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Zweites Blatt

Donnerstag, 16. Dezember 1920

Eichener Anzeiger (Gencral-Anzeiger für Gberheffen)

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wollen.

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der

Dezember 1920

Fortsetzung 61.

kAachdrnck verboten.)

Nr. 296

UM um die fort Ar-

selb im 29.

tt r> in f« n J.

Ja etwas sehr Dringende- wenigstens ffr mich. Trotzdem nrürbc ick darauf verzichten, kenn ich annehmen müffre, das es Ihnen peinlich o^er beschämend wäre, in meiner Ge>ellschaft ge-

Ätzung vom 1. Dezember 1920.

Ter Steinbeilchsbesic-?r A. Hoffmann in Ms- wurde verpflichtet, ab 1. Oktober 1920 dem

Urne, bie Mrnutenlmig andauert, und bei Pfuirufe ertönen

Abg Stuck!en (©.): Es handelt sich ein Kesseltreiben gegen die Negierung und Spitzclarbeit inebrigftcr Art. Erst wollen Aararier die Bolschewisten los sein, als sic

Kirche und Schule.

tt. Treis a. L., 14. Dez. Der Vorsitz im Kiesigen Schulvorstano wurde an'angs Oktober vom LcrndeSamt für das BildungSwcsen dem 1. Lehrer Welker übertragen, nachdem ihn der bisherige Vorsitzende, Pfarrer Böchner, freiwillig nieder- gelegt hatte.t Der Organiftendienst an der hiesigen Kirche wurde vom Kirchenvorftand dem bisherigen Organisten, Lehrer Welker, weiterhin übertragen.

Gerda zauderte Doch nur für eine tttrze Zeit- ftzmme. Tann erhob sie mit eurer ftolzen Bewegung bar Kopf.

Ick bin zu einer eiligen Besorgamg unter- tot35. Wer wenn es etwas lehr Dringendes rft, das Eic mir zu sagen wünschen--"

Aunst und Wiffetifcbaft.

D i eW irtschaftlichen Ver­bände bildender Künstler Deutsch­lands" haben sich in der neugegründeten MonatsschriftKunst und Wirtschaft" ein eigenes Organ geschaffen und werden sich in der allernächsten Zeit zu einem Reichsvcrband zusammenschlictzen.

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1.

Geschieht denn das von anderer Seite, Herr Doktor?"

Ja. Nickt von einem, sondern von der Be­völkerung eines ganzen Ortes. Ich bin mir noch nicht klar darüber, ob man mich für einen Mörder hält aber nur für einen verbrecherisch leinbettigen Arzt. Aber ich weiß, daß. die össenttich? Meinung mich geächtet hat fair ich als ein AusgestoHe-ier und Gezeichneter m Tiefenbrunn umhergche. Selbst die Leute, die mir am Kttinkenbett eines gerei­teten Ar gehör sm ihre ennge Dankbarkeit ver- fxfxrt Hasen, wollen mich nickl mehr kennen. Wenn noch i'en.a b meine ärztlich' Hilfe sucht, vt es sicherlich einer; bis zu dem das Gerücht von meiner Untat noch niefrt gedrungen ist. Ick kann mütelos die Wockrn zählen bis zu dem 5xrre, an dem tn mcitem Umkreis keiner mehr den Mut haben wird, sich mir anzuvett.auen."

Gerda sah beharrlich vor sich hin, und wieder lieh sie eine kleine Weile verstreichen, ehe sie sagte:

Wenn es sich wirklich so verhält, warum gehen' S:< nicht lieber von hier fort?"

Ist das Ihre Antwort? Ruck wohl, ich will Ihnen Rede stehen. Ich gehe nicht fort, weil ich nickt feige genug bin, vor der Lüge und ter eVr- leumduna zu fliehen. Ich gebe nicht Tort, wttt ick aur bie Stun-x warte, wo ich dis, was sich heute nickt ran en läßt, endlich mit Händen greifen und zur Ve-antwoctu-g ztehm kann. Einmal endlich wird man dock ten Mut finden, mit einer offenen Anklage vor mich hinzutretm. Und ter Tag, an tem es geschieht, wird auck ter Tag meiner Rcch> fert gung sein. Meiner Viechcheitiittna auch vor Svnai, wie cch teil-''

So höflich er spvach, sie hörte doch den Ton iiimerxHrfvT Bitterkeit in seiner Stimme. Und

l Hahn

1311

ehren sich wM BMe!

icken Kommissare, batten wir nur

Es wäre besser, wenn Sie darauf kernen Wert legen wollten, Herr Doktor!"

Es ist das einzige, worauf ich Wert lege. Mögen bie anderen schließlich von mir denken, was sie wollen. Es wäre mir nicht der Mühe wert, mich darum zu kümmern, wenn ich nicht sähe, daß auch Sie sich davon teemfluifen lassen."

Sie irren. Ich werde von niemand beein­flußt."

Es entsprang also Ihrem eigensten Empfin­den, daß Sie mir mit einem Mal so ganz anders begegneten ?"

Sic müssen es mir überlassen. Ihnen daran' zu antworten. Ich rnä^L.' übntfanpt nicht, daß wir noch weiter darüber sprechen. Tie Rücksicht aus eine Verstorbene sollte es unS verbieten."

Tas verstehe ich nicht. Auck wenn Sie mich etwa für ihren Tod vera itwvrtlich machen aur Ihre unglückliche Schwägerin fällt damit doch tem Schatten Soweit ich mir das, was mir bis fetzt zu Gehör gekommen ist, zusammenreime, geht btr Ansicht ter Leute bahnt, daß ick ter Gattin Ihres Bruders vorsätzlich oter stch.lässig Gift beigebracht habe. Welches Gebot der Pietät würden Sie ver­letzen, wenn Sie mir rund heraus sagten, ob Sie diese Ansicht tiTen?"

Nein, ich teile sie nicht. Ich bin überzengt, daß Signe freiwillig ans dem Leben gefchu-ten ist."

Und dennoch hchanteln S:e mich ime Flncn Missetäter? Das madjci Sie nur zum Vorwurf, nrrtn. Sie mich doch nicht für den Urheber ihres Todes halten?"

Auch ter Tod eines Selbstmörders kam durch einen anderen oerschaldel sein, Herr Doktor!"

(Fortsetzung folgt)

von einer neuen Verfügung spricht, die vom 10. De -emter bat ert ist, unterbricht ihn bi? Reckte led haft unb stellt di? er Datum ausdrückich fest. Eri am 7. Tezcrnber Ixit das Reichswehrministerilim eine antidol ci^ewtstische Liste erhalten. Die Inter irllation richtet fick ja nur gegen die rote Armee Ter Jnterttllant hat yi diel em Zwecke einen rui fischen Offizirr hierher bringen irwllen imb wolll.c und wollte fick einen Blankvausweis für ihn aiu stellen lassen. (£>ört, härt. Ruf: Sckneter! Pro­test rechts ' Tie deutsche Rvrierung bürgt für eine >?rechte Des'ante.mg ter Intern-erten und wird etwaige Vergewaltigungen des einen Teil's durck ten antem nid# zulai'en Dar aber der Inter - ivllant bislang vorg bracht hat. hat fick als un- bmnisbare Behauptung ermie cn. Jeten'alls komm teilt Kriegsgefangener ober Internierter »nm Ab­transport, ter nicht na di Rußland zurück will Derrn Viktor Kopp muß ick ebenfalls in <sdrjtl

waren, jammerten sie über den Verlust ihrer beiter. Wenn uns Kopp nicht entgegen gekommen

bann Anlaß, wenn offen

cbmen. Zu einem Einschreiten gegen die ruf't- Zeinmgen oder Gefangenen

Je*We

«dieVtt Rinder

Setzcn mich * » iUe» e.® Bezügen

K,W- ct|ndet si;h:

DieZalkner aufLinöenhöhe

Roman von Reinhold Ortmann.

Deutschen Bairarbeiten'erfand in F.ilda.

Ter Firma A. Olobcfar, Georgenh-ammer bei Grünberg, gegen die ter Teulschc Tertilardeiler- verbano Annag ani Verdmdlimg gestellt hatte, wurde die Verpflichtung auferlegt, bie bei ter Finna Schmidt, Mechanische Weberei in Grün berg, gezahlten Löhne 3.80 Mk, für verheiratete und 3.50 Mk. für ledige Weber ab 8. Vbotem- ber 1920 auch in ihrem Aetri-'be zu zahlen.

Ter Einspruch teS Angestellten Heinrich Eckel in Friedberg gegen daS Dersorgungsamt Fried­berg wegen fristloser Entlassung wurde für nicht gerechtfertigt erklärt. Tie Entscheidung war ge­mäß §87 BGB. endgültig.

In zwei weiteren Sochan verständigten sich die Parteien. Ä

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Zentral*iTl d. Ange»« J Die VerttJ* findet nubi fr* 17. ct- Wßü um S llbr

SchlichtnngSansschritz der Provinz Oberhessen.

Sitzung vom 25. November 1920.

Dem Antrag des Verbandes ter Bergarbeiter, die Kündigung der Belegschaft ter Gewerkschaft Glücksfnnd" für ungeiechtfertigt zu erklären, konnte, soweit Direktor Münker als Arbeitgeber in Betracht kommt, nicht stattgegeben werden.

Zwei weitere Sachen, die, weil sie miteinander in enger Beziehung standen, gemeinsam verhan­delt wurden, wurden ausgesetzt, da ter beleidi­gende Ton, den der Vertreter ter Antragsteller ansckliiy, das sachgemäße Weiterverhanteln auS- geschlosien erscheinen ließ.

Ter Deutsche Banarbeiterverband hatte gegen bie Firma M. Walbinger in Ober-Ramstadt, bjro. Industriewerke Stöckheim, einen Antrag gestellt auf nachträgliche Bezahlung des Tariflohnes für vas Baugewerbe für den Monat Juli 1920. Ter Antrag war in einer früheren Verhandlung des Schlichtung Ausschusses abgelehnt worven. Bei ter erneuten Verhandlung, die auf Anordnung des Staatskommis'arS für die wirtschaftliche Demo- bilmarfning ftattfanb, schlossen die Parteien einen Vergleich über eine Abfindungssumme, wobei die Frage ter rechtlick>en Verpflichtung offen ge­lassen wurde.

In ter Antragsache des Ludwig Walther in Gießen, ehemals Bavackewru selier im Durchgangs­lager Gießen, gegen die Abwicklungsstelle teS Turchgangslagers Gießen roegm Nack^ahlung eines monatlichen Gehalts als Entlasfungsunter- stützimg wurde die Verhandlung ausgesetzt, da die für die Kassen Verwaltung tes ehemaligen Durch-

Aut einem dieser Spaziergänge war eS, n» er, ttr cmen Seitenweg ctnbiegenb, plötzlich vor Getto Falkner stand. Kemer von ihnen war aut die Be­segnung vorbereitet genxfen, und ter Augenblick des Erkennens brockte wohl auf beiten «werten tee ztrichc B.'stürzung hervor. Aber wahrend Getto tech einem flüchtigen Zusammenfahren Miene radüe, ihren Weg unbeirrt forf.uietzen, führte d«r kurze Kamps tes jungen Arztes zu einer ent- sülossenen Tat. Mit tem öute rn ter Vond ver­trat er der Tochter Bernhard Falkners geradezu

' t*u Weg.

Guten Tag, gnädiges Fräulem!" tagte tt I i,.Dr es ter Zufall so gut mit mir meintbarUö mr viellcicht einige Augenblicke freundlichen Ge- hrrs erbitten?"

Deutscher Nelcbrtag.

47. Sitzung, nachm. 1 Uhr.

Berlin, 15. Dez. 1920.

Der Präsident macht zu Beainn der Sitzung Mitteilung oavon, daß em Scheiben tes Mi- - sters des Innern eingegangen ist, in tem die .'^nehmigung des Hauses zur Strafverfolgung tes Mg Erzdergrr nrgat Verletzung ter Eitespflicht

ebt T. Not) auf Ucberlaffung von möglichst i'l ?ftutcrmitteln an die Landwirtsck>aft zu liligen Weisen eitt'prechend ter Menge tes a'ogelieserten arotgetreutei, Oforffr und Laser. Desgleichm wird Antrag Bohr (Tem.) angenommen, bei Erfassung n® Hascrernle Kentere Betriebe mit starker Vieh laltimg von ter Umlage zu verschonen. Abgelehnt ytb ein Antrag Müller-Franken (Soz.) mit 156

Dieter mockte es gewesen fern, ter ihre rasche Ant­wort bestimmte: v . . . , .

Ich bin von niemand abhängig und habe nach keines Menschen Meinung zu fragen. Wenn eie mir also, bitte, sagen wollen, was Sie von mir wünschen--" ,,

Ich wünsche nichts als eme Erklärung für JHr' Verhalten gegen mich. Verstehen Sie mich recht: nicht für das Veiha.tm Ihrer Familie das ich cchne Begründung hinnehme. so wenig ich e-, verstche- Nur tes Ihrige ist es. über teilen Urlacke ich Gewißheit haben möckte. Vielleicht können eie sie mir in wenig Wottm g'bei."

Sie antwort te nicht fog.ctl): ater sie,begann langsam neiterzugehen, fo daß sie nun önte an Seite dahinschritren wie auf t ren glu(ß)iir(l)tecten Spaziergängen im Wilde. Als sie lo eine kurze Strecke zurückgelegt falten, sagte Gerda:

3a Wenige Worte würden genügen. Aber es ist' doch wobt besser, wenn ick sie nick' anslprecie. Dewi sie würden für Sie ebenso peinlich letn, rote sie für mich schmerzlich sind " . z riri

Sie wollen also meine Sitte nickL erfüssen > ",Nem ich tar.m nicht. Glauben Sie mir, hab ick es nicht kann." .

So müßte ich mich eigentlich wieder vera> schie^'en. Aber ick bringe es nicht.fertig., so von Ihnen zu gehen. Zu la ge und zu inorunstig habe ick mich nach einer Möglichkeit gesehnt, noch em einziges Mal mit Ihnen zu sprechen Und wenn Sie nickt au-5 front Stücken sagen wollen, nxij eie von mir entfernt, so erlauben Sie mir zu fragen: Miessen auch Sie mir die Schuld bei an tem Tote Ihrer Schwägerin?" r

Stott der Erwiderung, die er gefordert patte, stellte sie eine Gegenfrage:

'.angslogerS nunmehr zuständige Stelle, die Korps« ejtrfSregimnig in F auf urt am Main, zu xr Angelcgenhei: noch keine Stellung hatte neh­men können int> die Frage zu fiaren war, ob ter ?lntragsteller nicht z. Zt ter Entlassung noch Mi- lilärposon war. Im übrigen nmrte tem Antrag­steller an beim gegeben, sich jedenfalls mit ter i^rpsbezirksregieiung wegen Bewilligung einer Unterstützung nochmals ins Benehmen zu setzen.

Sie Aufforderung zum Ängttft auf jnt* oter bi- Regierung bann enthilten wäre. Tie $fommu» nisten geben sich alle Mühe, mit teil Gefangenen in Beziehungen zu treten. Wenn eS i nen bisher nicht gelungen ist, so ist daran bie Abneigung ter Russen schuld, sich rn Gefahr zu begehen, aber auch die Art und Weile ter Befa.idlung, rote sie die deutsche Regierung teil Russen zuteil wer­den läßt.

ReickSssmmzminister Wirth bemerkt, eine Abordnung habe ihm mitgeteilt, Staatssekretär Grvciins'i habe polemische Aeußerungen g.-gen An- gehörigt von Regierwigsvarteien und speziell solche der Dnttschm Dolkspatt.n getan. G' werte ixmiui uirütffommcn Taninr ent pnitt sich eite Lärm-

icgm 153 Stimmen, der eine Abänderung deS - Lchstehenten Antrages Arnstadt lD.-Nat.) bar» '«(IL Der Antrag Arnstadt selbst, der eine ^rrb'.nigung ter Produkt onSmittel ter Stickstoff- rtiufirte fordert, die Förderung dec Einfuhr von ^ohphosphaten verlangt und die Länder ver°> irtfaffcu toill, die Lage der Landwitt chaft durch itescyafsung von Düngemitteln durch Kredite zu 'rleichtern, wird angenommen. D-r Änttag Ader- ba!d auf Einsetzung eines UntersuchungsauS-

roart, hätten wir noch nicht soviel deutsche 6k* fangene aus Rußland teraustekommen.

^iermtf wird die Beratung abgebrochen

Es folgen persönliche Bemerkungen.

Donnerstag narfmrttag 1 Uhr Interpellation Aterbold wegen Absendung ter lüng'en Note an die Entente, ohne den Neichttag zu befragen. Außerdem kleine Borlag"n, darunter die Besol- dnngsvorlage und Weiterbcvatun'g.

Schluß gegen 7 ,Uhr.

ter auf die Tvansporiliste gesetzt werten? Tic Beibehaltung ter roten Formationen in den Lagern ist eine besondere Gefahr Schon geht dort daS Gerücht um, man wolle dort Schulter cm Schulter mit den teutfdfon Genossen kämpfen. Tie kommunistische Partei tut ihrerseits alles, um diese Bestrebungen zu unlerstü^n Erneuter Lärm links.) tzerr Viktor Kopp sitzt formell in Berlin, heimlich aber reist er unter falschem Namen in Teutschland uml-er und treibt seine Propa gante. Ter Redner verliest einen Artikel der Freiheit", ter sich mit einem Kabinettstefcklnß befaßt. Wie kann dieser Beschluß in dieFreiheit" kommen? Ter Fehler wird auch hier bei den Nach­geordneten Instanzen liegen, genau wie bei den Gefangenenlagern. Gestern habe ich einen russi­schen Internierten hier in das £xni5 einführen »vollen, desgleichen ein Herr Schlesinger von ter Reichszentrale. Mein Gast wurde ständig kontrol­liert, ter tes Herrn Schlesinger konnte frei schal­ten und walten Wer ist Herr Schlesinger? 'Unge­heurer Lärm auf allen Bänken Tie Linke drängt auf den Redner ein, die Rechte macht dagegen Front. Wenn ich einen Herrn hier einführe, stclst er unter tem Schutze tes Präsidenten. Sollen wir uns das gefallen lassen? (Erneuter Lärm links.) Ten Herren Kommunisten ist es unangenehm, nenn ich ihnen angesichts tes deutschen Volkes die Maske vom Gesicht abreiße. Herr Schlesinger isi dock Ihr Mann. Er scheut sich nicht, in den zweiselhastesten Lokalen mit den Bolschewisten zn- fammenyutommen. Sie alle arbeiten zusammen mit Herrn Viktor Kopp am Sturz ter Regierung. Ick bin bereit, ter Regierung mein Mattrnl zu unterbreiten. UnS beseelt nur die treue Sorge um das Wohl tes Vaterlantes. (Zuruf: Orgesch!)

Vizepräsident B e 11 bemerkt zu tem vom Red­ner erwähnten Fall im ReichStagsgebäute, daß er die Sache untersuchen werte.

Reichsstranzminister Wirth bitttt, jedes un* vorsickttge Wort zu vermeiden, damit dis Los ter 5000 internierten Gefangenen nidrt erfdjtoert werde und schiften dann, baß das Reicl»swchrministc- num die Gefangenen nicht Übernehmen konnte, wen ihm die Verwaltungsoi^ine fehlten. Sd)ließftch sind sie provisorisch dem Rei!>§fi; anzmiuisterium unterstellt worden. Die Wachmannschaften sind Zivilpersonen, die allerdings im Heer gedient la­ben. Ta das Provisorium wider Erwarten länger bauern dürfte, soll das ReichSwchrmb istenum nun allerdings doch noch mit der Verwaltung betraut netten. Mit 6ernt Schlesinger labe ich sonst nicktS zu tun. Um die Zurückzichung ter Kriegs­gefangenen hat er sich aber große Verdienste er­worben. Neber die Ein-.-lheitcn ter Jn:e pella- tton wird Staatssekretär Grzessi iski sp ed:en.

Staatssekretär Gr yc z in ski: An Kriegs­gefangenen ist mir noch ein Rest in unserer Land. Uebct die Regelung des Abtransports ist am 9. April 1920 mit der Sowjetretierung ein Ab­kommen gefdtloffen worden (Zurufe: Gehört nicht hierher! Interessiert uns nicht.) Wir denken, binnen etwa vier Monaten alle los -wein. Bis dahin ist eine große Anzahl von ihnen als ArbTiter beifoäf- tigt. Auch die Landwirt chast wünscht solche Ar­beiter. £)ier liegt rmm ter Grund zum Aerger: 1 dürfen sie ferne Lohndrücker trnb Stteikbrecher fein; 2 dürfen sie nicht schlechter behandelt wer­ten als die Deutschen. Die Hahl ter Internierten betrug zuletzt etwa 50 000. Unter ten zuletzt Ab- transportietten besintet sich ter General Geier, d:n ter Interpellant noch in Frankfurt a. M. gesehen haben will. Auch was ter Interpellant sonst be­hauptet hat. sind eben Befauptutnmn. Ruhestörun- gen sind nicht vorgekommen Im allgemeinen haben die Internierten keine Gefahr gebildet. Das könnt- int baut ter Gall sein, trenn sie nach tem Rezept ter Rechten behandelt würden. Tie Leistung ist zwei Kommissaren übertragen worden, die auf bte.cm Gebiete große Erfahrung hatten. Als ter Redner

DermHd)k>.

Ebertund Heinrich VTTI Auf bem Gelände der Union in Tempelhvs (Berlin galt es, den Riesen- und Monstresilm der A n n a B o 1 e y n" den .^cünungs- und Hoch­zeitszug aufzunehmen, da Qeinrich VIII. von England die frühere Hofdame seiner Ge­mahlin Katharina zum Altar führt Im­posant bietet sich der Aufbau durch eNicn Torbogen hindurch zur Fassade der West- minsterabtet, die in der Ferne aufragt. Der weite Weg ist vom Kirchenportal von einem Spalier von Hell bardent ägeru sr-ig.'halten und hinter den Linien der altenglischen Sol­daten ein Gewimmel und Gedränge von Tausenden, deS Sck)augeprängeS harrend Erregung ringsum. Kostümierte Menschen- massen ohne Zahl. Halb Berlin scheint herauSgepilgert zu sein. Jetzt naht, an der Spitze eines stattlichen Trupps von RcichS- taasabgeordneten, der Reichspräsident Ebert, von seinem Kabinettchef begleitet. Und nun «tn schriller Pf.ff. Es geht loS. Beim Klange eines Marsches rücken sie an. Herolde und Pagen, Hofleute beiderlei Geschlechts, Würdenträger und KrieaSmünner, Geistliche im Ornat und Mönche in der Kutte. Stolz schreitet Janninqs als- Heinrich VIII. heran, wie aus einem Porträt von Holbein gescknit. ten, mit Henni Porten als Anna Dvleyn. Dahinter ein finsterer Grande, Herzog von Norfolk, in dessen Kostüm Ludwig Hartau steckt. Die Massen der Zuschauer sind in Be­wegung geraten, sie jubeln und schwenken Tücher, sie fuchteln mit den Armen und heben die Kinder in die Höhe. Langsam und feierlich geht der Zug seinen Gang bis zum offenen Portal von Westminster Wieder ein Pfiff Die Aufnahme ist zu Ende. Alles ivimmelt durcheinander. Anna Boleyn und Hein­rich VIII. w.-rden dem Reichspräsidenten vor- aestellt.Guten Tag, Herr Kollege," sagt Ebert scherzhaft, und bann tauschen die bei­den Staat Soberhänvter freundliche Worte und Händedrücke urttverte ilen einige Seit in angeregtem Gespräch". Von allen Setten wird die Gruppe aufS Korn genommen und geknipst . . und weiter geht es zur nächsten Volks- und Massenszene. Der Film, bei dessen Ausnahme diese Begegnung stattgefunden hat, wird vom Freitag ab im Lichtspiel- y a u s, Bahnhofstraße, gegeben.

Bezirkstarn für das Steingcwerbe vom

September 1920 festgesetzten St'.mtenlohn von L50 Mk. zu zahlen Ter Antrag nxir gestellt vom

emgesehen und die russischen Kommissare mit ter I bedroht, wenn diese Geschichten nicht' auf hören und sie faben sich gefügt Besonders tat sich ter rusfsscke Kvmmissar Eilow hervor unh trieb eine bolschewistische Propaganda, wobei er sich auSorücklick auf die bevorstehende Unter­stützung ter deutschen Kommunisten berief Unter oem Drucke ter öffentlichen Meinung Deutsch­lands hat das Revvlutionstribunal nunmehr seinen Namen inUntersuchunaskommi sion" vervanvelt. Russische Liiiziere, tee sich nicht ten bolschewisti­schen Wünschen geneigt zeigen, >vev>n als An­gehörige der weißen Garde btxingf-ili?n und von ten willfährigen deutschen Behörden berätroilligfi in andere Vager verlegt. (Stürmische Proteste auf ter äußersten Linken, wobei sich besmters r Abg. Adolf Hoffmann hervottut. Präsident Lobe bittet wiederholt, etwas mehr Selbstzucht zu üben. Ter Abg. Höllein erhält einen Oronungsiuf Aber wo sino die Klagen ter gefangenen Russen, wo sind die Klagen der Lagerkommandanten ge­blieben? Wie können tee Behörden sagen, sie hätten kein Material? Wie kommt es, faß Internierte, die nickt nach Rußland zurückwollen, immer wie

schusses gegen den Minister Hermes w:rd angenom- ni-<n. Füc ihn stimmt zwar nur die Linke, da aber sät einen solchen Antrag 50 Stimmen zur An­nahme genügen, erklärt ihn Präsident Löwe für nigenommen. Für den Antrag der Kommunisten n» ein Mißtrauensvotum für ten Reichskanzler iiimmten nur die Kommunisten selbst.

Es folgt die Interpellation Hergt u. Gen. lD.-Rat i über die bolsch.-wistischen Umtriete.

Ate. Henning (teutschnatl.) begründet die Friterp:llation. Die Gefangenen genießen daS Sfrlrecht tes Staates, in dem sie gefangen sind Erie können gegen ihren Wunsch nickt gezwungen irerben, in ihr Heimatland zurückzukehren. DaS ist < öikerrecht Wir müssen sie also gegen die bolsche­wistische Agitation schützen. Tie russischen Be- ichlskiaber haben allein zu kommandieren und die dtrtsck-en Kommandanten in ten Gesangenen-- Inflern haben sich jeder Einmischung *u enthalten. Sie haben angesichts der Zwischenfälle in den Lagern darum gebettelt, Instruktionen »u erhal­ten, haben sie aber nicht bekommen. Nachdem nun ibtr die Presse mobil gemacht hat, ist jetzt eine Verfügung des Reichspräsidenten erschienen. War- inti könnte sie nicht früher gemacht werden? Tie kewachungsmannsckaften, die dem Lagerkomman­danten zur Verfügung stehen, sind auf Zivil- Krttag angestellt. Sie setzen sich meist aus Ar- i'-itslosen, darunter 90 Prozent Kommunisten, sttammen. Sie haben sogar Betriebsräte gebildet. Brotcfr.' anrt ter äussersten Linken. Großer Lärm.) °ttm hat Herr Bikwr Kovp die Vollmacht erlangt, Iber alle Russen zu verfügen, die früher zum iir'ssschen Reiche gehött haben, also auch über Fetten und Ukrainer Selbstverständlich erbeben die Vertreter dieser von uns anerkannten Republiken >wegen Widerspruch. (Erneute Znnschenruse der ^inmunisten.) Mir steht ein großes Material hin russischen Gefangenen zur Verfügung. Die Ernten kann ich hier nicht nennen, um die Leute röfit m persönliche Gefahr $u bringen. Der ünflerfommanbant von Salzwedel führt seit einem § erteliahre Besch'verde, ohne überhtmpt eine Dnt- nart erhalten zu haben. In seinem Lager sind so- lar Revolutionstribunale errichtet worden. Die d'fckwerden russischer Gefangener sind sogar dem rfrfischen Kommissar selbst zur Erledigung über- "TTLrtÄi 7 jeten worden Das ist doch der Gipfel. Tie Un-

IllMMW Mcklicken wurden mit dem Tode bedroht, nackts

yil(H|DnD|, .. 0,5 den Betten gerissen und halb tot geschlagen,

voitttt-w 8on Tiszivlin ist in den Sagern über-

Snltnrb^V/ i-uvt keine Rede mehr. ES herttcht ter

(Hrofeff- < tmcot. TaS bat der Lagerkommandant selbst Donner»" ° . --- . --:-------------

Cuiai rei * ie4V®P fe I

verlangt iviro.

Der ^x-seyentwurf über die wettere vorläufige Ütafluug des Re ch'hausHalts wird in allen drei ;3ungen gmehmigt.

(v-3 folgt die zweite Beratung des Gefetzeut- B Eies gegen die Kapitalflucht Der Entwurf rottd F ^-atteloS genehmigt, te gleichen hi dritter Lesung.

Ta^ Haus unterbricht dann die Sitzung auf H ) Uhr nachmittags.

Bei Wiederbeginn ar Sitzung ist das Haus ckr siark b setzt. Die Ent chlleßung veS Ausschuss'eS, i ikjärfste Maßnahmen gegen die Richtablieserung wn Bro'getreite zu fordern, wird von den bürger­ten Parteien gegen die Linke abgelehnt. Die .lasschußeutschlicßuugen betr. das Kuchenbäck­er bot und b:tr. die Biehseuchm nxtrbeu emgenem- -vn. Bou den Ausschußanträgen wird zunächst Ittraq Irimbom lKoalitionsparteien), das Ge- w.-t der Beterinärfragen vom ReichZministerttim -«s Inueni auf das für Landwirtschaft und (St­ete in: n :u übertragen, angenommen. Abgelehnt Tirb der Aittrag Müller Franken (Soz.) auf 23er» reich!ichung der Kunstdüngerer-eugung und des .»-rtriebee Angenommen wird ein Antrag Arn-

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