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I roirtfdpft ein Markblatt zur Verhütung ixm Un- gifldßfellett beim Gebrauch dieser Mittel auszu-

für

aus-

Abgeord- haben alS

Ein Zementfchisf auf dem Rhein.

fd. Vom Rhein, 14. Aug. Die Rhein­flotte, die sich seit Monaten um ansehnliche Bestände, allerdings Ausländer, vermehrt hat, ist durch ein vollständig aus Zement ge­bautes Schiff,Internationale Nr. 10", be­reichert worden. Selbst die Nohnrüume der Besatzung sind aus Zement hergestellt. Das Schiff vollbrachte seine erste Bergfahrt und brachte Kohle mit sich.

Aur dem Reiche.

Die Einberufung des Ausschusses wärtige Angelegenheiem.

Berlin, 14. Aug. (WB.) Tie rieten Müller, Scheidemann und Wels

munallandtag des Regierungsbezirks wird Mon­tag, 20. September, nach Wiesbaden einberufen

21m» Stadt und Sand.

Gießen, den 16 August 1990.

Verwendung arsenhaltiger Mittel gegen Pflanzenschädlinge

A«» Hefte«.

Die Organisation der Finanzer.

Die Lehrlinge, Angestellten und Beamten- anwärter aller Finanzämter, Finanz-(Bezirks-)- kassen und Steuerämter, die bisher 5 Einzel- ve reinen angehörlen, haben sich am Samstag, tm 14. August 1920 in Frankfurt a .M. zumBer- band der Angestellten bei der Reichs­finanzverwaltung in Hessen-Darm- stad t" zusammen geschloßen. Veranlassung gab der Teiltarifvertcag für die Angestellten bei den Roichs- umd preußischen ©taat8Dernxdhingen, dec vor- schrribt, daß btt Einreihung dec Angestelltm in die Vergütungsgruppen durch die Dienststelle, im Be­nehmen mit her Angestellt-nvertcetung zst er­folgen hat. Die Angestelltenvertretung der Fi- nanzer, die nach § 62 des BetriebsrätegesetzeS als Sondervertretung die Aufgaben und Befug- nisse eines nach dem angeführten Gesetze gewähl­ten Betriebsrates hat, besteht aus drei Prövnen. Vorsitzender dieser Vertretung beim LcmdeSfinanz- amt Darmstadt ist derFinanzamts-Bureaubtamten- anwarter Karl Schäfer in Darmstadt, Riedesel- strahe 17, erster Stock.

Aus dem Saargebiet.

Saarbrücken, 16. Aug. (WTB.) Die Saarbrücker Zeitung" und die Saarbrücker Landeszeitung" er­scheinen wieder, und -war unter Aufhebung der Vorzensur. Die Verhandlungen werden heute vormittag 9 Uhr wieder ausgenommen.

Saarbrücken, 14. Aug. (WTB.) Der B e- l a gern ng-S zu stand ist mit dem heutigen Tage aufgehoben worden. Die Berhcrndho^en zwi­schen den OvWxisationen und der Mittelskom^ mistivn bauern noch an.

Der Reichsschatzminister im besetzten Gebiet.

Berlin, 14. Aug. (WB.) Der Reichs­schatzminister begibt sich mit dem Staats- sekretär Walther und zwei Herren seines Mini­steriums am kommenden Sonntag in das besetzte rheinische Gebiet, um die Verhältnisse seines Res­sorts an Ort und Stelle zu prüfen und mit den Staats- und Kamimmalbehsrden alle wichtiaen einschlägigen Fragen persönlich zu erörtern. Ter Referent des Haushaltsausschusses für den Etat des besetzten rheinischen Gebietes, Reichstagfebee- ordneter Stücklen, wird an einigen der wichtig­sten Besprechungen teilnehmen.

Der Mainzer Spionageprozeß.

Mainz, 16. Aug. Havas berichtet: Das französische Militärgericht hat den im H ei- matdienstpro- verurteilten drei Lud­wig-Hafener ArbeiternS ittinger, Schäf- f e r und F e i ck, Die unter Zubilligung mil­dernder Umstände zu einem Jahr Gefängnis verurteilt worden waren, diese Strafe er­lassen, weil das fran-ösische Gericht der Ansicht ist, daß diese einfachen Leute für ihr Vergehen weniger verantwortlich zu machen sind. Sie wurden sofort in Freiheit gesetzt.

probenmäßig wie vor Abschluß des Friröens_____ ____________ . ,

Vertrages ine Briefsendungen nach und aus dem «werden. U. a. wird die Wahl des Landeshaupt- besetzten Gebiet rmtz haben -u diese» Zwecke wieder | manne» während der Taguna voraenommvn werden.

arbeiten. Ter Jühalt ist mit der Bekanntmackmug vom 30. Juni 1920 ht Nr. 158 der Drrmstäotm Zeitung abgedruckt worden. Von dem Gebrauch arsenhaltiger Mittel wird nicht unbedengt <chge- vaten, Janbem ihve Verwendung an bejtmmae Vorsichtsmaßregeln" gefnüMt. jtme müssen von gesuüdheitlrchem Standpunkt aus un­bedingt gefordert werden. Auf ihre BesvlAmg oQtze mit Nachdruck qixgewirft werden, zumal d,e Giftwirkung des Arsens vielfach unterschätzt nxrt). In GeschäftSanpreisungen des Uraniagrüns sind Emtckthlungen und Vorschriften enthalten, dre in mehrfacher Einsicht in schroffem Gegensatz zu den zu fordernden Borsichtsmahregeln ste'hen und ge­eignet sind, die in dem Merkblatt enthaltenen War- meum in*»irffcm zu machen. Insbesondere ttnru in solchen Mq^ersungen btt bedenkliche Anwendung des U«niogrüns -ur BekämgLung des^Sauer- vmrme und zum Bespritzen von ß^müsepflamen

Vorsitzende der sozialdemokratischen Reichstags- fraktton angesichts der polittschen Lage die schleu­nige Einberufung des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten ver­langt.

.Kundgebungen gegen den Steuerabzug.

Stuttgart, 14. Aug. (Wolff.) Während gestern nachmittag Staatssekretär Mösle vvm ReichssinarrzMinisterium vor einer großen Ver­sammlung vom- Vertretern der Arbeitgeber und -Arbeitnehmer die Gründe auseinandersetzte, wes­halb die Reichsfinanzverwaltung trotz des gerade in Württemberg sehr leidenschaftlichen Wider­standes der Arbeiterschaft auf die verwässerte Form de» lOprvzentigen Steuerabzuges nidjt ver- E'' « könne, entstand darüber röte lebhafte De- , und röt Arbeitervertreter teilte darauf mit, der Generalstreik dmm unvertneLlich sei. Ein DemonstratirmsMg von mehr als 5000 . 'Arbeitern stehe gerade vor dem Eifenbahndirek- ttvnsgebäude, um die Aufhebung des StewtabMgs -z« erreichen. Tatsächlich war ein Demonstr-a- tionszug, wenn auch nicht von 5000, jo doch immerhin von 1500 Mann vor dem Eisenbahn- divektionsgebäude angenommen. Um gegen den StmirrabMg z-u prvtestieven. Präsident Spiegel hatte eine Abordnung empfangen und er versprach die Absendung eines dringenden Telegramms mit den Wünschen der Eisenbahnarbeiter nach Berlin. Außerdem sagte der Präsident zu, daß röte Ab- ordmmg der Beamten nach Berlin fahren könne, nrmi> ort ihre Wünsche persönlich vorzutragen. - Als die Demonstranten sich dann auflösten, ent­deckte eine Gruppe im Hauptbahnhof den Salon­wagen des Reichsverkehrsministers'Gröner, der vorgestern abmd aus Berlin zu einer Besprechung ein getroffen war und gestern abend 6.15 Uhr zurückkehren wollte. Es kam zu sehr erregten Szenen, in deren Verlauf General Grüner veran­laßt wurde, fernen Salonwagen zu verlassen und sich mit den Arbeitern in ein Zimmer des neuen Lmuptbahnhofes zu begeben, wo weiter verhandelt wurde. Der Reichsverkehrs Minister gab die Er- klärmtg ab, daß er die Wünsche der Arbeiter in Berlin zum Aursdruck bringen werde, was mit Beifall mifgmonrnten worden ist. Dcmruf ver­liefen sich die Demonstranten.

Eine Kundgebung in Bremen.

Bremen, 15. Aug. (Wolff.) Tie drei s o - ztaliftischen Parteien Bremens veranstal­teten gestern nachmittag eine große Massenkund­gebung zu Gunsten des Friedens bzw. für die strikte Neutralität Deutschlands im Kampfe Polens gegen Sowfetrußland. Es nahmen schätzungsweise 1214 000 Menschen teil, von denen sich viele nach einer Rede des Reichstags- abgeordneten Henke zu einem Demonstrations­zuge durch .die Stadt vereinigten, der nach den bisherigen Feststellungen ruhig verlaufen ist. Da sich ine Angestellten der Sttaßenbahn an der Kundgebung ebenfalls beteiligten, ruhte der Ver­kehr der Sttaßenbahn zwischen 121/2 bis 5 Uhr.

VerkchrSstreik in Hamburg.

Hamburg, 14. Aug. (Wvlff.) Nach Be­richten der Hamburger Mvrgenpresse beschlossen die Der kehr San gestellten in zwei Ver­sammlungen emstimmig, in den Streik zu treten Am Sonntag früh werden sämtliche Verkehrs- betriebeGroß-Hamburgsstillgelegt.

Ass dem besetzte« Gebiet.

Eine diplomatische Beschwerde über Frankreich» Verhalten im Saar-ebiet.

Berlin, 14. Aug. (WTB.) W wir hören, hat die deutsche Regierung die Geschäfts äger in London, Paris und Rom und den Bot­schafter beim Vatikan beauftragt, die Aufmerk­samkeit der dortigen Regierungen auf bre Vorgang- im SaarOebiet zu lenken und sie auf den Emst der durch die französischen U e b e r g r i f t c hervor gerufenen Lage und die unabschbaren Folgen der von der Saarre-iecuny im Saar gebiet ge­troffenen Maßnahmen hinzuweisen.

Der ReichSminister des Innern begibt sich worben in das befette rheinische Gebiet, um sich über die Verhältnisse des besetzten Gebietes zu unterrichten und btf notwendige Fühlung der

95 liegt somit Veranlassung vor, tnc Gemivie- unb Weinbau treibende Bevölkröung wiröerholt auf die mit der Verwendung arsenhaltiger Mittel vm- Kunden en Gefa'hren aufmernam zu machen und thr die Befolgung der in dem Merkblatt des Reichs- gesund heitSmntes imb der Bchiogisichen Rröhs- an statt -usammengestellten Vorsichtsmaßregeln ans £*r» Uu legen. \

Die hei»Attreuen Oberschlefier

der. Be-tt^tzrutzve Gießen veranstalteten am Sams­tag im Hotel Einhorn ein Wohltätigkeitsfest, um auch den geringbemittelten Oberschtesiern die Reife zu ermöglichen. Vertreter des KveiSamts und der <5tabt waren erschienen. ES war eine sehr reich­haltige und gut autzgewMte Hchordnung und vortzchtzliihe JMfte standen dem Borstzand bei der Au-s-sichrung zur #erffl<ung. Dir Musik führte die hiesige fftegimewtHayetle aus. Der Bor sitzende bet OrtsgrMtze Gßetzen heim«tt«uer Oberschlröer, Hon- Grisee, forderte zur Sammlung von Mit­teln aus, damit Oberschlesien, ba? Herz Deutsch­lands, dem Vaterland erhalten bleibe. Dem Sieg ht Osbpreuhen müsse röt Sieg in Oberschlesienl iolgen. Die Festrede hielt der Syndikus der $xm- vckskarnmer Wetzlar, Tr. Nets ch k e. Er schilderte die Lachmge ba Industrie in Ok^rschlesirn zur Seit Friedrichs des Srvhen und tarn auf b« heu- ti^e volWwirtschafkliche Bedeutung des Gebietes fii sprechen. .Mit seinen Bodenschochen stehe Ober- 'chlesirn mit an erster Stelle in der Welt. Die twWkr fei von unerreichter Mächtigkeit, und liefern jährlich 43 Millionen Tonnen. Durch den Berlust der Provinz würde Deuts chland ein Kvhlenrötstchr- kmb werden, die deutsche Industrie würde jti- smnmenbrechen und Millionen Deutsche mufern verhungern ober auÄnandern. Tir AsemndustriiÄ ei put dem Verlust Asast-Lothringerts von größter Dröoutimg. Oberschlesien liefere 80 Prozent des Stinte und Ehrlich 52 600 Tonnen Bbei. Ter Wunsch der Oberschlesier gipfele in den Worten: Oberschlesien deutsch fetzt und immerbar! Dem Redner wurde Tautet Beifall zuteil. Bei den thea- ttrckischen Aufführungen boten alle ihr bestes, es eien besonders erwähnt: Fräulein M. Ehrüsve, FTÄulein Scbättter, Frckfeein Niodermeier unti Herr Herr Lüdockc am Schnmann-

tfeeier Frankfurt nxb Frau Tätern vvm Wiener Theater ernteten für dhrrn Gesang verdienten Bei­fall. Der Senh« der Gietzener Mustklehrer, der 82hährme Herr Krufe, bot auf der Violine ober* schtrösche Lieder, b* mit dankbarer 'Fnude <nrf- Emmen hnirben. Dos Tank- und Schlutzwvrt

ch Kandidat der Thrölogie O. Krull, der mit Worten endete: ,/Oberschlesven muß ein Zweig am Stamm des Deutschen Reiches bleiben in alle Äwigteit."

Veranstaltungen.

Montag. Lichtspielhaus, Der Skandal im DKloriaklub. Schwarz-Weiß-Theater, Das Gast­haus von Chicago.

** Geh. KommeczienratDr. rer. pol. h. c. Siegmund Heichelheim, EhrenvorsitzenLer der Handelskammer Gießen, ist in vergangener Nacht im 79. Lebensjahre verstorben. Wir werden auf die Bedeutung des sehr geschätzten Mitbürgers, dessen Ableben einen schmer-lichen Verlust bedeutet, morgen in einem besonderen Nachruf zurückkommen.

** Ernennung. Der hessische Finanz- assessor Rudolf Wenzel aus Gießen ist am 12. Juli l. I. mit Wirkung ab 1. April l. I. zum Regierungsrat in der Reichsfinanzver- tunfl ernannt worden.

** D i e S 0 m m e r f e r i e n an den Volksschulen sind beendet. Heute hat in den meisten Landschulen der Unterricht wieder be­gonnen.

** Wiener Kinder passierten am Samstag die Umgehungsbahn bei Klein-Lin­den auf dec Reise nach Holland.

** Für b i e Ausstellung eines Personalausweises wird von jetzt an »rn den Behörden des unbesetzten Gebietes wieder die Stempelgebühr von I Mk. erhoben.

** Freibank. Dienstag, 17. August, wer­den von 13 Uhr die Nrn. 14011550 beliefert.

""" Von der Feuerwehr wttd uns mit­geteilt, daß in den nächsten Tagen ein Feuer­alarm mit den Sirenen veranstaltet wird.

** Be sitzwechsel. Für 88 000 Mk. wurde vertäust das dem Dar! Felsing gröörigr ilrffbrnc RerchSbaackgebLude) in der Wesd-Akla»; 33.

** Eihorn-Fe st saal. Wie uns mit- geteilt wird, beschließt Paul Buchwald am 31. Aug. seine Gastspiele. Die Vorstellungen beginnen, wie immer, um 8 Uhr 30 Minuten.

* Bleiaewinnung. Blei bestndet sich auf den Schießstönden vormrölich noch in erheb­lichen Mengen, auch auf den von der Reichswehr nicht benutzten Ständen. Ter Reich^schatzminister bat die Landesfinanzämter angewiesen, dieseSchätzo bergen zu lassen. Wenn ha* Personal der Reicktz- prönSyenylZerwaltung außerhalb der Dienststun­den Wei sammelt, so ertziilt eg einen Bergelostn 10 v. H. des jeweiliaen amtlichen Richtpreises. ES soll aber dafür prforgt wröden, daß durch das Meisuchen die Schiegstände nicht beschädigt werden. Tie Beteiligung von fvrövilligen Mainnsch«fttn her Reichswehr beim Sammeln ist vom Reichs­wehrminister abgelehnt worden. Tas Meisammeln auf den von der Reichswehr benutzten Schießstan- den ist Sache der Reichswehr Mannschaften und gilt als Dienst.

** Po st verkehr mit dem besetzten Gebiet. Die Frsn»»sen prüfen erneut stich-

in Mainz die nach dem Friedensschlust aufgeho­bene Postkontto-llstelle eröfsnei. Angeblich soll die Maßnahme nur Don vorübergehender Natur fein.

** Selbst das Aufgeld des Ber­st eurers luxusfteuerpslichtig. Bei Ver­steigerungen wird in der Regel ein Aufgeld -um Zuschlagspreise erhoben, das zur Bestteitung der Unkosten des Vtwsteigerers bient. Dieses Auf­geld wurde z. T. als Provision für die Ver­mittlung angesehen und erst am Jahresschluß mit dem Satz der allgemeinen Umsatzsteuer versteuert. Nach einem Erlaß des Reichsministers der Fi­nanzen ist eine derartige Auffassung nicht richttg. Alles, was der Versteigerer von demjenigen^ der den Zuschlag erhalten hat, vereinnahmt, ist je nach der Art der versteigerten Gegenstände umsatz- oder luxussteuerpflichtig. Eine Zerlegung des Ber- steigerungSerlöses in den Bietungspreis und eine besondere Vermittlungsgebühr widersprechen dem Begriff des Entgelts, wie er im Gesetz enthalten sei

Landkreis Gießen.

** Großen-Linden, 16. .Aug. Dem Hauptmann der Reserve a. D. Wilhelm Pepp- l e r, Sohn des Gerichtsvollziehers i. R. Georg PepPler von hier, wurde das Eiserne Kreuz 1. Kl verliehen.

-m. Hungen, 16. Aug. Die hiesige so- zialdemottattsche Ortsgruppe veranstaltete gestern nachmittag ein kleines Volksfest, das eine Zu- ' sammenkunft der Gruppen der umliegenden Orte zum Zweck hatte. Nach einem Zuge zum Galgen­berg ergriff Rechtsanwalt Hornberger-Gießen Mi Wort zu einer längeren Ansprache über die ix> litis che öaeje und das Wesen des Sozialismus. Tie Kapelle Simes konzertierte.

Kreis Friedberg.

Die Spieldankfrage in Bad-Nrmheim.

fd. B ad-Nauheim, 15. Aug. Die Stadtverordnetenversammlung beschloß in ge­heimer Sitzung, das Ministerium in Darm­stadt um Befürwortung zur Erlangung einer Spielbankkonzession für Bad-Nauheim zu er­suchen, trotzdem die gesamte Aerzteschaft des Ortes sich dagegen ausgesprochen hatte. Die Vereinigung der Bad-Nauheimer Aerzte glaubt nun feststellen zu müssen, daß alle von ihr in dieser Angelegenheit an die Stadt ge­richteten Einsprüche in der Stadtverordneten­versammlung überhaupt nicht zur Verhand­lung gekommen seien. Sie wendet sich jetzt in der breitesten Oeffeutlichkeit gegen die Be­schlüsse des Stadtparlaments und erklärt, daß die Einführung einer Spielbank in Nauheim den Ruf des Ortes als Herzheilbad dauernd untergraben und katastrophale Wirkungen für den Badeplatz auslösen werde.

Starkenburg und Nbeinhejsen.

fd. N i e d e r - I n g e l h e i m, 15. Aug. Die gesamte Arbeiterschaft der chemischen Fabrik von C. H. Behringer ist wegen des von Der Firma vorgenvm menen Steuerabzuges in den Streik getreten. Der Fabrikbettieb ist ge­schlossen.

fd. Assen heim i. W., 14. Aug. In der Nidda ertrinfte sich das 18jährige TienstmÄxhen Margarete Obermatt aus Wichastadt.

Kreis Wetzlar.

Der Bürgermeister als Kläger.

fd. Wetzlar, 15. Äug. Ter Polizeiassistent . a. T. Kvsma 'hl führt feit langer Zeit gegen den hiesigen Bürgermeister Dr. Kühn in Wort und Schrift einen erbitterten Kampf. In einer Bro­schüre wirst er dem Bürgermeister u. a. Teilmchme an nnsittllchen Vevanstaltungen, mrziemlichen Vcr- dchr mit weiblichen Angestellten, Annahme von Provisionen für den Verkauf städtischen Zuckers, Schwarzschlachtungen usw. vor. Diese schweren Borwürst, die bereits in zahlreichen Stadtverord­netenversammlungen zur Erörterung standen und neuerdings auch tut vorläufigen Amtsniederlegungl des Bürgermeisters bis zur gerichtlichen Entschei­dung führten, waren nunmehr der Gegenstand einer Beleidigungsklage des Bürgermeisters gegen Kos- rnahl vor dem hiesigen Ähöfsengericht. An bat Behandlungen, die von früh morgens bis in die sinkende Nacht bauerten, nahm neben einem ge­waltigen Zeugenapparat auch halb Wetzlar als Zuhörer teil. Die Beweisaufnahme stellte fest, daß alle in der Schrift enthaltenen An­klagen und Beschuldigungen auf Klatsch beruhten. KvSmahl wurde infolgedessen z,u einer Geldstrafe von 1500 Mark verurteilt. Außerdem hat er die sehr erheblichen Kosten zu tragen. Strafmilöemd irm für den Verurteilten tzn Betracht, daß er nach seiner Annahme einen Kampf um seine Existenz zu führen meinte. Bürgermeister Tr. Kühn, gegen den Kos mahl ivegen Beleidigung Wiederklaac er­hoben hatte, wurde von dieser Anklage freige- spvochen.

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ra. Wetzlar, 14. Aug. Tie vom Spar- und Bkluvevein im vorigen Herbft an der Stoppelberger Hohl in Angriff genommenen 43 Wohnhäuser gehen ihrer Vollendung entgegen. Von der Stöbt- aemetnbe wurden die an der Formerstraße ge­legenen Bauten mit 33 Wohnungen, darunter 28. Einfamiliehäuser, käuflich erworben. Mit der Fer- ttgftellung der im Bau begriffenen Häuser Den fügt die Genossenschaft alsdann über 218 Woh­nungen.

Hessen-Nassau.

X Gelnhausen, 15. Aug. Ter Vorsitzende des Kreisausschusses 'gibt brfannt, daß mit Be­ginn der neuert Ernte jetzt wieder ein nicht un­erheblicher Schleichhandel in Getreide und Mehl über die Yttenzen des Kreises Gelnhausen einsetze. In Säcken und Rucksäcken werde Mehl vor allem nach Hanau und Frankfurt verschoben. Deshalb seien schärfste Konttollen der Bahnstatio­nen und Landwege durch die Landjägerei angeord­net worden. Zum Ausbau seiner elektrischen Anlagen, die Anschluß an die elektrisck)e lieber» landzenttale der Mainkraftwerke finden >verden, hat der Kreis Gelnhausen bisher Anleihen in Höhe von 5 Millionen Mark ausgenommen. Eine Anleihe von 2 Mill. Mark ist bei der Krets- Spar- und Leihkasse in Gelnhausen, eine Anleihe von 1 Million Mark bei der Sparkasse in Bad- Orb und neuerdings eine Anleihe von 2 Mill. Mark bei dem Leih- und Pfandhause in Fulda zur Aufnahme gekommen und zwar mit einem Zins­sätze zu 41/« Prozent.

ra Aus Nassau, 14. Aug. Der Landes­ausschuß bewilligte <nrf Antrag der Landwirt­schaftskammer des Regierungsbezirks Wtesbaden zur Hebung der Schaf.zucht int Bezirk eine Beihilfe von 20 000 Mk, die nach bestimmten Richtlinien verwendet werden muß. Der Kvm-

Bom Aneisamt wirb mit geteilt:

mit der Berwendmm arsenhaltiger Mittel gegen Pflanzenschädltnae ^Schweinfurtergrün Ura- ntagrün uin? verbundenen Gefachtem l^ben da? I Rumset su:td. et samt veranlaßt, gern t ifant- rrt brr > Bislogtschen ReichSanstmIt für Land- und F»rsb-

anerfannt werden. Die Versammlung schloß mtt einem Hoch auf die russische "Revoliutton uttd dte intcmaitonale soziale Revolution.

Die Beschlüsse der Loudoner Arbeiter- kovserenz.

London, 15. Aug. (Wolff.) Meuter infolge b^Lchlost iier Aktionsrat, Heu Vor,tuenden Ädamsvn und das Mitglied Gvsltng na-ch Part - zu senden, um mit den Vertretern bet CVltsedsvatiou Gonsrale du Travail zu beraten. Der Akiionsrat beschloß ferner, die Gewerkschaften im ganzen Land- eu ersuchen, Mttteilungen bett, die Billmng öttlich-r Aktionsräte einzusenden.

Tally Mail" schreibt: Die gestrige Arbeiter» Llmstwenz in London war vermutlich die einigste, bedeuttrng^vottste und wichtigste politische Ber- fOiinmlung der Kräfte der Arbeiterklassen, die unsere Geschichte je erl-ebte. Nur zwei Tage waren dazu verwendet, die BersaMmlung röt^uberufffnj und mehr als tausend delegierte waren zugogen. Zum ersten Mole seit dem Kriege waren alle Richtungen der Arbeiterschaft vertreten. Am be- merstnswcrtesten war, daß keilte Opposition, kein Gezänk, keine Krtterien und keine Verstimmung kam. Es nxrr nichts als eine vollständige be­geisterte Einmüttgkeit zu bemerken. Für die glück- lidje Eintracht dankte Robert Smillie.Chur­chill," sagte er,hat die englische Demokratie ge­einigt, was sie aus eigener Kraft bisher nicht ferttgbrachte. Jetzt, wo die Einigkeit da ist, möge Gott uns Verstand geben, daß wir sie bewahren." Uttfatt eines französischenTranSportzugeS.

Kat10 witz, 15. Aug. (WTB.) Amtlich. Nach einer Nteldung ist gestern auf dem Rangier- bcümhof Glrövitz eine Rangierlokomotive aut einen französischen Militarzu g gestoßen, wobei ein französischer Soldat getötet und sieben verletzt wurden.

Beu then, 15. Aug. (WTB.) Wie wir von unterrichteter Seite erfahren, hat die interalliierte Kvmmifsion sich auf Grund des Untersuchungs­ergebnisses davon überzeugt, daß bei dem Unglück bet dem Ran gierbsthnhok Glrövitz" von dnent Savv- tageaft nicht die Rede sein kann.

Mainz, 16. Aug. (WTB.) Rechtsan­walt Leche re hat gestern geyen das Urteil des französischen Militärgerichts in dem Heimatdien st Prozeß gegen Millin­ger zehn Jahre Gefängnis und zehn Jahre Aufenthaltsverbot) Revision eingelegt. Die übrigen in Haft beftndlichen Angeklagten haben die Strafen anerkannt und wurden zur Verbüßung den deutschen Zivilgefängnissen übergeben. Die Untersuchungshaft wird den Angellagten voll angerechnet.

Mainz, 14. Aug. (WTB.) Das Urteil des französischen Kriegsgerichts in dem Spionageprozeß" gegen die sechzehn Angeklagten lautete, nachdem die Verhand­lungen den ganzen gestrigen Tag in Anspruch genommen hatten, wie folgt: Gegen die An­geklagten Gröger, Loos, Egli, Mackarch und Wirnerhus nr Abwesenheit aus 20 Jahre Ge­fängnis und 20 Jahre Aufenthallsverbot. Gegen die Angeklagten Sittinger, Ferck, Schäß- fer unter Zubilligung mildernder Umstände auf ein Jahr Gefängnis. Gegen Schildbach auf ein Jahr Gefängnis und 10 000 Mark Geldstrafe, gegen Willrnger auf 10 Jahre Gefängnis und 10 Jahre Aufenchaltsverbot. Die übrigen Angeklagten wurden frei­gesprochen.

Verhaftet und yewaltsmn befreit.

Mannheim, 14. August. DasNeue Mannheimer Volksblatt" meldet aus Lud­wigshafen: Gestern abend sprach ein Frl. Dr. S t e r n in einer politischen Versammlung in der Maxfthule, wboei aurfj die Politik Frankreichs und Englands in Spaa berührt wurde. Als nach der Versammlung Frl. Stern die BiSmarckstraße passierte, wurde sie ver­haftet, jedoch von einer Menschenmenge wieder befreit. Eine halbe Sturche später ritt eine starke Kavalleriepatrouille durch die Stadt.

Verbot trott ZritßHriften .

fd. Mainz, 14. Aug. Die Interalliierte Kommission verbot für drei Monate vom 14. Juli ab die Einsicht desWahren Jakob" (Stuttgart) und derWacht im Westen"

flkitHreiterung mit dem besetzten Gehret aufrecht ntng c ju erhalten. Die Reife wird etwa eine Woche«Rstch [h Anspruch nehmen.