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Zweiter Blatt
Nr. 241
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n Tristen zkarnps beider Staaten geworden, in der Vertrag von R»
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Wichen im Osten unter allen Randstaaten die I^vvienmg für Rußland oder für Polen bringen ■Wen. Der Kampf um die Entscheidung — wer A*' Großmacht des Ostens sein soll — steht noch unö "her Vertra?ivvn Riga bedeutet nicht das sondern den Anfang diches Kampfe?. Diese Kenntnis, die in den einzelnen Randvölkern durch politische Verhältnisse, durch die kleinen >lon- ^mzkärnpfe uniereinander und die Grenzstreitig- stark getrübt war, wird angesichts der Rigaer ÄjtiNuibhmgen und ihres Abschlusses sich nunmehr I^mzester Frist Bahn brechen.
E^Vielleicht wäre die Lösung dieses Konflikts auf -■ Michern Wage möglich, merat die westeuropäischen den Dillen dazu hätten: aber so gewagt teufe noch erscheinen mag, den Gedanken aus- ^icechen, so kann rgan doch nicht mehr verkennen, ' ?B ber russisch-polnische Konflikt lehren Endes ber Mt« eines gewaltigen westeuropäischen, englisch- W^rösischen Konfliktes ist. Frankreich hat sein 6^5 - uulöslich mit der polnischen Großmacht M^-nüpst, wahrend Englands Interessen in den g 611 Randstaaten wie in Rußland selbst bereits 4 *ler solchen Bedeutung angewachsen sind, daß ^ue. schwere politische Erschütterungen sich von E mml mehr lösen kann. Die Waffen mit denen .fischen Rußland unb Pole:: der u™ die Konsolidierung des Ostens ausge- ^d, werden nicht nur industriell, sondern .rn Westeuropa geschmiedet, und die r oey Ostens kämpfen den KamH ju Ende^
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Die „rionsoli^ientLg" -es Gfte«s.
Zum Friedanöschbch i» Riga.
Von besonders inframorfer Saite wird uns yf Ariden:
Tir im Osten kurz au fern au der folgenden Tjrrie» lenSschlüisc zwischen! Rustand and Finnland, Lett-» and, Litauen und Posen Kwttr« in Westeuropa den kmdrnck cmxcfen, als ob in der Tat die Konsoli- wrung des Ostens beginne. Dieser Trugschluß ist o gefährlich, daß r von den sckrversten Folger, für die europäische Kultur sein müßte. Feder Kenner der ^ecbältnisse in len Randstaafen wie in Sowict- ruplanb neist, daß der Osten niemals von nner ^ansolidierung entfernter ,var. als heute. All die zffriedensabkommen. bfe aus der Käuegsmiidiakeit ind völligen wirtschaftliche Erscböpfunt sowohl der fandstaaten, wi>' Sowie,rnstlauds entspringen, fön- vn keine eudailltiae Bedeutung haben, weil sie sowohl die wirtschaftlichen, wie psncholocnsck-en Ber- Mtnffse vergewaltigen. Erlangt der bisherige Ab- ihluß der Verhandlungen in Riga in der Tat die traft eineo Fried ms per träges, w besteht daS Wort ^mowjews zu Recht, daß es sich lediglich um einen Zeiten Frieden von Drest-Litowsk endest. Niemals waren die Konfliktstoffe größer >i« heute nach dem Abschluss ter einzelnen Frie- «msVerträge Der Vergleich mit den Balkanstawen twr tem Weltkriege erscheint blaß angesichts der cvoaltigen Gegensätze die zwischen stdustland uitb *3tat einerseits, und zwischen den Randstaaten un» tsreinander andererseits fortbestehen.
Die Jdte eines polnischen Groststaatcs, einer rvuen europäischen (fffwßmacht. die schon fast ver- frTfit sch eu ist seit dem siegreichen Vormarsch der nilnischen Freiwilligen truppen ,md dem Zu- bkmncnbruch 'der Roten Armee in voller Kraft roter ausaetancht. Polen sieht seine Rettung vor \y drohenden finanziellen Katastrophe im Erwerb per Landesteile: aber die polnischen Politiker lv-gessen, dast die neu eroberten Gebiete für sie |khgli(b rinc Reubelastung ihres Etats, keineswegs [:ter eine irgertbtoif bedeutsame Einnahmeoiwlle Schellen werten. Bringen sie al>'o kein Aktiv-Konto hi: sich, so sind die Passiva, die Polen mit dem sich üblich steigernden Hast der Litauen m,d Weiß- nllhenrn auf sich nimmt, eine schwere Gefahr für Ito Eristenz des polnischen Staates. Man darf sich friicn Augenblick darüber im Unklaren fein, daß ter litauische Staat unter den in Riga zwischen Total und Rußland abgeschlossenen Bedingungen irkstenzunfähig ist. Zu einem Ausgleich der sehr iheblichen natürlichen Gegetrsätze zwischen Polen rtb Litauern fehlt jede Voraussetzung. Im Gegm- IriL die Gegensätze haben sich noch verschärft. Eber dive dieses Volk bereit, in Rußland aufzugehen, bl* sich dem polnischen Joch zu unterwerfen. Die U'kenntnis, daß die Umklammerung des litauischen rnateS im Westen, Süden, Osten durch bosnisches lebtet schließlich zu einer völligen Einverleibung, I den polnischen Staat führen muß, treibt die litauer zur Derznviflung. Schon heute beginnt die rauische Bevölketurrg, freiwillige bewaffnete B":n- Int zu bilden, die den Kampf auf Leben imd Tod Iroen die polnischen Unterbrürfer aufnehmen wol- Int. Selbst wenn die litauische Regierung wollte, |*:nitte sie dieseVolksbeweguna nicht ankämpfen, und ■in polnisch-litauischer Friede ns »er trag wird an bnt Ausbruch dieses Kampfes etwas ändern kön-
Trennt in der Tat ein polnischer Korridor lÄuen von Rußland, so wird in wenigen Mona- ttrgonz Litauen das Bild der Ukraine wicdergebeu, dein einziger großer Ban d en kr ie g polnische •€ litauische Gebiete verwüsten. Aber es ist nicht |'.5 polnisch-litauische Problem allein Auch Ruß- |n5 kann nicht eriftieren, zumal seine nnrtschaft- Ifxn Verbindungen mit Deutschland an allen wicki- r *n Punkten durch einen polnischen Korridor zer-
sind. Man hat sich vielfach über die rasche Sendung des Kriegsglücks vor Warschau gewnn-- Aber für den, ter der Entwickelung der Er- rrriffe aus ter Nähe folgte, hatten sie nichts über- pf)mte-3. Einmal waren die Russen plötzlich ge- |; mgen, sehr erhebliche Truppen ko n tigente abyu* feien, um sie in das für sie viel wichtigere Donetz- hhet gegen Wrangel zu senden, und dann: Ruß- rird wird immer weeen ter schlechten Ausrüstung ml Verpflegung seiner Truppen, wegen ter k^vierigkcit der Racffsrfürte und aus tat»send an- frön Gründen bei Beginn der Winter zeit ziffam- frnbrechen, um im Frühjahr *u neuen Schlägen kfliubolen Vermag Rußland den Krieg im rrwrnner nicht zum Abschluß zu bringen, wird es p- Winter stets der Besiegle sein. Gelingt es aber
Sowjetvegierung, sich im Winter gegen den pmeral Wrangel zu halfen, so werten die Roten I ; neen im nächsten Frühjahr, wo die Felder wieder Itiamfl bieten, und der Belleidungsmangel in- I * ter besseren Witteruna nicht mehr ytr völ- ■V Entkräftung der Truppen führt mtt neuer W^weifelfer Kraft über Polen heisallen. E-? <t?a l-jt, an die ostgal. zisch en und ukrainischen Prvblenu V krinnern. die auch durch den Vertrag von Riga Döt gelöst find, um zu erkennen, daß der Osten Ware mehr denn je vor dem Ausbruch eines lodern- »ei Brandes steht.
Die Rivalität Rußlands und Polens ist zu
75 bis 3JL 8100 >00 bis m 9540 -00 bis 3)11504» rlzhüte
ld billig reffen, Bänder, “<«■ ™c
GietzenerAnzeiger sGeneral-Anzeiger für Gberheffen)
Samstag, jb. Gttober 1920
den die geschichtliche Lutwicklung den sich heute noch wen die Erkenntnis wehrenden großen roefoamt- päischcn Rivalen aufzrviugl.
21m> Stadt ttttö Land.
Gießen, den lb. Oft. 1920.
Die Polen und wir.
Der Deutsche O st ma r ken-G er ein hatte am Donnerstag eine starke Kundgebung za Gunsten der ous^wrdenUich wichtigen Abstimmung in Ober schlesien erhofft. Es hätte der Krrndgebung eine größere Teilnahme geziemt. Wenn da> J-Mereise überall im Reiche so gering wäre wie hier, stände cs schlecht um unteren Osten. Datei touren die Ausführungen des Redners, Studienrat jiriesln an n, Lübben in ter Lausitz, nicht bloß interessant, sondern voll großer wertender Liebe für den deutschen Osten, mstefvntere Oterschlcsien. Er entwickele zunächst die geschichtliche und geogra- graphischc Olffrage. Deutschland, ein Reich der Mitte, hat seit langem wegen seiner Lage als Ve sonders beneidenswert gegolten, was den Verkehr und den Hantel des Festlandes betraf. Schlesien ganz besonders wurde für die Mitte Europas gehalten, gesichett nach Osten gegen Asien und seine Wellen. In Wahrhett aber bedeuten Schlesien und ter deutsche Osten kein Binnenland, sondern die Grenze gegen Asien. Tie Erhaltung ter Ostmarken ist also neben einer deutschen Angelegenheit ei na oder besser die euwpäische. Da die Polen bis weit in das vorige Jahrhundert hinein ein Volk waren zu schwach zu einer selbständigen Rolle — hatten sie doch im 11. und 12. Jahrhundert um deutsche Kolonisten geworben, tonnte es doch geschehen, daß sie ohne weiteres in dreimaliger Teilung aus der politischen Buchführung gestrichen wurden —, so mußte eben Deutschland zusehen, wie es dem asia- ttschen Erdteil entgegentrat. 1815 wurde die Ost- grenze von Deutschland-Oesterreich die Scheite zwischen Europa und Asien. Nun aber blieb das Auffnerkeu des europäischen Ratldstaate-s Deutschland auf den Osten ebensotvetrig nachhaltig, tote schon im Mittelalter. Polnisches Nationalgefühl erftarfte immer mehr. Der bis dahin ungenieckte Bürgerstand entdeckte seine Intelligenz. Die betontere Vorvostenstellung des römisch-katholischen Priestertums, Werkzeug des Papstes gegen das griechisch-katholische Bekenntnis, stärkte das Selbstgefühl, katholisch Polen stand gegen protestantisch Preußen-Deutschland auf und Masse und Macht Polens waren da. Zu spät merkte die deutsche Regierung, daß sie ßrvße Fehler machte. Bismarcks Verleugnen war nicht wieder guit zu machen. Frankreich bagegen spürte den Wind. Ein unabhängiges Polen ift ein französisches Steer im Osten. Kein Wunder, daß Polens Gelüste auf Oberschlesien von Frankreich umerstützt Werten. Da es im Westen Beine Garantien auf die Kohlen bekam, nimmt es sie an ber Weichsel. Die Gefahr, die in ter Werbetätigkeit und den Machenschaften ter Polen liegt, die Abstimmung in Qterschlesien zu hintertreiben: die Art, wie sie mit allen Goltenittcln und auch moralischen Mitteln das Fortkommen deutscher Kolonisten, wie früher m Posen, so jetzt hier m Frage stellen, ist den Franzosen sehr zu paß. Daß aber bereits Mittelschlesien, also unbesetztes deutsches Gebiet, von einer Flut von polnischen Geist- licl)en, Lehrern, Kaufleuten, von polnischen Baugesellschaften, Fabriken überschwemmt ift und in wirtschaftliche Abhängigkeit von bat Polen gezwungen werden soll, das wissen die Franzosen ebenso und es ist ihnen auch recht. Wetrn Ote» schlesien verloren geht, dann muß auch unter dem Druck ter Niederlage Mittelschlesien bei Polen unterkriechen. Dann aber auch ift Ostpreußen Insel und wird überflutet. Warum ist nun gerate Oberschlesien so umstritten? Es hat Erze, Blei, Sulfite, Kohle, Wald, Wasser, Getreide. Warum aber auch ist es fast wehrlos? Weil es kaum Verkehrswege hat und nicht selbständig sein kann.
Dunkel ist die Zukunft im Offen. Und es läßt sich nur eine schwach: Hoffnung hegen, wenn ter deutsche Westen sich stark hinter den Osten stellt, wenn dio Grenzer ihre überparteiliche Einmütigkeit sich betvahren und wenn sie noch torze Zett die Zähne zusammenbeißen und den Gegnern nicht den Schein eines Rechtes zum genxriti'amen Handgriff, den man sonst Straßenraub nennt, an die Hand liefern. Hoffnung ist vorhanden, denn die Polen sind uneinig wegen ter Moskauer Entscheidungen, und Frankreich führt sie zu offensichtlich schon als Kaitonenfutter vor, als daß nicht das polnische Krakehlerblut sich einmal rächen würde. Das Gebot ter Stunde im Westen ist aber stets das erste, das erfüllt werten muß: tätige Anteilnahme.
** Personalnachrichten. Registrator Rumpf dahier hat seine Stelle als Landgerichtsregistrator, tee ihm im November 1919 übertragen worden ist, jetzt angetreten. Man sieht den tüch- tigen und bewährten Beamten, ter nahezu 20 Jähr' am Amtsgericht tätig gewesen ist, dort sehr ungern scheiten.
** Ein Liter Petroleum 6 Mark. Nach einer Mitteilung des Reichswirtschaftsmini- stcriums darf das für Oktober d. I. zur Verteilung kommende Petroleum beim Kleinhändler ab Laten nicht hoher als mit 6 Mark das Liter und Lieferung frei Haus des Verbrauchers nicht höher als mit 6,15 Mark verkauft werten.
** Zum Besten des Landes-Diako- nissen Hauses „El isa bethenstift" in Darmstadt, das in dieser teuren Zeil rtre andere Werst ter Inneren Mission Not leitet, wird Montag den 18. ds. Mts., abends 8 Uhr, der frühere Vorsteher des Elisabethenstifts, Pfarrer T egg au, in der Johanneskirche einen Lichtbilder vor trag halfen über: „Wilhelm Stein- Hausen, ein malerischer Eoangeliumsteuter für Gottsucher." Wer den feüifühliqen frommen Frank- futter Meister wenigstens cms feinen volkstümlichen Bildern zur Weihnacktsgcsck'ick'fe kennt und schätzt, wird gerne eine sachkundige Ueberschau über ein reiches Lebensiverk christlicher Kunst sich vorführen lassen. Eintrittskarten sind bei Herrn E. Challier im Vorverkauf zu haben.
Hessen-Nassau.
Aushebung einer Fnlschmünzerbanüe.
fd. Frankfurt a. M., 14. Okt. Eine vielköpfige Bande, die seit Monaten den Berttieb salsck)er Banknoten geiverbsmäßig audübte, wurde von ter Falschgeldah teiluug ter FranHutter Kriminalpolizei in Verbindung mit auswärttgen Poli- zeiä intern feil genommen. In ter Hauptsache -our- ten in der Falschmünzerwerkstatt die tefannten braunen Fünfzigmarffchcine vom 30. 11. 1918 her- gestellt. Die Falschscheine, die in ungezählten Wstgeü ixtii üer Lurte in i/mu ldtU, ffi irit
allen Dörfern putschen Frauksirtt und Darmstadt, Mannheim unb Lupwigckhafen und zahllosen an- teent Orten odaefetzt wurden, stechen dadurch besonders in die Augen, daß die F-üllinten auf ter Vorderseite hell fine, der blaue Unterdrück durch scheint, das Papier außen»chemisch dünn ist uno txe Wasserzeichen fett rmb. AL Hauptverbr rver wurde in LndwiasHafen festgenommen ter Ldzahrigc 'Ute* ch«nker Wilhelm Geetz aus Franksirrt, in Lnd- wigshasen trat er unter dem Ofeimen Karl Wind auf, trug Opitzbatt und Hornbrille, die ihm die Polizei bei der Verhaftung absetzte, ferner der 2-1 jährige Kaufmann Sebastian Beck, ter 83jährige Spengler Ludwig Stemhauer aus Neu-Jsenbuvt, der 3sijährige Mechaniker Wilhelm Grüner auc> Frankfurt. Steinhauer und Grüner wurden auf frischer Tat in slfeu-Jsetchurg durch den Palizei Wachtmeister Herold in außeoordentlich geschickter Weise entlarvt und verhaftet. Weiter kamen in Haft ter 56siihrige Reisende und Konditor Fried' rich Becker mit seiner Ehefrau Amalie geb. Täng ler. Becker entsprang aus dem Seekbackfer Polizeirevier, wo man ihn vorläufig eingespertt hatte und konnte bisher nicht ergriffen werden. Unter dem Verdacht ter Falschmünzerei nahm die Polizei schließlich den 29jährigcn Schleifer Ferdinand HarNvig und den 31jährigen Chemigraplten Georg Rotb fest. Roch, einer ter bekanntesten Falschmünzer, wird auch in der nächsten Schw-urgerick-ts- periote in ter großen Falschmünzeraffäve Kreher und Genossen als Hersteller der Platten auf der Anklagebank erscheinen müssen. Er wurde vom Gferidit vor längerer Zeit auf freien Fuß gesetzt unb hat sofort seine Falschmün.-^rtätilcheit wieder ausgenommen. Von den von dieser Bande in den Verkehr gebrachten Fünfzigmarkscheinen besinten sich noch zahllose Eremplare im Umlauf. Aus die Ermittelung weiterer Verbreiter hat das Reichs- bankdirekwrium außerordentlich hohe Belohnungen ausgesetzt. Sachdienliche 9Reldungen nimmt die Frankfurter Kriminalpolizei, Zimmer 455—457, entgegen.--.
Handel.
Berlin, 15. Ott. Börsenstimmungs- bild. Wenn auch in einigen, in ber letzten Zett besonders start geflogenen Jndustriepapieren, .cne Overschles. iboks, Siemens u Halske, Mlerwerke und Gebr. Böhler die Kauflust nacküfeß und leichte Kursrückgänge darin erntraten, bot die Börse m ihrer Gesamtheit bei unvermindert starkem Geschäft in den zu fthwankenden und zu Einhcitskurfett gehantelten Papieven das gleiche eindrucksvolle Bild wie bisher. Tie Beteiligung des Publikums, besonders am Kaffaindusttiemartt, bleibt unverändert stark. Tic Maklerschaanken sind in dichten Scharen umlagert, so daß die Kursfeststellung von Tag zu Tag sich weiter 'hinauszieht. Am Montanmarkt erfuhren Deutsch-Luxemburger, Laurahütte und Phönix Steigerungen bis zu 20 Pvoz., die übrigen Papiere doch weit geringere. Ber Färb-, Elektro-, Maschinen-, Auto- und sonstigen Papieven betrugen die Kurssteigerungen bis zu 10 Proz., gingen aber bei Hirsch Kupfer, Rheinmetall und Köln-Rott- tcsüer ivesintlich darüber hinaus. Ksilipopiere waren bei behauptetem Kursstand unverändert lebhaft. Vernachlässigt traten wiederum Schiffahrts- wette sowie Petroleum-, Kolonial- und Auslands- Papiere, letztere trotz der erneuten wesentlichen Steigerung der Devisenpreise. Am Bauten- und Rentemniarsie sind die Kursveränderungen im wesentlichen nicht erheblich.
Frankfurt a. M., 15. Oft. (Börsen- ftimmungsbild. Arn Montan markte war das Geschäft ruhig. Nachftoge tvat für Buterus hervor, ter Kurs wurde um 7 Proz. auf 470 gesteigert, RheinstaH. vermochten 9 Pvoz. zu gewinnen 525, ihnen schlossen sich Phönix Bergbau an, wenn auch nur mit einer Avance von 3 Proz. auf 623. In den übrigen Werten blieb auf diesem Gebiete die Kursbewegung bescheiden. Mansfelter 56urfe wurden rege umgesetzt 5050—5175. Heldburg 371 genannt. Bon Auslandswerten blieben Baltimore fest 495, plus 10 Proz. Deutsch lieberfee Gert. 1080. 5pvoz. Gvldmex. 688, 5proz. Silbermex. 493. 5prvz. Bulgaren gewannen 5 Proz. auf 205. Atif dem Gebiete ter Eleftrizitäts- und Chemischen Attien Hieben die Kursbewegungen bescheiden. Es notierten u. a. Elektr. Schuckert 251, Bingwerke 290, Spiegel- und Spiegelglas 499.75 Fränkische Schuhfabrik 275. Adlerwerke Kleyer lagen im Angebot 308 (— 12 Proz.). Ehern. All-ert mit 79o stiegen 25 Proz., RütgerÄverfe 385, plus 9 Proz. Metall Dannhorn 177*/<- Maschf. HtzdroTneter 198. Waggons. Fuchs ex- zittten einen Kursgewinn von 15 Proz. auf 540. 5proz. Reichsanlethe 791/«.
Frankfurt a. Dl., 16.Okt.
Förfettfurft.
Datum 5e,0T>eut.flriegsanL 4'^Deut.Reichsanl. 3*/,veut.7lrichsanl. 4*'n Prenß. Äonfols Darmstädter Dank Deutsche Bank . . . Disconto- Gefellsch. Dresdener Bank . Nationalbank f. D. Mitteld.Creditbant H^Amerik.-Pakeff. NorddeutscherLloyö Boch.lvußstahlwrk. D -Lnxemb.Dergw. Drllenkirch.Bergw. Harpener Bergbau Oberschl. Eisend.-B. Oberschles-Eisenind. Phönix» Brgb.-Akt. Bad.Anilin-u.5oda Höchster Färb wecke Elektr. A E. G.. . Schuckert. Werke. Felten» Guilleaume Daimler Bud-Eifenw.-Akt. Adlerwerke .... 4°;<,5eR-5taatsanL Electton Griesheim
Frankfurt Berlin
Atend- Atend- Schluß- Schluß-
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485,-
485,-
489,-
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255,75
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463,-
462,-
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Datum.- 14.10.
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Amsterdam „ .. llopcnhage». 10,75
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rediseumartt.
Selb V-ies Gelb Brie« Datum: 14. Okt 15. Okt.
Amftert ern.^otferd. 2115,35 2119,65 2060,40 2064,60 Brüstel-Antwerpen Christi ania
471,50
472,'0
482,-
483,-
936,55
9 8,45
951,50
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1344,3,5
1373,60 1376,40
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181,30
181,70
269,70
270,-
240,70
276,30
238,50
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244,50
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981,-
1003,95 1005,05
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24,22
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83,27
80,52 82,85
18,43
18,47
18,38 18,42
BiicherristN.
— 6 inf übtun g in Goethes Faust. Von Pwfessor Dr. Fr. Lienhard, l Wissenschaft unb 18Übung.) 5. verbessert? Auflage. 118 Seiten. Preis getunten 5 Mk. Verlag von Quelle & Meyer m Leipzig. 1920.
tAn einem Teil ter Auflage ttneb?rMM Die Neugestaltung -es Polizeiwesens in Rheinland-Westfalen.
Essen, 15. Okt. iWB Heute sand im Polizeipräsidium in Essen unter dem Vorsitz des Minisfers des Innern 2 e v e r i n g eine Zitzunq Natt, in ter die Neugestaltung des P)liv?iwesens für das rhsinisctewestfäliscte Znduslttegediet erörtert wurde. Van allen Seiten wurde die Notwendigkeit ter scküeunigen Xferflaatlidjung ber Lickferheftspllizet anerfannt.
Die Kündigung gegenüber Schwer- brschlidiaten.
Berlin, 14 .Okt. (WTBsi Vom Reichs arbeitsminifterium wird mitgeteilt: Der Reichsrat hat in fei hä Sitzung'vom 14. Oktober einer Vorlage des Reichsarbeitsminisde- riums die Zustimmung erteilt, wonach auch über den 22. Oktober hinaus die Kündigung gegenüber Schwerbeschädigten nur mit Zusttmmung der Hauptfürsorgestellen für Kriegsbeschädigte und Kriegshinterbliebene zulässig ist. Die Vorlage wird den Schwerbeschädigten in der Zeit der heurigen Wirtschaftskrise unbedingt den erforderlichen Schutz auf dem Arbeitsmarkt auch weiterhin zuteil werden lassen. Es kann erwartet werden, daß die Hauptfürsorgestellen die vor geschriebene Zustimmung zu den Mn- digungen nur in ganz besonderen Ausnahmefällen geben und daß im Hinblick darauf in den Arbeiterkreisen auf Kündigungen tunlichst verzichtet wird.
Oesterreichs Anschluß an Deutschland.
Paris, 15. Oft. (WTB.) Der österrcichffchst Gesandte in Paris, Baron Eichhorn, setzte entern Vertreter tes „Matin" die Gründe auseinander, die Oesterreich für die Volksabstimmung über den Anschluß an Deutschland ins Feld geführt habe. Die 7 Millionen Oesterreicher könnten nicht leben und nicht arbeiten. Sie hätten keine Nahrung und keine Kohle. Man hätte Oesterreich gegenüber vielleicht großmütig gehantelt, aber man habe ihm ■Seinerfei Möglichkeit gelassen, zu eriftieren. Deshalb blickt es nach dem größeren Nachbar, der ihm doch vielleicht nur wenig geben könne, aber immerhin müsse man bedenken, daß die Kvvive 4 Centimes, die Mark immerhin noch 25 Eentimes wert sei.
Der Vertreter des „Marin" bemerkt hierzu, man müsse Oesterreich helfen, wenn man nicht wolle, daß es Deutschland in die Arme getrieben werte ober sich mit ihm verbände.
Dir Frage von Wiln«.
, Paris 15. Okt. ^WTB.» Ter Völkerbund hat gestern oem Vertreter Polens, Pade- rewski. durch den Vorsitzenten des Völkerbundsrates, Senatspräsitent Leon Bourgeois, ehre Note überreichen lassen, die sich mit den Ereignissen in Wilna beschäftigt. Paterewski wurde ersucht, feiner Regierung den großen Ernst ter Lage ausrinanderzufetzen. Tie polnischen Truppen hätten die von Polen dem Völkerbunde gegenüber übernommenen Verpflichtungen gröblich verletzt. Wenn Wflna nicht in alserkurzester Frist geräumt werde, muffe ter Völkerbund eilig zu- fammentreten, um die Sage zu prüfen, die man nicht als ernst genug anfehen könne.
Ein Bericht Wrangels.
Konstantinopel, 15. O.t (WTB.) Nach einem Funkspruch ans Sebastopol vom 11. Oktober meldet General W r a n g e l, daß in ter Gegend von Slawgorvd die Roten Tnroven nordwärts zurückgezogen sind. Auf dem rechten Tfneper-Ufer wurden die Operationen dec Truppen Wrangels mit Erfolg fortgesetzt. Die ^toralfere Regimen ter 15 bis 21 und ein Teil ter drillen Schützendivision der Sonffettruppen seien gescküagen Worten. D« Truppen Wrangels sollm große Beute gemacht haben.
KunÄgebungen des TozialisTmts in Italien.
Rom, 15. Oft. lWTB.' Gestern nachmittag wurde in Befolgung des Beschlnffes" ter sozialistischen Parteileitung und des allgemeinen Ge- werffchaftÄundes von 3 bis 5 Uhr die Arbett eingestellt, um die Solidarität mit Sowie t r u ßl and su bekunden und um gegen die politischen Verfolgungen zu protestieren. In Rom war die Arbettseinstellurrg nur teilioeise. Tie Straßen hatten fast das gewöhnliche Aussehen, nur die Sttaßenbahn hatte ihren Verkehr eingestellt Nachrichten aus den anderen Städten metben, daß sich nirgends irgendwelche Zwischenfälle ereigneten, außer in Bolvgne, wo während des Umzuges eine Gruppe Extremisten die Polizestvachen angriff. Es wurden Schüsse gewechselt, wodurch eine Person getötet und mehrere verletzt wurden.
Mailand, 15. Ott. (WTB.) Gestern atenb [am es zwischen Anarchisten und Leuten, die vatrilotische Lieder fangen, zu entern Zusammenstoß, trabet Schüffe gcroedrelt, eine Pev- son getötet unb mehrere verletzt irarten sind. Die Püizer stellte die Ordnung wieder her.
Kopfschmerz
• -Hofaporhekor OHes. j ■ änlUch itfoya njiie


