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die englische Regierung habe in dieser Angelegem- heit schon verschiedentlich Anstrengungen gemacht. Obwohl den Arabern die Unabhängigkeit ver- fX>rC sei, so heisse das doch nicht, daß die Utt abhängigkeit nicht mit einem Mandate dec Völkerbundes, welches an Frankreich übertragen worden sei, vereinbar wäre. Die Konferenz von San Remo habe entschieden, das; diese Gebiete von Frankreich besetzt werde? sollen und französischerseits-ser zugesichert worden, daß die Truppen zurückgezogen würden, sobald die Ordnung wie>erhergestellt sei, Ruhe herrsche und das französische Mandat anerkannt würde. Donar Law erklärte schließlich noch, es liege kein Grund vor, in irgend einer Weise an der Haltung der französischen Regierung in dieser Angelegenheit Kritik zu üben.

Amsterdam, 20. Juli. <WTB.) Eine' Timrsm-Adung aus Kairo zufolge sind die Araber entschlos'en, sich den Forderimaen der Franzosen zu widersetzen. In Damaskus herrscht große Beg'nsterung. Die Zahl der snrischen Regiermrgs- trrrppen wird aus 2240 000 Mann geschätzt Tas .Heer besitzt einen Stab tüchtiger, in Europa ausgebildeter Offizi're, die im Wettkrieg ihre Er- fahv.ingen gesammelt haben. Der Nachrichtendienst des Heeres ist gut. Dagegen besitzt es keine Flug- jewic. An Fldspitalern und Ambulanzen herrsch! MangÄ.

Eie Vorstoß im englischen Unterhaus gegen StinneS.

Amsterdam, 20. Juli. (WB.) Im'Unter­hause wurde gestern gefragt, ob die englische Re­gierung nicht beabsichtigte, die Aburt ilung von Hugo Stiirnes zu verlangen, da bicfer für die Zerstör -irg b~r b Irifrhen Bergwerke verantwortlich sei. ßSonar Law erwiderte, es sei nicht beib* sichtigt, tvettem Namen auf di" Liste der .Kriegs- berbrechw zu setzen. Aus jeden Fall gehe diese Frage lediglich die belgische Reg'erung an, die stbri.^ns gegen Stmnes' Reise nach Belgien keinen Einspruch erhoben habe.

Lenin über die Absichten Rußlands.

Berlin, 20. Juli. Wie der Berliner Lok- ghtynacr" aus Rotterdam meldet, enthält das mntlickie Organ Lenins eine Erklärung, daß die industrielle und wirtschaftliche Zukunft eine ge­meinsame Grenze mit Deutschland er­forderlich mache. Die Offensive gegen Polen werde nicht eher eingestellt werden, bis die Grenze her- gestellt ist.

Eine Rentralitä^Scrklürung de- Rcichspräfiventen.

Berlin, 20. Juli. (WTB.) In der morgi­gen Nummer desRmchstmzeigers" wird nach- tzehmde Bekanntmachung des Reichs­präsidenten verösfent'icht: In der zwischen der polnischen Republik und ber russischen Sowjet- revub'ik entstandenen kriegettschen Ve-wicklung hat Deutschland, das sich mit beiden Staaten in Frie- denszustand befindet, bisher volle Neutralität be­obachtet und wird diese Neutralität auch weiter­hin beobachten. Ich weise demzufolge darauf hin, daß für jedermann int Reich und für Deutschland im Ausland die Verpflichtung besteht, sich aller Handlungen zu enthalten, die der Neutralität Deutschlands zuwiderlaufen.

Trrsc Bekanntmachung wird den Regierungen in Warschau und Moskau amtlich zur Kenntnis gebracht.

Englands Ausgaben.

London, 20. Juli. (Wolff.) Amtlich wird gemeldet, daß seit dem Was len still stände bis zum 31. März 1920 die Kosten Englands für militärische Operationen -u Wasser und zu L-ande rund 56 Millionen Pfund Sterling betragen, davon 31 Millionen Pfund Sterling für militärische Aktionen und der Rest für das Hilfswerk in Rußland.

fchafftne Filmoberprüsstelle ist nun­mehr crrichter luvrbtn. Sie unterst.'hl dein Michsministerium des Innern und hat ihre Diensträume in die em Ministerium Berlin, NW. 40, Am Königspiatz 6. Mit der sorumift arischen Leitung Dicier S elle ist der bcfanv.ie Schriftsteller Carl B u lcl e beauftragt lvor- den, der aus seiner Tätigkeit als Staatsan­walt auöscl-eidet.

Die Trauerftier für Prin; Joachim.

Potsdam, 20. Juli. (Wolfs.) Heule vormittag 11 Uhr fand in der Friedenskirche die Trauerfeier für den Prinzen Jo­achim von Preußen unter überaus star­ker Beteiligung statt. Die Kirche war reich ge­schmückt. Vor dem Altar stand der Sarg, be­deckt mit einer Vlumenfülle. Das Kaiser- p a a r ließ einen Asternkranz, der K r o n - Prinz und die anderen Prinzen ebenfalls .Kränze am Sarge nieder legen. Sehr stark waren die Mitglieder des früheren Hofstaa­tes und der Generalität vertreten. Die Pots­damer und zahlreiche auswärtige Regimenter schickten Abordnungen. Kurz vor Beginn der eigentlick/en Trauerfe.er erschienen die Prinzen Eitel Friedrich, Adall^ert, August Wilhelm, Sigismund und Joachim Albrecht mit ihren Gemahlinnen, Generalfeldmarschall v. Hin­denburg und General L u d e n d o r f f. Die vier Brüder des Verblichenen hielten am Sarge die Ehrenwack^. Nach einleitendem Or­gelspiel entwarf Olerhvsprediger Vogel ein er­greifendes Lebensbild des Prinzen Joachim. Nach dem Gebet und Segen sang Frau Kam­mersängerin Götze dasRuhe in Frieden". Nachmittags wird der Sarg vorläufig in der Waldemarkapel'e in der Friedenskirche bei- gesctzt.

Aus dem mitteldeutschen Braunfohftngebiet.

Berlin, 20. Juli. (Wolff.) Die Ver­handlungen im mitteü)utjd>en Braunkohlen­bergbau wurden gestern unter dem Vorsitz des Regierungsrates Dr. Bodenstein vom Reichsarbeitsministcrium in Halle in später Stunde beendet. Die Arbeitgeber erklärten sich nach langen Verhandlungen bereit, für Juni und Juli eine Schichtzulage von einer Mark für alle Arbeiter zu gewähren. Die Vertreter der Arbeiter erklärten, den Belegschaften die Stellungnahme überlassen zu wollen. Bis Samstag abend soll bas Ergebnis der Stel-- lungnahnte der Belegschaften den Organisa­tionsvertretern mitgetcilt werden.

Hms de« desetzrni StbteL

Spitz-rlwrftn im besetzten Gebiet.

sd. Mainz, 20. Juli. Der Zeichenleh­rer R ach o w aus Beeskow-Berlin wurde hier von französischen Geheimagenten wegen po­litischen Vergehens verhaftet und dem Provinzial-Arresthaus zugeführt. Es steht fest, daß die französische geheime mili­tärische Polizei in Mainz und Wiesbaden zahl­reiche Deutsche und Elsaß-Lothringer gegen hohe Bezahlung angewyrben hat, die sich un- erfamtt in Wirtschaften und auf freien Plätzen usw. in das deutsche Publikum drängen und den Franzosen Spiheldienst leisten. Eine unvorsichtige Redensart gegen die Alliierten genügt diesen Landesverrätern, den Ahnungs- loftn der französischen Polizei in die Hände zu spielen und dem Gefängnis zu überliefern.

Xus StaH und Land.

Preise der Leben-mittel in Polen.

52.50

57.50

50.

Der Magistrat der Stadt Krakau hat im Einvernehmen mit dem Amt zum Kampfe mit dem Wucher folgende Maximalpreise fest-

55.50 54. 59.40 46.25 51.25

gesetzt:

Für ein Kilo Filet

Sonstiges Rindfleisch

Kalbfleisch

Hammelfleisch

Butter

1 Liter Magermilch

Vollmilch

1 Kilogramm ausländische Seife en gros

1 Kilogramm ausländische Seife en detail

1 Kilogramm Landesseife en gros

1 Kilogramm Landesseife en detail

Hefe 1. Qualität en gros

Heft 1. Qualität en detail

Heft 2. Qualität en gros

Heft 2. Qualität en detail

50. Mark

42.

37.50

40.

87.50

4.90

6.

Ueberschreitung die er Preise wird streng bestraft werden. Wer wird aber diese Preise noch überschreiten können. (Naprzod", Kra­kau, 20. 5. 20, Nr. 119.)

Max Hölz vor Gericht.

Prag, 20. Juli. (WTB.) Tschecho-slo- wakisches Pressebureau. Gestern fand vor dem Kreisgericht in Gittchin die Verhandlung gegen den Kommunistenführer Max Hölz statt. Die Anklage legte ihm zur Last, daß er am 27. April in Marienbad eine Handgranate hervorgczogen hatte, um seine Verhaftung zu vereiteln. Er ist deshalb des Verbrechens der öffentlichen Gewalttätigkeit und der Uebertretung des Sprengstoffgesctzes angeklagt. Er verteidigte sich damit, daß er nicht beabs'chtigte, den Gendarmen zu drohen. Diese beharren jedoch bei ihrer Aussage und 'z wurix wegen öffentlicher Gewalttätigkeit zu vier Monaten schweren Kerker mit har.cm Lager und einer Geldstrafe von 20 Kronen wegen Uebertretung des Waffenpa- tents verurteilt. Die Strafe wurde jedoch be­dingungsweise ausgesprochen, so daß Hölz sie nicht antritt.

Xu* Nm Nelehe.

Eine FilmoberprüPelle

Berlin, 19. Juli. Tie durch das Neichs-Lichtspielgesetz vom 12. Mai 1920 ge

Gießen, den 21. Juli 1920.

Aüfheb»»- der Zwanqswirtschast auch für Hessen.

rm. Darmstadt, 21. Juli 1920. Das hessische Gesamtministerium beschloß, die als­baldige Aufhedunst der Zwangswirt­schaft mit Ausnahme von Getreide und Milch in die Weqe zu leiten. Alle Vsr- bercitnngen sind getroffen und man hofft, nach Überwindung der noch bestehenden Schwierig­keiten die Aufhebung sehr rasch in Kraft treten zu lassen.

Gießener Kinderhilsetag.

Vorneweg sei festgestellt: die Kinderhilfe­tage sind durchaus programmäßig verlaufen und haben ftlbst bte hochgespanntesten Erwar­tungen ihrer Veranstalterinnen übertrofftn. Erbrachte doch allein das Volksftft im Philo­sophenwald mehr als 8000 Mark. Und die Tatsache, daß die Zählarbeit der in vielen Büchsen und Listen zusammengeflossenen Be­träge noch immer nicht beendet ist, zeugt je­denfalls dafür, daß der Appell an Gießens Bürger, für unseren Nachwuchs, unsere Zu­kunft, Herz und Beutel zu öffnen, einen sehr klingenden Widerhall gefunden hat. Die nicht geringen Zählarbei'en der Kinderhilfttage hat bi; Mitteldeutsckje Kreditbank in uneigen­nütziger Weise übernommen und bannt ihr gut Teil zum Gelingen des Ganzen beigetragen. Sobald abschließende Zahlen vorliegen, wer­den sie selbstverständlich veröffentlicht.

Das Gewitter am Samstag nachmittag, das in letzter Stunde einen bösen Strich durch du' schöne Rechnung unserer Frauenvereine zu machen drohte, war schnell weiter gerast und so waren denn alle Vorbedingungen er­füllt, der Straßen- und Haussammlung einen guten Erfolg zu sichern. Ernst, sehr ernst nah­men die Gießener Jungmädchen ihre Auf- gabe und manchen kam der Samstagnachmit­tagbummel teuer zu stehen. Aber man ließ sich gerne schröpfen. Eine besonders reiche Ernte konnten die Sammlerinnen während des Pro­menadenkonzerts einheim'e i. Für dieses Kon­zert hatte sich übrigens Herr Weller mit seiner Kapelle völlig unentgeltlich zur Verfügung gestellt und sich dadurch befonberen Dank er­worben.

^Die wohlorganisierte Sammeltätigkeit der Schüler und Schülerinnen war das Ä<rk Herrn Rektor Knauß, der mtA seinen Leh'-ern und Lehrerinnen sich dieser Ausgabe, die qiü

das Rückgrat des Unternehmens betrachtet werden muß, voll und ganz hingab.

Auch der zweite Tag verlief dank der freudigen Hingabe aller Bele:ftgten in gleich glänzender Weise wie der Samstag. Die Re- genschauer des Vor- und Spätnachmittags hatten nur den Besuch und glatten Ablauf der SonnlagSveranstattungl n des Kinderhilfe­tages nur den guten Einfluß, daß der Staut gebunden war, bte vielen Besucher nicht be- lästigte. Die starke Beteiligung am Volks­feste im P h i l o s o p h e n w a l d mag als Beweis des erfreulich großen Interesses die­nen, das unsere Bürgerschaft der Kinderhilst entgegenbrachte. Die mehr als 1400 Gewinn- und etwa 9000 Nummern enthaltende Tom­bola war schon weit vor der angesetzten Zeit ausverkauft. Auch die vier mächtigen,Kuchen­stapel waren bald verschwunden. Auf Wunsch ki gerne ftstgestellt, daß cs sich hierbei nur uw Spenden aus Privathaushaltungen handelt: besondere Zuweisungen des Lebensmittel amte-^- waven nicht erfolgt. Das Konzert der Tausend­schaft Gießen de? deutschen Jugendbundes, oi; Aufsüh- iing eines Hans Sachsschen Schwan­kes, Rcigenvorsührungen unter Fräulein Brandenburgs Leitung und anderes mehr sorgten für beste, stimmungsvolle Unterhal­tung. Der Tanzplatz war natürlich ein beson­derer Anziehungspunkt des jungen Volks.

Da wir überaus schweren Zeiten entge- gengel^n, ist das von der Gießener Bürger­schaft sür die Kleinen und Kleinsten gebrachte Opftr besonders anzuerkennen, aber in rich­tiger Würdigung der Verhältnisft durchaus notwendig. Älle Spender sind des Dankes der Veranstalter fieber.

Die netten Fleichpreife.

Auf Beschluß der Städtisck-en Lebensinittel-Tepu- tatixm werden mit Wirkung vorn 21. Juli die Fleischpro ft wir folgt ses- gesetzt:

Rindfleisch des Pmnd Mk. 8 Kalbfleisch das Pfund Mk. 8,

HammÄleisch das Pfund Mk. 5,

Veranstaltungen.

M it twoch: 21. Juli: Dootsplatz an der Lahn. 4 Uhr, Mademisck.te Ruderregatta. Gast- T«yf Hindenburg, 8V2 Uhr, lOT&entlidjie Hauptver­sammlung ber Dei'tfckien Bolltzpartei. Großer Hörsaal der Universität, 81/? U'br, Vortragsabend der Gießener Hochschulgesellsthaft. Hotel Ein­horn, 8Vi Uhr, Gastspiel Vuchwald. Lichtspiel­haus wie geifern. Lichtspüle, Selderswcg,Tie silberne Kum-l" undLucc.-s Kapitel 15". AL Samstag: Sviart Webbs in seinem Abenteuer Ter Spuck im Hau.se des Professors".

L.U. Von bet LandesuniversitLt. Tr. Heinrich Fischer, Asrstenzar^t am ber Klinik gr psvchsche und nettKö>c Kranchftten, ber sich r bas F.vch der Neuuvtoqie und Psychiatrie an unserer Universität zu 'habilitieren wünscht, hält am Donnerstag den 22. Juli, nachmitttrss 6 Uhr, in der kleinen Aula eine öffentliche Probe­vorlesung Über das Thema: Tie Bedeu­tung des Tierexperimentes für die P sychia t rie.

**PonderLandesunipersitüt. Nach Meldungen cmswärtiger Blatter ronrrbe ber a. 0. Pvofcs^or sür Alles Testament in ber Berliner thgologischen Fakultät T. Dr. vhil. Hug-o Greft- ma n n zum ordentlichen Professor ernannt. Prof. Greßmann dem erst Mr-lich ber vrd. Lehrstuhl in Gießen anstelle von Pröf. ,H. ' Gmrkel angevoten wur^e, l>at diese Berufung abgrlehnt. An hie­siger $nr ändiger Stelle ist über diese Angelegenheit nect; nichts bekannt.

** Stadt. Seefis chrnarkt. Morgen Donnersrag trifft wieder eine größere Sendung l ebendfrische r Kabeljau, Schellffsche, Seelachs. Lengfische, Seehecht und Heilbutt ein und kommt in den Marktlauben von 8 Uhr an zum Verkauf. Verkaufszeit von 812 und nachmittags von 25 Uhr.

** Aus gäbe von Käse. Morgen wirb in den Bervau^sstellen ber Molkerei Grieb, Linden- s^rtz und BismarMr.iße, an die Bezirke .3 und 5 Käft auLgegeben. Auf innen Anteil entfallen etwa 100 Gramm, lPreis 6.40 Mk. das Pftrnd.)

** Wohltatigkeits-Kvnzert. In dem Saal der Newm Aula veranstaltete ge''em abend Will etm Schättlers Sckmle für höbeves Biolinspie! ein Wohltätigkeits-Konzert y.i Gunsten der Kriegs- blintdein Äußer ren Schülern wilden noch mit Fräuleni H°rmva R ingenwald (Klavier^ und die Herren Frvedr. Habenicht (Klwier) illv> Kurt Geh de Tos recht vcickchcktige Prog-vomm bot zuerst Haydns Streich-tUjartett in D-^-nr. Es ist ein nicht (cidtfeS Werk. In der knrttaptmktlichen und rerbt komplizierten Art seiner Strnttnr bot sich den AnsftihreNten reichlich Gelegenhmt, ihr Können zu zeigen. Die Herren Schäfler, MckkhieZ. Groß und QWe warben ihrer Aufgabe vollauf gerecht. Die Wiedergabe war llmstl^risch wM durchfMt imb leben,üg Ein^kvarträgen der Schiller folg­

ten ein wütt>'v)lles Largo vm Corelli (Frl. He-'e^e Rausch', der 1. Satz ber D-Dur-S.rn.rb- von Sckm- bert (Herr Philipp Großst ein Adagio aus dem 7. 'Konzert von Rode (Herr Traut wein), das be- f-nmtc von Burmest-r bearbeitete Menuett von Bv-- tkboven (Herr K. Philipp), der 1. Satz aus dem Konzert Nr. 2 von Sp>'ln (Herr O Mattt?i"s, ein? Gondoliera von Sitt intb ein sprni'chs Ständchen vm Bohm (Herr L. Osivald). Die Damm und Herren g irrten durchweg eine ante Donbil-'nmg und Tmffiftilisck-e Auffassung. Am Kl>.wier begleiteten in fvisfreter und gesehntackvoller Weife Frl. Hanna Ringeiwald und Herr Fr. Habenicht. Den Schluß des Wertds bildete die schön abiennfe'e Wieder­gabe von Dvoraks Streichquartett in F-Dur. Die recht zal)lveich erschienenen Hörer bnrfteit das Kon­zert verlassen in dem Bewußtsein, nicht nur den Kriegsblinden iTyr Schwflein gespsw >et, sondern einen wirklich genußvollen musikälis-chm Abend ver­lebt zu haben.

** Aus dem Stadttheaterbureau, spach dem schönen Erftlg der ,.Csnd s^ür^'in" in der Anffülirung ber Wi?Kn.dener 'e. ist auch an ein ait&xtfauftcd Haus diMügiton" nicht W tweiseln. Lei er bat sich aber wiederum erwiesen, > viele v<o rb e ste l l te Karten nicht ab- geholt wer'>en. Jnsvlge dieser<'sichtslosig5.'it wirt' nich nur die Ti rftiiyn schgier stnanuell ge­schädigt, sondern and) ' ns PublrZum, da viele Re- ftri anten auf Ein rittsftrten nbgelviesen nxaten nrußten inn dann abends die Plä:^ frei standen. Es werf en >esiwlb die norbc1" e'l en Eintrittskarten nur noch bis 1 IIb- des Aus'üh ungstages an ber " ckr re ervie.t. lieber ie Karten, die vis 1 Uhr nidjt abg^holt li-ld. wich anderweitig verfügt. Es

sei auch bei di?'er G?legenl>e'.t darauf hin gewiesen, .äs', iiv ci.igeloüftnen Billeitbe: Hungen uren.g der Reihenfolge wach erledigt lactiert.

*' Tas nach st e A lr v n n e m e n 15 f ü n. zert dec Aegimentsk-ap ll? smdet am Doauce^slag iib.'itb 8 Uhr auf der schönen. Aussicht statt.

Landkreis Güeßen.

-4- Bell er sh eim, 21. Juli. Tas Fest der Silbernen Hochzeit bersehen heute bte Ehe» leute Otta Sche l o und Ehefrau g>.'v. von Bulle.

Kreis Büdingen.

4 Aus de in Nidderlal. 20. Juli. Nach der fast unerträglichm Hitz: und Trockenheit der cyten Tage giugm endlich am gestrigen Abend und in ber folgenden Nacht mehrere schwere Gewitter nieder, denen heute morgen ein er- qutdenber und durchweichmdcr Regen folgte. Seit l-eute nachmittag herrjcht wieder das schönste Ernte» wetter.

Starkenburg und Rheinhessen.

fd. R u m p e n he i m a. M., 20 Juli. In ber hiesigeit Fürstengrust wurde, wie gestern be­reits kurz gemeldet, ein Einbruchsdieb st ahl versucht. Die Diebe dranaen in die Gruft ein und versuchten den Sarg des Prinzen Georg von Hessen zu öffnen, von dem aber nur die Schrauben gelöji wurden. Gestohleir ist nach den bisherigen Fesb- stellungen nichts.

Hessen-Nassau.

Ein neu:s Thear-er in Frankftlrt.

mo. Frankfurt a. M., 19. Juli. Das ehemalige Komödienhaus aus der Zeil, das bisher von der U.-T.-Gesellschaft zu Kinovor­stellungen benutzt wurde und in bent vor vielen Jahren ein Variets etabliert war, soll, nach­dem es kürzlich seine Besitzer gewechselt hat, unter dem Namen Frankfurter Kam- merspielc demnächst seine Pforten wieder öffnen. Direktor Arthur Hellmer vom Neuen Theater wird das neue Unternehmen leiten, das mit dem Neuen Theater vereinigt wird.

mc. Frankfurt a. M., 20. Juli. T« Streik der Gasarbeiter dauert noch fort. Auf die Aufforderung ber Gasgesellschaft haben sich nur wenige Arbeiter zur Arbeit wieder ge­meldet. Tie Direktion glaubt, daß sich eine Ver­ständigung erzielen lassen werde. Tie Arbeite des Gaswerks Heddernheim haben sich dem Streik nicht arrgeschlossen. Tie im Deutschen Gewerkschaftsbund organisierten Arbeiter und Angestellten 'haben eine Entschließungge- faßt. in der sie auf den großen Sch.chcn für die minderbemittelte Bevölkerung durch den Stteik lstn- , weisen und die maßlos hohen Lohnforderungen als ' veiweftlich bezeichnen. Es wird die Erwartung aiksgesprochen, daß Gasgescllschaft und Magisttat in i'hrer lnsherigen Stellungnahme gegenüber den Forderungen fest bleiben.

mo. Frankfurt a. M., 20. Juli. In bet \ Backsteinfabrikation sieht es im htcsigen Bezirk sehr trübe aus. Bon 29 Ziegeleibetrieben arbeiten nur noch sechs. Aber auch diese Betriebe sind nicht voll be^'chäftigt und es mußte schon der dritte Teil der Arbeiter entlas<n werden, dir Tätikeit wurde auf ein Drittel der normalen Pro­duktion herabgefttzt. Voraus ichtlich rocrOen schm im August «Me Betriebe stilltegen. Ter Preis für 1000 Steine beträgt nach wie vor 663 Mk grg«t ' 28 Mk. in 1913. Ein Lager von 15 Millirmm Steinen ist noch o-or'baTtom. Neuerdings geht man dazu über, die Ringöfen auf Abbruch zu üer&rufen.

Marburg, 20. Juli. (Wolff.) Nachdem dir S t u d e n t e n der lyiefigm Univers tat gestern vor­mittag gegen Kultusmini erHänisch eine P r 0 - testkundgebung öeran'altet betten, riefen die Arbeiter gestern nachinittag eine kommunistische , Versammlung auf dem Vtarktplatze ein. Ter größte | Teil der Marburger Studenten war zu dieser Ver- I sammlung ebenfalls erfrfjdcnen, und als der kom- I munisttsche Redner seine Rede beendet (yatie, stimm­ten die (Stubenhen das LiebDeutschland, Deutsch­land über alles . . an, worauf es zu Schlä­gereien zwischeil den Studenten und den Ar­beitern kam. Um 10 Uhr abends zog die gesamte Marburger Sttwentenschaft durch die Strafen der Stadt unter Absingen von vaterländichsen Liedern. Auch Tyierbei kam es zu Zusammenstösjen, wobei em Schutzmann burd) Stvckfchläse schwer verwundet wurde.

Kreis Wetzlar.

sd. W e tz l a r, 20. Juli. Aus der Lahn wurde die Leiche einer seit mehreren Tagen vermißten Krankenschwester gelän- de t. Ein unheilbares Leiden hatte die Un­glückliche in den Tod getrieben.

Teucve Kartosftln.

fd. M a r ie n be r g i. W., 20. Juli. Von hiesigen Schöffengericht wurde ein Landwii^ des Oberwesterwaldkreises wegen unberechtig' ten Verkaufs von acht Zentnern Kartoffeln zu 1520 Mark Geldstrafe verurteilt. Der Zentner kommt den Landwirt auf 190 Mk.

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Göttingen. 20. Juli. Wie ieHochschul- fbrr." hört, wurden acht Extviiordinarieu an bn Göttinger Universität zu ord-eutlichen Pwfessorm ernannt, darunter auch Tr.. Karl Feist (Pl)armaMrtische Ehemrc). Tr. Feist (geb. zu Nott'hausen a. H.> war früher int Apotheker- | beruf tätig, dozierte später in Breslau unb siedest 1909 nach Gießen über, wo er Abteilungsvop I fieber am chem. Labovaborinm unb a. 0. Pvoseiftr wurde. In Göttingett ist er ilLack^ftlger Karl Maif nichS.

mc. F r a n k s u r t a. M., 20 Juli. Prof. De jur. Hans Lew a l d hat den Rus auf den Lehrstuhl für römisches unb deutsches bürgt:lidyeS Recht an der Universität Köln angenommen.

Ktinft uiiö W fitMicbaft

Wiesbadener Uraufführung. Wiesbaden wird uns gstchrieben: Dos Dics- babtner R e sidenz theater brachteKo rrub* tio n" ein russisches Kultairbild in vier Akten von Eugen Ganz, zur Uraufführung Tos Werk gM in scharf oe'ehauen und packm'« gePal'cfrn Smieit einen Einblick in d s ' orrevoluti märe RustlandE laßt das bis zu höchster Blüte g?biefyme östl: » Bestechun^s:lnw.sen vor uns l. benbig wer' en Man n>rb zuweilen an die Schauspiele eie. 'f^kibihna Zapols^a, zuweilen aber auch an Tolstoi er'wert, meim die .lungch-esättigten, oft atentranben.^i Alle vorüberp.itschen Natuvalisti ch derb rr-i(ip-ud) ist das Werk, die Tendenz tritt allerttbalbcu un* verhüll t 'l^ervor. Tie llrauffübrmg sand lebl-as'estes Juteres'e. Tie Darsbellung erfüllte alle gerechten Ansprüche.

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