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Tkr Gietzener

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170. Jahrgang

Montag, 17. Mai W20

GietzemrAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Örurf unö Verlag: vrühl'sche Univ.-Vuch- und Stemöruderei R. Lange. Schnflleilung, Geschäflrstelle und Druckerei: Schulpraße 7.

Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer ots zum Nachmittag vorher ohne jede Verbindlichkeit. Dreis für 1 mm Höhe für Anzeigen v. 34 mm Breite örtlich 35 Ps.. auswärts 45 Pf.; für Reklame. Anzeigen von 70 mm Breite 150 Pf Bei Platz. Vorschrift 20*, Aufschlag, tzauptschriftleiter: '.'lug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil. Dr. Reinhold Zenz; für den Anzeigenteil. H. Beck», sämtlich in Dietzen.

Vie Konferenz von hythe.

Paris, 16. Mai. (WTB.) Wie vavas mit- teilt, hat in vythc heute vormittag 10 Uhr bic Beratung der F i nan z del e g ic rten von England und Frankreich begönnet. Tie englische Delegation bat sich dann etnxr 3/< Stimden iu einer Sonderberatung über die franzöiifch.n Vorschläge zurückgezogen. Um Mittag wurde die Vollsitzung wieder ausgenommen. Die Delegierten haben sich dann aufs neue eine halbe Stunde später für wenige Minuten beraten. Um 1 Uhr mürbe bie Verhandlung geschlossen.

Paris, 16. Mai. (Wolff.) Aus tzythe mel­det tzockas: Tie Beratungen zwischen Lloyd George intb Millerand wurden gestern abend nicht ab­geschlossen, sondern auf beute vormittag ver­tagt. Nack>dem Millerand grundsätzlich die Fest­setzung einer Pauschalentschädigungs­summe vormittags annahm, wurde nachmittags über die Einzelsragen beraten auf Grund eines Entwurfs, den die Sackchersländigen vor legten. Es tarn zu sehr lebhaften Beratungen und bic Minister zogen sich wiederholt zu Sonderbe- sprechimgcnt zurück. Vorschläge nird Gegenvorschläge hnirbcii uackieinander v-.'rgel^gt, um eure praktische Methode für einen Wrsgleich zu erlangen. Obgleich Lloyd Gkotge von dem Wunsche beseelt war, Frank­reich ein Vorrecht zuzucriennen, wollte ec doch bic englischen Interessen und die der Dominions nicht schädigen. Australien allein hätte nicht Weniger alsfünszigtausendTote <ni der französischen Front, für die die Pen­sionen von der deutschen Entschädigung bezahlt werden müssen. Es wird allgemein angenommen, baö die französisckxm Minister Millerand und Mar- sal heute nachmittag Äythe verlassen werden.

Paris, 16. Mai. (Wolff.) Wie der Sonder- bericktttstatter desMattn" mitteilt, soll Mil- leraud der V e r l a g u n g der Konferenz von Spaa nur unter der Bedingung zugestimmt haben, daß dadurch die sofortige Ausführwlg der E n t w a f f - nungsklauscln nicht aufgehalten werbe. Man werde sich auch in Spaa mit den Vertrags­verletzungen beschäftigen. Auf Veranlassung Milleranas sei diese Entscheidung nach Prüfung des Berichtes des Generals Rollet getroffen wor­den. Ter Zlorvespondeitt glaubt hinzufügen zu kön­nen, daß die DiUttschen in Spaa nicht als Gleich- bcrctoitiUe behmrdclt werden würden. Sie würden effchem n näe jemand, der falliert habe, vor seine» Vwnlursvettvalter. Ihre Vorschläge würden neckt in ihre r Gegenwart erörtert werden, sie hätten nur Auskunft zu erteilen über chrr Zahlungsfähigkeit und über die Alusführungs- modalitäten. Die alliierten Sachverständigen a I - lein hätten das Recht, bic Entschädigungssumme, die Deutschland bezahlen müsse, festzusetzen.

£) i) t b e, 16. Mai. (WTB.) tzavas. Die von den englischen und französischere Ministern nach Schluß der Konferenz ausgegebene Erklärung lautet:

1. Die englische und französische Regierung erkennen an, daß es im allgemeinen Interesse .liegt, daß die Wiedergutmachung der durch den Krieg verursachten Schäden unverzüglich sick>er- gestellt nürd und das; zu diesem Zweck die not- 'oendigen Mittel so fdpielt wie möglich flüssig ge­macht werden. Sie erkennen ferner an, daß es wünschenswert ist, daß Deutschland in den Stand gesetzt loerbe, durch eine rasche Erfüllung feiner Verpflichtungen seine finanzielle Autonomie wieder zu erlangen.

2. Die Regierungen glauben übrigens, daß, um eine Lösung der wirtschaftlichen Siftwierig- kiten, die die allgemeine Weltlage schwer belasten, berbeizuführen und um enbgültig eine Aera des Friedens herzustellen, es iwtwendig sei, zu einer Regelung der Gesamtheit aller inter­nationalen durch den Krieg verursacksten Laste n zu kommen und daß es parallel damit not­wendig sei, die Bereinigung Apurement) der Kriegslasten der alliierten Lander und der Wieder­gutmachungslasten der Mittelmächte sicherzustellen.

3. Infolgedessen werden die Sachverständigen der beiden Lander damit beauftragt, sofort ihren Regierungen zur Prüfung den Minimalbetrag der deutschen Schuld, der sowohl von den Alliierten angenommen iverden könne, als auch vereinbar sei mit der Zahlungsfähigkeit Deutschlands, vvrzu- schlagen, des ferneren die Zahlungsmodalitäten und die bestmöglichste Art, diese Schuld. flüssig zu mad;cn, zu bestimmen. Um die oben angeführten Absickneu zu erreichen, müßten deshalb Grund­lagen gefunden werden, nach denen die von Deutsch­land acleiftcten Zahlungen zwischen den Mliierten verteilt werden könnten, gemäß den zuvor ge­troffenen Abmachungen, die da. irre es notwendig sei, vervoUlömmnet werden müssen.

Paris, 16. Mai. (WTB.) WieNewyork Öeralb" aus L>Ythe meldet, sollen von Deutschland 90 Milliarden Goldmark, zallbar in 30 Iahreszahlungen, als Entschädigung verlangt werden. Teut'chland soll autorisiert werben, btt beiden eiTicn Zahlungen durch zwei von den Alliier­ten garantierte internationale Anleihen ttt begleichen.

Paris, 15. Mai. (Wolff.) Wie ber sonder- beriditerftaitcr desMattn" aus i) tbe meldet, beabsichtigt man, in Bezug auf bic Verteilung der deutschen Entsck.ädiguugs umme bic englische Re­gierung zu reraiL'a'fen, o'ort Amerika eiren großen Teil b v von England dort für seine Alli- ierten toirtraf,Werten Kriegsanleihen zurückzu- rahlen.

Paris, 15. Mai. (WB.) Nach einer Reuter- wÄdung aus £) D tf)c bffchlos'en Lloyd Ge - orge und Millerand, den .cklii.rten^Re­gierungen vorzusck l g n, bi.* onferenz von 3r.ni auf den 21. Juni z.- uenagen. Es sott eine Er­klärung an die deutsche Regierung gerichtet werden..

Paris, 16. Mai. (Wolff.) Laut einer Mel­dung derDaily RLail" wird vor der Konferenz in '^>paa noch einmal eine Vorkonferenz in Paris stattfinden.

Paris, 16. Mai. (WTB.) Die Konfe renz von tzythe wurde heute mittag bc - n b i g t. Millerand verließ Folkestone nachmil tags an Bord derAillette". Millerand und Lloyd George werden sich vor der zkvnserenz in ^-paa nochmals be.regmen. Laut Davas ist ein Ein­verständnis im Prinzip im wesentlichen erzielt, nun z s a choerst ändi gen sollen die Einzelheiten in London regeln. Ihr Bericht wird, bevor er end­gültig angenommen wird, Gegenstand einer er­neuten Prüfung fein.

Deutsche Forderungen für Spaa.

Paris, 16. .Mai. (WTB.) Der Korrespondent des .^Journal" in Berlin, der genau unterrichtet sciN-will, hebt hervor, daß die beut)eben Delegierten in Spaa neue Forderungen formulieren >vür- den. u. a. die Abtretung Oberschlesicns an Deutsch­land, ohne Rücksicht auf das Ergebnis der Abstim­mung, die Wiederherstellung der deutschen Han­delsflotte, die Rückgabe eines Teiles seiner Kolo­nien, die Versorgung mit Rohstoffen seitens der Alliierten, die Eröffnung von Krediten, die Ver­minderung ber, Besatzungskosten und der Unter­haltung der Vcsatzmrgstruppcn, die Vertagung der EntschÄ>igung in Gold aus ein späteres Datum und schließlich die Möglichkeit für Deutschland, ein stehendes .'Heer von 200 000 Mann zu halten und die unverzügliche Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund. Andererseits würde sich Deutschland verpflichten, durch eine eigene Organisation und auf eigene Kosten einen Teil der zerstörten Woh­nungen in den verwüsteten Gebieten wiederherzu- ftdlen.

Schleswig.

Berlin, 16. Mai. (Wolff.) DieDeutsche Allgem. Ztg." und andere Blätter entnehmen dänischen Zeitungen in Flensburg die Meldung, daß entgegen dem Friedensvertrage die dänische Kronenwährung am 20. Mai eingeführt werden fülle. Die gewerblichen Vereine und Innun­gen sowie die Gewerkschaften von Arbeitern, Beam­ten und Angestellten erwägen den General­streik dagegen. Die internationale Kommission verbietet ab 17. Mai jeden Warenverkehr zwischen der ersten und zweiten Zone.

Paris, 16. Mai (Wolff.) Dem Vernehmen lnach traf die Bvtschafterkonferenz die Entscheidung über die Grenze zwischen Deutschland und Dänemark gemäß Artikel 110 des Versailler Friedensverttages. Das Ergebnis wird in der nächsten Woche befanntgegebeu.

Tie Greuzsestsetzung in Oberschlesien.

Berlin, 15. Mai. (Wolff.- Amtlich. In einer Rrote toom 9. Mai teilte die Friedenskonferenz, dem Vorsitzenden der deutschen Delegation in Paris mit:

Ter Botschaflerrat entschied auf Grund der deutschen Vorstellungen, daß bei der Grenzfest­setzung zwischen Oberschlesien und demD u l V schiner Lande entgegen dem Vorschläge der Grenzfcstsetzungskommisiion die Grcnz-e bei Lriano- witz so geführt werde, wie es in Artikel 83 und 88 des Friedensverttages vorgesehen ist. Tie Grenze verläuft demnach westlich und südlich von Kr a no- w i tz. Don einer Mtreirnung des Kvanowitzer Gebietes an die Tscheckw-Slowaöei könne bis zur Entscheidung der vberschlcsisck)en Absttmmung keine Rede sein.

Annahme der Friedenöresolution in Amerika.

Paris, 16. Mai. (Wolff.) Davas meldet aus Washington: Der Senat nahm die Deutschland be­treffende republikanische Friedensresolu­tion an.

Washington, 16. Mai. (Wolff.) Der Se­nat stimmte der Fr iede ns resolut io n der Republikaner zu.

Washington, 16. Mai. (WB. Lavas. Die im Senat angci .ontmene Reflation, di" den Kriegs­zustand zwischen den Vcvrinigten Staaten eincr- feits und Deutschland und Oesterreich andererseits für beendet erklärt, erfolgte mit 43 gegen 38 Stimmen.

Bom VölkerbundSrat

Rom, 16. Mai. (Stefani.) Der Völ­kerbundsrat unter dem Vorsitze Tittonis behandelte gestern verschiedene Fragen, darun­ter die B e s ch w e r d e n D e u t s ch l a n d s be­treffend die veimschaffung der Kriegsgefange­nen aus Sibirien und eine Untersuchung der Verhältnisse in Rußland. Die gefaßten Be­schlüsse werden entweder in der heutigen öffentlichen Sitzung bekanntgegeben oder in der Schlußsitzung am kommenden Mittwoch.

Beitritt der Schweiz zum Völkerbund.

Bern, 16. Mai. (WTB.) In der am Sonn­tag flattgebabten Volksabstimmung wurde der Bei­tritt der Schweiz zum Völkerbunde mit 410000 gegen 320000 Stimmen besckstos.'en. Die Stimm» beteiligung betrug durchschnittlich 80 Prozent.

Die Haut des Löwen.

Amsterdam, 16. Mai. (Wolff.) Im englischen Unterhause wurde von der Regie­rung erklärt, daß nicht nur die alliierten Hauptmächte, sondern auch die anderen Mächte, z B. Portugal, Griechenland und Brasilien, einige ausgelieferte Kriegsschiffe erhalten werden.

Lhauvinickmu».

Paris, 16. Mai. (Wolff.) Rach Areldun- gen aus Straßburg drangen gestern abend Stuben tat in das Universitätsgebäuoe ein und zerstörten das dort aufgestellte Germania-Standbild. Den Zkopf der Germania legten sie zu Außen des Klebe> dentmals nieder, wobei sie die Marseillaise sangen.

Der Streit in Zrantreich.

Paris, 15. Mai. Tie führenden Ge­werk, cha f ts se krc t äre der EGT. sind g^ ftern nachmitvag vor dem UnürsuchungSnctter er schienen und chrben einen Protest gegen das Strafverfahren zu Protokoll gegeben . Tie erste Vernehmung war eine reine Formalität. Sämt­liche Angeschu digten tonten von ihren Advskatcn begleitet. Tie EGT. hat gestern abend beschlo,- sen, vorerst zu einer weiteren AusdelZrung tzes Streiks nicht au zurufen.

Paris, 16. total iWTD.) Wie derTemps" mitteilt, wird jedenfalls das Föberativbomitee der Eisenbahnergewerkschaft heute abend eine Tages­ordnung für die Wiederaufnahme der Ar­beit aiuuchmen. Ter allgemeine Arbeiterverband glaubt näinlich, daß er schsn einen Erfolg daivvu- gettagen l-ave durch die Veröffentlichung des Re giernngsentwurfes über die Nationalisierung ber Eisenbahnen. Tie Eiienbahnerg-aoeclfdxift werde heute abend ihre Beratungen, die heute vormittag begonnen haben, beenden. An den Beratuiigcn be­teiligte sich auch eine Vertretung des Venval- tungsausschusses der E. G. T.

Paris, 16. Mai. (Wolff.)Petit Parisrctff' teilt mit, datz die Vereinrgung der Gewerkschaffen von Elsatz-Lo t hrin gen dem Mr.istettp.ä r- benten Milberand gestern neue Forderungen überreichte. Falls dieselben nicht bis Montag mtt- rag bevttilgt sind, wollen die Arbeiter wieder streiken. Sie verlangen unter anderem Auf­hebung der Entlassungen anläßlich bei letzten Streite und die Sicherstellung ckc Rechte der ringdüDöten Elsässer und Lochringer.

Die Kabinettsbildung in Italien.

Rom, 16. Mai. (WTB.) Es beftärigt sich, daß der Rest>rmsozinlist Bonomi offiziell den Aufttag zur B-ilamrg des Kabinetts erhalten hat.

Die Sicherung der volkernührung.

Berlin, 15. Mai. (Priv-Tel.) Im Reichs- tags^iebäude fand heute unter dem Ersitz des Rrichsmrnisvers für Ernährung und Landwirtschaft, Tr. tzermes, eine Beratung bet Ernäh­rungsminister ber Länder über die zu­künftige Getreide-, Kartoffel- und Flcischbewirt- sch-aftung statt. Grundsätzlich sttmmte die Ver­sammlung den Aüsfül/m-ngen des Reichsministers zu, daß mit allen Kräften dahin gestrebt werden müsse, die Zwangswirtschaft so bald wie möglich nberflüfi'ig zu machen, und daß der beste 2beg hierzu eine tatkäfiige Förderung der Land­wirtschaft sei.

Hinsichttich der Getreidebewirtschaf- tung wurde vom Reichsminister der Entwurf einer Reichsgetteideordnung für die Ernte 1920 vargelegt. Dieser hält für Brotgetreide an dem bisherigen Bewirtschafeungssystem fest, weil mit Rücksicht auf die Sicherung der Volksemährung eine Lockerung des Zwangssystems in diesem Jahre noch nicht möglich erscheint. Ferner wird der <0 a f e r wieder in die Zwangsbewirtschaf­tung einbezogen, da die Freigabe des Dafers zu großen Unzuträglichseilen, auch hinsichtlich der Be­wirt schaßung von BwtgettcLe gerührt hat. Ta- gegen sollen Hülsenfrüchte vollständig freb- gelassen werden. Tie Versammlung stimmte diesem Entwurf nn wesentlichen zu, mit Ausnahme des Vertreters einer Regierung, der für das Um> lagesystem eintrat.

Für die KartoffelbeWirtschaftung wurde ein vom Reichsansschütz der Deutschen Land- wirtschaft zusammen mit dem Gvotzhand^l ünb dem Teuffchen StSü-.tag audgearbeiteter Plan vor ge­legt. Tiefer Plan, beten uriprüngliche Gestalt im Reickisministerrum für ErnLrung und Land­wirtschaft mit Rücksicht auf die Sicherung der Vvlkseniährung we'entsich- Aertxnungen er'afr^n hat.e, bezw ckt die Ersetzung der Zw^ngsnnrt chaff d .rch ein System txm L ic se r un g sve r t r ä- gen, und zwar soll auf die ZwangÄvirtschaft verzichtet werden, wenn die Larrdwrrtschaft auf die­sem Wege bis zum 1. Augrrst 1920 120 MillBonen Zentwer zur Sicherstellung des Bedaris der cer- sorgungsbereck'tign.'N Bevölkm g zur Verfügung stellt. Tiefer Plan nanb in der Beramnilung -ge* telte Aufnckhmc Ein Teil stimmte ber Vorlage zu, rooTyrerb die Vertreter einiger Regierung m starte Bedendn bagegen geltend machten. Es b> ste(st sedvch b-grünbete Hoffnung, faß auf öiriem Gebiet ent p eckend den gemeüramcn Wünschm der Landwirtschaft und des Dsut'chcn Städtetages durch das vvrge'ch-'agene Sy'em eine, Mil­derung ber Zwangswirtschaft schon m hierin Zalwe herbeiführt werden kann.

Hinsichtlich der Flei >'chbewt ri scha f- tung erklärte sich die Berianrrnlung mit ber bot gelagerten Eriähung bet Biehprerse etr» verstanden, die bri gmb notroenbtg Sei, um di.' Preise für das abg lieferte Vieh mtt den Pv>- dukt ionskasten in Gin Gang zu bringen.

Die Entwürfe über GetreLKttrtoffel- und Fleischbewirtschaftung werden in ber nächsten Woche dem Reichsrat und dem 6. Ausschutz ter Teutsclxm Nattonalrersaamnluna $ux Gsrehmtgung unter* breitet werden.

Vie Räumung des Maingauer.

Tqs Wolffbureou meldet: Die Räumung Frankfurts durch bic Fnnnzosen Ixit beule früh 4 Uhr begonnen. Bis 7 lllxr morgens hat ein gtofeer Teil der Truppen di? Stabt bereito ver­lassen. Tie Zurückgebliebenen sind ebenfalls maridp bereit. Zwischenfälle haben fick bjslxr nicht er­eignet Tie Abzugssttaßen und auch bic visl-er bjn den Franzosen belegten Lokale nxtren von der bauen Polizei besetzt, die in voller Stärke aufgebjtcn war.

Frankfurt a. M., 16. Mai. Die fran­zösische Militärverwaltung hat heute vormittag den h ich gen Amtsstellen amtlich mit geteilt, daß die BesatzungStruppen Montag früh 1 Ufjv mit der Räumung Frankfurts und des MamaauS beginnen werden. Zur Vermeidung jeder feindlichen ^und-- gebung der Bevölkerung gegen die abjiehenber Truppen müssen sich Regierungspräsident Eoß- mann, Polizeipräsident Ehrler, Oberbürger meister Voigt, Stadrveror metenvorsb h r Dop s, Stadtrat Dr. Rumps uns Stadtv. Lion Montag früh 6.30 Uhr der sranzösischen Sbommanba .tur als Geiseln zur Verfügung stellen. Gleichzeitig muß eine Bürgschaftssurnme von eine r Millioit hinterlegt werden. Der Polizei wurden Samstag größere Mengen Gewehre von den Franzosen zurückge^eben, auch heute nachmittag ließ man ihr wieder Schußwaffen und einige Maschinengnoehre mabivlge», um gegen etwaige llebcrraschungen gesichert zu sein. In Mauer an schlägen wird die Bevölkerung dringend von den deutschen Behörden ersucht, sich jeder Kundgebung zu enthalten. Wie wir hören, bleibt in Döchst a. M. vorerst cht größc oeö französffches Trupp.maufgebot versammelt, um bei ber geringsten feindlichen Volksbewegung sofort nach hier zurückkommen zu können.

-^ Frankfurt, 17. Mai. Tie von der ffanzösischen Militärbehörde für Montag ange- kündigte Räumung Frankfurts und ds, Maingaues begann 'beute früh 7 ll hr. Zur Sicherung des Turchzugs und #ur Vermeidung tuii llebergriffen ber ^kvoltcnmg war die gesamte Polizeimannscknft aufgeboten und hatte die Durch- zugssttaße besetzt. Tte Bevölkerung verhielt fick, gegen bic ataiebenben Truppen nullftintibig teil naymslos. Es kam nirgends zu ZwifchenLllen Um 6 Uhr traf von Kassel ein ^xynber^ug mit Sicherhettspslitzei ein, die sofort nach der voll' zogenen Räumung Frankfurts besetzen wird. Schon Sonntag abend wurde die alle Ofreny des Mainzer Brückenkopfes zwischen Frankfurt und Höchst wie­der hevgestelll und durch Marokkaner besetzt. Tic Behörde gibt der Bevölkerung buxdj Mauer- anschläge bekannt, daß die französisckAn Truppen bei den geringsten Unruhen wieder zurück kehren und Frankfurt dauernd besetzen. Entsprechende fraTuöfiid)e Mitteilungen sind außerdem mit brev ten Papierstteifen überklebt, die die Worbe tragen die Franzosen hallen ihr Wort".

Der Aufwand für die Besatzungsheere.

Koblenz, 15. Mai. (Wolsf.) Die interalliiertt Rheinlandkommission genehmigte bin.ttgkett des Reichsgesetzes Dom 2. März 1919 über die Ver­gütung der Leistungen für die feindli chen HeereimbesetztenGebiel über die Waffen­stillstands zeit hinaus bis zur Beendigung ber Be- setzuirg unter der Bedingung, daß die von der Reichsregierung bezahlten Zusatzentschädigungcn, die nach Artikel 8.des Rheinlandsabkömmens ab- geschätzten tatsächlichen Lasten der Besetzung über- schreiten, keinesfalls auf die in Artikel 235 des Friedensvcrttags vorgesehenen 20 Milliarden angerechnet werden dürfen.

Franzöfische Justiz.

Paris, 15. Mai. (Wolff.) Deute Djrmittag sind in Vincennes vllr Dero -en, darunter eine Frau, sämtlich ehemalige Mitarbeiter ber Gazette des Arbennes", erschossen worben. Vier weitere Angekl-agte tourben vom PräsLenten Tcschanel begnadigt.

Wiesbaden, 16. Mai. (WTB.) Laut amt­licher französischer Bekanntmachung wurde der hf-esige Straßenbahnangestellte Binder vom ftriegs- geruht ber Nhemarmee zu acht Ddonaten Ge­fängnis unb 1000 Mk. Geldstrafe verurteilt, weil er während ber Fahnenbegrüßung auf dem Schloß­platz un toü rbige Rebensar ten in bezug auf die Fahne geführt hat. Aus lvrund des Artikels 13 des Rheinlandsabkommens über die Presst ist das Erscheinen derWiesbadener Reuest. Rachr." für drei Tage verboten worden wegen des Abdrucks eines Telegramms betreffend einen schwe­dischen Protest gegen die Verwendung schwarzer Truppen im besetzten Rheinland

Frankfurt a. M., 15. Dttn. Am 7. April, dem Tage ber Zusammenstöße mit den französischen Truppen, wurde ein Alpenjäger vom Rade gerissen und entwaffnet. 2lls Täler wurde von tret deutschen Denunzianten ber Kellnerin Elisabeth Mer schel, dem Ludwig Zimpelmann und dem August Kleemann der 40jähnge Schlosser Franz Gebhardt bezeichnet. Unter Ausschluß ber Oeffentl ich kett wurde heute vom französffchen Kriegsgericht gegen Gebhardt verhandelt, um dem Anträge des Anklagevertreters gemäß die drei Zeugen nicht zu boeinslussen. Die Verteidigung suchte nachzuweisen, daß der Angek.agte gar Nicht am Tatort gewesen sei. Das Gericht bejahte ein­stimmig die Frage nach Raub, Dernemte jedoch die Frage nach schwerer Körperverletzung ffonst hätte es lebenslängliches Zuchthaus geg.bcn!) und billigte dem Angeklagten mtfbetnbe Umstände -u. Das Urteil gegen Gebhardt, dem alle seine Bs- famiten und Ärbettgeber das denkbar beste Zeugnis crusstellten, lautete aus zwei Zabre Gefäng­nis. Als Entlastungszeugen hatte die Verteidigung 12 Personen geladen,