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daß dies ein närrisches Vorgehen war, bummelte den Korso hinab, setzte mich für eine Welle in das Caf6 Colonna und kehrte zehn 9Jhnuten vor zwöls Uhr insMinerva" zurück.

Punkt zwölf Uhr wurde ich benachrichtigt, daß eine Dame mich zu sprechen wünsche. Si: erwartete mich in ihrem Wagen vor dem Portal. Im nächsten Augenblicke saß ich neben ihr, und der Wagen fuhr davon.

Es hat mir so leid getan, sagte sie, daß ich keine Gelegenheit hatte, Sie noch einmal int Zuge zu sehen. Diese Leute hingen an mir wie Kletten. Das hat mich so fürchterlich gelangweilt. Aber es ist besser so.

Ich nickte.

Gewiß, sagte ich.

Hier können wir frei reden und unsere Pläne besprechen, fuhr sie fort.

Aber, erwiderte ich, ich habe keine Pläne. Ich überlasse alles Ihnen. Ist das nicht Ihr Wunsch-

Gewiß. Ueberlassen Sie mir den Anfang! Sollte mich der Erbgraf irgendwie mit Gewalt behandeln, so werde ich ihn Ihrer zärtlichen Be- Handlung übergeben. Ich denke, Sie wüßten schon« wie mit dem Herrn umzngehcn ist!

Wollte Gott, ich hätte Gelegenheit dazu! ent-- gegnete ich grimmig lächelnd. Ich würde diesem Menschen am liebsten die Knochen entzwcischlagen^

(Fortsetzung folgt.)

Er. Zweites Blatt

Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Montag, 2). Juni 1920

Börsenkurse

DerNn

154,87

209,

Dcrmifcbtes

Juni. (WTB.) Bei dem gestri- .f dem Kruppschen Gebäude,

Essen, 19.

172,-

221,50

296,

18.6.

und 17 Millionen durch Erhöhung der

500 Mk. bei Bestattungen vom Sterbehaus aus

Fortsetzung 61.

lNachdruck verboten.)

461,

347,

462,

349,

15,75

12,25

282,-

297,50

26,65

85,85

22,03

Kurs 19.6.

79,75

Zürich . . . .

Amsterdam .

Kopenhagen.

Stockholm. .

Wien . . . .

Prag . . . .

317,85

675,70

640,65

840,85

182,20

232,75

153,95

38,67

307,80

700,70

645,65

27*03

86,10

22,15

Frankfurt a. M., 21. Ium.

Devisenmarkt.

Kurs 18.6.

79,75

189,50

183,50

317,15 674,30

641,35

841,65

179,80 229,75 152,67

39,57 307,20 699,30 644,35

26,59 85,65

21,97

317,85

675,70 643 15 843,35 180, 0

230,25 153,07

38,67 305,80 700,70 640,65

317,15

674,30

639,35 839,15 181,80 232,25

153,50

38,57 307,20 699,30 644,35

26,97 85,90

22,09

Datum-.

Amsterdam Notterd. Brüssel-Antwerpen . Christiania Kopenhagen Stockholm Helsingfors Italien London Rew-PorK Paris Schweiz Spanien Wien (altes) .... Deutsch-Oesterr. abg. Prag Budapest Bulgarien Konstantmopel. . . .

210,50 250,50

225, -

83,25 297,-

Kurs 18. 6.

79,75 74,-

65,20

73,40 155,75

208*25 180, - 144,25 150,50 154,50

179, 259,- 283,25 298,- 280,-

190,- 240,- 407,- 469,-

345,50 277,-

175,50

gen Großfeuer auf dem Kruppschen Gebäude, das auch auf die Kvankenbaracken, in denen 350 Patienten untergebracht waren, Übergriff, wurden alle Kranken unversehrt gerettet. Von beit zehn Krankenbaracken wurden dank der Kruppschen

Feuerwehr sechs erhalten.

Görlitz, 19. Juni. (WTB.) Gestern nach­mittag wurde hier die Tochter des hiengeu Stadt­gartenbesitzers beerdigt. In der letzten Nacht ift von unbekamtten Tätern das Grab aufgeschau­felt, der Sarg erbrochen die Leiche voll­ständig entkleidet und ihrer Sachen be­raubt worden. Tie Leiche wurde heute früh nackt am Grabe aufgefunden.

280,- 279,25 29.9, - 192,50

Datum: SXTeut.flrltqsanL 4"/Deut.9leich?anl. I° .Deut.Be chsanl. 46/0 Preuß. Konsolr Darmstädter Band Deutsche Bank. . . Disconto» Gesrll'ch. Dresdener B nk. . Nationalbank f. v. Mittels.Creditbank H..2lmerik.-Pakctf. NorddeutscherLloyb Doch. Gttsttahtwrk. D.-Luxemb.Bergm. Gelseukirch.Bergw. Harpener Bergbau Oberschi. Eisenb. - B. Oderschles.Cisenind. PHSuix«Brgb..Akt. Bab.2lnilin-u.5oba Höchster Farbwerke (Llehtr. 21. (E.. . . Schuckert-Werk«. . FelteuLGuilleaumr Daimler Bub.-Eisenw.-Akt. Adterwerk« ... . 4*7'0 Hess- Saatsanl. Electron türierhei«

Marlnotierungen.

Datum:

19. 6.

14,25

7,22

15,75

12,25 420 - 116,75

(In einem Teil der Auslage wiederholt.) Zusammenschluß der deutschen Unternehmern schäft.

Berlin, 18. Juni. (WTB.) Die Organi­sationen der landwirtschaftlichen Unter-

Kurs 19.6.

79,75 73,90

64,75 73.-

155,75 277,- 209,75 180,25 144, -

150,50 188,50

180,75 255,- 279,- 290,-

284,25 188,25

240,25 400,50

448,50 342,-

275,50 175,50

210'- 248,75 225,-

84,-

292,50

Die Gräfin.

Roman von G. W. App le ton.

.y u u»->, Land- und Gewerbesteuer ge­deckt werden. Für das Jähr 1919 sioll ein weiterer Zuschlag von 21 Proz. am die Sätze der städtischen Einkommensteuer erhoben werden. Die Real-,Haus­und Landsteuern werden von 160 aus 320 Proz. erhöht. Die Frage der Abwälzung der Haus­steuern aui die Mieter soll noch eine Klärung er­fahren. Die Gewerbesteuer wird von 133 auf 300 Proz. erhöht. Ferner werden wesentlich erhöht das Wassergeld von 3 auf 22 Proz. oes Mietwertes. Die Kana lbeNutzung und

Siebenundzwanzigstes

Am folgenden Tage erwachte und frühstückte ich frühe. Hieraus-kte ich mich «kJ« mn eine Reihe von Stunden völlig zur Verfügung stand, die sehr schattenhafte Bekanntschaft mrt meiner Geburtsstädt zu erneuern

Es war ein für Rom sehr kalter und grauer Tezembermvrgen, der wenigstens ganz tm Em- klang mit meiner gegenwärtigen, düsteren Um­gebung stand. Ich hatte bereits von mernem Schlaf­zimmer aus einen Blick auf Berninis Elefanten geivorsen, der etneir Obelisk auf seinem Rücken trägt Das mitten auf dem Platze stehende ^nf-3 mal hatte zum Hintergrund? die düstere, alte Fas­sade von Santa Maria Sopra Minerva. Hier stand ich noch dem vierzehnten Jahrhundert gegen­über ?lber zur Rechten führte mich eine enge Gass^ in wenigen Augenblicken in das Augusteische Rom. Und mit andächtiger Scheu betvunderte ich i?cn anostartigen Tempel Zoller Götter Agrippas Pantheon, das trotz der Zerstörungen so titelet Jahrhunderte, heute noch stolz, so gut wie un­berührt, dasteht und in Dielen Hinsichten das vor- ntf/mfte Bauwerk darstellt, das uns vom alten Rom erhallen geblieben ist.

"Wohnungsuchenden vorzugsweise zu berücksichtigen. . Gegen eine von der Gemeindebehörde im Einzel­falle getroffene Verfügung steht den Beteiligten innerhalb von fünf Tagen seit Zustellung der Verfügung das Recht der Beschwerde zu. Die Be­schwerde ist bei der Gemeindebehörde einzureichen; sie hat aufschiebende Wirkung, lieber die Beschwerde entscheidet das Mieteinigungsamt nach billigem Ermessen: es kann insbesondere eine Beschlag­nahme für unwirksam erklären oder eine Frist für die Ueberlassung bestimmen oder besondere Bedingungen festsetzen. Die Entscheidung des Miet- einiguugsamts ist unanfechtbar. Zuwiderhandlun­gen gegen erlassene Anordnungen können mit Geld­strafe bis zu 10000 Mark oder mit Haft bestraft werden.

*

** Pensionsan gelegen heiten e he­mals aktiver Offiziere und der Offi­ziere des Beurlaubten ft andes. Di: beim Reichsarbeitsministerium fast täglich efnge'benben Gesuche pensionierter, ehemals aktiver Offiziere um Erhöhung ihrer Perff ton infolge Wiederver­wendung, GewLhnrnn von Krivgszulage üfw. und Anträge der Verforgungsstellen gleicher Art für diese Offizieve, zeigen daß, bei den Versorgungs­stellen vielfach noch Unklarheit über die Zustän­digkeit der obersten Verwaltungsbehörden für die Erledigung von Pensionsangelegeftheiten der Osfi- ziere besaht. Zur Be-hebung von Zweifeln weist das Reichsarbeitsministerium däh?r darauf Hütt daß nur für die Pensionsangelegeiiheiten der Offiziere des Beurlaubtenstandes, soweit sie nicht früher aktive Offiziere gewesen und aus dem aktiven Dienst mit Pension ausgeschieden sind, vgll Abs. 3 ferner der Feldwebelleutnants und derjenigen Ehe­mals aktiven, zum aktiven Militärdienst vorüber­gehend wieder hevangezogenen Offiziere, die seiner­zeit ohne Pension ausgeschieden sind, zuständ-ty ist. Tie Pensionsangelegeiffsnten der ckhemals ak- ttven pensionierten Offiziere und der in den Be­urlaubten stand überführten Ehemals aktiven Offi­ziere, die seinerzeit mit Pension aus dem aktiven, Dienst ausgeschieden sind, werden durch das Hee- resabwickelungsamt Preußen, Versorgungsdeparte- ment (Abw.) Berlin, Verl. Hedemanuftvaße 10, erledigt.

** Zur Fernsprechgebühren-Er- höhung. Die zum 1. Juli b. Js nt Kraft tretende Erhöhung der Fernsprechgebuhrm rft be­reits in'ben Tageszeitungen veröffentlicht nwrden. Wie Wit erfahren, ist der Termin zur Kündigung von Fernsprechanschlüssen infolge der Gebühten-

Berlin, 19. Juni. rsen ftim m u n gs- b i l d. Wegen des Fortdauerns der Reginungs- krise und des Fehlens anderweitige roirfiamer An­regungen war die Börse äußerst zurückhaltend: di? Kurse waren vielfach nur nominell, die Neigung zur Abschwächung aber überwiegend. Schantung verloren 7 Prozent angeblich auf den Arttkel eines süddeutschen Blattes, der vor übertriebenen Hoff­nungen hinsichtlich der Entschädigung warnt, Kali- werte konnten sich gut behaupten, zum Teil sogar dessern. Für Schiffahrtsaktien trat im Verlaufe einiges Kiteresse hervor, so daß Argo 30, Pak't fahrt 5 Lloyd 2 Prozent gewinnen tonnten. Am Montanmarkte waren nur rheinisch Braunkohlen, und zwar um 12 Prozent höher. Bon Elektrizitäts­aktien litten besonders Deutsch-Uebrrsee: sie ver­loren 18 Prozent. Der Bankenrnarkt behauptet: im Anschluß an Frankfurt seine feste Haltung. Ber­liner Handelsgesellschaft waren bevorzugt und fünf

Prozent höher. ,

Frankfu rt a. M., 19. Ium. Börsen- stimrnungsbild. Ander heutigen Börse machte sich zum Wochenschluß eine gewisse Beru'hiMng in der Auffassung der innerpolittschen Lage gel tend. Im allgemeinen zeigten sich die Kurze wieder überaus widerstandsfähig. Auf den Hanptmard

Ich wußte, daß der Korso zu meiner Rechten liegen mußte: so behielt ich diese Richtung einige Minuten bei und gelangte aus die Piazza Colonna und den Korso selber. Nunmehr tvar ich aus be­kanntem Boden. Es fielen mir bloß geringe Ver­änderungen auf, nur daß die. Lätzen und Eaftzs größere und freiere Verhältnisse crufwie'en, als früher. Dasselbe war mit der Via Eondotti uiiO der Piazza 61 Spagna der Fall, wo ich mich augenblicklich wieder zu Hause fMte. Ich schlug die Bia Babuin» ein, nur hxmtge Schrttte inves, und stand nun vor meinem Geburtshause, in drs auch der Leichnam meines Vaters nach dem Duell mit Vittorto Frangipam verbracht worden war. Als ich mich miäxrr daran erinnerte, schossen mir so dunkle und böse Gedanken tzarrch den Kopf, drß ich mich gerne wieder auf die Piazza zurückbcgab. Bon ba flieg ich die breite Treppenflucht zur Kirche Trinitü bei Mvntt "hinan und Betrat, rnich bei der Villa Mdici zur Rechten wendend, bte Gärten des Monte Pincio, wo augenblicklich tn>> Ruhe aus meine brütenden Gedanivir sich herab­senkte Hier hatte ich -an vielen Nachmittagen stundenlang als Kind in der Sonne gespielt. Wie seltsam betonnt mir das alles vorlkrn! Tie breiten Wege, die langen Reihen von Marmorbüsten, die Brunnen, die Tenkmalgruppen in weißeslem pa- rifcbem Marmor, das vornehme Beffei-ere, von wo aus man die wundervolle auf den

trag dckhinziehenden Tiber, die EngelÄburg und

schlossene Wahrnehmung einer gememsamen Wrrt- schastspvlitik und der Interessen der deutschen UnternelMerschaft, ferner die eiNheitlrche WNveyr aller gegen sie gerichteten Bestrebungen. Durch dre Erricht <rg des Zentralailsschusses 'tttt.bie! «tur* forderimg des Hansabundes zum gewerkt chastlrchOr Zusammenschluß der Unternehmer ihre lachlut^ Erledigung gefunden. Der Zentralausschuß wrrd über die 23Übung von örtlichen n>ber bezirklacki^v Ausschüssen jeglicher Art und über bte Durch­führung der notweitdigen Maßnahmen zur reichung der gesteckten Ziele auch auf örtlicher Grundlage die erfvrderlillM Richtlinten er!an en.

Die sinkenden Lederpreise.

Leipzig, 18. Juni. Ter in Leipzig tagende Zentralverein der Deutschen Ledertndustrie erklärte in einer einstimmig angenommenen Entschlteßnng', die Lederpreise so zu gestalten, wie sie sich auf den jeweiligen Weltmarktpreisen der Rohware und oes fertigen Sebert au flauen, und zwar ohne Rück­sicht au) die in den Betrieben befindlichen wesent­lich teureren Bestände. Ter Zentralverein erwartet, daß auch die Schuh fabri kant en und Händler sich diesen Gesichtspunkten anschlteßeu werden. Geschehe dies, dann sei eine Hebung der Kauflust des Publikums und die Wiederbelebung aller Betriebe der Lederwirtschaft zu erhoffen. <yn! einer weiteren Entschließung wendet sich der Zen­tralverein gegen die sck-ädigenden Mißstände auf den Häuteauktivnen, insbesondere bte Preise treibeteten gewisser Kreise. Die Versammlung be-s auftragte eine Kommission, die Wiedeäl^erbetfüh-> ning gesunder Zustände auf den Häuteaicktion-en! anzustreben.

Der Proteststreik in der Pfalz.

er Höhung bis zum 25. Juni verlängert worden. Be­merk wird noch, daß sich die Gebührenerhöhung auch auf die Fernsprech-Nebenanschlüsse bezi'ht. Künftig wird zuschlagsfreie Leitungslänge nicht mehr gewährt. Die zuschlagspflichtige Leitungs­länge (20 Mk. für je 100 Meter Leitung) wird 'm der Hauptstelle an berechnet. Für jeden vstchS- tätigen Nebenanschluß sind al 0 künftig mindestens 2U Mk. jährlich als Leitungszuschlag zu zahlen, so daß die Gebühr für einen Nebenanschluß sich auf mindesterts 100 Mk. belaufen wird.

** Ho lzver so r gu ng. In den Mainzer Blättern lesen wir ftrlgende Notiz: Ober- Ingelheim. der letzten Gemeinderats­sitzung wurde der Ankauf von weiteren 1033 Raummetern Brennho lz von oberhessi- schen O der sör ftereien beschlossen und der Verkaufspreis des bisher angelieferten Holzes auf 12 Mk. pro Zentner festgesetzt, Tie Ba^.ifracht von Gießen nach Ober-JitMlhäm stellt sich nxiggonroäfer Verladung auf etwa 1,50 Mk. für den Zentner. Demnach würde der Verkaufspreis des glächen Holzes in Gießen Nchstens 10,50 Mark für den Zeittner betragen. Trotzdem der Holzpreis in der letzten «Aadtvevordnetensitzung be- rells erheblich hevabgesetzt wurde, tostet der Zent­ner Hartholz noch immer 13 Mk., Weichl>olz 10 Mark. Wir haben alfo hier einen Durch^chuitts- holzpräs von 11,50 Mk. und dürsten demnach mit Iiecht wo'hl eine wätere Herabsetzung des Holzpräses erwarten.

Kreis Friedberg.

Ans Statt rrnd Land.

Gießen, den 21. Juni 1920.

Maßnahmen gegen WohnungSmangei.

Die Nationalversammlung hat am 11. Mai 19M ein Gesetz über Maßnahmen gegen Woh- nungsmangel angenommen, zu dem däs Hessische Landes-Arbeits- und Wirtschaftsamt am 12. Juni 1920 Ausführunasbestimmungen erlassen hat. Das Gesetz bestimmt, daß die auf Grund der Bekannt­machungen zum Schutze der Mieter und über Maßnahmen gegen Wohnungsmangel vom 23. September 1918 bzw. 22. Juni 1919 btsher getroffenen Anordnungen und Maßnahmen in Kraft bleiben und bringt folgende Neuerungen:

Die Mietzinse für Wohnungen, für die aus öffentlichen Mitteln Beihilfen zur Mbürdung der Ueberteuerung gewährt worden sind, unterliegen nicht der Festsetzung durch das Einigungsamt. Das Einigungsamt entscheidet im Rahmen dec getroffe­nen Anordnungen. Die Inanspruchnahme von öffentlichen im Eigentum oder der Verwaltung des Rächs oder eines Landes oder im Eigrntum ober der Verwaltung einer Körperschaft des tzssentlichen Rechts stehenden oder vlligiösm oder anerkannt gemeinnützigen oder mild­tätigen Zwecken dienenden Gebäudm ist nur mit vorheriger Zustimmung der zuständigen ober­sten Reichs- oder Landesbehörde zulässig. Die oberste Landesbehörde kann mit Zustimmung des Rächsarbeitsministers Gemeindebehörden auch zu weiteren als den seither erlassenen Anordnungen und Maßnahmen insbesondere zu Eingriffen in die Freizügigkeit sowie die Unverletzlichkät der Woh­nung und des Eigentums, soweit solche Eingriffe zur Behebung oder Milderung der Wohnungsnot dringend erforderlich sind, ermächtigen oder ver­pflichten. Die obersten Landesbehörden rönnen die von ihnen erteilen Ertmächtigungen zurücknehmen ihnen auf Grund der Ermächtigung getroffenen und die Gemeindebehörden zur Aufhebung der von Anordnungen und Maßnahmen anhalten. Die zurr Bekämpfung des Wohnungsmangels getroffenen Verfügungen können im Wege unmittelbaren poli­zeilichen Zwanges durchgeführt werden. Deutsche, Die unter den Einwirkungen des Krieges aus dem Ausland oder aus einem vom Feinde besetzten oder infolge des Friedensschlusses aus dem Reichs­gebiet ausscheidenden oder einer anderen Verwal­tung unterstehenden Landestelle geflüchtet ober vertrieben worden sind, sowie Deutsche, die zur Erfüllung einer Wehrpflicht aus dem Ausland nach Deutschland znrückgekehrt sind und denen jetzt von der ausländischen Regierung die Rückkehr nach ihrem Wohnort verboten oder erschwert wird, sind von den Gemeinden bei der Unterbringung der

Frankfurt

Abend- Abend- Schluß- Schluß-

Ludwi g s^a fen , 19. Juni. (WTB.) Der Generalstreik ist nur zum Teil durchgesührt worden. Alle lebenswichtigen Betriebe müssen, auf Anordnung der französischen Behörden arbeiten. Ebenso die ftadttsckoen u-nb staatlichen Beamten, denen im Weigerungsfälle die Abschiebung auf das rechte Rheinufer angedrvht ist Tie Läden in der Stadt sind geschlossen. Tie Strahenbalw ver­kehrt nicht. Dagegen wird der EisenbcklieibetrieÄ zum Teil aufrecht yffhalten. Einzelne Züge sind ausgefallen, während andere gefahren werden. Wie sich die Lage während des heutigen, Tages ge-, statten wird, ist noch unbeftimmt. Tie Ruhe in der Stadt wurde nirgends gestört. Tie Zeitungen können, da die Setzer stch gleichfalls dem Gene­ralstreik angeschlosien haben, nicht erscheinen.

Verhandlungm mit den Snmfeinern.

London, 19. Juni. (WTB.) Die Re­gierung hat sich geweigert, die Munition und Truppentransporte von Irland einholen zu lassen. Sie ist aber bereit, alles zu vermeiden, was provozierend wirken könne. Sie ist ferner bereit, mit den Sinnfeinern in Ver­handlungen zu treten.

Englische Verstärkung für Persien.

Rv 11erdarn , 19. Juni. (WTB.) Tem ,,Nieuwe Rotterdarnschen &ourant" wird aus Lou­don berichtet daß starke Streitkräfte ans Brittsch- Jndien nach Persien unterwegs seien, um die Bolschewisten zu verhindern, gegen Teheran vorzurücken.

Freisprechung der Marburger Zeit- freiwilligen.

Marburg, 19. Ium. (WTB.) In der Kriegsgerichtsverhandluug, gegen die Marburger Zeitfreiwilligen wegen Erschictzung der Thaler Ge­fangenen wurde heute mittag das Urteil gefällt Sämtliche Angeklagten wurden frei­gesprochen. Den Bericht über die Freitag- und Samstagverhandlungen werden wir in un­serer Monlagnummer nachtragen.

Neue Kommunalsteuern in Frankfurt.

Frankfurt a. M., 19. Ium. Nach Mittei­lung des Magistrats schließt der städtische Haus­haltsplan für 1920 mit einem Fehlbetrag von 58 Millionen Mark ab. Hiervon sollen 10 bis 15 Millionen aus Ersparnissen gedeckt werden. 7V2 Millionen sollen durch Einführung einer Dienstbotensteuer, einer höheren Luxus- st e ue r, einer höheren Vergnügungssteuer und durch andere Maßnahmen erwirtschaftet wer­den. 25 Millionen sollen durch Real steuern

nennenswerten Betätigung tomrte aber weder auf dem Montanmarkt noch auf den Spezvalm-ärk teil die Rede sein. Tie führenden Mrmtänpapiere waren vorwiegend gebessert. Jnsbesivndere Har­pener, + 6V2 Prozent. Oberbedarf gewannen 3/2 Pvoz. Auch Daimler Motoren blieben gut Wfäirptct. Tas Hauptinteresse beanspruchten Schrff- faprtÄverte die bei regerem Geschäft autogen. C^misckfe 9fftien lagen lustlos und vhne nennens­werte Aenderung. Etwas Kausbeg^hr macht/ sich für Badische Anllin und Farbwerke Höchst be­merkbar. Am Bankemnarkt bewahrten Berliner Handelsgesellschaft ihre feste Tendenz. Teuffch Asiattsche Bank weseii-ttich 'foober. Kvlonialwerte Lagen schwächer. Desgleichen Schantungbahn. Teil­weise 'höhere Kurse wurden für Kassaindustrie- pkpiere angelegt. Deutsche Petroleum wach matter Eröffnung gebessert. Privatdistont 4 Pvoz. und darunter.

den mächtigen Peversdom in verschwommener Ferne hat.

Alle bitteren Gefühle, alle tödlichen Rrch.'- gebanfen verschwanden aus meinem Geiste, als ich eine Stunde lang mich lvieder m die Ture meiner Kindheit zurückversetzt fühlte. An reden Gegenstand kittipfte sich irgend eine Erinnerung Ich wußte, daß, wenn ich mich zu jener feierlichen Gruppe von Steineichen und Zypressen dort rm Hintergrund des Gartens 'binüberbegvib, ich, über die aurelianische Mauer hinüber eruen Blick tn den herrlichen Park der Billa Borghese tun könnte, wohin mich meine Bonne einmal mitgenommen hatte, um Veilchen zu pflücken. Gerade einen Steinwurf von da hatte mir die schöne Königin Margherita einmal eine Kußhand zugeworfen, als sie in ihrem Wagen vorüberffchr. Wie mach die alten Erinnerungen von allen Seiten bestürmten! Ich konnte mich kaum von dem lieblichen Fleck Erde losreißen. Ich hatte daran gedacht, die Vra Giulia und den Palazzo Fvangipaui aufzusuchen, aber ich ließ den Gedanken wieder fahren. Puntt elf Uhr stieg ich die stattliche Treppe bin ab, bte zur Piazza del Popo lo führt, und einen Augenblick später stand ich vor dem Hotel de Russie.

Dann entschwanden meine Träume, oder, rich­tiger gesagt, sie wurden rasch von anderen abge- 'ft, als ich eifrigen Blickes die Fenster des.Hotels der Reihe nach absuchte, in der Hoffnung, bte schöne Gräfin zu sehen. Rasch sah ich mdes ein,

Bad-Nauheim , 18. Juni. Durch die nun­mehr vollendete Neugestaltung und B^rgrößeruna von der bekannten Weinl-andlung E r n ft1 Hupfe 1 d gehörendenD i e l e n r ä u me n" ist. Bad-Nauheim um eine Sehenswürdigkeit vornchm-1 ften Stiles bereichert worden. S ff bst die kleiustm ; lAnzelheiten sind von ersten Dekorations- und Raumkünsttem mit auserlesenem Geschmack aus­erwählt und zu einem künstlerischen Ganzen kom­poniert. Einen märchenhaften Anblick bietet vor allem der neue große Saal mit fein'm Original- Wandgemälden. Den großartigsten Effekt erzillt die lOOkerzige Beleuchtuttg des den ganzm Saal über­spannenden blauen Glashimmels. Jeder Raum ist tn einer anderen Farbe gehallm. Bor dem neuzn Kasino befindet sich das allen Besuchern bekannt.' neu modellierte Vestibül mit der allb.'kannten Dielv Der Gesamteindruck aller Räume ist ein derartig fesselnder, wie ihn bisher noch kein andwes Bad bieten tonnte. Bad-Nauheim ist durch das Kur- parkkasino um einen reizvollen Anziehungspunkt bereichert worden.

Starkenburg und Nheinhessen.

fa. N ie d e r -I n g e l he im, 18. Juni. Die Pferderäude ist auf dem Sporkmlieimer Hof festgestellt worden. Die Maul- und Klauen­seuche wütet immer noch mit unverminderter Heftigkeit.

Geld Brief Geld Brief 18. Juni 10. Juni 1383,60 1386,40 1378,60 1381,40

nebmer und die Spitzeuverbände von Handel, u..~ - Industrie, Handwerk und Gewerbe beJ Dau s schlossen den Zusammenschluß zu einem Zen -1 tralausschuß der Unternffhmerverbände. Tie-1 fern werden an.gebören: Reichsausschuß der deut-! sck)en Landwirtschaft, Reichsverband der deutscher I land- und fvrswvirtsck-astl ichen Arbeit geberverein i -' 'Hingen; Reichsverband der deutschen Industrie I Vereinigung der deutschen Arbeitgeberverblinde, Reich-sverband des deutschen Handwerks; Hansa- bund für Gewerbe, Handel und Industrie: Zetttral- verband des deutschen Gvoßl>rndels: Vereinigung! der Arbeitgeberverbärtde des Großhandels : Haup, Gemeinschaft des deutschen EinTerhandels: Zentral verband des deutschen Bank- mtd BMtkiergeloerbes; I

die Kehrichtabfuhrgebühren werden mit je 4 Proz. des Miet wertes erhoben. Die Haus- ft euer wird von 30 auf 60 Proz. erhöht. Die Reichsverband der Banlleitungen; Arbeitgebertier Bestattungsgebühr soll von 4 auf 6 Proz. band deutscher VersicherungsunternelMungen: Zen-ck erhöht^ außerdem soll eine besondere Gebühr von gebieten mar 'eüt }efterer Grundtvn trotz aller I tratl'telle für das deutsche Transport- mrd Ver- 5II .B. B. BI Geschäftsunlust nicht zu oerfcnnen. Bvir einer ° kehrsgewerbe. Der Zentralausichuß beztoeckt dte ge-l erhoben werden.