Die Lage in Italien.
Mailand, 17. Sept. (Wolff.) Gestern nachmittag trat der Rat des Bandes der Jnbustriellen zusammen Es waren über 200 Delegierte Mrwesend 20000 Unternehmer waren vertreten. Tre Frage der Kontrolle der Betriebe durch die Arbeiter wurde eingehend erörtert. Die Versammlung nahm eine Tagesordnung an, welche befaßt datz'die Kontrolle nicht die Beherrschung einer Klasse durch die andere bedeuten dürfe. Die zweite Tagesordnung verlangt, daß vor der Vornahme der Kontrolle die Räumung der von den Arbeitern besetzten Betriebe erfolgen müsse. Der Präsident, des Bundes der Industriellen begab sich nach Rom zu einer Besprechung mit Givlitti.
Anatole France.
P a r i s, 18. Sept. (WTBH Wie der „Motin" meldet, ist Anatole France schwer erkrankt.
Dänische Butter.
London, 17. Sept. (WTB.) Die „Times" meldet: Die britische Regierung hat mit der belgischen und deutschen Regierung beim Ankauf dänischer Butter zusammen gewirkt, um den Preis für Verbraucher in jedem Lande so niedrig wie möglich zu halten-
Hölz geflüchtet.
Berlin, 17. Sept. (Wolff.) Wie das preußische Ministerium des Innern mitteilt, ist der flüchtige Kommunistenführer Hölz aus der Tschecho-Slowakei über die österreichische Grenze entkommen
Auerbach i. V., 17. Sept. Ter Freibeuter Max Hölz taucht wieder auf. Am 9. d. M. erhielt der Verleger der „Vogtkändischen Nachrichten" von Hölz, der im Frühjahr d.L. nach dem Kavp- Putsck jnit seiner Bande im Vogtlande herrschte, einen in Falkenstein zur Post gegebenen Drohbrief, worin der Bandenführer erklärt, er werde ihm in kurzer Zeit sein lebhaftes Interesse an dem Prozeß gegen die Vogtlärrdischen Kommunisten und für seine „Verleumdungen" seinen persönlichen Dank abstatten. Auf Grund dieses Drohbriefes zog die sächsische Regierung bei der tschechischen Regierung Erkundigungen cm und erhielt die Bestätigung, daß Hölz vor einigen Tagen aus dem Sanatorium geflüchtet sei. Tie sächsische Regierung vermutet, daß sich Hölz in der Falken- steiner Gegend verborgen hält, und traf älleS icher- heitsmaßnahmen zu seiner Festnahme.
Aus dein Aeiche.
Die Zwangsanlrihe.
Berlin, 17. Sept. (Wolf.) Bom Finanzministerium wird zu den Presseäußerungen über ehre geplante Zwanasanleihe erklärt, daß unter den Möglichkeiten, die erwogen würden, um der Frncrnznoh ziu begegnen, sich auch die Zwangsanleihe befinde. Ein posittves Resultat sei aber noch nicht erzielt worden.
i Freigabe der Zucke «-wirtschaft.
Berlin, 17. Sept. (WTB.) Jin Unter» Ausschuß des Reichswirts ckaftsrats für Landwirtschaft und Ernährung, oer sich heute mit der Zuckerwirtschaft beschäftigte, erklärte ein Vertreter der Regierung, daß im Wirtschaftsplan bereits die Freigabe der Rüben- inü> Melasse- wirtscfeft vorgesehen sei und daß die Freigabe der Zucker wirt schäft im Herbst 1921 angestrebt werde. Die jetzige Mehrerzeugung solle der Bevölkerung zur Verfügung gestellt werden. Die Industrie müsse mit der bisherigen Belieferung aus der Jnlandwirtschaft ausLommen oder sich selbst aus dem Ausland besorgen. Der Unterausschuß nahm schließlich mit 13 Stimmen bei einer Stimmenthaltung eine Entschließung Dr. Rösickesan, in deres heißt: Es ist grundsätzlich die Aufhebung der Zwangswirtschaft, nötigenfalls unter Schaffung von Sicherungen in Bezug auf die Preisgestaltung der Zuckerbestände aus der alten Ernte 1920 zu dem frühestmöglichen Termin anzustreben. Aus der Rübenernte soll der die bisherige Ra'ion übersteigende Betrag zur Versorgung der Bevölkerung als Munfe- und Einmach- Äucter verwendet werden. Die Zucker verarbeitenden Industrien sollen das Recht erhalten, ihren Mehrbedarf durch Einfuhr zu decken. Es ist nicht zu vermeiden, daß der Zuckerpreis zur Sicherung eines verm.-hr'en Rübenanbaues und späteren Er- hölnmg der Zuchrerzeugung erheblich erhöht wird. Die Zuckevausfuhr hat zu unterbleiben.
v Holzwirtschaft.
Verl in, 17. Sept. (Privattel.) Ter Reichsfor st Wirtschaftsrat lehnte laut Meldung des „Berl. Lokalanz." auf seiner Ta- prng in München die von seinem Ausschuß be- ch'ossene Sozialist'rung der deutschen Holzwirt- chaft einstimmig ab.
Die Reichstreue Bayerns.
Bamberg, 17. Sept. (WB.) Anläßlich der Landestagung der bayrischen Bvlksparter in Bim- berg dielt Ministerpräsident von Kahr eine längere Rede, worin er u. a. ausführte: Innere und äußere Feinde, vor allem auch Feinde des Reichs, sind emsig an der Mmreoarbeit, immer wieder den Teufel dec Felonie und seperatistischer Bestrebungen Bayerns an die Wand zu malen. Wenn ich dazu ein Wort sagen darf, so t<nrn ich es zunächst nur eine Wiederholung meines freudigen, rückhaltlosen Bekenntnisses zum einigen Deutschen Reich sein, wie ich es bereits an anderer Stelle abgelegt l>abe. Wir wollen gute Bayern und gut.' Deutsche sein, in guten wie in bösen Tagen. Ebenso fest wie meine Treue zum Reich stell auch meine Ueberzeugung, daß das Reich nur föderalistisch sein tarnt oder es ist überhaupt nicht Föd'ral'snus ist nicht gleichbedeutend mir Partikularismus und bedeutet keine Schwächung des Reiches. Wir verlangen den föderalistischen Aufbau d-s Reiches in allererster Linie, »veil rott darin eine LebeysnotwendigVeit für das Reich sehen, im Int resse des Reiches, und wenn diese Forderung in Bayern mit besonderer Zähigkeit erhoben wird, so sehe ich darin einen Beweis dafür, daß die Sorge für das Reich in Bayern totefer lebendiger ist und bah dis Reich in Bayern ferne besten und treuesten 5■)./.!? hat.
Die Rc ichstt' gsnachmah en in Schleswig-Holstein uni) Ostpreußen.
Berlin, 17. Sept. (WB > Das Reichs- fa binett nahm in seiner letzten Sitzung zur Ans tzung von N a ch wa h l e n zum Reichstag in Schleswig-Holstein und Ostpreußen
Stellung. Die Hinausschiebung der Wahlen, vis die Wahlen in ObersÄesien statt finden können, scheint bei "der Unsicherheit des Abstimmungstermins für Oberschlrsien nicht angebracht. Ta- gegen ist der Wahltermin tobft noch nicht angese^, wäl bei der herrschenden Wahimüdigleit tratet feiL? bet Parteien mich Möglichkeit versucht werden soll, die Wahlen in Ostpreußen und Schleswig-Hvlit^m gemeinsam mit den Wahlen zum poeußischen Landtag stattsinden zu lassen. Gemeinsame WM en zum Reichstag und Landtag haben bereits bet den letzten Neichstagswahlen in einer R.ife deutscher Länder sich durchaus bewährt. Eine Voraus) etzang für die Zusammenlegung ist es, daß dadurch Beine allzu wesent.iche Verzögerung der Wahlen in Ostpreußen und Schlcswig-HolItein sfattsindet. Die Rcichsregierung wird deslMlb, bevor die enbgü.® tige Entscheidung getroffen wird, abwarten, welchen Abschluß die zur Zeit in der Schwebe be- sindlichen Verhandlungen über den Z-.itpunkt M Wahlen in Preußen finden.
Aus der Deutschnationalen VolkSpartei.
Darmstadt, 17. Sept. Der diesjährige Parteitag des Hess. Landesverbandes der Deutsch- nationalen Volksportei (Hessische Volkspartei) findet am 9. und 10. Oktober inDarmstadt statt. Staatsminister Dr. H e l f f e r i ch, M. d. R., hat sein Erscheinen zu dieser Tagung zugesagt und wird über die politische Lage sprechen.
Aus der sozialdemokratischen Partei.
Berlin, 18. Sept. Die Mehrheits- sozialisten des Magdeburger Bezirks beschlossen, dem sozialdemokratischen Parteitag in Kassel den Antrag vorzulegen, er möge erwägen, die sozialdemokratische Reichstagsfrak- tion aufzufordern, alle parlamentarischen Machtmittel zu benutzen, um eine Regierungsbildung anzustreben, in der die Sozialdemokraten vertreten sind.
Sozialistenhfrrschast in Berlin.
Berlin, 17. S^N. Wie die Abendblätter erfahren, hat der Oberpräsident von Berlin, Dr. Maier, nachdem die beiden sozialistischen Fraktionen übereingekommen sind, die Äben beiden Bürgermeistern und acht Fach- öfen zu besetzenden zwanzig Stadt- ratsposten ausschließlich ober größtenteils mit $ arteigenoffen ohne Rücksicht auf ihre fachliche Eignung zu besetzen, dem Stadtvelordnetenvorsteber Dr. Weyl mitgeteilt, daß die von der Stadtverordnetenversammlung zu wählenden besoldeten Magistratsmitglieder nach der Städteordnung durch juristische, wissenschaftliche oder technische Vorbildung oder ausreichende berufliche ober praktische Kenntnisse zur Uebemahme eines solchen- Amtes befähigt sein müssen. Tas Amt eines auf 12 Jahre gewählten Stadtrats sei nicht mit bem eines politischen Staatsbeamten, Landrats oder Polizeipräsibenten zu vergleichen. Wenn den gesetzlichen Srforbernificn nicht entsprochen werde, müsse dies die Bestätigung beeinflussen.
Kommunistische Enttäuschung über Rußland.
Berlin, 18. Sept. In einer Ver- sammlunginSachsen sprach der frühere Reichstagsabgeordnete Rühle (Kommunist) auf gründ seiner Erfahrungen bei seiner Reise durch Rußland im Tone tiefster Enttäu- schungvonRußland. Man habe dort ein Haus ohne Fundament errichtet. Der wahre Sozialismus könne dort überhaupt nicht entstehen. Man hungere entsetzlich. Der Arbeitszwang sei mehr als lästig.
Hus dem besetzten Gebiet.
Ludwigshafen, 17. Sept. Der Schrifteiter I. Roth in Pirmasens wurde durch das ranz. Mllitärpolizeigericht zu 3000 Mk. Geld- trafe ev. 6 Monate Haft verurteilt, weil er das auf drei Tage verbotene „Pirmasenser Tageblatt" mit einem anderen Kopf, ,,Pfälzer Volksblatt", druckte und erscheinen ließ.
fd. Aus dem besetzten Gebiet, 17. Sept. Auf drei Monate sind die in München erscheinenden „Süddeutschen Monatshefte" und auf 14 Tage die „Rheinischen Nachrichten" in St. Goarshausen, für das besetzte Gebiet verboten worden.
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Aus Stadt rrnd Land.
Gießen, den 18. Sept. 1920.
lieber die Wohnungs- und Verpflegungsverhältnisse an deutschen Hochschulen hat der vom deutschen Studententag eingesetzte Arbeitsausschuß für Wohnungswesen, ber unter Leitung von Assessor Ko en en (Münster) verdienstvolle Arbeit auf diesem Geinte geleitet hat, ein Merkblatt öeröffenfidU, aus bem wir die nachstehenden Angaben der Preisverhältniise an den einzelnen Hochsdjufen entnehmen. — Tie mitgeteilten Preise smd Durchs dmitts- bzw. häufigste Preise, sie sind den Angaben ber einzelnen Wohnungsämter entnommen.
Abkürzungen: Z. = Zimmer, (m. M.) — mit Ntorgenfasste, (m. M. B.) = mit Morgenkaffee und Bedienung, d. h. in den angegebenen Preis ist die Bezahlung mit Morgenkaffee und Bedienung eingeschlossen.
Wir stellen vorerst aus dem NLerkblatt öte Angaben über Gießen und einiger Nachbarhochschulen zusammen. Es werden demnach verlangt:
Gießen:
Eins. Z. (m. M. B.) 40—55 Mk., besser Z. (m. M. B.) 60—80 Mk., Wohn- u. Schlafz. (m. M. B.) 90—120 Mk., Z. m. Verpfl. 275 Mk. Mittagessen: Studentenheim 2,50 Mk., Prioat- p'nsionen 3,50 Mk., Restaurant 6—10 Mk. Abendessen: Studentenlxim 2,25 Mk., Privatpensionen 3 Mk., Restaurant 9—15 Mk.
Da r m sta dt:
Eins. Z. (m. M. B.) 35 Mk., bess. Z. (m. M. B.) 45 Mk., Wohn- u. Schlafz (m. M. B>) 75 Mk., Z. m. Verpfl. 220—350 Mk. Mittagessen : Studeutenküche 1,80 Mc., Volksküche 2,40 Mark, Priratsp:istanstallen 2,50 Ml., Resaurant von 2,50 Mk. aufwärts. Abendessen: Studenten-- fücte 1,80 Mk., Volksküche 2,40 Mk., Priortip? isean stallen 2,50 Mk., Restaurant von 2,50 Mk. aufwärts.
Marburg:
Eins. Z. 40 Mk, bess. Z. 60 Mk , Wohn- u. Schlafz. 90 Mk., Z. m Verpfl. 350 Mk Mittagessen : Studentenküche 2,75 Ml Privativ iseanstal- ten 3,25 Mk., Restaurant 4,50 Mk. Abeirdessen:
, Stud. ntenküche 2 Mk., Privatspeisoanstalten 2,50 | Mart, Restaurant 3,50 Mk.
Veranstaltungen.
Samstag: Kampsspiele des ReichSwehrve«-' Menis, Spottplatz Trieb, Beginn 20z Uhr. Eafs Leib, 8 Uhr, Konzert und S3orHeilung des Medick-Meidinger. — Hotel Einhorn, 8>/4 Upr, Gastspiel BuchwaL». — Lichtspielhaus wie gestern. — Lichtspiele, Seltersweg, „Patience" und „Tie ggeheimnisvolle Bllla".
Sonntag: Kampffpiele des Reichswehrregi- ments, Beginn 9 Uhr, Gavnisonsckliw.mman stall: 2l/s Uhr, Sportplatz Trieb. — Oswatosgarten, Vergnügungspark. — Neue Aula, 5 Ulyr, Wohl- tällgkellsZonzett des Bauet scheu Ge^M'gt-e.cüis. — Cafs Leib, 8 Uhr, Koirzert und Vvribellung der Medick-Meidingerscher. — Siadtmission, Löber- stvaße 14, 8V2 Uhr, Erntedankfest. — Hotel Einhorn, 8V» Uhr, Gastspiel BuchwaD. — Lichtspieltheater wie gestern.
*
** Provinzialausschußsitzung. Am Mittwoch, dem 22. September 1920, vormittags 9 Uhr, findet im Sitzungssaal bxs Regierungs- gebätches zu Gießen eine öffentllche Sitzung des PWvmzvalaussdmises der Provinz Oberhessen mn folgender Tagesordnung skttt: 1. Kosten des Arbeiterrats, Friedberg. 2. Klage des Ortsarmenver- bands Gießen gegen den Ottsarmenverband Friedberg wegen Erstattung der Unterstützungskosten ixt Katharine Baumann Wwe. zu Friedberg. 3. Klage des Ottsarmenverbands Giefen gegen den Orts ar men verband Friedberg aus Erstattung von Unterstützungskosten des Johannes Schäfer 4. Ausbringung und Verteilung ber Kosten des ländeerwerbs für die Nebenbahn Alsfeld-Nieder- aula. 5. Verkauf von Gemnndegelände in Nidda an Rechtsanwalt Ramge und Oberbriefträger Konrad Hofmann in Nidda.
** Die Warenausgabetabelle des Städt. Lebensmittelamts ist im 915^eigen* teil unseres heutigen Blattes enthalten. Lei- der erfährt man «dort, daß der Zucker für Sep- tember noch nichlt eingetroffen ist.
** Marken-Ausgabe. Donnerstag und Freitag, 23. und 24. September, gelangen in den Bezirken die für Oktober gültigen Marken zur Ausgabe. Zur Vereinfachung des Geschäftsverkehrs sind die Mar«n auf einem Blatt gedruckt und müssen nach Bedarf abgetrennt werden. — Die Ausgabe von Vol'l milch karten findet Donnerstag, 23. und Freitag, 24., vorm. von 8 bis 12 Uhr, nachm. 2—6 Uhr, in den zuständigen Bezirken statt. Siehe Anzeigenteil.
** Ausgabe von Brennhvlz. Die Nr. 4 der aus gegebenen Hvlzbezugskar e wirdwaÄ- weise mit 5 Zentner Hart- ober Weichhvlz beliefert. Der Preis ist für den Zentner Hartholz auf 11 Mk., für Weichholz auf 9 ML. festgesetzt. Siehe Anzeigentell.
** Entwaffnung der Bevölkerung. Die nach bem Reichsgesetze vom 7. August 1920 abzuliefemden Mlli.ärwaffen wc-rdcm auf dem Stadthause — Zimmer Nr. 8 — wägend bet üblichen Dienststunden in Empfang gmommen. Tic Zahlung ber feslgesetzten Prämien erivlgt ebenda
** Ter Lahnkanal-Verein, E. B., veranstaltet seine außerordentliche Hauptversammlung Samstag, 2. Oll., nachm. 3 Uhr, im Hotel Großherzog von Hessen.
** Zic staatliche Gewerbeschule Gießen, welche im Sommersemester von 825 Schülern besucht würbe, hat neuerdings neben bet Ausbildung im Baug werbe eine solche tm Maschinenbau in ihr Programm ausgenommen. Wtr weisen auf das Inserat in der heutigen Nummer hin. Abendkurse in Ntathematik, Statik, Eisenbeton und Elellvvtechilik werden nach B_i»arf etn-- gerichtet. Meldungen hierzu möglichst frülj^nng.
** Eine freiwillige Fortbildungsschule für Mädchen soll hier eingettchtel werden, in der die Schülerinnen theoretisd) und praktisch in allen denjenigen Fächern unterwicien werden, die für die weiblichen Berufe von besonderer Wichtigkeit sirrd. Näheres siehe Anzeigenteil.
**AufbemSportplatzanderHardl werden Sonntag, 19. Sept., die Liga-Wettipielc F. C. Wetzlar — V. f. R. Gießen ausgetragen. Siehe Anzeige.
** D ie Deutschnationale Volks- Parte: veranstaltet Dienstag, 21.Sept.. 8 lÄ Uh: abends, im Postkeller eine Mitgliederversammlung Siehe Anzeigentell.
** Der Akademische Hilssbund, Ottsausschuß Gießen, hält seine ordentliche Mll- gliederversammlung Freitag, 24. Sept., oormittagi 11 Uhr, in der Beinen Aula der Universität ab.
** Besitzwechsel. Weizenbierbrauerei- besitzer Hans Kirringer verkaufte seinen Saal- bau Cafs Leib an Herrn Hans Ruppel („Steinhäuserbräu Friedbergs- Derr Kirzinger erwarb dagegen das seit langen Jahren gepachtett Brauereianwesen Wetzsteinstvaße von Roth Erber und die bekannten RömischenKaisersälein Wetzlar. Tie Weizenbierbrauerei wird in Der bisherigen Weise wellergesühtt.
** Tas Fest der silbernen HochzeO feiern am Sonntag die Eheleute Friedrich S chupv und Frau Helene, geb. Heuser, Wetzsteingasse d
Landkreis Giesten.
± Daubrigen, 17. Sept. Der Oberfest Kanin chen z u cht ve rbon d hält am 2. mü 3. Oktober hier feine Provinzial-Ausstellung
** Lollar, 18. Sept. Oberbahnassistent Karl Reißenweber und Frau Frieda geb. Richte: feiern morgen das Fest ihrer silbernen Hochzeit.
Kreis Schotten.
c. Schotten, 17. Sept. Das Ham- ste rn durch hier untergebrachte Erholungsbedürftige hat einen derartigen Umfang angenommen, daß das hiesige Kreisamt mit Genehmigung des Landesernährungsamts eine Verordnung erlassen hat, wonach Ortsfremden, die den Vorschriften über der Fremdenverkehr zuwiderhandeln oder durch Uebertretung der für den Nahrungsmittelverkehr getroffenen Anordnungen die Allgemein- Versorgung mit Nahrungsmitteln gesährder oder Felddiebstähle begehen, der fernere Aufenthalt in den Orten des Kretsei verboten wird.
Starkenburg und Rheinhessen.
R. M. K. Darmstadt, 17. Sept. Die Stadt, • verordneten genehmigten gestern einen neuen Taris der Straßenbahn, ber einen Aus' gleich für die verschiedenen Unstimmigkeiten bei den Teilstrecken vorsieht, und auch Wochenkarte
Frankfurt:
Eins. Z. 60—70 Mk., bess. Z. (m. M.) 80 bis 120 Mk., Wvhir- u. SäHafz. (m. M.) 120 bis 150 Mk., Z. m. Verpfl. 450—650 Mk. Mittagessen: Volksküche 1,75 Mk., Studentenküch- 2,20 Mark (ohne Fleisch) u. 5 Mk. (mit Fleisch-, Prr- vatspeiseanstallen 4—6 Mk., Restaurant 2,50 bis 6.00 Mk. Abendessen: Studentenlüche 2,30 bis 5,00 Mk., Privatsfeiseanstalten 2,50—4,00 Mk., Restaurant von 4 Mk. an.1
Bonn:
Eins. Z. (m. M.) 70—80 Mk., bess. Z. (m. M.) 90—100 Mk., Wohn- u. Schlafz. (m. M.) 120—150 Mk., Z. m. Verpfl. 300—400 Mk., Mlltagessen i. b. Studentenküche 2,50 Mk., Privat- speiseanstalttn 3—5 Mk., Restaurant 5—8 Mk. Abendessen: ©tubentenfücbe 1,75 Mk., Privatspeiseanstalten 2,50—3 Mk., Restaurant 3—5 Mk.
Stuttgart:
Eins. Z. 30—50 Mk., bess. Z. 40—80 Mk.. Wohn- u. Schlafz. 100 Mk., Z. m. Verpss. 300 bis 500 Mk. Mittagessen: Volkslliche 2,50 Mk., Privatspeiseanstalten 3,50—6 Mk., Restaurant 4,50—8 Mk. Abendessen: Privatspeiseanstaltcn 3,50—6 Mk., Restaurant 6—8 Mk.
Tübingen:
Eins. Z. (m. M. B.) 45—60 Mk., bess. Z. (m. M. B.) 60—75 Mk., Wohn- u. Schlafz. (m. M. B.1 75 Mk. u .mehr, Z. m. Verpfl. von 300 Mk. an. Mittagessen: Volksküche 1,70 Mk., Privatspeiseanstalten 3,50—5 Mk., Restaurant 3—6 Mk.
Jena:
Eins. Z. fm. M. B.) 50 Mk., bess. Z. (m. M. B.) 60-70 Mk., Wohn- u. Schlafz. (m. M. B.) 80—100 Mk., Z. m. Verpfl. 400 Mk. Mtttaa- effen: Studentencküche 2 Mk., Volksküche 2,50 M, Plivatsfeiseanstallen 3 Mk., Restaurant 4 Mk., Abendessm: Volksküche und Privatspeiseanstalten 2,50 Mk., Restaurant 3 Mk.
Leipzig:
Z. (m. M.) 50—60 Mk., Wohn- u. Schlafz. 100 Mk., Z. m. Verpfl. 300—450 Mk. Mittagessen: Volksküche 0,70 Mk., Studentenküche 2Mk„ Privatmittagsttsch 2,50—5 Mk., Restaurant ab 2,50 Mk., meist 4 Mk. u. mehr. Abendessen Studentenküche 1,50 Mk., Restaurant wie mittags.
Halle:
Eins. Z. (m. M.) 40 Mk., bess. Z. (m .M.) 50—60 Mk., Wohn- u. Schlafz. (m. M.) 70 Mk., Z. m. Verpfl. 200—300 Mk. Mittagessen: Stu- dentenküche 2,50 Mk., Privatspeiseanstalten 2,75 bis 3 Mk., Restaurant 6 Mk., Abendessen: Studentenheim 2 Wit., Restaurant 6 Mk.
Göttingen:
Eins. Z. 50 Mk., bess. Z .75 Mk., Wobn- u. Schlafz. 100 Mk., Z. m. Verpfl. 200—350 Mk. Studentenfeim mittags 2,25 Mk., abends l,75Mk., Privatpensionen und Restaurants 3—5 Mk.
Heidelberg:
Eins. Z. (m. M. B.) 45-60 Mk., bess. Z. (rn. M. B.) 70—100 Mk., Wohn- u. Schlafz. (m. M. B.) 140—180 Mk., Z. m. Berpfelung 250 bis 450 Mk. Mittagessen: Volksküche 2,50 Mk., Privatspeiseanstalten 5—8 Mk., Restaurant 6,50 bis 10 Mk. Abendessen: Privaffpeiseanstalten 3 bis 6 Mk., Restaurant 4—8 Mk.
Erl angen:
Einf. Z. (m. M.) 45—55 Mk. Mittagessen.- Volksküche 1,50 Mk., Gasthäuser 5—8 Mk. Abendessen: Volksküche 2 Mk., Gasthäuser 4—8 Mk.
Wenn man die Preise in den einzelnen Städten mit denen in Gießen vergleicht, muß man einfefen, daß Gießen nicht in letzter Lin« Anlaß hat, an einen vernünftigen Preisabbau heranzugehen.
Obftausfuhr.
Nach einer Bekanntmachung des Kreisamts vom 15. d. M. wird die Beförderung von Obst als Fracht- oder Eilfrachtgut von mehr als 50 Zentner nach außerheffischen Stationen nur gestattet, wenn der Frachtbrief einen Sichtvermerk des Kreisantts nebst Dienstsiegel trägt. Der Antrag auf Erteilung des Sichtvermerks ist so frühzeitig zu stellen, daß in der Versendung des zur Verladung kommenden Obstes keine Verzögerung eintritt.
Der Sichtvermerk wird nur vollzogen, wenn nachfolgende Bedingungen vom Antragsteller erfüllt werden:
Nachweis der Großhandelserlaubnis,
Angabe des Namens und Wohnorts des Verkäufers sowie des Empfängers des Obstes,
Angabe von Preis und Menge des Obstes von der Bürgermeisterei des Wohnorts des Verkäufers bescheinigt,
Angabe des Verladetages,
Angabe von etwa zwischen Käufer und Verkäufer getroffenen Nebenabreden über besondere, nicht im Kaufpreis einbegriffene Vergütungen für Verpackung, Transport nach der Bahn usw.
Zur Deckung der Unkosten ist dem Antrag auf Erteilung des Sichtvermerks ein Betrag von 5 Mk. beizufügen.
Der Steuerabzug vom Lohn.
Gegenwättig wirb in manchen betrieben nicht bie volle Woche gearbeitet. Vielfach ist bie Arbeitszeit auf wenige Wochentage b.'schränkt. Ans biesem Anlaß wirb von ben Arbeitgebern einmal in bet Weise verfahren, baß sie, trotzbem beispielsweise nur an brei Tagen in ber Woche gearbeitet wirb, ben vom <Steuerab,ug befreiten Teil für bie ganze Woche in Ansatz bringen, anbererfeitd wieber bie steuerfreien Beträge nach "Tagen berechnen, an beneit gearbeitet würbe. Letzteres Verfahren ist bas richtige. Wirb z. B. an brei Tagen in ber Woche gearbeitet, so finb für ben Arbeitnehmer 3x5 -- 15 Mark freizustellen unb bementfprechend auch bie freien Beträge für Ehefrau unb Kinber zu berechnen. Hierbei ist zu bebenten, baß ein großer Teil ber nicht bie volle Woche beschäftigten Arbeiter währenb ber übrigen Tage sich Arbeitsgelegenheit beschafft hat. In biesem Falle würbe ber vom Abzug sreizustellenbe Teil um bie Hälfte sich höher berechnen als gesetzlich zulässia ist, wenn tn bem Betrieb, wo ber Arbeiter als nänbia beschäftigt anzusehen ist, für bie brei Tage, an welchen er bort beschäftigt wurde, der volle Betrag von 30 Mark vom Afeug freigelassen würbe unb für ben Rest ber Woche weitere 15 Mark (3x5) hinzukämen Ties zu verhinbem kann nur txwurch geschehen, bas; ber Afeug bes steuerfreien Teils, solange nicht bie volle Woche gearbeitet wirb, stets nach Tagen erfolgt.


