Samstag, 18. vezember 1920
Drittes Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesten)
Cr. 298
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möglichstes Im allgemeinen ging eS den der Gefangenschaft mm glücklich Entkommenen gut.
Die Heimat wird mißer dem Vorstehenden
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über btc Netta. Es stand io mit dem Rfickm
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i Aflfl/ Sterte unserer Dichter finb uns geblieben. L a ß t M I ° rs zu den Büchern greifen und | te MH«3'/yu ifern Kindern unter den Tannen- ÄÄ-aS' I b rum legen!
Unsere Jugend har es schwerer al> irgend- N2 Geschlecht vor ihm: es hat das ganze Leid •v-Xf 6 ri t-rnnrtt itnK hti* rtrtnif* Uli rüde r. er
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bdrenoMulti.ä bringet erh. Mik: ?> f-oränlaufrolrtir-
Blälter mitteilen, soll die und die Eremitage auf
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Der Abtransport der deutschen Utfaugtnen aus dem mittleren Sibirien
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iToftotf machte Hauptsache ist, daß untere Ge- itngenen aus dem Sowjet-' und Pufferstaatgebiet fNftün5 sind. Tie russischen Befatzungstruppen sind tr& der Mandschurei verschwunden. Ehincsilche nnb foponische Truppen beherrschen die Lage. In Etatbin ansässige Deutsche bereiteten unseren
dtmt nun endlich in Fluß zu kommen. Bisher Mdeisprachen sich die Nachrichten. Ein ans Kansl — -wischen Krasnojaesk uno Baikal-See — im Mn b. Js. geflohener Offizierstellverireter be
I rihtete, von einem Abtransport unserer llfafange- j ugt ser noch gar keine Rede und zwar seien es
fb. Rüdesheim, 14. Dez. Wie biejtflf * auberhöyle
Wolsssft lunghalnig, eniht Wiederbringn loünuufl. ftarl Laog-SöuS.
Hühnersii sofort »u miettnr mlll) BüritM
mals wäre der Platz vor der iKinhe. Nock mehr zu begrüßen als dieses Projekt wäre es, wenn man dem Gedanken der Anlage eines Del denhaineS nähertrelen würde, wozu in dem hiesigen Zanthierspark rtdit gute Vorbediw gunqen gegeben sind.
Hessen-Nassau, Der NleDenvald auf Abbruch.
werden. Auch die Zahnradbahn nad) Aßmans Hausen ist bekanntlich auf Abbruch verkauft worden; das Material der Rüdesheimer Strecke hat die Stadt angetauft.
Xtt* Stadt und Land.
G i e ß e n, den 18. Tez. 1920.
Weihnachten und Kinderbuch.
k'iine edleren und aufrichtigeren FneundealsdieBücher. Aussen Wei l>- nrchtstischdes Kindesgehörlauch ein ß itcs Buch unter den Tannenbaum!
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abcodö 8l/i li
** Die naturwissenschaftliche Ad- eitung der Oberhes fischen Geseil- chaft für Natur- und Heilkunde hat
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■ amitfdx Äommunisten, die an der Eiiendahn als U galizewigane tätig feien, welche die Abiabrl hin» ■ ittien, flüchtende Deutsche abfingen und in das ■ v^ger zurüabrächten. Später verlautete durch emen * i:jdb aus Atens k entflohenen Offizier, daß Ende 1 Hili cm Vertreter des internationalen Roten ■ LaeuzeS tn Kansk den Gefangenen die Versicherung I. .-geben habe, daß daS Lager östlich Krasnojaesk f ch vor dem Winter über Wfadiwottock ab trän»»1 > nähert werden sollten. Tas bat sich mm be» ; ß iligt. Hauptmann Wilhelm M Lein
-reibt arm 24. Oktober d. Js. aus Eharbin ; Mandschurei), daß er dort mit einem ii>m unterstellten Transport von Deut-
I yen, Defterreidxrn und Ungarn aus Äansk --.gekommen sei. Eine Liste der Transportange- farigen sn nach Deutschland abgegangen. Wann lerdmgs die Gefangenen in Teutschiand ern- . nassen, steht noch nt<fa fest. Seil Mitte Oktober | iqj der aus Güterwagen bestehende Transportzug 6 in Chardin fest imd wartete aus Behebung der Schwierigkeiten, welche die chiiresischc Ei>nbahn- „awaltung bezüglich der Weiterfahrt nach Wladi-
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Ein Stücklein vom alten «ießener Bürgermeister Bogt.
Ein Leser schreibt uns:
Ein Mann von altem Schrot und Korn war der alte Gießener Bürgermeister Vogl, tlug, sparsam, aufrichtig bis zur Dervbett, aber einer, der das Herz auf dem rechten Fleck hatte. Das nachstehende Stücklein, das er um das Jahr 1860 lieferte, ist einzigartig. Es bat den besonderen Vorzug, durchaus wahr zu fein. Von verschiedenen alten Gie- jener Bürgern, die Ohrenzeugen waren, mürbe es dem Erzähler um das Jahr 1876 mitgeteilt. Der alte leutselige Grotzherzog Ludwig III. besuchte damals Gießen, wo er von der Gemeindevertretung zu einem Festessen in das Rathaus geladen wurde. Als die Speisenfolge erledigt war, erhob sich Bürgermeister Vogt, nahm Stock und Hut und sagte: „Adjes, Königliche Hoheit!" — „Nun, nun, Vogt, $$ogt", sagte Ludwig III. (der die Worte immer kurz hervorstieß), „was ist los?" — „Königliche Hoheit, wann Saj so e ah Id Brvmmeloeppe de Heern (— daheim) hätte, ginge Se nach heem!" roar die prompte Antwort Der Großherzog lachte Tranen. — A. R.
st>. Gelnhausen, 16. De, In Alten- mittlmr wurden einem Papiergeld ha mste- rer 15 000 Mk. Papiergeld aus einem geschlossenen Kasten gestvhlcii
fb. Fran kfurt a. M., 16. Te-. Augen blicklich weilt hier eine froi^ösische MüitarkomMission, die eine genaue Aufstellung aller im Be reiche des ehemaligen 18. Armeekorps sich itodi cm haltenden und freiwillig in Deutschland her blicbenen fran»ö si s chen Kriegs-, und Zivilgefangenen verlangt.
fo. Nierstein, 16. T». Zur Behebung bcrfi'artofjelnot verfügte bte Bürgermeisterei, daß md der hiesigen Gütevabfertiming keine Kor rostcln an die landwinschastliche Zentralgenossen- schaft zur Verladung kommen dürfen, bevor nicht vom Austiefcrer der amtliche ytactnveis erbracht ist, daß von dem Erzeuger eine bestimmte Menge an die Gemeinde ober an hiesige Privatleute ab geliefert wurde.
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eigentlich fchöpferischen Taten dieser Kirnst sind ram die neuen GedantengLnge, diesie hinausträgt, die neuen Einstellungen zu den Dingen, die sie vertritt. Sie führt eine neue Produktivität herbei. Das Geschaffene an sich wird wertvoll im Gegen- atz zur Natur. Die Arbeit an sich fall ein Wert werden, die Kunst an sich soll ein Wert werden. Daher bemühen sich die Künstler nicht mehr, ihren technischen Stoff (z. B. Holz), zu verleugnen, ondern lassen auch ihn zur Geltung tommen, wenn es fein muß auf Kosten der Darstellung. Daraus entsteht eine neue Sachlichkeit. Nicht der Inhalt (Kulturwerte, Anekdotisches) ist dasWesent- Uche, sondern die g-orm, die Linien uno Farben an sich und in sich. Das Bild will als Gebilde gewertet fein. Cm reiner Sachstil in Architektur und Kunstgcwerbe wächst heran. Mit diesem Sach- lil geht Hand in Harte» das Streben nach Vergeistigung des Srchdaseins des modernen Lebens. Alle Dinge sollen ihren Wert im Bewußtsein finden. Ällles fall gestaltet werden, daß es bewußt ge- ehen werden muß. (Geräte des Tages, Bahnhdfe, Fabrikm). Die Mchternheit technischer Konstruktion muß zum Wimder für das Äuge werden. Daneben gilt es, dem arbeitenden Menschen den Siim und Zusammenhang feiner Arbeit klar zu machen, Lanz gleich, wo und was er arbeitet. Handwerkliche Ärbete statt mechanisierter ist die Forderung, die für albe Berufe gilt. So entsteht als Letztes und Höchstes ein neues vergeistigtes Wollen, aus der impvesschnistisch ausgelösten Kultur zur Zusammenfas'una des Lebens, zum System, aus der Bewußtlos!geeit zur Bewußtheit. — Der Vortrag war von einer Anzahl von Lichtbildern begleitet, die die Ausführungen des Redners überzeugend erläuterten. Der Verein der Gießener Kunstfreunde hat sich durch die Veranstaltung dieses Vortrages ein großes Verdienst erworben.
Landkreis Gießen.
x W i e s e ck, 16. Dez. Zum letztenmal im alten Jahr versammelt unsere Volkshochschule einen großen Teil ihrer Hörer und Hörerinnen nächsten Montag in der Reihe von Dr. Rein über „Volkstümliche Sinn ft". Der Abend fall uns die Kunst des unter gegangen en Pompeji Stilen, nachdem uns die bisherigen Abende, unterstützt von trefflichen Lichtbildern, nach Aegypten und Mesopotamien, Jerusalem und Griechenland geführt haben. Heute beendigte Schwester Mar re Nagel einen sechswöchigen Kursus mit den nächste Ostern zur Entlastung kommenden Mädchen unserer Volksschule über SäNg- lingsfürsorge. Der Unterricht sand Don^ nerstags statt in zwei Abteilungen, je zwei Stunden von 1—3 und 3—5 Uhr und begegnete lebhaftem, z. T. begeistertem Jutereste der Kinder Die Schwester führt ihren Kursus an der Volkshochschule über Krankenpflege diesen Freitag und im neuen Jahre als erste Reihe nach den Ferien am 7. Januar weiter. Die Gemeinde hat aufs neue ihr Wohlwollen gegen die Volkshochschule bewiesen, indem sie zwei weitere elektrisch- Lampen m ihrem Saale an- bringen ließ. Er bot bei dem bisher am stärksten (bald 70) besuchten Kursus von Dr. Rein über „physische Erdkun de" in der letzten Stunde noch gerade Sitzplätze für alle Höver. Zur großen Freude zeigte Dr. Rein feiner Klasse am letzten Samstag die Lichtbilder über den Vulkanismus: man sieht auch hier, wie unsere Volkshochschule immer weiter tn die Gemeinde hinemwirkt, die auch Themen wie dem bei Begründung der Volkshochschule ausdrücklich gewünschten und jetzt m den Plan eingeitellten „Fragen der Erziehung"' (z. Z. 20 Hörer) mehr Verständnis entgeaenbringen sollte zum Wohl des zu mancherlei Klagen Anlaß gebenden heranwach'enden Geschlechts.
Kreis Alsfeld.
nu Nieder-Ohmen, 15. Dez. Auch unsere Gemeinde erhält nunmehr elektrisches Licht: sie wird an emen Hanvtleitungs sträng der Zentrale von Wölfersbeim angefcteoifen. Von Nieder- Ohmen aus findet bann die Vermittelung der Kraft- zufuhr an Nachbargemeinden statt. Gegenivärttg sind Mpnlsire und Installateure mit der Her' rimtung der Lickt am Äu se beschäftigt.
Kreis Büdingen.
2S. Ortenbera, 16. Dez. Eine große Weih- nachtshosfmrng wurde dem hiesigen Schneidermeister Friedrich Bauer und feiner Familie be ratet. Nach einer Mitteilung des Roten Kreuzes in Hamburg und der kirchlichen Kriegshilfe in Paderborn fall sich der seit 24. Juni 1916 vermißte So hn Otto Bauer noch lebend in Rufaand in einem Bergwerk befinden. Otto Bauer war feinmeit am Arm verwundet in russische Gefangenschaft geraten und hat bis heute an seine Ellern noch keinerlei Nachricht gelangen lasten.
Kreis Schotten.
Gedern, 14. Dez. Wie verlautet, beabsichtigt die Gemeinde die Errichtung eines schlichten Gedenksteines (Findling) zur Erinnerung an die gefallenen , Krieger unseres Ortes. Eine Marmortafel soll die Namen der Gefallenen tragen. Dec geeignetste Platz für die Aufstellung des Denk-
Bücherlisch.
— Hessische Biographie. Don den durch dic historilche Kvmmihion für den Freistaat Hessen foerabgegebenen Hessischen Biographien ist dieser Tage die ö. Lieferung erschienen. Wie bk vier 1912—18 ausgegebenen Hefte des 1. ®anbr-> enthält auch sie in ihren 28 von berufenen Mit ar beitem verfaßten Artikeln reiches Material zm politischen, Kultur-- unt- Familiengeschichte he< 19. Jahrhunderts. Von diesen sind 6 Dozenten der ^andesuniversität gewidmet (die bedeutenden Philologen Ludwig Lang und Dümmler, der Jurist Birnbaum, der Physiker Bammmer, der Mediziner Winther, der Hiswriker Osarrn). Daneben haben für Gießen besonderes Interesse Superintendent Simon and der Kirchberger Psarrer Klingelhösfer. Von den übrigen Persönlichkeiten, deren Lebensläufe an uns trorübetrieben, seien angeführt bei Mainzer Bischof Burg, die beiden Iwrnponisten Mangold und Peter 9)£filier, ber politische Agitator Ferdinand von Löhr, der Sprnchvhllosoph Sturz, die rcichbegabte Dichterin Luise von Plönnies, der Offizier von Weiershausen und der Schöpfer des Naul-cimer Parkes und des Frankfurter Pal- mengartenS, Heinrich Siesmayer. Und welche Fülle bemerkenswerter Ernzelheiten aus den verschiedensten Gebieten werden uns in diesen 28 Attikcln teils zum ersten Male geboten, teils in die Erinnerung zurückgerufen. So hat z. D. Pfarrer Klingel- Höffer zu Beginn des 19. Jahrhunderts mehr als 600 Kinder mit der Lanzette gegen Pocken ge impft, bis die Sache den Aerzten übergeben werden konnte. Nur um einiges anzuführen, sei weiter erinnert an die intevesianten Erlebnisse von Wei tershausens und Klingel Höf fers in den napoleonisch,m Kriegen und an die von Löhrs im badisch- hessischen Ausstand 1849, an die 1866 drohende Verlegung der Universität nach Marburg oder Framsurt, an die bedeutenden Theorien S tmtz vom Ursprung der menschlichen Sprache und Kultur und an die vielen gartentechnischen Schöpfungen Siesmayers. So bringt auch dieses neue Heft jedem etwas und ist vorzüglich geeignet, die Liebe zur Heimat zu pflegen: den Alten weckt sie die Erinnerung an vergangene, liebgeworrnene Zeiten und Menschen, der Jugend bietet sie leuchtende Vorbilder für das eigene Streben und Wirken. Hoffentlich gibt der reiche, gediegene Inhalt in Verbindung mit dem bei der jetzigen Teuerung billi gen Preise (22.50 Mk. der Band, 4.50 Mk. das ycit und bei Vorausbestellung eines vollen Bandes 3.60 Mk.) manchem Beranlässuna, die Hessischen Biographien fernen Lieben unter den Weihnachts« bäum zu legen.
Vermischte».
Einwohnefwehr und Verbrechertum.
Berlin, 17. De^ Wie der Berliner. Lokal- anzeiger aus Mandeburg meldet, überfiel in der Nacht eine stark bewassnerc Bande von acht Mairn die Gemeinde Rodenkamp bei tzelmstädt Tic Bande versuchte ein Bauerngehöft auo^uplündem, wurde aber von der Eim^o Huer wehr verjagt.
Das deutsche Volk muß sich immer mehr toMrt gewöhnen, der Armut fest ins Auge zu Ucken: es muß ihre Folgen in Genuß und Arbeit, in Lebensführung uno Bewegung, in Nahrung uno Kleiduna auf sich nehmen. Auch der Leihnachtstisch unserer Jugend wird kahler imb dürftiger gedeckt fein als in vergangenen Jahren faßeren Wohlstandes. Aber gerade in Zeiten btt Ennut lernen wir auch die geistigen Güter und bat seelischen Werte höher schätzen, es gibt gerade im der Not unserer Zell einen neuen .Reichtum: mrerliche Freude an geistigen schätzen. Und tn gibt es größere Schätze und höhere ©fiter md schönere Freuden als im deutfcken Buch? Bag uns die Nacht der Gegenwart vieles ae- Mrmrnen und geraubt haben: Ine Märchen der »rüoer Grimm, die deutschen Klnderlieder, ^r Lrgen-- und GeslÄcktenschatz unseres Volkes, die äctfe unserer Dicfaer siick» uns gebheben. L a ß
— vor ihm: es hat das ganze Lech
te.’ Krieges tragen und die ganze Unruhe i-er iMen Jahre durchleben müssen. Sie trägt viel ’tiben Ernst, viel Leid unb Sorge in ihr zu- kumtiges Leben. Wir müssen Lichter der Freude in den juaerchlicken Herzen anstecken, die Wärme unb Wohlsein verbreiten; wir müssen unfern Kin- ton Freunde schassen, die sie mit reiner Haird terchs Leben und den Alltag begleiten. Es gibt
'ogen Rußland, mll der Front nach Deutschland starke über Augustow xurückgxchendc russ sche Slo* | innen hielt eS auf, doch wurde es schließlich
»n Westen und Norden selbst umfaßt und über» inrnt. Nach tapferster Gegentvehr fiel der Kom- icnbeur, Hauptnuom Sttern, unb etwa 180 Mann ti dem Versuchs sich zu dem eigenen Regiment ^ichzuschlagen, in russische Gefangenschaft. Tie ?Tcibne des Bataillons wurde, nackchem Augustow :yn den verfolgenden Teutschen genommen war, .'itter einem Berg von Leichen, darunter der Fast- untträger gefurchen. Ehre diesen Helden!! Rc- iiment unb Tioision, zu denen das Bataillon ge» h^rte, waren im Augustonxr Forst selbst durch r«t überlegene Kräfte in der rechten "Flanke an» griffen worden und konnten dem Bataillon keine jtlfe bringen. So kam Hauptmami Klein tn ft» nnischc Gefangenschaft, ^nächst nach Ehaborowsk un äußersten Osten, dann nach Kansk. Hter war n, geschützt von lernen Mitgefangenen, lange Lager- ’ntmantxmt, bis er von einem ungarischen Kvm- anmiften verdrängt wurde und selbst in die aller» ihiunmftc Lage kam. Toch davon wird er uns Lxälb hoffentlich selbst erzählen, und dabet berichten, r« eS kam, daß die Bolfchewtsten »ur Rückführung bei gemischten Tarn Sports um die halbe (fibe mi den bewährten Offizier zurückgriffen.
Ein erfreuliches Zeichen der Gerechtigkeits- liabe unserer jeßigen deutschen Machthaber ilt es, X13 Klein im Heeresdienst verbleiben kann. Sidxr- -ch wird er auch für das ihm durch lerne unver- cfalbete GefangensclMft Entgangene und Verlorene ^rechend erttschädigt werden.
ten und dieses ergänzte sich Wicker mit Blau zu reinem Weiß. Mll Hilse des Apparates wurden bte Grundlagen der Ost Wald sch en Farbenlehre demonstriert, inSbes. auch die Syttthese von hell- klaren (reute Farben und Weiß), dunkeMaren (reine Farbe und Schwarz) wtd trüben Farben (reine Farbe und Grau) ausgeführt. So wurde z. B durch Mischung von Orange und Schwarz und Weitz das trübe Braun hergestellt, während Orange Schwarz allem nut ein ,Hunkclklares" Ot . . aber kein Braun ergab. Die durchlässigen Spiegel (vom Vortragenden selbst tbergefMtt) waren dadurch gekennzeichnet, datz au! einer Glasplatte ein Silder- befag m Form eines feinen Netzwerkes (RasterS) angebracht nxrr. Vorttagender nennt einen solchen Spiegel „Rasterspiegel". — In der zweiten Versammlung tut großen Hörsaal deö physikalischen Instituts sprach Profel'sor Dr. W. König vor einer sehr zahlreich erschienenen Hörerschaft unter Vovfage eines reichen DemonstrattonS- materials und mit Vorführung mannigfacher Versuche über Ostwalds Farbenlehre. Ter berühmte, vielseitig veranlagte und tätige Leipziger Gelehrte ist seit einer Reihe von Jahren damit beschäftigt, eine genaue, stets reproduzierbare Farben- skafa mit eindeutiger Kennzeichnung jeder einzelnen Farbemmanee zu schassen. Er ist dabet im Gegen- fatz $u der älteren Far beut ehre, die daä Zustandekommen der Empslndung dunkler Farben und des Schwarz auf die Herabsetzung der Helllgkell zurückführte, von dem Stwidpunkte der Hermgschen Jarbenlefjre auSgegangen, der in jenen Empnn- dungen die Wirkung einer spezi.^chen Schwacz- empsindung erblickt. Nach Ostwald wird bemgemäß jebe Farbe charakterisieN durch ihren Forbwn und durch ihren Gehalt an Weitz und an Schwarz. Zur Destimmimg des Farbtones hat Ostwald durch Mt- faiung aus acht bestimmten reinen Anilinfarben einen Jatdenkreis heraeftellt, der sich mit hundert Stufen über Gelb, Rot, Purpur, Lwlett, Blau, Grün bis zurück zum Geld erstreckt. Icker Farben- ton atrb nach seiner Stellung in bic|em Kreise durch eine zweistellige Zahl gekennzeichnet. Zur Bestimmung des Weiß- und SchwarzgohalleS hat Ostwald ferner eine von Weitz bis Schwarz sich erstreckende Graustala hergestellt, die 2o durch die Buchstaben des Alphabetes gekennzeichnete Stufen enthält. Jede beliebige Jarbenuance ist allo stets durch die Angabe einer zweistelligen Zahl und zweier Buchstaben genau bestimmt. Tic Verfahren zur Bestimmung dieser Merkmale sind von Ost- ir iQ) genau ausgearbeitet worden und wurden besprochen und vorgeführt. Ostwald hat seine Lehre in zahlreichen Verösienllichungen nickergelegt, einersells in wissenschaftlichen Werken, andererseits in allgemeinverständlicher Form in der Aarbenfibel und der FarÄmlchrlle; betbe Werke smd mit zahlreichen Mustern ,einer Farbnorm en ausgestattet. Er hat ferner zwei große SammlMu- gen seiner Farbnormen benutSgegeboL ten bSU „varbeit umfassenden „Forblörper"' und den großen „Farbenatlas", der fast 3000 Farbentöne mit bet genauen Ostwalöschen Kennzetchnung enthält. Zum Schluß wurde die Anwendung dieser Farben mm Studium der Gesetze der Farbenharmonie besprochen und auf die Bedeutung dreier Ostnxlld- schen Arbeiten für Malerei und Drnstgeweroe hin- gen-teien. — Tie Gesellschaft hat sich die Verbreitung naturwissensckMtlicher Kermtnrhe tn weiteren Äteiien zu einer ihrer Aufgaben gemacht Tic Beran stal tun gen sind zum Teil öffentlrch uro Gäste dabei willkommen, doch ist es in Hmsrctt auf die großen Aufwendungen der Meifang drin
gend erwünscht, daß chr möglichst viele Interessenten als Mitglleder dellrelen.
** lieber Kunst unb Kultur der Gegenwart sprach am Donnerstag abend im Verem der Gießmer Kunstfreunde Proi. R. Hamann <nte Marburg. Eindringlich und zwingend führte er die Hörer in ten Ideenkve,S der Kunst der lüngstcn ®ergangenbrü ein, des fag. Expresiw- nismus, dessen Vertreter durch die scheinbar- Wlll- kür der äußeren Formen ihrer Werke ja daS bekannte Aufsehen zu erregen pflegen.,Daß eS dabei Hamann viel weniger um diese äußere Form zu tun war, sondern daß es chm galt, durch die Zeitlichkeit dieser Form zu den Ewigkeitswerten der inneren Triebkräfte vorzudringen, ist für jeocii selbstverständlich, ter den feinsinnigen Verfasser der mehr als nur kunstgeschichtlich aufschlußreichen Geschichte ter deutschen Malerei des 19. Jahrhunderts kennt. Ter Expressionismus üt nack Hamann bte Reaktion gegen ten sog. Jm- vrrsswnismus, d. h. aber nicht nur gegen eine Mal- w'ise, sondern gegen die Kultur der Zeit, in ter dies: Malweise Herrsckste. Der Impressionismus verlangt ■?men passiven Betrachter, der sein Auge Ireichcln läßt, er löst die Bildfläche auf in ein Netenemanter von Farbigkeiten, er rst das Gegen^ teil von Monumenfalität (Siebermann). Er hat bezeichnenderweise femc Archllektur. In der Literatur herrscht das Aphoristische. Der Exprefsionis« mus erstrebt dagegen Wirkung auf das Leben, er will straffen Aufbau, Zusammenfassung ter Bild- läche, System, Typen, Monumentalität. Er bat »eshalb auch cme Archllektur (Pölzig, Taut). Die
ihre durch den Krieg behlliderte Tätigkell wieder ausgenommen. In diesem Semester saiiden bis letzt zwei Versammlungen statt. Ber der im phy- wlogischen Institut tagenden Hauptverfammlung pruch Professor Dr. Küster Über „Seltorial geteilte Früchte und Bi-arria". Ter Vortragende lenkte dre Aufmerksamkeit auf einige Acpfel, bte dadurch ouifielen, daß sekwrenarttge Amelle ter Schale abweichende Beschasfenihell erkennen heben: eine Wintergoldparmane zeigte einen Sektor, ter Dfa Schalenbeschaffenhell ter grauen Herbstreinette befaß. Ter Vortragende warf die Frage auf, ob bei Aepfeln dieser Art ein ähnliches Phänomen vorliegt wie bei der „Dizarrfa" der Agrumi (Ei- trus-arten), einer früher teljr geschätzten Anomalie der Orangefrüchte, deren Schalen sekwrenweife tee Merkmale verschiedener Arten auirocien. — An- ckließend daran führte Herr Prioatdvzent Dr. Fe ul gen feinen neuen Farbenmisch- apparat vor. Mit Hilfe durchlässiger Spiegel wurde das Strahlenblmd:l^ das von einem Projektionsapparat geliefert wick, nach dem Austritt aus dem Objektiv in drei gleiche Teile geteilt, o daß auf ter ProjcktionÄeinenxnid drei gleich helle nebeneinanderliegente Kreisflächen erschienen. Turch Vorschalten von gefärbten Glasern wurden die weißen Streife gefärbt und die Farben konnten nunmehr durch Schwenken ter durchlässigen Spiegel gemischt wecken, wobei die Streife teilweise oder ganz zur Teckmig kamen. Als Grundfarben mürben rot, grün und blau gewählt, und Vortnagenter zeigte, daß man in der Tat aus diesen drei Grund- arben alle vorkommenden Farbtöne mischen kann; o wurde aus Rot unb Grün ein reines Gelb erchal-
rttrchllche Nachrrchten.
Evangelische Gemeinde.
Sonntag, den 19. Dezember. 4. Advent.
Inder Stadtkirche. Storm. 9«/»: Pfarrast. Ramge. Nackm. 23/<: Weihnachtsfeier d. sVtnber* kirche der MatchLusgem. Psr. Mahr. 4V<: Weih' natfrtofeier d. Kinderkirche b Mnrkusgem. Ptt. Becker. — Mittwoch 22. Dez., abds. 8: 2Betb- nathl5feier b. Konsirmandenoereinrgg. b. Mat lhäusgem. — In terJohanneSkirche. Vorm 9‘/g: Pir. AuSteL 11: Klnderkirche f. d Iohannes- gem Pfr. Auä:e2>. Nachm. 3: Weihnachtsfeier f. b. Kinderkirche d LuMgem. Pfr. B.chwISHeimer — Freitag, 24. Tez., nachm. 3: Weihnachtsfeier V d. Kinterkirche d jolxrnncfaem. Pfr. Ausfeld 4: Milllärgottesdienst. Pfr. Austeld. — Wies eck 19. Tez. Vorm. 10: Gottesdienst. — Sonntag, 19. Tez. Storm. 10: Kirchberg. — Nackmi. ly«: Mainzlar.
Katholische Gemeinde.
Samstag, 18. Tez., nachm'. 5 n. abdS. 8 Uhr: Gelegerch. z. bl. Beichte. — Sonntag, 19. Tez. 4. Adventssonntag. Vorm. 6%: Gelegerch z. hl. Beichte. 7: Hl. Messe. Kornnnm d. Jung^ freuen. 8: Austlg d. hl Kvmmun. 9: Hochamt m. Pr 11: Hl. Meße m. Pr. Nachm 2: Sakramental. Bruderschaftsand. — Ztatho l. Go ttes- d len st. 19 Tez. Hungen VilO, Lich 1/»8 und Vr3 Uhr.
Im Hinblick auf die kommende NrfihiahrSbe- iteQunn fei auf die Bedeutung der Skickftoffdünaung für die Erzielung einer ausreichenden Volkser näbnma bingewiefen. Was den Bezug von Stick- iiondüngemlnel betrifft, fo machen tuit auf die in unserer beuttgen Ausgabe enthaltene Anzeige te» Siickitost-Tyndtkat- G. m. v. H., Berllu, aufmerksam.
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__ tilcrrffieren, daß Hauptmann Klein ein geborener MiiiwochIJ >riebberger ist, Sohn des verstorbenen dor- f-dtvarzer \ i^en Professors Klein Er stand in Mörcklligen loten, übwfai n Lothringen und war zu Beginn des Krieges flute ötlobtuii Ummanbeur des 1. Bataillons 4. Wests. Jnf - 020983 gelttttfctj 11 LztS. (Goas Barfuß) Nr. 17, dessen Ches Lud-
1 btoimer Htn» . ! tig IN. und später unser Grotzherzog Ernst Ltck- «laeehandiekk II ttafl war
Q°bmcbenflCn Hauptmmvi Klein wurde tn ter Winterschlacht
Stlltthii'ii ! K Masuren am 16 Februar 1915 unter den U—nfiiT~ hienvollsten Umständen gefangen genommen. Das
hOP ill l 1 Armeekorps bildete ten äußersten linken Flfi-
uvlllol UM cd ber Heiden deutschen Armeen und sollte, vom
auf den Ram«.» letten her vorgehcnd, den Russen den Rückmarsch 68renb^iQuliLle HM r»n Augustoio auf Grodno verlegen Das zu 'vriWheT erfl diesem Ärmeekorvs gehörige 1. Bataillon 17 er» ,kickte alS vockerstes mich die genannte Straße, ks modite zahlreiche Gefangene und sandte diese inrüd. Es ging bann gegen Augustow vor bis int die östlich ber Stadt gelegene Straßenbrücke
Deshalb tedm
GeschaltsinbafaftiÜ! _ . .. _
Rjfa ooi <>,M v-yib5leutcn eine freundliche, sehr giastsreie Aus- m k '^Ti:: I =ibme. Tie Rote-Kreuz-Derttetungen taten ihr ™*t*r -----
f<t>l»ifen.dildii!iis»tz^ neianbl.TiMrtiloihZ, fache. Stör. Ws 021081 an ben
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