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©turmglDcfe" von Walder Bann einer heldenhaften mit bu

zur iLNftftyrung crned abgeEürfrDdri Verjährens bii den obigen Volksgettchten, sowie Mr fjfixtigen Einberufung des parlamentarischen Ausschlusses b.r Nationalversammlung zur Attbarbeit bei der Aus­führung dieser Maßnahmen und bet weftevm diot- vevordaiungen.

gestellten Tat. In Walter v. Molos Rvmach Luise" wurde mit Hilfe echter, wenn auch bis­weilen überladener Geistigkeit ein Stück entschei­

dungsschwerer preußischer Geschichte lebendig. STif Hermann Gurtes Schauspielftatte" ah Lesedrama wohlgelungen gefiel am besten der Widerstreit der als sittlich verfochtenen Ideen.

Landkreis Gießen.

xWieseck, 15. März. Unsere Gemeinde- j a g d wird, nachdem die früheren Termine ein. den Gemeinderat befriedigendes Ergebnis nicht erzielt, am Mittwoch nochmals verpachtet werden.

Kreis Büdingen.

)) Bergheim, 17. März. In ver­gangener Woche wurde in dem Landhaus des bekannten Frankfurter Musikers Mack da­hier eingebrochen und fast das zanze Mobiliar ausgeraubt. Auch die wertvollen Silbersachen ließen die Einbrecher mitgehen, während sie das unechte Gut daließen. Bon den Einbrechern fehlt jede Spur. Auch im be­nachbarten Ortenberg wurde bei dem Händ­ler Schatzmann eingebrochen und Jelle und andere wertvolle Sachen im Werte von meh­reren tausend Mark gestohlen.

Kreis Alsfeld.

Ans Stadt und Land.

Gießen, den 19. März 1920.

Die Vorgänge in Gießen.

In Gießen behielten in den Tagen der Abwehr gegen den Berliner Putsch Ruhe und Besonnenheit die Oberhand, obwohl die Stim­mung verschiedentlich gereizt war. Der Gene­ralstreik griff bereits am Samstag schnell um sich und ergriff von Montag ab auch die An­gestellten. In sder Stadt waren die Schau- ensterläden herabgelassen unb in größeren Ansammlungen, die sich hauptsächlich am Markt und vor dem Gebäude des Gießenev Anzeigers bildeten, Wurden die Ereignisse er­regt besprochen. Mit Sonntag morgen stellte )ie Straßenbahn ihren Betrieb ein, von Mon­tag abend ab streikte die.Bahn. Am Diens­tag besetzte die Reichswehr, an deren verfas- ungstreuer Haltung trotz umlaufender Ge­rüchte nicht zu zweifeln war, zur Sicherung wichtige Punkte der Stadt, darunter auch den Gießener Anzeiger, was anfangs erregte Ge­müter beunruhigte. Zu Demonstrationen und Umzügen kam es nicht. Der Generalstreik wurde erst Donnerstag nachmittag abge­brochen, als der Streikleitung die Parole hier- ür zugegangen war. Heute morgen bewegt sich alles wieder im alten Gleise.

Der Gießener Anzeiger hatte in den Ta­gen des Generalstreiks nicht mehr die Mög­lichkeit, in der gewohnten Weise zu erschei­nen. Um wenigstens die Leser in der Stadt Gießen mit »den wichtigsten Nachrichten zu versehen, vereinigten sich die Buchdruckerei­besitzer von Gießen, so daß im Handsatz, auf der Handpresse abgezogen, von Montag ab eine Extrablattnummer verteilt werven konnte. Lewer war es nur in wenigen Fällen möglich, sie auch unter unseren Lesern auf dem Lande zu verbreiten.

** Geh. Mediz in alrat Professor D r. Strahl ist vor 8 Tagen verschieden. Einen Nachruf können wir erst in der morgigen Nummer unseres Blattes folgen lassen.

** Der Amtssitz des Laudamt- m an ns für den Kveis Gießen ist nunmehr in Bad-Salzhausen (Kurhaus). Der Amtstag zum Verkehr (mit der Bevölkerung wird je­den Dienstag in der Zeit von 8 Uhr vor­mittags bis 4 Uhr nachmittags abgehalten.

Mhmigung, bie nächste Sitzung, die voraussichtlich in Berlin stattfinden wird, anzuberaumen.

Schluß 9 Uhr.

Stuttgart, 18. Marz. (Wolff.) Die so- zialdernokratrf che Fraktion der Na- tionäkversammlung bat beute einen Beschluß ge­faßt, worin die Reichsregierung aufgesordett wird, sofortige Maßnahmen zu treffen zur Einsetzung eines zentralen Volks gerrchts beim Reichsgericht in Leipzig zur Abuttnlung sämtlicher Mitglieder der sogenannten Kappv'gft- rung, ferner zur Einsetzung von etwa sechs unteren Bolksgerichten in den sechs Hmiptbezirken Teutschloichs zur Aburteilung der örtlichen Kapp­verschwörer der Bezirke, außerbnn zur Herder- führung to'eimigner Ve mögensbe chstgn-ahme zur Sicherung des Vermögens der zentralen und ört­lichen Glieder der Kapvverfchwörung, schließlich

gestohlen wurden, können dieses bei der Kriminal- Polizei einsehen. .

T* Auch die Blitzableiter futb vor der rührigen Diebeszunft nicht mehr sicher. Heute nacht wurden auf dem Dache des Fabrikgebäudes der Firma Bock u. Co. in der Nord-AnlageStem-- straße zum zweiten Male bereits die Blitzableiter abgerissen, die Kupfer- und Platinteile geftohlen unb die gesamte Blitzableitereinrichtung vollkom­men zerstört. In der Nachbarschaft herrscht all­gemeine Beunruhigung und Aufregung, da man annimmt, daß sich der verwegene Kletterkünitler mit seiner bisherigen Beute nicht zufrieden geben wird. Größte Vorsicht ist daher am Platze.

** Aus dem Stadttheater-Bu- r e a u. Die Uraufführung des Symbolischen SchauspielsDiogenes" geht am morgigen Samstag in Anwesenheit des Verfassers, Dr. Ernst Schwarz-Echzell, als 18. Vorstel­lung im Samstag-Abonnement in Szene. Das Werk ist unter der Spielleitung von Herrn Karl Volck sorgfältig vorbereitet. Eine abgerundete Vorstellung äst zu erwarten. Ueber den Inhalt des Werkes ist seinerzeit in diesem Blatte schon berichtet worden. Sonntag nachmittag wirdDie Frau im Hermelin" gegeben, abends die lustige Ko­rn ö d i eKüm melblättchen", beides Werbe, die sowohl in Gesamtdarstellung wie typischer Ausstattung bekanntlich Sehenswer­tes bieten. Am Montag wird als 19, MontagsabonnementsvorstellungDio­genes" wiek^rholl und auch dieser Vorstellung ivird der Verfasser voraussichtlich noch beiwoh­nen können. >' Das Künstlerfest mit der HauptattraktionEin Walzertraum" findet

am Dienstag statt.

* Lieb ig-M nseum. Der engere Senat der Universität hat beschlossen, ben 26. März anläßlich der Eröffnungsfeier des Liebig-Museums als dies academicus zu erklären. Die musi- 1 alische Leitung bei der akademischen Feier in der neuen Aula sowie vm Abend im Stabtt Heater hat Dberrnusikmeifter L ö b e r übernommen.

**Deutsch-eVolksparteftDieani Don- tag abend im Saale des Gasthofs Hindenburg ver­anstaltete außervrdenlliid' zahlreich besuchte Mit­gliederversammlung des hiesigen Vereins der D'eutschenVolkspartei rahm einen äußerst anregenden Verlauf. Der Vorsitzende. Professor Dr. Krausmüller machte ausführliche Mitteilun­gen über die letzten Vorgänge innerhalb des Parter­lebens. Die Wahl und Neugründung einer Finanz­kommission nach Vorschlägen aus der Versammlung fand allseitige Zustimmung. Auch in dem wich­tigsten Punkte der Tagesordnung, her Bildung von Berufsgruppen innerhalb des Vereins, trat vollste Einmütigkeit zutage, und es nmrden gleich die ent­sprechenden Obmänner gewählt, so daß die einzelnen Berufsausschüsse bereits in der allernächsten Zeit innerhalb des Rahmens des Vereins ihre Beratun­gen und Tätigkeit beginnen können. Ava. Kling- spvr erstattete einen ausführlichen Bericht über die zwei letzten Sitzungstage und die kommenden Aufgaben der Hessischen Bolkskarnnrer. Nachdem Patteisekretär Dc. L u i s ch noch kurz über den Ver­lauf des 2. Hess. Parteitages und über die persön­lichen Erfahrungen in der Werbetätigkeit in Ober­hessen berichtet hatte die Partei hat im Vertan von noch nicht 3 Wochen in letzter Zeit 25 Ver­sammlungen in der Provinz Ober Hessen abgehal­ten, schloß der Vorsitzende die Versammlung.

** Vortragsabend. Gestern abend trug Werner v. Bl n menthal Alles und Neues, Prosa und Versdichtung vor. Die Auswahl zeigte

mancherlei anregende gcdankluhe Vezuchungen zu unferm heutigen Suchen und Streben, und sie mußte bie Zu Höver fesseln, da sie auch stets tut Geiste des Werkes und mit feiner Rezenstonskunst gebracht wurde. Vertrauen ins Deutschtum mürbe zur Pflicht erhoben in einem Gedicht von Schil­ler: Das Ew-vge und Unzerstörbare unseres Volks­tums Regt in der Größe des deutschen Geistes. Der Märchen dichter Andersen zeichnete mensch­liche Torheiten unb liebenswürdige Schwächen mit gutem Humor und mit der ihm eigenen abgeklärten unb alles verstehenden Weisheit. Die Ballade

* Markenausgabe. Am Freitag und Samstag, 19. und 20. März, gelangen in den Bezirken Nährmittel-, Milch- unb Zuckermarken zur Ausgabe. Sie^ Anzeigenteil.

** Diebstähle. In letzt« Zeit wurden aus einer Werkstatt 4 Arttoschl Luche 820/120 Fa­brikatMichelin" und eine Metengleftschutzdecke, ebenfalls FabrikatMichelin" 820/120 gestohlen Aus einer Fabrik wurde mittelst Einbruchs eine Kiste (Seife, deutsches Fabrikat, Nr. 19, ohl« Preis­angabe, entwendet. Äus einem Garten an der Marburger Straße stahl man 5 Hühner und einen Hahn. Aus ein« hiesigen Militärbüchsen­macherei wurden durch Diebstahl entwendet: ein Drilling mit Hahnen, der Schvtlauf Kal. 16, die Kugelläufe 11 Mm. Der Schaft ist am Kolben­hals mit Schnitzereien verziert. Die Läufe sind mit Schmetterlingsvisieren versehen. Fern« eine einläufige Jagdflinte Kal. 28 mit Hahnen, eine MehrladepistvleSystem Walter" Kal. 7,35 Mm. mit zerbrochener Griffschale und fehlendem Ma- gazinhalter. Vor Ankauf wird getoarnt. Für Er­mittlung des Täters ober der Gewehre ist eine hohe Belohnung ausgesetzt.

** Wem gehört das Hasenfell? Vor einigen Tagen wurde ein Hafenfell beschlagnahmt, welches jedenfalls von einem gestohlenen Hasen herrührt, fßerfonen, denen in tefcter Zeit Hasen

bunq von Neuwahlen. Gegenüber dem Abg Scheidcmann betont der Redner unter 'türm.scheu Zwischenrufen, daß dieser die Revolution von iyio genau so unter Bruch der Bersasiung gemacht habe, wie Kapv und Genossen. Aber Sie (zu den Sozialdemokraten) beurteilen die Revolution nach dem Erfolg. Es muß inner aller Aufgabe fein, die Leidenschaften deS Volkes zu beruhigen.

Mg. Henke (llnobh. ^oz.): Gegenüber dem reaktionären Putsch war dos Proletariat einig. Sogar bie Regierung Scheibemann hatten sich für den E^neralslreik erklärt. Die R'gierung ist mit» schuldig an den Berliner Vorgängen. Jetzt gilt es. auch über Bauer unb Nvske zu richten. Ich be­wundere den traurigen Mut, mit dem sie hi'r auf­treten. Als der Siebter dem RnchsKanzler den Vorwurf der Lüge machte, wirb er vom Präsi­denten zur Ordnung geraten.

Abg. Dr. Heim (Bayr. V) gibt eine Erklä­rung ab, daß sich die Bayerische Volkspartei auf den Boden der Verfassung des Reiches und der Länder stelle und jeden Versuch, diese gewaltsam zu ändern, verurteile. Sie anerkenne die Reichs­regierung als die einzig legale Regierungsgewalt im Reiche unb bekenne sich zum parlarneuliariichm System, betone aber, daß es zweckmäßig jet, bie höchsten Regierungsstellen teilwnse mit Fach­leuten zu besetzen. Der Föderalismus im Reiche muß existenzfähig fein. Bezüglich des Streiks der Arbeiter betonte der Redner, daß dieser einen Lieserungsstreik in Bayern provozieren konnte. Das wäre bann ber Streik aller gegen alle. Redner schließt: Bayern will in Deutschland nicht nur als ein Glied, sondern als ein Stück Deutschanbs leben.

Reichskanzler Bauer: Ich muß die Vorwürfe des Vorredners, daß die Beamtenbeftechungen sich immer mehr äußern und daß dagegen nicht einge- fchritten wird, auf das entschiedenste zurückweisen. Wenn dem Abg. Heine derartige Fälle bekannt ge­worden sind, wäre es seine Pflicht gewesen, uns das mftzuteilen. _

Abg. Eisenberger (Dayr. Bauernbund): Auch wir verurteilen den Berliner Putsch mit allen feinen Folgen aufs Schärfste. (Bravo.) Wir be­kämpfen alle Bestrebungen, die auf einen Sturz der demokratischen Regierung-sform hinzielen. (Leb­hafter SOcifalL)

Abg. Langwost (Welfe): Die deutfch-han- noversche Partei, die die Reichsunmfttelbarkeit Han- novers erstrebt, ist im Kampfe gegen Absolutismus und Reaktion zum Aeußersten entschlossen. Wir protestieren gegen bie Verhaftung des Abg. Cols-

Präfident Fehrenbach: Ungeachtet aller ' Patteigegenfätze verurteilen wir alle mit aller Kruft und Äitschirdefthnt diesen revolutionären Putsch unverantwortlicher Kreise, die in der kritischsten Stunde des Vaterlandes bie Brandfackel ins Volk warfen und ronaitcrt haben. Tas Blut ber Ge­fallenen schräi Himmel gegen bie, die schuld daran fuib. Wir beklagen bie Toten tatb drücken den Angehörigen derselben unser herzlichstes Bei­leid aus. (Tas game Haus hatte sich bei diesen Worten erhoben.) Wir hoffen, baß der General- fttcfl bald überflüssig sein wird und baß das deutsche Volk sich wieder zur Arbeit zusammen- fenbet Wir gehen hinaus ins Land, amt einzutreten Str ein neues demokratisches Deutschland. In bie» fern ©inne begrüßen wir die deutsche Republik als einen Hort der Freiheit, der Disziplin unb Ordnung. Rückkehr zur gemeinsamen Arbeit tut uns not, bann brauchen wir an der Zukunft des demdkratischen Deutschland nicht zu verzweifeln.

Alsfeld, 17. März. Am 16. März sollte im ,Sotel zur Kvone" bie in vielen Zeitungen ausgeschriebene Verpachtung der fiskalischen den stattfinden. Liebhaber aus ber Umgebung, aus der Frankfurter, Kölner und Düsseldorf Gegend, etwa 100 an der Zähl, hatten sich an gefunden. Ter mit ber Versteigerung beauftragt Oberförster verkündete, bie Versteigerung fltan- nicht fhattfinben wegen des Eisenl^ahneryreiSes, nnt es mußten bie vielen Liebhaber, die teilweise er- hebliche Reisekosten hatten, unverrichteter Svb abziehen. Von vielen weithergeveisven Herren wvck gegen ein derartiges Verfahren Protest edjotri

Kreis Lauterbach.

i. Grebenhain, 12. März. Die FeL>-wr Waldjagd wurde gestern auf weitere 6 Jahre tei pachtet für den jährlichen Pachtpreis von 7500 Dl Pächter wurde I. Krümmelbtin, Dampft,Lgewitt bescher in Lauterbach Der bisherige jährliche Pacht preis betrug 900 Mk.

la. Lauterbach, 15.März. Der All forderung ber Behörde zur Ablieferung von Kartoffeln für die notleidende Stadtbevölkerung ist die Einwohnerschaft seres Kreises mit Verständms und anerken nenswertem Eifer nachgekonnnen. Bis jetz: würben 280 Zentner abgeliefert. Da aber noä viele Ablieferer rückständig sind, besteht fclt Hoffnung, daß noch ein Waggon zusammen kommt. Die Kartoffeln sollen bei Stadt Gießen überwiesen werden

Kreis Schotten.

e. Schotten, 15. März. Auf wiederholt? Drängen der cm der Strecke Nidda Scho 1: ten liegenden Gemeindm, bi«' in ihrem $tr gehen von dem hiesigen Kreisamtt tatkräftig mtr stützt wurden, verkehren von heute ab an all Werktagen versuchsweise bie Abendzü gc 5 40 ab Schotten, Nidda an 6.30 und von hur. 8 30 hierher zurück. Dadurch ist dem brmgata Bedürfnis einer Ab-ndverbindung von hier Gießen und Frankfurt a. 3JL Rechnuvg

Scbwitrgeridyt

** Morbprozeß Rein. In unferm to­ten Bericht heißt es am SÄuß, batz ber Dorsitzeii> nach kurzer Beratung bas gefÄlte Urteil für recht- kräftig erklärt habe. Dies beruht auf einem M Verständnis unseres Berichterstatters: kein Geria kann sein eigenes Urteil für rechtskräftig erkläre Gegen Schwurgerichtsurteile steht ber StaalSa woltschaft und dem Angellagten das Rechtsmilt: ber Revision zu. Wirb diese vom Reichsgericht toc worfen, bann ist das Urteil ohne besondere 6rT: rung rechtskräftig. Vetteidiger des Angeklagtc war Dr. Leopold Katz.

Staötmiifion Stehen, Löberfttahe II Sonntag abend 8>/4 Uhr: .Der Gekreuttgte ii Urteil seiner Feinde". Jeden Mittwoch at «> 8V, Ubr: Einführung in die heilige Schnft

Jnter.dvicl. Brnchleidenden sei tiflNir Stelle nochm ganzbesond ansdasJnscratd.H^m Pb. Steuer Sohn in beut. Nr. bingewiesen. *v-

^gebracht hat, I ein Zuspringen wurde, ferne künsllerische Spann- x brr Mensch- kraft erwies. Die rührende gvttesfürchtende Seele,

Wohltuend wirkten darnach dir beiden prächtig- frischen ChöreDer Jäger aus Kurpfalz

ber feine Erbtante systematisch umt um mit ihren Millivnen ein Wohltäter . . .

heft, einMenschenfreund" werden zu können

rieten in einem Geh. Sanftätsrat, Regierungs­präsident unb Oberbürgermeister gut typisierte Ge­stalten, ohne übliche Karikatur, was besonders an­zuerkennen war.

Die Gießener, die ftch eine so überragende Dar­stellung aus TeilnahmslosigLett entgehen ließen, dürfen sich nicht wundern, wenn den Frankfurter Gästen das Wiederkommen verleidet wird. zz.

die alle Wirtschafterin Anna verkörperte Emmy R a be schlicht unb eindrucksvoll. Hermann Kner, Otto Schmö le unb Hermann Fransky zeich-

Sietzener Ztadttheater.

RicharD-Dehmcl-Gedenkfeirr.

Die Nirnschrnfreunde.

(Drama.)

Gießen, 12. März 1920.

Die vielen Nachrufe, die ber Dichterperfönlich- 4eft Richard Tehmels gerecht werden wollten, feier­ten vornehmlich den Lyriker, insbesondere, den ethischen Lyriker, ber das sexuelle und soziale Ethos als appolfttischen Fuftken ans der naturali­stischen Welterstarrung herausEug und damit un­serer Zeit ber Gesvitiurrgsdichtung vorrmleuchtete. Nirgends ift aber auch bie tiefste Menschlichkeit dieses Dichters ßo zu fassen, wie in den lyrischen Wnfessionen, wo sie in ekstatischer Inbrunst anf- glüht, hinter der Selbstzucht der Form dem 'hell­hörigen Ohr in ber leisesten Färbung des Rhyth­mus und des StirnmungSge'haltes mi.schwingt. Tehmel als PcrsönlichLit, als Mensch, als Mft- mensch, steht in seinen Versen am reinsten und lautersten vor uns. Wie er als Dichter ber zeit­genössischen Literatur seinen Stempel aufbrütfte, so wird er im Geistesleben unseres Volkes unver­gängliche Spuren hufterlassen.

Ihm eine Gedenkfeier an unserer Bühne zu veranstalten, war die Erstattung einer Doftkes- pfticht, für die das Gießener Publikum leider kein Verständnis zeigte, berat der Besuch des Theaters war beschämend schwach.

Und dabei ist Dehmel auch als Dramatiker nicht irgend ein Großer, der auf einem ihm frem­den Felde einen Achtungserfolg errangen hat, son­dern ein Seelendramatiker, den man neben Ibsen nennen ivirb. Nur vo-n denPtenschenfteunden" sei diesmal die Rede und auch hier sei nut Grund­sätzliches hervorgehoben, da ber Inhalt anläßlich eines Gastspiels des Mainzer Stadttlleaters vor zwei Jahren eingehend besprochen wurde.

Sauerscher Gesangverein.

Am Sonntag, 14. März, trat ber unter Lei­tung des Herrn Otto G ö r l a ch stehende Bauersche Gesangverein zum ersten Male nach dem Kriege wieder vor die Oeffentlichkeit. Schon seit mehreren Jahren weiß dieser Verein durch seine vorzüglichen Darbietungen die Kunstfreunde für sich zu inter­essieren unb es ist als ein Zeichen feiner großen Beliebt heft zu danken, wenn schon in wenigen Tagen nach Bekanntgab edes Konzertes bas Hans völlig ausver kaust war.

Das in ber neuen Aula ber Universität ver­anstaltete Konzert bewies auch diesmal den uner­müdlichen Eifer der Mitglieder für die edle Sanges­kunst unb zeigte, wie ein b^eistertes Streben in den Leistungen den schönsten Lohn findet. Es war eine Freude zu sehen und zu hören, mft welcher Hingabe Dirigent unb Sänger das Programm aus- fühtten.

Der etwa 90 Sänger starke Chor brachte zu­erst zur Erinnerung an bat hundertsten Ge­burtstag des LomponistenBineta" von Fr. 2bt. Mft dieser Nummer, sowie mit den darauf­folgenden beiden alldeutschen VolksliedernInns­bruck, ich muß dich lassen" unbSchabab" be­währte ber Dürein von vornherein seinen guten Ruf. Eine Heine Jntonationsschwankung beim Uebergang in die zweite unb britte Strophe des ersten Chores konnte den Gesamteindruck nicht ab= ichwächen. Wenig Geschmack konnte ich ber teilweise sanglich auf Hornsignalen aufgebauten Kompo­sitionDer Postillion" abgewinnen.

finben. , _

Als Fnstrummtal-Solist hatte ber Ve«m<- hiesigen Pianisten Herrn Julius Hahn ber als stngersertiger Spieler schon mandgera ». ttTunberung abgerungen hat. In dem (Tausig) Capriccio und in dem Rondo überwand er die darin enthaltenen Beiten mit Leichtigkeit. Die Bedeutsamkeft ber 13. Rhapsodie von Liszt hingestellden Leistung brachten dem Künstler rauschenbeti - fall und fand erhöhte Anerkennuug m ber ut- reichung eines Blumenkorbes.

Das Gesamtergebnis ber musikalischer bfttungen war ein für ben Vevein durchaus volles. Hoffen mir, daß seine öeiltunga weiterhin aus ber Höhe unb seine Konzern : I regelmäßige Erscheinung in. Gießener jüfflwy und' blejheu.

Der Studenten Nachtgang", bie beide Mustek interpretiert wurden, so daß der erste wiedcp werden mußte.

Sandmännchen" von Zuccalmaglio, trjr der Verein Gelegenheft hatte, durch ein wvN rundes Piano seine gute Stimmschlullmg M weisen, war ein Kabinettstück ber VortragSkm

In kompositorischer Hinsicht waren bie großen Chöre:Des Geigers Heimkehr" »l' Hegar undHoch empor" von Gurti die W- tenbften und wettvollsten. Ihre Aus gesangstechnisch der Stimmentfaltuna Terrain eröffnet, zeigte eine wie tüchtig- Verein in seinem Chormeister besitzt. Er vM' es, seine Sängerschar zu einem Gesangskörvtt - verschmelzen, in dem Chorwort und CHortor c- einheftliches Ganze prächtig zur Geltung

Der für das Kon-ett als Gesangsolist gesehene Herr Windgassen hatte wegen der d: zeitigen unsicheren Verkelwsvcrhältnisse abM An seine Stelle trat Herr Müller-Ra BeM- Kassel mft Liedern von Wolf, Thuille und Stiri"

Der in letzter Stunde vorgenommene B«ä stellte den Begleiter vor eine schwierige Au^ Trotzdem erzielte ber Sänger mft seinem Lomn packende künstlettsche Eindtticke. Seine Stimme zeigte eine tüchtige Schulung. Die sation war edel, die Tonverbindung geschv:^ und die TettauSsprache von vorzüglicher ecjjn unb Deutlichkeit. Auffassung und Vortrag ZE von künstlettschem Geschmack und warmem «v

Zweimal kttstallisiett sich der Kern des Dra­mas in Worten. Eftimal, wenn berMenschen- fteund" dem lauernden Seelenfänger sag':Wir haben beide unseren Beruf nerfebU: du als Mft- vEnsch und ich als Unmensch' und das andermal, wenn am Schlüsse des Dramas schafterfti den Selbstgerechten, der glaubt, mft ben schlichten Worten Sie, Sic armer Mensch." Mycholvgie Rasbolnikows gleick

Christian Wach, der an dieser Schuld sich selbst zu Tode schleppt, ber, (eine geistige Kurve, bie ber Psychologie Raskolnikow gleichkommt) nerven- peitschendes Spiel mit halben Geständnissen treibt ber mit schlaggelähmter Zunge die ©ctbi'tanflage lallt und mit einem letztenNein" wieder zerreißt er stehe als Mensch ethisch höher als fein Gegner, ber ihm das Geheimnis entreißen will. Seine Bersdockthrft ist zerfleischende Reue, sein fanatisches Spiel das verzweifelte Bohren des von der Menschheft Enttäuschten nach dem verzeihenden Berstrhen desMitnienschen"; ist rachsüchtige Ent­larvung der selbstsüchtigen Spitzelnatur des Selbst­gerechten. Aus dem Kern, ben bie beiden zitierten Sätze umschreiben, strahlt das ganze Drama aus, dessen psychologischer Aufbau em Meisterwerk ift

Bemerkenswert für die Selbstzucht Dehmels ist es, daß der Lyriker sich in diesem Drama restlos zu verleugnen weiß, sowie der formal strenge, ja gleichförmige Ausbau der drei Alle, ber dem starren Schema entspricht, in das Dehmel feinen (trotz man­cher Mängel unvergleichlichen Roman in Roman­zenZwei Menschen" hrneingepreßt hat.

Eingeleitet wurde bie Gedenkfeier durch einige Worte, die Otto K e h r, der Spielleiter des Abends, über die Bedeutung Dehmels sprach und zwei Ge- dicÄe. Der Anfang war alles andere wie ermuti­gend. Aber (bann zwang das Spiel der Frank- furter Künstler in einen Bann, der auch lange nach Schluß des Dramas nicht weichen wollte. Vor allen Otto Henning als Chttstian Wach. Wie verblaßt gut gemeintes Wollen hinter solcher Schauspiel kunst, die eine Gestatt von ihrem innersten Wesensderne her packt und vermenschlicht.

1 Wie war jedes äußere Mittel das Zerkauen des widerspenstigen Wottes, ein Frösteln, ein Lauern, ein Lachen, ein nervöses Spiel der Hand, ein Auf- begclyrcn und die grauenvolle Maske des Schlag- slusses, vergeistigt durch den niemals nachlas- sendeu Willensimpuls, mft dem der Schauspieler - die Psyche des Menschenfreundes zu feiner eigenen war eigenschöpferische, nicht nach- lmngskunst. Sie wurde zu unver- >ni?. Sein Gegner in dem furcht- ' tilampf F. W S ch r ö b e r, wirtte fheriv zvemlich indifferent, obwohl

Slio menten, wo aus dem Lauern