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Nr. 69

Ter «letwer Xnjd^et erscheml tögttck, cuber Sonn- und Feiertags, vezuarpreir:

Monatlich Mk. 2.30, viertel jährlich Mk. 6 90 einschließlich de« Bestell­geld«; durch die Poft oierieljSk'rlich Mk. 6.- ausschließltch Bestellgeld. Fernsprech - Anschlüsse: jütbie 6d)riftkilunfll 12 B erlag,WeschaflsstelleSl Anschriit sürDrabtnach- nchten: Auzei-er -letzen.

popschecNouto: 5rankfvrt a. M. U686

Erster Blatt

170. Jahrgang

General-Anzeiger für Gderhesien

ZwiMngrnind-ruck u. Verlag: vrühl'fche Univ.-Vuch- ». Steindruckrrei R. Lange. Zchristleitung. Seschastrftelle u. Druckerei: Zchulstr. 7.

Örtli ü 25 ist, auSivärtS 30 Pi.; lür Reklame- An-eigeu von 70 mm vrene 9U Pi. Bei Plast- vorichrin20* Auiscdlag. Hauptschri'tleiler: Ang. t-oen. Perautivortlich tot Polit.k: Aua. Wo«j; iür den übrigen Le»ll Dr. Reuchold Zen»; lür den Anzeigenteil: ix Bett, sämtlich in Gietzen.

Montag, 22. März 1920 Annahme von Änjtljdl f. die ^aqeSnummer t>i4 zum Naci,m,nag vorher

ohne ied.i^-rd,i,>lichkelt.

I KS^ preir kti^ 1 mm höhe >ur H Anzeigen v.34mm Brette

Uommunistische Unruhen im Reiche.

Leider hat das unglückselige Unterneh­men von Kapp und Lüttwitz nun doch noch gröbere Ausstände von links her veranlaßt, üs zuerst anzunehmen war. Während in Ber­lin ein neues Einigungsprogramm der früher erwähnten interfraktionellen Abmachung zur Zeile gesetzt wurde, ein Programm, von dem iwch zu reden sein wird, haben die Unruhen mn Industriegebiet und in Mitteldeutschland eine beängstigende Ausdehnung angenom men. Der Nachrichtendienst ist indessen noch ziemlich lückenhaft, und ganz klar läßt sich die Lage nicht ^übersetzen. Soviel ist sicher, daß iic meisten Städte des Jndustriebezirks heute enter der Gewalt her Radikalen stehen. Seife wurde dort die rote Flagge der Räterepublik gehißt, teils wurden, wie z. B. in Düsseldorf unb Essen, arfe den sozialistischen Gruppen Vollzugsausschüsse gebildet, die alle Verwalt lang an sich genommen haben. Das sind na­türlich keine Zustände, die von Dauer sein können. Da die lokalen Reichswehrtruppen zu schwach waren, um der Lage Herr zu tverden, und sich vor den bewasfneten Arbeitern w riickziehen mutzten, sind, besonders auch von Süden her, zahlreiche Berstärkungstruppen an i»id Herde der Aufstände, sowohl ins Jndustrie- >,cbiet, wie nach Thüringen, abgegangen. Die Entente soll isich, nad> anfänglichem Sträu­ben, bereit gefunden haben, unsere Reichs- wehrleute zur iNiederwerfung der Aufstände zeitweilig in das besetzte Gebiet einzulasscn. Ob die Bitte der Arbeiterführer int Industrie­gebiet an den Reichspräsidenten Ebert, die Truppen der Reichswehr zurückziehen zu lessen und den Arbeitern die Gewähr einer so- nalistischen Weiterentwicklung zu geben, nur ein Auskunftsmittel sder List und einer be­stimmten politischen Taktik, oder ob sic ehr­lich gemeint f ist, wagen wir nicht zu c ntfdxibcn. Herr Ebert wird dadurch einigermaßen in Verlegenheit kommen. Willfahrt er dem Ersnchen, so ist die Gefahr vorhanden, daß der Kommunismus sich i teilet ausbreitet, läßt er der Reichswehr freie Hand, so treffen die Regierung später die bekannten grimmigen Vorwürfe einer BolkTunterdrückung und Knechtung. Solange die Aufrührer auf ungesetzlichem Boden Der- l.jarren, kann mit ihnen, ebensowenig wie s rüher mit Kapp, verhandelt werden. Die Lage wird sich ganz ähnlich gestalten wie beim Auseinander gehen des Kapp-Regiments. Tie bereits erwähnte neue Berliner Einigung s.heint eine Grundlage zur vorläufigen Klä- mitß der Lage werden zu sollen. Unsere Leser fanden diese Programms unkte in einer der falgenbcn Meldungen näher verzeichnet. Was «ich aesck)el)en mag, aus allem geht nur er- reut die Notwendigkeit hervor, in kürzester prift Neuwahlen auszuschreiben, die den Dillen des gesamten Volkes festfegen und einseitiger Willkürherrschaft, wo fee auch auf- uruchen mag, ein Ende bereiten werden.

2er unnatürliche Friede von Versailles.

Berlin, 20. März. (WTB.) Der Deutsche O»cwerksä>aftSbund dcr Gesanrtverband der ckrrst- Ilchm Gcworkscl>asben Deutschlands, der Gesamiver- Zuid beut) (ter Angeftelltengewerkscterfteii, der Ge- '^rmwerl»mld deutsckfer Beamten- und L>taatsange- stelltenGewr kl ck>a ft en erklären in einem Aufruf, tac stapp Lüttwitz-Revolte sei endgültig mederge- s'htagen, die Freiheit der Verfassung der deutschen 'VevubÜk wieder hcrgestellt, die Rechte des Volkes unangetastet unb somit jeder Gc-md zur Weiter- hlynmg do? (Generalstreiks beseitigt. Die tiefe* Iren Ursachen der Putsche sowohl Den der Lr bersten Rechten wie von der äußersten Linken 1 «gen in dein uitnatürlichen Frieden von I Versailles. Seine grundlegende Ab- äm d e r u n g sei deshalb ebenso notwendig wie die deutsche Arteit in Stadt und Land.

Die Lage in Berlin.

Berlin , 20. März, 3 Uhr nachmittags. ISolff.) Dem ReickSpostministerium i> vom »AuklionsauSichuß dcs Deutschen , 'S e a m tcnbundes folgende Mitteilung zu- i gegangen: Nach gemeinsamen Vereinbarungen ! unserer Vertreter mit Vertretern der Arbeiter- - u.:ib Angestelltengewerkschaften sowie mit den Regierungsparteien haben wir zugestimmt, t» n Pet rieb wieder aufzunehmen.

(*iu 'Abkommen mit den Gewerkschaften.

B e r l t n, 20. März. (Wolff.) Nach einer Mitteilung der Deutschen Demokratischen Partei enthält das heute zwischen Vertretern der Mehrheitsparteien und den Ge me r k s ch a f t e n abgeschlossene Abkommen bcc Bestimmung, daß die Vertreter der Re­gierungsparteien bei ihren Fraktionen für fas gimde Punkte cntticxn: Verständigung mit iwtt Gewerkschaften rbei Neubildung der Re gerungen int Reiche und in Preußen sowie b i d»'r Neuregelung der wirtschastlfec.: und sc fealpoltttschen Gesetzgebung, Entwaffttung und

Bestrafung aller am Putsch schuldigen sowie I beteiligten Beamten, Reinigung der gesamten öffentlichen Verwaltung, Mitbestimmung der Gewerkschaften bei der demokratischen Verwal­tungsreform, Ausbau tder sozialen Gesetzge­bung sowie Einführung eines freiheitlichen Beamtenrechts, sofortige Inangriffnahme und Sozialisierung auf Grund der Beschlüsse der Sozialisierungskommission, besondere ^Ueber- nahme des Kohlenspndikats und Kalisyndikats durch das Reich, wirksame Erfassung der ver­fügbaren Lebensmittel, Auflösung aller gegen­revolutionären Formationen und Ersatz aus der zuverlässigen republikanischen Bevölke­rung ohne Zurücksetzung irgendeines Standes.

Der Zpartakiftencmsruhr im Industriegebiet.

Dortmund, 20. März. (Wolff.) Von unterrichteter Seite wird uns mitgeteilt, daß die Reichswehr gestern mittag Essen planmäßig geräumt hat. Der Abzug der Besatzung, etwa 700 Mann, erfolgte mit voller Ausrüstung. Ebenso verließ die Garni­son Mülheim (Freikorps Schulz) die Gar­nison aus taktischen Gründen. Von dem Mili­tärbefehlshaber des Duisburger Bezirkes wird erklärt, daß alle Maßnahmen zur Sicherung der Stadt getroffen seien uni) daß die begrün­dete Hoffnung bestell, die Kommunisten hinter der Ruhr festzuhalten.

Eine Kundgebung der drei sozialistischen Parteien an Ebert.

Hagen, 22. März. (WTB.) Die drei sozialistischen Parteien sandten gestern abend an den Reichspräsidenten Ebert nach- folgeudeS Telegramm:

Die drei sozialistischen Parteien des Jitdustrie- gebiets, die heute morgen zu einer Konferenz hier versammelt waren, stellen sich einmütig auf den Standpunkt, daß alle Kräfte eingesetzt werden müssen, um die Reaktion niederzuschlagen. In keiner Weise können sie General v. 'Satter Vertrauen entgegenbringen, der als reaktionärer monarchistischer Offizier zu morgen die Arbeiter zur Abgabe der Waffen ausforderte, bis heute aber noch nichts tat, um das Bataillon Schulz, das auf dem Boden der Kapp-Regierung steht, zu entwaffnen. Wir verlangen sofortige Einstellung der Truppenbewegungen, da wir sonst gezwungen sind, in berechtigter Abwehr zum Angriff zu schreiten, um zu verhindern, daß zusammengezogene reaktionäre Truppen im Industriegebiet den weißen Schrecken einsührcn. Die Konferenz lehnt ein­stimmig die Einführung der Rätediktatur ab und stellt sich in ihrem Vorgehen auf durchaus legalem Boden, verlangt aber Garantien, um vor der Reaktion gesichert zu fein. Im Gegensatz zu allen anderen Behauptungen herrscht im Ju- dustriegebiet größte Ruhe und Ordnung. Die Ar­beit ist mit Ausnahme der unter den Waffen stehenden Arbeiter vollkommen wieder aufgenorn- men worden. Wir bitten, sofortige Entscheidung zu treffen.

Düsseldorf, 21. März (Woln.i Hier tat sich heute rin Voll zug sau sschu ß gebiftet, der sich aus Mtgliedern der drei sozialdemokratt- schen Parteien zusammen evt. Auf Grund von Verhandlungen mit der Siadwerwallung ist dem Vollzugsausschuß ein Kontrollrecht über du- allgemeine Verwaltung und über die Poliz irenval- hnig zugestanden «norden. Die Stadw.rwcütung sülut die öe"d)attc einstw.ilen fort. Di' Beamten intb Angestellten sollen ungefränft und d e R>chte der St b.ieroitmeter.Der «mmlir -g unbe ü rt W v den. UcL-er die Aufstellung uch Bezah.ung dn Sicherheitswehr schrv.chen noch Verhandümg'n.

Düsseldorf, 22. März. (WTB.) Tie gestrige Funktionärsitzung der sv >iafe,tischen Par­teien und der Gewerkschmten beschloß, den Gene­ralstreik abzubrechen. Die Arbeiter und Angestellten werden ausgesordert, am heutigen Montag die Arbeit nrieber artszunehmen. Dcr Sonntag ist vollkommen ruhig verlaufen.

D ü s s e l d o r f, 22. März. M'TB.) Der Voll­zugsrat hat beschlossen, eine Bolkswehr aus organisierten Arbeitern und An-geftellten, die auf dem Boten des Sozialismus stehen, zu bilden, um die politische Macht der Arbeiterklasse zu sichern. Die bisherige Arbeiterwehr nnri) entwaffnet.

Deutsche Truppen auf dem rechte-« Rhcinuser.

Paris, 22. März. WTB.» TerTemps" erklärte, daß der teutidrt Geschäftsträger in Paris wi^>erholt verlangt habe, daß ,-i. deutsche Rcgic-- rung ermächägt iverde, Truppen nach dem rechten Rheinufcr in die 50-Kilometerzrr. zu eMsenden. Di-'sc Ermäch igung sei noch N'.ckü erteil: inorden, n>nl alle von dem bcutiden Gc- schäftsträgcr unternonrnrencn Schritte nur Ver- spreckmngen der deutschen Regiermig w'.d feine Garantien seien.

Köln, 20. März. (WTB.) Di.' Köl­nische Zeitung" meldet aus Sttittgan: Tie Entente hat her Reichsregierung die Ermächti­gung erteilt, die Reichswehrtruppen zur Nie­derhaltung des Aufruhrs im In­dustriegebiet innerhalb les besetzten Ge­bietes aufmarfchieren zu lassen.

Paris, 22 März. WTB. Millcrand I fat gestern den Marfel^l Fach empfangen, mtt | dem -n eine längere Umerredung hatte.

Kämpfe in Mitteldeutschland.

Halle (Saale), 20. März. i.WTB.) Bei Am men darf (l^albwegs zwrschm Merseburg Halle) janben gestern ztvischen den Tnippen und den Arbeitern Kämpfe statt. Auch in Halle selbst ist es in der letzten Nacht zu lebhaften Feuergesechten gekommen. Die Truppen halten die Hauptgebäude bet Stadt besetzt. Der Gcneralstteik dauert an.

Mühlhausen (Thür), 21. März. (Wolff. 1 Die Gewalt liegt in den Händen eines ungesetz­lichen Vollzugsrates. Die Straßenausgänge in der Richtung noch Langensatza sind beseht und gesperrt.

Gotha, 21. März. (WTB.) In der Stadt herrscht ein Terror übelster Art. Die Ort­schaften Warza und Friedrichswerk sind in den Händen der Ausrührer.

E r i u r 1, 22 März. (WTB.) Der General­streik Dauert fort. Tie Stadt ist ruhig.

Sondershausen, 22 März. (WTB.) Ter I Generalstreik ist beendet. Tie Arbeit wird heute wieder ausgenommen.

Die Lage in Leipzig.

Leipzig, 20. März. (Wol'f.) Hier gestaltete sich die L'age gmutiger. Die Truppe ging bis in b:s H-auptguartier der Ausrichrer im Volks Haufe vor, uwrüufhin die Besetzung des innere» Stadt- kreijes erw i ert wurde. Es faubm 29 Ver(amm- luugeu statt, von denen in 19 die Wiederaufnrhin' der Arbeit und nur in 10 die Fortsetzung v-'s Streikes beschlossim wurde. Der Bahuv-rkchr wurde mit vereinzelten Zügen wieder au genommen. Im Vogtland ist die Xfage unverändert. Die Plün­derungen h.rbcu einen groen Umfang ong'nom- mcn. Tie Stimmung der Truppen ist ausgezeich­net. Die Auirülirer hatten starke Verlust).

Leipzig, 20. März. (WTB.) Das Zeit- freiivilligenrechment^mit nur gcringeu Rcick)swebr- zuteilungen l>ält nach wie vor den inneren Stadt­teil. Eine gemischte Stoßabteilung stieß gestern über die Barrikaden in das V v l k s h a u s, dem Sitz der' gegnerischen Kampsteitung, vor. Nach Artil­lerievorbereitung wurde es im Sturme ge­nommen und ging in Flammen auf. Eine andere Swßabieilung stürmte die Barrikaden im N«att>en der Stadt, in bem besetzten inneren Stadtteil und den angrenzenden Gebieten bis zur Alberrstraße und dem RerckiSgericht. Verluste im Volks Haus 5 Tote, 12 Schoerverwundete und ein Leichtverwundeter. 50 Gesangene wurden gemacht. Weitere Barrikaden wurden vielfach gebaut. Aus versteckten Maschinengewehren lvurde geschossen. Arn späten Abend wurden noch mehrere Gebäude in der Gegend der Plagwitzer Straße in Brand gesteckt und die Feuerwehr durch (^ewshr- und Maschinengewehrfeuer gehindert, den Brand zu löschen. Die Nacht war im übrigen ruhig: Zur Zeit finden Plünderungen von Lebensmittel­läden am Äagerhvf statt. In den gestrigen Arbeiter- versa mmürngen wurde das Abfemmen über die Waffenruhe geteilt ausgenommen. Es wird weiter versucht, die Arbeiter durch Lügennachrichlten zu) erregen. Die Unabhängigen und Pfehrlxits- sozialistcn raten in einem Flugblatt zur Wieder­aufnahme der Arbeit.

Leipzig, 20. Mam. (WTB.) Der M i l i - törbefehls Haber richtete einen Aufrus an btd Bevölkerung, in dem es heißt: In den jetzt von bem aufrühreris chen Mob besetzt ge­haltenen Stadtteilen beginnen sich immer mehr Anzeichen eines ausbreckienden bolschewisti­schen Terrors fei feigen. Brandlegungen, Plün- berungen, auch die ErTnordung von unbeteiligten Passanten tverden gemeldet. Die iwtivenbigen Sau- berungsmaßnahmen werden getroffen werden.

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Tie Lage in Kassel.

Kassel, 21. März. (WB..> Tie Sicher­heitspolizei mhm heute im Rcichswerk (frü­here Munitio-.^mtalt) eine grihti>ltd>e Duc ch- Buchung vor, wobei mel/rere Autos, über 100 Maschinengewehre, ein Gesckmtz unb vi I Muni­tion beschlagnahmt wurden. In der Stadt herrscht Ruhe.

Lrklänlngen öes Beiti)$prafiöenten.

Stuttgart, 20. März. (Wolff.» Reichspräsi­dent Ebert gemährte einem Vertreter der Schwei­zerischen Tepeschenagentur em Interview

lieber die Maßnahmen, die die Reichsr-gierung gegen künftige Putschversuche ins Auge gefaßt bat, äußerte sich Ebert wie folgt: Die Reichsregiermig stützt sich am bas Vertrauen der überwiegei den Mehrheit d.'s teuifchen Volks. Tiefer starke Block der atimun^:febatixm Mitte ist durch die letzteii Ereignisse feit zusarnm'n- gc, ch weißt. Zu ihm steheii auch Teile t>nr un­abhängige» Arbeiterschaft und selbst der Deut- sche-.i Volksp. r e-. T.-r Putsch von rechts ist rasch und gründlich abgeschlagen worden. Aut der Grund­lage der tte» geb lieben ni Truppen wirddieRei ch s- wehrne» geordnet w rden. All' Offiziere, die aus £er Seit von Karp standen oder irgmd circn Zwei c! :n rt,ner l?o.;aftät merfm li ßen, merden rückfich:s os ert'«cnit werben. Das sind wir schon dem Ve rrauen sclaifeig. das b;e Bevöl­kerung zur Trupoe haben muß. Wer hm-tig von rechts her wagen sollte, gegen die verfassungs­mäßige Ordnung aN'Urennen. wird in lern Unglück (aufen. Ebenso enrfchieben imrb ich die Regierung gegen die Elemente stellen, die von links her imter- r.ehmen nx>tlien, de ruchige Entwicklung und die Sicherheit rn Deutschland zu stören.

Au, die Frage:Wird e cnrucll an die En­tente unter Hinwns auf die letzt m Ereignis-e dos Ersuchen gerietet, mtt dem Abbau der Retchk- rt^-r warte' zu büren?" antnnrctc der Rnchs- preübent: Tte Enrwickli-ng be nächten Tage w.id

ob tr.a Reduz crimg dec R'iL^.ve.^r N'ch den Wünsck-eu der Entente ohne Gefahr für die!

innere Ordnung möglich fein wirb. Ich Persönluv l-alte das nicht für möglich. Die wirtschaft­lichen Schwierigkeiten^ b.e für unser Volk bestehe», bilden naturgemäß cin>?n ftirRnt h r u n gs st osf. Darin liegt ein (5leinent ar Unruhe, dessen WirkiMgSinög'.ichbnbm fein Matsch- kennt. Eine starke BereitfchiU ist deshafe ge­boten. Soweit die alliierten Mächte 'in Interesse daran l-aben, daß De tidjlanb den ^ta-D nsvernug erfüllt, müsse» sie bna» benßen, im Punkte brr Heeres stärke gewisse Konzessionen zu machen.

lieber die ©trafen, welche für bic Em­pörer vorgesehen sind, äußerte sich, Ebert: Gegen diese Männer wird das deutsche Strafgesetz ohne Nachsicht zur Anivendung lummen. TaS deutsche Strafrecht sieht für Hucksverrat die sckfwersieu Strafen vor. Außerdem wird das Vermögen der Schuldigen zugimsven des stfeiches konfisziert wer­den, um damit ivenigstens einen Teil de» schive- rcn niateriellen Sck»adens, den sie <mgerirf>tct habot- gutzuinachen.

Auf die FragenSind Ergänzungen oder teilweise Aendenntgen in der R e i ch s re­gier» ng vorges.h.'n?", sagtedcrRcitvsp.äsident: Darüber kann zur Zeit itod) nichts gesagt werden. Wir werden in Berlin darüber spreche» E..tschki- dcnd hierfür sind die Beschlüsse dcs Kabinetts und der Nationalversammlung.

lieber die Beziehuncfen i» den ausländischen Staaten erklärte der Rerchspräsideiit: Die Außen- polüik der Reichsregierung ist durch den Friedens­vertrag in hohem Maße gebunden. Wir raoflei« freundschaftliche Bezielningen zu allen Laiioein der Erbe. Wir wollen Frieden, Ruhe unb wirtschaft­lichen Auft>au mit allen Staatm. Was unsere Stel- Imig zur Schiveiz im besonderen angelst, so ist sie vvrgezeichnet Durch die lange Tradition der Freund­schaft zivischen uns und der ^Schivei.;. Daran wird hoffentlich nie ettvas geändert werben.

Die letzte fferage:Werden die Kohlenscn- Düngen nach der Schweiz und die Siefcrimgeif an die Entente durch die Unruhen im Rittfrgebiet erl)ebliche Störungen crsahreii?" beantwortete den Reickst-präsident so inen der maßen: Im Augenblick blick kann noch nicht überseifen werden, tvie groß Die Störungen in oer Kohlenförderung durch die Unruhen sind. Wenn sich aber Herausstellen sollte, vaß erheblickfe Förderungsausfälle voroekommen sind, werden sie nicht allein von Dcutichiand ge­tragen werden können.

Der franzöfische Ministerpräsident über dar verhäitnir zwischen Zrantreich unb

Deutschland.

Paris, 20. März. (WTB.) Ministerpräsi­dent Millerand erklärte dem Pariser Korre­spondenten desTailv Ehrvnicle", daß Frankreich nicht beabsichtige, irgendwie in die innere Politik Deutschlands einzugreifen. Aber Frankreich könne kein untätiger Zuscl-auer bleiben, wenn die nativ- Tiatc Sicherheit durch den Verlauf der Tinge in Tcutschland bcdrobl würde. Die Halrung Frank- r-cichs gegenüber Teuisckstand habe niemals darin bestanden und werde niemals darin beftefcn, eine einfache Racke zu üben. Tem französischen Eha- rafter liege nicht eine Haßpolitik gegenüber eineni besiegten Feinde, selbst wenn der besiegte Iemd Teulschland sei. Aber Frankreich müsse verlangen, daß seine Fvrderung».m an Deutschland voll be-> friedigt würden, lieber diesen Punkt werde ftch Frankreich niemals in einen Vergleich einlassen. In den zukünf.igen Beziehungen Frankeeicks au Deutschland sei die MöSlichfert einer wirtsckaft- lidjen Zu^mmenarbeit nicht ausgeschlossen. Aber eine solche Zusammenarbeit hänge notwendiger­weise von der LluSkührung der Verpflichtungen ab, die der Friü>ensvertrag Tentschland auferlege. Es von grundlegender Bedeittung für Frankreich, daß seine Zukunft, wie sie durch den Friedens- vcrtrag garantiert sei, erhalten bleibe und daß s ine Interessen gewahrt würden. Deshalb werde sich auch Frankreich stets in der Nvtwendrgklett befinden, jedem Versuch, den Friedens- vcrtragvon Der sailles zu revidieren, ent gegen zu treten. Teuttchland müsse sich streng an seine Verps ichtung m halten. Tas gehe jeden der Verlmndtteu Frankreichs nicht weniger an als Frankreich selbst, denn Die 3n:ereilen der Wliiettcn seien unlösbar vereint und wenn einer von i koren bedroht würde, befände sich auch der andere in Gefahr.

Pariser Vermutunge» über die deutsche Kabinettebildung.

Paris, 22. März. (WTB.) Mehrere Blätter, darunter basPetit Journal" und betPetit Pa- risien" de vrecken bic Mög'icheit, daß H-gien in das deutsche Kabinett einttrten wird. Es s-n sogar davon die Rede, daß man ihm den Posten les Kanzlers anvertrauen wolle. Wie man miss', gehöre Regien der Mehrhti sv'nei an und habe seinen Sitz nicht weit von Srlxtidmiann. Während des Krieges habe er sich durch eine bedeutende im­perialistische Kühnhtit ausg-zuchnet, so doß man von fdnem Sieg.- les Shnoilalismus reden könne. DerMcttin" erttert, daß web?r die äußerst: Itinfe nock die äußerste streckte er en Ausgleich zwiichen Regierung irab Arbeitersynbckat brütgen könnte.

Die Abstimmung des amer'karrischen Senats über den Kriedcns xrtrag.

Washington, 20. März. Woli-. Bei der Abstimmung im Senat über die R a t i fikation des FrieDensverkrages wurden 49 Stimmen gegen und >3 Stimmen für bi: Rat: i'atio: abgegeben.

28a | birg ton, 21 Marr. (s3o.n Die Tafache, daß <er Fra ebenso-: rr-a in rca: n-ock nicht ratirii.ert worden ist, w r üo. al. ba';m gebeutet, daß ^räiueiUm und dcr