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viertes Blatt

2)8

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

Samstag, (8. Dezember (920

iporkverein Gemunna Marburg

ger

fern!

fie

bann über©e

tüte zu

lichen Bedeutung etnr->

W:

Fortsetzung KS

!.rchdruck verboten.)

Turnen, Spiel und Sport.

Fu ßbaN. Am Sonntag nachmittag uni 2 Uhr (vielt die liigamxmnfdjaft de) B. t. R von 1900 chr letztes Herdlmdsfp.ei in dreiem Jahre GUT chrem Sportplatz an der SxitM gen' N Malen*

rujkn?"

Diese Frage fällt in das Gebiet meiner är»t- i£m Tätigkeit, und ich nuife unter StnaxtS aut

Berufsgeheimnis ihre Bomftwortung ab»

,Lnzwischen mar Ter Sanitätsrrat Dr. _

noch dem lianbbaulc eilte, hatte sie bereits als

-.Mährend der Rächt, in der Frau Falkner starb, waren Sie nicht in Tiefenbrunn?"

Germering stutzte, und er ließ ein paar Sekun- »i verstreichen, bevor er sagte:

Allerdings. Es ist auch int allgemeinen dort s'-ehen. Einmal iefcodi ist Frau Falkner auch i mir tn meine Wohnung gekommen."

wurde: wie schon in an tuen Zetten die Boten übler Nachrichten gestraft wurden, als wären sie

Reiche gefunden."

So ist Inir erzählt worden. Ich selbst habe sie nicht mehr gesehen." , ___

Wann haben Sie sie überhaupt zum letzten Mal' gesehen und gesprochen?"

Soweit ich mich erinnere, geschah es drei over vier Tage vor ihrem Tode. Gesprochen ftrbc ich (C übrigens auch bei der Gelegenheit nicht. Ich traf sie bei einem ärztlichen Besuch rm Kwanken- , immer des Derrn Falkner. Aber aufcec der ub- lichen Begrüßung wurde nichts zwilchen uns ge­sprochen. ,.

Welche Vermutungen hegen toxt hrnsrchttich der Todesursache?" __

Ich war geneiift, an eine verziäymung zu glauben, wie sie bei ööfteriWm zuweilen erntritt, namentlich, wenn daS Dcrz nicht mchr huttmigl'.ch widerstandsfähig ist. Aber das war nicht- als Vermutung, da id) weder die letzte Erkrankung,be- obachtet, noch die Leiche untersucht habe, -iif hon muß inzwischen L-rcheft darüber gebracht ^^Der Kdmnnssar ging auf diese letzte Bemerkung nicht ein, sondern fragte melier:

i Tie Besoldungen etneä TtLustmadchens \W

heften.

Dieser Szene, vvn der <60 Bismarck den ra­piden Aufstieg der Katastrophe datiert, läßt er zwei Druckseiten mit Erwägungen und Begründungen folgen: daß er verpflichtet war, den nach Peters­burg strebenden Kaiser, der durch teinc Abmachung zu hindern war, auf jenen Bericht aufmerksam zu machen: wie er andererseits alles tat, um ahn vor dem persönlichen Anblick jener zaristifthen

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rh«en."

Ist jener abendliche Besuch der einzige ge­il» Sen ?"

Sa."

Die Antwort erfolgte rasch und bestimmt, und >en PolizeLeackte schien sich mit ihr zufrieden zu Ito

Ach«"'

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selbst die Schuldigen.

Bismarck führt von diesem Punkte ab in we­nigen Seiten die Katastrophe durch Der Kaiser erhält durch Vermittelung irgendeiner Instanz int Bericht irgendeines in Idrßland tätigen beut»* fdjen 'Konsuls, der aus irgendwelchen. Teilwisich- ten etwas wie erne drohende Mobilisation

fagt^ daß sie sämtliche Pulver bereits verbraucht habe."

Und die Tropfst? Wann Hat sie diese von

Ihnen erhalten?" ' _

Es mag um die Mitte des Monats Ium

gew^en sein." ' __

Tas heißt, sie hat sw auf Ihre Verordnung

aus der Apotheke bezogen?'

Nein, ich habe sie ihr selbst übergeben."

^Führen Sie berat Mckikamente, Derr

Doktor?" "

^zch pflege mir von die, em oder imem Mittel, befiai ich or der SpttckMnde aber ba meuiea

Aus Bismards drittem Banb.

Ter zweit? Band von Bismarcks(Sebantai |tj Erinnerung en" schließt bekanntlich mit dem I Kapitel, b? über Kaiser Friedrich HL Han- le) . Der , II Tempo" Und dieNeue Züricher Zei- [1 ig" verösstnilichen jetzt ausführliche Auszüge aus I n in ~ utschiand durch einen Gerichtsbeschluß, I - der frühere Kaiser vevanlaßt hat, verbotene ritten Band. Es ist unbegreiflich, wie die |;|K.tter zu dem s rgsam gehüteten Manuskript ge­ll r men sin- 2i: . r erfährt auch hier wieder ern- 1-ri das Au,'land durch Indiskretionen Tinge, 1 - den Deutschen durch einen imerklärlichen Gc- M.ltsbkschlnß versagt worden sind. Wir geben Kirn kurzen Auszug aus den Veröffentlichungen l:tII Tempo" hier wieder, wobei nicht zu ber- Kr.icn ist. daß der Verfasser gegenüber Bismarck irr kritische Stellung eimtimmt, die wir nicht Ihre weiteres gutheißen können:

Das ertt* KapitelPrinz Wilhelm" schildert B ansänglichc Verehrung des Kaisers für den I (ucker, dann den rasch aussteigenden ersten Zwioe 1 lt. Ter damalige Prinz Wilhelm verteidigt | wegen seines Eintretens für den antisemitischen | ,:rrrr Sti ler, >?n Bismavck mit einem seiner

I meiner gee^rtenftc. ab, wie dies B lularen ijetvotgih.: ll keiner Wrhk nah bered)ligt «g mgene Nechnuiiz«c dieselben zu giih smd nur harn sönlichunterzrchtr 'ezember 1920. lebe trafee 2.

ie Kalkner aufLinöenhöhe

Roman von Rernhv ld Ortmann.

i bet wette ikind. llSuekömmtt Araatl en Preise. .

ii 8i)ti. Win

2£anu war das?"

II "fsch erinnere mich des Tages nicht mehr ge- E.daich den Besuch nicht in meinem Kranken- llhmta vermerkt habe. Ich nchme ledoch an, im Beginn des MonatS Juni gewesen ist.

Um welche Tageszeit kam die Dame zu Mien? Wahrend Ihrer Sprechstunde^

Nein, sie kam gegen Db<md, wellfte nmßte^ iefs ich roäürmb der Sprechstunde damals sehr X't in Anspruch genommen war." __

Und weshalb suchte sie Sie hier auf,_ obwoy.

" gewesen wäre, etc Falkner Hause zu be-

mke

:r Preislage ^litapeo

**<ef8wef 58

vor dem persönlichen Anblick jener zaristischen Bespöttelungen zu schützen; wie der alte Kaiser Wilhelm nie daran gedacht hätte, sich eine Lek­türe zu erzwingen, vor der er so detttlich gewarnt wie schon ftt antilen Zetten die Boten

Über zu der Vorliebe Friedrich SSöbelmS H. für langt Lerls", über die Ruhmsucht Friedrichs tx*5 Großen, über Romantik und odzoid?t Friedrich Wilhelms IV. bis prr Eitelkeit und Lttlctzbcr.- keft Friedrichs HL und biele Anchyse wird ran a.i enter Stelle mit der Bemerkung unter­brochen:9hir von einem seiner Ahnen scheint der .Kaiser nichts geerbt gu haben, und ist sein Groß pater Wichclm I" woraus eine inibebäigtr Skrlxrrlidning dieses Fürsten folgt!

9Jht fdxirter Nrittk über den Jöettrag, den üa- prwi zum Austausck» von jöel-gvstrnd gegen San­sibar schloß und mit noch schönerer wegen 9Hchi- erneuenrng des rufiifdxm Berttages tdüießt das Buch. Einer seiner letzten Sätze lautet:ÄuS bieten Umständen sehe ich schwere Gefah­ren für Deutschland, doch auch für ganz Europa aufsteigen. Je spärer die Katastrophe emtretai wird, um so furchtbarer wird

Isten an, denen er im Augenblick seiner Tlwon- :\zigimg auszudnicken wünsche, wie er sich mit tn beraten wolle, ehe er befehle; denn so . - Wilhelm an Bismarck hftöku,pariert muß den!" , sen Erlaß wünscht Wilhelm Der» li an üimUiche Vertretungen Preußens im he zu st icken, damit er sofort bei her Thron- ngung überall be?mntt wurde. Bismarck er- .ert da. aus:Darf ich Eure Königliche §>o- ergebrnst bitten, den mir gütigst übersandten ritnirf unverzüglich den Flammen zu über» m?"

ES folgt das KapftclDer Kronrat", in dem !' sozialen ,'btcn des mm zur Mackt gelangten fiilcrS den Gegensatz $u Bismarcks Anschmunigen riefen. In diesen Auseinandersetzungen znn- 'i Kaiser imb Kanzler bleibt nämlich Bismarck rm Vorurteil befangen, man müsse die murren» In. Arbeiter zu Paaren treiben, während Wilhelm in einer Versölmung der Klassem träumt, dir iirch Schutzgcsetzc für die Arbeiter rasch und erzwingen will. Bismarck sucht hier die ritze so darzustellen, als ob der Kaiser den hütet durch Bestimmungen über Stunden- (1 und Ruhe zum Feiern zwingen wolle, .f.renb er arbeiten wolle. Auch betont er gegen i Kaiser in jenem Kronvat und in den darauf grmben Berlfandlungen wicLerholt, mit Streiks llfm die Fabrikherren allein fertig zu werdyi, das Kipe oen Staat nichts an. Bismarck gib jedoch ck> und Wfthelms Arbeiterschutz prang durch, it beißenoem tzumor schildert Bismarck bann iltr oic Freunde seines jungen Herrn, die amt» j und außeramtlich die Polittk deS Kanzlers irsten, u. a. den Dilettanten v. Leyden,von it die Polittker behaupteten, er sei ein Maler, irrend die Maler meinten, er fei ein Poli» -x". Dann irgendeinen verlotterten König, der clt imb nebenbei in Politik macht, einen Vsar- einen Erziehet, einen Migen Gutsbesitzer, c Spannungen wachsen, der Einstuß Böttichers, Bismarck selbst ins Amt gebracht hatte, nimmt den Kaiser zu.

thm dafür, datz Frau Falkner noch kurz vor chrem Tode eine Arznei genommen hat, die sie noch ihrer eigenen Erklärung von Ihnen- Derr Doktor, er* halten haben wollte. Kann das richtig sein?"

Die Möglichkeit ist immerhin gegeben. Ich habe mich später erinnert, ihr einmal ein kleines Quantum krampfstillender Tropen verabchlgt zu haben. Wenn es diese waren, von denen f-.c ge­nommen hat, so können fie unmöglich ihren Tod veranlaßt haben, denn es handelte sich um ein ganz harmloses £xni3mittd."

Wollen Sie es mir nicht nätjer bezeichnen?"

',©etoif$! Es waren Baldriantropfen, also ein ungiftiges und völlig unschädliches Medikament."

-Außer diesem haben Sie der Pchientm über­haupt nichts nerorbnet?"

.Doch Ich verschrieb ihr im Beginn der Be­handlung ein Schlafmittel in Pulverform Auch m diesem Fecki war.die Dosierung eine so vorsich-

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wieder vollständig. Jetzt, bei dem wunderbaren Klang der Glocken empfindet man, was für ein großes Opfer durch die Ablieferung gebracht wurde.

6s* Grünberg, 16. Dez. Die Lehrer des Bezirkes Grün berg versammelten sich am Mittwoch unter Vorsitz des Sckrnlmspekwrs Prof. Dr. Alles in Geftshau>en. Lehvec Paul be­handelte dort m der Oberklasse in erfolgreicher instruktiver Weise die AufgabeAufsatzver- b c s s e r u n g". .Als Hilfsmittel wurde bei Recht­schreibfehlern die Mundart auägiebig verwandt

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Die wissenschaftlich erprobten ZahNvflegemtttel Qd nach Zahnarzt Bahr. iwnc'

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wurden.

np. Rvpperkenrvd, 15. De» UnsereGe- nreindevertretUng einigte sich mit ihrem bisherigen langjährigen Organisten, Lehrer Strack, durch freien Vertrag auf Grund der Forderungen dcs Kreislehverausschusses. Die Gemeinde b> schloß die Erbauung eines neuen Schul- Hauses.

D armstadk, 16. Dez Nach der Sta­tistik der evang. Landeskirche Hes­sens für das Jahr 1919 sind aus den Gemeinden folgende Gaben für Zwecke christlicher Liebestätig- keit emgegangen: Milde Gaben an Vereine und Anstalten christlicher Liebestätigkeit 779 468 Mk., cm allgemeinen Kirchenkvllekten 127 805 Mk., an Opfern für Arme usw. 220 528 Mk., an sonstigen ft ei willigen Gaben für kftchlichc Zwecke 1001 027 Marl: mfthin beträgt die Gesamtsumme aller Liebesgaben2 128 828 Mk. Besonders bervvrzu- helen sind 131916 Mk. für die beidemmssron, 152 908 Mk. für Krankenvflegestatroncn, 162 239 Mark für befonbere Anstalten und Vereine, 626 769 Mark für Gaben und Stiftungen der Pfarrei und Kirche, 150179 Mk. für kirchliche Vereine zur Förderung des Gemerndelebens. Don der Lan- deSkftche getiennt lebten etwa 9000 Personen, zur evangelischen Kirche traten über 214 Personen, ausgetreten sind im ganzen 337 Personen, davon zur katholischen förifr 23, zu sonstigen Gemein­schaften 208, 5U den Juden 2, ohne Ueberttitt 104. 97,8 Proz. aller Paare wurden kirchlich ge­traut, T ttziehungen kamen 6 Fälle, Kon- ftrmaüo .. 8 z»r Kenntnis.

mc. Fransfurt a. M., 16. Der. Auch die-Ferien der Volks- und Mittel­schulen wurden auf vier Wochen über Weihnachten verlLugert.

Dk. Güttingen, 17, Dez. Wie dieÖoch- schulkorr." erfährt, sind drei hervorragende Mit­glieder des LchrDrpcrS der Universität Göttingen um chre eingekommen: der Kirchen--

lnstoriker Geh. Konsi alrat^ Pros. D. Nath<mael Bonwetsch, der tttter der romwirschen Phi­lologie Geh. Regierungsrat Prof. Dr. phil. Albett Stimming und bet Historiker Geh. Reg-Rat Pros. Dr. theol., jur. et phll. Max Lehmann. Prof. Lehmann nnrrde anläßlich der dritten Iahr- inmbertieicr ber Universität Gießen von der juristischen Fakultät zum Ehrendoktor ernannt als derjenige,der in nie ermüdender Forschung die in den Archiven schlummernden Urkunden deutscher Mchichte und deutschen Rechts mit neuem Leben erfüllt hat, der die kirchenpolftische Entwick­lung deS Königreichs Preußen in ihren Grund­lagen untersucht, der die Wiedergeburt des preußi­schen Staats und dos Lmvvrwachsen Preußens in den höchsten nationalen Aufgaben durch eine glän­zende, begeisternde Darstellung des Lebens feiner

mäßige Verteuerung der Lebensmittel usw. ent- wgenen Geldmittel würden so wieder teilweise der Gesamtheit in Form vo-n Wohnstätten zu- gyrt. Daß nach vorstehendem Plane den Groß­

en bedeutendere Mittel zufließen würden wie Landstädten, würde an sich feine Uebervortei- lung der größeren Städte bedeuten, da di- Wol>- nungsnot tn diesen um em Vielfaches größer ist als in den Provinzstädtem

Eine holie Ausfasftmg von der außewrdent- lichen Bedeutung eines gesicherten ausreickf-ndcn Familienhetms für die AiVeftsfteudigkeit itnb Gesundima unseres Volke?, verfnmben mit einem tiefen sittlichen Emst, werden sicher vorstehendem Plane eine wolchoollende Erwägung an maß­gebender Stelle sichern.

Fr. Otto Keßler.

lCird?e trnb Schule.

o-o. Beuern, 16. De». TaS Geläut.unserer Kirche ist durch die zwei neuen Bronzeglocken, dre aus der Glockengießerei Sinn stammen.

geschehen, was ihm gefällt!" BiSmarck knüpft bet­on tnc boshafte BemerLung, er freue sich, die 'Macht des Königs in Preußen so stark geftfrigt zu ftnden, die 1862 (als er ein not) so sehr er­schüttert war.

Schließlich, um Mftte März, wirs der Kaiser immer dringender und nimmt den bekannten letzten Besuch Windthorsts, des Zennumsführers, bei Bis­marck zum Anlaß einer entsch?idenden Szene. Er sagt sich auf 9 Uhr morgens bei oem Kanzler an, doch so, daß der alte schlaftose Fürst erft um Vi9 Uhr davon benachrichtigt wird. Als dies Bismarck hinter einer höfischen Floskel den .Kaiser wissen läßt, sagt dieser kurz, der Bott sei schon gestern nachmfttag abgvgangen. Darauf tadelt er scharf Winothorsts Empsang durch den Fürsten. Dieser nimmt das Recht für sich in Anspruch, in fernem S?aufe Politiker von Distinktion empfangen zu dürfen. Ter Kaiser erwidert:Auch dann, wenn ich es Ihnen, als Jlw Souoerün, verbiete?" Bis­marck bejaht. Ter Kaiser kommt auf den neuen Reichstag, auf die Sozialversicherung imb andere Punkte zu sprechen, in denen er sämtlich, wie tr voraus weiß, mit dem Fürsten diorrgiert, schließ­lich auf seinen Lieblmgswunfch: Seinen Besuch beim Zaren von Rußland bald zu wiederholen. Darauf hat Msmarck gewartet! Gelassen zieht er aus der Mappe ein Aktenstück hervor, und mit dem Blick daraus warnt er den Kaiser vor einem neuen Besuche, denn erst vor einigen Tagen fei ein Bericht des deutschen Botschafters in London, des Fürsten Hatzfeld, erngetroifen, der reckt üble, abfällige Urteile des Zaren gegen den Kaiser ver­zeichnete, die ihm glaubwürdig übermittelt seien. Ter Kaiser fragt nach den Einzel beiten, Bismarck weicht aus. Ter Kaiser befiehlt ihm, den Bericht vorzulesen, Bismarck lehnt ab, so peinliche Tinge ihm selbst W übermitteln, doch halt er noch immer den Bericht offen in den Dänden, wie eine Lockung. Er hat sich nicht getäuscht: der fanfer, jugendlich, neugierig, greift nach dem Be­richt, nimmt ihm dem Kanzler aus ber Hand und liest ihn selbst. Er wird blaß, unruhig, berat, so schreibt Bismarck boshaft, c5 standen wirk­lich recht üble Dinge darin. Der Kaiser bricht das Gespräch ab,und reicht mir, gegen ferne Ge­wohnheit, nur ganz oberflächlich, die Hand, in der er den Sxltnjhiclt". Auch jetzt noch verschweigt Bismarck den Wortlaut jener zaristischen Dos-

fchreibfehlem die Mundart ausa Amtsarzt Dr. Sckxlppert sprach

s chlechtskr ankheiten und ihre Be­kämpfung. Den Schluß bildeten verschiedene Verfügungen nnd Verordnungen, d-e bekanntgegrben

K! Hs doch'viel bequemer für sie | »iirenb Ihres Besuches im

Konflikt in eine will mit seinen verhandeln: der Kanzler fordert den Weg der Instanzen, damit nicht sechs Meinungen den Herrn beeinflussen, sondern eine einzige, nämlich seine.

Ms Epilog folgt diesem Lauptteil des Werkes em Köpftet ».Kaiser Wilhelm IL" Hier wird der Charntter des Kaisers aus dm Eigmschaften seiner Dorftchrm abgeleitet, doch so, datz berat Schwa­chen und Fehler als Qnellm derselben Schwächen des Kaisers gleichsam mtschuldigaid ttuTgcfubrt werdm, währaid von chrm Starkm und Tu­genden bei dem Urenkel einfach nicht gesprochen

Germanm haben m letzter Zeit an Spielstarke gut- erheblich genommen. Sie ipictteu gegen >cn Führer m der tiigatabellc, B s. B. Marburg- weicher mn letzten Sonntag mit 3:1 einwandfrei gegen B. f. B. Gieyen mu dem Trieb gewinnen konnte, unentschieden, ebenso gegen B. s. R. 1900 Gießen und B t. B. Gießm in Marburg. Aur Deunragenat Sonntag siegtm sie über Turn - und Spottoerem Marburg 1860 L'üarburg mit 4:3 mib eriviefm sich dadurch als eine der stärksten Marin* schäften be8 Kreises 19j0 verspricht daher hochintttts ant zu werten. Die leichte Schneckecke wird l>ei dein herrsckrcnd« Fwstwcttrr dem glatten IBerUnit des Spiels b> keiner Weise hinderlich fein.

,^Ich wracke zwischen zehn rack» elf llhr abent>3 von dem Gutsbesitzer Reulmg auf Nieder-Fahrow, der nnr seinen SBagen geschickt hatte, gur Dftfc- leifhmg bei einer Niederkunft gerufen, und ich tarn erst gegen Morgen zurück"

~xra Falkner verschieden, renthin, der statt Ihrer

Eingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter bleft Shibrtt ftebenben Attikel übernimmt die Redaktlon dem Puttikum gegenüber keinerlei Berantwvttung.1

Zur Dchrbmty der Dvftnupqsnot.

Das wirklich einige wirksame^ Mittel, da? Wohnungsproblem zu lösen, ist die Schaffung von Reubauttn. Die bcryiiigen Mißstände^ wo ungc^ zählte Familien, meist die Aermfttn der Armen, auf Oernffie, völlig nnurreichrude Räume angewiesen sind, Tausende imb Abertausende Wohmmgen bo- gehreri, und die im Baugewerbe brachliegenden: strafte der Erwerbslosenfürsorge nicht gering^ jkvsten verursachen, verlangen gebieterisch ente umfassende Lösung. Reich, Staat imb Gemeinden können bei ihrem UcbcrmaB von Schulden nur wenig dazu beitragen, bte Not zu lindern unb t*e Errichttrng von neuen Wohnstätten bei den jetzigen ungeheuren Kosten in die Wege leiten. 93en dmtn* sich d>ch beult bk Kosten für ein auf 60 qm Fläck» errichtetes wohnserttges Einiamftienlxms aus Ziegelsttrnen bereits aui ca. 80000 Mk. Unb doch scheent sich ein Weg M eröffnen, der es ermöglicht, die benötigten Mittel stcher^strHen, um en-c rege Bautätigkeit zu entfalten. Für Zwecke der Wo!^ ramgsfürsorge sollte em 2ÄI der auS den S11 j naben im weitesten Sinne, den Ofelbftrci'en für Wucher usw. dem Staat zufließenden Otelbmitid her angezogen werden. Gerade das neueste Wuchir- gcsetz, das neben empfindlichen Fveilxnt strafen höbe Geldbußen für Wucher vorsieht, dürfte bat Borsckstaa gihtfhg beeinftufsen Wöchentüch, ja in ben größeren Städten fast täglich, wrrd.ni Per­sonen wegen Ucbcrtretraig dieses Gesetz e neben Gefängnis- bzw Zuchtlimisswase «t ßklbfhnfat rcrurtc ilL Diese Geldbuße, sowie die durch (Hn- zfthrarg des D^elirgewmns bedingten Grainabmat fließen naturgemäß dem Staat zu, ohne daß der­selbe daraus seinen Etat auf bauen tarn. Erne regel­rechte Etatt'siermig läßt eben die Eigenart dieser Einnahmen nicht zu. Sonach tarn auch der Staat 1 diesen (Einfünften, beten Ertrag äußerst schwan­kend ist, keine crlpTjte Bedeutung su nessen. Für ihn sind die Geldsttafau eben nur höchst will­kommenes Deckungsmittel.

Würde tarn gesetzlich beschlossen werden, einen Teil dieser Emnähmeu ber bett. Stadt, wo Ver­urteilung bei Verstoßen gegen das Wucher Gesetz erfolgt, zu überweisen, so würden die .(tiommintr.i allmählich in den Stand gefetzt, neue .tzeimstätttn zu tröaucn. Die ber Mlgemeinheil durch über-

Van nun an HM sich her Brrfasser nach n tt eigenen Mitteilung an tägliche Rotrzen, die e dfen," oaö er die Krisis nahe fühlt. Zum ersten wird in Bismarck ber Gedanke ventiliert, i tt nicht freiwillig gehen soll. Zwei- oder drei- ri3 betont er beit Gedanken: hätte er bestimmt _.t, baß man ihn wirklich grljcn taffen wollte. Litte er es fick um dem Kaiser bequemer Ige* laßt. Ter entscheidende Augenblick nabt heran. } ist im Januar und !Febrmrr 1890, cimge scheu vor ber Entlassung, als «Bismarck, tn entern nt Konflikt mit feinem Derrn, tneiner®jene Berliner Schloß, oic er anschaulich schildert, Wich die direkte Frag^ stellt:Es fcknnnt,

in Euerer Majestät im Wege? unb er fahrt tti:Der Kaiser schwieg, bejahte also. Jetzt die Sttnummg des Kanzlers um, unb ber le Trotz, all ieitrr Groll, die ganze Saßfahtg- il seines leidenschaftlichen Wesens wenden ftch

u den Bedrücker, um ihm nun gerade den jf/ico möglichst schwer zp machen. .

Das KapitelMeine Entlasiunfst zeigt einen item, der nach allem, was er für ben Staat lüftet hat, nickt still Weggehen, sondern mft einem ijeef) herausgelvorfen werden will Bei mehre- r Sitzungen, die der Kaiser präsidiert, nimmt !- gesamte Kabinett, teils durch Abstimmung, i- durch Sckweigen, gegen den lkanzler für 'S-ÖMÄ rartfiÄ«üiTkr»n.

ländlichen Zttnnkenbesuchen öfter bedarf, einen kleinen Borrat zu hallen."

Sie bvae^at also die Tropfen der Frau Falk­ner bei einem Ihrer Besuche mft in bar Falkner- Haus?"

Germering hatte fern Gesicht dem Fenster zu- gekehrt.

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Vermutlich in einem Fläschchen? Wunen Sie sich noch darauf besinnen, wie bas Fläschchen aussah?"

Richt genau. Jedenfalls aber war es von der gewöhnlichsten Art ber für solche Mebstttment? ge­bräuchlichen Gefäße."

Stom es von tanhger Form und auS dunklem, undurchsichtigem Glase gewesen sei n etw vio hoch, ime der lleme Finger eines jungen Mädchens lang ist?"

Tas kann ich weder bestätigen noch bestreite,'. Ich hatte es aus einer größeren Flasche abgefüllt und habe muh dabei des ersten besten Gläsck'ens bebtem, das mir gerade zur Hand war."

.besitzen Sie diese größere FLsche noch? Unb mürben Sie ben Rest ihres Inhalts beibringen können?"

Rein. Sw ist wohl inzwischen geleert und für andere Zweck verwendet worden."

Und der BaLrian-Erttall enthielt keinen Zu­satz 'irgend welcher Art?"

. Doch. Ich hatte tfjm zwei oder drei Tropfen einer Morphiumlöi'ung hinMgefügt, um bv be­ruhigende Wirkung zu verstärken."

(Fortjetzung folgt.)

11 ischen Epigramme in feinem Antwortdrief I rppelt gefährlich" nennt, dennals Politiker I; er Psasse, unb als Pfaffe ist er Polittker^^. na einem weiteren Briefe kündigt der Prinz, M rj Jahr vor dem Tode feines Balers und Groß- I. ll'kS, dem Kanzler einen Erlaß an die deutschen

Rußlanos vorauszuwissen glaubt., Ter Kaiser, durch jene Szene und die zaristischen Beleidi­gungen plötzlich auf Rußland ergrimmt, glaubt leckes Wort dieses Msälligen Dokuments, das tn keinem Aktenstück des Auswättigen Amtes einx Bestätigung findet, und schreibt rin erregtes, int Tone beleidigendes Billett an den Kanzler, warum man ihm so hochwichtiae Rackrichten varemhalte; er sehe aus jenem Bericht des Konsuls die^nckhende Gefahr für das Reich aufsteigen rack» müsse un­verzüglich Gegenmaßnahmen treffen. Bismarck, ber feit dreißig Jahren pro-russische Politik getrieben bat, erscheint die ganze Sache toll, und bringt den ohnedies wütenden Herrn dicrch feinen Vor­trag noch mchr in Wut. Hierzu tritt ber bekannte Streit über die Frage, ob die Minister direkt ober nur auf dem Umwege über den Mfmsterpttffi- deuten mft dem Kaiser amtlich verkehren dürften. Und Bismarck versteift sich auf eine vierzig Jahre alte Vcroickmmg, nur um sich alle Rechtsgründe vor ber Geschickte zu fi Wieder tritt ber - * "" : ber Kaiser

und formlos

iche P inistern