntag zwischen den Ministerpräsidenten zeigte. Am Bormittag hat bei der ersten Begegnung MiUerands mit Lloyd Gteorgc dieser erklärt, die rationellste Lösung der Fragen über den Friedensvertrag von Versailles sei die, eine Konferenz nad> Paris einzuberufen, auf weld)er Deutschland vertreten sei. Millerand hat, ohne sick) die Ungelegenheiten dieses neuen Verfahrens zu verhcintlick>en, erklärt, er tomic ihm nur unter gewissen Bedingungen zustimmen. Am Nack)mittag bei der Beratung der drei Ministerpräsidenten hat Lloyd George seinen Vorsckstag wieder aufgenommen und ist von N i 11 i darin unterstützt worden. Beide Ministerpräsidenten haben den Vorteil direkter Verhandlungen mit den Deutschen unterstrichen und auf das Interesse hingemiesen, das es für Frankreich habe, die E n t s chä d i g u n g , die von Deutschland verlangt werden könne, sofort festzusetzen, ohne bis 1921 zu warten, namentlich deshalb, weil man dadurch die Mitarbeit des bcutfdpn Volkes bei der Ausführung des Vertrages und die Versöhnung der beiden Völker erlange. Millerand hat sich alsdann dieser Forderung formell widersetzt unb es ist ihr keine Folge gegeben worden. Es scheint auch nickst, als ob sie noch einmal gestellt worden sei — Dies ist die Meinungsverschiedenheit, die auf den ersten Beratungen der Konferenz gelastet hat. Die Lage scheint jetzt aufgeklärt unh wirklich gebessert zu sein.
Amsterdam, 23. April. (WTB.) Wie ein besonderer Berichterstatter der Daily News meldet, befindet sich ein Delegierter der russischen Sowjetregierung in San Remo. Er habe bereits mit den leitenden Staatsmännern der Alliierten eine lange Besprechung gehabt.
Tower» rlcußerungen über Danzig.
T a n z i g, 23. April. (WTB.) Tie „Tanziger Brücke" sckr.'ibt unt.-r der liebertbriit „T ower und die Z u k u n f t D a n z i g s": Die in Nr. 15 wiedergegebene Unt.rrebung mit dein Oberkom- miifar des Völkerbundes Tolver fand in der irill nd ausländischen Pres e sowie sonst in der Ccffcnt» lichkeit Auslegungen, denen nicht zugeslimmt werden Fann. Der Obcrkvmmissar wollt?, wie in dem Artikel der „Brücke" ganz ausdrücklich betont war, eine Mahnung zur Eintracht und zu positiver Arbeit an Danzig richten. Taß er Tanzig aufgegeben oder das Jnttresse an der seiner Verwaltung unterstellten ^reistadt verloren habe, ist eine durch nichts gerechtfertigt? Annahme. Tower bekundete im Gegenteck ein.it unzweideutigen Willen, Danzigs Wohl zu förbem. Nur wolle er den Danzigern vor Augen halten, welche Gefahren für irr» Scib'tänbigfiii sie selbst h.-rauibcschwöle i, wenn sic die Bahn des unfruchtvaren Politisierens nicht verlassen.
Tic englische Arbeiterpartei gegen die Verwendung farbiger Truppen in Teutschland.
Amsterdam, S3. April. (WB.) „Algem.rm Haf^e^s"lad" w.e bet: Der Vollzugsausschuß der englischen Arbeiterpartet hat einen Antrag an genommen, daß gegen die Verwendung farbiger Truppen im besetzten Gxbiet Deutschlands b:t den aLiiertoi Regierungen und bim Döllbrbnnd Protest erhoben und die Zurückzie./ung der Truppen verlangt werden soll.
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TaS Urteil im Prozeß Caittaux.
Paris, 23. April. (WTB.) Um 7 Uhr abends mar nach einer Havasmeldumg die Geheimsitzung des Cberften Gerichtshofes beendet. Mit einer Stimme Mehrheit .wurde die Höchststrafe, die Caillaur auferlegt werden kann, nämlich fünf Zahre Haft, abgelehnt. Es wurde alsdann auf drei Jahre Gefängnis erkannt unter Anrechnung eines Teiles der Untersuchungshaft, ferner auf fünf Jahre Aufenthaltsverbot und Verlust der polittschen Rechte auf zehn Jahre.
Paris, 24. April. (WTB.) Zu dem Eaillaux-Prozeß ist berichtigend nachzutragen, daß nach dem Spruch des Gerichtshofes die Gefängnisstrafe durch die Untersuchungshaft als verbüßt erachtet
wird. Eaillaux, der bei der Urteilsverkünmntg nicht zugegen war, befindet sich daher ob heute auf freiem Fuß.
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Kapp in Schweden auf freie» Fuß gefetzt.
Stockholm, 23. April. (WTB.f Seitens der Regierung mürbe entschieden, daß Kapp auf freien Fuß zu setzen sei unter der Bedingung, daß er keine Politik treibt, oder politisch Verbindungen unterhält Ter Polizeimeister und der Polizei Präsident von Stockholm ist beauftragt, Kapps Aufenthaltsort zu bestimmen.
dem Ueiche.
Der 1. Mai.
Berlin, 23. April. (Wolff.) Falls die reichsgesetzliche Regelung des Maifeier- tage* nicht rechtzeitig erfolgt, ordnet Kultusminister H ä n i f d) an:
1. bleibt es dem Ermessen der Schulver bände überlassen, ob am 1 Mai die Schulen geschlossen werden sollen oder llichN 2. i.t den Orten, wo an den gemeindlichen Schulen der Unterricht am 1. Mai aussällt, ist er auch an den staatlichen Schulen auszusetzen, 3. auch an den Schulen, die den Unlerrid)t nicht aussetzen, Darf keinem Lehrer und keinem Schüler ans dem Fernbleiben an diesem Tage irgendein Nachteil erwachsen.
Die Praxis des Reichswehrministers.
Berlin, 24. April. Mehreren Moryenblät- tmt wird aus München gerneIbet, daß sich der Reick Swehrminister Tr W c r 1 e r über Die Di einer republikanischen .'lerntruppe sobiendermaßen geäußert habe: Die Berliner Garnison ist nicht stark genug. Die Regierung muß icbod) iniftanDv fein, nach besonders bebrohten Stellen eine starke und zuverlässige Truppettmacht zu werfen. Es besteht dalxr die Absicht in der Nahe von Berlin eine Brigade auszustellen die bedingungslos bc reit ist, den Befehl der ^gierung zu befolgen, wenn die Verfassung in Gefahr ist. GesimrunAs schnüffelei wird im Heere nicht getrieben Auch monarchistisch gesinnte Offiziere haben im Heere Platt, ebenso wie republikanisch gesinnte, wenn sie sick) unter allen Umftanben bereit erklären, für den Sckutz der Verschsung cin^utreten. Wer sich nicht zur Verfasiuna befermm will, der muß eben geben. Wer ein öffentliches Amt auSübt, muß sich ttar fein, daß er feiner Unzufriedenheit mm auf verfassungsmäßigem Weg Ausdruck geben darf.
Gertrud Bäumer Vortragende Rätin.
Berlin, 23. April. (WTB.) Als Vortragende Rätin tritt in das Rcichsmini- steriurn des Innern Fräulein Tr. Gertrud Bäumer (9Jtitglicb der Nationalversammlung) ein. Sie übernimmt das Dezernat in der Abteilung für Schulairgelcgenheiten.
Die Bodenreform.
Frankfurt a. Oder, 23. April. (WB.) Eine Versammlung von ctrva 1030 Freunden der Bodenreform bewegung forderte die sofortige Verabschiedung des Heimstättengesetzes, daß unter allen Umständen den Anspruch auf Heimstättenland, Enteianungsrecht enthalten müsse, ferner die Einrichtung eines ReichsheimstättenheimS mit Tr. Adolf Damaschke an der Spitze.
Dom Hessischen Doltsbunö.
(Sieben, den 24. April 1920.
Tie Versammlung von Vertretern dec nord- und südt,el'sischen Ortsgruppen des hessisck>en Volksbundes, der den Zusammenschluß des bisherigen Großhtzw.zogtums Hessen mit der Provinz Hessen-Nassau und den sonst zugehörigen Gebieten zu einem erweiterten hessischen Staat crslr.-bt, faßte am 22. Aprck 1923 in Gießen zu politiscken Parteien besteht, bedauert cnnchccdän
1 Ter HVB., der aus Angehörigen aller politischen Parteien besteht ,bcbau_rt entschieden die von der Reichsregierung bisher bei der Behandlung der großheisiichen Frage gemachten Fehler. Trotzdem hat sich der HVB. in der kritischen Zeit des ÄapP^Putsches und des bolschewistischen Ausstandes einmütig auf den Boden der Veriassung gesteltt und ist für d.e verfassungsmäßige Reichs- rcgierung einaetceten.
2. Ter HVB. erfennt die durch bte Rerchs- rcgierimg beantragte Dilduirg ein« Verbands- wäl ltteises „Hcs'en" aus den drri Provinzen de? tcüiicbcn Staates sowie Hessen-Nasiau, Waldeck und Kreis Wetzlar als einen wesentlichen Fortschritt zu dem von ihm erstrebten Ziele an.
3. Ter HVB. wendet sich gegen alle Versuche ertremer Parteien, di politische Gewalt entg-’g-m den Grund ätzen der Nc-ichscerfassung aur g walt- larnem Weg-: an sich zu reißen, und wird sich iw bisher solchen radikalen Sttömungen, die du Wiederailfbau Teutichlands rerit.ibent, wideretzen.
4. Ter HVB. warnt bringatb davor, über ixe in der Reichsvcr'assung gegebene Gren e der ein» beitlicrcn Organiation d.s Reiches hinaus einen undeutschen bureaukratischen Zentralismus zu schassen und re.l-mgt innerhalb der Reichsrrrfas'uug eine zweckmäßige reichsunmitt lbare Se b'ländi> keit von Gliedtaoaten durch richtige Bildung und Entwicklung der deutschen Länder und ihres Eigenlebens.
5. Ter HVB. protestiert auf das Schärfst, gegen die geschehene Besetzung dos Maingaues durck


